Ausgabe 
3.6.1935
 
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In Berlin beginnt die Gommerspielzeit.

Theaterbrief aus der Neichshauptftadt.

In einem der letzten Theaterbriefe wurde bereits angebeutet, wie sich in der zweiten Hälfte der Spiel­zeit, nämlich seit Beginn dieses Jahres, eine all­gemeine Lähmung über die Theater legte, die sich in der verantwortungslosen Unentschlossen­heit der Direktoren und in einem Spiel» plan ausdrückte, der immer unzeitgemäßer wurde, weil er sich von denErfolgen" der letzten Jahr­zehnte nährte. Dieser Zustand hält an, denn das PlakatS o m m e r s p i e l z e i t" kann nun erst recht allem Mangel an Wagemut zum Vorwand dienen. Da ist das Renaissance-Theater. Es hat vom Septemberanfang bis jetzt nur eine Aufführung gebraucht (Lady Windermeres Fä­cher" von Wilde) und eine solche Erfolgsserie sollte dazu verpflichten, auch einmal etwas zu wagen und einen jungen deutschen Autor aufzu­führen? Keineswegs. Man sucht die altePen­sion S ch ö l l e r" aus der Mottenkiste, einen be­währten Schwank, dessenHandlung" darin besteht, daß ein abenteuerlustiger Prooinzonkel die Bewoh­ner des harmlosen Pensionats für eine Schar von Irren hält, dessenGeist" sich darin erschöpft, daß

Im Kurfürstendamm-Theater taucht eine Art Volksstück auf:Die elf Teufel" von Georg Fraser. Das sind die Elf einer Fußball­mannschaft, an ihrer Spitze der Mittelläufer Franz Vogl, der Führer im kommenden Olympiaspiel. Wenn nun dargestellt wird, wie sich die Tochter des Sportkantinenpächters und Franz lieben, wie sich Franz verlassen glaubt und daher seine Mannschaft verläßt, um im letzten Augenblick doch wieder­zukommen und das große Spiel zu retten, so mischt sich in das sportlich-frische Element des Stücks noch allerlei Alt-Heidelberg-Sentimentalität, so kommen noch Töne vor, die dem Geist des Sportplatzes und des Kampffeldes sehr fremd sind. Der Beifall gilt dem Spielleiter Jürgen von Alten und den Darstellern Hans Brausewetter und Maria P a u d l e r.

*

Einen ebenso ernsthaften wie mutigen Vorstoß in das Reich zeitgenössischer Dramatik unternahm wenige Tage vor Schluß seiner Spielzeit nur das Staatstheater. Die Uraufführung des Schau­

spielsStimme km Stürm" von Friedrich W i f ch m a n n ist in ihrem dichterischen Ergebnis gewiß kein großer Gewinn für das deutsche Drama; aber das Bekenntnis der besten Sprechbühne des Reiches zum ehrlichen Ringen der jungen Drama­tiker ist allein schon Tat, Verdienst und Beispiel. Wischmanns dramatischer Erstling stellt den Versuch dar, Theodor StormsSchimmelreiter" aus den epischen Bezirken ins Drama hinaufzusteigern. Das mißlingt. Die Bauern aber, die fünf Akte lang ihre sturmflutbedrohte Hallig verlassen wollen, dann doch bleiben, weil der knorrige Deichvogt durch Selbst­mord die Insel entsühnt hat und damit erreichte, was seine Ueberredungskünste in vier Akten nicht durchsetzten: auszuharren im gefährlichen Leben auf der angestammten Scholle sie haben alle echte Farbe, ihre Welt ist atmosphärisck dicht. Der Autor entgeht auch der ideologischen Behandlung des The­mas von Blut und Boden, wie sie heute Mode ist. Wenn die Aufführung trotz der dramatischen Schwä­chen und der bühnenmäßigen Unerfahrenheit des Dichters zu einem Achtungserfolg für ehrliches Be­mühen wird, fo darf fick der Autor vor allem bei dem Deichvogt Friedrich K a y ß l e r s bedanken, der aus feiner schauspielerischen Substanz der Rolle alles gibt, was der Dichter in Andeutungen stecken bleiben läßt. Jac.

ein Schauspieleleve einen Sprachfehler hat, dessen Höhepunkt erreicht ist, wenn zwei in Leoparden­felle gehüllte Hunde auf die Bühne gebracht werden. Es gibt bekanntlich Theaterabend, an denen nicht der Autor durchfällt, sondern das Publikum: das war ein solcher.

*

Auch das Theater in der Behren st raße unter der Leitung des filmbekannten Ralph Archur Roberts ist mit einem einzigen Stück (Ehe in Dosen"), über den Winter gekommen, aber auch hier denkt man nicht an Erneuerung und Auffrischung, sondern fährt im ausgeleierten Gleise weiter. Dabei entsteht denn ein so zweideutiger Schwank wie Meine Tochter deine Tochter" von Leo Lenz und R. A. R o b e r t s , eine jener Don-Juan- und Schwerenöterkomödien, die schon 1914 keinen Zu­sammenhang mit der Zeit hatten, die heute vollends unter jeder Kritik liegen. Diese Posse erreicht ihren Gipfel, wenn am Ende des zweiten Aktes auf der Bühne ein Dutzend Vasen zerschmettert wird. Auch dort ist das Publikum durchgefallen.

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Ganz anders steht es im Theater des Vol­kes. Hier wirdFrau Luna" neu herausge­bracht, die Operette von Paul L i n ck e, deren Me­lodien. einst die Schlager des Berlin von 1900 waren, und die auch heute noch nicht vergessen sind, wie sich dennFrau Luna" immer als der Begriff der fast schon klassisch gewordenen Berliner Operette erhalten hat. Wenn sie jetzt unter der Leitung des Komponisten und unter der theatralisch glänzenden Verwaltung Walther Brügmanns aufersteht, wenn sie sich als große Revue vorstellt mit prunken­den Auszügen, farbenprächtigen Tänzen und sprü­henden Bühnenbildern, so kehrt sie in ein Dasein zurück, aus dem sie niemals geschieden war, und ihre Wiedergeburt wird mit berechtigtem Jubel be­grüßt, an dem auch die Mitwirkenden ihren Teil haben: Friedel Schuster, Hans Brausewet­ter, Lotte Werkmeister, Friedel P i s e 11 a, Curt Vespermann.

Gewagter ist schon der Versuch des Deutschen Theaters, Restroys alte ZauberposseL u m- pacivagabundus" wieder aufzuführen, wenn auch die Bühne einen neuen Vorhang erhalten hat, der mit einem Motiv aus Restroys Zauberwelt bemalt ist, wenn auch die Musiker Biedermeierfräcke tragen, wenn sich auch die liebenswürdige Spiel­leitung Hans Hilperts bemüht uns in das Wiener Zaubergötterreich von 1830 einzuführen der Versuch gelingt nur kraft einer komödiantisch beschwingten Darstellung: Heinz Rühmann, den man vom Film kennt, Otto Wernicke, der sich nach seinem Michael Kohlhaas als saftiger Komiker erweist, und Günter Langenbeck bilden ein treff­liches liederliches Kleeblatt.

*

Im Komödienhaus sehen wir ein Schau­spiel, dessen Handlung durch den gleichnamigen Film bekannt wurde:Die Insel" von Harald B r a 11. Mit der Insel ist die Washingtoner Botschaft eines europäischen Staates gemeint, deren Mitglieder im fremden Lande als geschlossenes Ganzes dazustehen und das Ansehen ihres Volkes zu verkörpern haben; wer das nicht vermag, hat sich aus dieser Gesell­schaft selbst auszuschließen. Fünf spannende Akte, deren Unwahrscheinlichkeiten freilich im Film besser verdeckt werden als im Bühnenspiel, aber dennoch ein gepflegtes Theaterstück mit gehaltvollen Dialogen und scharf umrittenen Gestalten, die durch Theodor Loos, Alexander Go Hing und Heinz von Cleve dargestellt werden in der Wüstenei dieser Sommerspielzeit immerhin eine Oase.

*

Wirtschaft.

* Anbietung der 4,5 v. H. rumäni­schen Konsolidierungs-Anleihe von 193 4. Wie die Reichsbank mitteilt, brauchen die gegen den unbezahlt gebliebenen Teil der 4,5 v. H. Rumänen-Rente von 1913 (Schroederstücke) ein­getauschten Stücke der obengenannten Anleihe nicht angeboten zu werden.

* Der Zementabsatz im April. Der Absatz der gesamten deutschen Zementindustrie stellte sich im April auf 716 000 Tonnen, gegenüber 606 000 Tonnen im März, 365 000 Tonnen im Februar und 277 000 Tonnen im Januar. Die vorgenannten Zah­len sind mit früheren Versandmeldungen nicht ver­gleichbar, da diese nur den Absatz der verbands­mäßig zusammengeschlvssenen Zementindustrie um­faßten.

Nhein-Mainische Mittagsbörse.

Aktien fest.

Frankfurt a. M., 1. Juni. Die Wochenschluß- börfe war nach etwas uneinheitlichem Beginn nach den ersten Kursen auf den Aktienmärkten weiter befestigt. Von der Kundschaft lagen in größe­rem Umfange Aufträge vor, denen sich auch die Kulisse, die zunächst etwa realisiert hatte, mit neuen Käufen anschloß. Das Geschäft war recht lebhaft, und in einzelnen Spezialwerten war die Umsatz- tätigteit sehr beachtlich. Aus der Wirtschaft lagen einige günstige Nachrichten vor, so die Dividenden- wiederaufnahme bei Voltohm mit 4 v. H. Die schwache Haltung der Goldvaluten und die erneute holländische Diskonterhöhung wurden viel beachtet. Sehr lebhaftes Geschäft wiesen am Elektromarkt AEG. mit 40,25 (39,50) auf, ferner gewannen Gef- fürel und Schuckert je 1,50 v. H. Lahmeyer eröff­neten mit unverändert 132. Don Montanwerten setzten Harpener 1 v. H., Mannesmann und Buderus bis 0,75 v. H. höher, Stahlverein und Klöcknerwerke behauptet ein. Otavi-Minen gaben 0,50 RM. auf 18,50 nach. Größeres Geschäft hatten IG. Farben

mit 151,25 bis 152,25 (151,75), Deutsche Erdöl lagen 2,25 v. H. niedriger, waren aber bald wieder 1 o. H. höher. Fest lagen Zement Heidelberg mit 121,50 (119,90), außerdem eröffneten Zellstoff- und Papier- aktien bis 0,75 v. H. fester. Sonst kamen zunächst zur Notiz: Eßlingen-Maschinen 86 (85,25), West­deutsche Kaufhof 37,65 (37,50), Reichsbank 179,90 (180,75), Kunstseide AKU. 58,75 (59,40) und Schiff­fahrtswerte mit Rückgängen bis 0,65 v. H.

Der deutsche Rentenmarkt lag weiterhin stark vernachlässigt und kursmäßig kaum verändert. Altbesitz incl. Ziehung nannte man mit 115,25, excl. Ziehung mit 114. Kommunal - Umschuldung mit 89,35, Zinsvergütungsscheine mit 90,10 und späte Reichsschuldbuchforderungen mit 96,25 lagen eben­falls unverändert. Am Auslandsrentenmarkt setzten Ungarn bei lebhaften Umsätzen ihre Steigerung fort, vierprozentige Goldrente 13,50 (12,25), auch mexi­kanische und rumänische Anleihen notierten bis 0,40 v. H. fester.

Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft stark zu­sammen und die Kurse lagen infolge von einigen Gewinnmitnahmen etwas leichter. Die Grundtendenz blieb aber fest, und das Niveau lag zumeist über gestern Abend. Recht fest zur Notiz kamen noch Siemens mit 173,25 (170,75), RWE. mit 129 bis 128,25 (126,65), außerdem zogen Hanfwerke Füssen, Gebr. Junghans und Ilse Genuß je 1,50 v. H. an. Niedriger lagen Holzmann mit 97 (99). JG.-Farben gingen auf 151,50 nach 152,25 zurück, ferner brök- felten einige Montanaktien leicht ab. Höher waren noch AEG., Gesfürel und Deutsche Erdöl. Am Kassa­markt war die Haltung fest.

Renten blieben sehr ruhig. Am Pfandbriefmarkt bröckelten einzelne Gold- und Liquidationspfand­briefe sowie Kommunal-Obligationen bis 0,25 v. H. ab. Stadtanleihen notierten bei kleinen Verände­rungen uneinheitlich. Von fremden Werten lagen Ungarn später etwas leichter. Tagesgeld unver­ändert 3 v. H.

S.A.-'SpoTt

VfN.-N. Gießen siegt mit allen Mann­schaften.

vsS.-R. I Sportfreunde Wehlar I 3:2 (1:0).

Die für Gießener Verhältnisse zahlreich erschie­nenen Zuschauer erlebten am Samstagabend einen rassigen und sehr spannenden Kampf zweier fast gleichwertigen Mannschaften. Die Wetzlarer Sport­freunde spielten den Fußball, den man von ihnen erwartet hatte, und bewiesen, daß sie in der Spiel­kultur keiner Bezirksklassenmannschaft nachstehen. Die Ballbehandlung, besonders das Stoppen und die Körpertäuschung, trat bei ihnen sehr stark in Erschei­nung und zeigte deutlich die Mängel der Gießener in dieser Beziehung. Die Gießener Mannschaft war bis auf Erben in gewohnter Aufstellung erschienen und zeigte besonders in der ersten Halbzeit guten Fußball. Bei größerer Entschlossenheit des Sturms hätte dieses Spiel schon in der ersten Halbzeit ent­schieden sein müssen. Man sah immer wieder gut vorgetragene Angriffe. Die Kunst des Gießener Jnnensturms hörte aber im Strafraum auf. Der Schiedsrichter fand mit feinen Entscheidungen nicht immer Anklang bei dem Publikum.

Spielverlauf: Die Gießener haben Anstoß

und spielen zuetst gegen die tiefstehende Sonne. Beide Mannschaften beginnen das Spiel mit einem ungeheuren Tempo. Hierdurch wechseln die Kampf­bilder ständig, aber vorerst können die beiden Hin­termannschaften ihren Strafraum noch erfolgreich verteidigen. Ein plötzlicher Vorstoß des rechten Wetz­larer Flügels bringt ihren schußgewaltigen Halb­linken in Schußstellung. Sein direkter Schuß prallt aber von der Latte ins Aus. Gleich darauf erzielen beide Mannschaften je eine Ecke, die aber ergebnis­los verlaufen. Ein Zusammenspiel zwischen Wlv- d a r e ck und Szpvnik, Heß eilt dazwischen und sein Schrägschutz landet unhaltbar in der rechten Ecke. Die Gießener sind jetzt im Angriff. Ein Schuß von Erben und ein Kopfstoß von Heß hält der Wetzlarer Tormann glänzend. Die Gießener erzielen zwei weitere Ecken, die aber nicht verwertet werden. Dann rettet Hechler durch energisches Fausten in letzter Sekunde. Nach­dem Leutheuser zur Ecke abgewehrt hat, ist Halbzeit. Sofort nach Wiederbeginn läuft Szpo - n i k durch, seine Flanke kommt zu Erb, der den Ball wuchtig an die Latte schießt. Den zurück- springenden Ball lenkt W l o d a r e ck zur 2:0-Füh- rung ein. Bei beiden Mannschaften macht sich das

Tempo der ersten Halbzeit stark bemerkbar und das Spiel verliert für kurze Zeit an Niveau. Aber als die Wetzlarer nach guter Vorarbeit des Rechtsaußen und einer mißglückten Abwehr der Gießener Ver­teidigung auf 2:1 herankommen, ändert sich das Kampfbild vollkommen. In dem Maße, wie dis Gießener abfallen, kommen die Wetzlarer auf. An­griff auf Angriff rollt jetzt auf das Tor der Hie­sigen, und der Mittelstürmer der Wetzlarer schießt zum Ausgleich ein. Die Führung der Wetzlarer schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Und wie lange die Gießener Hintermannschaft dem Druck der Wetzlarer standhalten könnte. Es war bitter für die Gäste, daß gerade in ihrer Drangperiode die Gießener überraschend das Siegestor schossen. Eine Vorlage des Mittelstürmers nahm Erb in vollem Lauf auf und schoß von 15 Meter auf das Tor der Gäste. Der scharfgeschossene Ball sprang von dem Fuße eines Verteidigers an dem verdutz­ten Tormann vorbei ins Netz. An diesem Ergebnis wurde bis xum Schlüsse nichts mehr geändert. Beide Mannschaften spielten sehr fair und blieben, trotzdem sie mit letztem Einsatz kämpften in den Grenzen des Erlaubten.

VfB.R. Liga DL. Wallau 4:2 (2:1).

Die Wallauer haben in diesem Spiele gezeigt, daß sie von ihrer früheren Spielstärke nichts ein­gebüßt haben. In manchen Spielphasen konnte man feststellen, daß die Mannschaft in technischer Be­ziehung seit ihrem letzten Auftreten in Gießen noch vieles dazugelernt hat. Die Stärke von iynen lag in der einheitlichen Mannschaftsleistung. Besonders stark ausgeprägt war das Flügelspiel und die Schußfertigkeit eines jeden Stürmers.

Zu Beginn des Spieles standen die Gießener mit: Hechler; Leutheuser I., Leutheuser II.; Lehrmund, Mund, Hauptfeld; Gräber, Szponick, Knaus, Erb, Heß. Hechler erledigte seine Aufgabe in gewohnt sicherer Weise. Die Verteidigung dürfte durch die Mitwirkung von Leutheuser I. erheblich ge­wonnen haben. Mund als Mittelläufer fehlt noch die nötige Spielübersicht, um diesen wichtigen Posten voll ausfüllen zu können. Die Außerläufer waren gut. Wenn auch durch die Umgruppierung des Sturmes das Verständnis untereinander öfter mangelte, so war er doch äußerst gefährlich. Dem Schiedsrichter unterliefen einige Fehler, die doch feine gute Leistung nicht beeinträchtigen können.

Spielverlauf: Vom Anstoß an finden sich die Gäste überraschend schnell zusammen und können sofort eine Ecke erzielen. Der Halbrechte spielt den Rechtsaußen frei, dessen Schuß kann jedoch Hech­ler halten. Auf der Gegenseite schießt Szponick wider die Latte. Ein plötzlicher Flänkenwechsel der Gäste von rechts nach links, und der Linksaußen schießt in vollem Lauf unhaltbar in die äußerste rechte Ecke. Wallau führt mit 1:0. Jetzt werden die Gießener aggressiver. Aber vorerst können sie den gegnerischen Torhüter nicht überwinden. Als der Halblinke überraschend aufs Tor schießt, hält H e ch- l e r diesen Ball in großer Manier. Dann geht Erb allein durch, sein Schuß ist aber zu schwach und wird gehalten. Einen schonen Kombinations­zug des Sturmes schließt Heß mit Kopfball ab, der aber über die Latte streift. Im Wallauer Straf­raum setzt sich Heß gegen zwei Gegner durch, und gegen seinen Schuß ist der Tormann machtlos. Gießen hat ausgeglichen. Dann eilt Szponick auf halbrechts und erzielt die 2:1-Führung. Der Halbzeitpfiff unterbricht das Spiel im Mittelfeld. Nach Wiederbeginn spielt Lehrmund Mittel­läufer, eine Maßnahme, durch die die Hiesigen an Spielstärke gewinnen. Wieder ist es Heß, der durch Kopfball ein weiteres Tor erzielt. Aber schon im Gegenangriff verkürzen die Gäste durch ihren Halblinken auf 3:2. In der letzten Viertelstunde setzt sich K n a u ß erfolgreich durch und stellt das Endergebnis 4:2 her. Weitere Torchancen werden von beiden Parteien nicht ausgenutzt. Mit dem Schlußpfiff ging ein Spiel zu Ende, das sowohl in seinen Leistungen, als auch in der Art der Aus­tragung befriedigen konnte.

VfB.R. Ila Londorf I 5:2 (4:1).

Die Gießener konnten sich mit der hohen Spiel- weise der Gäste nicht abfinden und hatten zeitweise schwer zu kämpfen, um der stürmischen Angriffe der Gäste Herr zu werden. Das Endergebnis ent­spricht dem Spielverlauf. Die Hiesigen verschossen einen Elfmeter.

VfB.'R. Ilb Mendorf I 8:2 (2:1).

Die Allendorfer, Meister ihrer Klasse, wurden von den Hiesigen regelrecht überfahren. Sie konn­ten während des ganzen Spieles nie, zur Entfal­tung kommen und wurden, nachdem sie durch das flache Spiel der Hiesigen zermürbt worden waren, auch in dieser Hohe verdient geschlagen.

VfB.-R. I. 3gb. Leihgestern I. 3gb. 3:1 (0:0).

Die Gastgeber stellten auch in diesem Spiel den verdienten Sieger. Das Gegentor der Gäste fiel durch einen Elfmeter. Die Hiesigen spielten nicht in gewohnter Form.

Die neuaufgestellte 3. Mannschaft errang gegen Vetzberg ein Unentschieden. Ein guter Anfang für die Gießener.

Datum

6% Deutsche Reichsanleihe V. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6,/z% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

Auslos.-Rechten .............

4l/«% Deutsche Reichspostschatzan­weisungen von 1934, I.......

6% ehem.8°/<, Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............

V/i% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........

6/t% ehem. Hess. Landes-Hypo- lhekenbank Darmstadt Lioui ...

* y2% ehem. 8% Darmst. Komm.

Landesb.Goldschuldverschr. R.6

Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.»Rechten .............

Deutsche Komm. Sammelabl. tov leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten

4y2% ehem.8% Franks. Hyp.°Bank

Golvpse. 15 unkündbar bis 1985 t»y2% ehem. 4y2% Franks. Hyp..

Bank'Ligu.'Psandbriese.......

ey2% ehem. 4y2% Rheinische

Hyp.'Bank'Ligu.-Goldpfe.....

< y2% ehem. 8% Pr. Landespfand.

briefanstalt, Pfandbriefe R. 19

< y2% ehem. 7% Pr.Landespfand- briefanst., Gold Komm. Obl.VI

Steuergutsch.Verrechnungsk. 35-39

4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente.......

4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y,% desgl. von 1913..........

6% obgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

Serie ......................

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse

Berlin

Frankfurt a.M.

tur* börse

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Schluß« kurs

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Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Schuckert L Co.......

Siemens L Halske... LahmeyerLCo......

Schultheis Patzenhoser .....

Aku (Allgemeine Kunstseide)

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Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 211.

s

33

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Philipp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Cemantwerk Karlstadt..

A.E.G......................0

Bekula.................... 10

Elektr. Lieferungsgesellschast... 5

Licht und Krast ........... 6y2

Felten & Guilleaume.........O

Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5

Bemberg...........

Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas .......

Daimler Motoren ... Deutsche Linoleum... Orenstein & Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Chade ..............

Accumulatoren-Fabrik Conti-Gumml.......

Grttzner....................01

Mainkraftwerke Höchst a-M.... 4

Süddeutscher Zucker.........91

Buderus .................

Deutsche Erdöl ............

Gelsenkirchener............

Harpener.................

Hoesch EisenKöln^leuesseo Ilse Bergbau .............

Ilse Bergbau Genüsse......

Klöcknerwerke .............

Mannesmann-Röhrea«

Frankfurt a. M

Berlin

Frankfurt a. M.

Berlin

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Schluß­kurs

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Schlußk. Abend- börte

Schluß­kurs

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5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4y2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . - 01/0/ Dlnntolier ...............

Kokswerke .............. 6

Phönix Bergbau.............O

Rheinische Braunkohlen ..... 12 229

Rheinstahl................3 y2 114,75

Hamburg-Amerika-Paket ..... O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........O

A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Privat-Bank ... O Deutsche Bank und Disconto»

Gesellschaft................O

Dresdner Bank..............O

Reichsbank ................12

Vereinigte Stahlwerke........o

Ltavt Minen ...............O

Kaliwerke Aschersleben........5

Kaliwerke Westeregeln........5

Kaliwerke Salzdetfurth.....iy2

I. G. Färben-Industrie....... 7

Scheideanstalt............ 9

Goldschmidt ............. O

Rütgerswerke........ 4

MetaUgelellschaft.......... 4

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1 .Funi

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

Brief

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0,662

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Brüssel ....

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Rio de Jan.

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Kopenhagen.

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Danzig.....

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London .....

12,265

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HelstngsorS..

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5,42

5,375

5,385

Paris ......

16,35

16,39

16,325

16,365

Holland ....

166,93

167,27

166,98

167,32

Italien.....

20,51

20,55

20,51

20,55

Javan ......

0,722

0,724

0,717

0,719

Jugoslawien

5,649

5,661

5,649

5,661

Oslo..... :

61,65

61,77

61,25

61,37

49,05

48,95

49,05

Lissabon....

11,135

11,155

1L06

1LÖ8

Stockholm...

63,25

63,37

62,84

62,96

Schweiz ....

80,05

80,21

80,12

80,28

Spanien....

33,76

33,82

33,83

33,89

Prag.......

10,325

10,34

10,36

Budapest ...

Neuyork...

2,479

2,483

2,475

2,479

59,4 124

58,65

123

110,25

59,4

123,25

111,5

58

123

Banknoten.

Berlin, 1 .Juns

Geld

Brief

121,75

122,5

122,13

122

Amerikanische Noten..............

2,427

2,447

90

90,75

90,75

90,5

Belgische Noten..................

41,82

41,98

133,9

136,5

Dänische Noten .................

54,20

54,42

12,19

93

92,75

93,4

93

Englische Noten .................

12,15

167,5

169,5

168

170,5

Französische Noten...............

16,265

16,325

91,25

90,25

Holländische Noten...............

166,57

167,23

37,5

37,75

36,13

38

Italienische Noten................

19,92

20,00

298

295,5

298

292,5

Norwegische Noten ..............

61,04

61,28

175

174

174

173,5

Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling

157,25

158

159

157

Rumänische Noten...............

Schwedische Noten...............

62-,62

62,88

44,75

46

45,5

Schweizer Noten.................

79,89

80,21

94,5

-

Spanische Noten.................

33,36

33,50

180

-

180

Ungarische Noten................