Ausgabe 
2.12.1935
 
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185. Jahrgang

Eichener Anzeiger

es fei ein offene^ Geheimnis, daß ein ober zwei bri­tische Minister gegen die Oelsperre seien, weil sie eine Ausdehnung des Krieges durch einen italieni­schen Verzweiflungsausbruch fürchteten. Das Blatt erklärt jedoch, wenn man es jetzt an Entschlossen­heit fehlen lasse, würde dies verhängnisvoll für die ganze Politik kollektiver Sühnemaßnahmen fein, die das britische Volk bei den letzten Wahlen nahe- zu einstimmig gebilligt habe.

siak, als man ihn sestnehmen wollte, mit der Waffe in der Hand Widerstand. Er tötete einen Feldjäger und wurde dann selbst getötet. Die Organisation befaßte sich mit der Sammlung von Material aus den Garnisonen der Roten Armee. Sie bestand aus Esten, aus ehemaligen Weißgardisten und Ku­laken, die im Augenblick ihrer Einziehung zur Ro­ten Armee oder während ihrer Dienstzeit in der Ar­mee zu diesen Zwecken geworben wurden.

Daily Mail" undDaily Expreß" ermahnen die Regierung von neuem, sich nicht in Schwierig­keiten verwickeln zu lassen. Auch die rechtskonser­vativeMorning Post" bezweifelt, ob eine folche Maßnahme geeignet fein würde, den Frieden m Afrika wieder herzuftellen und spricht von der Mög­lichkeit, daß Mussolini zur Verzweiflung getrieben werden könnte. Es fei unklug, ein stolzes Volk in eine Lage zu bringen, aus der es keinen Rückzug gebe.Daily Telegraph" schreibt,

Vor einem neuen Vermittlungsversuch Lavals?

Eine Festlandsreise (Str Samuel Hoares mit den (Stationen Paris und Genf. Für und wider die Oelsperre.

Mens erster Kriegswinter.

Von unserem römischen E.-Korrespondenten.

Rom, 30. November.

Rom, 1. Dez. (DNB.) Vertreterinnen der Or­ganisation der Kriegsmütter und Kriegswitwen; denen in allen Provinzen Italiens die Ausgabe übertragen wurde, den Abwehrkampf gegen die Sanktionen zu leiten, find heute vom Duce empfangen worden. Mussolini sagte, die Söhne und Männer der Frauen, die er heute empfange, feien gefallen, um das bedrohte Frankreich und das überfallene Bel­gien zu retten. Sie hätten heroisch gekämpft, um am Ende den Sieg von Vittorio Veneto zu erringen. Jede dieser einst alliierten Mächte liefere heute dem Feinde Bomben und stelle Italien, das die Mutter der Kultur und die Geburtsstätte vieler großer Männer sei, aus die gleiche Stufe wie das barbarische Abessinien. Durch die Wirtschaftssanktionen könne Italien nicht tief getroffen werden, weil niemand ahne, wieviel Kraftreserven vorhanden feien. Verletzt wer­den könne Italien nur durch d i e moralifche Seite der Sanktionen.

Voce d'Jtolia", das Sonntagsblatt des halbamt­lichenGiornale d'Jtalia" schreibt anläßlich des Empfanges der Kriegswitwen durch Mussolini, 50 zivilisierte Länder und Regierungen ständen heute einer Phalanx von Müttern gegenüber, die nicht nur als italienische Staatsangehörige kämpften, son­dern als Rächerinnen des geschändeten Opfers ihrer ruhmreichen Gefallenen. Italien hätte die Möglichkeit gehabt, ruhig den Weltkrieg fernzubleiben und Frankreich, England, Belgien und die übrigen Länder kaltblütig ihrem Schicksal zu überlassen. Ohne irgendwelche Gefahr hätte es dann seine Kräfte auf dem afrikanischen Kontinent einsetzen können, um Abessinien zu be­setzen. Damals hätte es auf diesem Wege w e-

Mffolmi nist die Kriegswiiwen zum Abwehr kamps gegen die Sanktionen ans.

Die Abessinier melden schwere Kämpfe an der Nordfront

Asmara, 1. Dez. (DNB.) Die italienischen Be­hörden im besetzten Gebiet hatten der Eingeborenem bevölkerung die W a f f en belassen, m dem Glauben, dadurch die Bevölkerung zu schonen. Die Folge waren dauernde Aufsässigkei ten und Zusammenrottungen unsicherer Elemente, die hinter der italienischen Front Unruheherde bildeten Der neue ttattemsche Oberbefehlshaber Badoglio hat nun den Befehl zur Entwafs- n u n g der gesamten Bevölkerung in den besetzten Gebieten gegeben. *

Nack abessinischen Meldungen finden am Abaro-Paß, der 65 Kilometer nördlich von Makalle also hinter den italienischen Linien - liegt 1chw-r° Stümpfe statt. Die Abessinier versuchen, den Nachschub von Trup^n, Kriegs- material und Lebensmitteln auf der Straße von

derdiplomtifcheProte st enoch Verbote oder Drohungen gefunden, noch hätte es alle feine Toten verloren; vielmehr hätte es in wenigen Monaten sein gesamtes Kolonialproblem lösen können. Die Loyalität der italienischen Waffenbrüderschaft, der die Alliierten mel von ihrem Bestand und ihrem Wohlergehen zu ver­danken hätten, sei heute der Hauptgrund für die Anmaßung dieser Mächte. Die heutige Zusammen­kunft der italienischen Frauen sei daher heute eine e n t s ch e i d e n d e K r i e g s g e st e. Der Krieg habe wieder angefangen, weniger loyal und m u - t i g zu fein wie der, der in den Schützengrä­ben ausgefochten wurde, weil er von weniger glänzenden Idealen beherrscht werde. Die italieni­schen Frauen bezögen ihren Posten und erfüllten ihre Aufgabe in stiller Widerstandskraft.

An allen Häuserfläcken und Anschlagsäulen Roms sind seit Samstag große Plakate befestigt, auf denen zur Unterrichtung über d ie Einstel­lung der einzelnen Länder zu den Sühne­maßnahmen eine Karte von Europa abgebildet ist. Mit Ausnahme von Deutschland, Oesterreich, Un­garn und Albanien sind alle Länder schwarz ge­zeichnet. Begleitworte fordern auf, die Erzeugnisse dieser Länder hinfort vollständig zu boykottie­re n. Der Vorstand des italienischen Frontkämpfer­verbandes hat den Beschluß gefaßt, daß sämtliche Mitglieder die Medaille des Internatio­nalen Kriegsteilnehmer-Verbandes a b I e g e n. Diese Entscheidung wird damit begrün­det, daß diese Medaille jetzt den Wert als Symbol der Solidarität verloren habe, die dasOpfer der Toten für die gemeinsame Sache in dem Gedächtnis der Ueberlebenben hätte erhalten sollen".

roärtigen Stand der gegeneinander aufgebotenen ' Machtintereffen? Der Kamps um die Kolo­nien! Wir haben es bereits vor dem ersten Ka­nonenschuß gesagt, baf> bie Kolonialfrage, ganz gleich, wie bieser Krieg ausgehen mag, burch ihn in Fluß kommen werbe. Rom selbst er­klärt, entroeber erhalte es Abessinien, bann trete es in bie Reihe ber gesättigten unb ba- mit friebfertigen Nationen ein, ober man ver­weigere ihm biefes, auf ben Vertrag von Lon- bon gestützte Recht unb bann müsse es bas un­gelöste Kolonialproblem vor ben Völkepbunb brin­gen. Mit anberen Worten, es verlange anbere Kolonien. In biesem Augenblick müßte bie bisher i unbeteiligte Großmacht, Deutschland), Stellung beziehen, benn baß bas Dritte Reich einem Kuh- hanbel mit ben Manbaten untätig zuschauen werbe, bas glaubt wohl feiner.

Unb Kolonien haben, bas heißt lebenswichtige Rohstoffe, eine blühenbe Schiffahrt unb, zu ihrem Schutz, eine starke Kriegsmarine haben. Der Aus- bruck Manbat läßt sich zuweilen sogar mit Oel Über­setzen, man benke nur an Irak; unb hier schließt sich ber Ring. Die afrikanische Schlange, burch Oel aufgescheucht, beißt sich in ben Schwanz. Abes­sinien, Völkerbund), Mittelmeer, Kolonien, Benzm. Man'kann es vor- unb rückwärts lesen.

Daher ist es billig zu sagen, Italien solle halt m Gottesnamen seine Truppen zurückziehen. Nichts mürbe sich bamit auf bie Dauer änbern. Wir mu - fen uns schon auf weitere Kriegswmter unb viel­leicht noch strengere gefaßt machen.

Vom Kriegsschauplatz.

Makalle nach Adua abzufangen. Die Kämpfe sollen für bie Italiener, bie sich nach den Behaupt­tungen ber Abessinier bereits auf dem Rückzug nach Adua befinben sollen, äußerst verlustreich iCIyn ber ©übfront hat im Abschnitt von Dolo bei der Heeresgruppe bes Ras Desta erhöhte Gefechts­tätigkeit eingesetzt. Der Sterndeuter bes Kaisers hat vorausgesagt, baß sich in diesem Abschnitt im Dezember an einem Donners­tag eine große Schlacht entwickeln werde, bie vier Tage bauern unb für bie Abessinier glück­lich verlaufen werbe.

Das Ltebergangskabineti in Griechenland.

Allgemeine Amnestie und Neuwahlen.

Athen, 1. Dez. (DNB.) Der neue griechische Ministerpräsident Dernerbzis erklärte ber aus- länbischen Presse: Die neue Regierung ist eine Regierung ber nationalen Versöh­nung unb bes Wieberaufbaues. Frei von jeher politischen Dinbung, stark burch bas Ver­trauen bes Königs, erschöpft sich ihr Programm m vier Punkten: 1. Freie Wahlen, 2. Einsparungen im Haushalt, 3. Stärkung ber Derteibigungskrafte des Landes, 4. eine Politik ber Treue zu ben inter­nationalen Verpflichtungen, bes Festhaltens am Balkanpakt unb ber Freunbfchaft vor allem mit ben Großmächten, mit denen Griechenland) feit altersher verbunden ist, sowie ben benachbarten Staaten.

Die neue Regierung will sich auf eine Vorberei­tungsarbeit beschränken, bamit bie Regierung, bie aus ber Befragung bes Volkes hervorgeht, bereits einen Anfang vorfinbet. Der Straferlaß für bie Zivilpersonen unb bie Angehörigen ber Wehr­macht werbe allgemein sein. Die Vermö­gensbeschlagnahme werbe aufgehoben werben, ausgenommen in ben Fällen, wo bie Ver­mögen mit unsauberen Mitteln erworben würben.

Das Amnestiegesetz ist bereits unterzeichnet. Von ber Amnestie werben etwa 750 Personen betroffen, davon leben etwa 200 im Auslande.

Spionage in der Jtofen Armee.

Moskau, 30. Nov. (DNB.) Die Telegraphen­agentur ber Sowjetunion melbet aus Leningrad): Dieser Tage würbe eine große Spionageorganisa­tion bes estnischen G e h e i m b i e n ft e s aus­gehoben, bie von Agenten eines August K i w i f i a k organisiert war. Am 16. November leistete Kiwi-

Wer wird Nachfolger Mfaryks?

Benesch hat die meisten Aussichten.

Prag, 30. Nov. (DNB.) Da ber tschechoslowa­kische Staatspräsident Masaryk auf dem Wunsch beharrt, von seinem Amte zurückzutreten, wurde den Mehrheitsparteien die Frage vorgelegt, wen sie als feinen Nachfolger in Betracht ziehen würden. Sämtliche Linksparteien haben ben jetzigen Außenminister Dr. B e n e f ch als ben ein­zig möglichen Kanbibaten bezeichnet. Die tsche­chisch-klerikale Partei hat sich ange- schlossen. Die Parteien ber Rechten, bie tsche­chischen Agrarier unb bie tschechische G e roerbepartei, erklären, baß sie vor ihrer Stel­lungnahme gewisse Fragen beantwortet haben möch­ten. Sie wünschen Klarheit barüber zu haben, wie bie Regierung nach ber Wahl aussehen wirb. Aussichten, Nachfolger von Dr. Benesch als Außen­minister zu werben, hat sein bisheriger Stellvertre­ter Dr. Krofta, ber parteipolitisch nicht gebunben ist. Auf bas I n n e n m i n i st e r i u m, bas bisher zum Machtbereich ber tschechischen Agrarier gehört, wirb diese Partei keineswegs verzichten. Man er­wägt daher, das jetzt von einem Beamten besetzte Unterrichtsministerium durch einen Ver­treter der Linksparteien besetzen zu lassen. In dem Augenblick, in dem diese Frage geklärt sein wirb, wirb ber Rücktritt bes Staatspräsibenten verkünbet werben, so baß bie Nationalversammlung noch vor Weihnachten zur Wahl bes neuen Staatspräsibenten zusammentreten könnte. Ueberraschungen find jeboch nicht ausgeschlossen.

In K o w e l entbedte eine polnische Polizeistreife bie zwei seit mehreren Monaten gesuchten Mit- gtieber einer ukrainischen Terrororgani­sation Nikitiuk unb Sylluk, bie im Sommer bie» jes Jahres brei Polizeibeamte unb einen Priester ermorbet hatten. Da bie Mörber sich mit ber Waffe in ber Hanb ber Verhaftung wibersetz « ten unb zu flüchten versuchten, machten bie Poli­zisten von ber Schußwaffe Gebrauch unb er- f<f)offen die beiden Terroristen.

Nr. 281 Erstes Blatt 185. Jahrgang Montag, 2. Dezember 1955

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Seit Wochen nach Kriegsbeginn stauben bie beut- scheu Heere vor Paris; zwei Monate finb ins Laub gezogen unb wo stehen bie italienischen Truppen in Abessinien? Es sind) französische Kritik er, .. , . m>.

die solche Vergleiche ziehen. Nicht gerabe in böser Loubon, 2. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie Absicht nein, mehr um ben Vergleich auf M a -Times" aus Paris melbet, glaubt mau baß L a - rokko auszubehueu. Dort zog sich ja auch bie o a l erneut eine briugeubeAuffor- Unterroerfung recht in bie Länge, unb Italien selber berung an Mussoliu l gerichtet habe, V e r- hat es halb nach feiner Intervention im Weltkrieg haublungen über eine Beilegung bes abefslui- erfabren müssen, baß Kolonien gar nicht so leicht scheu Streites zu beginnen. Anbernfalls würbe 3U halten finb. Bis zum Küsteuraum fast brängten Frankreich verpfl icht e t fein, m Genf bie die Eingeborenen in Libyen wieber vor, erst in ben vorgeschlagene Sperre auf Oel zu unter fluten, letzten Jahren ist es enblich gelungen, sie nicht nur Allerbings seien sich bie britische unb bie franzo- zurückzuwerfen, fonbern ganz Libyen grüublich zu fische Regierung selbst noch nicht baruber einig, wie betrieben wobei sich bie heute wieber viel geuauu- eine vernünftige Verhaubluugsgruublage aussehen ten Generäle De Bono unb Graziaui ben uuver- soll. Mau bezweifle in Loubon, baß ber Bericht bes (länglichen Dank bes Vaterlaubes oerbienten. englischen Sachverstäubigeu Peterson über seine De Bono tritt nun, ben Marschallstab in der Pariser Verhanblungen bie Dinge weiter bringen ftanb vom Kriegsschauplatz ab also auch einen werbe, ba bie französische Auffassung von einer Der- Kommaudowechsel hat dieser Felbzua be- nünftigen Guublage für eine Beilegung bes itahe= reits gezeitigt unb wieber benft man infolgedessen uisch-abessiuischeu Streitesetwas großzügi- au die Wechselfälle des großen Krieges. Daß g e r" fei, als bie englische Auffassung. Der Um-

Bono versagt habe, glauben wir nicht; der alte ftanb, baß Mussolini in einer Oelsperre nicht mehr fiaubeaen ber erfahrene Kolouialkrieger wirb schon eine feinbfeiige Haltung erblicken würbe, habe in Mwußt haben warum er gerabe so unb nicht Paris ben Glauben entstehen lassen, baß ber Duce oubers manövrierte, unb wenn ihm boch nach klas- m e h r Neigung zu einer frieblichen sischem Muster ber Beiname Eunctator ba ober dort Schlichtung des Streites habe als bisher, ongehängt wirb, so kann er ihn im Hinblick auf Das britische Kabinett wirb heute prüfen, ob bie jenes erste Adua, wo nicht genügend^ gezögert Sühnemaßnahmen auch bas Del erfassen sollen, wurde, gelassen hiuuehmeu. Andrerseits ist bie Tat-1 Daily Telegraph" schreibt, bie einflußreichsten Mi- fache, baß wir nun in ben e rste u Kriegs- feien überzeugt, baß bie Aufrichtung einer wiuter hiueiugeheu unb daß er sich harter au- Oelsperre gegen Italien infolge ber Haltung Roms kündigt, als man im frühlingspraugeubeu Stresa wahrscheinlich unvermeiblich sein werbe, auzunehmeu geneigt war, nicht aus der Welt zu tcin Minister wünsche eine so einschueibenbe fchaffen. Mau spricht von einem Stillstanb der Maßnahme, wenn sie sich oermeibeu lasse. Än ber Operationen, man weiß von ber großen Schlacht, Qelfrage sei bie Haltung ber Vereinigten die diesmal aber nun ganz bestimmt in vierzehn Staaten von besonderer Wichtigkeit. Die Er­lagen losbrecheu wirb, man liest von den Siegen xlärungen Roosevelts beuteten barauf hin, baß man der Italiener unb lieft von ben Siegen der Adelst- ^it einer äußersten Einschränkung, wenn nicht sa­nier bie Kriegsberichterstatter haben es halb m gar v ö l l i g e n A b s p e r r u u g ber Oeszufuhr nach Asmara halb in Abbis Abeba bick, der Negus ftt ^^lieu r-chueu müsse. Da noch 10 Taae zur 23er- aleickzeitia an ber Front unb zu Hause, bie Born- fügung ftünben, bevor ber Achtzehner-Aussckuß zu- veuaesckwader säen Tob unb Vernichtung, soweit ammentrete, sei heute eine enbgültige Entfärbung sie nicht bank der bald gelernten Anpassung der nid)t erwarten.

abessinischen Truppen vollkommen mirkungslos b ei- Morning Post" hört, baß der Staatssekretär des den; die Tanks vollbringen Wuuberleistungen E ^ir Samuel Hoare bald zu einem

fallen bauernd in E^efauteugruben, täglich uute Urlaub nach dem europäischen F e st -

werfen sich weitere Stamme imaus- ^nb gehen werbe. Er werbe wahrscheinlich Lon-

haltsam vorrückeuden Sieaem, doch laßt der nasser bon Anfang nächster Woche verlassen unb etwa die Schuldigen öffentlich auspettscheues gwl i Tage ober mehr abweseub sein. Einen Teil Wasser in Hülle unb Fülle, eine falleube ®otPbe keiner Ferien wolle er in der Schweiz verbrm- vollbriugt das gleiche wie der Stab des Mo , 2ßeml es sich auch hauptsächlich um einen Ur- Durst quält die armen Soldaten unb mfaub handele, so erwarte man doch, daß er auf ber alles verborrt ist, hat bie Regenzeit Kleber emgeletzt. durchreise inParismitLavalzusammen-

Seitenlang könnte man so fortfahrenwenn man ^^n werbe. Es sei nicht ganz ausgeschlossen, ä "Ä'ssÄ'sa'»2 e

St ÄtfÄÄ? w-w. >#.

Ich will gerne ein Ketzer fein unb behaupten weit ! vom Schuß, zum Beispiel in Rom, wisse man besser, wie es in Wirklichkeit aussieht. Denn im Haupt­quartier ber auslänbischen Pressevertreter muß man. schon taub sein, wenn man nicht hort, was bie Spatzen von ben Dächern pfeifen L

Im Grunbe liegen bie Dmge fo, baß A b e s s i n i c n als Kolonialunternehmen in bie Ferne ge­rückt, zu einer Epifobe gemorben ist, wie sie ber Felbzug in Marokko für Frankreich war, als Paris feine Lebensbelange burch Deutschlanb bedroht gilbte. Für Rom liegt die Drohung nun im M i 11 e l m e e r, naher: auf bem Corso n Rom, im Direktionszimmer ber Staatsbank, auf den Eisenbahngleisen. Sie hockt auf bem Besucher­stuhl vor bem Schreibtisch Mussolinis sie glotzt bem Fabrikarbeiter über bie Schultern, sie grinst ben Bauern an, ber kopfschüttelnb vor feinem Traktor steht. Unb sie heißt: Benzin. . . .

Was bebeutet schon ber Einmarsch in die feind­liche Hauptstadt gegen das Drehen der Weltachft Pettoleum? Nach Oel drängt am Oel hangt doch alles. Man sagt, die Oelzusuhr sei bloß deswegen vorerst noch nicht unterbunden worden, weil Musso- lini eine solche Sperre als Kriegs gründ be­zeichnet habe, vergißt aber dabei, daß Italien einen europäischen Krieg noch weniger fuhren könnte, wenn es schon ben Mangel m Afrika Drü­ben als löblichen Schlag empfindet. Etwas naher kommt man ber Wahrheit mit ber Annahme, Ita­lien würbe auf ben Entzug ber kriegswichtigen Rohstoffe mit bem A u s t r i tt a u s b e m V ö l k e r- b u n b antworten. Vor bem letzten Ministerrat, ber sich mit bieser Frage zu befassen hatte, Jüfytte bte Presse eine berart heftige Sprache gegen Genf, Daß der Bruch schon vollzogen schien. Wäre Gens eine Privatperson, so hätte sie auf solche Ausfälle hm von sich aus bas Tischtuch zerschneiben müssen. Warum bleibt man trotz allem zusammen?

Eine Ueberlegung, bie auf bie richtige Spur führt. Der Kampf ums Mittelmeer ist in vollem Gange, auf absehbare Zeit aber bereits zu­gunsten Englanbs entschieben. Unter großen Gesichtspunkten gesehen, muß ber Ausbruchsver­such Italiens zunächst einmal als gescheitert ange­sehen werben, was selbstverstanblich eine Wieber- holunq nicht cmsschlieht, benn ebensowenig wie Aegypten kann sich Italien auf bie Dauer ber bri­tischen Schlüsselgewalt unterstellen. Heute aber würbe selbst ein vollstänbiger Sieg m Abessinien die Lage nicht bessern, sondern unheilvoll ver­schlimmern es sei benn, baß Englanb flein bei- aebe was Kenner bes britischen Charakters aus» schließen. Englanb hat seine Stellung bezogen unb tann fein Prestige nicht weniger leicht als Italien aufs Spiel setzen.

Was folgt nun aber unmittelbar aus dem gegen-