ihr alle stolz seid auf das neue Volks- Heer!" rief der Stellvertreter des Führers seinen Volksgenossen in den Betrieben zu. „Ich weiß. Laß die alten Soldaten unter euch noch gern zu- /ückdenken an die Dienstzeit, und daß Ihr Euch freut, wenn eure Söhne in der Armee wieder zu Männern erzogen werden.
Und ihr seid um so mehr stolz auf die neue Armee, als ihr die Gewißheit habt, daß diese wirklich ein Volksheer im besten Sinne sein wird. Die neue deutsche Armee ist von nationalsozialistischem Geist durchdrun-^ gen und frei von allem, was vielleicht im allen Heer noch im Widerspruch stand mit dem Grundsatz, daß es gerade für Soldaten keinerlei Sonderrechte auf Grund von Geld, Kastenzugehörigkeit oder totem Schulwissen gibt. Das neue Heer kennt keine Lin- jährigfreiwilligen mehr. Führer kann in ihm werden, wer das Zeug zum wirklichen Führer in sich trägt. Es ist das Heer des deutschen Volkes und das Heer für das deutsche Volk. Es wird Deutschland wieder schützen, seine Menschen und ihre habe, und es wird nicht zuletzt die Stätten schirmen, in denen ihr eure Arbeit findet. Das deutsche Volksheer Hal keine imperialistische Aufgabe, es dient dem Frieden der Deutschen."
„Unter dem Schutz unseres neuen Heeres", so schloß Rudolf Heß seine Ansprache, „wollen wir weiter gemeinsam arbeiten und schaffe n in treuer Pflichterfüllung, jeder an der Stelle, die ihm vom Schicksal zugewiesen ist. In dem glücklichen Bewußtsein, eine bessere Zukunft unseren Kindern zu schaffen, wollen wir zusammenstehen im gemeinsamen Stolz auf den Führer, der uns zusammenbrachte, der in seinem Werdegang symbolisch den hand- und Geistesarbeiter, den Untergebenen von einst und den Führer des ganzen Volkes von heute vereint. Wir werden weiter schaffen unter der Führung des ersten Soldaten und des ersten Arbeiters Deutschlands Adolf Hitler!"
Aus der Provinzialhauptstadt.
Wenn die Schnepfe zieht.
Das reinste Sommerwetter ist heute. Noch vor einer Woche lag alles unter Schnee und Eis, und heute wird es mir fast zu warm unterm Rock. Die Nächte sind zwar noch kalt, aber tagsüber, wenn die Sonne vom wolkenlosen Himmel lacht und kein Lüfttchen die Stille stört, dann erwacht alles zum Leben.
So recht behaglich schlendere ich den Pirschsteig entlang, und ich glaube, es gäbe nichts, was mir die Laune verderben könnte. Wie könnte es auch anders fein! Ueberaö hat der Frühling seine Vorboten geschickt. Die ersten Knospen brechen hier und da auf und hüllen die Sträucher in eine hauchzarte Wolke von Grün; ganz schüchtern und zaghaft noch, und doch zieht dieses lebensfrohe Grün das Auge an, das ringsumher nur welkes Laub und kahle Zweige sieht. Und auch die erste" Veilchen sind schon da! Engangeschmiegt an eine über» grauen, mächtigen Buchenstamm schauen sie aus dem Dürrlaub hervor, das so warm in der prallen Sonne leuchtet. Jetzt müssen sie da sein, die Schnepfen, auf die ich Abend für Abend warte!
Mit offenen Augen bummel ich weiter; freue mich an den nordischen Drosseln, die schackernd von Baum zu Baum streichen, an einem Flug Finken und an den Hähern, die mit gellem Warnruf vor mir da- üonftieben. Immer neue Schönheiten finden Auge und Ohr. Ueber mir läutet eine Meise. Zwei Eichhörnchen jagen sich unter Fauchen und Rasseln von Stamm zu Stamm, und dann schießt ein schwarzroter Blitz vor mir durch die Silbersäulen der Buchen, ein zweiter folgt, und glockenhell klingt das Lachen des Schwarzfpechtes zu mir herüber. — Er ist einzig schön, dieser erwachende Wald mit all seinen warmen, frohen Farben und jubelnden Stimmen.
Durch das hohe Holz hindurch führt mich mein Weg an den Feldrand. Sattgrüne Saaten wechseln ab mit kräftig-dunkelen Siedern. Riesige Krähenschwärme suchen dort nach Fraß. Weit draußen auf der Saat steht Rehwild, ein Sprung von 18 Stück. Vertraut äsen sie in der wärmenden Sonne, und mitten unter ihnen steht wahrhaftig auch der starke Bock, dem ich im letzten Sommer Pirsch auf Pirsch gewidmet habe; steht da, als ob er sagen wollte: „Was, da staunst du!" Mächtig prahlt sein Gehörn im Bast; stark sind die Stangen und hach, doch hat er nicht so gut vereckt wie im Vorjahr. Mit Aufgang der Jagd wird er wieder verschwunden sein im geheimnisvollen Grün der Brüche; da ist er sicher.
Aber jetzt wird es wirklich Zeit, daß ich ans Bruch komme, die Sonne steht schon bedenklich tief, und ich habe noch ein tüchtiges Stückchen Weg vor mir.
Nach 20 Minuten habe ich es geschafft. Schnell ist der geeignete Platz gefunden. Arn Rande des Bruchs, im Schutz des Altholzes will ich warten. Vor drei Jahren schoß ich hier meine Erste. Wenn die Schnepfen da sind, muß hier eine kommen. Schnell mache ich es mir bequem. Der Rucksack gleitet ins Laub, angeschmiegt an den Stamm einer alten Elsbeere, den Drilling schußbereit im Arm, warte ich der Dinge oder besser der Schnepfen, die da kommen sollen. Noch ist es zu früh, aber die Zeit wird mir nicht lang. Stundenlang könnte ich hier stehen und mich ganz dem Frieden hingeben, der mich umgibt. Dunkel dehnt sich das Bruch vor mir gegen den lodernden Abendhimmel, nur hier und da leuchtet ein Birkenstamm aus dem geheimnisvollen Dunkel des Erlendickichts, fahl-gelbes Riedgras bedeckt den moorigen Boden. Unberührt und einsam ist es, manchmal fast unheimlich; und darum liebe ich die Jagd in Bruch und Moor mehr, als irgendwo anders.
Doch auch hier hat sich der Frühling angekündigt; die Erlen und Birken find über und über mit Troddeln behangen, und zwischen dem welken Gras bringt hier und da zartes Grün hervor. Ganz langsam verblaßt der Himmel; wandelt sich vom lodernden Rot in ein fahles, schwefliges Gelb. Im Riedgras vor mir rauscht es; ein Hase hoppelt behäbig zur Aesung, ein zweiter folgt.
Ich komme so etwas ins Träumen; die Gedanken drängen sich einem geradezu auf. Nicht fröhlich sind sie; langsam, schleppend stellen sie sich ein, wie die Dämmerung, die sich mehr und mehr über Bruch und Moor senkt. Warum ich hier bin, ich denke längst nicht mehr daran; der vergehende Tag mit feinem ganzen Zauber, das Moor mit seiner fast beklemmenden Einsamkeit haben mich gefangen. Mehr im Unterbewußtsein wandert das Auge hin und her, erfaßt die Krähen, die mit schwerem Flügelschlag zu ihren Schlagbäumen ru-
Sport-"
erbeabend des BdM.
Einen anregenden und vielseitigen Spartwerbeabend veranstalteten der Bund Deutscher Mädel Untergau 116 und der Jungmädeluntergau 116 am gestrigen Dienstag im Cafe Leib. Mit ganz ein- achen Mitteln wurde hier eine Veranstaltung )urchgeführt, die der zahlreich erschienenen Eltern- chaft zeigte, wie im BdM. Sport und Spiel getrieben, durch dieses Spiel der Gemeinschaftsgeist gefördert und eine natürliche Aus- und Durchbildung des Körpers erzielt wird. Schon der äußere Rahmen der Veranstaltung, die in zwangloser Folge manigfache Unterhaltung bot, ließ alle, Beteiligte und Zuschauer, zu einer einzigen Gemeinschaft wer- den. Es war keine Sportveranstaltung im üblichen Sinne des Wortes.
Mitten im Saal nahmen die Ereignisse ihren Lauf. Rundherum saßen die Zuschauer, auf die die Freude am Spiel wie ein Funken übersprang und damit schon von vornherein der Zweck des Abends erfüllt war. Ganz offensichtlich kam bei den Darbietungen zum Ausdruck, daß man im BdM. nicht Einzel- und Rekordleistungen zu erzielen wünscht, daß jede sportliche Betätigung vielmehr immer wieder die Gemeinschaft erfordert und zur Gemeinschaft erzieht.
Nach dem Einmansch der zahlreichen Wimpel, hie vor der Bühne Aufstellung nahmen unh -damit der Veranstaltung ein festliches Gepräge gaben, wunde her Abend mit dem mehrstimmigen Lied „Wenn die bunten Fahnen wehen", gesungen von einer Mädelschar, eröffnet. Dann richtete die Untergauführerin Elise Da ab kurze Begrüßungsworte an die Besucher und wies auf den Zweck der Veranstaltung hin, die insbesondere den Eltern zeigen solle, daß auch im BdM. Sport getrieben werden kann. Dann machte die Sportreferentin Helga Lehmann grundsätzliche Ausführungen über den Sport im BdM. und führte dabei aus, daß nicht Sport getrieben werde, um mit den Sportvereinen zu wetteifern. Die Aufgabe des BdM. fei es, eine gesunde und starke Mädelgenenation heranzuziehen
für unser Vaterland. Als Grundlage des Sportes im BdM. fei das Spiel anzufehen, weil das Spiel die einfachste und natürlichste Ausbildung des Körpers bedingt und zur Gemeinschaft erzieht. Die regelmäßige Durchführung her Sportstunden sei früher mit großen Schwierigkeiten verbunden gewesen, da die geeigneten Räume fehlten und auch die Eltern teilweise her Sache ablehend gegenüber standen. Man habe jedoch Hindernis auf Hindernis beseitigt unh werde nicht eher ruhen, bis die körperliche Ertüchtigung aller Mädel erreicht sei, denn nur so sei es möglich, eine gesunde Jugend hevan- zuziehen. Sport wende nicht geleistet aus ehrgeizigen Gedanken heraus, sondern nur zum Zwecke der Körperschulung; aus ihr solle ein gesundes Mädel- tum hervorgehen. Den mit starkem Beifall aufge- nommenen Ausführungen her Sportreferentin folgte ein wirkungsvoll vorgetragener Sprechchor „Wir find die Jugend".
Der sportliche Teil des Abends wurde eingeleitet mit Laufübungen, die in ihren vielfachen Möglichkeiten den Beweis erbrachten, wie auf einfache, lustige und schöne Art eine Durchbildung des gesamten Körpers erfolgen kann. Auch bei den anschließenden Freiübungen und insbesondere beim Bodenturnen wurden schöne Gemeinschaftsleistungen gezeigt, an denen auch die kleinsten Mädel beteiligt waren. Die größte Aufmerksamkeit erregten jedoch die verschiedenen Spielarten, die in ihrer anmutigen und natürlichen Fröhlichkeit manche luftige Szene zeigten. Ein Hinderniswettlaufen zwischen zwei Parteien, über Tische und Stühle hinweg, beschloß die sportlichen Darbietungen. Das von der Singeschar voraetragene Lied „Ich hört' ein Vöglein fingen" schloß sich an.
Dann wurde die Veranstaltung von der Untergauführerin mit einem Siegheil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler geschlossen. Anschließend fang man gemeinschaftlich das Lied der Jugend „Vorwärts, vorwärts ..
dem, den Bussard, der mit gellem Schrei seine letzten Kreise am Abendhimmel zieht, die Enten, die mit pfeifendem Flügelschlag vorüberstreichen. Ziellos träume ich vor mir hin.
Und dann bin ich plötzlich hellwach; ein Schatten wischt vorbei, typisch der Flug, deutlich sehe ich den langen Stecher! Doch ehe ich fertig werde, ist die Schnepfe verschwunden. Da hat man’s wieder: träumen auf der Jagd! — Dunkler ist es inzwischen geworden; ein Stern nach dem andern fängt an zu blinken; noch fünf Minuten, bann ist es vorbei. Zu dumm, daß ich sie verpaßt habe? Und während ich mich ärgere, höre ich plötzlich ein Schrillen, ich fahre mit dem Kopf hoch; wieder: „Psiwitt, psiwitt"! Und nun geht alles unendlich schnell: dort geistern sie an, in lautlos-schaukeln- dem Flug, der Drilling fliegt hoch, im Mitfahren fasse ich die letzte, roh stören zwei Schüsse den Frieden, die im letzten sehe ich sie fallen; ganz leise raschelt es in Ried und Gras.
Langfam gehe ich dahin, wo sie stürzte. Alles ist plötzlich so nüchtern, fast roh! So etwas wie Reue überkommt mich, als ich sie aufhebe, schlaff und leblos; hellrote Tröpfchen Schweißperlen an Schnabel und Brust. Warum — muß ich mich fragen, warum?
Langsam schreite ich durch den Wald nach Hause. Eine unendliche Stille dehnt sich um mich, schwer und bedrückend. ief hinten im Wald heult ein Kauz fein wildes Liebeslied, sehnsüchtig klingt es, und so verloren. Rüdiger Schwarz.
Professor Dr. Pfähler wieder Rektor der Universität.
Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt:
Der Reichskultusminister hat Herrn Professor Dr. G. Pfähler zum Rektor der Universität Gießen ernannt. Die Amtsdauer des Rektors regelt sich nach den neuen Hochschulsatzungen.
Lebensmittelopferring der NGV.
Die Ortsgruppe Giehen-Mltte teilt mit, daß am Donnerstag, 4. April, die erste Sammlung bei den Milgliedern des Lebensmittelopferrings erfolgt. Die Mitgliedskarten werden bei dieser Gelegenheit von den Sammlerinnen abgegeben.
Die eingehenden Spenden werden im Hilfswerk „Mutier und Kind" verwendet. Wir rechnen mit der Gebefreudigkeit der Spender, wie sie es im Winterhilfswerk so oft bei den Lebensmittelsammlungen bewiesen haben.
Auch bitten wird, den Inhalt der Spenden auf den Umhüllungen bekanntzugeben.
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süd.
Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlen - Gutscheine am
Freitag, 5. März 1 935, zwischen 15 und 18 Uhr auf unserem Geschäftszimmer, Crednerstraße 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine werden nicht mehr angenommen.
Deutsche Arbeitsfront.
Amt für Verufserziehung.
1. Gehilfen-Pflichiprüfung für Rechtsanwalts- und Notariats-
l e h r l i n g e.
Das Amt für Berufserziehung in der DAF. macht darauf aufmerksam, daß die Anmeldefrist für diese Prüfung am 4. April abläuft. Anmeldungen find unter Einhaltung der vorgenannten Frist in der Geschäftsstelle des Amtes für Berufserziehung, Gießen, Lonystraße 18, zu tätigen, wo auch die entsprechenden Vordrucke zu haben sind.
AS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude".
Neunte Sinfonie. Nächste Probe: Freitag, 5. April, im großen Hörsaal, 20 Uhr: Sopran und Alt, 21 Uhr: Tenor und Bah. — Alle Herren, auch die nicht in den Vereinen organisierten, werden gebeten, zu erscheinen.
Reichsbund Volkstum und Heimat.
Ortsring Gießen.
Heute um 20.15 Uhr Heimatabend im Studentenheim. Stadtbaurat Gravert hält einen Llchtbilderoortrag über „Alte und neue Straßen um Gießen". Der „S ä n g e r k r a n z" bringt Schubert- unb Volkslieber zum Vortrag. E. Schwarz trägt Heimatliches aus eigener Dichtung vor — Eintritt für Mitglieder 15 Pf., für Nichtmitglieber 30 Pf. Erwerbslose haben freien (Eintritt.
Eine soziale Tat.
Vom 8. bis 14. April findet eine Haussammlung und am 13. und 14. April eine Straßenjammlung statt, deren Ertrag der Liebesarbeit der evangelischen Kirche zugute kommen soll. Hiernach wird in allen evangelischen Gemeinden Deutschlands ein „Volkstag der Inneren Mission" stattfinden. Nachdem durch bas Winterhilfswerk so herrliche Erfolge erzielt worben finb, wirb gewiß nun auch jeber, ber sein Volk liebt unb besten Wohl nach Kräften förbern will, ber Inneren Mission helfen, ihre hohen Ausgaben zu erfüllen. Hanbelt es sich boch bei ihr um eine notwenbige Ergänzung ber staatlichen Wohlfahrtspflege. In über 80jähriger Geschichte hat bie hejsische Innere Mission in ihren zahlreichen Liebeswerken ein umfangreiches soziales Hilfswerk, geschaffen, bas unserem Volk viel Dienste leisten bürste. Nie wollten ihre Anstalten nur für ben Leib ihrer Insassen sorgen, immer war ihr Ziel, auch Seele und Geist zu bilden. Die Anstalten sind ein Hort christlich-deutscher Lebensführung. Jeder Geber erhält das Zeichen der Inneren Mission, in dem die Buchstaben I und M zu Kreuz und Krone vereinigt sind. Die Abzeichen werden zur Zeit von der Odenwälder Elfenbeinindustrie angefertigt und dienen somit auch zur Unterstützung dieses heimischen Arbeitszweiges.
Ehret die Ruhestätten eurer Heimgegangenen!
Der Gottesacker soll nicht eine Stätte der Trauer, sondern ein Ort ber Sammlung und Erinnerung jein. Dort sollen die Hinterbliebenen Trost und Stärkung finden. Darum ist es ureigene heilige Kulturaufgabe jedes Volksgenossen, dazu beizu- traaen, daß diese Stätte nicht entweiht wird durch Unsauberkeit und Unordnung.
Wenn der Frühling naht und das Pflanzenleben erwacht, dann ist es Zeit, bie Gräber in örbnung zu bringen. Dazu gehört u. a., baß die Grabmale auf ihre Standsicherheit geprüft, geradegerichtet und befestigt werden, denn für Schäden, die durch Umfallen von Grabmalen entstehen, haften bie Nutzungsberechtigten ber Grabstätten. Die verwilderten oder übermäßig stark entwickelten Pflanzungen beseitigt man ober schneibet sie zurück. Das Unkraut muß entfernt werben; auch bas abgefallene Laub barf nicht liegen bleiben. Die so häßlich eingesunkenen Gräber finb wieber aufzufüllen unb neu zu bepflanzen. Es ist nicht leicht, eine Grabstätte in würbiger Weise herzurichten. Oft werben viel Mühe und Kosten für Pflanzen aufgewendet, und es kommt boch nichts Ersprießliches zustanbe, weil die nötige Erfahrung fehlt. Deshalb ist es empfehlenswert, daß diejenigen Volksgenossen, die ihre Gräber einem Friedhofsgärtner nicht in Pflege geben können, wenigstens die erstmalige Anlage durch einen Fachmann ausführen lasten. Das kostet kein Vermögen, erspart aber viel Mühe und Verdruß, weil dann die Grabstätte für längere Zeit, ohne daß weitere Kosten entstehen, gut aussieht. Der Auftraggeber hat bann das schone Bewußtsein, seinem Volke durch Arbeitsbeschaffung gedient zu haben. Also, deutscher Volksgenosse, trage auch du dazu bei, daß unsere Friedhöfe in ihrer Sauberkeit und Schönheit unser deutsches Wesen widerspiegeln!
Ein Wort an die Hausfrauen zur Ostereierwoche.
Von mancher Seite wird der Hausfrau eingeredet, die deutsch gestempelten Eier könnten ja in den größeren Städten nicht so frisch sein wie die ungestempelte Ware, da die Sortierung und Stempelung doch immerhin Zeit beanspruche und sich dadurch eine gewisse Verzögerung auf dem Wege vom Erzeuger zum Verbraucher naturgemäß ergeben müsse. Demgegenüber ist zu betonen, daß gerade die eierkennzeichnenden Handlungsbetriebe auf Grund ihrer großen Umsätze die Eier in kürzesten Abständen zusammenholen und weiterschicken können. In anderen Betrieben werden die Eier vielfach 10 bis 14 Tage angesammelt, bis es sich lohnt, damit zur Stadt zu fahren. Außerdem darf der Deutschstempel nur von den Betrieben angebracht werden, die sich freiwillig schärfsten Qualitätskontrollen mit Ordnungsstrafen unterziehen. Werden bei einer der häufigen, unvermuteten Ueberprüsun- gen Eier festgestellt, die länger als 48 Stunden in der Kennzeichnungsstelle lagern, so wird dieser Betrieb bestraft. Weiter ist von Bedeutung, wie lange bie Eier beim Kleinhänbler im Laben stehen. Hier können unter ungünstigen Umftänben Eier alt werben. Es sei aber betont, baß auch hier für ben Vorteil ber Hausfrau gesorgt wirb. Der Deutschstempel auf bem Ei ist ja bekanntlich eine Herkunfts- unb Gewichtsangabe. Die Güte verbürgt ber Kaufmann, inbem er bie nur bei ben beutfchen Handelsklassen, eiern erlaubten Schilber „G 1, vollfrische Eier", *G 2, frisch« Eier" oder „Sterne Gewähr für Mäh
liche Handelsklasseri" auf Grund bes auf der Eitt« Packung angegebenen Packtages anbringt. Er über« nimmt bei ber beutsch-gestempelten Ware bamit persönlich bie Gewähr seinem Kunden gegenüber, baß es sich um frisch geleuchtete unb bei ihm nicht lange gelagerte Ware hanbelt.
Reichsberufswettkampfsieger treten zur Sauzwischenentscheidung an!
GPA. Aus der Masse der 34 428 Jungen und Mäbel, bie in ber Woche vom 18. bis 23. März an ber Reichsberufwettkampf - Borentfcheibung teilnah- men, hat sich eine Elitemannschaft herausgeschält, bie vom 5. bis 7. April in Stärke von 346 Jungen unb 162 Mäbel in bem Gäuentscheibungswettkampf erneut ihre Kräfte miteinanber messen werben. Bereits am Donnerstag treffen bie Sieger unb Siegerinnen aus allen Orten unseres Gaues in Frankfurt a. M. zusammen. Am Abenb besfelben Tages finbet als Auftakt ber Gauzwischenentscheidung im Palmengarten eine (Eröffnungsfeier statt, an welcher außer ben Wettkämpfern eine Reihe gelabener Gäste teilnehmen werben. Am Freitagmorgen beginnen bann bie Entscheidungswettkämpfe, in bereu Verlauf praktische, theoretische und sportliche Aufgaben gelöst werden müssen. Die aus dieser Olympiade als Sieger hervorgehenden Jungen und Mädel stellen
Volksgenosse!
Mit dem RSD.-Opferbuch
wird im Rahmen der NS.-Volkswohlfahrt der Gesund h e 1 l des deutschen Volkes gebient. Durch Spenden, die in bas Opferbuch eingetragen werben, können spätere Generationen sehen, was in der Zeit bes Umbruchs für die Volksgesundheit geopfert wurde, hilf* beherzt und kräftig mit an dieser edlen Tat zur Arterhaltung deiner Nachkommenschaft!
Kreisamtsleitung der NSv. Gießen.
eine hervorragende Auslese deutschen Jungarbeiter» tums in beruflicher, körperlicher und charakterlicher Hinsicht bar. Sie werben mit ben übrigen Gausiegern aus bem ganzen Reich in ben letzten Apriltagen in Saarbrücken um ben Enbsieg unb um bie Ehre, am 1. Mai bem Führer vorgestellt zu werben, ringen.
Proviuzialausschuß-Gihuug.
In ber öffentlichen Sitzung bes Provinzialausschusses ber Provinz Oberhessen vorn Montag kamen u. a. folgenbe Verwaltungsstreitsachen zur Derhanb- lung:
Eine Klage bes Hänblers Otto Balser in Gießen gegen ben Bescheid bes Kreisamts Gießen vom 4. Januar 1935 wegen Versagung bes Wander- gewerbescheins für Kj. 1935 würbe als unbegründet abgewiefen.
Georg Groninger in Friedberg klagte gegen die Entscheidung des Kreisamts Friedberg vom 12. Juni 1934 wegen Versagung der Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft im Hause Usagasse 12 in Friedberg. In dem Haus wurde zuletzt von der Kon- rab Diller Ehefrau in Friebderg eine Gastwirtschaft betrieben, bie am 13. Januar 1933 infolge Zwangsversteigerung bes Grundstücks aufgegeben würbe. Der Prooinzialausschuß hat bie Klage als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen, weil von allen in Betracht kommenden Stellen die Bedürfnisfrage verneint worden ist.
Daten für den 3. April.
1897: der Komponist Johannes Brahms in Wien gestorben (geboren 1833).
Vornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch: NSLB., Kreis Gießen: 15 Uhr, im Cafö Leib, Kundgebung. Kreisfchulrat N e b e l i n g spricht über „Die Wesensgestaltung der neuen deutschen Schule als Aufgabe der deutschen Erzieher". — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Der Vetter aus Dingsda". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der alte und der junge König". — Reichsbund Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen: 20.15 Uhr, Heimatabend in Gemeinschaft mit dem „Sängerkranz" im Studentenheim, Leihgesterner Weg. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: II. Aus- fteUung aus Gießener Privatbesitz, von 16 bis 17 Ubr. — Ausstellung der Haushaltungsschule des Aliceschulvereins, von 15 bis 17 Uhr.
— Stadttheater Gießen. Heute, 19.30 Uhr, Wiederholung her Operette „Der Vetter aus Dingsda" von Künneke; Leitung -haben Hube, Cujs, von Rabenau.
— Die Haushaltungsschule des Aliceschulvereins veranstaltet am heutigen Mittwoch und am morgigen Donnerstag eine Ausstellung. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.
*
** Akademische Berufung. Der Privatdozent an der Universität Gießen und Staatsanwalt beim Landgericht der Provinz Oberhessen, Dr. Wilhelm C l a ß, wurde auf den Lehrstuhl für Strafrecht an der Universität Frankfurt a. M. berufen.
** Dienstjubiläum. Am 1. April konnte der Verwaltungsinspektor Fritz S ch o m b e r, Gießen, Gnauthstraße 42, fein 25jähriges Dienstjubiläum beim Städtischen Wohlfahrtsamt begehen. Der Jubilar erfreut sich bei feinen Vorgesetzten und seinen Berufskameraden allgemeiner Beliebtheit.
** Der letzte Straßenbahnwagen vom Neuen Friedhosab verkehrt von jetzt an Mittwochs, Samstags und an Sonn- und Feiertaqen um 17.12 Uhr.
** Die Nachsendung von Postsen- düngen. Das Postamt Gießen teilt uns mit: Zu Anträgen auf Nachsendung von Postsendungen sind möglichst die amtlichen Formblätter zu be» nutzen, die an den Postschaltern und von den Postzustellern zur Abgabe bereitgehalten werden. Die Verwendung dieser amtlichen Formblätter gewähr- leistet bie pünktliche Nochsendung der Post'und ist daher zum Vorteil der Empfänger.
"Verhängnisvoller Sturz. Am ge- fingen Dienstag gegen 17 Uhr stürzte auf der Bahnbrücke zwischen dem Bahnhofsplatz und ber Friedrichstraße eine etwa 70 Jahre alte Frau Inderthal aus Wetzlar so unglücklich, daß sie am rechten Bein einen Schenkelhalsbruch davon- trug. Die bedauernswerte Frau wurde von Passanten zunächst zum Bahnhof gebracht und von dort aus von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Jidntf
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