Ausgabe 
3.1.1935
 
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Wettervoraussage.

Don der Biskaya nach Finnland erstreckt sich ein Hochdruckrücken, an seinem Südrand sind kältere Luftmassen aus Nordosteuropa nach Deutschland vor­gedrungen und haben beträchtliche Abkühlung im Osten bis zu Frost herbeigeführt. Der Hochdruck- rücken wird bereits durch einen neuen isländischen Tiefdruckwirbel von Norden her angegriffen, so daß fiu, voraussichtlich zunächst wieder ein Zustrom mil­derer Ozeanluft bis zu uns bemerkbar machen wird.

Aussichten für Freitag: Vielfach nebelig und besonders nach Norden zu auch leichter Regen, bei westlichen Winden etwas milder.

Aussichten für Samstag: Vielfach nebe­lig, im wesentlichen aber trockenes Wetter.

Lufttemperaturen am 2. Januar: mittags 6,9 Grad Celsius, abends 5,5 Grad; am 3. Januar: morgens 0,3 Grad. Maximum 7 Grad, Minimum 0,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Januar: abends 5,3 Grad ; am 3. Januar: morgens 3,9 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 0,1 Stunden.

Eine albanische Richtigstellung.

Tirana, 3. Jan. (DNB.) Das Albanische Pressebüro nimmt in einer Erklärung zu den Aus­landsmeldungen über angebliche U n ruhen in Albanien Stellung. Diese Gerüchte seien dadurch hervorgerufen worden, daß Muharrem B a j r a k t a r i sich weigerte, einige von der Polizei gesuchte Personen, denen er in seinem Hause im Dorf Ulmischte Zuflucht gewährt hatte, den Be­hörden auszuliefern. Die Behörden hätten infolgedessen bestimmte Maßnahmen gegen Bajr'aktari ergreifen müssen, der die Flucht er­griffen habe. Abgesehen von diesem belanglosen Vorfall sei es nirgends zu Unruhen ge­kommen. Ueberall im ganzen Lande herrsche vielmehr völlige Ruhe. Meldungen, wonach im königlichen Palast Bomben explo­diert seien und Schaden angerichtet hätten, seien vollkommen phantastisch und in jeder Be­ziehung erfunden. Ebenso seien alle Mitteilun­gen über eine angebliche revolutionäre Be­wegung in Albanien falsch und böswillig. Die innere Lage Albaniens sei vollkommen normal.

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Italien in Afrika.

Zum Atlantischen oder zum Indischen Ozean?

Von unserem römischen E.-Korrespondenien.

Duce gewiß nicht bezahlen.

Abessinien im Spie! der Großmächte. Italien für alles gerüstet.

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Brotmangel am ersten Tag des freien Brothandels in Sowjetrußland.

Moskau, 2. Jan. (DNB.) DiePrawda" wid­met dem ersten Tag des freien Brothandels einen Leitartikel und weist dabei aüf die Steigerung des Vertrauens der Bevölkerung in die sowjetrussische Regierung hin. Der erste Tag des freien Brot- handels ist nicht ganz ohne Schwierig­keiten verlaufen. Sofort nach Oeffnung der Lä­den bildeten sich lange Schlangen, denn die Käufer waren überzeugt, daß das vorhandene Brot nicht ausre i,ch e n würde. Tatsächlich wird auch aus einer Reihe von Städten gemeldet, daß das Brot nicht ausreichte. An mehreren Stellen kam es zu Ausschreitungen wegen des hohen Brotpreises. Große Aufgebote der Miliz stan­den bereit, um Demonstrationen im Keime zu e r st i ck e n.

Deutsch-südafrikanisches Handels­abkommen über die Einfuhr von Wolle.

Zwischen der deutschen und der südafrikanischen Regierung ist ein Abkommen geschlossen worden, das es der deutschen Regierung ermöglicht, bis zum 30. Mai 1935 südafrikanische Wolle bis zum Werte von 30 Millionen M k. ein^uf auf en. Die Bezahlung erfolgt aus­schließlich durch deutsche Waren. Einkaufs­genehmigungen für südafrikanische Wolle auf Grund des Abkommens erteilt die Reichsftelle für Wolle und andere Tierhaare. Weitere Auskünfte find bei den Außenhandels stellen erhältlich.

Oer Prozeß um die Entführung des Lindbergh-Kindes beginnt.

Die kleine Stadt Flemington im Staate Neu- jevsey wird durch den jetzt beginnenden Prozeß um die Entführung des Lindbergh- Kindes voraussichtlich monatelang im Mittelpunkt des Weltinteresses stehen. Der Gerichtssaal wurde in aller Eile für den Riesenprozeß vorbereitet. 132 neugelegte Telephonleitungen verbinden ihn mit allen Großstädten Amerikas und mit dem Auslande. Das kleine Gasthaus des Städtchens ist ebenso wie alle anderen Unterkunftsräume völlig überfüllt. Der ständig steigende Zustrom von Neugierigen schasst Verkehrsprobleme, von denen die kleine Stadt bis­her völlig frei war. Erhebliche Sorge bereiten auch die großen Kosten des Prozesses. Der Staat wird jedoch in dieser Angelegenheit der Gemeindeverwal­tung zu Hilfe kommen. Rund 200 Zeugen werden im Verlauf des Prozesses vernommen werden. Die Prozeßeröffnung dürfte ebenso wie die Verhand­lungen in den nächsten Tagen nur Förmlichkeiten bringen, vor allem die Wahl der zwölf Geschwore­nen. Sie werden gewählt aus 150 vorgeladenen Bürgern und Bürgerinnen Flemingtons. Unter ihnen befindet sich eine erhebliche Zahl von Deut sch stämmigen. Unter den Zeugen sind außer dem Ehepaar ßinbb er gfj und Frau Hauptmann besonders zu nennen die Pflegerin Betty G o w sowie der häufig ermähnte London.

Beide Seiten haben sich die Vernehmung weiterer bisher noch ungenannter Zeuaen Vorbehalten. Die Blätter, die sich bereits spaltenlang mit dem Prozeß beschästigen, erwarten von den Aussagen dieser Zeugen besondere Ueberraschungen.

Der Raubmord im Viebricher Schloßpark.

Die Ermittlungen über den Raubmord im Schloßpark von Biebrich haben ergeben, daß der Mörder Rost wegen Einbruchs und Diebstahls im

d e r e und den Frankreich freundlichen Donaublock gegennationalistische Ausdehnungsbestrebungen" (!) unterstütze.

Es sei offenbar, daß Großbritannien sorg­fältig darauf Bedacht nehme, sich von allen Intri­gen fernzuhalten, die au einer derartigen Verständigung führten. Allerdings sei Groß­britannien interessiert, weil der Blaue Nil am Tana-See in Abessinien entspringt. Ein dort errichteter Damm würde zur Bewässerung der Dnanskil-Wüste führen, aber Aegypten gleich­zeitig landwirtschaftlich zugrunde rich - t e n. Die Abessinier sagten, Großbritannien mar­schiere auf der Stelle und drücke sich an der Streit­frage vorbei. Großbritannien sei eine unbekannte Größe.

Wer Hal angefangen?

Neue Vorstellungen Abessiniens in Genf.

Genf, 2. Jan. (DNB.) Das Dölkerbundssekre- tariat gibt ein neues Telegramm der abessinischen Regierung bekannt. Italien habe kürzlich wieder einen Punkt besetzt, der selbst nach den ita­lienischen Karten zu abessinischem Gebiet gehöre. Italien wolle offenbar immer weiter Vordringen. Dabei seien die italienischen Truppen von Offizieren der italienischen Ar- meebefehligt. Die abessinische Regierung habe Italien schon am 12. Dezember vorgeschlagen, so schnell wie möglich eine genaue Festlegung der Grenzen entsprechend dem Vertrag von 1908 durchzuführen. Abessinien nehme Kenntnis von der Erklärung der italienischen Regierung, wonach diese bereit sei, diese Festlegung in Angriff zu neh­men, wende sich aber gegen die Bedingung, daß vor jeder Untersuchung von der abessinischen Regie­rung eine Genugtuung gegeben werden müsse. Abessinien erklärt feierlich, daß es bereit fei, die ita­lienischen Forderungen zu erfüllen, wenn seine Ver­antwortung festgestellt werden sollte.

Rückfall und zuletzt wegen Tierquälerei vorbestraft ist. In Gegenwart des Oberstaatsanwaltes Dr. Meißner wurde der Mörder am Tatort verhört. Als die den Park absuchenden Beamten die Mütze der Erschlagenen und das Beil fanden (er wollte die Tat mit einem Schusterhammer ausgeführt haben), bequemte er sich zu einem weiteren Geständnis. Die Obduktion der Leiche hat ergeben, daß der Tod durch Zertrümmerung des Hinteren Teils des Schädels eingetreten ist.

Zwei Todesfchüffe in der Silvesternacht.

In St. Goarshausen ereignete sich am Siloester­tag ein Unglücksfall. Mehrere Jungen spielten mit einer Luftbüchse, wobei einer von ihnen durch einen unglücklichen Schuß ins Auge getroffen wurde. Der Junge wurde in ein Koblenzer Krankenhaus gebracht, wo er nach einigen Stunden seinen Verletzungen erlegen ist.

Lage mit einem Ernst, der verfrüht scheint, wenn man an die Macht des Völkerbunds, dem ja der letzte unabhängige Staat Afrikas in ahnungsvoller Berechnung beigetreten ist, glaubt. Einer der Ab­gesandten des Negus, die kürzlich in Rom waren, oll auf einen solchen Hinweis allerdings mit einer bis nach China reichenden Gebärde geantwortet haben, aber die Frage ist eben, ob die Mächte, die in Genf etwas zu sagen Haden, die Politik des Geschehenlassens auch für Afrika opportun finden, lieber Abessinien wird in Paris und London entschieden.

Ein italienisches Reich von den Alpen bis zum Indischen Ozean? Eine Linie MailandMogadiscio? Das sieht so bestechend und phantastisch aus wie vor 1914 der britische Traum von der Landbrücke nach Indien und der Linie KapstadtKairo. Wohl wurde er plötzlich Wirklichkeit, jedoch um den Preis eines Weltkrieges. Und einen solchen Preis möchte

London, 2. Jan. (DNB.) DemDaily Tele­graph" schreibt sein Berichterstatter in Addis Abeba: Die Abessinier behaupten, daß Italien eine ä u - ßerst feindliche Haltung gegenüber Abes­sinien einnehme. Wegen der Landung gewaltiger italienischer Kriegsvorräte in Erythrea und Somalkland hegt man große Sorge. Gegen- roärtia sind die beiden italienischen Gebiete nahezu für alle Personen mit Ausnahme von italienischen Regierungsbeamten gesperrt. Offiziere eines Han­delsdampfers, der kürzlich in dem Hafen Mogadiscio (Jtalienifch-Somaliland) anlegte, haben aber er­zählt, daß sie das Ausladen von Tanks, Geschützen und Kisten voller Gewehre und Munition beobachtet hätten. Französische Kaufleute, die Masfaua (Erythrea) besucht haben, teilten mit, daß dort ähnliche militärische Vorbereitungen im Gange seien und eine überraschend große Luftstreitmacht versammelt sei. Abessinische Kundschafter berichten, daß in beiden italienischen Gebieten Straßen in Richtung auf die abessinische Grenze i m B a u seien.

Der Berichterstatter will bei einem Besuche von Französisch-Somaliland festgestellt haben, daß man dort glaube, Italien und Frankreich hätten ein geheimes Abkommen g e - schlossen, wonach sich Italien durch Gewalt die Schutzherrfchaft über Abessinien ver­schaffe und dadurch ein Bindeglied zwischen Erythrea und Somaliland erlange, wofür Italien seine Haltung gegenüber Oesterreich ä n -

Am Silvesterabend ereignete sich in Ludwigs­hafen ein Unglücksfall. Der 15jährige Fort­bildungsschüler Vogel hantierte in der Küche der elterlichen Wohnung im Beisein einiger Freunde mit einer Pistole, die er seinem Vater heimlich weggenommen hatte. Dabei löste sich ein Schuß und die Kugel drang dem gleichaltrigen Gerber durch den linken Oberarm tn den Brustkorb. Der junge Mann ft a r b auf dem Transport in das Krankenhaus.

(Ein aller Kapitän in den Rhein gestürzt und ertrunken.

Ein sechzigjähriger Kapitän von Oberwesel, der bereits seine Pensionierung beantragt hatte, fuhr mit seinem Schiff eine seiner letzten Fahrten nach Straß­burg. Dabei ist der Kapitän aus dis jetzt unbekannter Ursache von Bord des Schiffes in den Rhein gestürzt und ertrunken, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte.

Alter Illann ermordet aufgefunden.

In Hamburg wurde der Inhaber eines Brotge­schäftes, der 76jährige Adolf Wegner in feiner Wohnung t o t aufgefunden. Es wurde festgestellt, daß der Tod infolge Schädelbruchs eingetreten ist. Außerdem wies die Leiche Würgemale am Hals so­wie Verletzungen an den Händen und Armen auf. Nachbarn wollen verdächtige Geräusche in der Woh­nung vernommen haben. Unter dringendem Tat­verdacht wurde der Sohn des Toten, Alfred Weg­ner, feftgenommen.

' Merkwürdiges Autounglück. (Ein Kind getötet, zwei Schwerverletzte.

In Neunkirchen (Saar) ereignete sich ein schwe­res Kraftwagenunglück. Ein schwerbela­dener Lieferwagen, der vor einer Schlächterei stand, geriet nach rückwärts immer schneller in Bewegung.. Er sauste die abschüssige Straße hinab. Dabei wurde ein sechsjähriges Kind überfah - ren. Es war auf der Stelle tot. Der Wagen fuhr dann gegen ein Schaufenster, an dem eine Mutter mit ihrem vierjährigen Kinde stand. Dieses Kind wurde schwer verletzt. Die Mutter fiel in Ohnmacht. Ein Mann, der die Bremsen anziehen wollte, wurde ebenfalls schwer verletzt. Er und das vierjährige Kind schweben in Lebens- gefahr.

Schwere Zuchthausstrafe für einen gewissenlosen Arzt.

Nach mehrwöchiger Verhandlung beendete das Hamburger Schwurgericht einen umfangreichen A b - treibungsprozeß, in dessen Mittelpunkt der

56jährige Arzt Dr. Richard Berckel stand. Der An. geklagte wurde wegen gewerbsmäßiger Abtreibung, versuchter und vollendeter Erpressung und wegen versuchten und vollendeten Betrugs zu einer Zucht- Hausstrafe von sieben Jahren und zu fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Die Berufsaus- übung wurde ihm auf die Dauer von fünf Jahren untersagt.

Bluttat eines Dienflentlassenen.

Im Chemnitzer Städtischen Elektrizitätswerk kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Direk­tor S ch o s und dem entlassenen Kraftwagenführer Albert Rabe. Dabei gab Rabe einen Schuß auf den Direktor ab, der jedoch fehlging. Bei einem zweiten Versuch versagte der Revolver. Der Täter schlug darauf auf den Direktor ein und verletzte ihn so erheblich, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Rabe flüchtete nun in ein Nachbar­gebäude, wo er einen Selbstmordversuch verübte, indem er eine ätzende Flüssigkeit trank. Er wurde in bedenklichem Zustand gleichfalls ins Kran­kenhaus gebracht.

Zwei Arbeiter von einer Maschine gelötet.

Ein schwerer Betriebsunfall, der zwei Menschenleben forderte, ereignete sich im Walzwerk der August Thnssen-Hütte in Hamborn. Der 30jäh- rige Rohrschlosser Konrad Sundermeier und der 62 Jahre alte Vorarbeiter Jakob H o l waren mit Jnstandsetzungsarbeiten an der Warmsäge der Walzenstraße beschäftigt. Plötzlich schnellte aus un­bekannter Ursache das Sägebett der vorgefahrenen Säge zurück. Beide Arbeiter wurden zwischen Säge­bett und Puffer gedrückt. Sundermeier trug eine schwere Brustverletzung davon, die seinen sofortigen Tod herbeiführte, Hol erlitt schwere Arm- und Beinbrüche. Er st a r b nach einigen Stunden.

Zwei Feuerwehrleute in brennendem Gebäude gelötet.

In einem von sieben Negerfamilien und einer weißen Familie bewohnten vierstöckigen Hause in Neuyork entstand aus unbekannter Ursache Großfeuer. Alle Bewohner konnten jedoch gerettet werden. Nachdem die Feuerwehrleute das Feuer eingekreist hatten, betraten sie das Gebäude, um eine Untersuchung vorzunehmen. In diesem Augenblick st ü r z t e d a s H a u s ein. Zwei Feuerwehrleute wurden getötet und 14 zum Teil schwer verletzt.

Streikende Bergleute in einer überfluteten Grube in Oberschlesien.

Vor einer Woche hatte die Bergbaubehörde in Kattowitz die Stillegung der Baska-Grube bei Sos- nowitz angeordnet, da sie durch einen Wasser- einbruch größten Ausmaßes stark gefährdet und inzwischen fast völlig ersoffen ist. 60 von den 110 Bergleuten der Grube traten, als die Stillegung des Betriebes bekannt wurde, unter Tage in den Ausstand, um die Weiterführung der Arbeit zu erzwingen. Alle Bemühungen der Behörden, die Bergleute zum Verlassen des Schachtes zu beroegen, waren bisher ergebnislos. Seit sieben Tagen sind die Bergleute in der Grude, ständig auf der Flucht vor den eindringenden Wassermassen, die mit großer Schnelligkeit die Strecke überfluten. Seit kurzem ist die Sage der streikenden Bergleute geradezu ver­zweifelt. Sie haben« sich auf die höchftgelegenen Stellen der Grube geflüchtet, wo sie im Dunkeln ohne Nahrung in dem eiskalten Wasser ausharren. Die Lust ist fast gänzlich verbraucht und mit Grubengasen geschwängert. Die Erregung unter der Bevölkerung ist sehr groß. Das Gruben­gelände über Tage ist von der Polizei besetzt, da man Unruhen befürchtet.

Amerikanischer Küstendampfer bei Reuyork gerammt und gesunken.

Der 1249 Tonnen große KüstendampferLexing- ton" der Colonial-Line, der sich auf der Ausfahrt oon Neuyork nach Providence (Rhode Island) be­fand, wurde im East River von einem Tankdampfec gerammt. Nach dem ersten Zusammenstoß rammte ein zweiter Tankdampfer dieLexington", wahrscheinlich infolge mißverstandener Signale. Die Insassen derLexington" wurden von den zu Hilfe eilenden Schleppern gerettet. Anscheinend ist nie­mand ums Leben gekommen. Der Zusammenstoß erfolgte dicht bei der die Stadtteile Manhattan und Brooklyn verbindenden Manhattan-Brücke mitten im Strom. Nur die Schornsteine der gesunkenen Lexington" ragen noch aus dem Wasser heraus. Zwei Stunden nach dem Untergang derLexington" betrug die Zahl der von den zu Hilfe geeilten Schif­fen übernommenen bzw. der aus dem eisigen Was­ser gezogenen Personen über 150. Die Nachforschun­gen sind infolge des Umstandes, daß die Schiffsliste mit untergegangen ist, sehr erschwert. Der Kapitän derLexington" teilte indessen mit, daß alle Pas­sagiere und d i e Besatzung gerettet mor­gen seien.

Bankraub in Budapest.

In Budapest überfielen zwei Räuber die Fi­liale der Ungarischen Commeroialbank. Sie konnten kurz nach der Tat von der Polizei verhaftet werden. Es handelt sich um zwei berüchtigte Kraft- magenbiebe, die von der Polizei seit längerer Zeit gesucht werden. Sie haben ihre Tat bereits einge- standen.

Die Reise des KreuzersEmden".

KreuzerEmden", der Kapstadt verlassen hat, wird anschließend folgende ostafrikanische Häfen be­suchen: East London vom 4. bis 12. Januar, Port Amelia vom 19. bis 28. Januar, Mombassa vom 1. bis 7. Februar, Port Victoria vom 11. bis 21. Fe­bruar, Trinkomali vom 1. bis 12. März, Cochim vom 15. bis 21. März. Am 3. April wird der Kreu­zer zu einem mehrtägigen Aufenthalt in A le x a n - d r i e n einlaufen.

Rom, im Januar.

[! Um aus der Mittelmeerfalle herauszukommen, ' hleibt Italien nur der Weg über Afrika. Von 1 Tripolis aus kann es eniroeber die Straße über den Tschadsee einschlagen, die durch jamerun an den Atlantischen Ozean führt, oder die Straße über Abessinien, die iu m Indischen Ozean führt. So lautet die tufgabe, wenn man sie auf die denkbar einfachste

(Kormel bringt. Der Diplomatie oder den Waffen bleibt es überlassen, die denkbar größten Hindernisse vegzuräumen. Wir stehen vor der letzten großen kolonialen Etappe in dem zweitausendjährigen Feld­zug, der um die Aufteilung des dunklen Erdteils ' geführt wird.

Welche von den beiden Straßen die römischen Ldler schließlich wählen werden, weiß man auch in Rom noch nicht. Die südwestliche ist mit rund 4000 Kilometer um etwa die Hälfte kürzer | ols die südöstliche, die infolge des Zwischenfalls von i ial=Ual gegenwärtig wieder einmal viel von sich reben macht. Sie hätte überbies ben Vorzug, baß sie | nur von Frankreich unb vielleicht von Deutfchlanb burch Aufrollen der kameruni­schen Mandatsfrage bestritten wird, wäh­rend der Marsch zum Indischen Ozean, abgesehen lon Frankreich unb Abessinien, ohne Erlaubnis je s englischen ^chlüsselherrn nicht lenkbar wäre. Die afrikanische Frage, wenn man sie so nennen will, ist also im Grunbe eine europäische, unb es barf baher nicht verwun­dern, wenn sie sowohl in ben Komplex ber franzö­sisch-italienischen Annäherung, wie in bie Wirt- | schaftszone, vor allem in ben Baumwollsektor, bei i iem auch Japan mitsprechen möchte, hineinragt, j Das wirb dem aufmerksamen Beobachter in Genf richt entgehen, wenn dort das Gefecht, das sich h scheinbar bloß wegen einiger Wasserstellen abspielte, i tor das Tribunal kommt. Als blutiges Ereignis 4 zählt es natürlich für die hohe Politik nicht mehr, l ils die mindestens ebenfooielen Toten der letzten I tage für die bolschewistische Revolution. Dagegen | lönnte die Grenzstreitigkeit den Auftakt zu einer I lluseinandersetzung abgeben, die uns in Europa nicht unberührt lassen würde. Denn wo ist die poli- nsche Grenze und damit die Grenze für die italie­nische Expansion?

Auch auf den neuesten und besten italienischen - Aorten sind die Landesgrenzen zwischen Eritrea, Mbessinien und Jtalienisch-Somaliland nicht urchgezeichnet. Gerade dort, wo man Hab | Hal zu suchen hat, hören sie einfach auf. Nach einer * n der italienischen Presse erschienenen winzigen Kartenskizze liegen die umstrittenen Brunnen an em englisch-abessinisch-italienischen Kreuzpunkt, jf Iber wo liegt der Kreuzpunkt? Und wem gehört as Territorium? Die letzten Abmachungen I wischen Rom und Addis Abeba vom 16. Mai 1908 | prechen nicht von trigonometrisch feststehenden «punkten, sondern von Stammgebieten, weniger, von Stämmen schlechthin. Die einen unter­stehen der römischen, die andern der abessinischen Herrschaft. Nun gibt es bekanntlich nichts, was für tinen Landmesser weniger brauchbar wäre, als vandernde Stämme, und daher haben sich Ne beiden Regierungen auch in dem gleichen 23er» trog verpflichtet, inmöglichst kurzer Zeit" feste ^Linien zu ziehen. Darüber gingen der Tripolis- . stieg und der Weltkrieg hin, über 26 Jahre, ohne . baß man weiterkam, und gerade bei einem Besuch I ber britischen Landmesser entluden sich die Flinten, | Flugzeuge und Panzerwagen griffen in den s Kampf ein.

Angefangen hat natürlich, wie immer, d e r Itanbere. Der Völkerbund wird es nicht leicht haben, wenn er die Schuldfrage klären will, und schwerer noch, wenn er sich über Urteil und Sühne aussprechen soll. Man möchte ihm die Weisheit und h das Geschick wünschen, das er in den letzten beiden . europäischen Streitfällen gezeigt hat; aber freilich, Ubessinien selber kann er den drei Großmächten nicht aus den Händen spielen. Sollten sich England unb Frankreich aus irgenbwelchen Gründen unb deren gibt es ja einige bahin einigen, Italien den Weg zum Indischen Ozean freizugeben, so kommt bas äthiopische Kaiserreich in eine böse k Klemme unb hätte es tausendmal Recht.

i Das sichtliche Bemühen der italienischen Presse, r nicht ins Feuer zu blasen, die kühle Haltung der Diplomaten läßt darauf schließen, daß sich Musiolini seiner Sache ziemlich sicher fühlt. Er darf damit rechnen, daß Frankreich seine Legionen lieber hinter ber französischen Hafenzone in Eritrea, als vor Kamerun sieht, und in der Tat wurden ja gewisse Konzessionen, die in dieser Richtung liegen, in den angeblichen Wunschzettel ausgenommen, den Rom als Grundlage für einen Ausgleich zwischen ben lateinischen Schwestern aufgestellt haben soll. Wir müssen aber an dieser Stelle sofort wieder betonen, daß die berühmte Annäherung niemals bloß auf afrikanischem Boden erreicht werden kann. Viel wichtiger ist der Gegensatz in der Adria. Rom macht beinahe übermenschliche An­strengungen, um ihn zu überwinden, seine Zeitun- gen haben auch über italienfeindliche Kundgebungen in Belgrad geflissentlich hinweggesehen, Frankreich tut gewiß auch sein Mögliches, um den erregten Bundesgenossen zu besänftigen, aber was hilft das alles, wenn man nun einmal in Serbien mchts von Italien wissen will? Und so wenig Frankreich Jugoslawien der Annäherung opfern will, so wenig kann Italien die Freundschaft mit Ungarn preis» geben. Ein grundsätzlicher Wandel konnte nur em» treten, wenn es zu dem d e u t s ch - f r a nz o s i - ichen Ausgleich kommen wurde, wie ihn die Vesten der beiden Nationen anstreben. Denn dann würden auch die Ewigängstlichen in Pans Italien nicht mehr so nötig zu haben glauben. Dann konnte die Unabhängigkeit Abessiniens tatsächlich eine kolo­niale Angelegenheit bleiben.

Rätselhaft bleibt auf jeden Fall d i e H a l tu n g Englands. Es ist fast symptomatisch, wie sich die britische Dermessungstruppe aus den Linien herausgeschlängelt hat: Macht eure Sch allein aus! Es gibt Politiker, die daraus und aus der sibyllinischen Erklärung, die im Unterhaus av- gegeden wurde, den Schluß ziehen, der britische Löwe werde beide Augen zumachen, sow e £5 Ernst würde. Warum wohl? Mußten denn die Italiener nicht auch durch den britisch-ägyptischen Sudan? Gewiß, meinen andere, aber es fei für Die englische Seegeltung immer noch besser, wenn Ita­lien zur hafenarmen Küste am Indischen Ozean Vor­stöße, als wenn es den dritten Weg wähle unb Tripolisnur" mit Eritrea am Roten Meer ver­binde. Fragt man (Englänber in Rom, bie es wis­sen könnten, so lächeln sie das Lächeln der Japaner.

Und Abessinien f e l b ft ? Es betrachtet bie

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