Ausgabe 
2.10.1935
 
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Obecheffen

Das Gebiets-Sportsest der HZ.in Mainz

Nachdruck verboten!

6 Fortsetzung.

hat das D r e funben. Die

mer des ihnen erwiesenen Vertrauens als würdig zu erweisen. Regierungsrat Dr. Krüger nahm sodann die Vereidigung der neuen Beigeordneten vor, die durch Handschlag erfolgte. Sie gelobten dem Füh­rer Adolf Hitler die Treue.

Sodann sprach Kreisleiter Pg. K r o m m über die Großtaten des Führers Adolf Hitler und wies besonders auf die Schlußworte des Führers aus Anlaß des Reichsparteitages hin. Nur die besten Nationalsozialisten seien, so führte der Redner weiter aus, bestimmt, Führer in ihren Gemeinden

Begriffe vermessen oorgekommen, aber sie war sehr glücklich darüber gewesen, daß er sie immer freund­schaftlich behandelt. Heute schien er fast feindlich gegen fie eingestellt.

Sie suchte chn zu entlasten. Er hatte eben irgend­welche Sorgen, irgendwelchen Kummer und war nicht aufgelegt gewesen, Musik anzuhören. Wenn er aber nicht einmal Rücksicht auf seine beiden Großmamas und die Schwester genommen, wie konnte sie mehr von ihm verlangen., Eine När­rin war sie, denn gekränkt durfte sie sich nicht füh­len, den Gedanken mußte sie abschütteln. Aber jetzt plagte sie ein anderer. Jetzt plagte fie der Gedanke, was Hans Syben wohl bedrücken mochte.

Der Wald lichtete sich, unfern wußte sie eine Bank, darauf wollte sie ein paar Minuten verwei­len, die Waldesstille sollte ihren wirren Kopf zur Ruhe bringen.

Leicht war ihr Schritt und weich der Boden unter ihren Füßen, fast lautlos war ihr Schreiten. Sie erschrak, als sie die Wegbiegung erreichte und dort auf der Bank Hans Syden sitzen sah, der es nicht lange im Zimmer ausgehalten.

Sie faßte sich schnell, sie wollte einen Bogen um die Bank beschreiben, hinter Hans Syden herum­gehen. Doch es war schon zu spät, eben schaute er auf und sein Blick traf sie.

Sie wußte nicht, was sie tun sollte und blieb stehen wie festgebannt.

Da erhob er sich, kam auf sie zu. Er trug keine Kopfbedeckung und fuhr nun über sein dunkles Haar, das nicht so glatt gebürstet am Kopf lag wie gewöhnlich. Seine unruhigen Hande waren schon zu ost in der letzten Stunde darüber hinweg­

war zunächst gemeinsamer Gottesdienstbesuch in der Lutherkirche, anschließend fand eine Besichtigung des Marburger Schlosses statt. Nach dem Mittag­essen in den Stadtsälen ging es weiter zur Be­sichtigung der anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt, insbesondere der Elisabethenkirche. Das Wet­ter war recht schön, und als es schließlich am Nach­mittag zu regnen begann, war es im Melanchthon- haus bei einer Tasse Kaffee doch recht gemütlich. Schließlich wurde es Zeit zum Aufbruch. Mit dem Omnibus ging es wieder der Heimat zu, und gegen 20 Uhr war die schöne Fahrt beendet.

Allertshausen, 1. Okt. In unserem Dorfe

LPD. Mainz, 30. Sept. Daß die Hitler- Jugend des Gebietes Hessen-Nassau auch auf dem fruchtbaren Feld der körperlichen Er­tüchtigung strebsam und zielbewußt ihren Weg ver­folgt, bewies am Sonntagnachmittag das große Sportfest im Mainzer Stadion in ein­deutiger Weise. Mochte auch der Himmel zuweilen recht trübe dreinschauen: der Kampfgeist der jungen Garde Adolf Hitlers auf der Aschenbahn war nicht zu erschüttern. Und gerade dieser restlose Einsatz aller war der Gewinn und die köstliche Erbauung dieses Nachmittags, der den zahlreichen Zuschauern einen tiefen Einblick in das sportliche Schaffen und darüber hinaus in das ganze Leben unserer HI. gewährte. Unbestritten ist daher der große Werbe­erfolg, den die Hitler-Jugend des Gebietes von Herzen gewünscht hatte.

Der Nachmittag, eine Fülle von friedlichen Wett­kämpfen und Vorführungen aller Art, wurde ein­geleitet mit einer schlichten, aber eindrucksvollen Er­öffnungsfeier. Nach den Darbietungen eines Sprech­chores erklang das Lied:Unsre Fahne flattert uns voran", und während die Massen einstimmten, stieg am schlanken Maste Deutschlands Nationalflagge empor, und mehr als tausend Hände reckten sich zum deutschen Gruß.

Gymnastik-Vorführungen machten den Beginn. Sie fanden mit ihren exakt und in straffer Ordnung dargebotenen Hebungen starken Beifall. Viel An­klang fand anschließend eine Abteilung der Marine- Hitler-Jugend Offenbach, die sich vor den Augen der Zuschauer mit ihren Winkflaggen auf ein inter­essantes Frage- und Antwortspiel einließ. Dann hatte sich auf einmal das Bild der Kampfbahn von Grund auf geändert: entblößte Oberkörper grö­ßeren und kleineren Umfanges tummelten sich an allen Ecken und Enden bei luftigem Spiel. Hier zerrte man unter Aufbietung letzter Kraft mit dem , Medizinball; an anderer Stelle wüteten hitzige Rei- terkämpfe und schließlich trieb man auf der Aschen- , bahn emsig die sportlichen Entscheidungen vorwärts. . Und überhaupt: Der Sport. Er war Trumpf an die- t sem Nachmittag. Da gab es keinen Wettbewerb, an

Oer Führer gab dem deutschen Volk die Nahrungsfreiheit wieder, OaS wird ihm Deutschland auf dem Erntedanktag 1935 danken.

daß da eine Hoffnung war, die ihn begehrte. Er hatte schon viele Hoffnungen entfacht, hatte schon viele junge frische Lippen geküßt, bis er Wally Walb kenneng elernt. Aber die Freundin seiner Schwester, die er von Kind an kannte, sollte nichts hoffen, was ewig unerfüllbar bleiben mußte. Er sagte weich:Wollen Sie sich ein kurzes Weilchen zu mir auf die Bank setzen, Bettina, oder noch besser, ich werde Sie ein Stückchen begleiten. Und dabei möchte ich mein Betragen von vorhin wenig­stens leidlich rechtfertigen. Niemand möchte ich er­zählen, was mich so verwandelt und was mich diesmal ins Waldschlößchen getrieben-hat, um Ruhe zu suchen, aber Ihnen will ich mich anvertrauen, wenn Sie mich anhören mögen."

Bettina sah ihn dankbar an. Wie schön das war, daß er sie, gerade sie, seines Vertrauens wür­digte. Es beglückte sie unendlich. Gleich darauf gingen sie nebeneinander her und er trug ihr Hand­köfferchen und sann: Vielleicht war es roh, was er tun wollte. Wenn ihn Bettina liebte, konnte man sein Vorhaben vielleicht so nennen, aber er half ihr dann auch schnell über manches hinweg, was ihr.später noch schwerer werden mußte.

Er begann:Diel ist's nicht, was ich Ihnen beichten möchte, damit Sie mich heute noch nach­träglich verstehen. Also ganz kurz, Bettina, Ihr Lied hatte mich kopflos gemacht, das Lied, bei dem ich das Zimmer verließ. Es paßte so für mich, als hätten Sie es eigens für mich gesungen. Nun hören Sie meine Geschichte: Ich liebte ein Mädchen, das so wunderschön war, wie ich vorhin niemals ein schöneres gesehen. Sie war verlobt und stand dicht vor der Hochzeit, aber ich verliebte mich in sie und meine Liebe wurde voll erwidert. Sie fürch­tete sich aber der Pflegemutter und dem Verlob­ten unsere Liebe zu gestehen und ich überredete sie einfach zur Flucht. Sie war ja mündig. Ins Waldschlößchen wollte ich sie bringen zu den Mei­nen und im Städtchen hätten wir bann eines Tages geheiratet."

Bettina war es, als preßten kalte Hänbe ihr armes ängstlich zuckenbes Herz zusammen, aber sie wahrte ihre Selbstbeherrschung, kein weher Laut sollte ihren Lippen entschlüpfen.

Hans Syben burfte nicht wissen, wie fie fetzt litt.

Er sprach weiter, erzählte bie Geschichte feiner Liebe weiter bis zu bem entsetzlichen jähen Enbe

Landkreis Gießen.

* Lollar, 2.Okt. Am Sonntag machten bie Mitglieber b er evangelischen Frauen­hilfe von Lollar, Daubringen unb Ruttershausen einen schönen Ausflug nach Bab Salzhausen über Nibba. lieber hunbert Frauen nahmen baran teil. Ein Teil ber Frauen legten ben Weg von Nibba nach Bab Salzhausen zu Fuß, anbere mit ber Bahn zurück. In Bab Salzhausen würben unter sachkun- btger Führung (Obergärtner i. R. Becker) ber herr­liche Park unb bie Quellen besichtigt. Nachbem sich bie Teilnehmerinnen an Kaffee gestärkt hatten, fuh­ren sie frohgemut unb bankbar in bie Heimat zurück.

wg. Großen-Buseck, 1. Okt. Die vier ältesten Einwohner unseres Dorfes über 85 Jahre zählen zusammen 354 Jahre. Der Eisen­bahnarbeiter i. R. Konrab Walter, Zeilstraße, wirb am 11. November bieses Jahres 90 Jahre alt. Der Lanbwirt Christoph Wagner XX., Wil- helmstraße, feiert am 24. Februar nächsten Jahres seinen 89. Geburtstag, ber Lanbwirt unb Glaser­meister Heinrich Bonarius L, Bahnhofstraße, feiert im nächsten Jahre seinen 88. Geburtstag unb Lanbwirt Christoph Kümmel, Wilhelmstraße, wirb im Februar nächsten Jahres 87 Jahre alt. Lanbwirt Christoph Wagner ist in unserem Dorfe

Das Schlößchen lag inmitten des ausgedehnten Parks, um den sich der Wald drängte, bald wan- herte Bettina unter den schon dichtbelaubten Bu­chen dahin. Sie sog tief die frische Luft em und 65SU Ruhe^die sich nach bem Alleinsein mit ber Gräfin Jutta eingestellt, war wieber davongeflo- gen Daß Hans Syden während ihres Ge anges aus Sem Zimmer gestürmt, das war, als hatte er auf- Ärt gegen eine Belästigung. Wie gering mußte sie vor seinen Augen sein, daß er sich mcht einmal bas Lieb dis zu Enbe angehort. Sie galt ihm nüf>ts gar nichts. Aber es war sehr traurig, daß N»? di- Gewißheit so weh tat, benn niemals hatte k baran Ät er könne sie..vielleicht einmal begehen. Behüte, ber Wnn,ch wäre chr über alle

gefahren.^ bag chanbkösferchen beutenb:Sie wollen schon nach Hause?"

Sie nickte:Ja, bas will ich.

Er fragte kurz:Mein Betragen hat Sie vertrie­ben, nicht wahr, Bettina?"

Sie verneinte.Wenn Sie mein Spiel störte, hatten Sie ja ein Recht fortzugehen, aber ich glaube Sie finb lieber mit Ihrer Familie allem unb zu Hause braucht man mich."

Er sah sie forschenb an.

Im Grunbe fühlen Sie sich also doch etwas ge­kränkt Bettina. Aber Sie haben allen Grunb ba- ,u doch ich fühlte mich außerstanbe noch länger bie Musik mitanzuhören." Er bämpfte bie Stimme.Es oibt Dinge, ba kann man sich einfach nicht mehr msammennehmen, ba überwältigt einen bie Stirn- mung und man verliert die Haltung.

Ihre Augen blickten ihn groß an. Schone Auaen waren es, aber es waren nicht bie schonen 2Iuaen Wally Walbs, bie ein jäher Tod für immer zugedrückt. Flüchtig dachte er an Bettinas Errö- ten als Großmama Jutta zu ihr gesagt: So viel wir wissen, ist dein Herz noch frei.

Er dachte sollte das Mädel vielleicht in mich ver­liebt sein, will ich sie gleich kurieren, er wollte nicht;

zu sein. Das deutsche Volk besitze nunmehr eine neue Gemeindeordnung. Das Gemeinwohl stehe über dem Einzelschicksal. Auf dem Boden des neuen Gemeinde-Grundgesetzes werde ein neuer Geist und ein neues Ziel aufgebaut. Richtunggebend für Alles, was geschehe, sei der Führer und die Partei. Eine ungeheure Verantwortung bei der Vergebung von Stellen, bet der Berufung von Gepieinderäten trage der Beauftragte der Partei. In seinen weite­ren Ausführungen sprach der Kreisleiter über die Rechte und Pflichten der Gemeiyderäte, deren keiner der Jnteressenvertreter irgendeines Standes fein dürfe. Alles Persönliche und Kleinliche müsse ausscheiden.Gemeinnutz geht vor Eiaennutz" müsse stets die Losuna sein. Nicht dasVerdienen", sondern dasDienern' sei wichtig. Alsdann nahm der Kreisleiter einzeln die Berufung der neuen Ge­meinderäte vor und überreichte ihnen unter Hand­schlag die entsprechenden Berufungsurkunden. Zum Abschluß mahnte er zu treuer Pflichterfüllung im Geiste des Wortes:Nicht für mich, alles für mein Volk!" Ein begeistert aufgenommenes dreifaches Sieg-Heil auf den Führer, die beiden deutschen Na­tionalhymnen und der Badenweiler Marsch beschlos­sen die gewaltige und eindrucksvolle Kundgebung.

Die 36jährige M. B. in Großen-Buseck schüttete am 23. unb 27. Juni, um ihren Nachbarn zu schika­nieren, Lysolmischuna in ihren Hof, bespritzte hier­bei besten Haus, so oaß Lysolmischung auch in ein Fenster bes Nachbarhauses gelangte. Mit Straf­befehl wurde sie in Geldstrafen von 20 Mark unb 20 Mark, hilfsweise 4 unb 4 Tage Haft, ge­nommen. wogegen sie Einspruch einlegte. In ber gestrigen Hauptoerhanblung ermäßigte bas Gericht die Gelbstrafe auf insgesamt 30 Mark, bie im Nicht- einbrinHungsfalle mit 6 Tagen Haft zu verbüßen ist, ba im zweiten Falle bie Angeklagte die Lysol­mischung erst nach 23 Uhr in ben Hof schüttete unb hierin erheblicher Unfug nicht erblickt werben konnte. Die Kosten bes Verfahrens würben ber Angeklagten auferlegt.

Bettina konnte sogar lächeln, als sie erklärte: Ich will wieber nach Hause gehen, Frau Gräfin, unb gleich, sonst wirb es Abend."

Der Kutscher soll bich fahren, Bettina.

Die wehrte lebhaft ab. ,

Bitte, nein, ich möchte lieber zu Fuß nach Hause gehen. Ich freue mich barauf, es wirb mir gut tun. Das Wetter ist herrlich und der werte Spaziergang wird mir wirklich gut tun. Ich hole mir rasch mein Handköfferchen von oben unb trolle mich ganz still unb heimlich. ..

Du bist ein ganz famoser Kerl! lobte die Grä­fin unb bachte, sie hätte nichts dagegen gehabt, wenn Hans so sehr Gefallen an Bettina gesunden, r°ß -r fie ur tzrau begehrt hätte. Aber daran dachte der nicht, die grauen bie ihm ge telen, mufc- ten wohl von ganz anderer Art sem, als eine Bet- *in(5r$iette das Blendende, ins Auge Fallende, und er hatte einmal geäußert, wenn er einmal heirate, könne es sich nur um eine ungewöhnliche Schön­heit handeln. . .... ~

Bettina erhob sich.Nehmen Sie Dank für alle Güte und Freundlichkeit, Frau Gräfin, ich ver­schwinde lautlos, aber ich möchte, es soll mich nie­mand für unhöflich halten, weil ich ohne Gruß fortgegangen." .

Ich werde das schon in Ordnung bringen, Bettina," versprach Jutta Syden und begleitete Bettina bis zur Tür.

9. Kapitel.

Nicht zuviel Mitleid, nicht zuviel Liebe.

ber letzte Veteran von 1870/71. Am Mittwoch, 2. Oktober, können ber Lanbwirt Heinr. Mootz IX., Bismarckstraße, unb Frau Margarethe, geb Wagen­bach, bas Fest berSilbernenHochzeit feiern.

-j- Wirberg, 30. Sept. Die evangelischen Frauenhilfen von G ö b e l n r o b unb 9t e t n- harbshain machten gestern, am letzten Sep- temberfonntag, einen Ausflug. Um 8 Uhr ging es unter Beteiligung von 39 Frauen über Winnerob, Reiskirchen, Staufenberg nach Marburg. Dort

Ich gönne bich feinem hier auf Erben, Du barfft nicht bas Weib bes anderen werden. Laß ihn und die Mutter unb schau nicht zurück. Wir beibe fliehen ins seligste Glück!"

Er neigte ben Kopf.Ja, bas fangen Sie unb bas riß meine Wunden wieber auf. Deshalb lief ich bavon."

Sie fühlte jetzt nur noch Erbarmen, nur. noch bas, ganz klein unb wunschlos schob sich ihre Liebe beiseite.

Sie sah ihn mit warmem Blick an.

Schabe, baß Ihnen fein Mensch Helsen kann, Hans. Hätte ich geahnt, ich würbe Ihnen weh tun, wäre ich bestimmt nicht gekommen."

Ganz bemütig war ihre Haltung, es ärgerte ihn fast.

Er lachte kurz.Nun, entschulbigen brauchen Sie sich wirklich nicht, Bettina, was können Sie bafür, baß es schöne Mädchen, große Liebe unb Unheil auf ber Welt gibt. Aber ich gebe Ihnen ben guten Rat, verlieben Sie sich einmal glücklicher als ich, unb bann bitte ich Sie, bewahren Sie mein Geheim­nis gut. Jetzt aber möchte ich Kehrt machen, bie Großmamas unb bas Schwesterchen finb vielleicht schon in Sorge um mich."

Er reichte ihr bas Köfferchen, vergaß es aber, ihr zum Abschieb bie Hand zu geben und lief ein­fach davon, wie er heute bei ihrem Gesang aus bem Zimmer gelaufen war.

Sie schaute ihm nicht nach. Sie hätte ihn auch wohl kaum sehen können vor Tränen. Und dann stand er plötzlich wieder vor ihr, fragte leise, fast sanft:Warum meinen Sie, Bettina?"

Sie brachte feine Antwort über bie Lippen.

Er lächelte.Kleines Mädelchen muß meinen, weil ein selbstsüchtiger Kerl wie ich nicht behalten durfte, was er einem anderen Menschen widerrecht­lich fortgenommen." Er schüttelte heftig ben Kopf. Nicht zuviel Mitleib für mich sollten Sie haben unb nicht zu viel Liebe, .Bettina, für feins von beiben würbe ich Ihnen befonberen Danf missen."

Er roanbte roieber ben Schritt unb biesmal sah Bettina seiner hohen Gestalt nach. Solange bis sie ihren Blicken entschmand.

Nicht ein einziges Mal schaute der Mann zurück.

Langsam ging 'Bettina roeiter. Wie harte Ham­merschläge mar fein letzter Satz auf sie nieder­gesaust: Nicht zu viel Mitleid für mich sollen Sie haben und nicht zu viel Liebe, für feins von beiden mürbe ich Ihnen befonberen Danf missen!

Unter ben harten Worten bieses Satzes waren ihre Tränen jäh versiegt.

Sie hatte verstanben, sie hatte klar unb beutlich verstauben. Hans Syben wußte um Ihre Siebe zu ihm, bie ihn störte unb er hatte sie möglichst kurz unb schroff abkühlen wollen.

' . (Fortsetzung folgt!)

seines Glücks. ,

Bettina atmete beklommen. Wie weh ihr Hans Sybens Vertrauen tat! Dennoch brach Mitleib in ihr burch, Mitleib, bas immer stärker würbe, bas langsam anwuchs zu großem Erbarmen.

Er schloß:Nun können Sie sich vielleicht an» nähernb vorstellen, Bettina, wie mir zumute war, als Sie fangen"

Er besann sich vergebens, er fand ben Text nicht, ben er boch vorhin noch gewußt. Sie half ihm, sagte leise;

Aus Anlaß Ihrer am heutigen Tage vollendeten i 51jährigen Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuer- l wehr Grünberg spreche ich Ihnen meine herzlichsten t Glückwünsche unb zugleich meine besonbere Auer- i kennung für bie treuen Dienste aus, bie Sie mit i vorbildlichem Pflichtbewußtsein und in hingehender < Arbeit für das Gemeinwohl geleistet haben.

Mit deutschem Gruß!

(gez.) Adolf Hitler.

An Herrn Anton K r e u d e r, Signalist ber Freiwilligen Feuerwehr

Grünberg

in Grünberg (Hessen).

(Einführung der neuen zweiten Bei­geordneten und Gemeinderäte imKreise

Schotten.

x Schotten, 29. Sept. Der Kreisleiter des Kreises Schotten der NSDAP. Pg. Krornm hatte, um die feierliche Einführung der in allen Gemein­den des Kreises Schotten neu berufenen zweiten Beigeordneten und Gemeinderäte vorzunehmen, alle Bürgermeister, alle ersten und zweiten Beigeordneten sowie alle Ortsgruppenleiter unb ©emeinberäte insgesamt etwa 500 Personen zu einer gemein­samen Feier in bie Schottener Turnhalle eingelaben. Die Beamtenschaft bes Kreisamtes sowie verschie­dene gelabene Gäste nahmen teil. Die Saal war festlich geschmückt. Die Teilnehmer waren im brau­nen Ehrenfleibe ober im ipmklen Anzug erschienen. Feierliche Stille lag über ber Versammlung, als zur roürbigen Einleitung bas Largo von Hänbel erklang. Worte bes Führers vom Nürnberger Reichspartei, tag ber Freiheit (roiebergegeben von Pg. Stein­hauer), sowie zwei LieberDeutschlanb,, bu darfst nicht untergehen" undDeutschland, blüh' auf" (in Interpretationen von Franz Völker) folgten.

Mit treffenden Worten begrüßte sodann Regie- rungsfat Dr. Krüger vom Kreisamt dasFührer- Korps" im Kreise Schotten. Führerprinzip und Selbstverwaltung seien, so führte er u. a. aus, im neuen Staate auf das glücklichste vereint. Dienstbe­reitschaft für Volk und Staat, Treue, Tatkraft, 93er. antwortungsfreudigkeit, diese Eigenschaften müsse jeder Führer in besonderem Maße in sich vereinigen. Jeder müsse nach dem Grundsatz handeln:Gemein- nutz geht vor Eigennutz". An die neuen zweiten Beigeordneten richtete Regierungsrat Dr. Kruger mahnende Worte und forderte sie dazu auf, sich im-

Gange. Die Ernte fällt besser aus, als der Bauer zu hoffen wagte. Die Zwetfchen erbrachten gute Preise. Für den Zentner wurden bis zu zehn Mark bezahlt. Auch Aepfel unb Birnen würben gut bezahlt. .

oo Eberstabt, 1. Okt. Die Kartoffel- ernte ist in unserer Gemarkung in vollem Gange. Bei den Speisekartoffeln ist der Ertrag gegenüber dem Vorjahre geringer. Die weniger empfindlichen Futterkartoffelsorten liefern eine Mittelernte. Da in unserer Gemeinde fast jeder Bauer eine Kar­toffelrodemaschine besitzt, wird nur noch selten ge­hackt. Futterrüben und Kraut haben sich tn der letzten Zeit dank der Niederschläge üppig ent­wickelt und versprechen einen guten Ertrag.

# Muschenheim, 1. Oft. Die hiesige Kne- gerkameradschaft hielt auf dem neuerbauten Schiehstcmd ein Preisschießen ab. Bei reger Beteiligung wurden gute Ergebnisse erzielt.

Kreis Bübingen.

* Ober-Widdersheim, 1. Oft. Der etwa 36Jahre alte Schießmeister Karl Gambach von hier erlitt bei feiner Arbeit im Steinbruch einen schweren Unfall. Der bedauernswerte Mann zag sich einen Schädelbruch zu und mußte in die Chirurgische Klinif nach Gießen gebracht werden.

Autobahn

Darmstadt - Mannheim - Heidelberg ab 3 Oktober frei.

LPD. Fr an f f ur t a. M., I.Oft. Die Oberste Bauleitung der Reichsautobahn gibt bekannt, daß am Donnerstag, 3. Oktober 1935, ab 11 Uhr, bie jReichsautobahn st recke Darrnftabt -

scheu nunmehr seinen Abschluß ge-1 Mannheim Heibelberg an sämtlichen An- Kartoffelernte ist in vollem I schlußstellen bem Verkehr übergeben roirb.

Auszeichnung eines Grünberger Feuerwehrmannes durch den Führer.

+ Grünberg, 1. Okt. Am 1. Oktober erhielt Stabtbiener i. R. Anton Äreuber, ber viele Jahre als Signalist bei ber Freiwilli­gen Feuerwehr tätig war, folgendes eigen­händig unterzeichnetes Schreiben aus der Kanzlei des Führers unb Reichskanzlers: Der Führer unb Reichskanzler.

Berlin, ben 1. Oktober 1935. Sehr geehrter Herr Kreuber!

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Roman von Anny von panhuyö Urheberrechtsschutz Aufwärts-Derlag G. m. b. H., Berlin SW 68.

Strafbefehl erkannten Strafe unter Auferlegung der Kosten.

Der 24 Jahre alte F. H. in Alten-Buseck erhielt durch Strafbefehle bes Amtsgerichts Gießen wegen unbefugten Weidenlassens einer Schafherde Geld­strafen von insgesamt 25 Mark, evtl. 5 Tage Haft, auferlegt. Außerdem wurde eine Schadensersatzleistung von 20 Mark gegen ihn aus­gesprochen. Das Gericht ermäßigte in ber geftriaen Hauvtverhanblung, bie auf seinen Einspruch hin ftattfanb, bie Gelbstrafen auf insgesamt 15 Mark, evtl, drei Tage Haft; ben Schabenersatz auf 2 Mark. Es würbe festgestellt, baß ber burch bas Weiben der Schafe angerichtete Schaben kein höherer war, sowie baß ihm ein Fall bes Weibenlassens nicht LLchgewiesen werben konnte.

bem man nicht seine helle Freube haben konnte. Wenn ba einer plötzlich in unheimlich scharfem Enbspurt seinen Kameraden wie ber Winb baoon- eilte, ober rooanbers wieber bie Weitspringer in hoheyr, elanvollem Bogen burch bie Luft sausten, ba mußten auch bie Augen eines Anti-Sportlers in freubiger Zustimmung aufblitzen. In allen Lauf-, Wurf-, Stoß- unb Sprungkonkurrenzen waren bie Leistungen vortrefflich. Auch ein Handballspiel, aus­getragen zwischen Polizei Mainz unb einer HI.- Mannschaft bes Bannes 117 (Mainz), wußte zu gefallen; es enbete 3:1 zugunsten ber HI.

Zum Schluffe noch einmal stürmisches Hanbe- klatschen: Die Motor-HI. rüstete sich zur tempo­beschwingten Motorrab - Hinbernisfahrt Frankfurt Wiesbaben. In manchmal halsbrecherischer Fahrt bonnerten bie Motore über ben Platz, unb als es bann galt, in voller Fahrt einen kleinen bunten Ballon von hohem Maste herabzuschießen, ba spen- bete bie Menge riesigen Beifall. Dieser Vorführung voraufgegangen war ber weniger geräuschvolle Start eines Segelflugzeuges, bas in gewohnter Weise an zwei Seilen hochgeschnellt würbe, eine kurze Strecke flog unb bann roieber glatt lanbete.

Zu einem Akt von ganz besonderer Eindringlich­keit gestaltete sich die den Tag beschließende Sieger­ehrung. Gauleiter Sprenger ergriff das Wort zu einer kurzen Rede. Gebietsführer Potthoff dankte dem Gauleiter anschließend für feinen Besuch und sein Interesse an den Darbietungen. Dann schritt man zur Preisverteilung, wobei es dem Mainzer Bann 117 vorbehalten war, den Ehrenpreis des Reichs st atthalters für die beste Mannschaftsleistung in Form einer Führer­büste unter dem tosenden Beifall der Zuschauer unb ber jungen Kämpfer in Empfang zu nehmen. (Bau­leiter Sprenger brückte jebem ber erfolgreichen Athleten persönlich bie Hanb.

Sie schlafen schlecht?

.. auf Kaffee Hag umstellen 1