schwinden der G. nichts wisse, denn er habe vor seinem Fortgang noch Abschied von ihr genommen und sei dann vom Bahnhof Redwitz aus nach Würzburg gefahren. Bei einem längeren Verhör mußte sich Brand aber zu dem Geständnis bequemen, daß er sich am 27. April abends zwischen Redwitz und Marktkraitz an der Rodach mit der G. getroffen habe, um von ihr Abschied zu nehmen. Sie hätten dann beide eine Wirtschaft in Redwitz aufgesucht. Anschließend habe er sie ein Sück Wegs an der Rodach entlang in Richtung Marktkraitz begleitet. Auf diesem Wege habe ihm die G. immer wieder Vorwürfe gemacht, weil er sie verlassen wolle, nachdem sie Mutterfreuden ent- geaensehe. Auf einmal sei die G. von ihm fortgelaufen und in die hochgehende Rodach gesprungen. Er habe zweimal erfolglos versucht, die G. festzuhalten. Er will sich noch ca. IV2 Stunden am Wasser aufgehalten haben, aber er habe bei der dunklen Nacht nichts mehr gesehen. Die Angaben des Brand über diesen Vorgang sind derart Zweifelhaft, daß angenommen werden muß, daß Brand die G. in die Rodach geworfen hat, um sie los zu werden. Verdächtig ist weiter, daß er keinem Menschen Mitteilung von dem angeblichen Freitod der G. gemacht hat. Brand wurde in Haft genommen.
Die Marburger Studenten begrüßen den ^.Mai.
LPD. Marburg, 2. Mai. Wenn auch diesmal ein recht kühles Mailüfterl wehte und manchmal sogar Schneeschauer auf das Blütenmeer und frische Grün herunterrieselten, in welchem gegenwärtig die Gärten und Waldberge ringsum die Stadt prangen, so ließ es sich die Marburger Studentenschaft doch nicht nehmen, den Wonnemonat in althergebrachter feucht-fröhlicher Weise zu begrüßen. Aus den meist an den Berghängen gelegenen, zum Teil illuminierten Verbindungshäusern erschallte bereits in den Abendstunden froher Gesang und Becherklang. Als die Mitternachtsstunde herannahte, stiegen die Hessen- Nassauer im traditionellen schweigsamen Gänsemarsch mit Bierglas und Kerze von ihrem Haus in der Lutherstraße auf den
Marktplatz herab. Als der Hahnenschrei der Rathausuhr den Beginn des Wonnemonats ankündigte, schallte begeistert der Gesang des Mailiedes in die Nacht hinaus. Die allgemeine Maifeier der Studentenschaft fand im äußeren Schloßhof statt, wo sich die mit Lampions oder Fackeln von allen Seiten heranrückenden Verbindungen um das lodernde Flammenmeer eines dort angefahrenen Holzhaufens versammelten. Nach kurzen Ansprachen des Studentenschaftssüh- rers Todenhöfer und Unioersitätsrektors Prof. L a u r verschwanden die Lampionzüge der Studenten mit dem Gesang des Mailiedes wieder in dem Dankel der Nacht, um auf ihren Verbindungshäusern bis in die frühen Morgenstunden weiterzufeiern.
Opfer ihres Berufs.
LPD. Frankfurt a. M., 2. Mai. Am 1. Mai, dem Tage der Nationalen Arbeit, sind zwei Bahnbedienstete Opfer ihres Berufs geworden. Vormittags 4.20 Uhr wurde im Frankfurter Hauptbahnhof der Rangierarbeiter Wilhelm Lotz neben einem Gleis liegend t 0 t aufgefunden. Die linke Hand war ihm abgefahren, der Tod ist anscheinend durch Verblutung eingetreten. Heber den Unglücksfall ist Näheres noch nicht ermittelt. Im Bahnhof Friedberg wurde kurze Zeit später der Wagenputzer Jakob Volz tot aufgefunden. Der linke Fuß war abgefahren, außerdem hatte er Verletzungen am Kopf. Volz scheint während seiner Arbeit von einem Zug erfaßt und üverfahren worden zu sein.
Kreis Dehlar. ,
T Waldgirmes, 2. Mai. Mit dem heutigen Tage wurde hier eine Kleinkinderschule mit 70 Zöglingen eröffnet. Lehrerin ist Fräulein Schürmann aus Hamborn bei Duisburg.
O Aus dem Kreise Wetzlar, 2. Mai. Durch den anhaltenden Regen der letzten Wochen sind die Bestellungsarbeiten sehr zurückgeblieben. Während im vorigen Jahre die Kartoffeln restlos im Monat April gesetzt werden konnten, ist jetzt mit dem Kartoffelsetzen in den meisten Orten unseres Kreises kaum ein Anfang gemacht. Das erste Grünfutter (Raps und Roggens
ist zwar nicht schlecht, jedoch wird durch die naßkalte Witterung das Wechstum außerordentlich behindert. Die Frühjahrssaaten sind gut aufgelaufen. Die Baumblüte ist sehr zurück und bedarf mehr Sonnenschein und Wärme.
Der älteste Mann von Lauterbach.
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Aufnahme: Orth, Lauterbach.
Karl Heinrich Vollmöller von Lauterbach, der unter dem Namen „Schlagmüller" weit und breit bekannt ist, feiert am heutigen Freitag, 3. Mai, seinen 9 7. Geburtstag. (Wir berichteten gestern bereits kurz darüber.) Unser Bild zeigt den geistig und körperlich noch sehr rüstigen Mann vor seinem Bienenstand.
Aus aller Wett.
Abschluß
des deutsch-englischen Zugendlagers.
In den Ostertagen war eine der schönsten Seestädte an der englischen Südküste, Bournemouth, Zeuge des deutsch-englischen Verständi- gungsgedankens. Der Bürgermeister von Bournemouth hatte die -Teilnehmer des vierten deutsch-englischen Jugendlagers zum Besuch seiner Stadt eingeladen. Die Einladung nach Bournemouth bedeutete eine neue Bekräftigung der freundschaftlichen Gesinnung, die in weiten Kreisen des englischen Volkes für Deutschland und seine Jugend besteht. Bürgermeister Edgecombe begrüßte die deutschen und englischen Gäste im Rathaus. Beim Mittagessen kamen außer dem Bürgermeister die Vertreter verschiedener Verbände zu Wort, die ihrer Freude über den Besuch der deutschen Jungoolkführer. Ausdruck gaben. Alle Redner versicherten, daß England den Frieden erhalten wolle. Der deutsche Lagerführer erklärte in seinen Dankesworten, daß hie deutsche Jugend von einem tiefen Friedenswillen beseelt sei und sich ganz besonders freue, dieses Bekenntnis auch im stammverwandten England ablegen zu können. An die Empfänge schlossen sich verschiedene Besichtigungen an. Das deutsch-englische Jugendlager hat durch den Besuch in Bournemouth einen würdigen Abschluß gefunden. 30 Jungen von jedem der beiden Länder kehren jetzt in ihre Schulen und Arbeitsstätten zurück und können ihren Kameraden berichten, daß Engländer und Deutsche sich in Arbeit und Freizeit kennen und schätzen gelernt haben.
Großer Erfolg emes Marburger Glasmalers.
Der Marburger Glasmaler Erhard K l 0 n k hat bei dem Wettbewerb um das 3X14 Meter große Glasgemälde für das Reichsmarine - Ehrenmal in Laboe unter dreißig zum engeren Wettbewerb aufgeforderten Künstlern den e r ft e n Preis errungen. Klonk ist auch an dem Wettbewerb für die neuen Glasgemälde für den Landgrafenchor der Elisabeth-Kirche in Marburg beteiligt.
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Gießen, den 2. Mai 1935.
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Die Beerdigung findet Sonntag, den 5. Mai, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Brunnengasse 4 aus statt.
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Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Bremmer und die überaus zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir allen unseren innigsten Dank.
Zeichnungen und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen.
Angebote auf Vordruck sind verschlossen und mit entsprechenden Aufschriften versehen bis zum Verdingungstermin am
Dienstag, dem 14. Mai 1935, vormittags 10 Uhr, bei uns einzureichen.
Gießen, den 2. Mai 1935.
Städtisches Hoch- und Tiefbauamt.
G r a v e r t.
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Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskollegen
Herrn Georg Leitner
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Der Vorstand.
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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine innigstgeliebte Frau, unsere stets treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante
Frau Elisabethe Aff, geb. Lindenstruth
nach schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden im Alter von 76 Jahren in die Ewigkeit abzurufen.
Arbeitsvergebung.
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Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft Hermann Stern in Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. 2632D
Gießen, den 18. April 1935.
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Die Trauerfeier findet Montag, den 6. Mai, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt.
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