Ausgabe 
2.12.1935
 
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Fußball der heimischen Mannschasten

y hatte zum zweiten Mal den stol- z Deutschen Kunstturn-Meisters er-

Konrad Fre

Der Ausklang.

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ausgelöscht zu haben, nicht mit Zureden und Ge-

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nicht antreten, er war durch ärztliches Attest ent» schMdigt. In der Meisterklasse konnte Richard Seth (Großen-Linden) wegen Erkrankung nicht mittur­nen. Für ihn war Herbert vom To. 1846 Gießen als Ersatz gestellt worden.

So blieben noch sechs Teilnehmer des Gaues Hes­sen in der M e i st e r k l a s s e; sie konnten alle die erforderliche Punktzahl erreichen und wurden damit Sieger. Obenan unter den siegreichen Hessentur­nern steht Ernst S ch ö f f m a n n vom Tv. W i e » seck, der mit 194,7 Punkten 33. Sieger wurde. Er erreichte die folgenden Einzelpunktzahlen: Reck (Pflicht und Kür) 31,5, Barren 34,9, Pferd breit 33,3, Pferd-Sprung 27,8, Ringe 34,9, Freiübung 32,3. Rach Schöffmann folgt Busch (Limburg) als 37. Sieger mit 192,6 Punkten. Weiter wurden vom Gau Hessen Sieger: G e r g s (ACT. Kassel) 54. Sie­ger mit 186,5 Punkten, Fluck (Limburg) 59. Sie­ger mit 134,6 Punkten, Niemann (Frielendorf) 61. Sieger mit 183,3 Punkten, Herbert (Tv. 1846 Gießen) 67. Sieger mit 180 Punkten.

Wenn Herbertdie erforderliche Punktzahl auch gerade noch erreicht hat und da sein Name die Siegerliste abschlietzl, so ist der Sieg bei einer deut­schen Meisterschaft aber doch ein anerkennenswerter Achtungserfolg für den noch jungen Turner, der noch eine Zukunft hat.

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Die Deutschen Geräte-Mflerschasten

Sie haben ihn nicht getötet", sagte er.Mein Schuß traf. Da sehen Sie selbst, Kopfschuß."

Aber ich habe gefeuert ..."

Gewiß, nur ..." Reußing kam der Zufall zu Hilfe. In der Wand, mannshoch vom Boden, war ein Nagel herausgerissen worden. Vielleicht hatte Farrenkorn ein Bild umgehängt. Die kleine rund­liche Kalkstelle, ein Loch in der Tapete fiel dem Oberinspektor in die Augen.

Entschlossen machte er sich die Entdeckung zunutze. Hier", sagte er, und wies auf die kleine Wandbe­schädigung',hier fuhr Ihre Kugel hinein."

Ilia folgte seinem Hinweis, sie erkannte das ver­meintliche Schußloch und atmete erleichtert und be­freit auf. Aber sie gestand ehrlich:Es war mein Wille, Herr Oberinspektor, ich wollte ihn töten!"

Reußing nickte.War es nicht auch Ihr Wille, Herr Doktor Farrenkorn, und der meine!"

Farrenkorn wies stumm auf die eigene Waffe, die dort noch auf dem Tisch lag.Ich war bereit", gab er zu,Sie kamen mir nur zuvor, Herr Ober­inspektor. Ich bin bereit, einzustehen selbst für die Absicht."

Reußing schüttelte den Kopf.Ich habe Basilius erschossen", sagte er.Ich habe ihn in der Sekunde erschossen, als er im Begriff war einen neuen Mord zu begehen. Das ist alles, was hier zu sagen wäre."

Es schien, als habe er ein Schlußwort gesprochen.

Er ging hinaus, durchmaß die Halle und öffnete die Tür in den Garten, die er vorhin hatte zuge- fchlagen lassen, damit der Schall seine Schritte hatte übertönen sollen. Er rief ein paar Worte in den Garten. Beamte kamen heran und herein. Sie grüßten kurz und hoben den Toten auf und trugen ihn hinaus.

Farrenkorn sah ihnen nach. Aus, dachte er, nie­mals wird Basilius wieder durch diese Tür herein­kommen. Lena ist befreit. Dann mußte er sich setzen. Das Herz ... Aber kaum hatte Oberinspektor Reu­ßing mit Ilia das Haus verlassen, da rief er Lena Bafsenberg an.

Sie hatte seinen Anruf fiebernd erwartet.Ja", rief sie,sprich schnell, wie endete es, Franz?"

Mit dem Tod, Lena", antwortete er,Basilius ist von einem Polizeibeamten erschossen worden!"

Einen Augenblick war es still: bann vernahm Farrenkorn, wie der Hörer am anderen Ende des Drahtes hinfiel und polternd auf den Tisch schlug.

Lena Bassenberg war in den Stuhl zurückgesun­ken Sie war nicht ohnmächttg, sie war aber auch nicht ganz bei sich. Farrenkorn beeilte sich, zu ihr zu kommen.

Gleich am frühen Morgen des nächsten Tages fand die qerichtsärztliche Untersuchung der Leiche Basilius' statt. .

Doktor Zulewfky war leitend zugegen. Er rauchte qualmend eine schwere Zigarre: aber er legte sie bald weg. Der Tote war ja erst vor Stunden ver­storben.

Die Ergebnisse der Vezlrksklasse.

1900 Gießen Watzenborn-Steinberg 0:0.

SV. 05 Wetzlar Bissenberg 1:3

Frohnhausen VfB.-Reichsbahn 3:2 Dillenburg Naunheim 0:1.

Beide Mannschaften spielten mit Ersatz und trennten sich nach einem wenig interessanten Spiel unentschieden. Für die 1900er dürfte dieser Punkt- verlust eine Ueberraschung bedeuten.

In Wetzlar gewannen die Bissenberger auf Grund besserer Leistungen verdient.

Die VfB.er leisteten in Frohnhausen energischen Widerstand und konnten zum mindesten einen Punkt mitnehmen, wenn das Glück etwas auf ihrer Seite gestanden hätte.

Wenn auch Naunheim in Dillenburg nur knapp gewann, so hatten die Naunheimer doch stets das Spiel in der Hand und gewannen verdient.

1900Teutonia" Watzenborn- Steinberg 0:0.

Nur wenige Zuschauer, ca. 200, hatten sich gestern auf dem Trieb eingefunden, um Zeuge des Spieles der Blauweißen gegenTeutonia" Watzenborn- Steinberg zu fein. Da sich das Wetter auf Regen eingestellt hatte, war wohl allgemein mit dem Aus­fall des Spieles gerechnet worden. Auch bei 1900 hatte man insgeheim auf die Verlegung des Spieles gehofft, denn die Voraussetzung mit der verstärkten Mannschaftsaufstellung hatte sich noch nicht ganz ermöglichen lassen. Die Spielberechtigung für Cle­ment war nicht eingetroffen. Wilhelmi und Koch erhielten keinen Urlaub. Mank und Schalch hatten abgesagt. (Wann wird 1900 wohl mal mit der vor­gesehenen Aufstellung antreten können? Wir glau­ben, daß aber auch keine Mannschaft im Bezirk mit diesem Spielerwechsel zu kämpfen hat, wie die Blauweißen!) Aus diesem Grunde mußte mehr­facher Ersatz eingestellt werden, und da derselbe nicht so einschlug, wie dies erwartet wurde, kann man das Resultat nicht als Ueberraschung ansehen. Insofern nicht als Ueberraschung ansehen, da, wie die Teutonen von Anfang bis Ende mit einer ver­bissenen Energie Erfolge der Gastgeber zu verhin­dern wußten. Wenn ihnen hierbei das Glück einige­mal zu Hilfe stand, dann war dies wohl eine aus-

Oberinfpektor Reußing stand in der Halle nicht weit entfernt. Doktor Zulewfky wollte ihn heran- rufen, aber Reußing winkte vorher ab. So berichtete ihm denn der Arzt durch Zurufe, was er feftfteüte.

Kopfschuß, Reußing, nicht unbedingt tödlich. Die Kugel wurde vom Jochbein abgelenkt." Dann war er wieder beschäftigt.Ah ...", stieß er nach einer kurzen Weile hervor,hier haben wir die Todes­ursache. Da ist noch ein Einschuß. Sie haben zwei­mal gefeuert?"

Der Oberinspektor neigte zustimmend den Kopf, aber diese Bewegung konnte der Arzt ja nicht sehen, so sprach Reußing auch noch die gute Lüge aus.

Jawohl", sagte er und schloß unklar:Zwei Schüsse haben ihn niedergestreckt."

Doktor Zulewsky richtete sich auf.Erledigt", sagte er zu den Gehilfen. Er wandte sich dem Ober­inspektor zu.Ein erstaunlicher Schuß", berichtete er,die andere Kugel ging mitten durch das Herz!"

Reußing senkte den Kopf ein wenig, er wollte hier nicht des Doktors Lob für diesen 'Meisterschuß einstecken. Ilia ... dachte er, mitten in das Herz ... Aber er wußte: sie sollte und würde das niemals erfahren.

Die Leiche wurde bald danach zur Beisetzung freigegeben. Damit war der Fall abgetan. Die Zeitungen berichteten nur ganz kurz darüber. Man hatte sie spärlich informiert. Unter Tagesneuigkeiten sand sich die Notiz, daß ein Einbrecher von Polizei­beamten erschossen worden sei. Da die Straße, in der das Geschehen stattgefunden hatte, nicht genannt wurde, konnte es sogar sein, daß Jollys Tod ge­meint war.

Am nächsten Tage trafen sich im Speisewagen des v-Zuges, der nach München fuhr, zwei Paare, die sich nicht kannten, deren Geschick jedoch für eine Weile eng verknüpft gewesen war.

Lena Bafsenberg hatte ihren Gatten zu bestimmen gewußt, mit ihr ein paar Tage auszuspannen. Daß sie nach Bayern fuhren, war Zufall.

Der Konsul wollte bei der Gelegenheit dort im Süden gleich einen geschäftlichen Besuch erledigen. Lena Bassenberg hätte es in diesen Tagen in Ham­burg nicht ausgehalten. Der Alpdruck war zwar von ihr genommen, aber sie wagte noch nicht recht aufzuatmen. Wenn sie zurückkam würde alles vor­über sein und Vergangenheit heißen, der man sich nicht mehr zuzuwenden brauchte.

Sie beobachtete das junge Paar, das ihnen gegen­über saß. Wie ernst heute bereits die noch jungen Menschen waren. Aber dann bemerkte sie ein ver­stohlenes zärtliches Händedrücken und ein ernstes zaghaftes Lächeln um den Mund des Mädchens.

Ilia", sagte der Mann,nun das alles aus der Welt ist, darf ich dich endlich fragen..." und er sprach den Rest seines Satzes so nahe dem Ohr des Mädchens, daß Frau Lena die Worte nicht ver­stand. Aber sie sah, wie das Lächeln um diesen ernsten Mund aufblühte und strahlend wurde.

Da lächelte sie mit. Es gab noch so viel Glück auf der Welt, jeder würde sein Teil bekommen. Auch sie. Und sie lehnte sich bei dem Gatten an, der freundlich lächelnd ahnungslos ihr zunictts.

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gestanden, daß du noch einmal in die Wohnung würde, in denen der Gedanke, ein Menschenleben zurückgekehrt bist!" ausgelöscht zu haben, nicht mit Zureden und Ge-

Er verfärbte sich. ,Holly ...", brachte er heraus, rechtigkeitserwägungen weggescheucht werden könnte.

Aber bann schüttelte er den Kopf.Das nutzt dir

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Konrad Frey-Bad Kreuznach der Beste.-r3I,l von 240 erreichbaren Punkten Leuschel-Thalheim Meisterklasie-Bester.

Der Sonntagnachmittag wurde zu einer eindrucks­vollen Schau des hohen Leistungsstandes unserer Lpitzenturner. 12 000 Zuschauer füllten die Riesen- hrlle. Mitten im Saal wurden die Schluhkämpfe lv gewickelt, so daß jeder Zuschauer beste Sicht hatte.

Der stellvertretende DT.-Führer Karl Steding srrach Worte des Dankes an das gastfreundliche ftranffurt und begrüßte Zuschauer und Turner.

«Mit den Kürübungen am Barren eröff- Nlten die Turner dann ihre Endkämpfe. Konrad

zen Titel eines Deutschen Kunstturn-Meisters er­rungen. Sein Sieg war unbedingt verdient. Mit bewunderswerter Gleichmäßigkeit und vorbichlicher Haltung turnte er jede einzelne Hebung; fünfmal erhielt er die Höchst-Punktzahl, nicht eine einzige Hebung wurde unter 19,2 bewertet. Seine Ge­samtpunktzahl 237,1 von 240 möglichen Punkten darf mit Fug und Recht als einzigartige Leistung angesprochen werden. Der Kreuznacher, von Beruf Schlosser, entstammt einer alten Turnerfamilie.

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nichts. Jolly ist tot."

Ich weiß das. Du hast ihn getötet, hast ihn herzlos in der Eibenstraße abgeschossen, als er am Balkon hing. Aber das rettet dich nicht, Basilius. Jollys Geständnis besitze ich schriftlich und be­glaubigt."

So?", sagte Basilius. Er senkte den Kopf. Die innere Hmschaltung gelang.

Hier ging es um das Leben. Da ward er wieder der Wolf, der sich durchbeißen würde, ganz gleich gegen wen. Er hielt den Kopf noch geneigt, aber aus dem Spalt der Lider beobachtete er scharf. War diese Mädchenhand, die den Revolver hielt, ganz sicher? Es ist ungeschickt, die Schußwaffe so­lange in Anschlag zu halten; er überlegte bas alles.

Eine Sekunbe, zwei Sekunben ... Dann sah er sie an.Du weißt zuviel, Kätzchen", sagte er, unb seine Stimme klang fast zärtlich,bu wirst gefähr­lich. Es ist besser .. ", er sprach nicht weiter.

Mit einer blitzschnellen Bewegung fuhr seine Hanb in bie Tasche unb riß ben Revolver heraus. Gleichzeitig bückte er sich, ging in bie Knie, ber Schreibtisch würbe ihm Deckung bieten unb feuerte! _ ,,

Schossen Ilia unb er zur gleichen Zett? Welcher Schuß verließ ben Bruchteil ber Sekunbe eher bie kleine Waffe? Unb wer feuerte ben britten Schuß ab? Deutlich waren brei Schüsse zu unterscheiben gewesen!

Ilia lehnte gegen bas Büchergestell; bie Pistole in ihrer Hanb rauchte. Der Rechtsanwalt staub fas­sungslos, er vermochte nicht einmal bie Hanb zu heben. Dich vor bem Schreibtisch auf bem Teppich lag Basilius unb rührte sich nicht.

Eine Männerstimme scholl von ber Halle herein. Erschrecken Sie nicht, Polizei!" Gleichzeitig betrat Oberinspektor Reußing bas Zimmer. Er lief aus Ilia zu.Sinb Sie verletzt, Fräulein Filimon, hat er Sie bvch noch getroffen?"

Ilia rief sich zurück. Sie schüttelte ben Kopf; zu sprechen vermochte sie noch nicht. Reußing ließ sie los. Farrenkorn nahm sie beim Arm und druckte die Schwankenbe sacht in seinen Schrelbtischsessel. Sie sahen zu, wie ber Oberinspektor sich zu Basilius hinabbeugte. . , , . r, .

Gr hob ben Liegenden em wenig auf, betastete ihn unb ließ ben reglosen Körper zuruckstnken. Tot", sagte er kurz unb richtete sich auf.

Ilia fab auf bes Beamten Mund. Ihre Lippen brachen endlich auf.Ich", faqte sie,mein Schuß! Ich habe ihn erschossen!"

R-ußinq betrachtete sie sinnend. Sre gitterteJo stark daß sie die Waffe auf den Tifch leqen mußte

Tot ..", wieberholte sie, als wurde ihr erst nach und nach klar, was Jöort bebeute.

Oberinspektor Reußing richtete sich vollends auf. Er wollte zur Tür, wo draußen Beamte warteten. Aber dann fiel ihm wohl ein wem er seine Befrei­ung, vielleicht bas Leben verdankte Er ahnte, baß es im Leben dieses Mäbchens Stunben geben

Vornan von Frank $. Brann.

Schluß.

Der grüne Vorhang in feinem Rücken wehte auf, nurbe zur Seite gestoßen, und eine Frau, die der Lschtsanwalt niemals vorher gesehen hatte, trat h rvor. Sie hielt einen Revolver in der ausgestreck- tin Rechten unb bebrohte Basilius.

Doktor Farrenkorn war gewiß überrascht, aber sc: ne Heberraschung mußte gering genannt werden qi gen Basilius' Bestürzung.

Basilius stand vor bem Schreibtisch, aber er stützte beibe Hände auf die Holzkante. Seine Augen weiteten sich, als begriffen sie nicht mehr richtig, was sie da aufnehmen sollten.Du ... Ilia ..." stieß er heiser hervor.Verfluchter Spuk, immer wieber bu? ..."

Ilias Stimme war auf einem höheren Ton ge- hillten als sonst. Das war eigentlich alles, was ihre Bewegung verriet. Sie nickte, ohne ihn aus bem Blick zu lassen. , . .

Ich, jawohl. Habe ich bir nicht bamals m Arad gisagt, baß bu mich auf beinern Weg finben wur­det? Da bin ich."

Was was willst bu von mir?

Dich!"

Was heißt bas?" Seine Hänbe blieben auf bem fplz liegen; er fühlte, bies Mäbchen überlistete er Nicht, jetzt noch nicht.

Ilia hörte nicht auf feine Frage.Dich will ich , wieberholte sie,vorher aber muß ich bein Ge- stünbnis hören." Sie trat einen Schritt näher. Den Rechtsanwalt sah sie kaum an. Er war nicht Feinb, nicht Verbünbeter; Zufall, baß er hier zuhörte. Dies ging nur sie unb Basilius an.

Er las in ihrem Gesicht bie harte Entschlossen­heit. Ihr Munb war fest zusammengepreßt. Wenn sie sprach, kamen ihre Worte wie herausgestoßen ais diesen Lippen, bie sich sofort wieber schlossen.

Basilius", hob sie an,wer hat meinen Vater ir ben Tob gehetzt?"

Er schwieg. Er sah sie an. In ihren Blicken war eh Glimmen, bas anwuchs.

Da sagte er:Dein Vater verlor bie Nerven; bas war nicht meine Schulb."

Sie nickte, als sei sie zufrieben.Basilius", be- 1 gCnn sie nochmals, unb ihr Tonfall war in ber Lieberholung entneroenb,wer tötete meine Kutter?"

Sofort hob er abwehrenb bie eine Hanb.Ich nicht! Du weißt, baß es ein Zufall war. Der Gas- ^.Mer^öftnet? nachts, als sie schlief, biefen Gas-

Jch nicht. Ich habe Zeugen baß ich bie Woh­nung verließ, als beine Mutter lebte unb erst zuruck- tiirn, als bas Hnglück längst geschehen war.

Ilia sah in bies Gesicht, blieb es immer noch ungerührt? Sie übersteigerte sich.Du lugst rief fit, obgleich sie es war, bie jetzt log.Jolly hat

gleichenbe Gerechtigkeit, benn auch 1900 konnte sich über ben nötigen Beiftanb Fortunas nicht be­schweren.

Unter Leitung von Müller (Frohnhausen), ber, besonbers in ber zweiten Halbzeit, als ber Druck ber Gastgeber unvermindert anhielt unb Watzen­born-Steinberg mit zurückgezogener Läuferreihe einen Verteibigungsipall aufbaute, mit einigen unbeirrbaren Entscheidungen seine Autorität boku- mentierte, stellte sich 1900 mit folgenber Mannschaft: Fischer; Zeiler, Lippert; ßangsborf, Heilmann, Schäfer; Erharb, Schellhaas, Schmelz, Jäger, Kraft. Eine eingehenbe Erläuterung bes Spielverlaufs er­übrigt sich, benn unter ben herrschenben Platzver­hältnissen kann von einem einwandfreien Spiel keine Rede fein. Das Spiel blieb bei dem schlüpfri­gen, mit einigen mehr oder weniger großen Was- serpfützen versehenen Boden nur Stückwerk. Ledig­lich die evtl. Torchancen sollen kurz registriert sein.

Die erste große Chance hatten die Gäste. In der 12. Minute gibt Lippert hart bedrängt einen Ball zurück. Zum Entsetzen der Anhänger der Blau­weihen geht der Ball auf die von Fischer unge­deckte Torecke, eine Wasserpfütze wird Retter in der Not. Dort bleibt der Ball hängen. In der 20. Mi­nute hatte 1900 eine große Chance. Jäger und Schmelz hatten sich schön vorgearbeitet, und der Scyuß des Ersteren geht an bie Latte. Nach ber Pause, als ber Druck ber Gastgeber verschiebentlich sehr stark mürbe, waren es bie Gäste, bie bie Möglichkeit hatten, in Führung zu gehen. Durch kurzes Zögern ber Verteibigung ber Blauweißen steht ber Halbrechte ber Teutonen einige Augenblicke nur noch vor Fischer. Dieser stürzt aus bem Tor, aber um Zentimeter genau gebt ber Ball an ihm vorbei unb neben ben Pfosten. Hörbares Aufatmen! 1900 nimmt nun eine UmfteUung vor. Schäfer geht auf halblinks, Jäger linksaußen unbGagges" be­zieht ben Läuferposten. Daburch kommt etwas mehr Schwung in bie Fünferreihe ber Platzbesitzer. Schäfer war es auch, bem es halb geglückt wäre,

Sie wollten doch etwas für Ihre Gesundheit tun?

.. auf Kaffee Hag umstellen!

weiter aus; 20 Punkte würben ihm für eine außer- orbentlich sicher geturnte Hebung gutgeschrieben. Winter fiel mit 18,5 Punkten weiter zurück, wäh- renb Steffens 19,8 Punkte erhielt unb bamit scharf zum zweiten Platz oorbrängte. Beckert brachte es als brittbefter Barrenturner auf 19 Punkte.

Am Querpferb kam kein Turner auf bie Höchstpunktzahl. Steffens war mit 19,9 Punkten bester Mann vor Beckert mit 19,8. Aber Frey hielt mit 19,2 Punkten unangefochten bie Spitze.

An ben Ringen konnte bann gleich breimat bie Höchstpunktzahl vergeben werben. Frey, Volz unb Winter erhielten je 20 Punkte. Konrab Frey war nach bieser Hebung nicht mehr einzuholen. Um so spannenber war ber Kampf um ben zweiten Platz zwischen Winter unb Steffens, währenb Schwarzmann schon abgeschlagen war.

Ausgezeichnete Leistungen boten bann bie Turner bei ber Freiübung. Frey, Friebrich und Schwarzmann erhielten volle Punktzahl, Winter unb Sanbrock je 19,9 Punkte. Nur vier Mann blieben hier unter 19 Punkten.

Den Höhepunkt bes Turnens bilbeten wieber bie Kürübungen am Reck. Frey riskierte nichts mehr. Er beschränkte sich barauf, seine Hebung in vvrbilblicher Haltung zu erlebigen; bie erzielten 19,8 Punkte genügten ihm vollkommen. Sanbrock war ber erste20er", ihm taten es Schwarzmann, Steffens unb Winter, ber Reckweltmeifter, gleich. Die Begeisterung ber Zuschauer kannte keine Gren­zen. Festgestellt muß allerbings auch werben, baß bie 12 000 wie ein Mann fast atemlos still bie Hebung jebes einzelnen Turners verfolgten. Kaum ein Laut war in bem Riefenrunb zu hören, wenn geturnt würbe.

Konrad Frey, der Sieger.

bietmart Münch und feinem Stellvertreter Schneemann gehalten wurde. Alle Turner be­teiligten sich. Es war erfreulich festzustellen, daß die Turner mit großer Anteilnahme an der Aus­sprache beteiligt waren.

Die Ergebnisse.

Meisterklasse: 1. Leuschel, Thalheim, 214,5 Punkte: 2. Stiegler, Mainz, 212,6; 3. Reuther, Oppau, 212,4; 4. Tretner, Altenburg, 207,1; 5. Neu- bert, Höhndorf, 206,8; 6. Haßler, Bitterfeld, 205,8; 7. W. Kippert, Villingen, 205,2; 8. Hecker, Pirma­sens, 204,9 Punkte.

Olympiaklasse: 1. Konrad Frey, Bad Kreuznach, 237,1 Punkte; 2. Walter Steffens, Bre­men, 231,1; 3. Ernst Winter, Frankfurt a.M., 229,4; 4. Alfred Schwarzmann, Fürth, 226,5; 5. Franz Beckert, Neustadt (Schw.), 224,4; 6. Heinz Sandrock, Immigrath, 223,0; 7. Mattias Volz, Schwabach, 221,5; 8. Hans Friedrich, München, 218,7; 9. Stangl, München, 216,0; 10. Schmelcher, München, 211,7 Punkte.

6 Siege des Gaues XII Hessen.

Schöffmann (Wieseck) bester hessenlurner.

Der Vertreter unseres Heimatgaues Hessen in der Olympia-Klasse, A. Fink (Marburg), konnte bei bem Meisterschaftskampf in Frankfurt a. M. leiber

Frankfurt a. M. sah am Samstag unb Sonntag jiim zweiten Mal ein beutsches Turnfest von großer fkbeutung. Die beutschen Gerätemeister- chasten würben in ber Festhalle ausgetragen. $5 Kunstturner stritten um ben Siegerkranz, 91 Nann ber Meisterklasse, 44 Spitzenturner in ber clympiaklasse. Am Samstag unb am Sonntag fillten starke Zuschauermassen bie Festhalle.

Die Stadt Frankfurt hatte den deutschen Turnern tuen überaus herzlichen Empfang bereitet. In den Mttagsstunben des Samstag empfing der Ober­bürgermeister der Stadt, Staatsrat Dr. Krebs, h« Turner und ihre Führung im ehrwürdigen Stiiferfaal des Römers. Dem Männerturnwart der 2T., Martin Schneider, wurde von der Stadt Frankfurt ein Bild Friedrich Ludwig Jahns über- riicht. Für die Turnerschaft dankte Reichsdietwart Kurt Münch.

Vor Beginn der turnerischen Wettkämpfe am Eamstagnachmittag wurde bas Banner ber DT. ir feierlichem Zug zur Stätte ber Meisterfchasts- Vettbewerbe, ber Festhalle, überführt. Am ibenb bes Samstag vereinte einFrankfurter Denb" bie Turner aus allen Gauen bes Reiches Wit ihren Frankfurter Gastgebern.

Die Kämpfe am Samstag.

Runb 5000 Zuschauer hatten am Samstagnach- nittag ben Weg in bie Festhalle gefunben, als Män- Wrturnroart Schneiber bas Zeichen zum Beginn bir Meisterschaftskämpfe gab. 135 Turner waren (^getreten. In zahlreichen Riegen würben zu glei- cter Zeit an vielen Geräten ausgezeichnete Lei­stungen geboten. Die Olympiaklasse turnte bas ganze oympische Programm, bie Pflichtübungen ber Mei­st rklasse waren ben olympischen Hebungen stark an= K glichen.

] Sehr hart waren in ber Meisterklasse bie Kämpfe um ben Titel. Schon am Sarnstagnachrnit- |g hatte fast nach jeber Hebung bie Führung ge­wechselt, während ber Kürübungen am Sonntag itzte sich bas Ringen um bie Spitze zu einem ceifampf zwischen Leuschel-Thalheim, Stiegler- !:ainz unb Reuther-Oppau zu. Jeber von ihnen nr vorübergehenb an ber Spitze, beim vorletzten crät sah ber Dppauer wie ber tommenbe Sie- r aus. Dann mißglückte ihm bie Barrenübung nb Leuschel- Thalheim gewann ben harten □mpf vor Stiegler- Mainz unb Reuther- opau. 214,5 Punkte hatte ber Sieger, 212,6 unb 12,4 bie beiben Nächsten. Mit mehr als fünf Punk- irt Abstanb folgte erst ber Vierte, Tretner-Alten-

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Oie Entscheidungskämpfe der Olympia-Klasse.

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er dem rr 1935 ) biejej lik Don r , eine welche, es Be. nie ber Äscher samten iud) ber -sondere rrn @e. iche ge- irosessor Vertreter cn. Sius nb Am ins ein. litinter- st ent. und bir iltniffen nd mit. r Medi- '.r wert' ndt vor monier ! ihn in t sprach nil unb 1 Herrn dem er AdM '/chenli.

Der Ausklang ber Gerätemeisterschaften entsprach völlig bem hohen Niveau ber Wettkämpfe selbst. Zur Siegerehrung marschierten bie 67 Preisträger ber Meisterklasse sowie sämtliche 44 Turner ber Olympiaklasse auf ber Bühne auf. Die brei Sieger ber Olympiaklasse, Frey, Steffens unb Winter, nahmen aus ben Hänben von Männerturnwart Schneiber den Siegerkranz entgegen. Der Ober­bürgermeister von Frankfurt, Dr. Krebs, dankte der Turnerschaft und ben Turnern für bie pracht­vollen Kämpfe. Im Namen der Stadt überreichte Dr. Krebs den drei Siegern Hrkunde und Stadt- Plakette für ihre Leistung. Machtvoll brausten bann ber Gruß an ben Führer unb bie Hymnen ber Deutschen burch bie weite Halle.

_______ z , Ein wesentlicher Bestanbteil ber Meisterschafts- Arey behüte hier als bester Mann seinen Vorsprung! Tage war bie völkische Aussprache, die von Reichs-