Ausgabe 
2.10.1935
 
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S Nr.230 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 2. Oktober 1935

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Lunge deutsche Nation.

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Die Trommel gerührt

Der Uiegerpimps

Don Wilhelm Sieberi.

Heber allem aber stand die Forderung: Ordnung und Zucht halten, genaues Ausfuhren der Befehle! Wir wußten: Was wir tun, tun wir als Deutsche, als Nationalsozialisten, die zu jeder Zeit, mit jeder Handlung Deutschland vertreten und propagieren. Der Tag, der mit der Blockflöte angekundigt wurde, begann mit Frühsport, bei dem Körper und Sinne gründlich geweckt wurden. Die Morgenfeier war der Ersatz für die Fahnenhissung und hatte zum Mittelpunkt die Tageslosung, die uns bei allem Tun begleiten sollte. Frische, deutsche Lieder waren der Anfang der Schulung, die uns zuerst durch die deutsche Landschaft führte. Daraufhin betrach eten wir uns den deutschen Menschen in der deutschen Landschaft und lasen dazu die Dichtungen von Hermann Löns. An keinem schöneren Ort hatten wir feine Schilderungen besser verstehen und Mit­empfinden können als in der blühenden Herde, in der wir uns befanden. Der nahe Laubwald mit feinen Birken, der ferne hügelige, bewaldete Hon- zont ließ uns ganz vergessen,, daß mir m England waren. Man meinte, mitten auf einem Fleckchen Deutschland zu liegen, so schön war es.

Nach dieser Betrachtung kamen wir zum Haupt­thema: die Rasse. Wir wurden uns klar dar­über daß wir die verschiedenen Rassen nicht darum kennenlernen, um sie nachher. abzuurteilen und ihren Wert zu messen. Nein, jeder Deutsche soll etwas wissen von der seelischen und körperlichen

ursachtes Geräusch durch das Schweigen. Ein ver­einzeltes Pfauenauge gaukelt dicht an seiner Rast vorbei, er denkt an dies und das, und schließlich fallen ihm langsam die Augen zu.

Plötzlich fährt er hoch und reibt sich verwundert die Augen. Sollte er etwa geschlafen haben? Das ist doch wohl ausgeschlossen! Aber was ist das? Wo sind denn all die Stiefel geblieben? Er springt auf und blickt um sich, aber nur em Paar steht noch da und grient ihn höhnisch an. Von dem Platz, wo sie vorhin alle standen, führt eine deutliche Spur m den Wald hinein. Wütend rennt Fritz auf der Wiese hm

muß das zeigen, was wir Haltung nennen und leben.

Unsere Arbeit wollen wir vor euren Augen aus- breiten, und diese soll stumm, aber um so eindring­licher werben.

Wenn wir öffentlich singen, dann sollen unsere Lieder, die unser Ausdruck sind, alle im Innersten packen. Was wir heute noch nicht verstehen oder in Worte kleiden können, das sollen doch alle fühlen.

In dieser Generation muß sich der Kampf um die deutsche Zukunft und die Einheit der Nation entscheiden, das ist unser fester Wille, daß wir siegen unser Glaube!

Harmonie eines gesunden Volksstammes. Hat er die Verschiedenheiten der Rassen kennengelernt, viel- leicht die Eigenheiten seines Volksstammes an sich selbst gefunden, dann wird er sie erhalten wollen. Und dies geschieht nur durch Schutz vor rassestem- dem Einfluß. Dieses Gebiet war den meisten noch unbekannt, so daß wir am Ende der Schulung recht stolz auf die geleistete Arbeit zurückschauen konnten.

Während nun unser Geist mit Wissen und natio­nalsozialistischem Gedankengutgefüttert" wurde, brauchte unser Körper tüchttge Betättgung. Das er­hielt er auch auf der Sportwiese, beim Volkstanz und den Wanderungen, die einen gesunden und kräftigen Hunger zur Folge hatten, so daß die Küchenmutter^ oft gar nicht wußte, wohin all das Brot verschwand.

3 Nach einer halben Stunde, sie wollen gerade los- ziehen, um ihr Backobst wiederzuerobern, denn wer es hat, ist ja klar, erscheint ein Unterhändler der Alemannen" auf der Bildfläche und verkündet, daß bei der ersten feindseligen Handlung und falls Die

Herta unterhielt sich inzwischen auf eigene Faust: Ilse", rief sie auf einmal aufgeregt,ich kann schon den Anfang von Mach Ostland geht unser Ritt!« Hör' doch!"Pfüü!"Nein, bei dem Ton kann ich nicht anfangen! Aber jetzt! Achtung!" Nach Ostland geht ..." Weiter kam sie allerdings noch nicht, aber Ilse sagte ganz zufrieden:Na, also! Es wird ja schon!"

Und nach sechs Wochen haben wir Ilse an einem Sonntagmorgen mit einem vollkommen einwand­freien Ständchen überrascht. Wir Jungmädel. Sa« wohl! T-L-

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Don Hans $att, lGebietsführung Aesien-Nassau).

Ein tausendfach, ein millionenfach gehörtes Kom­mando, dieses: im Gleichschritt marsch! Und im­mer zuckt es wie ein elektrischer Schlag durch die Glieder, strafft die Haltung, läßt den Blick aufleuch­ten. Nur die wenigsten denken aber daran, daß es eine geschichtliche Sekunde für Deutschland gewesen ist, als der alte Dessauer, nachdem er den Gleichschritt angeordnet hatte, zum erstenmal dieses Kommando gab. War es nicht ein Symbol dafür, daß die unendliche Kraft unseres Volkes, die sich auf tausend Wegen zersplittert hatte, einmal den einen und rechten Wea zum Heil der Nation finden würde? Dieses erste Kommando

Schulung, Sport und Singen

Das erste BOM.-Lager in England.

war Verheißung und Auftakt zugleich einer neuen Zeit.

Aber herrlicher noch ist die Tatsache, daß eben dieses Kommando seit Jahrhunderten mit derselben elektrisierenden Kraft durch die Glieder fährt. Denn \ das ist nur möglich bei einer edlen Rasse. Niemals ' wird etwa bei einem Kaffern ein Kommando ' zünden".

Welche Vergangenheit läge hinter uns, wenn schon immer nur einer zu einem Ziel kom­mandiert hatte, statt Tausende gegeneinander! Die gesammelte Kraft unseres Volkes ist imstande, Berge zu versetzen!

Wenn uns einer sagt, dies seiheidnischer" Hochmut, so bitten wir ihn nur, uns eine Nation zu nennen, die es etwa wie das deutsche Volk fertig­gebracht hätte, 4V2 Jahre lang unbesiegt gegen die ganze Welt zu kämpfen. Es gibt keine! Das konnten nur Deutsche! Darum wollen wir die Jugend bewußt zu einem unerhörten Stolz auf ihr Volk und Land erziehen, zu einem Stolz, der weit entfernt ist von hochmütiger Unfehlbarkeit derer, die uns Hoch­mut vorwerfen!

Wenn wir aber schon dieses Kriegswunder voll­brachten, trotzdem die überragende Idee fehlte, die unsere Zeit regiert, trotzdem Parlamenta­rier schwätzten, während die Front stumm und ver­bissen kämpfte, trotzdem Tausende von Verrä­tern nur ein Ziel hatten: Der Front den Dolch in den Rücken zu stoßen was können wir nun erst vollbringen, nachdem nicht mehr geschwätzt, sondern befohlen wird, Verräter an die Wand ge­stellt werden und nicht nur alle Kraft, sondern auch die Liebe und das Vertrauen von 100 Millionen einem Führer gehören?

Ein aufrüttelnder Gedanke! Und diese Große er­stand aus der Front.Front" das ist eines her heiligsten Worte, die unsere Sprache kennt. Die Front ist immer da, wo um Deutschland ge­rungen wird. Da wir immer ringen, gehören wir ^Wenn^die^Hitler-Jugend in diesen Tagen unter der Parole:HI. an die Front! den Gleich­schritt aufnimmt, dann weiß sie, was sie Damit auf sich nimmt. Die Front: das sind noch Hundert­tausende von Herzen und Hirnen, um Die wir rin- aen Wir wollen sie und werden sie überzeugen, wenn sie ehrlich sind. Sind sie es aber nicht dann werden wir sie zum Bekenntnis zwingen, ob sie für oder gegen uns sind.

Lange haben wir geduldig zugesehen, weil unsere jungen Herzen nicht glauben wollten daß es noch Menschen geben könne, die dem offenen Wirken bes Führers für Deutschland ihr Dunkeles für sich entgegensetzen. Menschen, die wit falschen Wor­ten und Veieblen, mit Bitten und Beschwörungen

Zwölf paar Stiesel.

tfnb eine Tüte Backobst

Die Alemannen-Jungenschaft hat Rast gemacht. D'e Affen fliegen ms Gras, und bald liegt alles wohlig ausgestreckt auf dem Rucken. Emer zieht die aus- Die Füße sollen doch auch etwas von U ultravioletten Strahlen abkriegen " Der Mensch- liche Nachahmungstrieb ist groß, und bald liegen alle "^l7nk?hW^ sie nicht so; der Tag ist zu lomria die srischgrüne Wiese lockt zum Spiel. Her- bet" springt auf:3n Linie zu einem Glieds an- »frih du packst dich wieder ins Gras und paßt aus^^daß^si^h die^ Sachen nicht selbständig machen!" Dann stürmt er mit den anderen um eine Waldecke

vackt sich wieder ins Gras, blinzelt in die Sonne und sieht ihnen ein klein wenig neidisch nach.

Es ist ganz still um ihn her, nur dann und wann tönt ein9fernes, wohl von den Kameraden ver-

dichein einer flugbegeisterten Jugend sind. Jetzt haben die Luftsportlandesgruppe 4 und die Schul­verwaltung Berlins einen nachahmenswerten RunD- funkunterricht für den Flugzeugmodellbau m An­griff genommen. Es handelt sich zwar nur um ein paar Stunden, die über den Reichssender Berlin erteilt werden und die in allen Schulen Arbeits­gemeinschaften in eifriger Arbeit nach den aus dem Lautsprecher kommenden Anweisungen sehen wer­den. Aber es ist ja auch gar nicht mehr beabsich­tigt als die Abseitsstehenden aufzurutteln und m ihnen auch die Lust an der Fliegerei ZU wecken, den Fliegerpimpfen aber ein paar sachgemäße An­weisungen zu geben.

Don der Hitler-Jugend, die m der Pflege hand­werklicher Eigenschaften unserer Jungen mehr tut, als allgemein bekannt ist, sind an die HJAl^öer- fcharen Berlin und Kurmark Anweisungen für diese Modellbaukurse gegeben. Mehr als einen Preis können die Jungen erwerben, da alle Tüchtigen Aussicht haben, ausgezeichnet zu werden. Denn die Berliner Ortsgruppen des Deutschen Luftsportver­bandes, das Reichsministerium für Erziehung die Stadt Berlin und die Hitler-Jugend haben Preise bereitgestellt. Hoffentlich macht diese Veranstaltung bald Schule, damit im ganzen Reiche alle flugbe­geisterten Jungen aufmarschieren und zeigen kön­nen was sie mit wenigen Mitteln, aber mit siche­rem Griff, gesundem Sinn und der notigen Portion Besessenheit zustande bringen. Und wer keinen Preis nach Hause bringt, der sagt sich: JRun erst recht' Denn mit diesemNun erst rech! hat der Führer allen Widerständen zum Trotz fernen Sieg errungen. Jungens, macht es ihm gleich, damit mir ein Volk von Fliegern werden!

die Natton und deren junge Mannschaft am Dor- wärtsmarschieren im Gleichschritt hindern wollen.

An unserer Disziplin werden sie scheitern, denn wir sind auf die Fahne vereidigt.

Wenn wir auch heut noch warten, Bald hebt sich unsre Zeit.

Schon rauschen die Standarten: Ihr Jungen, seid bereit!

W i r sind es! Daß wir es alle sind, wollen wir allen während unserer Aktion beweisen. Sie soll eine unerhörte Anspannung aller Kräfte sein, gelenkt und geformt von äußerster Disziplin. Auch der letzte Junge

und her. .

Dann kommen die anderen zuruck, und es gibt ein furchtbaresHallo". Fritz hat gehofft, sie hätten die Schuhe versteckt, um ihm einen Streich zu spielen, aber angesichts eines solchen Entrüstungssturmes muß die Hoffnung zusammenfallen.

Fritz weiß, daß die anderen es von ihm er- warten, und daß es feine verdammte Pflicht und Schuldigkeit ist, die Sache, die er verbockt hat, wieder in Ordnung zu bringen. Er zieht sich alsodas" Paar Stiefel an und macht sich an die Arbeit. Die Spur ist überall deutlich zu verfolgen. Sttefelabdrucke im weichen Waldboden, zerbrochene Aeste und zer­knickte Ranken zeigen, daß die Gegner sich sehr sicher üblen müssen. Nachdem er etwa zwanzig Minuten der Spur nachgegangen ist, hört er vor sich Gesang. Er geht dem Schall nach, es wird lichter, der Wald­rand ist erreicht. Vorsichtig robbt er so weit vor daß er freien Ausblick hat. Etwa dreißig Mann sitzen dort im Kreis und fingen, ein Ende davon ab fitzen noch drei an einer Kochstelle und heizen, daß ihnen die Augen tränen. . .

Natürlich dieWölsungen"! Und mitten tm Kreis stehen die Stiefel! Fritz duckt sich, denn dauernd blicken die da grinsenden Gesichts den Waldrand ent­lang, als erwarteten sie irgend jemand, auf dessen Ankunft sie sich sehr freuen.Kunststück, mit dreißig Mann gegen zwölf!", denkt Fritz wütend. Dann fängt er an zu grübeln.Die anderen holen? Zweck­los, darauf wartet diese Bande ja gerade; nein man müßte ihnen irgend etwas Unentbehrliches flauen und es dann gegen die Stiefel austauschen.

DieWöl ungen" haben gerade laut und gefühl­voll begonnen:Zehn der Brüder " da spring plötzlich am Waldrand eme Gestalt auf, fauft auf die Kochstelle zu, packt die große, sorgsam gehütete Tüte mit dem Backobst, das es zu Mittag zum Reis geben sollte, und ist blitzartig wieder verschwunden. DieWölsungen" springen auf, rennen hinterher und suchen die ganze Gegend ab, doch ohne etwas

Im Ausland hat ein Schulungslager weit grö­ßere Bedeutung als innerhalb der Reichsgrenzen. Lebt man dauernd im deutschen Vaterland, dann wird man so leicht nicht vergessen, was National- sozialisrnus heißt, da hört man allenthalben von den notwendigen Dingen, die ein Deutscher braucht und wissen muß. Ein Lager im Ausland ermög­licht es, Schritt zu halten mit dem jungen Deutsch­land, wach zu bleiben an Körper und Geist.

Eine geeignete Schulungskraft war vorhanden, was ja im Ausland nicht unbedingt selbstverständ­lich ist; ein Landheim in Kent stellte uns das Anglo-German-Bureau zur Verfügung also stand uns nichts mehr im Wege, Vorbereitungen für ein BDM. - Lager zu treffen. Mit großer Freude ging man ans Packen, und am 27. August trafen sich acht Mädels in Toys Hill, gewillt, m strammer Zucht und gemeinfamer Freude em sechs­tägiges Lager zu erleben. Rechte und Pflichten waren bald verteilt. Die Hauptpunkte des Pro­gramms lauteten: Schulung, Sp ort, Sin­gen. Etwas Schöneres konnten wir junge Madels nicht wünschen.

Schuhe nicht umgehend ausgeliefert würden, das Backobst von ihnen verzehrt würde.

Der Führer derWölsungen" überlegt einen Augenblick, dann erklärt er sich einverstanden, und bald ziehen dieAlemannen" erleichtert ihre unent­behrliche Fußbekleidung wieder an.

Hans Brandt.

ZungMdel mit her Muhharuwmka.

Unsere Jungmädelschar sollte Mundharmonikas bekommen. Wir freuten uns schon mächtig auf die erste Uebungsstunde und waren vollzählig beim nächsten Heimnachmittag vertreten. Ilse brachte auch wirklich 15 Päckchen, wvhlverschnürt und verpackt, mit. Aber bevor es wirklich losging, ließ sie zuerst einen kleinen Vortrag überTremolo" und andere schöne Dinge vom Stapel.

Wozu denn das nur!" dachten die Jungmädel ungeduldig. Mundharmonika spielen ist doch kinder­leicht! Ja, die Sgche schien ganz einfach. Aber m Wirklichkeit ...!

Hört zu!" Ich hatte also voller Freude meine Harmonika in Empfang genommen und wollte sie gleich probieren. Also feste hineingeblasen! Verflixt, da kamen ja gleich vier Töne auf einmal! Har­monisch klang das gerade nicht! .

Ilse lachte:Du mußt deine Zunge auf Die Drei vorhergehenden Kanäle legen und Dann die Luft durch den rechten Mundwinkel in den vierten Kanal blasen!" Ja, das war leichter gesagt als getan!

Ich versuchte gehorsam, die Luft durch den Mund­winkel in die Harmonika zu blasen. Wohlgemerkt, ich versuchte. Denn, obwohl ich die Backen furchtbar aufblies und Luft hervorstieß, soviel ich konnte, die Harmonika blieb stumm wie ein Fisch.

Fünfzehn Jungmädel pusteten aus Leibeskräften in die Harmonika.

Trudl hatte eben einen Ton zustandegebracht. Aber es schien noch immer nicht ganz das Richtige zu fein, denn Ilse lachte wieder:Das war der An- fang des Liedes vom heulenden Hund!"

Trudl warf ihr einen wütenden Blick zu.

Kaum fängt der Junge zu basteln an, da hat er sich auch schon das Flugzeug als Vorlage ausge­sucht. Ja, viel früher noch, bevor er seinen ersten Schulgang antritt, herrscht tn L^em kindlichen Sviel bereits alles vor, was echteste Neuzeit ist. Nicht nur die Eisenbahn, die Straßenbahn, der Autobus, der Kraftwagen oder das Fahrrad ba^n es ihm angetan, auch das Flugzeug ist m den Mit telvunkt seines Treibens auf dem Spielplatz geruckt^ Hnb damit hat eigentlich schon die bis dahm noch unausgesprochene Sehnsucht eingesetzt, einmal durch

bastelnden Jungen anzieU und ihn zum d bes Wort--: er ist der alleriünafte Nachwuchs unserer Fliegerei, er hat unbn3ui"aIIemrnBrumU7nb9s7an «reift, was nötig ist, um ein richtiges, kleines ^^elftugzeug zurech zuzimmern. Welche Freude, wenn nach allem Gru beln und emsigem Hämmern dieses Flugzeug vo nächsten Hang herab im wirk ich en Gleltflug einig Meter weit durch die Lüfte schießt. Ja, der Hem Mann ist ein richtiger Held in den Augen s Schulkameraden, wenn es ihm gelingt, emen Alls wind zu erwischen und sein Modellflugzeug Minute in den Lüften zu halten, wo es dann einen ickönen Bogen schlägt oder gar, woran man nur tn ben kühnsten Träumen zu glauben wagte, noch ein­mal die Spitze nach oben richtet, zwanzig Zent meter an Höhe gewinnt, um nun sanft austusetzen. Wunderbar! Aber Kleinholz gibt es auch. Da fplit- tert manches Modell, löst sich in seine Bestandteile nuf Keine Angst, das kommt bei den Großen eben­falls vor Denn unter den Fliegern ist bisher auch nock kein Meister vom Himmel gefallen. Nur zeigt fick angesichts des kleinen Trümmerhaufens erst der reckte Kerh wenn er, mit zusammengebissenen Zah- rechte zrert, aufhebt, nach Hause ge£t,

N-N'A Walrt unb nun getrost unb mit ub»l°gt,s Qn5 fficrt g,ht. In biesem

ft offenbart sich die Zielstrebigkeit, der

Augenblick ff n» f^ooIIe Entschlossenheit des SÄÄften, bk ihm im späteren Leben einmal nützlich sem werden Modellbauern

Die Kameradschaft und der Wille zur Ge­meinschaft aber waren das Schönste von allem. Bald waren die einzelnen Fähigkeiten entdeckt, schnell hatte auch jeder seinen Spitznamen. Es gab dann immer ein großes Gelächter, wenn derPott­lecker" bei seiner Arbeit entdeckt wurde, oder die Lagerhenne" gackernd wieder ein Dutzend Eier brachte. Am Sonntag, dem Besuchstag, kamen Kameradinnen aus London und ließen deutlich merken, wie wir ob unserer schönen Zeit beneidet wurden. Jede bedauerte, daß sie nicht hatte dabei sein können und fuhr nur ungern am Abend wieder zurück.

Doch jede schöne Zeit hat auch ein Ende So mußten auch wir am Montag an den Aufbruch denken. Ein letzter Gruß unserem geliebten Heide- platz, ein Heidestrauß fürs Stübchen daheim, unsere letzte Losung: Ihr sollt tapfer (ein unb bann hieß es: Die Lagerzeit ist zu Ende, Gepäck zur Hand, bereit zum Abmarsch.

Tapfer fein im Weiterkämpfen für unsere Bewe- », tapfer in der täglichen Arbeit und den Ent- ungen, an die wir vom Leben gestellt werden. Aber das erscheint nach einer so frohen Zeit gar nicht so schwer. Neugestärkt an Leib und Seele meint man, alle Hemmung überwinden zu können. Ich denke, ein Lager kann keinen schöneren Erfolg haben als dieses Gefühl.

Singend gings wieder zurück in die graue Mil­lionenstadt Englands. Mit frohem Heil trennten mir uns. Glücklich in dem Bewußtsein, mitgeholfen zu haben am Gelingen des ersten BDM.-Lagers in England. Marie Seim, Gießen.

Ein Rührtrommelfchläger der HI. wartet auf den Einsatz. (Weltbild-M.)

HZ. aus hem Sportplatz.

... Vorübung zum 3000-Meter-Lauf. Im Anfang geht alles prächtig. Nach vier Bahnen eine Bahn mißt 250 Meter kommt bei den meistender tote Punkt", denn wir sind zum ersten Male wieder auf dem Rasen. Einige machen schlapp. Es fehlt eben noch die Kraft, den innerenSchweinehund klein- zukriegen. Weiter nichts.

Meine Knie zittern etwas. Aber mein Atem bleibt ruhig. Und das ist die Hauptsache. Wir reißen uns zusammen. Hans zischt: Endspurt! Es fehlt uns bei­nahe die Kraft. Der Endspurt fällt sehr schwer. Wir rasen die letzten 100 Meter entlang. Aber dann ist es auch aus. Doch Hans läßt keine Ruhe.

Keulenwerfen. Wir werden erst weitwerfen. Eigentlich ist das meine schwache Seite. Ich habe mich aber etwas gebessert. 40 Meter beruhigen mich chon. Hans wirft etwas mehr. Keule auf Keule fauft durch die Luft. Bei einigen ist immer unb immer wieder der Absprung falsch. Heini kann offenbar nicht begreifen, daß Kernwurf Vorschrift ist. Aber er gibt sich Mühe, und das ist die Haupt­sache.

Zielwerfen ist schwieriger. Ich mache nicht mit, denn ich muß inzwischen die Sprunggrube in Drä­nung bringen. Sand war überhauptnicht zu finden. Obenauf dicke Steine, der Absprung ist vollkommen versaut, die Grube hart. Da sind wir aber ränge- gangen. Steine raus, Gras weg, mit Schippe und Hacke. Tatsächlich lag unten und an den Rändern auch doch noch etwas Sand. Schnell ist alles losge­wühlt und nach hinten geschafft. Von 4 bis 6 Meter, bas wirb wohl genügen. Gut umgegraben unb fein geharkt, das war eine helle Freude. Drüben vom Platz scholl das Lachen und Toben der Kameraden. Die drei Zielwürfe müssen vollbracht werden, sonst wird es nichts mit dem Leistungsabzeichen. Dann