Ausgabe 
3.6.1935
 
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Volk und Kunst gehören zusammen

spricht in Weimar über nationalsozialistische Kulturpolitik

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Eine Weltanschauung, ein Volk, ein Staat

Reichsminister Frick und Reichsleiter Rosenberg auf dem Thüringer Gautag.

Reichsleiler Alfred Rosenberg

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Die Mflmmg und Aushebung der Wehrdienstpflichtigen 193Z

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gäbe sein, die von ihnen verwalteten und betreuten Güter an das Volk heranzubringen. Auch der Künstler fühlt sich heute wieder a l s Diener an seinem Volkstum. Die gro­ßen Meister waren uns immer Leitstern. Die enge Verbindung zwischen Kunst und Volk wieder au knüpfen, das wird die große und die entschei- oende Aufgabe unserer kulturellen Führung sein. Denn die Kunst muß zum Volk zurückfinden, damit das Volk zur Kunst findet, sie gewinne und als kostbarsten Besitz fest in seinen Händen halte.

mit Hypermodernismus zu tun, wie er zu tun hat mit reaktionären Bestrebungen. Die Kultur ist für den Nationalsozialisten ein Ausdruck seines Volkstums, ja sie ist der plastische Ausdruck seines Volkstums. Deshalb muß an Kunst und Kultur das ganze Volk teil- haben. Deutsche Kunst und deutsche Kultur ken­nen überhaupt nur von Deutschen repräsentiert werden. Deutsche aber, die Kunst und Kultur ver­walten, sind damit Hüter des heilig st en Gutes der Nation. Es muß ihre edelste Auf.

Oie deutsche Abordnung in London eingeiroffen.

London, 2. Juni. (DNB.) Die deutsche Abord- nung für die Flottenbesprechunqen mit der britischen Regierung unter Führung des Bot» schaiters von Ribbentrop traf in zwei Son­derflugzeugen der Lufthansa am Sonntag gegen 17 Uhr auf dem Flugplatz Croydon bei London ein. Zu ihrer Begrüßung hatten sich auf dem Flugplatz der stellvertretende Unterstaatssekretär im Foreign Office Craigie sowie Kapitän Danckwerts und von der deutschen Botschaft in London Botschaftsrat Fürst Bismarck und Marineattachö Kapitän W a ß n e r eingefunden. Die Delegation besteht aus Botschafter von Rippentrop, Konteradmiral Schuster, Kapitän zur See Kid er len, Präses, sor Graf von Dürckheim-Mont Martin, Regierungsrat Schmidt, Attache Dr. K o r d t und dem Adjutanten von Ribbentrops, Tomer.

Ministerpräsident Gömbös von Tibor Eckhardt gefordert.

Budapest, 1. Juni. (DNB.) Nachdem am Freitag zwischen den beiden Oppositionsführern Graf Bethlen und Tibor Eckhardt eine Einigung zustandegekommen war, hat der Füh- rer der Klemlandwirtepartei Tibor Eckhardt dem Ministerpräsidenten G ö m b ö s eine Forderung

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Das Kabinett Bouiffon geht an die Arbeit.

Caillaux übernimmt dasAinanzministerium

Paris, 1. Juni (DNB.) Die Zusammensetzung des Kabinetts Bouisson hat eine wichtige Verände- rung erfahren. Der Radikalsozialist Palmade, der sich bereiterklärt hatte, das Finanzmini. st e r i u m zu übernehmen, hat später seine Mit­arbeit verweigert. An seiner Stelle übernimmt Staatsminister C a i l l a u x das Amt. Der neue Finanzminister hat betont, daß er entschlossen sei, die Goldparität des Franken mit allen Mitteln zu verteidigen, der Spekulation un­erbittlich zu Leibe zu rücken und jede Abwer­tung stendenz zu bekämpfen. Der frühere Arbeitsminister im Kabinett Flandin, I a c q u i e r, hat das Ländwirtschaftsminsterium über­nommen. C a t h a l a , der Unterstaatssekretär im Ministerpräsidium, ist mit der Führung des Innen- ministeriums und der elsaß-lothringischen An­gelegenheiten beauftragt worden.

Von den neuen Ministern des Kabinetts Buif- fon ist wohl die interessanteste Persönlichkeit Fi­nanzminister Caillaux. Er ist bereits 72 Jahre alt und blickt auf eine ungemein wechselvolle Laufbahn zurück. Schon 1899 war er Finanz­minister. Als Ministerpräsident hat er bei der Auseinandersetzung mit Deutschland in der Ma­rokkoaffäre eine besondere Rolle gespielt. Im Frühjahr 1914 wurde sein Name durch das Re- volverattentat seiner Frau auf d»n Figaro-R"dak- teur Calmette genannt. Während des Krie­ges wurde Calliaux verdächtigt, einen Frieden mit Deutschland anzustreben. 1920 verur­teilte ihn der Senat wegen leichtfertig mit Unter­tanen feindlicher Länder aepflogenen Verkehrs zu drei Jahren Gefängnis. Caillaux blieb bis zum Wahlsieg der Linken im Mai 1924 der Politik fern. 1925 wurde er im Kabinett Painleve wie­derum Finanzminister. Als solcher verhandelte er in der Schuldenfrage mit Amerika. Auch mit England gelang ihm eine aünffiae Schuld^nrege- lung. Seit dem Sturz des Kabinetts Briand 1926 hat er keinen Ministerposten mehr bekleidet.

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Dienstpflichtige, die ihren Wohnsitz oder dauern­den Aufenthalt im Ausland haben, werden zum Wehrdienst im Jahre 1935 noch nicht heran - gezogen werden. Ein Dienstpflichtiger, der seiner Gestellungspflicht nicht rechtzeitig nachkommt, kann mit polizeilichen Zwangsmaßnahmen hierzu ange­halten werden. ..... .

Die Erfüllung der aktiven Dienstpflicht der im Herbst 1935 in das Heer und die Luft- waffe einzustellenden Dienstpflichtigen rechnet vom 1 Oktober 1935 ab mit der Maßgabe, daß auch Dienstpflichtige, die noch bis zum 31. Dezem- 1935 eingestellt werden, als am 1. Oktober 1935 eingestellt gelten. Im Küstendienst (Land) gilt bie aktive Dienstpflicht durch die neunmonatige Dienstzeit als erfüllt. Dienstpflichtige der fliegeri­schen Bevölkerung werden zur Dienstpflicht in der

Erfurt, 1. Juni (DNB.) Zu einer gewaltigen Festtagung vereinten sich 20 000 politische Leiter aus dem Gau Thüringen. Nach einer feierlichen Helden- ehrung sprach Reichsminister Dr. Goebbels. Das Meistersinger-Vorspiel leitete über zur Ansprache des Gauleiters S a u ck e l. Dann führte Reichs- innenminifter D r. Frick u. a. folgendes aus: Nicht Aeußerlichkeiten bestimmen den Wert eines Mannes, sondern lediglich treue Pflichterfüllung und die Leistung. Wir lehnen jedes Bonzentum, jede Kliquenwirtschaft ab, weil wir wissen, daß das der Tod jedes Gemein­wesens ist. Gerechtigkeit ist immer noch das Fundament jedes Staatswesens. Es wurde schon gesagt, daß mancher Parteigenosse glaubte, daß es zu langsam gehe mit der nationalsozialistischen Revolution, daß das Tempo ein schnelleres sein müsse, daß radikalere Maßnahmen getroffen werden müßten. Deutsche Volksgenossen! Ich warne vor den 150prozentigen Natio­nal s o z i a l i st e n. Wenn Sie sich diese Leute ansehen, so findet man oft, daß sie in der Zeit des Kamvfes nicht in unseren Reihen standen, sondern daß sie da entweder bei den Geg­nern waren oder der Bewegung überhaupt gleich­gültig gegenüberstanden. Nicht das Erheben mög­lichst radikaler Forderungen qualifiziert zu einem echten Nationalsozialisten. Ich behaupte, daß in diesen Leuten eine große Gefahr liegt. Sie sind wirkliche Saboteure der national- sozialistischen Revolution. Wir selbst wissen genau, daß noch große Probleme gelöst werden müssen und daß wir vieles e r st a n - gepackt, aber noch nicht vollendet haben. Aber wir wissen auch, daß Rom nicht an einem Tage erbaut worden ist. So wenig die Juden frage mit eingeworfenen Fen­sterscheiben gelöst werden kann, so wenig läßt sich

Musterung in einen Bezirk, in dem die Musterung schon durchgeführt ist, so beantragt die polizeiliche Meldebehörde seine außerzeitllche Musterung. Em d u r ch K r a n k h e i t an der Gestaltung zur Muste­rung verhinderter Dienstpflichtiger hat em Zeugnis des Amtsarztes einzureichen. Die Versäumung einer Gestellungsfrist entbindet nicht von der Gestellungspflicht. Die Kreispolizeibehorde kann völlig Wehruntaugliche (Geistes- kranke, Krüppel usw.) auf Grund eines Amtsarzt- Zeugnisses von der Gestellung zur Musterung be­

stärkt. Die Mächte, die uns einmal Platz machen mußten, versuchen nun alles, diese entscheidenden Gedanken wieder zu zernagen, um unter der Parole, daß dieser nationale Staat nunmehr die Konfessionen knebele, den nationalsozialistischen Staatsgedanken wieder zu Fall zu bringen. Wir haben innerpolitisch diese Revolution dadurch ge­wönnen, daß wir kompromißlos geblieben sind, und wir werden unsere Stellung auch außen­politisch in der Welt nur dann festigen, wenn wir auf allen diesen Prinzipien beharren und niemals weltanschaulich grundsätzliche Kompromisse machen. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß, wenn auch der Nationalsozialismus niemals Propaganda im Auslande machen wird, die Tatsache, daß er ein Beispiel gegeben hat, sich in der Weltgeschichte nicht mehr streichen läßt. Weil hier eine eherne Tatsache unserer Epoche vorliegt und weil aus dieser Tat­sache Folgerungen auf allen Gebieten gezogen wer­den, müssen Dinge durchaesetzt werden in einem Jahr, wofür die anderen Völker zehn Jahre brau­chen oder damit überhaupt nicht fertig werden. Da könnte unter Umständen auch in den anderen Staaten der Gedanke groß werden, daß, wenn dieses verlästerte nationalsozialistische Prinzip mit Fragen fertig wird, mit denen die anderen Staats­männer nicht fertig werden können, ein logischer Menschenverstand sich sagen muß, daß dieses natio­nalsozialistische Prinzip gut und gesund sei. Der Nationalsozialismus ist Deutschlands Schicksal geworden. Es kann ihm niemand entgehen, und deshalb ist es klüger und erfolgversprechender für die deutsche Nation, wenn sie sich möglichst einmütig zum tragenden Grundgedanken bekennt. Und erst dann, wenn diese Einheit zwischen Weltanschau­ung, Volk und Staat vollzogen ist, dann ist Deutsch­land so sundamentiert und gesichert, daß die kom­mende Burg des Deutschen Reiches hier aufgebaut werden kann. Und unsere Pflicht ist es, diesem Schicksal zu dienen bis an unser Ende.

Der Film war in die Hände von Geschäfts­leuten geraten, die im Film nur ein Geschäftsobjekt sahen. Durch die Reichsfilmkammer haben war eine neue Basis geschaffen. Wir haben auch hier durch Einrichtung einer Reichsfilmdra- m atur g i e die geistigen Anregungen zu konzen­trieren versucht, die von Staat und Bewegung an den Film herangetragen werden sollen. Auf der anderen Seite aber haben wir versucht, wenigstens in einigen Standard werken den Willen des neuen Deutschlands auch filmkünstlerisch in Er­scheinung treten zu lassen. Wir wissen, daß erst in dem Augenblick, in dem die junge Gene­ration auch in die Filmateliers einbricht, erst bann, wenn die jungen Dichter sich der Filmstoffe bemächtigen, überhaupt erst die Möglichkeit ge­geben ist, dem Fism das Gesicht zu geben, das heute Deutschland insgesamt trägt.

Am allerschwierigsten lagert die Dinge auf dem Gebiete der bildenden Kunst und der Mu­sik. So scharf wir uns verwahren g e g e p k u l- turbolschewistische Versuche, die sich des Nationalsozialismus bedienen wollen, um da­mit unter falscher Flagge ihre alten Scheimdeale wieder in die Oeffentltchkeit hineinzuschmuggeln, ebenso energisch müssen wir uns verwahren gegen muffig-reaktionäre Ehrgeizlinge, dte sich ungerufen an unsere Rockschöße hängen, sich mit uns identifizieren in der Hoffnung, daß mir uns mit ihnen identifizieren wollen. (Lebhafter Beifall.) Der Nationalsozialismus ist eine m o - berne Lebensauffassun g. So modern er in seinen Ideen ist, so modern müssen die Formen sein, in denen er seine Ideen zur Darstellung bringt. Der Nationalsozialismus hat ebensowenig

Berlin 1. Juni. (DNB.) Das Reichsgesetzblatt vom l.Jun'i 1935 enthält die »Verordnung Uber die Musterung und Aushebung 1935 , die nach, folgend auszugsweise wiedergegeben wird:

Zur Erfüllung der aktiv en Di e nft pflicht werden die Dienstpflichtigen des Jahr­ganges 1914, in Ostpreußen auch die des Jahr­ganges 1910 herangezogen werden. Zum Ar­beitsdienst sind die Dienstpflichtigen des Jahr­ganges 1915 bestimmt. Die Dienstpflichtigen werden in der Zeit von Anfang Juni bis 15. August, in der entmilitarisierten Zone bis 31. August, gemustert. Die wehrfähigen Dtenjb pflichtigen des Jahrganges 1915, die noch n i cy l 26 Wochen Arbeitsdienst geleistet haben, stehen in der Zeit vom Herbst 1935 bis zum Herbst 1936 dem Arbeitsdienst zur Verfügung. Heber ihr Heranziehen zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht wird durch die Aushebung tm Jahre 1936 entschieden

Von der Verpflichtung, sich zur Musterung zu gestellen, sind die Dienstpflichtigen befreit, die zur Zeit der Musterung in der Wehrmacht ober Landespolizei aktiv dienen oder freiwilligen Arbeitsdienst leisten Em Dienstpflichtiger, der vor der endgültigen Ent chei- duna über die Heranziehung zum Wehrdienst s ei - nen Wohnsitz wechselt, muß dies zur Be- richtiauna des Personalblattes bet der polizeilichen Meldebehörde innerhalb von drei Tagen anmel-

fterung eine Erklärung über ihre Ab-< st a m m u n g schriftlich abzugeben.

Z u r ü ck st e l l u n g ist möglich a) wegen lieber- zähligkeit: b) wegen zeitlicher Untauglichkeit; c) wegen schwebenden Verfahrens, das von Einfluß auf die Wehrwürdigkeit fein kann; d) aus beson­deren häuslichen Gründen, wirtschaftlichen oder be* ruflichen Gründen.

Der Wehrbezirkskommandeur hat nach den Feststellungen und Vorschlägen der Kreispolizei­behörde und nach dem Ergebnis der ärztlichen Un­tersuchung über Wehrfähigkeit, zeitliche Untauglich­keit oder Zurückstellung aus anderen Gründen so­wie Untauglichkeit zu entscheiden. Die wehr­fähigen Dienstpflichtigen des Jahrganges 1914 (in Ostpreußen auch 1910) erhalten den vorläufigen Bescheid, daß über die Heranziehung zum aktiven Wehrdienst er st durch die Aushebung ent­schieden wird, und daß sie hierüber s p ä t e st e n s Anfang Oktober schriftlich benachrichtigt wer­den. Gehören sie jedoch der seemännischen und halb­seemännischen Bevölkerung an, so werden sie schon bei der Musterung als zunächst überzählig zurück­gestellt, da der Bedarf der Kriegsmarine für den Herbst 1935 bereits gedeckt ist. Die wehrfähigen Dienstpflichtigen des Jahres 1915, die noch nicht 26 Wochen Arbeitsdienst geleistet haben, erhalten außerdem einen Bescheid über ihre Her­anziehung zum Arbeitsdienst vom Leiter des Meldeamtes für den Arbeitsdienst.

Lautet der ärztliche Entscheid auf ..tauglich I", tauglich II" oderbedingt tauglich", so ist unter Berücksichtigung des Vorschlages des ersten Arztes und des Berufes in der Personalkarte die besondere Eignung oder Nichteignunq für einen ober mehrere Wehrmachtsteile ober Waffengattungen beizufügen. Der tauglich befunbcne Dienstpflichtige kann sich freiwillig zur Aushebung unter Angabe eines Wehrmachtsteiles unb einer Waffengattung melben. Ein Recht auf eine feinem Antrag entsprechende Einteilung erwächst ihm dadurch nicht. Der Wunsch ist vorzumerken. Gegen die Entscheidungen des Wehrbezirkskommandeurs mit Ausnahme derjeni­gen, die sich auf bie Tauglichkeit unb bie Verteilung auf Wehrmachtsteile unb Waffengattungen beziehen, kann ber Dienstpflichtige schriftlich Beschwerbe bei ber Kreispolizeibehörbe einlegen, bie mit einer Stellungnahme bem Wehrersatz- i n f p e f t e u r zur Entscheibung im Einvernehmen mit ber höheren Verwaltungsbehörbe zuzuleiten ist. Höhere Instanz ist ber Wehrkreisbefehls. Haber, die letzte Entscheidung trifft ber Reichs- innenminlfter gemeinsam mit bem Reichskriegsmini st er. Außerzeitliche Musterungen können ftattfinben für Dienstpflichtige, bie in ben Musterungsbezirk neu zuziehen, die sich zur ordentlichen Musterung wegen Krankheit ober anderer Gründe nicht gestellt hatten, für Dienst­pflichtige, bie von See ober aus dem Ausland kom­men, unb bei unvorhergesehenem Ersatzbebarf. Der gesamte Ersatzbebarf für bie Wehrmacht wirb unter Berücksichtigung der zum 1. September vorzulegen- ben Nachweisungen über bie Ergebnisse ber Muste­rung burch bas Reichskriegsministerium auf bie Wehrkreise verteilt. Diese Ersatzverteilung geht dem Wehrkreiskommando zum 8. September zu.

Angehörigen des Deutschen Luftsportoerbandes, das Personal der Luftverkehrsgesellschaften unb ber Luftfahrtinbustrie.

Die Ersatzreserve gliedert sich in bie Ersatz- reserve I unb II. In die Ersatzreseroe I werden die als überzählig zurückgestellten Taug­lichen übergeführt, über die dahin entschieden ist, baß sie nicht mehr zum aktiven Wehr- bienst herangezogen werben. Der Ersatz­reserve II sind die beschränkt Tauglichen unb alle übrigen Wehrpflichtigen zuzuweisen.

Wehrfähig ist ber Dienstpflichtige, ber a) wehrwürbig ist, b) tauglich I, tauglich II ober be­dingt tauglich ist ober c) nicht unter Wehrpflicht­ausnahmen fällt, d) nicht zurückzustellen ist. Aus­genommen von ber Wehrpflicht sinb: a) völlig un­taugliche Dienstpflichtige, b) Dienstpflichtige römisch- katholischen Bekenntnisses, die die Subdiakonats- weihe erhalten haben. ' ...

ArischeAbstammuna ist Voraussetzung für den aktiven Wehrdienst unb Arbeitsbienst. Als nichtarisch gilt, wer von nichtarischen Mischen El­tern unb Großeltern abstammt. Wehrfähige Dienstpflichtige nichtarischer Abstam­mung, die innerhalb von zwei Wochen nach dem Musterungstage keinen Antrag auf Heran­ziehung zum aktiven Wehrdienst einretchen, sind der Ersatzreserve II zu überweisen. Dienst­pflichtige arischer Abstammung haben bei der Mu-

Reichsminister Dr. Goebbels

Weimar, 1. Juni. (DNB.) Mit einer feier­lichen Kundgebung für deutsche Kunst und Kultur wurde der 10. Gautag der NSDAP. Thüringens eröffnet. Aus der Kundgebung, die im Weimarer Nationaltheater stattfand, führte Reichspropaganba- Minister Dr. Goebbels u. a. aus: Wir stehen jetzt nahezu 2'/- Jahre im Neubauprozeß. Es ist allzu natürlich, daß er auf kulturellem Gebiet ähnlich wie auch im Wirtschaftlichen viel behut­samer vor sich gehen mußte, als das auf anderen Gebieten der Fall ist. Im kulturellen Leben muß­ten wir den Neubau durchführen, ohne die Fun­damente des kulturellen Lebens zu zerstören; denn wir hatten gewisse traditionelle Reich­tümer in Deutschland verantwortlich zu verwal­ten. Auch mußten wir mit dem Personen­vorrat haushälterisch vorgehen. Trotz­dem, glaube ich, kann man heute bei objektiver Betrachtung des geistig-kulturellen Lebens in dem Vergleich zu dem, was wir vorfanden, von einem grundsätzlichen Wandel sprechen. Die deutsche Presse fanden wir in einem vollkom­men anarchischen Zustand vor. Wir haben durch ein grundsätzliches Gesetz hier Wandel geschaffen, wobei wir den Presseberuf an den Staat banden. Er hat nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten, die er mit dem höchsten Verantwortlich­keitsgefühl zu erfüllen hat. Man kann heute mit Kühnheit behaupten, es gibt wieder eine deutsche Presse, die Organ der deutschen Öffentlichen Meinung ist, und diese deutsche Presse wird von Deutschen geschrieben, um die Interessen des deutschen Volkes ganz allein zu ver­treten.

Das Theater hatte die innere Verbindung mit den breiten Massen des Volkstums vollkommen verloren. Auch hier vertraten wir den Stand­punkt, daß das Theater der Öffentlichkeit auch verantwortlich gemacht werden mußte. Wir haben deshalb durch ein modern gesehe­nes Theatergesetz diese innere Beziehung zwischen Volk und Theater, zwischen Theater und Volksfüh­rung wiederhergestellt. Darüber hinaus hielten wir es für heuchlerisch, der Kunst große grund­sätzliche Anregungen zu geben, ihr aber nicht die geldlichen Mittel zur Verfügung zu stellen, um diese Anregkingen nun in die Wirklichkeit zu übersetzen. Durch die Ein­richtung einer Reichsdramaturgie haben wir eine Konzentrierung des geistigen Schaffens in Deutschland einzuleiten versucht. Man kann mir hier entgegenhalten, daß wir leider noch nicht die Bühnendichter haben, die die visionäre Kraft besitzen, den seelischen Gehalt unserer Zeit in dramatische Formen zu genießen. Das ist rich­tig. Aber das kann man der nationalsozialistischen Regierung nicht zum Vorwurf machen. Sie kann Reichsautobahnen bauen; sie kann die Wirtschaft ankurbeln; sie kann eine Armee aufstellen. Aber sie kann keine Dichter fabrizieren. (Heiterkeit.) Sie ist aber der Ueberzeugung, daß, wie bisher in der Geschichte, großen politischen Blütezeiten auch große geistige und kulturelle Blütezeiten folgen gerben, so daß wir also hoffen dürfen, auf die großen dich­terischen Talente, die die Kraft besitzen, den großen Schwung und ben seelischen Rhythmus unserer Zeit in dichterische Formen umzugießen.

auch der K i r d) e n ft r e i t mit dem Polizeiknüppel lösen. Wir brauchen zu all diesen Fragen Zeit. Das Wichtigste ist, daß unser Jugend im nationalsozia­listischen Geiste erzogen wird.

Ich sprach eben von der Kirche, es ist dies eine schwierige innerpolitische Frage. Aber ich darf Sie versichern, auch sie wird gelöst werden, so ober so. Grunbsätzlich möchte ich sagen: Partei unb Staat mischen s i ch nicht ein in Glaubens­angelegenheiten. Es ist absolut bas fribe- rizianische Rezept maßgebend, daß jeder nach seiner Fasson selig werden kann. Aber eifersüchtig werden wir darüber wachen, baß bie Kirche ihren Kirchenbezi-rk nicht überschreitet. Die Aufgabe ber Kirche ist bie Seelsorge, nicht aber ist es ihre Aufgabe, auf bas politische Gebiet über­zugreifen. Hier werben wir unerbittlich sein, unb je stärker unser Staat ist, befto weniger werden auch solche Machtansprüche irgendeinen Boden im deutschen Volke finden. Man kann dem national­sozialistischen Staate nicht vorwerfen, daß er seinem Grundsatz in dem Parteiprogramm vom Jahre 1920 untreu geworden sei, der da lautet, daß die Partei eintritt für ein positives Christentum. Der nationalsozialistische Staat ist absolut bereit, mit den christlichenKirchen zusammen­zuarbeiten, aber es ist eine Selbstverständlich­keit, baß auch bie Vvlksverbunbenheit ber Kirchen ba sein muß, d. h., auch bie Kirche muß sich volksverbunben fühlen unb barf niemals in einen Gegensatz zur nationalsozialistischen Staats­führung kommen, benn wenn sich bie Kirche nicht volksverbunben fühlt, bann besteht kein Grunb mehr bafür, daß ber Staat nach in bem so engen Ver­hältnis zur Kirche bleibt, wie bas bisher der Fall ist. Das bedeutet aber bann eine klare ©(Rei­bung von Kirche und Staat.

ging dann davon aus, daß die Kämpfe im ver­gangenen Jahr nicht nachgelassen hätten. Es zeigt sich ba die Tatsache, daß die Gruppen unb Mächte, Die sich machtpolitisch mit bem nationalsozialistischen Staat abgefunben haben, versuchen, bie Gedanken­welt, bie diesen Staat gewonnen hat, zu zersetzen. Besonders charakteristisch ist, daß der Führer unb seine Worte gerade von unseren Gegnern am meisten zitiert werden. Es heißt, der Nationalsozia­lismus fei nur eine politische Kampf- bemegung. Der Führer habe es ausdrücklich a b g e l e h n t, auf dem Umwege über eine poli­tische Partei etwa eine religiöse Reforma­tion durchführen zu wollen. Er hat den Stand­punkt vertreten, baß bie religiöse Ueberzeugung bes Volkes jebem politischen Führer heilig zu sein habe. Das ist genau bas, was der Führer gesagt hat. Aber er hat noch einiges andere gejagt. Er hat nie einen Zweifel darüber gelassen, daß die nationalsozialistische Bewegung nicht nur eine poli­tische Kampfbewegung, sondern auch eine neue Weltanschauung darstellt. Er hat ausge- sprochen, daß in der heutigen Epoche gerade bie weltanschauliche Erziehung ber Bewe- Sbas Entscheibende ihrer Tätigkeit ist. Eine lution ist zwar am Anfang ein Akt der Macht. Aber in künftigen Zeiten barf ihre Stärke nicht barin liegen, nun täglich diese Macht zur Anwen- bung zu bringen, sondern darin, alle Menschen innerlich z u gewinnen, und hier erleben mir die lleberroinbung des liberalen Zeitalters. Eine einzigartige Tat ist es, daß mit der national» sozialisti chen Revolution endlich ein für allemal bas Mittelalter sein Ende erreicht hat. Mit dem Z e n t r u m fiel nicht nur eine poli­tische Partei, sondern fiel auch die S t a a t s a u f - fafung des 15. und 16. Jahrhunderts Wir glauben heute nicht, bie Nation ist em Mittel Mm Zweck konfessioneller Herrschaft, sondern genau umgekehrt. Eine Konfession ist gerabe so viel wert, wie sie die edelsten Werte einer Nation fordert unb

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