Ausgabe 
2.8.1935
 
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Ileue Hoffnungen in England

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Völkerbund sein. Seit

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tionale K undgebungen statt. In den 30 Kirchen der Hauptstadt unb ber Umgebung wür­ben täglich Ansprachen gehalten. Bevor bie jungen Leute bes Morgens an ihre Arbeitsplätze gingen, machten sie gemeinsam mit vielen Beamten in ben Straßen von Abbis Abeba Marschübungen. Ein Frauenausschuß habe Sammlungen für bie Verteidigung bes Landes eingerich­tet. Es werde sehr viel gespendet, und zahlreich» Frauen opferten ihre Schmucksachen.

Die Wirkungen eines Krieges zwischen Italien und Abessinien würden von großem liebel für_ den

großem Generationen habe Groß«

Hindenburg-Gedächtnisfeiern im Rundfunk.

Abessinien-Debatte im britischen Unterhaus.

Scharfe Kritik an dem italienischen Verhalten.Hoare über Englands Vorschläge für den Lustpakt.

Berlin, 1. Slug. (DNB.) Das Gedächtnis Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten Hindenburg ehrt der Reichssender Berlin am Frei­tag um 20.15 Uhr in derStunde der Na­tion" durch BeethovensE r o i c a". In seiner nächtlichen Gedenksendung von 22.20 Uhr bis Mitternacht rüst der Reichssender Berlin das Erlebnis des 2. August 19 3 4

Genf, 1.August (DRV.) Die für heule nach- mittag anberaumte R a l s s l h u n g ist auf morgen verschoben worden. Der Grund für die Ver­schiebung ist die Weigerung Italiens, dem englisch-französischen Vorschlag dahin zuzustimmen, daß Abessinien zu den Verhandlungen der Dreiermächte über die Gesamtfrage hinzugezogen werden soll. Ferner daß der Rat diese Verhand­lungen einberuft, und schließlich, daß für ihre Be­endigung und den Wiederzusammentritt des Rates eine Frist zuletzt war der 4. September vor­geschlagen festgesetzt wird.

Die Vertreter Englands, Frankreichs und Italiens traten am Donnerstag um 19 Uhr zu einer neuen Beratung über den italienisch - abessinischen Streitfall zusammen. Die Besprechung hat zu einer Reufassung der englisch-französischen Formel in einigen Punkten geführt. Außer in der Schledsgerichtsfrage sollen auch hin- ichtlich des Verzichts auf Gewaltanwen­dung keine Schwierigkeiten mehr bestehen. Da­gegen find die Verbindung des Gesamt­problems mit dem Völkerbund und die Befristung der Drei-Wächte-Verhandlungen bis September nach wie vor umstritten.

Der Generalsekretär des Völkerbundes gab ein Essen, an dem alle Ratsmitglieder mit Ausnahme der Vertreter der drei Großmächte teilnahmen. Gleichzeitig speisten Laval und Lden zu­sammen, während Aloisl durch seine fern­mündliche Rücksprache mit Rom verhin­dert war, ihrer Einladung Folge zu leisten. Aloisi hat später seinen Kollegen die Rachricht aus Rom übermittelt, daß eine Stellungnahme feiner Regie­rung erst am Freitag zu erwarten sei.

Es verstärkt sich der Eindruck, daß Italien dem Kompromiß schließlich z u st i m m e n werde. Je­doch haben England und Frankreich zunächst wei­tere Zugeständnisse gemacht, während Italien nach wie vor dem Völkerbund nicht die Befugnis zu­gestehen will, sich im September gegebenenfalls mit der Gesamtfrage der italienisch-abessinischen Beziehungen zu beschäftigen. Gegenüber franzö­sischen Pressevertretern gab Ministerpräsident La­val am Donnerstagabend folgende Erklärung ab: Ich glaube einfach, daß wir am Abschluß einer Verhandlung stehen, die tatsächliche Schwierigkeiten umfaßt, Schwierigkeiten, die noch bestehen. Das günstige Ergebnis, das wir für die nächsten Stunden erwarten, wird ohne Ausnahme das Werk aller beteiligten Länder sein. Um unserem Abkommen eine endgültige Form geben zu können, erwarten wir eine Antwort, die unser italienischer Kol­lege Aloisi von seiner Regierung erbeten hat. Aber wir haben allen Anlaß zu hoffen, daß wir am Freitag unsere Bemühungen zum Ab­schluß bringen können.

Eine dramatische Sitzung.

Gemeinsamer Druck auf Italien.

örtern. Dieser Aufschub entspricht ber französischen Ansicht, baß ber Monat August eine wertvolle Ge­legenheit bieten werbe, Feinbseligkeiten zu oermeiben.

Daily Telegraph" bemerkt, Hoares Erklä­rungen im Unterhaus über ben italienisch­abessinischen Streit seien fest, klar unb so beruht- genb gewesen, wie bie Umstänbe es verlangten. Die Mitteilung, baß ber italienischen Regierung niemals eine freie Hanb in Abessi­nien versprochen worben sei, fei bebeutungs- voll für bie Genfer Verhanblungen unb ermutigend für bie britischen Hoffnungen. Der liberale News Chronicle" hegt Zweifel baran, ob bie Einigung in Genf, falls sie überhaupt zustanbe komme, ben Ausbruch eines Krieges in Abessinien nach bem Aufhören ber Regenzeit verhindern werde.Times" meinte, es bestehe noch eine

Re ch t des Völkerbundes anzuerkennen, sich mit ber allgemeinen Frage ber italienisch-abessi­nischen Beziehungen zu befassen. Englands Stellung­nahme würbe nicht erleichtert, ba der Wortführer Abessiniens, Professor Dr. Jeze, es unterlassen hatte, darauf zu bringen, baß ber Völkerbunbsrat auf einer Erörterung ber italienischen Kriegsvorbereitun­gen beharre. Unter diesen Umständen war es Eng­lands Aufgabe, sich um ein solches Verfahren zu bemühen. Eden setzte aber seinen Standpunkt durch, als er daraus bestand, daß der Dölkerbundsrat am 4. September das Recht haben würde, alle Sei- der italienisch-abessinischen Beziehungen zu er-

Heute wird eine Einigung in Genf erwartet.

Eine neue Fassung der Versöhnungsformel.Italien macht noch Schwierigkeiten Rückfragen in Rom.

mutiguna bedeuten, uns anzugreifen. Nur durch eine energische Haltung können wir den Frieden be­wahren. Wir sind bereit, Italien anzuhören, wenn es den Frieden will, wir sind bereit zu widerstehen, wenn es den Krieg will.

Der Havas-Korrespondent meldet aus Addis Abeba, daß diese Meldung die Ansicht der Mehr­heit der abessinischen Bevölkerung wiedergebe. Diese erwarte mit Ruhe die Entscheidung des Völker­bundsrates. Inzwischen fänden jedoch dauernd n a

London, 2. Aug. (DNB. Funkspruch.) lieber die Lage in Genf meldet Reuter, Eden habe sich am Donnerstagabend anerkennend über Lavals Verhalten geäußert und von einem völligen Einver­nehmen und freundschaftlicher Zusammenarbeit mit dem französischen Ministerpräsidenten gesprochen. Der Einspruch Italiens gegen die Teilnahme Abessiniens in den vorgeschlagenen Verhand­lungen der drei Signatarmächte des Vertrages 1906 und gegen die Verknüpfung des Völkerbunds­rats mit den Verhandlungen fei in der Weise um­gangen worden, daß die ganze Klausel aus der Entschließung herausgenommen worden sei. Die drei Mächte, England, Frankreich und Ita­lien, würden eine besondere Erklärung abgeben, in der sie ihre Bereitschaft aussprechen, Verhandlungen mit dervierten inter­essierten Macht" zu beginnen. Auf diese Weise sei die namentliche Erwähnung Abessiniens vermieden worden. Die in Aussicht genommene Drei-Mächte-Verhandlungen werden höchstwahrscheinlich nicht auf italienischem Boden, sondern in Paris zwischen Laval, Eden und Baron Aloisi geführt werden. Die mißtrauischen Italiener haben keine besondere Bereitschaft gezeigt, sich mit einer Partei an einen Tisch zu setzen, der sie Dormerfen, sie sei außer Stande, ihre eigenen inneren Angelegenheiten zu ordnen.

Eine Annahme der verschiedenen Vorschläge durch Italien würde bedeuten, daß es bereit sei, das

Vorschlag, daß ein neues Versprechen abgegeben werden sollte, keine Gewalt anzuwenden, könne keine große Bedeutung zugeschrieben werden, da ein solches Versprechen von Italien bereits in den Verträgen von 1906 und 1928, im Kelloggpakt und in der Dölkerbundssatzung abgegeben worden sei. Der Einwand ge­gen eine Teilnahme Abessiniens an den vorgeschlagenen Dreimächteerörterungen sei zu- mindestens juristisch gerechtfertigt. Wenn der Vertrag von 1906 die Grundlage der Verhand­lungen bilden solle, so betreffe diese nur bie Signatarmächte, zu denen Abessinien nicht gehöre. DerTimes -Korrespondent in Rom meldet: Es darf mit Sicherheit angenommen wer­den, daß, welche Formel auch in Genf erreicht werden mag, Italien seine in vollem Gang befind­lichen militärischen Vorbereitungen für die Entsendung von Truppen und Kriegsmate­rial nach Ostaftika nicht ein stellen wird.

London, 1. Aug. (DNB.) Einen Tag vor dem Beginn der Sommerferien fand im Unterhaus eine außenpolitische Aussprache statt. Der Führer der arbeiterparteilichen Opposition, Lansbury, richtete scharfe Angriffe gegen die englische Außen­politik und forderte die Regierung zu Mitteilungen über den Stand der Abrüstungskonferenz auf. Der Oppositionsführer verlangte alsdann eine Erklä­rung über den italienisch - abessinischen Streit. Es sei unverständlich, wie Nationen, die nicht imstande seien, ihre Schulden zu bezahlen, sich Expeditionen der geplanten Art leisten könnten.

Sir Herbert Samuel (liberale Opposition) er­kundigte sich nach den Verhandlungen über den ßu ft patt der Westeuropamächte. Seit der Rede Hitlers am 21. Mai habe die englische Regierung zwar wiederholt ihr Interesse an dem Abschluß die­ses Paktes bekundet, aber bei der letzten Gelegen­heit habe Hoare gesagt, daß die Verhandlun­gen nicht einmal begonnen hätten, obwohl seitdem viele Monate ins Land gegangen seien. Zur abessinischen Frage äußerte der Redner Be­fürchtungen über die Möglichkeit, daß eine voll­endete Tatsache unter Umständen schon zu einer Zeit geschaffen werden könne, in der Genf noch eifrig verhandele.

Der konservative Brigadegeneral S p e a r s rich­tete scharfe Angriffe gegen Italien. Die Empörung über die Einschüchterung der Schwachen durch die Starken nehme immer mehr zu. ,Hst es nicht eine Tatsache", so erklärte Spears,daß praktisch die gesamte männliche Bevölkerung der unglücklichen österreichischen Provinz, die nach dem Kriege annektiert wurde, mobilisiert worden ist. Diese Bergbewohner sind gute Soldaten, aber sie sind unheilbar deutsch, und es'ist nicht angenehm, daß sie den italienischen An­griff führen sollen."

Der konservative Aba. Vivian Adams sagte, daß England vor den schärfsten Maßnahmen, bis zur Sperrung der Kohlenlieferung und der Schließung des Suezkanals, nicht zurückschrecken dürfe, falls Italien auf feiner gegen­wärtigen Abessinienpolitik weiter bestehe.

Der britische Außenminister Sir Samuel Hoare

dankte dann seinen Vorrednern für dieZurück­haltung und Sorgfalt", mit der sie die italienisch- abessinische Frage behandelt hätten. Eine der Schwierigkeiten, denen die Welt heute gegenüber- steht, ist das Problem der Staaten, die Kolonial­reich besitzen und derjenigen Staaten, die keine Kolonialreiche besitzen. Wenn diese Fragen auch noch so schwierig sind, so sollten sie doch nicht durch Gewaltanwendung in irgendeinem Teil der Welt gelöst werden, sondern durch Versöhnung, Regelung und Vereinbarung".

Sir Samuel Hoare kam dann auf die Anfragen Lansburys über die Abrüstungsfrage zu sprechen. In der Frage der Abschaffung des Luftkrieges habe die englische Regierung bereits die Initiative ergrif­fen. Der Vereinbarungsentwurf sei der Abrüstungs­konferenz am 16. März 1933 vorgelegt worden. Er

Or. Goebbels stiftet eine Führerbüste zum Reichswettkampf ber GA.

Berlin, 2. Aug. (DNB.) Wie derVölkische Beobachter" meldet, überreichte Reichsminister Dr. Goebbels kürzlich dem Chef des Stabes eine von dem Bildhauer Walther Wolff geschaffene Führerbüste als Preis für den Reichswettkampf der SA. Chef des Stabes Lutze dankte Dr. Goeb­bels in folgendem Schreiben wie folgt:Für die der SA. zum Reichswettkampf gestiftete Büste des Führers meinen und der SA. Deutsch­lands herzlichen Dank. Die SA. wird aenau wie im Dienst für Führer und Volk auch im sterblichen Wettkampf ihr Bestes hergeben."

Oie Flagge des Reichskriegsministers

Berlin, 1. Aug. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt wird eine Verordnung über die Flagge des Reichs­kriegsministers und Oberbefehlshabers der Wehr­macht veröffentlicht. Die Flagge ist ein weißes, schwarz - weih - schwarz gerändertes gleichseitiges Rechteck, in dessen Mitte die Reichskriegsflagge, ebenfalls in Form eines gleichseitigen Rechtecks steht. In den vier Ecken befindet sich, mit dem Kopf zur Mitte, je ein schwarzer, rotbewehrter Adler der Wehr­macht.

Reiches als erster vom Volke gewählter Reichs- Präsident übernahm, verkannte er nicht einen Augenblick die Schwere der Aufgabe, der er sich aus vaterländischem Pflichtgefühl unterzogen hatte. Ein Zusammenbruch größten Ausmaßes hatte Deutschland nach vierjährigem heldenhaften Ringen gegen die militärische und wirtschaftliche Macht von 27 feindlichen Staaten betroffen. Der Druck des unwürdigen Diktats von Versailles, das dem Be­siegten jebe freie Lebensmöglichkeit versagte, lastete auf einem Lande, das durch eine vvlkssremde, nach ausländischem Muster zurecht gemachte Verfassung, an die ihn fein Eid band, gelähmt und durch ge­wissenlose Kämpfe von Parteien und Interessenten zerrissen und verhetzt war. Was ihn, dessen Leben auf Grobheit und Lauterkeit aufgebaut war, und ber gewohnt war auf verantwortlichen Posten gestellt zu befehlen, das Hindurchfinden durch ben kaleidoskopartigen Wechsel parlamentarischer Niederungen gekostet hat, wissen die, die ihm in jenen Jahren näher gestanden haben. Seine einzig­artige Persönlichkeit gab ihm die Kraft und die Einsicht, in unbeirrbarer Würde und Ruhe feinen 9Beg du gehen und das höchste Amt des Deutschen Reiches in vollendeter Weise zu repräsentieren. Alle Fehlschläge und Enttäuschun­gen konnten ihm nicht den unerschütterlichen Glau­ben an den guten Kern des deutschen Volkes und an die göttliche Gnade rauben, die mehrmals in dunkelster Zeit dem Vaterlande geleuchtet und es aus Not, Schmach und Ohnmacht aufgenchtet hatte. In diesem Glauben hielt er am 18. September 1927 seine Rede anläßlich der Einweihung des Tannen­berg-Denkmals, in der er die Lüge von ber deutschen Kriegsschuld zurückwies, die er als Fundament des Diktats von Versailles erkannt hatte. Es ist kein Zufall, baß er bas Schlacht­feld von Tannenberg, auf dem er den An­griff auf bie Heimat zurückgeschlagen hatte, auch zur Abwehr des Angriffs auf die deutsche Ehre wählte.

Das lange und wechselreiche fieben Hindenburgs hätte des sinnvollen Abschlusses entbehrt bhne ben lag von Potsdam, an dem der Bund be­siegelt wurde zwischen bester, alter preußisch-deut- scher Tradition unb dem machtvoll ausschießenden jungen und neuen Deutschland Adolf Hitlers. Als die Welle des Nationalsozialismus stark genug geworden war, um das Staatsschiff zu tragen, öffnete der Reichspräsident in staatsmännischer Weisheit, zugleich dem innersten Äuge seines Her­zens folgend, die Tore und gab dem Führer des neuen Deutschlands den Weg zur Macht frei, da­mit er fein gewaltiges Werk vollbringen könne. Die deutsche Sehnsucht von Jahrhunderten, die auch in den immer sich wiederholenden Mahnungen des alten Feldmarschalls zur Einigkeit seinen Ausdruck gefunden hatte, die Schaffung berft arten, einigen deutschen Volksgemeinschaft, aus der allein Deutschlands Zukunft erstehen kann, sollte sich nun erfüllen.

Von ben drei Säulen, auf die das Gebäude des Diktats von Versailles sich stützte, hat ber Feld- marschall bas Bersten der zwei ersten erlebt. Das Rheinland wurde frei, bie Repara- tionsfeffeln fielen. Seinem alten Soldaten­herzen war es nicht mehr vergönnt, auch an der Freude über die Wiedererstehung der deutschen Wehrhoheit teilzunehmen, aber daß auch dieser letzte Schritt zur Rückgewinnung der deutschen Gleichberechtigung und Souveränität nur eine Frage der Zeit sein konnte, diese lieber« zeugung hatten ihm die kraftvolle und zielbewußte Führung ber Staatsgeschäfte durch Adolf Hitler und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihm gegeben. Die Morgenröte der Sonne, die strahlend über Deutschland aufgegangen ist und den deutschen Herzen Wärme und Freude gibt, sie hat er noch erschaut.

sein und Baron Aloisi am Fernsprecher nach Rom hängend am Verhandlungstisch gesessen haben.

Frau Tabouis glaubt über den Inhalt des Ent­schließungsentwurfes melden zu können, daß dieser zunächst die Wiederaufnahme des Ver­söhnungsverfahrens vorsehe. Dazu werde ein ober st er Schiedsrichter ernannt, für den die Abessinier P o l i t i s (Griechenland) und die Italiener den früheren Vorsitzenden des Haager Gerichtshofes, Max Huber, vorschlagen werden. Dieser Schiedsrichter werde aber nur bie Angelegenheit Ualual zu regeln haben, ohne sich weiter mit den Grenzftagen zu befassen. Die am Mittwoch gestellte Forderung, daß die bei­den Parteien nicht zu den Waffen greifen sollten, und zwar nicht bis zum 2. September nach dem ftanzösischen Vorschläge und bisauf wei­teres" nicht nach dem britischen Vorschlag sei von Italien in der Form ohne Fristsetzung angenommen worden, daß nur der Wortlaut des Vertrages von 1928 erwähnt werde, der be­stimme, daß Italien und Abessinien keine Maß­nahmen ergreifen dürfen,die geeignet sind, die gegenwärtige Lage zu erschweren".

Die heikle Frage einer Verbindung der Dreier­verhandlungen mit dem Völkerbundsrat und die Frage der Beteiligung Abessiniens an diesen Ver­handlungen würden in einer Svnderentschließung der drei Mächte behandelt werden, in der diese sich verpflichten,bis zur nächsten Ratssitzung mit der vierten interessierten Macht auf Grund des Dreier­vertrages von 1906 zu verhandeln". Das sei aller­dings nicht ohne Schwierigkeiten erreicht worden, meldet die Korrespondentin, und England hätte zu wiederholten Malen Italien drohen müssen, andernfalls den Artikel 20 des Völkerbundspaktes anzurufen. Der Hauptgewinn der Ratstagung fei, 3eit gewonnen zu haben. In Völkerbunds­kreisen sei man aber davon überzeugt, daß die wirtschaftliche und finanzielle Lage Italiens es ihm nicht gestatten würde, die Kosten eines Krieges zu tragen, den es gegen den Willen Frankreichs und Englands führen wolle. Außerdem werde d i e Stimmung von Tag zu Tag für Italien ungünstiger. Auch finde man in Genf nicht einen Italiener, der davon überzeugt sei, daß Musso­lini wirklich Krieg führen werde.

Die Stimmung in Addis Abeba.

Paris, 2. Aug. (DNB. Funkspruch.) DieAbes- sinische Stimme", einzige Tageszeitung von Addis Abeba, in der Eingeborenensprache schreibt vom Streitfall mit Italien: Eine unentschlossene Politik Abessiniens könnte für Italien nur eine Er-

unb des 2. August 1914 in einer Folge noch nicht gefenbeten Aufnahmen wach. Die Erinnerun­gen an jenen Tag, da dem deutschen Volk die Waf­fen in die Hand gezwungen wurden, beschwört die SendungO. H. L." Offiziere des Generalstabes fol­gen aus erlebter Verantwortung noch einmal den Weg der schweren Kämpfe und Entscheidungen vom Kriegsausbruch bis zum bitteren Ende. Mächtig und menschlich zugleich erhebt sich die Erschei­nung Hindenburgs. Den Abschluß der Ge­denksendung bildet eine nächtliche musikalische Parade. Das Musikkorps der Wachtruppe Ber­lin spielt die Tauerparade, die Heeresmärsche der Regimenter des Feldmarschalls und den Großen Zapfenstreich. Alle deutschen Sender bringen über den Reichssender Königsberg einen Funkbericht von der Kranzniederlegung am Tannenberg-Denk­mal. Ferner würdigen alle deutschen Sender am Freitag, 2. August, in besonderen Sendun­gen die Person des Generalfeldmarschalls von Hin­denburg.

schwache Hoffnung auf eine friedliche Regelung. Die italienische Behauptung, daß der (Streit nur die beiden Parteien angehe, sei unhaltbar. Der Völkerbund habe nicht nur das Recht, sondern auch " ' ' , sich damit zu beschäftigen. Dem

i ein neues Versprechen abgegeben

britannien an einer weitsichtigen Politik gearbeitet, um die Streitfragen zwischen den weißen' und far- bgen Rassen aus dem Wege zu räumen. England glaube nicht an die Unvermeidlichkeit von Zusam­menstößen mit den Farbigen. England stehe dem italienischen Ausdehnungsbedürfnis nicht unsympa­thisch gegenüber. Wenn die italienische Regierung Beschwerden gegen die abessinische Regierung habe, müsse sie diese auf ordentliche Art und Weise vorbringen. (Lauter Beifall.) Sie werde den Völkerbund bereitfinden, den ihm vor­gelegten Fall eingehend und unpartei­isch zu prüfen. Das seien Fragen, die ohne Zuflucht zum Kriege geregelt werden könn­ten. Das Gerücht, wonach die britische und bie französische Regierung sich in Stresa gegen­über Italien verpflichtet haben sollen, der italienischen Regierung in Abessinien freie Hand zu geben, entbehre jeoer Begründung. Zum O st patt sagte Hoare dann noch u. a., er sehe keinen Grund, warum im gegenwärtigen Augenblick ein Ostpakt nicht abgeschlossen werden solle. Es sei sicher, daß ein solcher Pakt als eine Maßnahme zur Wiederversöhnung in Mittel- und Ost­europa angesehen werden würde. Er würde auch zum Abschluß' des Luftpaktes beitra­gen, der auch von der deutschen Regierung ge­wünscht werde. Damit wurde die autzenpolitisch» Aussprache abgeschlossen.

sei von der Konferenz als Grundlage für ein zu­künftiges Abkommen angenommen worden und be­haupte das Feld als die Grundlage, auf der bie Verhanblungen roieber aufgenommen würben, wenn eine Hoffnung auf Ver­st ä n b i g u n g vorhanden sei. Es erscheine der englischen Regierung unmöglich, irgendeine Ver­einbarung über die Abschaffung des Luftkrieges ohne Deutschlands Mitarbeit zu erör­tern. Artikel 34 des Entwurfes sehe die Abschaf­fung des Bombenabwurfes vor, ausge­nommen fürFriedenszwecke" in abgelegenen Ge­bieten. Die englische Regierung habe sich bereit er­klärt, diese letztere Bedingung aufzugeben, wenn sie dem Abschluß des Abkommens im Wege stände. Die englische Regierung habe das Genfer Protokoll vom 17.Juni 1935, in dem auf die Benutzung von Giftgasen verzichtet wird, ratifiziert. Die Konventtvn sei in Kraft, aber sie sei von ge­wissen Staaten, darunter den Vereinigten Staaten, Japan und der Tschechoslowakei noch nicht rati­fiziert worden.

In der Slbrüftungsfrage könne kein wirkliches Fortschritt erzielt werden, bis der Gegensatz zwi­schen dem deutschen unb bem ftanzösischen Stanb- punkt überbrückt mürbe. Die englische Regierung werbe alles tun, um biefe Meinungsverschiebenhei- ten auszusöhnen.

Der Außenminister wandte sich dann der schrecklich schwierigen abessinischen Au« gelegenheit" zu, über deren Ernst die Regie­rung sich voll bewußt sei. Aber gerade ans diesem Grunde hüte sie sich vor über­eilten Schritten.

Paris, 2. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der gemeine Eindruck in Völkerbundskreisen.nach Donnerstagverhandlungen ist, daß Mussolini trotz seiner flammenden Reden angesichts der ent­schlossenen Opposition von Paris und London nicht zum Kriege schreiten wird", so be­richtet Frau Tabouis aus Genf. Sie bestätigt da­mit die Meldungen auch anderer Pariser Bericht­erstatter, daß Lava! und Eden am Donnerstag Rom stark unter Druck gesetzt haben. Nicht weniger als zehnmal soll der Entschließungs- entrourf im Laufe des Tages geändert worden