Ausgabe 
3.1.1935
 
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sondere Unterabteilung für Vieh-, Milch- und Fett­wirtschaft eingerichtet worden, mit deren Leitung Ministerialdirigent Dr. Bose betraut wurde),

Abteilung III (Holzwirtschaftspolitik): Ministerial­rat Parchmann,

Abteilung IV (Bauern- und Bodenrecht): Mini­sterialdirektor Dr. H a r m e n i n g,

Abteilung V (Zoll- und Handelspolitik): Ministe­rialdirektor Dr. Köhler,

Abteilung VI (Landeskultur- und Wasserwirt­schaft): Ministerialdirektor Ni ermann,

Abteilung VII (bäuerliche Siedlung und staats­eigener Grundbesitz): Ministerialdirektor Dr. Runte (in dieser Abteilung ist eine Unterabteilung für bäuerliche Siedlung eingerichtet worden, mit deren Leitung Ministerialrat Dr. Kummer beauftragt wurde),

Abteilung VIII (Gestütwesen): Oberlandstallmei­ster Dr. S e n f f e r t,

Abteilung IX (Preußische Veterinärverwaltung): Ministerialdirigent Prof. Dr. M ü s f e m e i e r.

Die Llebernahme der süddeutschen Justizverwaltungen aus das Reid).

Berlin, 2. Jan. (DNB.) Wie bereits mitgeteilt wurde steht seit dem 1. Januar 1935 dem Reich d i e unmittelbare Führung der^ustiz in allen deutschen Ländern zu. In den süddeutschen Ländern wird die Uebernahme der Ju­stiz auf das Reich in den ersten Tagen des Januar in feierlicher Form durch Reichsjustizminister Dr. Gärtner erfolgen. Zu diesem Zweck begeben sich Reichsminister Dr. Gürtner und Staatssekretär Dr. Schlegelberger am 3. Januar abends nach München, von da nach Stuttgart und Karlsruhe. Die Uebernahme findet in Verbindung mit der Einführung der Be- auftragten des Reichsjustizministers statt.

Katholische Geistlichkeit undIugendsührer gegen den Status quo. Entschiedenes Abrücken von der separatistischen Propaganda derNeuen Saarpost" und des Volksbundes.

daß der Besuch der französischen Minister in Lon­don unmittelbar nach dieser Reise statt- finden könnte. Wegen des Mangels an Zeit wurde es jedoch für nolwendig befunden, den Besuch zu verschieben, der sobald wie möglich nach dem Zusammentritt des Völkerbundsrates am 11. Januar erfolgen wird.

Nichteinmischung statt Garantie.

Oesterreichs Wünsche werden berücksichtigt.

Wien, 2. Jan. (DRB.) Den Vertretern der Auslandsagenturen wurde im österreichischen Außen­ministerium am Ballhausplatz u. a folgendes er­klärt: Die Romreife des französischen Außenmini­sters ist der Ausdruck dafür, daß die Schwierig­keiten in der Frage des Nichteinmischungs­paktes bereinigt werden konnten. Die österreichi­schen Vertreter in Rom und Paris hatten wieder­holt Gelegenheit, die Wünsche Oesterreichs darzu­legen; sie haben nun eine weitgehende Be­rücksichtigung gefunden. Der Pakt wird a u f Gegenseitigkeit beruhen und die gegen­seitige Verpflichtung der Teilnehmer enthalten, sich nicht in die Politik eines ande­ren Staates einzumengen und gewalt­same U m st u r z b e w e g u n g e n , die sich gegen einen oder den anderen der vertragschließenden Teile richten, nicht zu u n t e rstü tz e n. In die­sem Vertrag kann tatsächlich die Befriedung Mittel­europas erblickt werden. Man kann der Hoffnung Ausdruck geben, daß alle am mitteleuropäischen Raum interessierten Staaten, die guten Willens sind, sich diesem Nichteinmischungspakt a n s ch l i e - ß e n werden. Die Einladung zur Teilnahme wird möglich st weit gezogen werden. Sie wird an Oe st erreich und alle Nachbar st aa- ten, darunter auch an das Deutsche Reich und wahrscheinlich auch an Frankreich, Eng­land, Rumänien und Polen ergehen. Während der Anwesenheit des französischen Außen­ministers in Rom wird Oesterreich selbstverständ­lich durch seine Vertretung in Rom Über die wei­teren Abschnitte der Besprechungen unterrichtet werden.

Zahlreiche Aeujahrswimsche für den Führer und Reichskanzler.

Berlin, 2. Jan. (DNB.) Anläßlich des Jahres­wechsels haben zahlreiche Staatsober­häupter mit dem Führer und Reichs­kanzler drahtlich Glückwünsche ausgetauscht. So sand ein Telegrammwechsel statt mit den Köni­gen von Bulgarien, Dänemark, Eng­land, Italien, S üd s l a w i e n , Norwe­gen und Schweden, ferner mit dem öfter- reichischen Bundespräsidenten und dem Reichsoerweser des Königreichs Ungarn. Außer­dem haben Glückwünsche übersandt der Kaiser von Abessinien, der König von Afghanistan und der Schah von Persien.

Ebenso sind dem Führer und Reichskanzler Glück­wünsche von den Reichs statthaltern, den Mitgliedern der Landesregierungen, dem Reichsbischof, dem Präsidenten des Reichs- g e r i ch t s und dem Oberreichsanwalt und anderer obersten Reichs- und Landesbehörden, von Oberbürügermeistern und Bürgermeistern deutscher Städte, den Organisationen und Gliederungen lder NSDAP., von Verbänden und Vereinigun­gen sowie von Persönlichkeiten des öffentlichen Le­bens, von Deutschen und deutschen Vereinigungen im Ausland und von Privatpersonen des Jn- und Auslandes zugegangen. Besonders zahlreich waren die Glückwünsche aus dem Saar­gebiet, wo Verbände, Vereine und viele Einzel­personen aus allen Kreisen der deutschen Volks­genossen an der Saar des Führers in Treue und Zuversicht gedachten. *

Die Glückwünsche der Wehrmacht

DNB. Berlin, 2. Jan. Am Vormittag des Neujahrstages überbrachte, wie schon kurz gemeldet, der Reichswehrminister, begleitet vom Chef der Heeresleitung und dem Chef der Marineleitung, dem Führer die Glückwünsche der deutschen Wehrmacht.

Generaloberst von Blomberg führte dabei aus, daß die Wehrmacht voll Dankbarkeit zum Führer aufblicke und mit Genugtuung auf die eigenen Leistungen im Jahre 1934 zurückschaue. Er gedachte der Niederschlagung der Revolte im Juni des vergangenen Jahres durch die starke Hand des Führers, eines Aufstandes, der i n er st er Linie gegen die Wehrmacht ge­richtet war als gegen eine der beiden Säulen, die das Gewölbe des neuen Reiches tragen. Die deutsche Wehrmacht fühle, daß sie hinein- gewachsen sei in den wärmenden Bereich der Achtung, des Vertrauens und der Liebe des deut­schen Volkes. Die Wehrmacht könne nur gedeihen in engster Volksverbundenheit. Der Reichswehrminister schloß seine Glückwunschansprache mit folgenden Worten:

Mein Führer! Die Tatsachen, die ich aus dem angefüllten Fluß der Ereignisse hervorhob, sind untrennbar mit Ihrem Tun, Ihrer Kraft, Ihrem Soldatentum verbun­den. Der greife Feldmarschall zog nach Walhall. Sie wurden unser Oberbefehlshaber. Wir sind stolz darauf, aber ebenso bewegen uns die Gefühle der Liebe, des Vertrauens und innig­ster Kameradschaft. Wir bieten sie Ihnen als Dank dar und fügen die heilige Versicherung hinzu, daß so wie für Sie auch für uns nur ein Wahlspruch gilt: Alles für Deutschland!"

Einheitliches Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Berlin, 2. Jan, (DNB.) Mit Wirkung vom 1. Januar werden das Reichsmini st erium für Ernährung und Landwirtschaft und das Preußische Landwirtschafts­ministerium zu gemeinschaftlicher Arbeit ver­einigt. Die Behörde führt die Bezeichnung:Der Reichs- und Preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft". Als Dienstsiegel wird aus­schließlich das Reichssiegel verwendet. Die geson­derten Haushaltspläne bleiben bis auf weiteres bestehen. Die beamtenrechtlichen Verhältnisse bleiben zunächst unberührt, jedoch sind die Reichsbeamten verpflichtet, auch in Ange- leg'enheiten des preußischen Dienstes die preußischen Beamten auch in Angelegenheiten des Reichsdienstes tätig zu werden. Das gleiche gilt auch für die An­gestellten und Arbeiter.

Das einheitliche Ministerium umfaßt folgende Fackabteilungen:

Abteilung I (Verwaltung): Ministerialdirigent Dr. H e l l i ch,

Abteilung II (Wirtschaftspolitik): Ministerialdirek­tor Dr. Moritz (in dieser Abteilung ist eine be-

Saarbrücken, 3. Ian. (DNB.-Funkspruch.) 3n derSaarbrücker Landeszeitung" findet sich eine Erklärung sämtlicher Dechanten des S a a r g e b i e t e s. Sie wendet sich mit entschiede­nen und klaren Worten gegen die von den Status-quolern ausgesprengte Be­hauptung, ein großer Teil, ja sogar 80 bis 90 v. H. der G e i st l i ch e n stünden hinter der Neuen Saarpa st" und dem Volksbund und würden somit am 13. Ianuar für die Beibehal­tung des gegenwärtigen Zustandes im Saargebiet stimmen. Dies entspricht durchaus nicht den Tatsachen. Gemäß dem Erlaß der Bischöfe von Trier und Speyer vom 12. November 1934 werde von den Geistlichen die Liebe und Treue zu unserem deutschen Volke und Vater- landalsfittlicheTugend betrachtet. Danach werde sie pflichtgemäß handeln.

Ferner wird eine Erklärung der Führer­schaft der katholischen Saarjugend veröfsentlicht, in der u. a. feslgeslellt wird, daß die Führung der katholischen Jugendverbände weder mit dem Deutschen Volksbund, noch mit derNeuen Saarposl" irgend­welche Beziehungen unterhalten habe. Das gleiche habe sie auch den örtlichen Vereinsleikungen zur Pflicht gemacht. In der Führung der katholi­schen Iugendverbände im Saargebiet sei der Wille zur Rückkehr zum Vaterlande der gleiche geblieben.

Die deutschen Bischöfe zur Saarabstimmung.

WK. Köln, 3. Jan. Der Erzbischof von Köln sowie die Bischöfe von Osnabrück, Trier, Limburg, Aachen und Münster hatten am 26. Dezember an die deutschen Katholiken eine Kundgebung gerichtet, der sich inzwischen alle Bischöfe der übrigen Kirchenprovinzen angefchlosfen haben. Sie hatte folgenden Wortlaut:

Geliebte Diözesanen! Am Sonntag, 13. Januar 1935, wird im Saargebiet d i e Volks- a b st i m m u n g stattfinden über die Frage, ob dieses deutsche Land und seine Be­wohner in der durch den Versailler Gewaltfrieden aufgezwungenen Trennung vom Deutschen Reich verbleiben sollen oder nicht. Der für die Zukunft unseres Vaterlandes so folgenschweren Entscheidung, die in einigen Tagen an der Saar fallen wird, kann kein wahrhaft Deutscher gleichgültig geaenüberstehen. Als deutsche Katholiken sind wir ver­pflichtet, für d i e Größe, die Wohlfahrt und den Frieden unseres Vaterlandes uns einzusetzen. Unsere wirksamste Hilfe ist das Gebet. Deshalb verordnen wir, daß am ge­nannten Sonntag in allen Kirchen nach dem all­gemeinen Gebet drei Vaterunser und Ave-Maria mit den Gläubigen gebetet werden, um einen für unser deutsches Vo l k segensreichen Ausgang der Saarabstimmung zu er­flehen.

Sine Kundgebung des proiestanttschenLandeskirchenrais

Speyer, 3. Jan. (WK.) Der protestantische Landeskirchenrat in Speyer erklärt in einer Neu­jahrskundgebung an die evangelischen Christen der deutschen Westmark u. a.: Am 13. Januar soll es sich entscheiden, ob die Grenzpfähle, die menschliche Macht und Willkür aufgerichtet hat, stehen bleiben, oder ob ein Volksteil, der nach Blut und Boden zu uns gehört, endlich zurückkehren darf zur Heimat. Wir roiffertt Auch Volkstum und Nation, Heimat und Vaterland sind g o 11 g e - fetzte Ordnungen, die niemand ungestraft übertreten darf. So wenden wir uns an euch, Brüder und Schwestern an der Saar: Tut das, wozu die Stimme des Gewissens und des Blutes euch treibt, bekennt euch offen und frei zu eurem Volk und Vaterland! Ihr habt es geliebt zu einer Zeit, da es geknebelt und inner- l'ch Zerrissen am Boden lag. Ihr liebt es auch jetzt, da es in Einigkeit und Brüderlichkeit über die Grenze hinweg euch die Hand entgegenstreckt zu froher Heimkehr. Wir wenden uns' an euch, ihr Protestanten in der pfälzischen Heimat. Steht euren Blutsbrüdern getreulich zur Seite in entscheiden­der Stunde! Wir als Christen wissen etwas von der Macht des ernstlichen Gebets und der Kraft der Fürbitte. So laßt uns denn zusammen- stehen in treuer Fürbitte in der Gemeinde und im stillen Kämmerlein mit der freudigen Ge­wißheit:Gott sitzt im Regirnente und führet alles wohl".

Disziplinarverfahren gegen den Eisen­bahnpräsidenten Nickkaus beantragt.

Saarbrücken, 2. Jan. (DNB.) Die Vertei­diger Dr. Savelkouls in dem Prozeß um den Separatismus des Saarbrücker Eisenbahnpräsiden­ten Nicklaus, Prof. Grimm, Dr. Dietz und Portz, haben an den Präsidenten der Regierungs­kommission Knox das Ersuchen auf Einlei­tung eines Disziplinarverfahrens ge­gen Nicklaus, verbunden mit dem Antrag, ihn bis zur Erledigung des Verfahrens vom Dienst zu dispensieren, gerichtet, da die Verhand­

lungen vor dem Obersten Abstimmungsgerichtsho den Beweis erbracht haben, daß Nicklaus d i e i h m auferlegte Neutralitätspflicht ver­letzt hat. Er hat bei feiner eidlichen Vernehmung als Zeuge zugegeben, daß er sich öfters mit Herren wie Max Braun, Johannes Hoffmann, Prinz Lö­wenstein, Pater Dörr und ähnlichen Separa­tisten, mit denen er dienstlich keine Be­ziehungen hatte, in seinen Dien st räu­men getroffen und. über separatistische Fragen unterhalten hat. Seiner ihm dienstlich zur Verfü­gung stehenden Sekretärin hat er politische Artikel zum Kopieren gegeben. Dabei wurden sogar Dienstpapier und die amtliche Schreib­maschine benutzt. Nicklaus hat seinerzeit gegen ihm unter ft eilte Beamte, die nur im Ver­dacht standen, im Dienst sich politisch für Deutsch- land zu betätigen, sofort das Diszipli. narv er fahren eröffnet und sie vom Dienst suspendiert. Gegen Regierungsrat Dr. Schell hat Nicklaus sogar die Dienstentlassung aus­gesprochen, obwohl damals die Verordnungen über die Neutralitätspflicht der Beamten noch nicht er­lassen waren. Die Verteidiger verweisen darauf, daß Nicklaus nicht abstimmungsberech­tigt ist.

Immer neue Geparaiisten- überfälle.

DNB. Saarbrücken, 2. Jan. Immer un­erträglicher werden die planmäßigen Heberfälle des meist landfremden separatistischen Ge­sindels auf Mitglieder der Deutschen Front. So wurde der Saarbrücker Kaufmann Otto Nathanael vor seiner eigenen Wohnung von zwei Separatisten überfallen und mitschwerenFau st schlügen ins Gesicht mißhandelt, die ihn fast em Auge t o ft e t e n. Als er sich zur Wehr setzte, zogen die beiden Banditen P i st o l e n aus der Tasche und setzten sie ihm auf die Brust. Die am Fenster stehende Frau Nathanaels erlitt, als sie M, in welcher lebensgefährlichen Lage sich ihr Mann befand, schwere Herzkrämpfe. Nathanael griff blitzschnell in feine Tasche, um unter Zuhilfenahme bnnes Hausschlüssels vorzutäuschen, gleichfalls einen Revolver bei sich zu haben, und dadurch die Bur­schen zu verhindern, selbst abzudrücken. Sein Sohn benachrichtigte sofort das Ueberfall- kommando, das schnell eintraf, jedoch zu spät, umdieSeparatistennochzuerwischen, die sich bereits ins Dunkle geflüchtet hatten. Natha­nael erkannte einen der beiden Leute als einen feiner Kunden, der sich öfters im Laden ge­brüstet hatte, Emigrant zu fein; fein Name ist 'hm jedoch nicht bekannt. In Ueberhern pöbelte der berüchtigte Emigrant Seidt mehrere Leute an und schlug einige Passanten nieder, um damit den Auftakt zu einem allgemeinen Tumult zu geben, bei dem er die verdienten Prügel bezog.

Bei einer von separatistischem Gesindel organi­sierten und durchgeführten schweren Schießerei wurde das Mitglied der Deutschen Front Hans Loch durch einen Bauchschuß lebensgefähr- i i ch verletzt. Als am Neujahrstag, früh um 6 Uhr einige Mitglieder der Deutschen Front eine Wirtschaft besuchen wollten, wurden sie von 20 bis 25 meist auswärtigen Ztatus-quo-Anhängem mit Gummiknüppeln, Eisen st angen und Revolvern empfangen. Die Separatisten gaben mehrere Schüsse ab, durch die außer Loch noch zwei andere Mitglieder der Deutschen Front durch schweren Beinschuß und einen Streifschuß verletzt wurden. Nach Anrücken des Ueberfallkom- mandos wurden drei Kommunisten ver­haftet. In Dudweiler wurden auf die Wohnung der Frauenschaftsleiterin, Frau Sander, neun scharfe Schüsse abgegeben. Ein Mit­glied der Deutschen Front wurde von einer Anzahl (Emigranten überfallen. Mit einem Pickelstiel wurde fein rechter Oberarm durchschlagen.

Dtt Mmellander-prozeß in Kowno.

Kowno, 2. Jan. (DNB.) Im Memelländer Prozeß wurde der langjährige Präsident des Memelländischen Landtags, Ritterguts­besitzer von Dreß l er, verhört. Er erflärte kurz, an keiner geheimen Organisation teil- genommen zu haben, sondern an einer erlaub» ton Partei. Deshalb seien ihm auch keine Ziele einer Geheimorganisatidn bekannt. Das Verhör erstreckte sich bei ihm vor allem auf die poli­tische Betätigung der Memeler Ban­ken, die laut Anklage im Dienste der Neumann- Partei gestanden hätten. Der Angeklagte verneinte entschieden diese Annahme, lieber seine Beziehun­gen zur Neumann-Partei befragt, sagte er, daß er verpflichtet gewesen sei, den Führer einer der groß» ten Parteien des Gebietes über die Tätigkeit des Landtages auf dem Laufenden zu halten.

Fünf Kreisleiter der Neumann- Partei bekundeten den absolut legalen Cha­rakter ihrer Tätigkeit. Es sei niemals auch nur von der Absicht eines bewaffneten Aufstandes ge­sprochen worden, ja, es hätten sogar Mitglieder des Litauischen Schützenverbandes und Großlitauer der Partei angehört, von denen man doch sicherlich nicht annehmen könne, daß sie einer Organisation an­gehören würden, die zum Ziel hätte, das Memel­gebiet von Litauen loszulösen. Militärische Waffen

habe man nicht gehabt, mit den bei der Haus­suchung gefundenen 50 bis 70 Jagdgewehren einen Aufstand auch nur zu versuchen, wäre Heller Wahn­sinn gewesen. Der sog. Freiwillige Arbeitsdienst, dem die Anklage militärischen Charakter vorwerfe, lei lediglich eine Einrichtung im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit gewesen und habe niemals m i - l i t ä r i s ch e Hebungen abgehalten. Dieser Frei­willige Arbeitsdienst sei seinerzeit von dem Kom- manbanten selbst genehmigt worden.

Landtagssitzung in Memel verhindert.

Tilsit, 2. Jan. (DNB.) Der Schriftführer des Memelländischen Landtages Riechert hatte für Samstag, 29. Dezember, eine Landtags­sitzung einberufen. Der Präsident des Me­meldirektoriums B r u o e I a i t i s hatte daraufhin den Landtagsabgeordneten in einem Schreiben mit- geteilt, eine (Einberufung des Landtages könne nur durch das Präsidium des Landtages erfolgen oder aber, da dieses im Augenblick nicht vorhanden fei, nur durch den Gouver­neur des Memelgebietes. Schriftführer Riechert erklärte dagegen, daß diese Auffassung irrig sei. Die Session des Landtages sei durch den Gouver­neur eröffnet worden, es handele sich also nicht um die (Einberufung einer Session, sondern nur um d i e Anberaumung einer Sitzung, die er als Schriftführer auf Wunschvon zehn Abgeordneten vorgenommen habe. 21 Abge- ordnete fanden sich am Samstagvormittag vor dem Sitzungssaal des Landtages ein, fanden aber den Sitzungssaal auf Veranlassung des litauischen Ober­bürgermeisters Simonaitis verschlossen. Rie­chert begab sich zum Gouverneur, der die Einbe­rufung einer neuen Sitzung auf den 4. Januar zusagte. Die Abgeordneten unterzeichne­ten dann mit Einschluß der beiden Sozialdemokra­ten eine Entschließung, in der sie gegen die Ver­gewaltigung des Landtages protestieren.

Der Kurzschristunierricht an den Schulen.

Berlin, 2. Jan. (DNB.) Erhebungen über ben Kurzschriftunterricht an ben höheren Schulen in Preußen haben, wie der Reichserziehung s- m i n i ft e r in einem Erlaß an bis Unterrichtsver- roaltunaen mitteilt, ergeben, baß die sogenannte Deutsche Kurzschrift nicht den Anforderun­gen entspricht, die an eine in den Schulen zu leh­rende Dolkskurzschrift zu stellen sind. Da die Ju­gend heute durch die Schule, HI.-Dienst, Leibes­übungen und Sport stark in Anspruch genommen wird, legt der Reichserziehungsminister Wert dar­auf, daß bei der (Erlernung der Kurzschrift der Aufwand an Zeit und Mühe in einem a n ge­rn e f f e n e n Verhältnis z u dem (Erfolg £ef)t und jede unnötige Belastung der Schüler und Schülerinnen vermieden wird. Darum erscheine es angezeigt, daß die Frage nach der Wahl des S y st e m s , das dem Schulunter­richt zugrunde zu legen ist, noch einmal gründlich überprüft werde. Dazu bedürfe es aber, zumal sich die stenographische Entwicklung in Deutschland noch in völligem Fluß befinde, einer geraumen Zeit. Deshalb ordnet der Reichser- ziehungsminister für d i e Hebergangszeit an, daß an allen Schulen von jedem Zwange, den Lehrgängen in Kurzschrift ausschließlich die söge- nannte Deutsche Kurzschrift zugrunde zu legen, a b - zusehen ist. Gegen die Abhaltung von Lehr­gängen in bewährten anderenSystemen, insbesondere dem System Stolze-Schrey ober (Babelsberger beständen keine Beden­ken. Im übrigen könne der Kurzschriftunterricht nur außerhalb des Rahmens des planmäßigen Hnterrichts als wahlfreies Fach erteilt werden.

Bessere Berufsaussichten für Dossschullehrer.

Berlin, 2. Jan. (DNB.) Nach der national- ozialistischen Revolution bessern sich auch die Be- rufsaussichten für die Volksschullehrer, vor allem auf evangelischer Seite. Diese Lage gestattet es, Oftcrn 19 3 5 etwa 2000 Studierende an den preußischen Hochschulen für Leh­rerbildung aufzunehmen. In erster Linie wer­den Abiturienten (-innen) des Jahr­gangs 19 3 4 berücksichtigt, die ihrer studentischen Arbeitsdienstpflicht genügt haben. Dar­über hinaus wird aber auch bereits der Jahr­gang 19 3 5 aufgerufen. Abiturienten (»innen) des Jahrganges 1935, die bereits für das Sommerhalb­jahr 1935 aufgenommen werden, werden den Ar­beitsdienst voraussichtlich später ableisten müssen. Voraussetzung für das Studium an den Hochschulen für Lehrerbildung ist wiederum die Er- langung der Hochschulreife. Aufnahme- gefuche sind bis späte st e n s zum 15. I a - nuar 19 3 5 bei den Direktoren der Hochschulen für Lehrerbildung in Beuthen O. S., Bonn, Cottbus, Dortmund, Elbing, Frankfurt a. d. £)., Hannover, Hirschberg i Rgb., Kiel, Lauenburg i. P. ober Weilburg einzureichen. In Hannover werden evan- gelische Bewerberinnen, in Beuthen O. S. katholi- che männliche und weibliche Bewerber, in Bonn katholische männliche Bewerber, an allen übrigen Hochschulen männliche Bewerber aufgenommen. Je­der Bewerber darf sich nur an einer Hochschule für Lehrerbildung anmelben.

Neichsrechtswart der NSDAP.

Berlin, 3. Jan. (DNB.) Die Nationalsoziali­stische Parteikorrespondenz meldet: Ab 1. Januar 1935 ist die Amtsbezeichnung der Rechtabteilung- Reichsleitung: Reichsrechtsamt derNSDAP. Die Post ist zu richten an bas Reichsrechtsamt ber NSDAP., München, Braunes Haus. Die Amtsbezeichnung ber Gau- bzw. Kreisrechtsstellen ist ab 1. Januar 1935 Rechtsamt des Gaues bzw. Rechtsamt des Kreises.

Eine Namensverwechslung.

DNB. Berlin, 2. Jan. Zu den im Leningrader Konsularkorps aufgetauchten Gerüchten, wonach die Abberufung des bisherigen lettischen Generalkonsuls in Leningrad, Alexander Birsniek, mit der Angelegenheit des sog.Leningrader Zentrums" zu tun habe, aus dem auch der Mörder von Kirow stammt, legt die Berliner lettische Ge- s a n d 11 ch a f t Wert auf folgende Feststellungen: Birsniek sei zwar früher in Rußland tätig ge­wesen, habe aber vor a ch t Jahren Sowjet­ruß land verlassen und sei gegenwärtig seit einigen Jahren lettischer Konsul in Danzig. Der, wie gemeldet, auf Wunsch der Sowjetregierung aus Leningrad abberufene lettische Generalkonsul heißt B i s s e n i e k s. Es dürfte alfo eine Namens» oerwechslung vorliegen.

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