Ausgabe 
2.5.1935
 
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Der 1. Mi bei -en Deutschen im Auslande.

Berlin, 2. Mai. (DNB. Funkspruch.) Als Zeichen seiner friedlichen Gesinnung und seines alühenden Bekenntnisses zur Ehre der deutschen Arbeit und des deutschen Arbeiters haben alle An- aehörigen des deutschen Volkes auch außer­halb der Reichsgren^en durch gewaltige Kundgebungen zum 1. Mai ihre Zusammengehörig­keit mit der Heimat und ihre unwandelbare Treue zum Führer bekundet. An sämtlichen Orten der Welt, wo Deutsche leben, und aus allen deutschen Schiffen in fremden Gewässern und Häfen fanden Kundgebungen statt, die ein weithin sichtbares Zeichen der Einigkeit des deutschen Volkes in seinem Willen zur friedlichen Arbeit abgeben.

Im Einvernehmen mit den amtlichen Reichsver­tretungen als Trägern der Veranstaltungen im Auslande hatte die Auslands-Organisa­tion der NSDAP, allein im eurpäischen Aus- land rund 150 Veranstaltungen mit Rednern aus der Heimat beschickt. Diese Versammlungen hatten einen Rekordbesuch aufzu­weisen, da auch der letzte Deutsche im Ausland viel­fach unter größten Opfern an Zeit und Geld es für selbstverständlich hielt, sich an diesen Feiern zu be- telligen. So fanden alle Redner dankbare Hörer und

immer fanden ehrende Ausführungen um so freu­digere Zustimmung, als aus ihnen das lebendige Bild der Heimat in ihrer ganzen herrlichen neuen Lebensfreude, Schaffenslust und Leistungsfähigkeit erstand. In der Betreuung durch die Auslands-Or­ganisation der NSDAP, haben die Auslandsdeut- schen die Gewißheit, daß ihre Arbeit als kulturelle und wirtschaftliche Pioniere Deutschlands d i e volle Anerkennung der Heimat findet. Der Ehrentag der deutschen Arbeit ist somit auch der Ehrentag der sich zu Führer und Volk beken­nenden werktätigen deutschen Volksgenossen im Ausland.

Es sprachen im einzelnen u. a.: Staatssekretär Reinhard in London, Gauleiter Oberpräsident Wagner (Breslau) in Paris, Gauleiter Flo­rian (Düsseldorf) in Brüssel, Staatsrat Gauleiter Jordan (Halle) in A m ft e r d a m, der Leiter des Presseamtes der Auslandvraanisation, Pg. Z e - b e r e r in Wien und P r e ß b u r g, der Leiter des Hauptamtes für Beamte, Pg. Neef in Riga und Lib au, Oberarbeitsführer Müller-Bran­denburg in Warschau und Lodz, Leiter des rassenpolitischen Amtes, Pg. Dr. Groß (Ber­lin) in Istanbul und Ankarra, Reichsstatt­halter Gauleiter Hildebrand (Schwerin) in Athen und Saloniki und eine Reiye weiterer Redner aus allen Gliederungen des heutigen Deutschlands.

Reichsminister Dr. Goebbels über die Grundlagen des Films.

Der Ausklang des Internationalen Filmkongreffes Berlin 1935.

Der Internationale Filmkongreß Berlin 1935 ist abgeschlossen worden. Er hat die Grundlage geschaffen für eine weitere ersprieß­liche Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Films, der allgemein als ein Mittel zur Dölkerver- bindung und Völkerverständigung an­gesehen wurde. Zu der Schlußsitzung in der Kroll­oper war

Reichsminister Or. Goebbels erschienen. Er überbrachte den Gruß des Führers und der Reichsregierung und entwickelte in länge­rer Ansprache folgende Grundlagen des Films in feiner nationalen wie internationalen Bedeutung:

Der Film hat wie jede andere Kunst seine eige­nen Gesetze. Diese Gesetze stammen nicht von der Bühne. Der Primat der Bühne über den Film muß gebrochen werden. Die Bühne spricht ihre Sprache, und der Film spricht seine Sprache. Der Film muß sich freimachen von der vulgären Plattheit des Massenamüsements, darf dabei aber nicht die starke innere Beziehung zum Volke verlieren. Der Film darf nicht vor der Härte des Tages entweichen und sich in einem Traumland verlieren. Es gibt keine Kunst, die sich selbst ernährte; materielle Opfer, die der Kunst dargebracht werden, seicht sie ideell wieder aus. Es muß für jede Regierung felbstverständlich werden, dem Film durch materielle Opfer feine künstlerische Existenz zu sichern. Der Film muß wie jede andere Kunst zeitnahe bleiben, um zeit­nahe zu wirken. Der Film ist Kulturbrücke zwischen den Nationen; er fördert das Verständnis unter ihnen, weil er mithilft, sie aus sich heraus verstehen zu lernen. Der ehrliche und natürliche Film, der unserer Zeit lebendigen und

plastischen Ausdruck gibt, kann eines der wertvoll­sten Mittel zum Aufbau einer besseren Welt künstlerischer Möglichkeiten wer­den. Besinnt sich der Film auf diese Grundsätzlich­keiten, so wird er als neue künstlerische Manifesta­tion die Welt erobern.

Zu Beginn der Schlußsitzung spielte das Phil­harmonische Orchester unter Leitung von Professor H e g e r das Vorspiel zur OperDie Meistersinger". Dann gab Präsident Scheuermann einen kur­zen Rückblick auf den Kongreß. Seine Erfolge seien: ein neuer aus 25 Ländern bestehender internatio­naler Filmtheater - Besitzerverband, erfolgreiche Arbeit auf dem Gebiete des internatio­nalen Urheberrechtes, Zusammenschluß und Ausbreitung auf dem Gebiet des Kulturfilms, Schaffung eines starken internationalen F i l m - preffeverbandes, Zustimmungen zu den Er­gebnissen der Sckmalfilmkonferenzen von Rom, Baden-Baoen und Stresa und endlich als Krone des Ganzen die Gründung der Inter­nationalen Filmkammer, der alle Län­der angehören, in denen alle Sparten der Film­produktion vertreten sind.

Die Entschließungen.

In der Schlußsitzung wurde das Ergebnis der Arbeit in den Kommissionen in einer Anzahl von Entschließungen der Vollversammlung des Kongresses unterbreitet und von den Beteiligten unter lebhafter Zustimmung angenommen. Besondere Be- deutung kommt dem Vorschlag der Kommission für Musiktantiemen und Filmrechtsreform zu, die eine Anzahl von Empfehlungen für eine Revision der sog. Berner Üebereinkunft macht. Durch die Verwirklichung dieser Vorschläge könnte den in der ganzen Welt wahrgenommenen Miß­

bräuchen auf dem Gebiete der MustNanttemen und der Autorenrechte gesteuert werden. In einer weiteren Entschließung stellen die Filmtheaterbesitzer der Welt fest, daß sie in stärkster Form an der Hebung des Films als Kulturgut mitwirken wollen. Zur Erreichung dieses Zieles fordern sie, daß die Filmtheater weder kulturell noch wirtschaftlich schlechter behandelt werden als die Sprechbühnen. Die Aufführung von Kulturfilmen in allen Ländern soll st e u e r f r e i sein. Die Kulturfilmkommission verlangt gesetzliche Anordnungen zur Vorführung von Kulturfilmen in jedem Filmprogramm. Zum Schluß schlägt der Kongreß in der Entschlie­ßung vor, Kongresse nach Art des Berliner Kon­gresses in den verschiedensten Hauptstädten alle Zwei Jahre zusammentreten zu lassen.

Litauische Schliche in Memel.

Ein Täuschungsmanöver?

Memel, 2. Mai. (DNB.) Der Präsident des Direktoriums, Bruwelaitts, hat den Alters­präsidenten des memelländischen Landtages schrift­lich aufgefordert, mit den Mebrheitsparteien Füh­lung zu nehmen und die Vorschläge für eine Er­weiterung bzw. Umbildung des Direkto­riums in der Weise zu unterbreiten, daß die Mehrheitsparteien im Direktorium Bruwelaitts drei von fünf Sitzen erhalten. Bruwelaitis will damit die Signatarmächte darüber Hinwegtäuschen, daß in einem Direktorium nach dem Willen der Mehrheitsparteien in erster Linie der Präsident als der maßgebende Mann aus einer dieser beiden Parteien kommen muß und daß nicht Bruwelaitis als Führer der litauischen Schützen für diesen Posten in Frage kommen kann. Es ist eine uner­hörte Zumutung, von den Abgeordneten des Land­tages zu verlangen, daß sie dem Mann das Ver­trauen aussprechen sollen, der mit seinen Partei­gängern in so gröblicher Weise die Arbeiten des Landtages sabotiert hat. Das Schreiben Bruwe­laitis' enthält weiter offensichtliche Unwahr­heiten über die Vorgeschichte der Direktoriums­bildung.

Das durchsichtige Manöver des Herrn Bruwelai­tis wird den Signatarmächten nicht verborgen bleiben. Sie werden bei Prüfung der Verhältnisse feststellen können, daß ein solcher Ausweg, wie ihn Bruwelaitis versucht, durchaus nicht dem Wil­len der m e m e l l ä n d i f ch e n Bevölke­rung und dem Memelstatut entspricht.

Roch keine Klarheit zwischen Paris und Moskau?

Die Paraphierung des Beistandspakts erneut auf unbestimmte Zeit verschoben.

Paris, 2. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Para­phierung des französisch-sowjetrussischen Beistands- Paktes ist wieder einmal auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Der sowjetrussische Botschafter hatte zwar mit Außenminister Laval Mittwoch spät abends eine längere Unterredung und man glaubte, daß die Paraphierung anschlie­ßend erfolgen würde, aber es scheint, als ob Potem- kin noch keine Vollmachten von seiner Regierung erhalten hat. Der Sowjetbot­schafter erklärte nach dem Verlassen des Quai d'Or­say, daß die Feier des 1. Mai seine R e - gierung daran gehindert habe, ihm noch im Laufe Des Mittwoch die notwendigen Anweisun­gen zugehen zu lassen, Daß er aber mit Bestimmtheit annehme, -im Laufe des heutigen Donnerstag in ihren Besitz zu gelangen. Man erklärt in gut unter­

richteten Kreisen, daß die Paraphierung und sogar die Unterzeichnung des Abkommens noch heute am Qua d'Orsay erfolgen werde. Der russische Bot­schafter soll Vollmachten erhalten, den Pakt zu un­terzeichnen, so daß die Reise Lavals nach Moskau nur noch einen Höflichkeitsakt darstellen würde.

Oeuvre" glaubt zu wissen, daß der Satz:Im Falle eines flagranten Angriffes warten die beiden unterzeichneten Mächte auf die Beschlüsse des Völ­kerbundes" endgültig gestrichen worden sei, um den Wünschen der Sowjetregierung entgegen­zukommen. Es sei aber nicht desto weniger fest­gelegt, daß der Wortlaut des Abkommens jedem der Unterzeichner das Recht gebe, die­se Beschlüsse abzuwarten, wenn er das für angebracht hält. Dagegen sei es ihnen auch nicht untersagt, unabhängig vom Völkerbund einzugreifen.

Aus aller Wett.

Schwerer Sandsturm in USA. fordert drei Todesopfer.

Ein schwerer Sandsturm suchte in den letzten Tagen den Staat Colorado heim. Der Himmel war stellenweise von den aufgewirbelten ungeheu­ren Sandmassen fast völlig verfinstert. In der Ge­gend um Springfield forderte er eine große Anzahl von Opfern. Bis jetzt wurden etwa 55 Personen in das Hospital Springfield eingeliefert, und zwar infolge ernstlicher Erkrankungen Der Luftwege. Drei von den Erkrankten sind bereits g e st o r b e n.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Am Mittwoch kam ein heftiger Einbruch frischer Polarlust bei uns zur Auswirkung, der nicht nur bis in die Niederungen herunter Anlaß zu Schnee- schauern gab, sondern auch die Temperaturen weit unter den jahreszeitlichen Durchschnitt brachte. Da­bei erreichte die Tagestemperatur trotz starker Son­neneinstrahlung nur etwa 12 Grad Celsius, wäh­rend nachts ein Tiefwert teilweise bis zu minus 6 Grad Celsius eintrat. In Nord- und Ostdeutsch­land fällt auch heute noch vielerorts Schnee. Dis eindringende Kallluft hat den Aufbau eines zentra­len Hochdruckgebietes veranlaßt, das vorerst für unsere Witterung ausschlaggebend sein wird.

Aussichten für Freitag: Nach faltet Nacht überwiegend freundliches, heiteres Wetter und weiteres Ansteigen der Temperaturen, meist östliche und südliche Winde.

Aussichten für Samstag: Weitere Wärmezunahme, im ganzen freundliches Wetter.

Lufttemperaturen am 1. Mai: mittags 8,6 Grad Celsius, abends 1 Grad; am 2. Mai: morgens 0,2 Grad. Maximum 9 Grad, Minimum 4,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Mai: abends 9,9 Grad; am 2. Mai: morgens 4,8 Grad. Son­nenscheindauer 10 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. fiangt, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 35: 11229. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei

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Zur Zett ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig.

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Gießen (Bleichstraße 28), Darmstadt den 29. April 1935.

Die Beerdigung fand in der Stille statt.

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Frau Karoline Neuhaus, geb.Reeh

Statt Karten.

im Alter von 55 Jahren.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen r

Wilhelm Neuhaus.

Krofdorf, den 2. Mai 1935.

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Die Beerdigung findet Freitag. 3. Mai, nachmittags 4 Uhr statt

2607 D

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Sprechstunde jetzt 9*11

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Am 30. April entschlief sanft nach kurzer Krankheit meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante

Danksagung.

Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme, die Kranz- und Blumen­spenden bei dem Heimgang unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen herz­lichen Dank.

Marie Fourier und Kinder.

Gießen, den 29. April 1935.

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Für die lieben Beweise der Teilnahme danken wir

von ganzem Herzen.

In tiefem Schmerz namens aller Angehörigen;

Margarete Zörb Wwe., geb. Wolf

Hugo Wolf.

Gießen, Friedberg (Hessen), Reinheim (Hessen), den

29. April 1935.

Die Beerdigung findet Freitag nachmittag, 18 Uhr, vom Trauerhause

aus statt.

Im Namen der Hinterbliebenen:

Erna Wodaege.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Katharina Rinn, geb. Renner.

Heuchelheim, den 2. Mai 1935.

Am Dienstagabend gegen 23 Uhr verschied nach längerem schweren

Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Groß­

vater und Schwager

Jakob Rinn XXII.

im fast vollendeten 75. Lebensjahre,

Statt besonderer Anzeige.

Unser lieber, guter treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater.

Urgroßvater und Onkel

Herr Jeremias Wolf

Oberbahnassistent i. R.

Kriegsteilnehmer von 1866 und 1870/71 Ritter mehrerer Orden

ist im 89. Lebensjahre in die ewige Heimat eingegangen.