Ausgabe 
2.10.1935
 
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Aus der Provinzialhauptstadt.

Der Pflug des Bauern schafft des Volkes Brot.

Erntezeit. Hohe Zeit im Leben des Bauern, hohe und heilige Zeit aber auch im Leben des deutschen Vol­kes! Längst ist die Getreideernte unter Dach. Ins Dorf rollen bereits die ersten Kartoffelwagen. Auch die Weinernte ist da und dort schon im Gange. Bald ist für den Bauern die Zeit stiller Besinnung und Rückschau da. Hoffnung und Erwartung und manchmal vielleicht auch Bangigkeit haben die Her­zen in Erregung gehalten, wenn die Saat begann, wenn der Pflug die Scholle brach, um dem Saat­gut Platz zu machen, damit es keime und wachse und schließlich reiche Frucht gebe. So ist des Bauern Arbeit innig verbunden mit dem Walten der Natur, mit ihren geheimsten Gesetzen, dem großen uner­bittlichenStirb und Werde".

Harte Arbeit gab es wochenlang, und wenn auch Tag um Tag die Früchte wuchsen, so konnte doch plötzlich ein Hagelschlag, ein Unwetter alle Mühe wieder zuschanden machen. Sonne und Regen sind des Bauern Freunde, sind aber auch zuweilen seine Feinde. So fließt des Bauern Leben nicht im ruhi­gen Gleichmaß, wie das vieler Städter. Doch weiß er aus den vielen schönen und auch vielen bitteren Erlebnissen seiner Arbeit, daß alles Wachsen und Werden, daß alles Geschehen Wille des Allmächtigen ist, daß dieser ihm zwar niemals mühelos etwas in- den Schoß fallen lassen wird, daß er aber das Werk seiner Hände segnet, wenn er arbeitet, arbeitet und immer wieder arbeitet.Trotz allem" unddennoch" bas sind stolze Worte aus dem bäuerlichen Leben Was auch kommen mag, der Bauer wird immer wieder den Pflug in die Hand nehmen, immer wieder die Scholle brechen, damit er den Dienst an der heiligen deutschen Erde in Ehren erfülle.

Am 6. Gilbhardt (Oktober) ist der Erntedanktag, an dem Bauern und Städter für den Segen des Jahres ihren Dank abtragen. Wenn das Volk zum Erntedankfest Zusammentritt, dem Allmächtigen dafür zu danken, daß er des deutschen Volkes Arbeit seg­net, dann gilt der Dank dieses Volkes gleichzeitig aber auch dem Führer, der in Deutschland dunkel- kelsten Tagen das Banner der Freiheit, die Stan- darte mit dem Hakenkreuz, erhob, um Deutschland wieder einig, stark und frei zu machen.

Die Dienststunden der Polizei

Die Dienststunden der Polizeidirektion Gießen und der Staatspolizeistelle werden mit sofortiger Wirkung wie folgt festgesetzt:

Für die Wochentage von Montags bis Frei­tags von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr; Samstags von 8 bis 13.30 Uhr.

Für den Publikumsverkehr sind die Dienststunden: Montags bis Freitags von 8 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr; Samstags von 8 bis 12 Uhr. Sonntags findet in der Zeit von 11 bis 12 Uhr ein Eildienst statt, bei dem nur Anträge, die unaufschiebbar sind, erledigt werden.

Die Hindenburg-Stistung der Giadt Gießen.

Wie bekannt, hat der Stadtrat der Stadt Gießen durch Beschluß vom 30. September 1927 aus An­laß des 80. Geburtstages des Herrn Reichspräsi­denten von Hindenburg eine Stiftung von jährlich 500 Mark errichtet. Die Vergebung dieser Stiftung für das Jahr 1935 ist jetzt wieder an die durch den Beirat der Kriegerfürsorge vorgeschlagenen Personen erfolgt. Es wurden zehn Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene mit je einer Gabe von 50 Mark bedacht.

Das Arbeitsbuch für Hausgehilfen.

Nachdem der Präsident der Reichsanstalt für Ar­beitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ab 1. Oktober 1935 auch die Berufsgruppe der Haus­gehilfen zur Einführung des Arbeitsbuches aufge­rufen hat, ist jeder Haushaltungsvorstand, der eine Hausgehilfin beschäftigt, verpflichtet, die Ausstel­lung eines solchen Arbeitsbuches beim zuständigen Arbeitsamt zu beantragen. Hausgehilfen, die ohne Beschäftigung sind, haben selbst Den Antrag beim Arbeitsamt zu stellen. Künftig dürfen Hausgehilfen nur beschäftigt werden, wenn sie im Besitz eines ordnungsmäßig ausgestellten Arbeitsbuches sind, das sie bei Antritt der Stellung dem Arbeitgeber auszuhändigen haben. Die Hausfrau hat darin den Beginn der Arbeitsaufnahme ohne weitere persön­liche Zusätze zu vermerken und das Arbeitsbuch sorgfältig aufzubewahren. Es ist der Hausgehilfin bei Beendigung der Beschäftigung auszuhändigen. Ein Zurückbehaltungsrecht steht der Hausfrau nicht zu.

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Orts- und Vetriebswanderwarte!

Bis Freitag, 4. Oktober, um 12 Uhr, sind die im September veranstalteten Wanderungen in üblicher Weife zu melden. Termin ist unbedingt einzuhalten. Fehlanzeige erforderlich.

Uraufführung des lustigen VolkssiückesHolzappel" von Herrn. Aug. Weber am Sonntag, 6. Oktober. Die Preise der Plätze sind im Vorverkauf 0,30 Mk., 0,70, 1,, 1,30 und 1,50 Mark.

Die Vorverkaufsstellen sind: Schokoladenhaus Huntemann, Musikhaus Challier, Oberhessische Tages- zeitung und die Geschäftsstelle der NSG.Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18.

SportamtKraft durch Jreufce".

Kostenlose KdF.-Sportkurse.

Für die erste Oktoberwoche vom 1.10. bis 7.10. ist die Teilnahme an den offenen Sport­kursen des Sportamtes für Neulinge gebührenfrei. Alle Volksgenossen, welche noch nicht im Besitz einer KdF.-Jahressportkarte sind, können also in dieser Woche kostenlos an fol­genden Kursen teilnehmen:

Allgemeine Körperschule! für Frauen und Männer.

Mittwoch, 2. Oktober, von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße; 19.45 bis 20.45 Uhr, Gro- ßen-Bufeck, Gasthaus Wagner.

Donnerstag, 3. Oktober, von 16 'bis 18 Uhr, Uni­versitätssportplatz.

Freitag, 4. Oktober, von 20.45 bis 22 Uhr, Ly­zeum, Dammstraße.

Fröhliche Gymnastik und Spiele: nur für Frauen.

Mittwoch, 2. Oktober, von 20.30 bis 21.30 Uhr, Wieseck, Gasthaus Braun.

Donnerstag, 3. Oktober, von 20 bis 21 Uhr, Ly- Seum, Dammstraße; von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße.

Freitag, 4. Oktober, von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lol­lar, Kantine Fa. Buderus.

Waldlauf: für Frauen und Männer.

Samstag, 5. Oktober, von 17 bis 18.30 Uhr, Uni3 oersitätssportplatz.

Das neue Sportprogramm ist auf dem Sport­amt KdF. erhältlich und gibt über alle weiteren Kurse, z. B. Schwimmen, Reiten, Skigymnastik, Skitrockenkursus, Kleinkaliberschießen, Hallentennis, Auskunft.

Am Freitag, 4. Oktober, beginnen im Volksbad zwei neue Schwimmkurse. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, für Frauen und Männer; von 21.30 bis 22.30 Uhr, nur für Frauen.

Frohes Tummeln und frohe Stunden durch Leibesübungen mit

Äraff durch Freude"!

Spielzeiteröffnung der NS.-Kuituraemeinde.

Vorftellungsrlng Deutsche Bühne.

Man schreibt uns: Die Spielzeit beginnt für die Mitglieder der NS.-Kulturgemeinde Vorstellungs- ring Deutsche Bühne am 21. Oktober. Die bereits angekündigten Vorstellungen für den 5. und 7. Okto­ber müssen auf den späteren Termin verlegt werden. Die ersten Vorstellungen sind also am Montag, 21. und Samstag, 26. Oktober, mit einer Aufführung des Schauspiels:Der Prinz von Homburg" von Kleist unter der Spielleitung von Intendant Schultze-Griesheim und in der Besetzung der Eroffnungsfestvorstellung. Als nächste Auffüh­rungen sieht der Spielplan für die Mitglieder der

Alarmübung

der Gießener Iretw lligen Feuerwehren

Am gestrigen Dienstagabend ließ der Leiter des Gießener Feuerwehrdienftes, Brandinspektor Lenz, die beiden Freiwilligen Feuerwehren unserer Stadt, die Gießener Freiwillige Feuerwehr und dieGailscheFreiwilligeFeuerwehr, zu einer größeren Hebung zu alarmieren. Der Alarm erfolgte über die Ringleitung und durch die Feuer- firenen. Um 18.24 Uhr ertönte der erste Sirenenruf, um 18.25 Uhr folgte das zweite Heulen der Sirene. Schon wenige Minuten später konnte man in den Straßen die Feuerwehrmänner nach ihren vorge­schriebenen Sammelplätzen laufen und radeln sehen. Uebungsobjekte waren zwei Gebäude im Schlacht­hof, die nach der Pulvermühle zu liegen.

Um 18.40 Uhr traf als erste die Gießener Frei­willige Feuerwehr mit einem Fahrzeug ein, unmit­telbar Darauf kam die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz an, die mit ihren zwei Wagen und 15 Sanitätsmannschaften in zweckmäßiger Weise vom Depot aus über den Landgraf-Philipp-Platz, Hitlerwall und Wernerwall gefahren war, weil sie sich mit Recht sagte, daß die Straßen durch das Stadtinnere für den schnellen Anmarsch der Feuer­wehrfahrzeuge freibleiben müßten. Die außerordent­liche Schlagkraft unserer beiden Freiwilligen Feuer­wehren und der Sanitätskolonne bekundete sich er­neut dadurch, daß die Löschfahrzeuge von 18.40 Uhr an in ganz kurzen Abständen an der Uebungsstelle eintrafen, eine Zeit vom Augenblick des Alarms, die nach fachmännischer Beurteilung als sehr gut anzu­sehen ist.

Der Hebung lag folgende Annahme zugrunde: Drei Gebäude des Schlachthofes wurden durch

SA.-GruppenWrer pg. prinzAugustWilhelm vonpreußen spricht in Gießen in der Volkshalle, am Mittwoch, 9. Oktober, 20 Uhr.

Der Vorverkauf der Eintrittskarten beginnt am Mittwoch, 2. Oktober, ab 14 Uhr.

Vorverkaufs stellen in Giehenr

Kreisleitung Gießen der NSDAP., Ludwigftraße.

Kreiswaltung der DAF.» Schanzenstrahe.

Geschäftsstelle der Ortsgruppe Gießen-Mtte, kaplansgaffe.

Geschäftsstelle der Ortsgruppe Gießen-Nord, Walttorstraße.

3m Bereich der Ortsgruppen Gießen-Süd und -Ost durch die zuständigen Vlockleiter.

Die Gliederungen werden gebeten. Karten auf der Kreisleitung abzuholen.

Eintritt: 0,20 K21L

Kreisleitung Gießen der NSDAP.: Schmelz, kreispropagandalieiter.

Deutschen Bühne bereits eine Oper vor, und zwar die komische OperCosi fan tutte", mit der der Opernspielplan eröffnet wird. Die beiden Opern­aufführungen finden statt am Samstag, 2. Novem­ber, und Montag, 4. November. (Siehe heutige An­zeige.)

Landschastsbund Volkstum und Heimat

Orfsting Gießen.

Pilzgang.

Arn Samstag, 5. Oktober, findet am Nachmittag unter Führung des Herrn Hniversitäts-Garteninfpek- tors i. R. Rehnelt ein Pilzgang statt. Wir treffen uns um 14.30 Hhr an der Schneise 3 auf der Straße GießenAnnerod (hinter dem Abzweig von der Straße GießenRödgen) und wandern von dort zu einem noch zu bestimmenden Punkt (Hohewarte ober Rödger Aussicht am Leuchtturm). Rückkunft gegen 18 Hhr. Die Frauen werden gebeten, ein kleines Sammelkörbchen mitzubringen. Gäste sind willkommen.

Sonntagsrückfahrkarten zu oberhessischen Märkten.

Zum Herbstmarkt in Friedberg vom 7. bis 13. Oktober werden von den Stationen im Umfreis van 75 Kilometer Sonntags-Rückfahrkarten ausge­geben. Die Karten gelten zur Hin- und Rückfahrt mit eintägiger Geltungsdauer vom 7. bis 11. Oktober, zur Hinfahrt vom 12. Oktober 0.00 Hhr bis 13. Okto­ber, zur Rückfahrt vom 12. Oktober 12.00 Hhr bis 14. Oktober 12.00 Hhr.

Die Sonntags-Rückfahrkarten zum Gallusmarkt in Grünberg gelten zur Hinfahrt vom 16. Oktober 0.00 Hhr bis 17. Oktober und zur Rückfahrt vom 16. Oktober 12.00 Hhr bis zum 17. Oktober 24.00 Uhr, und zwar auf folgenden Strecken: GießenAls­feld, ButzbachFronhaufen (Lahn), WetzlarGießen, GießenHungen, MückeHungenBurg-Gemün­denKirchhain, LollarGrünberg.

Vogelschuhverein für Hessen.

Der unter der Leitung von Landforstmeister Dr. h. c. Hesse stehende Vogelschutzverein für Hessen ist der Zusammenschluß aller Freunde der Vogel- weit zu dem Zwecke einer zielbewußten Durch­führung des praktischen Vogelschutzes. In 284 Ort5n Hessens bemühen sich Vertrauensleute des Vereins um die Förderung dieser ethisch, wirtschaftlich be­deutungsvollen Aufgabe.

Die Vogelwelt hat stets in ganz besonderem Maße die Herzen der Menschen angezogen, so daß der Vogelschutz mit an der Spitze der Heimat- und Naturschutzbewegung steht. Aber erst im Dritten Reich konnten sich diese Bestrebungen den ihnen zu­kommenden Platz erobern. Aus dem neuen Geist heraus wurden bereits zahlreiche Maßnahmen ge­troffen, die den alten Forderungen des Naturschutzes gerecht werden. Es wäre jedoch verkehrt, anzu­nehmen, die Vogelschützer könnten nun die Hände in den Schoß legen. Im Gegenteil! Der ungeheure Arbeitswille des neuen Deutschlands, der Bau von Straßen und Kanälen, die Tätigkeit des Arbeits­dienstes, das Entwässerungs- und Siedlungswerk, alle diese Arbeiten erfordern vermehrte Eingriffe in das Landfchaftsbild. Der Kampf richtet sich gegen sinnloses Zerstören durch Unverstand und Gedanken­losigkeit. Die Vogelschutzbewegung ist bestrebt, einen Ausgleich mit den Forderungen der Wirtschaft her­beizuführen, damit das Gleichgewicht der Natur nicht gestört wird und unsere Heimatnatur in einem solchen Zustand erhalten bleibt, daß unser Voll Er­holung und Freuds aus ihr schöpfen kann.

Brandbomben entzündet. Die Wasserleitung ist zer­schlagen. Das Löschwasser darf nur aus offenem Ge­wässer entnommen werden. Die Gießener Freiwil­lige Feuerwehr hat die drei brennenden Gebäude zu löschen, die Gailsche Freiwillige Feuerwehr schützt zwei Nachbargebäude auf dem Schlachthafgelände. Es herrscht starker Südwind." Die Feuerwehren gingen mit Energie und unter geschickter Aus­nutzung der gegebenen Verhältnisse an die Erfül­lung ihres Auftrages. Die Löschfahrzeuge wurden an dem Lohbach bei der Pulvermühle aufgestellt, in wenigen Augenblicken die Schlauchleitungen gelegt, und kurz darauf konnte schon Wasser auf den Brand­herd gegeben werden, der von einem Führer der Feuerwache durch bengalisches Licht und Rauch­entwicklung kenntlich gemacht war. Die Feuerwehr­mannschaften leisteten im Rahmen ihres Aus­rüstungsstandes alles, was man mit Recht von ihnen fordern kann, jedoch wurde auch bei dieser Hebung wieder klar, daß für die Beschaffung von weiterem modernem Feuerwehrgerät für unsere Freiwilligen Feuerwehren noch verschiedene dring­liche Aufgaben zu erfüllen sind. Brandinspektor Lenz, Kreisfeuerwehrinspektvr Bouffier, Kommandant Wenzel von der Gießener Frei­willigen Feuerwehr, Kommandant Münch von der Gailschen Freiwilligen Feuerwehr und Kolonnen­führer Kratz von der Sanitätskolonne, die ihren Stand dicht bei der Pulvermühle aufgebaut hatte, beobachteten alle Einzelheiten des Hebungsverlaufes mit fachkundigen Blicken.

Im Anschluß an die Hebung traten die beiden Feuerwehren in geschlossener Front an und wurden nunmehr von Brandinspektor Lenz bei dieser ersten Gelegenheit der Arbeit unter seinem Kom­mando als Nachfolger des von Gießen verzogenen Branddirektors Braubach mit herzlichen Worten des kameradschaftlichen Verbundenseins begrüßt. Brandinspektor Lenz bekundete dabei seinen Willen zu bester kameradschaftlicher Zusammen­arbeit mit allen Feuerwehrmännern, um deren ver­trauensvolle Hnterstützung bei dem gemeinsamen Wirken zum Wohl unserer Stadt er bat. Anschlie­ßend besprach er den Hebungsverlauf, wobei er sich in- anerkennenden Worten über den guten Stand der Ausbildung der Feuerwehren und die Schlag­fertigkeit der Wehren und der Sanitätsmannschaf­ten aussprach. Insbesondere betonte er bei dieser Gelegenheit die Wichtigkeit der Feuerwehrausbil­dung unter Verwendung offener Gewässer. Dann entließ er die Feuerwehren und die Sanitätskolonne zum Heimmarsch in ihre Depots.

Die Hebung fand die lebhafte Aufmerksamkeit vieler Volksgenossen, insbesondere war natürlich die Jugend sehr stark zugegen. Die Polizei hand­habte die Absperrung in bekannter Verbindlichkeit, aber auch in zweckentsprechender Entschiedenheit.

Vornottzen.

Tageskalender für Mittwoch: NSG. Kraft durch Freude": 16.30 bis 17.30 Hhr Fröh­liche Gymnastik und Spiele im Kantinengebäude der Firma Bänninger; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. Stadt­theater: 19.30 bis 21.45 UhrHau ruck!" Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Episode". Män­ner- und Frauenvereinigung der Matthäusgemeinde Gießen: 20 Uhr Hauptversammlung im Matthäus- saal.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr, findet die Erst­aufführung des Lustspiels:Hau ruck!" von Paul Vulpius und Ralph Arthur Roberts statt. Der

fröhliche ArbeitsrufHau ruck!", den sich sonst körperliche Schwerarbeiter zurufen, wird zum Mo­tiv einer draufgängerischen Zeitkomödie. Es ist kein soziales Problem, das hier als Komödienstoff be­handelt wird, sondern eine scharmante Lausbuben­angelegenheit wächst sich zum Theaterstück aus, das alle erheitern soll, die lachen wollen.Hau ruck!" haben wir uns zugerufen, als der Winterspielplan aufgestellt wurde. Hau ruck! ... das bedeutet: 'ran an die Arbeit, wir werden's schon schaffen! Hau ruck!" bedeutet: ein prächtiger Unterhal­tungsabend frei von Belastungen der Arbeit und Nachdenklichkeiten des Alltags. Spielleitung hat Kurt Lüpke. In dieser Aufführung werden sich in größeren Aufgaben erstmalig dem Gießener Publi­kum vorstellen: Cissie Henckell, Aenne Markgraf,

2lm Donnerstag, 3. Oktober, muß der weg eines jeden Volksgenossen zur Abendfeier der hiller-Iugend um 20.30 Uhr an das Stadt- theater führen.

Weißt du, daß die Hitler-Jugend am Donners­tag, 3. Oktober, eine Abendfeier am Stadt­theater veranstaltet? »

Hans von Spallart; außerdem wirken mit Frick- hoefser, Geiger, Hub, Kühne, Lüpke, Neuhaus, Nie­ren, Schorn, Volck. Die Vorstellung ist die erste Vorstellung im Mittwoch-Abonnement und endet 21.45 Uhr.

Der neue Film der Kneipp-Bewe» gungGesundheit Quelle des Glücks" wird, wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich ist, am morgigen Donnerstagabend im Saale des Cafe Leib vorgeführt. Der Film zeigt, so schreibt man uns, wie aus positiver Einstellung zu den gegebenen Umwelt- faktoren und durch geschickte Ausnützung der natür­lichen Hilfsquellen ein gesünderes, froheres und kraftvolleres Geschlecht erstehen kann. Auf die An­zeige sei besonders aufmerksam gemacht.

** Straßensperre. Wegen Chaussierungs­arbeiten wird die Ortsdurchfahrt Griedel vom Abzweig nach Rockenberg bis zur Straße Butzbach Lich vom morgigen Donnerstag ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die Straße ButzbachGriedel.

** E i n Arbeitsjubilar wird geehrt. Anläßlich des 25jährigen Jubiläums des Derwal- tungssekretärs Ludwig W e p p l e r, Gießen, Frank­furter Straße, fand geftern in der Zentralverwaltung der Univerfitätsklimken eine kurze, würdige Feier statt, bei welcher dem Jubilar anerkennende Worte für feine treue, gewissenhafte Dienstführung zuteil wurden. Dabei wurde ein von den Arbeitskame­raden gestiftetes Geschenk überreicht. Herr Weppler erfreut sich bei Patienten und Personal allgemeiner Wertschätzung.

** Unfall in der Univerfitäts- Frauen-Klinik. Gestern nachmittag ereignete sich in der Universitäts-Frauen-Klinik ein Explo­sionsunglück. Ein etwa 17 Zentner schwerer Des- infektionsapparat explodierte aus bisher noch nicht festgestellter Ursache. Zwei Arbeiter, der Schlosser Albert Schuck von hier und der Schlosser Hart­mann aus Grünberg, die beide in dem Raum zu arbeiten hatten, wurden dabei in Mitleidenschaft gezogen. Während Schuck durch den ausströmenden Dampf Brandwunden im Gesicht erlitt und auch an den Augen Schaden nahm, kam sein Arbeitskame­rad glimpflicher davon. Schuck mußte in die Uni­versitäts-Augenklinik übergeführt werden; Hartmann konnte nach Hause entlassen werden.

** Verein für Deutsche Schäferhunde Gießen. Am Sonntag fand am Schützenhaus die diesjährige Ankörung Der deutschen Schäferhunde statt. Durch eine Kommission von Fachleuten wurde strengste Auswahl unter den Hunden hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit zur Zucht getroffen. Die Be­strebungen gehen bekanntlich darauf hinaus, Schäfer­hunde so zu züchten, daß man sich in allem und jedem auf sie verlassen kann. Die Zeit der will­kürlichen Züchterei sei, so wurde im Zusammenhang mit dieser Ankörung betont, vorbei. Zur Körung waren insgesamt 33 Tiere (Rüden und Hündinnen) aus Oberhessen, aus den Kreisen Marburg, Fried­berg und Wetzlar sowie aus dem Dillkreis vor­geführt. Der Körmeister O. S a u 11 e r aus Alzey hatte von 9 Uhr bis 15 Uhr angestrengteste Arbeit zu leisten, um die richtige Auswahl zu treffen. An dieser Veranstaltung, die jedes Jahr im September ober Oktober stattfindet, nahm der gesamte Vorstand der FachschaftDeutsche Schäferhunde SV., Gau Hessen", Sitz Kassel (dem Oberhessen angegliedert ist) teil. Die Leitung der Veranstaltung hatte der Obmann des Bezirks Oberhessen, Georg Hütten­berger, Gießen.

Große Strafkammer Gießen.

Wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an einem Mädchen unter 14 Jahren wurde der aus der Untersuchungshaft vorgeführte Bruno Rose aus Friedberg, der bereits mehrfach vorbestraft ist, zu einer Zuchthaus st rase von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt. Zwei Monate der erlittenen Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet.

Ebenfalls wegen Sittlichkeitsoerbrechens wurde der 26jährige Rudolf Nos aus Stockheim zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr und sieben Monaten Gefängnis verurteilt unter An­rechnung von zwei Monaten und zwei Wochen der erlittenen Untersuchungshaft. Der Angeklagte hatte an mehreren Mädchen unter 14 Jahren un­züchtige Handlungen vorgenommen.

Der K. H. aus Gießen wurde wegen Amtsunter­schlagung, Vergehen gegen § 350 StBG., zu einer Gefängnis st rafe von sieben Monaten und Kostentragung verurteilt. Der Angeklagte hatte etwa 400 Mark unterschlagen und für sich ver­braucht.

Amtsgericht Gießen.

Der erst 19jährige K. R. R. in Gießen hatte im Juli auf offener Straße eine 44 Jahre alte Frau mit allerlei Redensarten beschimpft, wodurch ein Menschenauflauf entstand. Wegen groben Unfugs wurde er durch Strafbefehl in eine Geldstrafe von 10 Mark, hilfsweise zwei Tage Haft, ge­nommen. In der auf feinen Einspruch gestern ge­führten Hauptverhandlung verblieb es bei der im

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