„Oie deutsche presse ist nur dem Staate verpflichtet." „In Bezug auf die presse ist das nationalsozialistische Parteiprogramm erfüllt."- Deichs' Propagandaminister Or. Goebbels übermittelt der presse den Dank des Führers für die Mitarbeit an den großen politischen Problemen.
Köln, 30. Nov. (DNB.) Der Reichspressetag hatte am Samstagnachmittag mit einer großen presseamtlichen Kundgebung im Gürzenich seinen Höhepunkt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine Ansprache des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels. Der Leiter des Reichsverbandes der Deutschen Presse, Gruppenführer Weiß, begrüßte zunächst Reichsminister Dr. Goebbels und den Gauleiter Köln- Aachen, Staatsrat G r o h e. „Wir sehen in Ihnen", so wandte er sich an Reichsminister Dr. Goebbels, „den Schutzherrn der deutschen Presse. Die hier versammelten Berufskameraden danken Ihnen bei dieser Gelegenheit für die ständiae tatkräftige Fürsorge, die Sie der deutschen Presse angedeihen lassen." Wenn die deutsche Presse, so fuhr Weiß fort, heute wieder ein Faktor geworden fei und darüber hinaus eine pressepolitische Macht darstelle, dann sei das ein Verdienst der nationalsozialistischen Pressepolitik, für die Reichsminister Dr. Goebbels mit Tatkraft, Energie und Erfolg eingetreten sei. Nach kurzen Begrüßungsworten des Staatsrats Grohe nahm Reichsminister Dr. Goebbels das Wort.
Aerchsmimster Dr. Goebbels warf einen Rückblick auf die Zustände in der deutschen Presse, als der Nationalsozialismus die Macht übernahm.
Nach Ueberwindung der Uebergangsschwierigkei- ten könne man heute im allgemeinen sagen, daß die deutsche Presse ein deutsches Gesicht trägt. „Die Presse ist heute M i ttle r in der deutschen Politik im besten und weitesten Sinne des Wortes."
Der Minister stellte mit Befriedigung fest, daß sich die presse der ihr im vergangenen Jahre gestellten Aufgaben gewachsen gezeigt habe. Sie habe in den großen außenpolitischen Problemen ihren Mann gestanden und sich damit um das Vaterland verdient gemacht. Ich stehe nicht an“, so betonte Dr. Goebbels, „ihr dafür in aller Oeffentlichkeit den Dank des Führers und der Reichsregierung zum Ausdruck zu b r i n g e n. Wir können heute mit Stolz und Zufriedenheit sagen: die deutsche presse wird wieder von Deutschen geschrieben. Sie ist damit Sprachrohr der öffentlichen Meinung des deutschen Volkes geworden.“ (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Der Schrift- leikecberuf sei in dem nationalsozialistischen Staat eingebaut und müsse ein inneres Tempo in sich tragen, das sich nicht richte nach der Bürokratie des alten, sondern nach der Vitalität des neuen Staates. Damit fei die presse wirklich eine freie Dienerin des Volkes, damit habe Deutschland wirklich die m o - dernste presse der Welt, und mit Solz und Befriedigung könne man sagen, daß in bezug auf die deutsche presse das national- fozialistifche Parteiprogramm erfüllt fei.
Reichsminister Dr. Goebbels wies bann darauf hin, daß man auch im Auslande allmählich anfange einzusehen, daß man sich den Luxus einer unbeschränkten Freiheit der Meinung für jeden einzelnen nicht mehr leisten könne. Ein Volk könne durchgreifend immer nur handeln, wenn es von einer inneren Gläubigkeit erfüllt sei. Was sei denn anständiger und für einen Schriftleiter leichter zu ertragen: seine Meinung zu proklamieren im Dienste einer Interessengruppe oder im Dienste der ganzen Nation und des Volkes? „Wir haben den Schriftleiter aus der demütigenden und entwürdigenden Abhängigkeit von Parteien und Wirtschaftsgruppen herausgehoben und haben ihn damit in eine ehrenvolle und loyale Abhängigkeit vom Staate gebracht. Denn wir sehen die Freiheit des deutschen Mannes nicht in der Möglichkeit, zu tun und zu lassen, was man will, sondern in der Möglichkeit, sich freiwillig und verantwortungsvoll in die höheren Gesetze und die sittlichen Gebote eines Staates e i n z u f ü g e n." Der Nationalsozialist empfinde es nicht als harten Zwang, dem nationalsozialistischen Staat zu gehorchen und ihm zu dienen, auch in schwierigen und krisenhaften Zeiten.
Der Minister kam dann auf die Kunstkritik zu sprechen. Die Kunstkritik müsse nicht nur jenes primitive Maß von Ehrfurcht vor der Lei- st u n g, sondern auch vor dem anständigen Wollen haben. Der Kunstkritiker dürfe nicht von vornherein alles zerschlagen und seine Aufgabe nicht in der systematischen Entmutigung des jungen Talents sehen, sondern vielmehr in der Ermutigung dieses Talentes. Eine gesunde Kritik müsse sich in Formen bewegen, die das Positive findet und das Negative wegläßt.
Der Minister wandle sich dann dagegen, daß die deutsche presse unter die Diktatur des Annoncengefchästs gestellt werde. Die deutsche presse fei nur dem Staate verpflichtet, darüber hinaus habe sie feine Verpflichtungen. 3m Rahmen dieser Verpflichtung habe sie jede Freiheit. Sie habe fich nur davor zu hüten, dem Staate ober dem öffentlichen Interesse Schaden zu verursachen. „Ich bin der Meinung, daß das Gerede von der Eintönigkeit der deutschen presse verstummen müsse, denn die deutsche presse ist nicht eintönig.“ Mit besonderer Betonung wies der Minister darauf hin, daß sich die presse gegen alle Ansprüche, die u n b e r e ch t i g t e r w e i f e gestellt würden, energisch zur Wehr sehen müsse. Es könne fich kein Journaliflen- stand herausbilden, wenn man ihm nicht eine eigene Verantwortung gibt.
Wir wollen dem Ausland gegenüber von der größtmöglichen Zurückhaltung sein, und wir wollen auch nicht die Dinge des Auslandes unter dem Gesichtswinkel der Verhältnisse des Dritten Reiches sehen. Das Ausland ist nicht natio- nalsoüalistisch. Es ist keine Phrase von uns, wenn wir sagen, daß der Nationalsozialismus keine Exportware ist. Wenn es nach uns
ginge, würde er unter Patent- und Musterschutz gestellt werden."
Die deutsche Presse trage auch für die Gestaltung der deutschen Sprache die größte Verantwortung. Durch die Sucht zum Superlativ werde die Kraft der deutschen Sprache entwertet. Es müsse dafür gesorgt werden, daß für ganz große Gelegenheiten ein unverbrauchter Wortschatz zur Verfügung stehe. „Deshalb möchte ich hoffen, daß jeder erfüllt ist von der Ehrfurcht vor der deutschen Sprache, die uns zu treuen Händen übergeben ist, und die wir deshalb auch in treuen Händen bewahren müssen. Bei all unserer Tagesarbeit müssen wir das ganze deutsche Volk in seiner vielfältigen Gestalt vor uns sehen.
Wir müssen vor unseren Augen haben die deutsche Jugend, die deutsche Familie, die einzelnen Berufsstände in all ihren Eigenarten und Lebensnotwen- digkeiten und damit die ganze Nation. Wenn wir uns diese Richtlinien zu eigen machen, dann werden wir Journalisten in des Wortes bester Bedeutung sein. Dann werden auch die Gesetze, die sonst immer tot bleiben müssen, mit blutvollem Leben erfüllt werden und ihren wahren Sinn bekommen. Wir müssen immer wieder erkennen, daß sich unsere Arbeit im Dienste an Volk und Vaterland erschöpfen muß, daß wir nicht in dumpfer Schreibstube fitzen, sondern am surrenden Webstuhl der Zeit." (Anhaltender, stürmischer Beifall.)
Beamte und Handwerker im Dienste des Winterhissswerks.
Berlin, 1. Dez. (DNB.) Der erste Adventssonntag hatte im ganzen Reiche einen neuen Beweis von der Solidarität und dem Opfersinn des deutschen Volkes gebracht: Beamtenschaft und Handwerk haben dem Winterhilfswerk in einer zweiten Reichsstraßensammlung ihre Kräfte zur Verfügung gestellt. In Stadt und Land ist die gesamte Beamtenschaft vom Minister bis zum jüngsten Staatsdiener in diesem einheitlichen Willen aus den Plan getreten, und mit ihnen haben sich die Handwerksmeister mit ihren Gesellen und Lehrlingen für die in Not geratenen Volksgenossen eingesetzt.
In Berlin bildeten weit über 100 000 Beamte und Handwerker, unterstützt durch zahlreiche Umzüge und mehr als 30 Platzkonzerte, den Stoßtrupp im Kamps gegen Hunger und Kälte. Von den Geschäftsstellen der NSV.-Ortsgruppen aus, wo es vom frühen Morgen ab alle Hände voll zu tun gab, ergoß sich ein Strom von freiwilligen Helfern und Helferinnen über die ganze Stadt: Beamte aller Art in Zivil und Uniform, Beamtinnen, Bäcker und Zimmerleute, Schornsteinfeger und Wäscherinnen, Färber, Tischler, Fleischer, Friseure und alle übrigen Innungen, großenteils in zünftiger Tracht, gaben ein schönes Vorbild der Hilfsbereitschaft.
An den Sammlungen beteiligten sich neben den Reichsministern Dr. Frick und Dr. Gür t n e r viele Staatssekretäre, der Reichsbeamtenführer Neef, Reichshandwerksmeister Schmidt, die Politischen Leiter des Hauptamtes für Beamte wie sämtliche Beamten- und Handwerksorganisationen mit ihren Leitern. An der Straßensammlung beteiligten sich auf Anordnung des Reichskriegsministers auch die Beamten der W e h r m a ch t.
In den Nachmittagsstunden, als heftiger Regen einfetzte und die Sammeltätigkeit schwieriger wurde, trugen schon die meisten Berliner das Abzeichen. Im Brennpunkt der Innenstadt, Unter den Linden Ecke Friedrichstraße, tauchte mittags inmitten der wogenden Menschenmenge eine vierspännige h i - st o r i s ch e Postkutsche auf, die auf einem Umzug begriffen war. Mit Volkstänzen wartete zugleich an dieser Stelle die Hain-Giersdorfer Trachtengruppe aus dem Riesengebirge auf. Ein sehr einträgliches Sammeloerfahren war die amerikanische Versteigerung von Hasen durch Forstbeamte. Unter den Linden brad)te ein einziger Hase durch groschenweise Gebote, die sich zuletzt verständlicherweise fast überstürzten, die stattliche Summe von 14,30 Mark. Der große Sammeltag der Beamten und Handwerker hat seinem Zweck in vorbildlicher Weise gedient.
Wer wird Reichsbürger?
Erläuterungen Reichsminister Or. Fricks zu den Nürnberger Gesetzen.
Berlin, 1. Dez. (DNB.) Das Reichsbürger- gefetz und das Blutschutzgesetz sowie die dazu ergangenen Ausführungsverordnungen verfolgen nicht, wie Reichsminister Dr. Frick im neuesten Heft der Deutschen Juri st en - Zeitung ausführlich darlegt, den Zweck, die Angehörigen der jüdischen Rasse nur um ihrer Rassezugehörigkeit willen schlechter zu stellen. Die Lebensmöglichkeit soll den Juden in Deutschland nicht abgeschnitten werden. Das deutsche Schicksal aber gestaltet in Zukunft lediglich das deutsche Volk. Das Reichs- bürgergefetz unterscheidet zwischen dem „Staatsangehörige n" und dem „Neichsbürge r". Reichsbürger ist nur der Staatsangehörige, dem der Vollbesitz der politischen Rechte und Pflichten zusteht. Grundsätzlich kann niemand Reichsbürger werden, der nicht deutschen oder artverwandten Blutes (deutschblütig) ist: ferner aber muß er durch sein Verhalten den Willen und die Eignung zum Dien st am deutschen Volke bekunden. Da die Deutschblütigkeit eine Voraussetzung des Neichsbürgerrechtes bildet, kann kein Jude Reichsbürger werden. Dasselbe aber gilt auch für die Angehörigen anderer Rassen, deren Blut dem deutschen Blute nicht artverwandt ist, z. B. für Zigeuner und Neger.
Das deutsche Blut bildet keine eigene Rasse- Das deutsche Volk setzt sich vielmehr aus Angehörigen verschiedener Rassen zusammen. Allen ' diesen Rassen aber ist eigentümlich, daß ihr Blut sich mit- einanber verträgt und eine Blutmischung — anders wie beim nicht artverwandten Blut — keine Hemmungen und Spannungen auslöst. Dem deutschen Blut kann daher unbedenklich auch das Blut derjenigen Völker gleichgestellt werden, deren rassische Zusammensetzung der deutschen verwandt ist. Das ist durchweg bei den geschlossen in Europa siedelnden Völkern der Fall. Das artverwandte Blut wird mit dem deutschen nach jeder Richtung hin gleich behandelt. Reichsbürger können daher auch die Angehörigen der in Deutschland wohnenden Minderheiten, z. B. Polen, Dänen usw. werden.
Das Reichsbürgerrecht wird durch Verleihung des Reichsbürgerbriefes erworben. Die Voraussetzungen für den Erwerb im einzelnen werden noch festgelegl werden. Es muß aber jetzt bereits hervorgehoben werden, daß entgegen anders lautenden Gerüchten nicht daran gedacht ist, die Verleihung des Reichsbürgerrechts etwa nur auf die Mit - glieder der RSDAp., also einen Bruchteil der deutschen Staatsangehörigen, zu beschränken. Es ist vielmehr in Aussicht genommen, die große Masse des deutschen Volkes zu Reichsbürgern zu machen. Ausnahmen werden nur bei solchen Personen, die sich gegen Reich oder Volk vergehen, die zu Zuchthausstrafen verurteilt sind, oder in ähnlichen Fällen gemacht werden.
Anschließend erörtert Reichsminister Dr. Frick noch einmal den Begriff „I u d e", wie er sich aus den neuen gesetzlichen Vorschriften ergibt, um dann fortzufahren: Auch der Begriff des jüdischen Mischlings ist mit allgemein gültiger Wirkung festgelegt worden. Dabei wurde davon ausgegangen, daß Personen, die drei oolljüdifche Großelternteile besitzen, unbedenklich als Juden betrachtet werden können, da sie ihrer Blut- zusammensetzung nach überwiegend zum Judentum tendieren. Auf der anderen Seite müssen Personen mit nur geringfügigem j ü - bischen Bluteinschlag als Deutsche
behanbelt werben. Mischlinge sinb banach die- jenigen Personen, bie von einem ober zwei ber Rasse nach volljübischen Großelternteilen abstammen. Bei ber Beurteilung, ob jemand Jude ober Mischling ist, ist grundsätzlich seine Blutzusammensetzung maßgebend. Dabei wirb auf bie Raffe ber Großeltern abgestellt. Sinb diese nicht volljüdisch, befinden sich aber unter ihren Vorfahren einzelne Personen jüdischer Rasse, so kommen diese bei ber Beurteilung ber Rassenzugehörigkeit nicht in Betracht. Im Interesse einer Beweiserleichterung ist bestimmt, baß ein Großelternteil ohne weiteres als volljübisch gilt, wenn er ber jüdischen Religionsgemeinschaft angehört hat: ein Gegenbeweis ist dabei ausgeschlossen.
Die Mischlinge erfahren grundsätzlich eine besondere Behandlung. Da sie nicht Juden sinb, können sie nicht den Juden, da sie nicht Deutsche sind, können sie nicht den Deutschen gleichgestellt werben. Sie haben daher zwar grundsätzlich die Möglichkeit, bas Reichsbürgerrecht zu erwerben, wie schon die Ausdehnung des vorläufigen Reichsbürgerrechts auf die Mischlinge dartut. Dagegen bleiben sie den Beschränkungen unterworfen, die in der bisherigen Gefehgebung und den Anordnungen der RSDAp. und ihrer Gliederungen ausgesprochen sind. Ihnen ist daher auch in Zukunft weder der Zugang zum Beamtentum und verschiedenen Berufen eröffnet, noch können sie Mitglied der NSDAP, oder ihrer Gliederungen sein. In wirtschaftlicher Hinsicht sind sie dagegen den deutschblütigen Personen vollständig gleichgestellt. Soweit ferner durch Anordnungen von Organisationen der verschiedensten Art einschließlich der der NSDAP, ange- fchlosienen Verbände Mischlinge von der Zugehörigkeit zu diesen Organisationen ausgeschlossen sind, fallen diese Anordnungen am 1. Januar 1936 weg, wenn sie nicht von dem Reichsminister des Innern im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers zugelassen werden.
Im übrigen mußte dafür Sorge getragen werden bie Mischlinge als eine zwischen den Rassen stehende Mischrasse möglichst balbzum Verschwinden zu bringen. Dies ist einmal baburch erreicht daß man die überwiegend zum Judentum tendierenden Mischlinge dem Judentum zugeschlagen hat. Es ist auf der anderen Seite dadurch erreicht, daß man den Mischlingen mit zwei volljüdischen Großeltern bie Eheschließung mit beutsch- blütigen Personen nur mit Genehmi - g u n g gestattet. Untereinander bleibt ihnen bie Eheschließung zwar erlaubt; nach den Erfahrungen ber medizinischen Wissenschaft ist jeboch bei einer Berbinbung von Mischlingen untereinander nur mit einer geringen Nachkommenschaft zu rechnen, wenn beide Teile je zur Hälfte dieselbe Blutzusammensetzung aufweisen. Den Mischlingen mit nur einem jüdischen Großeltemteil wird dagegen durch x A ""^teres zulässige Eheschließung mit deutschblutigen Personen das Aufgehen im Deutschtum erleichtert. Um dies nicht zu verzögern, ist ihnen die Eheschließung untereinander verboten.
Die Zollerhöhung des Dieseltreibstoffes.
München, 1. Dez. (DNB.) Zur bereits ge- meldeten Zollerhöhung des Dieseltreibstoffes teilt Direktor Dr. W. Wertin, Leiter der Fachgruppe „Kraftwagen und deren Motore n", folgendes mit:
Durch die Verordnung des Reichsfinanzministe- riums vom 27. Nov. 1935 ist für Dieseltreibstoff eine Zollerhöhung von 4 RM. auf 8 RM. plus 20 v.H. Tarazufchlaa eingetreten. Ursprünglich hatte bie einschlägige Industrie in einer Denkschrift eine Ausgleichkasse vorgeschlagen. Der Preis sollte auf 14 RM. erhöht werben unb mit ber Differenz auf 16 RM., bie bie Treibstaffinbustrie Norberte, sollte bie einheimische Probuktion gestützt werben. Allerbings hatte biese Regelung eine steuerliche Ermäßigung für Lastkraftwagen zur Voraussetzung. Das Reichsfinanzministerium hat inbes auf bie zusätzliche Einnahme, bie bei ber Einfuhr von runb 1000 000 Tonnen gleich 40 000 000 RM. beträgt, wahrscheinlich nicht verzichten können. An unb für fich wirb sich bereits das Aufkommen aus ber Kraftfahr- zeug st euer, bas im Steuerjahr 1933/34 212 Millionen betrug, wie bie Entwicklung bes laufen» ben Steuerjahres ergibt, voraussichtlich um ein Drittel verringern.
Durch bie neue Zollregelung ist natürlich bie Möglichkeit gegeben, den neuen Einfuhrpreis mit dem für die inländische Erzeugung erforderlichen Preis ebenfalls auf eine Ebene zu bringen. Deutschland ist nun einmal in der glücklichen Lage, eine heimische Rohstoffbasis (Steinkohle unb Braunkohle) zu besitzen, beren Ausnutzung im wehrpolitischen unb wirtschaftlichen Interesse eine zwingenbe Notwendigkeit ist. Hierzu gehört natürlich auch bie Einsparung zusätzlicher Devisen für den durch die fortschreitende Motorisierung erforderlichen Mehrbedarf. Während ber Bebarf an Leichtkraft st of- f e n (Benzin, Benzol unb Spiritus) bereits zu einem wesentlichen Teil aus der heimischen Erzeugung gedeckt wird, beträgt die inländische Herstellung von Dieselöl kaum ein Sech st el des Bedarfs.
Es ist klar, daß durch die neue Zollerhöhung bie Rentabilität bes Dieselmotors gegenüber bem Benzinmotor etwas geringer wirb. Es barf aber habet nicht außerachtgelassen werben, daß ber Preisunterschied zwischen Benzin und Dieselöl immer noch über 50 v. H. beträgt bei einem 30prozentigen Nutzeffekt des Dieselmotors. Für einen Lastwagen von etwa drei Tonnen Nutzlast beträgt ber Mehrpreis bei einer Strecke von 200 Kilometer kaum mehr als 2,50 Mark. Diese Gebanken muß man sich vor Augen halten, wenn man bie Frage ber Zollerhöhung betrachtet. Sowohl ber Führer selbst als auch bie Reichsregierung haben burch zahlreiche Maßnahmen vom ersten Tage ber Machtergreifung an bewiesen, baß nichts unterlassen wirb, bie Motorisierung Deutschland mit allen Mitteln zu förbern unb lebensfähig auszubauen. Der Blick ist aber auf das Ganze gerichtet unb von biefem Gesichtspunkt aus ist auch bie neue Verorbnung anzusehen.
Einnahmen und Ausgaben des Landes Hessen.
LPD. Darmstadt, 1. Dez. Der letzte Ausweis über bie Einnahmen und Ausgaben des Landes Hessen verzeichnet Ende September für das laufende Rechnungsjahr folgende Ziffern:
A. Ordentlicher Haushalt (Beträge in 1000 RM.). I. Einnahmen. 1. Steuern: a) Reichssteuern 17 761 (Jahressoll 40 638), b) Landes- fteuern 15 082 (27 620), davon ab: Ueberroeifungen an Gemeinden (Gemeindeverbände) 3112 (16 904), verbleiben 29 631 (51354). — 2. Überschüsse ber Betriebe 7639 (12312), davon ab: Zuschüsse an Betriebe 3590 (6947), verbleiben 4049 (5365). 3. Sonstige Einnahmen: a) Rechtspflege (einschl. Strafvollzug) — (—), b) Schulwesen, Wissenschaft unb Kunst, Kirche 899 (8034), c) übrige Lanbesverwaltung 9059 (22 672). Einnahmen insgesamt 43 638 (87 425) (abzüglich ber Steuerüberweisungen an Gemeinben usw. unb ber Zuschüsse an Betriebe).
II. Ausgaben: 1. Allgemeine (innere) Verwaltung (einschl. Polizei) 4119 (12 495), 2. Rechts- pflege (einschl. Strafvollzug) — (—), 3. Verkehrs- wesen 1 (60), 4. Schulwesen, Wissenschaft unb Kunst, Arche 11 194 (31 085), 5. Soziale Maßnahmen unb Gesundheitswesen 2024 (8762), 6. Wohnungswesen 299 (2771), 7. Schuldenbienst 2665 (4849), 8. Ruhegehälter (soweit im Haushalt zentral nachgewiesen) 8266 (12 296), 9. Sonstige Ausgaben 13 228 (11 107). Ausgaben insgesamt: 41 796 (87 425).
B. Außerordentlicher Haushalt (Betrage in 1000 NM.) I. Einnahmen: Insgesamt 1440 (7159), (darunter Anleihen 6578).
II. Ausgaben: 1. Landeskultur- unb landwirtschaftliches Sieblungswefen 71 (3610), 2. Verkehrswesen 8 (28), 3. Wertschaffenbe Arbeitslosenfürsorge — (—), 4. Wohnungswesen — (—), 5. Sonstige Ausgaben ber Hoheitsverwaltung 1046 (2348), 6. Zuschüsse unb Neuinvestiexungen für Betriebe und beim Vermögen 315 (1173), Ausgaben insgesamt- 1440 (7159).
Vorstehender Ausweis stellt ben Abschluß ber er ft en Hälfte bes Haushaltsjahres bar. Wie ber Vergleich ber Einnahme- und Ausgabefummen im ordentlichen Teil zeigt, war es seither möglich, bie laufenben Zahlungsverpflich- tungen bes Lanbes mit laufenben Einnahmen ab- zubecken.
Kleine politische Nachrichten.
Schulte
Komman-
Reichsminister Dr. Goebbels stattete zufam- men mit Gauleiter Gröhe gelegentlich seiner Anwesenheit bei ber Reichspressetagung in Köln bem Erzbischof von Köln Karbinal * einen brewiertelstünbigen Besuch ab
i-a£ et21.b n 1 r a Le,n f,nb beförbert: die Vizeadmi- h?Jr^° r ' Flottenchef Albrecht, Komman- uierenber Admiral der M'-'rinestation der Ostsee: zu /tu c r a I e n Konteradmirale Witzelt, Cbef des Marmewaffenamtes im Reichskrieasmini- ftertum, Baft’.an, Chef bes Allgemeinen Marine- amtes im Reichskriegsministerium.
l^lbe Million Einwohner zählenden indischen Stadt Lahore kam es zu schweren Z u- |a m m e nst ö ß e n zwischen Sikhs unb Hi n- o u s. Die Polizei war gezwungen, Militär zu Hilfs zu rufen und ben Belagerungszustand zu verhän- gen. Bei den Zusammenstößen wurden drei Personen getötet


