Die Geologie auf der Suche nach Erdöl
Ein weiterer Vortrag in der Reihe „Wissenschaft im Dienst des Volkes".
Stadtratssihung in Lauterbach.
Oet fände.
M.
Die Lag- im Mai
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'erg-
_________ _.j neuen Postgebäudes gab Beigeordneter Gürtler Auskunft. Dor 1936 fei mit dem Beginn des Baues nicht zu rechnen. Im weiteren Verlaufe der Sitzung beschäftigte sich der Stadtrat mit verschiedenen Grunderwerbungsge- uchen. Die Errichtung eines Kühlraumes im Schlachthaus, entsprechend einem Gesuch der Fleischerinnung, wurde vorläufig zurückgestellt. Um die Schafzucht weiter zu heben, wurde der Schäfereigesellschaft Gelände der früheren Jungviehweide überlassen. Dem Studentenwerk Gießen soll eine einmalige Beihilfe von fünfzig Mark überwiesen werden. Für den Umbau der
ß, Lauterbach, 2. Mai. In der jüngsten Stadtratssitzung wurden die Steuer- ausschlagsätze für das Rechnungsjahr 1935 festgesetzt. Die Ausschlagssätze zu den Umlagen
Die Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst des Volkes" wurde gestern abend mit einem Vortrag von
pg. Prof. Dr. Hummel
ortgesetzt, der über „Die Geologie auf der Suche nach Erdöl" sprach. Seinen sehr interessanten Ausführungen entnehmen wir u. a.
olgendes:
Besonders wichtig für die Technik und Industrie eien heute die Lehren der Naturwissenschaften, weil ie als Grundlagen der Technik anzusprechen seien. Wenn wir heute in der Lage seien, Auto, Eisenbahn, Flugzeug und Radio zu bauen, dann beruhe dies nicht auf unserer besonderen Klugheit, sondern nur darauf, weil vor einigen Jahrhunderten sich Menschen mit der Natur und ihrer Lehre beschäftigt hätten. Nur aus der systematischen naturwissenschaftlichen Untersuchung sei das erwachsen, was wir heute in der Technik hätten.
Nun solle gezeigt werden, welche Bedeutung die Geologie bei dieser Entwicklung habe.
Heute, wo es gelte, zuerst die inländischen Erzeugungsmöglichkeiten auszunuhen, fei es auch auf dem Gebiete der Technik nötig, die vorhandenen Bodenschätze auszunuhen und neue zu erschließen.
(LPD.) Die Justizpressestelle Frankfurt a. teilt mit: Gerichtsreferendare können nunmehr, gemäß Verordnung des Reichsjustizministers vom 13. April 1935, die Verwaltungsstation bei anderen geeigneten Verwaltungsstellen als den in der Justizausbildungsordnung vorgesehenen ableisten, insbesondere in einer staatlichen Sonderverwaltung, bei der Reichsleitung, den Gau, und Kreisleitungen der NSDAP., bei sonstigen Körperschaften oder Anstalten des öffentlichen Rechts, oder in großen Wirtschaftsbetrieben oder Klein-Verbänden. Die Genehmigung hierzu erfolgt durch den die Gesamtausbildung der Referendare leitenden Beamten und soll nur erteilt werden, wenn eine ordnungsmäßige Ausbildung des Referendars durch fachkundige Anleitung sichergestellt ist. Hierdurch tritt, wie der „Völkische Beobachter" in seiner Ausgabe vom 30. April 1935 ausführt, erneut die Einheit von Staat und Partei deutlich in Erscheinung. Der künftige Richter und Anwalt wird, wenn er einen Teil seines Vorbereitungsdienstes bei einer Dienststelle der Partei ableistet, Einblicke in das Leben seines Volkes gewinnen, die ihn Volksgemeinschaft mehr erleben lassen, als die Tätigkeit bei manchen
Artverderber, wie Knopfböcke usw. erstrecken. Wer mit der Auswahl dieser Böcke erst am 1. Juni beginnt, wird erleben, wie sie sehr bald im Halmenmeer des Feldes verschwinden, um dann zur Brunft wieder aufzutauchen und ihre schlechte Veranlagung zu vererben. Deswegen ist es notwendig, daß der Jäger sich im Mai bereits diese abkömmlichen Böcke und ihren Einstand merkt und nicht am 1. Juni danach trachtet, den starken Bock auf die Decke zu legen, sondern dieses Krojzpzeug. Der gute Bock soll sich vererben und dann als Weidmannslohn dem Heger seine Krone lassen. Diese Grundsätze sind nicht neu, aber das selbstsüchtige und schrankenlose Schalten und Walten vieler Jäger hat sie in der Praxis gerade umgekehrt handeln lassen. Heute, wo der Abschuß nach vorgeschriebenem Plan erfolgt, ist es Aufgabe der Jägermeister, diese Art des Abschusses zu erzwingen. Nur dann kann das erreicht werden, was das Gesetz will. Damit bekommen auch die Reviergänge im Mai eine ganz bestimmte Aufgabe und ein bestimmtes Ziel.
Darüber hinaus kommt es vor allem auf den Schutz des Mutterwildes und der Jungtiere an. Endlich hat der Jäger nun eine größere Handlungsfreiheit gegenüber dem schlimmsten Feind unserer Jagden bekommen, dem jagenden Hund. So wie der Jagdpächter heute durch das Gesetz verpflichtet ist, Jagdschutz auszuüben, so muß er nun auch die Folgerungen ziehen und rücksichtslos krumm machen, wenn streunende Hunde, außerhalb der Einwirkung ihres Besitzers, den Wildstand bedrohen. Denn das Wild gehört nicht ihm, er ist aber Sachwalter des deutschen Volkes und als solcher verpflichtet, alles zu tun, um Gefahren von dem Wild als einem Teil unseres Volksvermögens abzuwehren. Es ist der Standpunkt der Verpflichtung gegenüber der Allgemeinheit, der an dieser Stelle schon seit Jahren verfochten wird, und der endlich gesetzlich verankert ist.
Ebenso gefährlich werden mut wieder die Katzen.
Als die Felder noch kahl waren, hielten sie sich zurück. Jetzt finden sie Deckung, suchen die Felder ab, jagen nach Jungvögeln und Jungwild und machen das zunichte, was Jäger und Vogelfchutzer zu schützen versuchten. Jede Katze die über 200 Meter vom nächsten bewohnten Hause entfernt ist, kann abgeschossen werden. Darüber hinaus kann heute jeder Katzenbesitzer, der seine Katze draußen stromern läßt, genau so in Strafe genommen werden wie der Besitzer eines jagenden Hundes. Selbstverständlich ist beim Rechtskräftigwerden einer solchen Strafe auch die Möglichkeit des Verlangens nach Schadenersatz gegeben. Würde ein Jäger einem Katzen- oder Hundebesitzer einen Gegenstand im Werte von 3 Mark wegnehmen oder zerstören, fo wäre das Verlangen nach Schadenersatz für jeden selbstverständlich (siehe von Jagdhunden gerißene Haushühner u. ä.). Soll da der Jäger stillschweigen, wenn das Tier jenes Besitzers ihm einen Junghasen aus der Jagd wegholt oder ein Rehkitz reißt, die den gleichen oder einen höheren Wert darstellen.
In Kiefern- und Eichenbeständen ist es gut, jetzt nach Krähennestern zu suchen. Da in diesem Jahre noch nicht allgemein mit Gifteiern gearbeitet werden konnte, erscheint diese Maßnahme besonders wichtig. Zu verwerfen ist der Schuß in jeden Horst, ohne daß vorher eine Bestätigung dafür er-.
„Der Mai ist gekommen", Licht und Wärme gießt die Maiensonne über Wald und Flur aus und weckt Sprießen und Blühen, wohin sie trifft. Wiesen und Felder sind in sattes Grün getaucht, hell leuchtet der Buchen junges Laub, und bald wird auch der Eichenwald sein neues Kleid anlegen. Das Maiglöckchen duftet, das Weih des Sauerklees und des Waldmeisters schimmert aus dem Grün her Blätter, indes Schaumkraut und Hahnenfuß aus der Wiese einen bunten Teppich wirken, lieber Wald und Feld aber schwebt das Lied unserer kleinen Sänger, indes der Ringeltauber auf der hohen Fichte heult und der Kuckuck im Buchenaltholz ruft und sein kicherndes Weibchen jagt.
Wen es als deutschen Jäger dann — wenn es auch nichts zu schießen gibt — nicht mit allen Fasern seines Herzens hinauszieht in sein Revier, dem fehlt das Gefühl der Verbundenheit mit der Natur unserer Heimat, die den deutschen Weidmann so unterscheidet von „Sportjäger" anderer Länder. Auf leisen Sohlen pirscht er vor Tau und Tag, still sitzt er, wenn die Sonne sinkt, am Waldesrand und nimmt freudigen Herzens und trunkenen Blickes alle das in sich auf, was das kundige Auge ihm schaut. Wohl ruht der brave Hund zu seinen Füßen oder folgt ihm wie sein Schatten, wohl trägt die Schulter den Drilling oder die Büchse, aber nicht ums Jagen zog der Jäger hinaus ins Revier, sondern um Heger und Schützer seines Wildes zu sein. Jetzt, wo überall das Federwild sein Gelege macht, wo Junghäschen sich im alten Grase drücken, die Ricke setzt, ist Schutz des Wildes erste Hegerpflicht.
Früher war der erste Mai der „große Tag", wo der erste Bock des Jahres auf feine noch graue, oft von „Engerlingen" (Larven der Dasselfliege) durchsetzte Decke gelegt wurde. Heute beginnt in ganz Deutschland einheitlich der Abschuß des Rehbockes am 1. Juni. Dieser Abschuß muß sich aber, wenn das Ziel des Reichsjagdgesetzes einer Aufartung der Rehstände erreicht werden soll, vor allem auf
Kälte zum Opfer gefallen sind. Die vor einigen Tagen noch im schönsten Blütenschnee prangenden . Sauerkirschen sehen jetzt wie verbrannt aus bet näherem Zuschauen muß man feststellen, daß die Staub- und Stempelblätter vernichtet sind. Nur die Schattenmorelle ist bisher gut davongekommen, da sie ihre Blüten noch nicht entfaltet hat. Bei den Süßkirschen läßt sich der Schaden noch nicht uber- fehen, es hat aber den Anschein, als ob einige Schwarzkirschsorten verhältnismäßig frostwiderstandsfähig seien. Die Befruchtungswerkzeuge der Frühäpfel sind nur zum Teil beschädigt, das gleiche gilt für Frühbirnen. Es fällt dabei die merkwürdige Tatsache auf, daß an dem gleichet! Blütenbüschel die eine Fruchtanlage erfroren ist, während die andere noch gesund aus der Blütenkrone herausleuchtet. Bei der frühen Mirabelle von Flotow sind die Ernteaussichten vollständig zunichte geworden, während die Metzer und die Nanziger Mirabelle nur teilweise zu Schaden gekommen sind. Gering scheint der Schaden bei Frühzwetschen und Renekloden. Soweit sich bis gestern mittag übersehen ließ, haben die Stachel- und Johannisbeeren dem Frost standgehalten. Im Blumengarten ist der Schaden sehr groß. Ganz erfroren sind die zarten Triebe des gebrochenen Herzes. Von den Frühsaaten sind Sammetblümchen vernichtet, Balsaminen und Astern stark beschädigt. Tulpen und Akelei hatten bis zum gestrigen Mittag ihre Köpfchen noch nicht erhoben. Die bereits erblühten Fruh- erbbeeren (Früheste aller Frühen und Deutsch- Evern) sind gleichfalls ein Opfer der Kälte geworden. Sogar die Ziersträucher und die Schlinggewächse haben allerlei abbekommen. Die gerade in der Entwicklung begriffenen Blütentrauben der Glyzine sind erfroren, und zwar sind es gerade die grüßten, die welk herunterhängen. Ferner trauern die Triebspitzen der Rosenstämme im Sonnenschein.
Im Laufe der Nacht zum heutiaen Freitag hat es wiederum Frost gegeben, der allerdings nicht fo stark gewesen sein soll, wie der Kälteeinbruch in der Nacht zu gestern. Jedoch auch die neue Kälte in der letzten Nacht soll nach Auskunft von fachmännischer Seite, die wir heute früh einholten, wiederum mancherlei Schaden in den Gärten und auf den Feldern, insbesondere an der Obstbaumblüte, angerichtet haben. Ein näherer Tatbestandsbericht lag uns bis zum Redaktionsschluß noch nicht vor.
Dir hätten also alles Interesse, die Rohölproduktion zu steigern.
Rohöl sei eine schwarze dickflüssige Masse und nicht dasselbe wie Petroleum. Weil man es im Erdinnern fände, werde es auch Erdöl genannt. Besonders sei es in porösen Steinen, wie Sandsteinen, zu finden. Kämen nun solche Steine an die Oberfläche, bann könnte es Vorkommen, bah es ans Tageslicht heraustrete. Natürliche Oelquellen kämen vor, aber sie feien meistens nicht sehr rentabel. Durch Bohrungen versuche man bann festzustellen, ob eine weitere Verfolgung solcher Erb- ölquellen noch wertvoll sei. Der Bohrturm sei heute bie gebräuchlichste Methobe zur Oelgewin- nung. Reiche Erbälfelber hätten einen Walb solcher Türme aufzuweisen. Die erste erfolgreiche
Bei bieser Aufgabe habe bie Geologie ein wichtiges Wort mitzusprechen. Die praktische Aufgabe ber Geologie sei besonbers bie Beschäftigung mit Erz- unb Minerallagern gewesen. Bergbau unb Geologie ußten auf berselben Wurzel, bie ältesten Geologen eien meist Bergleute gewesen. Die praktische unb )ie wissenschaftliche Seite ber Technik ließen sich nicht trennen. Die wissenschaftliche Seite bes Bl ~ baues müsse ergänzt werben burch die Praxis, anderseits richte sich die Praxis nach den Ergebnissen der Wissenschaft. Eine große Rolle fpiele gerade die Geologie bei der Aufsuchung der Erdöle. Die wirtschaftliche Bedeutung der brennbaren Stoffe sei bekannt. In Deutschland hätten wir einen ge- wissen Mangel an flüssigen Brennstoffen.
** E i n dreifaches Jubiläum. Der Kriminalsekretär Gustav H o l z i g e l, Asterweg 48, und Frau Marie, geb. Ruhl, können am morgigen Samstag, 4. Mai, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. An diesem Tage sind es auch 25 Jahre, daß das Jubelpaar in dem Hause Asterweg 48 wohnt, ferner ist Herr Holzigel an seinem Silber-Hochzeitstage 25 Jahre treuer Bezieher des Gießener Anzeigers.
** Berufsjubiläum. Frau Dora Derz - b a ch, Inhaberin des Schuhhauses Derzbach, Bahnhofstraße, war am 2. Mai 30 Jahre in ihrem Berufe tätig.
Ein Siebzigjähriger. Am morgigen Samstag, 4. Mai, begeht der Brauer (früher Post- aushelfer) Wilhelm R e n t m e i st e r, Großer Stein- weg 14, in geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar lebt im Ruhestand.
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staatlichen Verwaltungsstellen.
Vornotizen.
— Tageskalender für Freitag. Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr: „Vertrag um Karakat". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zigeunerbaron". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Jäger aus Kurpfalz". — Flak- und Scheinwerfer-Kameraden, 20.30 Uhr: Zusammenkunft im „Augustiner".
— Stadttheater Gießen: Heute, 20 Uhr, Erstaufführung des Schauspiels „Vertrag um Karakal" von Fritz Peter Buch: Spielleitung hat Kurt Lüpke. Mitwirkende: Damen: Decker, Pflug; Herren: Dieten, Geiger, Goebel, Kühne, Löser, Neuhaus, Nieren, Quadflieg, Schorn, Tank. Ende: 22.30 Uhr.
miedozenten statt. Die Tagung ist in drei sehr mter- essante Dortragssitzungen eingeteilt, außerdem sind eine Besichtigung des Liebigmuseums und eine Autobusfahrt in die schöne Umgebung Gießens vorgesehen.
**DersammlungbesNatianalsozia- listischen Deutschen Studentenbundes Hochschulgruppe Gieße n Gestern abend fand im Gießener Studentenhaus die erste Vollversammlung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes, Hochschulgruppe Gießen statt. Die Mitglieder bes ©tubentenbunbes mürben m Arbeitsgemeinschaften eingeteilt, in denen in diesem Semester unter bem Thema „Volk unb Staat gearbeitet werben soll. . ,,
** Oes fentliche Bucherhalle. Im April mürben 1525 Bänbe ausgeliehen. Davon kamen auf: Zeitschriften 65, Gebichte unb Dramen 10, Erzählenbe Literatur 966, Jugenbschriften 203, Lander- und Völkerkunde 75, Kulturgeschichte 3, Geschichte und Biographien 125, .Kunstgeschichte 2 Naturwissenschaft unb Technologie 32, Heer- unb Seewesen 5, Haus- unb Lanbwirtschaft 2, Gesund- heitslehre 4, Religion unb Philosophie 8, Staats- Wissenschaft 22, Sport 3 Bänbe. Nach auswärts
** Arbeitsvergebung. Das städtische Hoch- unb Tiefbauamt schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil bie Lieferung von Mobiliar und Cin= richtungen (Schreinerarbeiten) für den Neubau ber Pestalozzischule aus. Interessenten seien auf Die Bekanntmachung besonbers hingewiesen.
** D i e NS.-Kultur gerne mb e macht im heutigen Anzeigenteil auf den Spielplan unb bie Kartenausgabe für ben Monat Mai aufmerksam. Es sei besonbers barauf hingewiesen. .
** Der Sanitätsbien st am 1. Mai. Bei ben Veranstaltungen am 1. Mai, bem nationalen Feiertag bes deutschen Volkes, hatte bie Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in umfaffenber Weise für ben Sanitätsbienst gesorgt. Etwa 80 Mitglieder ber Kolonne unb bazu 12 Helferinnen aus bem Kreise bes Alicefrauenvereins hatten sich für diesen Dienst zur Verfügung gestellt. Glücklicherweise sind alle Veranstaltungen ohne ernsteren Unfall verlaufen. Einige kleinere Hilfeleistungen, wie sie bei derart großen Aufmärschen wie am' 1 Mai alltäglich sind, waren natürlich erforderlich, blieben aber auf eine ganz geringe Anzahl beschränkt. Bei der großen Kundgebung auf Oswaldsgarten konnte man auch die Sanitätsmannschaften der SA. mehrfach beim Helferdienst sehen. All diesen Männern und Frauen im Dienste bes Roten Kreuzes gebührt für ihre selbstlose unb tatkräftige Arbeit im Dienste bes Nächsten volle Anerkennung. t ,
** Tagung ber Sübwe st beutschen Chemie-Dozenten in Gießen. Am 11. unb 12. Mai finbet in Gießen im Chemischen Institut ber Universität eine Tagung ber Sübwestbeutschen Che-
bäuerlichen Werkschule, ber nach bem Dor- chlag 4000 Mark kosten soll, würben bie Arbeiten vergeben. Die Kosten ber Verlegung von Kanal unb Wasserleitung in zwei Straßen in Höhe von 11316,50 Mark mürben genehmigt unb bie Arbeiten vergeben. Außerbem würbe auch bie Arbeit ber Verlängerung ber Wasserleitung in weiteren zwei Straßen vergeben. Beibe Arbeitsvarhaben sollen im Wege ber Notstands- arbeit ausgeführt werben.
Glückstreffer inderHessischenpferde-Losbrieflotterie.
Zur Zeit wirb eine Pferde-Losbrieflotterie zugunsten ber Hessischen Pferbezucht gespielt, welche auch in biesem Jahre roieber allseitigen Anklang inbet. Die Pferbe-Losbriefe werben auf ben Bürgermeistereien unb ben Hengststationen angeboten. In ber letzten Woche würbe ein Glückstreffer von 100 Mark bar in Larbenbach (Kreis Schotten) gezogen, ber vom Lanbespferdezuchtverein sofort bem glücklichen Gewinner zur Auszahlung gebracht werben konnte.
Landkreis Gießen.
I Lollar, 2. Mai. Am Montag fanb hier bie Aufnahme ber Schulrekruten statt, nach- bem am Sonntag für biefe, ihre Eltern, Paten unb Lehrer ein ©ottesbienft in ber Kirche zu Kirchberg abgehalten worben war. Es würben 31 Kinber in bie Schule ausgenommen, nämlich 17 Mäbchen und 14 Knaben. Eine Anzahl Kinder des schulpflichtigen Jahrganges konnte nicht aufgenommen werden, da sie der Schularzt wegen körperlicher Schwäche noch nicht reif für den Schulbesuch erachtete.
'X Watzenborn-Steinberg, 2. Mai. Am gestrigen Tage konnte Sophie Jung von hier, in Firma Zigarrenfabrik Ch. F. Noll, Inh. Adolf Stark Gießen, Filiale Watzenborn, ihr 3 O j ä h r i - g e s Arbeitsjubiläum begehen. Im Anschluß an ben Betriebsappell würbe bie Jubilarin vom Betriebsführer geehrt unb ihr ein Gelbgeschenk überreicht. Auch ihre Mitarbeiterinnen überreichten ein Geschenk.
# Grüningen, 2. Mai. Dieser Tage wurde unser Kirchenbiener Christian Heinrich Hudeler zu Grabe getragen. Neununbzwanzig Jahre hat er biefen Dienst versehen. Wer ihn als Pfarrer bes Dorfes ober als Spezialvikar erlebt unb mit ihm gearbeitet hat, weiß, mit welch seltener Treue unb Pünktlichkeit ber Entschlafene jederzeit auf bem Posten war, unb wie er in ber feit fünf Jahren verwaisten Pfarrei, auch ohne dazu unmittelbar beauftragt zu sein, sich im Interesse bes kirchlichen Lebens ganz in ber Stille betätigt hat^ Sein Dienst war ihm eben Herzens- unb EhreM
Fast immer seien es Meeresablagerungen gewesen, wo wir Del zu erwarten gehabt hätten. Gerabe bie Vorlänber unserer Kettengebirge seien es befon- bers, weil man dort mit einigem Erfolg Del ge- lc.Ifle.enL zius|a;iug»|uöe öu um u..uuMm
roinne. (Karpathen, usw.) Auch bie Geophysik ar» merben jin Vorjahre erhoben. Hinsichtlich ber
beite heute mit Messungen usw., um bas Auffinben ($rbauunq bes neuen Postgebäubes gab biefes Deles zu erleichtern. Es gebe keine Methode, ~ mor.
die einwandfrei feststellen könnte, hier sei mit Bestimmtheit Del zu finden. Auch mit der Wünschelrute hätte man nachgewiesenermaßen keinen größeren Erfolg bei der Auffindung von Delguellen gehabt. Nun sei es die Aufgabe der Geologie einmal ganz Deutschland nach Dellagerftätten zu untersuchen. Die ersten Delfunbe in Deutschland seien Delaustritte gewesen und meistens Zufallsfunde.
(Delheim bei Hannover u. a. m.)
Eigentlich erst seit Bestehen des Dritten Reiches fcFbie wissenschaftliche Erforschung Deutschlands in dieser Richtung in Gang gekommen.
Sehr gute Anfänge seien vorhanden. Aus seinen Ausführungen ersehe man, daß der Arbeiter der Stirn und der Faust immer Zusammenarbeiten müßten, wenn sie für das Vaterland dienliche Arbeit leisten wollten.
Die Ausführungen würden mit großem Beifall ausgenommen. Prof. Hummel zeigte dann noch sehr interessante Bilder und Karten, die seinen Vortrag näher erklärten.
ta™n™bCrot morgen tot". An diele- Horst.ohne daß vorder eine Seftätigung bafür er- om -der R°Lg^
Gesetz klar zum Ausdruck. Es empfiehlt sich aber nicht nur, diese Gelege deswegen durch ausreichenden Jagdschutz zu schützen, sondern darüber hinaus auch vor dem Vermähen zu bewahren. Denn die größte Feindin unseres Jungwildes ist heute die Mähmaschine. Wir wissen aber, wie leid es man- c s. ehern Bauern tut, wenn er ungewollt eine Brut-
Deldohrung sei in ber Mitte bes vorigen Jahr- Um g roirb bei rascher Benachrichtig hunberts in ber Nähe von Hannover gewesen Eine > ^trnas zu retten sein. Mitunter aber wirb, anbere Methobe zur Gewinnung dieses kostbaren $?bebeim ^hen mit ber Sense, ber Mäher Stoffes sei ber Abau in Schachten Diese Art bes gerade b aufmerksam. Macht er sich
„Delbergbaues fei aber sehr gefährlich wegen ber f bie nötige Deckung stehen unb hilft
bauernben Explosionsgefahr Das Ansetzen ber Mcklich zum Ausfallen kommt, bann oll
Bohrungen setze wissenschaftliche geologische Ar- daß es glücklich zum g j Mahnung nicht
beiten voraus. Der .Geologe werbe festzustellen ha- ™ 4 9 besten wirb biefe vorher ausgelobt, ben wo man mit einiger Aussicht auf erfolg eine ^9^ P^er unb Jäger verständnisvoll zusammen- Bohrung vornehmen tonne, arbeiten, nicht achtlos aneinander vorübergehen,
rung selbst zu überwachen und festzustellen, ob un ronsern einanber kennen und gewohnt sind, sich wo weiter gebohrt werden könne. Man müsse die ' Menschen zu betrachten, die die Liebe zur
Regeln des Delvorkommens genau kennen, da das «ls M Miteinander verbindet, bann wirb
Del nicht in allen Gesteinen, sondern vornehmlich elBen 01ie J"" . Uiqen Verstehen und Helsen in den „Schichtgesteinen" vorkomme Dagu komme » gegenfeitigen Bergrey rtus.
noch, daß Schichtverbiegun^en und die Wanderung uicyl seyien. ________
des Dels eine große Schwierigkeit bei ber Aussin-
bung bereiten würden. Gute Ansatzpunkte habe ObtnltuttL
der Geologe in den Versteinerungen, und die Del- . , , ??
Paläontologie beschäftigte sich heute vornehmlich mit BürgeNNelsterwechsel lNBad-AaUyerlN. ^Sden'bie^&queaen einmal erschöpf., dann WD. Bad-Nauheim, 2, Mai. Bürger-
„Gießener Allerlei" Stadttheater - Mikrophon.
„Gießener Allerlei" — lautet der Titel eines „Heiteren Abends" im Stadttheater Gießen, den Paul Nieren und Konzertmeister Franz K e r z i s n i k in Form eines heiteren Reigens bunter Abwechslung als Gesang, Musik, Tanz unb Artistischer Überraschung zum Ablauf bringen werben.
Stabttheater — unb Rundfunksprecher lautet die Parole am Samstag, 4. Mai, 20 Uhr.
Mikrophon — marschiert auf, diesmal zwar nicht als Uebertragungsgerät für ben Frankfurter Senber, unb boch spielt bas Mikrophon an biesem Abend im Rahmen bes Programms keine unwesentliche Rolle. Denn in ber gleichen Veranstaltung treten bie Volksgenossen, bie sich zum Runbfunk- sprecher-Wettbewerb gemelbet haben, in die sog. Vorentscheibungskämpfe. Gilt es boch, aus ber Zahl ber Gemelbeten bie brei besten Sprecher herauszufinben, bie ber Kreis Gießen zu ben Auswahlkämpfen nach Frankfurt entfenben foll. Jeber Befucher soll mittels eines Stimmzettels selbst ent- scheiben, wen er für ben besten unb geeignetsten Sprecher hält. Die Melbeliste läßt auf interessante unb spannenbe Kämpfe schließen. Da jeber Volksgenosse seinen Funksprecher selbst bestimmen unb wählen soll, sinb bie Eintrittspreise so festgesetzt, baß auch jeber biefen Abenb besuchen kann. Drum helfe jeber bei bem großen Preisausschreiben: „Wir juchen ben besten Runbfunksprecher!" (Man beachte Die heutige Anzeige!)
Die Verwaltungsstation für die Gerichtsreferendare.


