t
I
n ).
>
it e
r :• r I
L r c- ift
g i> n r d i» :r it* r«
)N ge u» it* m. ai so a- er re im Dt> im
ibt je ifl« 3b, ne. ul* ab» die lert er» mH ff ab* uf* >l-
et» en, iet* ;en* a di
i-ls !Ns- Sr* tien fl«* i.
rhif lini' Bro* aflni
S.4.Jporl
Wimbledon: Gottfried von Gramm in der Vorschlußrunde.
Gottfried von Gramm spielte sich in Wimbledon durch einen 6:4, 6:2, 4:6, 6:1-Sieg in die Vorschlußrunde, in der er nun auf den Amerikaner Budae, der Austin überraschend 3:6, 10:8, 6:4, 7:5 abgefertigt hatte, trifft. Perry schlug Menzel 9:7, 6:1, 6:1 und Crawford blieb über den Amerikaner Wood 6:4, 3:6, 6:8, 5:7, 6:1 erfolgreich. Bei den Frauen wurden die „Letzten Acht" ermittelt. Es £nd dies: Stammers, Sperling, Jacobs, Round, rathieu, Jedrzejowska, Hartigan und Moody. Im Gemischten Doppel verloren Lucas-Lund gegen Jacobs»Allison 1:6, 5:7.
Deutsche Wagen siegen auch in Barcelona.
Fagloli gewinnt von Caracciola (bei Mercedes-Benz) den Großen Preis von Barcelona.
Auf der 3,79 Kilometer langen Strecke im Mont- fuich-Park in Barcelona, die 70 mal zu runden war, wurde am Sonntag im Beisein von 60 000
auch in 2:27,40 mit einem Stundendurchschnitt von 107,234 Kilometer vor Caracciola gewann.
Deutschlands zwölfter Handballsieg.
Dänemark im Länderkampf 11:2 (8:2) geschlagen.
In Kiel sand am Sonntag vor 4000 Zuschauern der zweite Handball-Länderkampf zwischen Deutschland und Dänemark statt. Die nur aus norddeutschen Spielern bestehende deutsche Nationalelf stand vor keiner schweren Aufgabe und siegte sicher. Es stand bereits 5:0, als die Dänen ihren ersten Gegentreffer erzielten. Nach zwei weiteren deutschen Toren waren die Dänen nochmals erfolgreich, und mit einem achten Tore der Deutschen ging es in die Pause. Bei diesem Ergebnis ließ es die deutsche Mannschaft genug sein, außerdem wurde die dänische Aowehr und Deckung nach der Pause weitaus besser und aufmerksamer. So kam es, daß die deutsche Mannschaft nur noch drei Tore erzielte. Mit diesem Treffen hat der deutsche Handballsport die internationale Spielzeit beendet. Es wurden bisher insgesamt 14 Länderspiele ausgetragen und von diesen zwölf gewonnen. Zwei Spiele wurden gegen
Oesterreich verloren. Außer Oesterreich war bisher Ungarn, Schweden, Dänemark, Holland und die Schweiz Gegner unserer Ländermannschaften.
Handball-Gauspiel Nordhessen—Niedersachsen 10:14.
Krüger (1900) bester nordhessischer Stürmer.
Das Spiel der Gaue Nordhessen und Niedersach. sen am Sonntag in Kassel endete mit einem 10:14- Sieg der Gastmannschaft, die sich in der Hauptsache aus^Spielern der Spitzenvereine Hannovers zusammensetzte. Das Spiel ging in erster Linie dadurch verloren, daß die nordhessische Deckung in der zweiten Halbzeit — die Seiten waren mit 7:7 gewechselt worden — reichlich zerfahren spielte. Im Sturm der Nordhessen machte Krüger (Gießen 1900) die beste Figur. Er erzielte vier Tore, war aber auch im Feldspiel ausgezeichnet.
Handball der Sp.-Vg. 1900.
13:l-Sleg der Jugend in Staufenberg.
Auch 1900s neugegründete Jugendhandballmann- schäft kam Zum Saisonschluß noch einmal zu einem schönen Erfolg. Sie weilte zum Rückspiel in Staufenberg und schlug die Zugendelf des dortigen Turnvereins überraschend hoch mit 13:1 Toren. Die Gießener hatten das Spiel jederzeit in der Hand und führten bei Halbzeit schon 7:0.
Hans Stuck beim Kesselbergrennen.
X
.r "
*A>Z‘ „
-■ s
Zuschauern der Große Preis von Barcelona für Automobile entschieden, der wieder zu einem großen Erfolg für die deutsche Autoindustrie wurde. Elf Fahrer hatten sich am Start der 245,3 Kilometer eingefunden, von denen jedoch nur sieben das Rennen beendeten. Die beiden Mercedes-Rennwagen mit Caracciola und F a g i o l i am Steuer lagen während des ganzen Rennens in Front, nur zu Beginn konnte der italienische Meisterfahrer N u o o l a r i mit seinem Alfa Romeo das Tempo der deutschen Wagen mithalten, doch dann fiel auch er zurück. Die ersten Runden führte Caracciola, er wurde aber später von Fagioli abgelöst, der das Rennen
Reichsbahn-Turner und -Sportler im Wettkampf.
Bei äußerst günstigem Wetter beaann man am Sonntagvormittag 9 Uhr mit den Vorkämpfen in der Leichtathletik. Das Meldeergebnis war sehr gut ausgefallen und gab es fast in jeder Konkurrenz mehrere Vorläufe oder Vorkämpfe, um die letzten vier für die Entscheidungen festzustellen. Das Fest war in jeder Beziehung vom VfB.-Reichsbahn glänzend vorbereitet. Besonderes Lob gebührt dem Kampfgericht, das mit Verständnis und zähem Eifer arbeitete, wodurch es nur möglich war, die ausgeschriebenen 49 Konkurrenzen an einem Tage, trotz Fußball- und Handballspiel restlos abzuwickeln. Schlag auf Schlag fielen die Entscheidungen. Zu Beginn der Nachmittagskämpfe begrüßte der Vereinsführer des VfB.-Reichsbahn, Baurat Nieder- straifer, die Teilnehmer und Gäste und wies besonders auf die Bedeutung der Reichsbahn-Turn- und Sportbewegung hin. Kreisführer Henkel, Gießen, begrüßte besonders die Fußballgäste aus Hersfeld.
Es gab manchen schönen Kampf. Bald stellte sich eine merkliche Ueberlegenheit der Leichtathleten des hiesigen VfB.-Reichsbahn heraus. Nur Frankfurt und Betzdorf wurden den VfB.ern manchmal gefährlich und nahmen ihnen verschiedene Konkurrenzen ab. Die Frauen und Jugendlichen warteten -mit hervorragenden Leistungen auf. Von den neun ausgetragenen Staffeln gewann der VfB.-Reichsbahn allein sechs. Außerdem stellte er in 30 Konkurrenzen den Sieger. Damit war es klar, daß er den Ehrenpreis des RBD.-Präsidenten für die beste Gesamtleistung gewonnen hatte.
Am Schluß der Kämpfe hielt der Sportdezernent Dr. B l ü h e r eine kernige Ansprache und schritt dann zur
Giegerverkündigung undpreisverteilunq.
Die ausgesetzten Ehrenpreise erhielten:
Den Ehrenpreis des RBD.-Präsidenten für die beste Vereinsgesamtleistung errang der VfBR. Gießen.
Den Ehrenpreis der RBD. Frankfurt für den besten Einzelkämpfer erhielt Stock- schläger, Betzdorf, dessen 200-Meter-Sieg in 23.3 Sek. ihm 797 Punkte einbrachten.
Den Ehrenpreis des Sportdezernenten für den besten Jugendlichen der Klasse A errang Helmut Möll, VfBR. Gießen. Sein Sieg im 100-Meter-Laufen in 11.7 Sek. brachten ihm 930 Punkte ein.
Den Ehrenpreis für die beste Dameneinzellei st ung bekam Fräulein Friedel F i • scher, VfBR. Gießen. Ihr Siea im Hochsprung mit 1,26 Meter ergab 41 Punkte. (Frauenwertung.)
Frauenklasse.
10 0 Meter: 1. Gusti Heberling, VfB.-Reichsbahn, 14,5; 2. Gustel Luh, VfB.-Reichsbahn, 14,8; 3. Friedel Fischer, VfB.-Reichsbahn, 14,8 Sekunden.
Hochsprung: 1. Friedel Fischer, VfBR., 1,26; 2 Gustel Luh, VfBR., 1,26; 3. Dinges, Limburg, 1,24 Meter.
Diskuswerfen: 1. Gustel Luh, VfBR., 24,16; 2. Anni Sieck, VfBR., 22,39; 3. Friedel Fischer, VfBR., 20,82 Meter.
4X100-Meter-Staffel: 1. VfBR. Gie- ßen, 59,2; 2. Limburg 62; 3. Bad Homburg 64 Sek.
INädchenklafse.
5 0 M e t e r: 1. Strieder, Limburg, 7,5; 2. Friedel Schmidt, VfBR., 7,7; 3. Semmler, VfBR., 8 Sek.
100 Meter: 1. Friedel Schmidt, VfBR., 13,9; 2. Gertrud Scholl, VfBR. Gießen, 15 Sekunden.
4X100-Meter-Staffel: 1. Limburg 60,4;
2. VfBR. 62,6 Sekunden.
Kugelstoßen: 1. Maul, Bad Homburg, 8,35; 2. Friedel Schmidt, VfBR., 7,50; 3. Winter, Limburg, 6,85 Meter.
Aktive klaffe I.
100 Meter: 1. Koch, Frankfurt, 11,8; 2. Forst, Siegburg, 11,8 (Handbreite); 3. Bechtold, Limburg, 12,1 Sekunden. 2 0 0 Meter: 1. Stockschläger, Betzdorf, 23,3, 2. Koch, Frankfurt, 23,7 Sekunden; 3. Traudt, Frankfurt; 4 00 Meter: 1. Koch, Frankfurt, 54 Sekunden. 8 0 0 Meter: 1. Wöll, Frankfurt, 2:07,3; 2. Pfaff, VfBR. Gießen, 2,10; 3. Schön, VfBR., 2,11 Minuten. 5000 Meter: 1. Wöll, Frankfurt, 16,52; 2. Fix, Frankfurt, 17,15; 3. Sobe- zak, VfBR., 17,52 Minuten.
4X100-Meter-Staffel: 1. Betzdorf 47,1; 2. VfBR. 47,6 Sekunden. 4X400-Meter- Staffel: 1. VfBR. Gießen 3:57,5 Minuten.
Dreikampf: 1. Stockschläger, Betzdorf, 1905,3; 2. Teupe, VfBR. Gießen, 1796,7; 3. Langenohl (Utffz.), VfBR., 1763,4 Punkte.
Kugelstoßen: 1. Mohl (Feldwebel), VfBR., 12,60; 2. Stockschläger, Betzdorf, 12,07; 3. Langenohl (Utffa.), VfBR., 11,76 Meter. Speerwerfen: 1. Jakob, VfBR., 48,60; 2. Pieh, VfBR., 44; 3. Siegmund, VfBR., 39,90 Meter. Diskuswerfen: 1. Teupe, VfBR., 33,70; 2. Mohl, VfBR.,
33,15; 3. Jakob, VfBR., 31,70 Meter. Hammer- werfen: 1. Mohl, VfBR., 34; 2. Müller, Frank- furt, 26,62; 3. Pieh, VfBR., 21,44 Meter.
Hochsprung: 1. Langenohl, VfBR., 1,72; 2. Pieh, VfBR., 1,62; 3. Mohr, Frankfurt, 1,56 Meter. Weitsprung: 1. Feller, Frankfurt, 5,88; 2. Stockschläger, Betzdorf, 5,73; 3. Schön, VfBR. Gießen 5,50 Meter. Dreisprung: 1. Fischer, Betzdorf, 11,80; 2. Langenohl, VfBR., 11,77; 3. Helm, Betzdorf, 11,76 Meter.
Aktive Klasse II.
100 Meter: 1. Schweitzer, Betzdorf, 11,7; 2. Siegmund, VfBR. Gießen, 11,7 (Handbreite); 3. Traudt, Frankfurt, 11,9 Sek. 4 0 0 Meter: 1. Fischer, VfBR. Gießen, 54,1; 2. Traudt, Frankfurt, 54,1 (Handbreite); 3. K. Simon, VfBR. 1 5 0 0 Meter: 1. Theo Weber, VfBR. Gießen, 4:28,8; 2. Sobezak, VfBR., 4:30,8; 3. Bastian, Limburg, 4:32,4 Minuten. 4X100-Meter- Staffel: 1. VfBR. Gießen 47,1; 2. Limburg 47,6 Sekunden; 3. Dillenburg. Olympische Staffel: 1. Frankfurt a. M.
Weitsprung: 1. Langenohl (Unteroffizier) VfBR., 5,76; 2. Hofmann, Limburg, 5,64; 3. Teupe, VfBR., 5,61 Meter. K u g e l st o ß e n : 1. Mohl (Feldwebel), VfBR., 12,03; 2. Langenohl, VfBR., 11,44; 3. Pieh, VfBR., 10,76 Meter Diskus- werfen: 1. Mohl, VfBR., 31,93; 2. Pieh, VfBR., 30,72; 3. Bechtold, Limburg, 27,69 Meter. Speerwerfen : 1. Jakob, VfBR., 44,60; 2. Pieh, VfBR., 42,15; 3. Euteneuer, Betzdorf, 39,20 Meter.
Jugendklasse A.
100 Meter: 1. Helmut Möll, VfBR., 11,7;
2. Heinz Huppert, VfBR., 11,8; 3. Maxeiner, Limburg, 12,2 Sekunden. Unstreitig das schönste Rennen des Tages. Wie die beiden Jugendlichen des VfBR. über die Strecke fegten und dem Feld daoonliefen, war begeisternd. Diesmal vollbrachten also zwei Jugendliche die Bestleistung des Tages.
4X100-Meter-Staffel: 1. VfBR. 48,3; 2. Betzdorf 51,00; 3. Altenkirchen 52,1 Sekunden. 800 Meter: 1. Graben, Betzdorf, 2:12,2; 2. Klappert, Betzdorf, 2:12,4; 3. Schultis, Frankfurt, 2:13,00 Minuten. Ebenfalls feine Leistungen für Jugendliche.
K u g e l st o ß e n : 1. Kley VfBR., 12,63; 2. Nau- roth, Altenkirchen, 12,58; 3. Euteneuer, Betzdorf, 11,61 Meter. Weitsprung: 1. Helmut Möll, VfBR. Gießen, 5,58; 2. Rehn, Frankfurt, 5,51; 3. Klappert, Betzdorf 5,41 Meter.
Jugendklasse B.
100 Meter: 1. Egon Kley, VfBR. Gießen, 12,1; 2. Schwabe, Frankfurt, 12,4; 3. Bingel, Frankfurt, 13,1 Sekunden. 4X100-Meter- Staffel: 1. VfBR. Gießen 53,4; 2. Postsport, verein Gießen 58,4; 3. VfBR. 2. Mannschaft 64,6 Sekunden.
Kugelstoßen: 1. Egon Kley, VfBR., 12,51;
2. Schwabe, Frankfurt, 11,21; 3. Hüsch, Betzdorf, 10,44 Meter. Auch Kley vollbrachte erstaunliche Leistungen. Der Nachwuchs ist also in bester Verfassung.
Oie Gieaerliste:
Jugend Klasse C.
50 Meter: 1. H. Mootz, VfBR., 7,1 Sek.; 2. Oswald, VfBR., 7,2 Sek.; 3. Boll II., VfBR., 7,5 Sek.; 4. Weger, Betzdorf.
4 mal 100-Meter-Staffel: 1. VfBR. Gießen 56,2 Sek.; 2. Post Gießen 61,6 Sek.; 3. VfBR. II. Mannschaft 66 Sek.
Weitsprung: 1. H. Mootz, VfBR., 4,72 Meter; 2. Oswald, VfBR., 4,66 Meter. 3. Philipp Boll, VfBR., 4,57 Meter.
Männer von 32 bis 36 Jahre.
50 Meter: 1. Fischer, VfBR., 6,1 Sek.; 2. Müller, Frankfurt, 6,3 Sek.; 3. A. Mülln, Postsport- oerein Gießen, 7,1 Sek.
100 Meter: 1. R. Fischer, VfBR., 12,1 Sek.;
2. Mülln, Post Gießen, 13,5 Sek.
Kugel st oßen: 1. Müller, Frankfurt, 10,74
Nachdruck verboten!
24 Fortsetzung.
jemand Barbara gegen von Mackenroth?"
,Jch jabe das feste Empfinden, daß irgend Sie eingenommen hat, Herr
Varbara?
3Roman von Liane Sanden.
llrheberrechtschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.)
befriedigtes Lächeln aing über sein Gesicht. Alles klappte weit besser, als er erwartet hatte. Noch ein Weilchen Geduld, und er brachte die Ernte heim.
Der Professor aus Praa war wiederum mit dem Flugzeug nach Schloß Schedlowitz gekommen. Sor- oenvoll wartete Magdalena, während der berühmte Arzt mit dem Dorfarzt zusammen die Kranke untersuchte. Ihr Herz klopfte in harten Stößen. Die Minuten schienen sich zu Stunden zu dehnen. Bei jedem Geräusch drinnen im Krankenzimmer glaubte sie, nun müßten die Aerzte kommen. Nun müßte sie wissen, wie es um Barbara stände. Aber immer noch blieb die Tür verschlossen.
Endlich, nach einer marternden Stunde erschienen die Aerzte. Angstvoll sah ihnen Magdalena entgegen. Da lächelte der Professor:
„Nur Mut, mein gnädiges Fräulein! Ich bin außerordentlich zufrieden. Das Fieber ist nicht wiedergekehrt, wir haben also eine Blutvergiftung durch Verunreinigung der Kopfwunde nicht mehr zu befürchten. Innere Verletzungen schwerer Art sind nicht vorhanden. Ich habe die Patientin genau untersuchen können. Darauf hatte ich heute früh nicht zu hoffen gewagt. Zwei Rippen sind gebrochen, aber", fuhr er beschwichtigend fort, „das heilt bei der gesunden Natur und der Jugend Frau von Stechows sehr schnell. Vierzehn Tage Bettruhe, gute Pflege, an der Sie es mit Schwester Mechthildis ja nicht fehlen lassen werden, dann ist Frau von Stechow wieder die alte."
Magdalena war überglücklich. Schüchtern forderte sie den Professor auf, den Abendimbiß bei ihr einzunehmen, da sie doch jetzt eine Art Vertretung der Hausfrau wäre. Aber der Professor lehnte freundlich ab. Er hatte in Prag sehr dringende Fälle, die er nicht unbeaufsichtigt beiseite lassen konnte. Der Dorfarzt hatte alle Anweisungen, um die Behandlung fortzusetzen. Außerdem erbat sich der Professor täglich telephonische Berichte über das Fortschreiten von Barabaras Genesung.
Gerade als Eckehard mit seinen Leuten beim Klang der Feierabendglocken vom Felde heimkehrte, sah er den Professor davonfahren. Wie gern hätte er gefragt! Sein Herz war ja so in Unruhe. Aber wie hätte das ausgesehen, wenn er als kleiner Inspektor den Professor direkt um Auskunft gebeten hätte? • Nein, er mußte sich schon bezwingen, bis er sich umgekleidet hatte und drüben im Schloß bei Mag- dalena Auskunft einholen konnte.
Aber das ging nicht so schnell, wie er es sich dachte. Denn kaum hatte er die Stufen zum Jnspektorhaus betreten, als ihm von oben her Rockefch entgegenkam. Es gelang Eckehard nicht mehr, sein Zimmer zu erreichen. Wohl oder übel mußte er stehen bleiben und dem Vorgesetzten Auskunft über den Verlauf des heutigen Arbeitstages geben.
(Fortjetzung folgt!)
„Die Herren schon da?" fragte er.
„Jawohl, hinten in dem kleinen Zimmer."
Rockesch ging durch den Schankraum, öffnete die Tür des kleinen Zimmers. Dort saßen drei Männer in eifrigem Gespräch, das bei seinem Eintritt verstummte.
„Guten Tag", sagte Rockesch. „Alles geht ordentlich."
Er schloß die Tür zum Schankztmmer und drehte zur Vorsicht den Schlüssel herum. Der Wirt der Weinstube schlich leise heran und horchte an der verschlossenen Tür. Aber er hörte drinnen nichts als ein gedämpftes Sprechen, dessen Inhalt er nicht erkennen konnte.
Nach etwa einer Stunde kam Rockesch wieder aus dem kleinen Zimmer der Weinstube heraus:
„Wieviel habe ich zu zahlen?"
Der Kellner rechnete zusammen und machte eine tiefe Verbeugung, als Rockesch ihm zwei Kronen über den geforderten Betrag gab.
„Mein Wagen schon da?"
„Jawohl, Herr Oberinspektor, er wartet bereits seit einer halben Stunde." .
Der Chauffeur war auf seinem Platz leicht ein- geschlafen.
„Heda — los, nach Hause!" befahl Rockesch.
Der Chauffeur fuhr auf, salutierte:
„Zu Befehl, Herr Oberinspektor."
Behaglich ließ sich Rockesch in dem weichgepolsterten Wagen nieder. Er war mit dem Ergebnis des heutigen Tages mehr als zufrieden.
Das Auto näherte sich in rascher Fahrt der Grenze von Gut Schedlowitz.
„Fahren Sie über die Gemarkung drei!" befahl Rockesch dem Chauffeur. Es war zwar ein kleiner Umweg, aber er wollte Mackenroth jetzt nicht begegnen. Er hatte seine Gründe dafür.
Es war gerade kurz vor Arbeitsschluß, als Rockesch auf dem Gute anlangte. Er war kaum in seiner Wohnung, als etwas an der Wand unter seinem Fenster leise klopfte. Er sah hinunter. Ein Bursche schien damit beschäftigt, die Weinranken an der rückwärtigen Hausseite aufzubinden. Rockesch lehnte sich weit hinaus.
„Na, Janek, auch ordentlich gegen Meltau gespritzt?"
„Habe ich, Herr Oberinspektor."
Janek kletterte ein paar Sprossen der Leiter höher, so daß er gerade in Rockeschs Fenster hineinreichen konnte. Der nahm hastig aus der Hand des jungen Gärtners ein Papier und barg es in seiner Rocktasche.
„Hier, ein paar Zigaretten." Er reichte dem Jungen ein Geldstück hinunter. Der dankte und arbeitete weiter, als wäre nichts geschehen.
Rockesch schloß sorgfältig das Fenster und zog auch die weißen Vorhänge vor. Nun konnte niemand sehen, wie er das Stück Papier aufmerksam las. Ein
Magdalena dachte nach. Da war es wieder, das Problem, um das sie selbst rang. Mackenroths Frage war nicht so einfach zu beantworten. Und doch mußte sie irgendwie beantwortet werden, sollte dieses Dunkel zwischen ihm und Barbara für immer gelichtet werden.
„Herr von Mackenroth, ich habe immer das Empfinden, als ob zwischen Ihnen und meiner Freundin irgendein Mißverständnis besteht. Sie war doch früher anders zu Ihnen. Ich weiß ganz genau, daß sie in ihren Briefen im Anfang ihrer Ehe von Ihnen schrieb."
,Ha, früher."
Versonnen sah Eckehard vor sich hin. Barbaras Bild stand vor seinem Geiste, wie er es früher gesehen: strahlend, liebenswürdig, vertrauend wie ein Kind! Laut setzte er seine Gedanken fort:
„Ja, früher war sie ganz anders. Aber früher war ich ihr ja auch gesellschaftlich ebenbürtig. Was bin ich jetzt?"
Schmerz und unendliche Bitterkeit klang durch seine Worte. Magdalena schüttelte heftig den
JRetn, nein, Herr von Mackenroth, das ist keine Erklärung. Ich weiß genau, wie Barbara früher immer die Menschen verachtet hat, die einen anderen nur nach Geld ober Rang beurteilen. Immer wieder sagte sie: ,Der Mensch bleibt sich überall gleich. Seelischer Reichtum ist mehr wert als Geld, Herzensadel mehr als Geburtsadel. So war sie auch in der Pension. Sie hat sich stets auf die Seite derer gestellt, die nach Rang oder Stellung geringer waren als die anderen und darunter zu leiden hatten."
„Was kann sie da so verändert haben?
„Ich glaube, eine Ehe, wie Barbara sie gehabt hat, kann eine Frau furchtbar verändern. Bedenken Sie doch, aus der höchsten Liebe in die tiefste Verachtung gestürzt, der reinste Glaube betrogen, das Zutrauen vernichtet, die eigenen Gefühle wie erniedrigt — das muß in Barbara eine furchtbare Umwälzung gegeben haben.
Eckehard dachte nach. Was Magdalena da jagte, hatte vieles für sich. Aber dennoch: Barbara war ja zu anderen Menschen anders als zu ihm. Sie war sogar zu diesem Schwerenöter und Frauen- jäger Josef Bannosch freundlicher als zu ihm.
Sehr nachdenklich fuhr Magdalena fort:
„Wer sollte das sein?"
„Das weiß ich nicht. Aber wenn ich Ihnen raten darf, dann sprechen Sie einmal nach Barbaras Genesung ganz offen mit ihr. Wenn Sie den Grund ihres Verhaltens wissen, dann wird es besser sein, als wenn Sie immer so im Dunkeln herumtappen. Denn diese Unklarheit macht Ihnen doch sehr viel Kummer."
„Ja, das macht sie, Fräulein Magdalena. Und ich bin Ihnen so dankbar, daß Sie so offen mit mir sprechen."
„Aber ich bin doch Barbaras Freundin und weiß, wie gut auch Sie es mit ihr meinen. Wir haben uns doch Freundschaft gelobt."
Wieder nahm er fest ihre Hände:
„Ja, Freundschaft für immer, Fräulein Magda- lena."
Drüben von der Wiese kam einer der Aufseher mit langen Schritten herüber. Eckehard sah auf feine Uhr:
„Nun muß ich wieder an die Arbeit, Fräulein Magdalena."
„Und ich muß ins Schloß. Es könnte doch mög- lich fein, daß Barbara mich braucht."
Eckehard bedeutete dem Aufseher, noch einen Augenblick zu warten. Dann brachte er Magdalena zum Wagen, half ihr sorglich hinein und gab ihr die Zügel in die Hand:
„Gute Heimfahrt, Fräulein Magdalena, und wenn Sie Frau von Stechow meine allergehorsam- sten Wünsche ausrichten wollen."
Lange sah er dem Wagen nach, bis der im Sonnenglast und in einer Staubwolke verschwunden war. Ach, sein Herz ging ja jetzt mit nach Schloß Schedlowitz. Die Aussprache mit Magdalena hatte ihm eine so wunderbare Ruhe gegeben. Vielleicht würde es zwischen ihm und Barbara doch wenigstens noch einmal zu der klaren Vertrautheit der früheren Zeit kommen. Seine Liebe wollte er tief in sich versenken. Nur uhi ihre Achtung wollte er werben. *
Oberinspektor Rockesch hatte inzwischen sein Ge-. svräch mit dem Polizeikommissar in der Kreisstadt beendet. Der schlug fein Aktenstück zu und sagte:
„Also gut, lieber Rockesch, wir werden die Sache weiterverfolgen."
Aber ohne Aufsehen, Herr Kommissar.
Selbstverständlich, wir behandeln die Sache ganz vorsichtig. Wir wollen den Tater nicht vor der Zeit scheu machen.
28. Kapitel.
Rockesch war sehr befriedigt, als er das Polizeikommissariat verließ. Er begab sich m eine Weinstube wo er beim Heremkommen mit vertraulicher Ergebenheit begrüßt wurde.


