Tausend auslandsdeutscheIungen besuchen die Reichshauptstadt.
Aus dem Deutschlandlager Kuhlmühle, in dem auslandsdeutsche Jungen aus allen Teilen der Welt in Zeltgemeinschast gelebt haben, um die neue Form des Gemeinschaftslebens der HI. kennen zu lernen, trafen Donnerstag in 45 Sonderomnibussen 1050 Jungen auf dem Bahnhof Heerstraße in Berlin ein. Die riesige Wagenkolonne bewegte sich zur Masurön- Allee, wo eine Vorbeifahrt an Korpsführer Hühnlein stattfand. Das NSKK. wird auch die 5000 - Kilometer - Deutschlandfahrt durch Zurverfügungstellen von Geleitfahrzeugen unterstützen. Von der Masuren-Allee ging die Fahrt durch das Brandenburger Tor über die Linden zum Ehrenmal. Während Wagen auf Wagen
auf dem Platz gegenüber dem Ehrenmal Aufstellung nahm, konnte man die A u f s ch r i f t e n auf den Fahrzeugen verfolgen: Costarica, Paraguay, Puerto- Rico, Argentinien, Finnland, Teneriffa, Persien, Türkei, Panama, Aeaypten, Brasilien, Peru, Gua- temala, Haiti usw. Aus allen Teilen der Welt waren die jungen Gäste eingetroffen. Nach- den um 13 Uhr das Wachtregiment zur Ablösung der Wache aufmarschiert war, folgte die Kranzniederlegung durch die Abordnung des Neutsch- landlaaers. Im Anschluß fuhren die auslandsdeutschen Jungen nach dem Sportpalast, wo sie durch den Hilfszug Bayern verpflegt wurden.
Das Zersetzungsprogramm der Moskauer Weltrevolutionäre.
Die Jugend im Mittelpunkt der kommunistischen Propaganda.
Moskau, 2. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die amtliche Nachrichtenagentur der Sowjetunion verbreitet heute die erste große Entschließung des 7. Weltkongresses der Komintern, die auf Grund des Rechenschaftsberichtes des „deutschen" Kommunisten Pieck über die Tätigkeit des Vollzugsausschusses der kommunistischen Internationale angegangen wurde. In sieben genau formulierten Punkten werden hier krasse Kampfanweisungen des „Generalstabes der Weltrevolutionäre" gegeben. Einleitend billigt der Kongreß die politische Gesamtlinie und die praktische Tätigkeit des Exekutivkomitees der kommunistischen Internationale.
In Punkt 2 werden die Anbiederungsversuche der Komintern vom März 1933, Oktober 1934 und April 1935 gegenüber der 2. Internationale zur Bildung einer kommuni st isch-mar- xistischen Einheitsfront geschildert und das Bedauern ausgesprochen, daß sich das Exekutivkomitee der 2. Internationale bisher ablehnend verhalten habe. Angesichts der Tatsache aber, daß zur Zeit in einigen Ländern die Sozialdemokraten Hand in Hand mit den Kommuni st en marschieren, verpflichtet der Kongreß alle kommunistischen Parteien der Welt künftig überall die Bildung der Einheitsfront zu erreichen. Deshalb die bisher oft abstrakten Methoden der kommunistischen Agitation und
Propaganda, sie den unmittelbaren Röten der Massen anzupassen.
Der Punkt 4 zählt eine große Reihe Mängel in der Kominternarbeit auf, wie das Nichtzustandebrin- gen einer Massenmobilisierung zur Durchsetzung von politischen und wirtschaftlichen Einzelforderungen, das mangelnde Verständnis für die Notwendigkeit der Verteidigung der Ueberreste der bürgerlichen Parteien sowie das mangelnde Verständnis für die Bildung einer antikapitalistischen Front in den Kolonialländern und für die Zersetzungsarbeit in den faschistischen Gewerkschaften und schließlich die Unterschätzung der Agitationsarbeit unter den Frauen, den Bauern und dem Kleinbürgertum. Daher wird angeordnet, die besonderen Bedingungen und Eigenarten des jeweiligen Landes unbedingt zu berücksichtigen und sich einer unmittelbaren Einmischung in die inneren organisatorischen Angelegenheiten der kommunistischen Länderparteien zu enthalten, ferner in den einzelnen Länderparteien zuverlässige Original-bolsche- wistische Funktionäre heranzuziehen, damit die Parteien bei einer plötzlichen Wendung der Lage schnell und selbständig ihre politischen Entschlüsse fassen können.
Der Punkt 5 stellt eine neue gefährliche Finte bei der Zersetzung der Iugend dar. Danach sollen nämlich die Mitglieder der kommunistischen Jugendverbände nicht mehr geschlossen auftreten, sondern verpflichtet werden, einzeln den bürgerlich-demokratischen, den
faschistischen und den religiösen Iugendver- bänden gewerkschaftlicher, kultureller und sportlicher Art beizutreten, hier sollen sie den Kampf gegen eineMilitarlsierung des Lagerlebems und gegen den Arbeitsdienst der Jugendlichen führen, um eine breite Einheitsfront der nicht- faschistischen Iugend zu organisieren.
Nur von der Kraft und dem Einflust der kommunistischen Parteien auf die breiten Massen des Proletariats sowie von der Energie und der Selbstlosigkeit der Kommunisten hänge es ab, die heranreifende Krise in eine „siegreiche proletarische Weltrevolution" zu verwandeln.
Aus aller Wett.
Der finnländische Flottenbesuch in kiel.
Abordnungen der vier finnischen Kriegsschiffe begaben sich zum Marine-Ehren mal nach Laboe, um dort zu Ehren der gefallenen Seehelden des Weltkrieges einen Kranz niederzulegen. An diesem feierlichen Akt nahm auch der Chef der finnischen Küstenflotte und der finnische Militärattache in Berlin teil. Von der deutschen Kriegsmarine bemerkte man den Kommandanten von Kiel, Kapitän zur See Mewes, sowie eine Abordnung der ersten Marineunteroffiziers-Lehrabteilung aus Friedrichs- ort. Nach der Rückkehr aus Laboe fand im Kieler Rathaus ein herzlicher Empfang der finnischen Offiziere und Mannschaften statt. Nach einem Trinkspruch des Oberbürgermeisters auf das Wohl des finnischen Staatspräsidenten, der finnischen Nation und ihrer Kriegsmarine betonte der Chef der finnischen Küstenflotte, Fregattenkapitän Ikonen, besonders, daß Finnland mit der alten Hansestadt Kiel seit Jahrhunderten in Kultur- und Handelsbeziehungen stehe.
Konzentrationslager für einen Schädling.
Berlin, 1. Aug. (DNB.) Der im April 1933 unter der Nummer 1 577 763 in die NSDAP, eingetretene Wilhelm W a l t k i n g hat sich unter Ausnutzung des von der Bewegung gegen das Judentum geführten Kampfes in erpresserischer Weise an Inhaber jüdischer Firmen herangemacht. Er wurde auf Veranlassung vön Reichsminister Dr. Goebbels verhaftet, um auf mehrere Jahre in ein Konzentrationslager über
schwerer Verkehrsunfall in Augshurg.
Ein Lastkraftwagen der Hafen-Brauerei fuhr mit leeren Bierfässern und Flaschenstellagen stadteinwärts. Dor einer Kreuzung wollte der Kraftwagenführer eine Radfahrerin überholen, die im gleichen Augenblick, ohne Richtungszeichen zu geben, nach links einbog. Die Frau kam dabei unmittelbar i n die Fahrbahn des Kraftwagens. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, steuerte der Kraftwagenführer stark nach links und geriet dabei auf den Gehsteig. Dort knickte der schwere Wagen einen Gaskandelaber ab, überrannte noch einen
Gartenzaün mit Betonsockel und blieb schließ, lich in einem Gartengrundstück stehen. Zwei unter der Gaslaterne stehende Frauen, die sich gerade verabschiedeten, wurden von dem Kraftwagen er. faßt und zu Boden geschleudert. Während die 55jährige Ehefrau des Oberbauinspektors Kurz auf der Stelle getötet wurde, erlitt die zweite Frau, eine 49jährige Modistin, schwere Verletzungen. Die Radfahrerin mußte ebenfalls in schwerverletztem Zu st and ins Krankenhaus verbracht werden.
Reif in den Hundstagen.
Ein empfindlicher Temperatursturz ist im Allgäu in der Nacht zum Donnerstag eingetreten. Abends zeigte das Thermometer noch 18 Grad Wärme. Donnerstag um 5 Uhr wurden nur noch fünf Grad angezeigt. In den Höhenlagen lag Reif.
Pennsylvania-Expreß rast in eine Streckenarbeitergruppe.
In der Nähe von Wilmington (Delapare) fuhr ein elektrischer Schnellzug der Penn« sylvania-Eisenbahn an einer Kurve in eine Grupps von Streckenarbeitern, die die Warnungssignale überhört hatten. Sechs Arbeiter wurden ge• tötet.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Die Aufheiterungszone hat seit gestern noch an Raum gewonnen. Der sich unter dem starken atlantischen Hochdruckgebiet auf das Festland erstreckende Ausläufer bleibt in der Hauptsache für unser Gebiet bestimmend, wenn auch flache, sich von Frankreich nach Süddeutschland entwickelnde Störungen zeitweilig auch bei uns Bewölkung bringen werden.
Aussichten für Samstag: Wolkig bis heiter und im wesentlichen trocken, tagsüber warm, meist nördliche und östliche Winde.
Aussichtenfür Sonntag: Meist heiter und trocken, tagsüber warm.
Lufttemperaturen am 1. August: mittags 19,6 Grad Celsius, abends 13,1 Grad: am 2. August: morgens 11,3 Grad. Maximum 20,9 Grad, Minimum 7,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. August: abends 18,7 Grad; am 2. August: morgens 15,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 7,6 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Sange, für Feuilleton i.V.: Dr.F.W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
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a) Weißenberg, Emil,
b) Weißenberg, Flora, geb. Elsoffer, dessen Ehefrau, Gesamtgut der Errungenschaftsgemein, schäft (beide z.Z. in Haifa, Palästina wohnhaft) zugeschriebenen Grundstücke versteigert:
Grundbuch für Gießen, Band II, Blatt 79,
1. Flur I Nr. 562 Hofreite in der Juden-
Die am 7. August 1935 stattfindende Versteige- rung der Grundstücke der Emil Weißenberg Eheleute, früher in Gießen, jetzt in Haifa (Palästina), erfolgt auf Antrag des Konkursverwalters über das Vermögen des Emil Weißenberg und außerdem infolge Beitritts der Deutschen Hypothekenbank in Meiningen, Hauptverwaltung Weimar, zum Zwecke der Zwangsvollstreckung. 4175D
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