Zuspitzung im abessinisch-italienischen Grenzstreit?
London, 3. April. (DNB. Funkspruch) „Daily Telegraph" berichtet aus Addis Abeba, die Lage, infolge des Grenzstreites mit Italien, werde i m - mer gefährlicher. Gerüchte über Zwischenfälle an verschiedenen Grenzstationen erregten die Soldaten und es werde immer schwieriger, sie an Vergeltungsmaßnahmen zu verhindern. Die Aufregung unter den kriegerischen Stämmen in Nordabessinien sei besonders groß. Vorbereitungen zum Kriege würden offen betrieben. Im ganzen Lande würden Truppen versammelt. Die Nachricht, daß Frankreich Munitionssendungen für Abessinien angehalten habe, habe in Addis Abeba einen schlechten Eindruck gemacht; die Sendungen sollen jetzt fretgegeben worden sein.
Oie Durchführung der Kriegsgerichtsurteile gegen die griechischen Revolutionäre.
A t h e n, 2. April (DNB.) Vor 20 000 Zuschauern fand im Anschluß an eine militärische Parade in Anwesenheit von Truppenabteilungen aller Waffengattungen die Degradation der verurteilten 13 Offiziere statt. In einem Viereck von 200 Metern, das aus Truppen gebildet wurde, verlas der diensthabende Offizier, Oberstleutnant A l e x o p u l o s , bei Totenstille, während das Militär präsentierte, das Kriegsgerichtsurteil. Darauf rissen fünf Soldaten unter dem Befehl eines Feldwebels den Offizieren die Achsel st ücke, Knöpfe und Kokarden herunter, wobei ein Offizier erklärte, daß die bestraften Offiziere unwürdig seien, die griechische Uniform zu tragen. Nach der Degradation wurde jeder der degradierten Offiziere einzeln von einer Abteilung Soldaten im Karree h e r u m g e f ü h r t, um die Erniedrigung vollständig zu machen. Die Volksmenge brach hierbei in Beschimpfungen gegen die Verurteilten aus. Diese waren völlig gebrochen, einige unter ihnen, besonders die höheren Offiziere, weinten.
Kleine politische Nachrichten.
Der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Fritz Reinhardt begeht am 3. April 1935 seinen 40. Geburtstag. Er hat als finanzpolitischer Sachverständiger der nationalsozialistischen Reichstagsfraktion in der Oppositionszeit und seit dem 1. April 1933 als Staatssekretär Staat und Partei wertvolle Dienste geleistet. Sein Name ist mit der erfolgreichen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit untrennbar verbunden. Reichsminister Dr. Frick hat an Reinhardt folgendes Glückwunschschreiben gerichtet: „Lieber Parteigenosse Reinhardt! Zu ’ Ihrem 40. Geburtstag wünsche ich Ihnen für Sie persönlich und für Ihre für das Dritte Reich wertvolle Arbeit herzlichst Glück."
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Der Reichs- und Preußische Minister des Innern hat dem Generalvikar Domkapitular Prälat Dr. Meyer in Mainz anläßlich des Ablebens des Bischofs Dr. Hugo folgendes Beileidstelegramm übersandt: „Zum Ableben des Herrn Bischofs Dr. Hugo spreche ich mein aufrichtigstes Beileid aus. — Neichsminister Dr. Frick."
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Die deutsch-französischen Wirtschafts-Verhandlungen haben zu einem Abkommen geführt, das auf die Dauer von drei Monaten abgeschlossen wurde, das System der Kompensationen ist beibehalten worden. Das Gleichgewicht des Clearing wird durch eine entsprechende Verteilung der Ausfuhr auf der Grundlage des normalen Austausches während der gleichen Monate des Vorjahres herbeigeführt werden. Diese Verteilung wird besonders den Veränderungen Rechnung tragen, die zollgebietsmäßig zwischen den beiden Ländern stattgefunden haben.
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In Kowno veranstalteten etwa 2000 Studenten eine deutschfeindliche Kundgebung, die sich aber wegen des polizeilichen Einschreitens zu einer Kundgebung gegen die Regierung auswirkte. Die Studenten zogen sich nach dem vergeblichen Versuch, an der deutschen Gesandtschaft vorbeizuziehen, in das Universitätsgebäude zurück. Dort wurden aufreizende Ansprachen gehalten, in denen der Rücktritt des Innenministers und des Polizeichefs gefordert wurde.
Geistige Rot bei den Ausländsdeutschen.
Ein Hilferuf aus Brasilien.
Maria Kahle spricht in Gießen.
Wolfgang Ammon schreibt im „Urwald- b o t e n", der- deutschen Zeitung im südbrasilianischen Blumenau, über die schwierige Lage, die durch die Sperrungen der Völker gegeneinander überall entstanden ist und von der besonders die Deutschen in Brasilien betroffen sind. Er führt unter anderem aus:
„Die außerordentliche Verschiedenheit im Wert und die Unsicherheit der Währungen sowie die fast unüberwindlichen Schwierigkeiten der Geldüberweisungen von einem Land zum anderen bringen es mit sich, daß die Ueberseedeutschen selten noch deutsche Waren erlangen und daß Erholungs- und Besuchsreisen nach Deutschland, wie sie früher auch den Minderbemittelten möglich waren, heutzutage zu den Ausnahmen gehören. Deutsche Waren, deutsche Weine, deutsche Spezialartikel werden durch Waren, Getränke und Ersatzartikel der Nationalindustrie verdrängt.
Die Absperrung von Deutschland ist durch die Hemmungen der Währungen, die Schwierigkeit von Geldüberweisungen und Zölle fast so peinigend wie zur Zeit des Weltkrieges. Am schwersten fühlbar aber ist die aus den gleichen Ursachen erfolgte A b - sperrung aller deutschen Geistespro- butte. Deutsche Bücher, deutsche Familienblätter, Tageszeitungen, Kunstwerke und Musikalien sind infolge des Tiefstandes des brasilianischen Milreis sowie der fast einem Verbot gleichenden Schwierigkeit von Geldüberweisungen geradezu Luxusartikel in Brasilien geworden. Diese Aussperrung des geistigen Zuflusses aus Deutschland, die vorher von Land zu Land, von Seele zu Seele zu den Ueberseedeutschen gelangte, ist fast unerträglich geworden und wird auf die Dauer die Erhaltung und den Zusammenhang des Deutschtums im Ausland gefährden. Wohl jede gebildete deutschstämmige
Familie in Ueberseeländern bezog, ehe die jetzigen Zustände eintraten, regelmäßig die guten deutschen Familienzeitschriften, ein oder die andere deutsche Tageszeitung, Musikalien und die wichtigsten Erscheinungen des deutschen Büchermarktes. Das ist unter den heutigen Zuständen ausgeschlossen. Tausende von Familien haben den Bezug von deutschen Büchern und Familienzeitschriften unter großen Opfern aufrecht zu halten gesucht, mußten es aber, dem Zwange unterliegend, mehr und mehr einstellen.
In Brasilien wird nach Milreis gerechnet wie in Deutschland nach Mark. Der Milreis hat innerhalb der Landesgrenzen noch fast denselben Kaufwert wie vor zehn Jahren. Ein Buch, das in Deutschland den billigen Preis von 5 Mark hatte, kaufte man in Brasilien für 5 Milreis. Heute kommt es mit Porto auf etwa 30 Milreis. Hitlers Mein Karnpst, billige Volksausgabe, 2 Bände zu je 2,85 Mark, kosten hier 35 Milreis. Ein illustriertes Familienblatt, z. B. die Gartenlaube^, die mit Porto etwa 24 Mark kostet, stellt sich in Brasilien etwa auf 138 Milreis bei direktem Bezug, ganz abgesehen von der Schwierigkeit, überhaupt Reichsmark zu erhalten."
Man bedauert diese Tatsachen um so mehr, als man neuerdings durch die VDA.-Sendbotin Maria Kahle, die am 6. April auf Einladung der Frauengruppe des VDA. in Gießen sprechen wird, von den brasilianischen Deutschen gehö.rt hat, wie treu und mit allen Kräften ihres Herzens sie zur alten Heimat stehen und sich selbst in schwierigsten Verhältnissen mit einem rückhaltlosen Bekenntnis zum deutschen Volkstum bewähren. Ein jeder sollte daher an seine deutschverwandten Freunde und Bekannten im Ausland Bücher, Zeitungen und Zeitschriften senden, um nach besten Kräften den geistigen Hunger unserer Ausländsdeutschen zu stillen.
Aus aller Well.
Mit „Kraft durch Jreube“ nach den Azoren.
Die „Oceana" hat die zweite Atlantikfahrt angetreten, die diesmal nach den Azoren führt. 644 Arbeitskameraden und -kameradinnen aps allen Gauen Deutschlands werden 20 Tage lang gemeinsam alle Schönheiten einer ihnen fremden Welt genießen und daraus neue Kraft für ihre Tagesarbeit schöpfen. Schon am frühen Morgen waren die Urlauber aus allen Richtungen auf dem Hamburger Hauptbahnhof eingetroffen/wo sie vom Gauamt „Kraft durch Freude" und von der Hamburg-Amerika-Linie empfangen und betreut wurden. In kleinen Trupps wurde der Marsch zum Hafen angetreten. Dann versammelten sich die Urlauber auf dem Achterdeck, wo der Reichsamtsleiter des Amtes Reisen, Wandern und Urlaub in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Pg. L a f f r e n tz, eine Ansprache hielt und die Grüße des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley überbrachte. Auf der Fahrt elbabwärts wurde die „Oceana" von zahlreichen kleinen Fahrzeugen aller Art ein Stück Wegs begleitet.
Ehrung verdienter Soldaten.
Dem General der Infanterie a. D. v. Lochow wurden anläßlich seines 80. Geburtstages zahlreiche Ehrungen zuteil. Die Glückwünsche der Heeresleitung überbrachte Generalmajor v. Witzleben, die der Traditionstruppe, des IR. Ruhleben, Major v. L ü tz o w. Im Namen des NS. Deutschen Frontkämpfer-Bundes (Stahlhelm) überbrachte der Landesführer Oberst a. D. v. L u ck die Ernennung zum Ehrenmitglied des Landesverbandes Berlin- Brandenburg. Oberst a. D. Lange überreichte als Geschenk des Bundesführers dessen Bild. Während der Ehrung gab die Bundeskapelle vor der Wohnung des Generals ein Platzkonzert. — Dem früheren Bundeshauptmann des Stahlhelm, Bundes der Frontsoldaten, und langjährigen Landesführer des Stahlhelm-Landesverbandes Groß-Berlin, Major a. D. v. Stephani, wurde mit einem persönlichen Anschreiben des Bundesführers, Reichsarbeitsminister Seldte, die Ernennung zum Ehrenmitglied des Landesverbandes Berlin-Brandenburg des NSDFB. (Stahlhelm) überbracht. Stephani dankte für die Ehrung, die beweise, wie hoch
der Bundesführer seine Verdienste um die nationale Befreiung als Führer der zurückkehrenden Fronttruppen bei der Befreiung Berlins vom Revolutionsterror 1919 und als Führer des Berliner Stahlhelm schätze.
„Das Stahltier", ein Tonfilm zur Jahrhundertfeier der deutschen Eisenbahn.
Die Reichsbahn, die für die bevorstehende Jahrhundertfeier der deutschen Eisenbahn einen Tonfilm „Das Stahltier " dreht, hat zu diesem Zweck einen besonderen Filmarbeitszug zusammengestellt, der jetzt zu kurzem Aufenthalt auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin eintraf. Der aus fünf Wagen bestehende, weißgestrichene Zug, der in leuchtend roten Buchstaben die Aufschrift „Tonfilm Das Stahltier" trägt, setzt sich aus zwei Wohnwagen, einem Beleuchtungs-, einem Gerätewagen und einem leichten offenen Tiefladewagen für die Kamera zusammen. Die Aufnahmen des Filmes, die im August v. I. begonnen haben, sollen bis Juni d. I., dem Zeitpunkt des hundertjährigen Jubiläums der Reichsbahn, beendet sein. Der Film selbst, der sich aus zwei Abteilungen zusammensetzt, einer historischen, die die Geschichte der Dampfmaschine bis zur Eröffnung der ersten Eisenbahnstrecke Nürnberg—Fürth enthält, und einem modernen Teil, in dem der Werdegang eines Werkstudenten geschildert wird, ist im ersten Abschnitt bereits fertiggestellt.
Furchtbares Brandunglück in Karpathenrußland. — 15 Obdachlose in Strohschobern verbrannt.
I n der Nähe -der Stadtgrenze von Uzhorod (Karpathenrußland) fing ein großer Strohschober Feuer; der Brand griff auf sieben andere in der Nähe befindliche Strohschober über und vernichtete sie vollkommen. Die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, den Brand zu lokalisieren. Da Wächter aussagten, daß in den Strohschobern etwa 20 Obdachlose übernachtet hätten, wurde die Brandstätte abgesucht, und tatsächlich fand man 15 verkohlte Leichen. Es muß befürchtet werden, daß noch weitere Obdachlose Opfer der Flammen geworden sind. Eine polizeiliche Untersuchungskommission hat sich am Brandort eingefunden. Der
Brand Entstand wahrscheinlich durch einen lelcht- sinnig meg^eroorfenen Zigarettenrest. Bisher gelang es nur, ein einziges Opfer der Katastrophe zu i-dentifizieren. Der Mehrzahl nach dächte es sich um landwirtschaftliche Arbeiter handeln, die zu den Frühjahrsarbeiten in den Weinbergen nach Uzhorod gekommen waren.
Mandschurischer Dampfer gesunken. — 21 Tote.
Der mandschurische Dampfer ,^Hechri", der am 30. März aus Chihuangkao (Golf von Tschili, China) ausgelaufen war und bei Schang-Harkwan in einen Sturm geraten mar/ift gesunken. Die Besatzung voll 21 Mann ist verloren.
Amzugstage.
„Also, wat soll ick dir sagen, Karl, Radio is mir lieber!"
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes Ausgabeork Frankfurt.
Vom nördlichen Eismeer erstreckt sich über Skandinavien und Mitteldeutschland nach dem Mittelmeer hin eine Tiefdruckrinne. Mit ihr wandern fortgesetzt kräftig entwickelte Störungen südwärts und bedingen bei uns sehr wechselhaftes Wetter mit Niederschlagsschauern, die infolge der Zufuhr kalter polar-maritimer Luft vielfach aus Schnee bestehen. Der Aprilwettercharakter bleibt vorerst erhalten.
Aussichten für Donnerstag: Veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung, aber wiederholten meist schauerartigen Niederschlägen (teils Schnee oder Graupeln), bei lebhaften westlichen Winden für die Jahreszeit zu kalt, Nachtfrostgefahr.
Aussichten für Freitag: Fortdauer der wechselhaften, zu Niederschlägen neigenden, für die Jahreszeit zu kalten Witterung.
Lufttemperaturen am 2. April: mittags 6,1 Grad Celsius, abends 3,7 Grad; am 3. April: morgens 1,6 Grad. Maximum 7,6 Grad, Minimum 0,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. April: abends 6,2 Grad; am 3. April: morgens 4,5 Grad Celsius.— Niederschläge 1,3 mm. — Sonnenscheindauer zwei Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Sange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
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