Wirtschaft.
NeichSmarkbeträge
aus Sperr- und Sonderkonten.
Fwd. Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung hat, um einer mißbräuchlichen Verwendung von Reichsmarkbeträgen aus Sperr- und Sonderkonten, sowie Registerguthaben aus Anlaß eines inländischen Re'iseaufenthaltes eines Devisenausländers oorzubeugen, im Einvernehmen mit dem Reichsbank-Direktorium einen Runderlaß über die Freigabe von Sperr-Guthaben und Sonderkonten für inländischen, nicht geschäftlichen Reise-, Kur-, Erho° lungs- oder Studienaufenthalt herausgegeben. Durch diesen werden die Devisenstellen und die Devisenbanken angewiesen, durch geeignete Schutzmaßnahmen die ordnungsgemäße Auszahlung und Verwendung der im innerdeutschen Reiseverkehr von Sperr- und Sonderkonten abgehobenen Beträge sicherzustellen. Die wichtigste Neuerung besteht in der Einführung der Paßeintragungspflicht. Allgemein geltende Richtlinien für die Beträge, die aus einem Sperrguthaben oder Sonderkonto für den Reiseverkehr ausgezahlt werden können, find nicht festgelegt, um diese den Lebensoerhältnisfen und dem Reiseaufwande des ausländischen Reisenden anpassen zu können. Doch gilt als Höchstgrenze für bie_ Abhebung von Sperr-- oder Sonderkonten und für die Auszahlung von Register- bzw. Reichsmarktreuhandguthaben, falls diese daneben in Anspruch genommen werden, ein Betrag von 500 Mark je Person und Woche bzw. von 2000 Mark je Person und Monat. Für die Abhebung von Register- und Reichsmarktreuhandguthaben gelten im übrigen die von der Reichsbank jeweils bekanntgegebenen Bestimmungen. Die Verwendungsmöglichkeit der vom Sperr- ober Sonderkonto abgehobenen Beträge ergibt sich aus einem Merkblatt, das dem Reisenden von der auszahlenden Stelle ausgehändigt wird. Die Devisenstellen, wie die Reichsbank werden gegen jeden Mißbrauch gegebenenfalls durch Sperrung der Auszahlung und Einleitung eines Strafverfahrens vorgehen.
Plombenzwang für Mühlenerzeugnisse
Fwd. Die Hauptvereinigung der Deutschen Getreidewirtschaft gibt soeben den Wortlaut der Anordnung betreffend den Plombenzwang für Mühlenerzeugnisse (Anordnung Nr. 11, verkündet im RNVbl. Nr. 59 vom 31. Juli 1935) bekannt. Danach müssen alle nach dem 30. August hergestellten Mühlenerzeugnisse (auch Kleie und sonstige Nachprodukte), bevor sie die Mühle verlassen, mit der vorgeschriebenen Spezialplombe versehen werden. Jedes Jn-den-Verkehrbringen, ferner auch das Erwerben und Beleihen von Mühlenerzeugnissen, die nicht ordnungsmäßig plombiert sind, ist strafbar. Ausgenommen von dem Plombierungszwang sind lediglich die Mühlenerzeugnisse, die in der Lohnoder Umtauschmüllerei für Erzeuger, Deputanten oder Empfänger eines Leibgedinges hergestellt werden, sowie solche Mühlenerzeugnisse, die die Mühlen außerhalb ihres Kontingentes Herstellen und Herstellen dürfen, d. h. die bei der Verarbeitung von Roggen und Weizen zu Futter- ober technischen Zwecken anfallenden Erzeugnisse (also hauptsächlich Futterschrot), sowie die zur Ausfuhr gelangenden Mahlerzeugnisse.
Ueber die Einzelheiten der neuen Anordnung sowie über Sinn und Zweck der Maßnahme ist schon berichtet. Es sei noch darauf hingewiesen, daß im übrigen die bisherigen Vorschriften über Herstellung und Kennzeichnung, der Mühlenerzeugnisse, wie sie in Anordnung Nr. 23 der WD. der Roggen- und Weizenmühlen niedergelegt sind, unverändert bestehen bleiben, abgesehen von der dort vorgesehenen allgemeinen Plombierungsvorschrift (Abschn. I, B, Ziffer 2), die durch die jetzigen eingehenden Bestimmungen ersetzt ist.
Die Zndustne- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:
1010: Bestandsmeldung für Natron-Zellstoff und Natronpapierabfälle; Genehmigungspflicht für die Verarbeitung.
1011: Deutsch-französische Uebergangslösung. Bis zum 1. Dezember d. I. gilt der französische Minimaltarif für die Einfuhr deutscher Waren weiter.
1012: Wortlaut des Abkommens über den Zahlungsverkehr zwischen Deutschland und der Belgisch-Luxemburgischen Wirtschaftsunion.
1013: Warenausfuhr in Päckchen und Wertbriefen nur gegen Exportvalutaerklärung.
1014: Erhebung der italienischen Lizenzgebühr auf alle Waren.
1015: Die Neuregelung des Zahlungsverkehrs mit Belgien-Luxemburg. RE. Nr. 152/35 D. St. der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung.
1016: Keine Aenderung der Formalitäten im Zah° lungsverkehr mit Frankreich.
1017: Gebührenordnung der Ueberwachungsstelle für Papier (Neue Fassung vom 30. Juli 1935).
1018: Neue Umrechnungskurse in den Güter- und Tieroerkehren mit dem Auslände.
1019: Einreichung von Einfuhrbewilligungsantragen für Tonwaren bei französischen Stellen.
»
♦ Ein Auslandauftrag der Philipp Holzmann AG., Frankfurt a. M. Im Zuge der durch die starke internationale, größtenteils währungsbegünstigten Konkurrenz sehr erschwerten Bemühungen um Auslandgeschäfte, hat eine deutsche Baufirma einen recht erfreulichen Erfolg zu verzeichnen. Die schweizerische Tochtergesellschaft der Philipp Holzmann AG., Frankfurt a. M., bie Sofitec, SoctetS Financidre et Technique, hat nach Informationen des FWD. soeben den Auftrag zum Bau des Bahnhofs in Teheran, ein Werk, das in modernster Ausführung vorgesehen ist, erhalten. Das Objekt beläuft sich auf rund 36 Millionen Rial, ober einem Bettage zwischen 6 unb 7 Millionen Mark. An Bauzeit finb nicht ganz zwei Jahre vorgesehen.
*GrünbungberHybrierwerkeSchol- ven AG., Gelsenkirchen-Buer. Wie vor einiger Zeit gemelbet, hat bie dem preußischen Staat gehörende Bergwerksgesellschaft Hibernia AG. mit ber Einrichtung einer nach bem JG.-Verfahren arbeitenben Steinkohlenhybrieranlage begonnen. Zum Bettieb biefer Anlagen ist jetzt eine befonbere Gesellschaft gegrünbet worben, bie ben Firmennamen „Hybrierwerke Scholven AG., Gelsenkirchen- Buer" trägt. Von bem AK. von 10 Millionen Mark übernimmt bie Bergwerksgesellschaft Hibernia 8,28 Millionen Mark gegen Einbringung von nicht für die Stickstofferzeugung benötigten Anlagen in Wanne-Eickel.
Rhein-Mainische Börse.
Mttagsbörse luftlos.
Frankfurt a. M., 1. Aua. Zum Monatsbeginn lagen Aufträge und ßimiterneuerungen kaum vor. Das Geschäft war infolgedessen auf ein Minimum beschränkt. Trotz ber starken Geschäftsstille blieb bie Grundstimmung aber freundlich und die Kurse wiesen nur gerinafte Abweichungen auf.
Am Aktienmarkt eröffneten IG. Farben mit 158 unverändert, ließen aber später auf 157,50 nach. Von Elektropapieren setzten AEG. 0,25 v. H., Gesfürel 0,25 v. H. niedriger, Schuckert 0,50 v. H. unb Siemens 0,65 v. H. freundlicher ein. Don Montanpapieren kamen zunächst Mannesmann mit plus 0,50 v. H., Stahlverein und Hoesch Eisen mit unverändert 87,75 bzw. 104 zur Notiz. Schifffahrtsaktien lagen uneinheitlich. Norddeutscher Lloyd gaben 0,40 o. H. nach, Hapag blieben behauptet. Etwas fester notierten AG. für Verkehrswesen mit 86,75 (85,50). Ferner eröffneten Deutsche Erdöl 1 v. H., Hanfwerke Füssen 0,50 v. H^ Conti Gummi 0,50 v. H., Moenus Maschinen 0,25 v. H. und Kunstseide AKU. 0,13 v. H. hoher. Reichsbank gaben auf 188 (188,75) nach, auch Zellstoff Aschaffenburg lagen mit 90,90 (91) knavp gehalten. Metallgesellschaft mtt 115 und Deutscher Eisenhandel mit 103,50 setzten unverändert ein.
Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls geringfügig bei wenig veränderten Kursen. Altbesitzanleihe erhöhten sich auf 111,90 (111,75). Sonst nannte man späte Reichsschulbbuchsorberun- gen mit etwa 97 (97,13), Zinsvergütungsscheine mit 90,45 (90,50). Kommunal-Umschuldung wurden zum gestrigen Kurs in kleinen Beträgen umgesetzt. Zer- tifizierte Gulden-Obligattonen waren noch etwas hoher gefragt, von Dollar-Bonds gingen 6 v. H. Preußen mit unverändert 63,25 um.
Im Verlaufe herrschte vollkommene Geschüfts- sttlle, die Kurse veränderten sich kaum. Leicht nachgebend waren AEG., Rheinstahl und Mannesmann. Die später notierten Werte zogen zumeist um 0,25 bis 0,50 v. H. an. Darüber hinaus gewannen Mansfelder 1,25 v. H., Accumulatoren n. P. 2,25 v. H. auf 185,25 und Bank für Brauindustrie 0,75 v. H.
Auch am Rentenmarkt ergaben sich keine Abweichungen. Der Pfandbriefmarkt lag still unb unverändert. Stadtanleihen tendierten etwas uneinheitlich. Fremde Werte lagen geschästslos. — Tagesgeld wurde auf 3 v. H. (3,50 o. H.) ermäßigt.
Abenbbörfe: still.
Die Abenbbörfe nahm auf allen Marktgebieten einen fehr stillen und kursmäßig wenig veränderten Verlauf. Indes lagen die meist etwas befestigten Mittagsschlußkurse nicht ganz behauptet. So brök- ketten Montan- und Elektropapiere etwa 0,25 v. H. ab, die Notierungen waren jedoch meist nominell. Kunstseide AKU. waren mäßig gefragt unb zogen auf 62,90 (62,50) an. Am Einheitsmarkt blieben Chem. Albert stark gesucht, Taxe 116 (letzter Kurs
111). Am Rentemnarkt kamen Altbesitzanleihe mit unverändert 111,90 v. H. zur Notiz, auch spate Reichsschulbbuchsorberungen würben zu unveränbert 97,13 in kleinen Beträgen umgesetzt. Reichsbahn- VA. bröckelten auf 123,50 (123,65) ab. Von Industrie-Anleihen blieben IG. Farben-Bonds auf der um 1,50 v. H. ermäßigten Mittagsnotieruna von 128,50 behauptet, Hartmann & Braun Obl. erhöhten sich auf 99,25 (98,50). Don Stabtanleihen ginnen Mainz von 1928 auf 92 (92,50) zurück. Rheinische Hyp.-Liquib. notierten mit 102 um 0,13 v. H. fester, Anteilscheine ber Frankfurter Hypotheken - Bank - Liguidationspsanbbriefe lagen mit 6,975 unveränbert. Auslanbsrenten waren ohne Geschäft.
U. a. notierten: Altbesitzanleihe 111,90, 4,5 v. H. Stabt Mainz von 1928 92, 4,5 v. H. Frankfurter Hypotheken-Bank Gold R 13/15 96,50, Anteilscheine ber Frankfurter Hypotheken - Bank - Liquib. 6,975, 5,5 v. H. Rheinische Hypotheken-Bank-Liquid. 102, 6 v. H. Hartmann & Braun 99,25, IG. Farben- Bonbs 128,50, Commerzbank 90,50, Ov-Bank 91, Dresbner Bank 91, Harpener 115,75, Ilse Genuß 132,50, Kali Aschersleben 133,25, Mannesmann 92,25, Stahlverein 88, AKU. 62,90, Betula 139,75, Chabe A—C 289, Conti-Gummi 156, Scheibeanstalt 237, IG. Farben 157,75, Gesfürel 128, Holzmann 93,25, Mainkraft 98, Rhein. Elektro 139,13, RWE. 134,50, Rütgerswerke 121, Schuckert 129, AG. für Verkehr 87, Norbbeutscher Lloyb 19,13, Reichsbahn- VA. 123,50.
Frankfurter Schlachkvlehmarkt.
Frankfurt a. M., 1. Aug. Auftrieb: Rinder 112 (gegen 110 am letzten Donnerstagsmarkt), dar* unter 21 Ochsen, 12 Bullen 13 Kühe 66 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 2 Ochsen, 14 Bullen, 10 Kühe, 12 Färsen. Kälber 924 (654), Schafe 74 (59), Schweine 503 (470). Notiert wurden pro ein Rentner Lebendgewicht in Mark: Kalber ^) 63 bw 6^ (am 25. Juli 61 bis 63), b) 55 bis 62 (55 bis 60), c) 48 bis 54 (47 bis 54), d) 37 bis 47 (35 bis 46). Lämmer unb Hammel b2) ^Beibemafthämmel 39 dis 40 (37 bis 38), c) mittlere 37 bis 38 (35 bis 36); Schafe e) beste 37 bis 38 (34 bis 35), f) mittlere 32 bis 36 (-), g) geringe 28 bis 30 (-). Schweine al) 54 (54), a2) 54 (54), b) 54 (54), c) 54 (53 bis 54), d) 54 (50 bis 54), e) 52 bis 54 (47 bis 50), Sauen gl) 54 (-), g2) 48 bis 53 (—)-
Großhanbelspreife für Fl ei schund für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 888 Viertel Rindfleisch, 146 ganze Kälber, 14 ganze Hümmel, 1227 halbe Schweine. Preise pro 50 Kilo in Mark: Ochsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74; Bullenfleisch b) 70 bis 78; Kuhfleisch b) 60 bis 68, c) 50 bis 60; Färsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74. Kalbfleisch b) 74 bis 84, c) 68 bis 72. Hammelfleisch b) 75 bis 78. Schweinefleisch b) 75 bis 80. (am 29. Juli 72 bis 77). Fettwaren: Speck aus hiesiger Schlachtung, roh, unter 7 cm, 73 bis 77 (63 bis 68), Flomen 80 bis 83 (75 bis 80). Marktverlauf: lebhaft.
Wirtschaftlicher Landesverrat.
Zinsscheinschiebungen aus 22 Millionen Emigrantenkapital.
Frankfurt a. M., 1. Aug. (LPD.) Dor der Großen Strafkammer in Frankfurt a. M. wurde erstmalig ein Prozeß gegen Zinsscheinschieber verhandelt, ber sich gegen insgesamt achtAnge k l a g te, darunter drei Frauen, richtete.
Der Schieberbande wurden für Zinsfcheine und Gewlnnanteilfcheine aus im Auslande befindlichen deutschen Wertpapieren rund 70 000 Mark ausbezahlt, die nach dem Saargebiet bzw. ins Ausland verschoben worden sind. Diese Transaktionen beruhten auf der Verbindung eines früher in Karlsruhe anfäffigen, bann aber aus politischen Gründen flüchtig gegangenen Karl Ditter mit einer in Frankreich ansässigen Emigrantengruppe, die nach dem Umfang des im Umlauf befindlichen Materials an Scheinen im Besitze deutscher Wertpapiere in Höhe von
20 bis 22 Millionen Mark war.
Die Zinsscheine unb Gewinnanteile solcher Wertpapiere werben an ber sogenannten „Schwarzen Börse" in Paris gehanbelt unb finb bort billig zu haben, benn ber im Auslände Weilende erhält, wenn er bie Papiere in Deutschlanb einreicht, kein 93ar» gelb, fonbern eine Forberung an bie Konversions- kasse für beutsche Auslanbschulben qutgeschrieben. Daß aber auch noch ein anberer Weg beschritten werben kann, zeigte bie jetzt geführte Derhanblung. Die Zinsfcheine würben burch Mittelspersonen nach Deutschlanb gebracht unb hier von Personen, bie sich als Inländer ausgaben, bei Banken eingelöst. Hierdurch wurden für den Emigranten bzw. seine Helfershelfer ein Gewinn bis zu 60 v. H. erzielt.
Natürlich sind diese Geschäfte verboten. Jener Ditter verstand es aber, eine Reihe von Personen für diese Geschäfte zu untereffieren, und so waren
seit Oktober des vergangenen Jahres zwei Kolonnen in Deutschland tätig, die sich mit dem Absatz der Zinsscheine befaßten.
Die eine Gruppe suchte Bankinstitute in Mannheim, Darmstadt, Mainz und Frankfurt a. M. auf, die andere war in Köln und Düsseldorf tätig. Ein gewisser Willi Kotz nahm die Einlösungen zugunsten seines Bruders Kurt und des Angeklagten unternahmen die Einlösungen zugunsten Ditter vor. Die beiden letzteren sind entkommen. Die des Willi Kötz.
Die Beschuldigten kannten die Emigranten, die die Wertpapiere besaßen, nicht, sie waren vorwiegend rm Saargebiet ansässig und gingen von dort aus auf „Tour". Da sie im Inland nicht als Ausländer austreten konnten, bedienten sie sich falscher ober gefälschter Ausweise unb Pässe. Die gefährliche Tätigkeit der Leute führte auch zu mancherlei Erlebnissen.
Als man einen ber Beteiligten erwischte, hatte dieser in einem Fahrradrahmen 5000 Mark verborgen. Ein anderer wollte kein Geld im Besitze haben und präsentierte sein Portemonnaie, das teer war, er hatte aber die Brieftasche mit Geldscheinen vollgepfropft.
Die Banken lösten bie vorgewiesenen Scheine unbedenklich ein, da sie nach den vorgezeigten Aus
weisen annehmen mußten, daß sie es mit Jnlän« bem zu tun hatten. Im Kölner Bezirk würbe von ber Schieberbande jedoch ein kleiner Schönheitsfehler begangen. Man löste zunächst in einer Bank- zentrale Zinsscheine ein, erschien bann aber auch in einer Filiale der gleichen Bank, um Zinsscheine zu Gelb zu machen. Zufälligerweise hielt die Filiale jedoch Nachftage bei der Zenttale, unb dort fiel es sogleich auf, baß hie Leute in der Zenttale nicht bas ganze Material an Zinsscheinen hingegeben hatten. Die Schieber witterten Gefahr unb ließen Auszahlungen in Höhe von 750 Mark im Sttch.
Das Gericht nahm an, baß sich bie Angeklagten alle barüber im klaren waren, um was es sich bei ihren „Geschäften" hanbelte.
Wenn sie auch ihre Drahtzieher nicht kannten, so waren sie sich bewußt, baß sie den Staat in ganz erheblichem Umfange schädigten und, wie es in der Urteilsbegründung weiter heißt, sozusagen wirtschaftlichen Landesverrat trieben.
Der 1907 in Saarbrücken geborene Willi Kötz erhielt drei Jahre Zuchthaus und 30000 Mark Geldstrafe, ersatzweise weitere 100 Tage Zuchthaus, der 1906 in Neunkirchen geborene Hermann Tretter zwei Jahre Zuchthaus und 20 000 Mark Geldstrafe, ersatzweise 75 Tage Zuchthaus, der 1910 in Wolfstein in der Pfalz ge- borene Willi Fetter oll unb der 1899 in Kreuz- nach geborene Friebrich Engelsmann je ein Jahr Gefängnis und 10000 Mark Geldstrafe. Ein weiterer Angeklagter, der aus wirtschaftlicher Not gehandelt hatte, wurde zu fünf Monaten Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe verur- teilt. Don den Frauen erhielt eine 600 Mark Geldstrafe, die anderen wurden zu Gefängnisstrafen bis vier Monate unb Geldstrafen bis zu 1000 Mark verurteilt. Kotz unb Tretter würben die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. Außerdem zog das Gericht eine Reihe von beschlagnahmten Werten ein.
Nundfunkprogramm.
Samstag, 3. August.
6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. In der Pause (7) Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 9.45: „Entwurzelt", eine Dorfgeschichte von Otto Weddigen. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: buntes Wochenende. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendegebiet). 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.30: Musikalische Unterhaltung. Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15: Jugendfunk: Wir an der Grenze! 16: Der frohe Samstagnachmittag. 18: Am Rande des Bienwalds, Funkspiel aus der Pfalz. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Wir schatten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.40: Saardienst. 19: Präsentier- und Parademärsche ehemaliger deutscher Regimenter. 19.45: Die Wochenschau des Zeitfunks. 20: Nachrichten. 20.10: Das Spitzentuch der Königin. Komische Operette in 3 Akten. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Sportbericht. 22.30: Tanzmusik zum Wochenende. 24 bis 2: Nachtkonzert.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben bie Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 vH.. Lombardzinsfuß 5 v. H.
Frankfurt 0.2)1. |
Berlin
Frankfurt e. 1R
Serlfn
Frankfurt a. M.
Berlin
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL
Schlußkurs
Schluß!. Abend- börse
Schlußkurs
Schlugt. Mittagbörse
Schluß- kurs
Schluß!. Abendbörse
Schluß-! lurs |
Schlußk. Mittag, börse
Schlußkurs
Schlußk. Abend- börse
Schluß« kurs
Schlußk. Mittagbörse
31.3uli
1.August
Amtliche Notierung
Geld | »ries
Amtliche Notierung
Geld | Brief
Datum
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927
4% Deutsche Reichsanl. von 1934
6*/2% Boung-Anleihe von 1930 Deutsche Ani.-Ablös.-Schuld mit
Auslos.-Rechlen .............
4*/»% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, I.......
6% efjem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ...........
4V*% ehem. Hessische Landesbank
Darmstadt Gold R. 12........
V/i% ehem. Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt ßiaui ...
*%% ehem. 8% Darmst. Komm.
Landesb.Goldschuldverlchr. R. 6
Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............
Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten
4Vz% ehem.8% Franks. Hnp.-Bank
Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 ty.% ehem. 4y2% Franks. Hyp.-
Bank-Liqu.-Psandoriese.......
5V2% ehem. 4%% Rheinische
Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe.....
4%% ehem. 8% Pr. Landespfand
briefanstalt, Pfandbriefe R. 19
4Yi% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesansi., Gold Komm. Lbl.VI
Steuergutich.Verrechnungsk. 35-39
4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente .......
4% Ungarische Slaatsrente v. 1910 4'/r% desgl. von 1913 ......
5% abgest. Goldmexikaner von 99
4°€erielW Bagdadbahn-Anleihe
31 7 |
100,5
97,75
103
111,75
100,35
97,75
96,5
101
93
115,75
96,5
101,25
101,75
97
97
107,3
29,5
1,55
9,9
9,65
9,5
12
1.8.
101
97,75
103
111,9
100,4
97.75
96,5
101
93
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96,5
101,13
102
97
97
107,3
29,75
9,75
9,4
9,5
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31 7
100,75
98,1 103,13
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1,5 10,13
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100,75 98
103,13
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100,4
97,65
115,65
101,65
97
97
107,3
29,13 1,45 9,95
9,4 9,75
11,9
Datum
4% desgl. Serie 11 .............
5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4HA>Numän.vereinh.Rentev.lS13
4% Rumänische vereinh. Rente ..
ay4% Anatolier ...............
Hamburg-Amersta-Paket .....0
Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0
Norddeutscher Lloyd .........0
A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O
Berliner Handelsgesellschaft ... 6
Commerz, und Privat-Bank... 0
Deutsche Bank und Disconto-
Gesellschaft................o
Dresdner Boni......... 0
Reichsbanl ................12
AEG....;.................0
Bekula.................... io
Elektr. LieferungSgesellschaft... 5
Licht und Kraft ..........6H
Festen S Guilleaume......... O
Gesellsch.f.Eiektr.Unternehmung. 5
Rheinische Elektrizität ........5
Rhein. Wests. Elektr..........6
Schuckert 8 Co............... 4
Siemens L Halske............7
Lahmeoer LCo........... 7
Buderus ...... 0
Deutsche Erdöl ...............
Gelsenkirchener.............. 0
Harvener .................0
Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. fl
Ilse Bergbau .............4
Ilse Bergbau Genüsse ........<
Klöcknerwerke ........ tV
Mannesmann-Röhre« ........ C
31-7.
6,5
8,5
5,2
39,65
174
19,5
85,5
117
90,25
91,13
91,13
188,75
40,75
139,5
117,25
134,75
108,75
128,25
138,5
134,75
128,5
183,5
133
106
112,25
—
115 104
—
132
101,5
82
18.
12
6,4
8,25
5,13 39,65
17,4
19,13
87
117
90,5
91
91
40,4 139,75 117,13 134,75
109,5
128 139,75
134,5
129 184,13 133,25
106,75 113,4
115,75
104,4 169
132,5 102
82,25
31-7
12
6,5
8,3
5,13 39,65
17,25
28
19
86,25 117,65
90,25
81,13
91,13
168,5
40,5
139,5
117
135
109
128,5
140 134,75 128,75
184
106,5
112,4
115,25
103,65
170
132
102,5
92.13
1.8.
12
6,25
8,4
5,1
39,65
17,65
28
19,13
87,25
116,5
90,5
91
91
188
40
139,5 116,65
135,25
109,5
128,25
139
134,5
129
183,5
133,5
107,25
113,5
116
104,25
170
132,5
102,5
92,4
■Datum
Mansfelder Bergbau .........8
Kokswerke .............. 6
Phönix Bergbau....... O
Rheinische Braunkohlen ..... 12
Rheinstahl................8%
Bereinigte Stahlwerke........O
Olavi Minen ........... O
Kaliwerke Aschersleben........ 6
Kaliwerke Westeregeln ........ 5
Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7%
3. ®. Farben-Jndustri« ....... 7
Scheideanstalt...............9
Goldschmidt ............ O
Rütgerswerke .............4
Metallgesellschaft............. 4
Philipp Holzmann . ..........1
Zementwerk Heidelberg ......|
Cementwerk Karlstadt....... 4
Schultbeiö Patzenhofer ....... 4
Aku sAllgemeüte Kunstseide) .. 0
Bemberg...................0
Zellstoff Waldhof ............O
Zellstoff Aschaffenburg .......0
Dessauer Gas .......... '
Daimler Motoren ............ C
Deutsche Linoleum........... f
Orenstein L Koppel .......... 0
Westdeutsche Kaufhof.........O
Cbade.............. 0
Accumul atoren-Fabrik....... 12
Conri-Gumm> ..............8
Grttzner....................0
Mainkrastwerke Höchst a.0U.. <
31.7 110
221,25 115,25
87,75 18 •133
130,5
198
158
237 109 , 120,9
115
92,5
121,75 135
62,4
117,25 120
91
94,5 ' 157,5
32,13
i 289
1 -
1 34
98 H 195,25
1.8.
111
222,75 115 88
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121 115
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62,9
119,75
90,9
95 157,5
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N,5 98 195,5
31 7
111 121,75
221,5 115,5
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18
133
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199
157,75
109 120,4 114,75
93
112,25
62,65
118
120,13
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157
88,25
32,13
289
185
156
1 34 65
196
1-8.
111
121,9
222,5
115,25
88,25
18
133,5
131
199,5
157,75
109 121,4 114,75
93^5
112
62,75
120
91
135,25
95 156,5 88,5
32,4
289
185 155,75
35,25
1 195,75
Buenos Aire- Brüssel.....
Rio de Jan.
Sofia ......
Kopenhagen. Danzig.....
London .....
HelsingsorS.. Paris ......
Holland .... Italien.....
Favan......
Jugoslawien
C3io.....:
Wien.......
Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag.......
Budapest ...
Reuqork...
0,663 42,01
0,139
3,047 54,83
46,91 12,28
5,415
16,405 168,63
20,41 0,724
5,684 61,72 48,95
11,135 63,31 81,12 33,92 10,29
2,478
0,667
42,09
0,141
3,053
54,93
47,01
12,31
5,425
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168,97
20,45
0,726
5,696
61,84
49.05
11,155
63,43
81,28
33,98
10,31
2,482
Sanfnolen
0,663 41,91 0,139 3,047 54,81 46,91
12,275 5,415
16,405 168,38
20,41 0,723
5,684 61,69 48,95
11,13 63,29
81,07 34,02
10,285
2,478
0,667 41,99 0,141
3,053 54,91
47,01
12,305 5,425
16,445
168,72
20,45 0,725
5,696
61,81
49,05 11,15
63,41
81,23
34,08
10,305
2,482
Serlin,f.Auguft
Geld
Äries
Amerikanische Noten..............
Belgische Noten..................
Dänische Noten .................
Englische Noten .................
Französische Noten ..............
Holländische Noten ..............
Italienische Noten...............
Norwegische Noten ..............
Deutsch Oesterreich, * 1OO Schilling Rumänische Noten...............
Schwedische Noten...............
Schweizer Noten.................
Spanische Noten...................
Ungarische Rot« ................
2,43 41,76 54,75 12,24 16,355 167,96
19,46 61^48
63,07 80,84 33,66
2,45 41,92 54,97 12,28
16,415 168,64
19,54 61,72
63,33 81,16 33,80


