Aus aller Welt.
Klöienkonzeri in Sanssouci.
Die Auslandspreise besucht deu Film: „Der alte und der junge König".
Der Auslandspressechef Dr. Hanfstaengel, hatte Vertreter der ausländischen Presse zu einer unter dem Protektorat des preußischen Ministerpräsidenten stehenden Sonderausführung des Filmes „Der alte und der junge König" nach Potsdam eingeladen. Der Rahmen der Veranstaltung war durch viele liebevoll vorbereitete Ueberraschungen bereichert worden. Schon bei der Ankunft in' der ehemaligen Residenzstadt gab es die erste Ueberraschung. Statt nach dem Kino zu fahren, wurden die Wagen nach Sanssouci geleitet. Fackelträger des Arbeitsdienstes umsäumten den Weg zum Schloß, vor dem ein Musikzug der Reichssührerschule des Arbeitsdienstes die Teilnehmer mit Marschmusik begrüßte.
In dem von Kerzenlicht erhellten Mittelsaal des Schlosses hielt dann Dr. Hanfstaengel eine Ansprache, in der er in wenigen Worten die Gäste aus dem Berliner Alltagsleben heraus in die große preußische Vergangenheit führte. „Nirgends dringen die Eindrücke so tief wie gerade hier in Sanssouci, wo die Synthesen", so sagte Dr. Hanfstaengel u. a., „von Kunst und Leben, Phantasie und Wirklichkeit, Wollen und Müssen, in dem großen fr id e ri cia ni s che n P fli ch tb e gr i f f zusammenklingen. In diesen Räumen ist es gewesen, wo das Wort: Ich bin der erste Diener meines Staates, von den Lippen eines Königs vernommen wurde und, was noch mehr — auch Tatsache geworden ist. In diesem Sinne ist Friedrich der Große auch für unsere Zeit von vorbildlicher Denkwürdigkeit geworden, der, wenn Sie wollen, der erste Sozialist der neuen Zeit, der, um mit Oswald Spengler zu sprechen, Sozialismus und Preußentum in seiner Person vereinigte."
Aus den Räumen des Schlosses erklang dann F l ö t e n m u s i k. Auf der Lieblingsflöte Friedrichs des Großen wurden eigene Kompositionen des Königs gespielt, begleitet von den Klängen eines Spinetts. Die frische Kapelle des Arbeitsdienstes gab den Gästen das Geleit zur Weiterfahrt, zum Kino Charlottenhof. Die Aufführung des Filmes wurde eingeleitet durch Marschmusik der Leibstandarte des Führers in historischer Uniform. Der Film „Der alte und der junge König" wirkte in der Folge der Erlebnisse dieses Abends besonders eindringlich. Zu später Nachtstunde folgten dann die Gäste der Einladung des Potsdamer Oberbürgermeisters, General Friedrichs, zu einem einfachen Essen im weit bekannten „Einsiedler". Gauleiter K u b e fand hier eindringliche
Worte für das Zusammenwirken alles Guten und Schönen in den Völkern der Welt. Auch hier gab es noch eine Ueberraschung, als in Erinnerung an das berühmte Tabakskollegium lange Tonpfei- f e n verteilt wurden.
Der Führer besucht das Deutsche Museum.
Der Führer und Reichskanzler stattete am Montagnachmittag in Begleitung des Gauleiters Staatsminister Adolf Wagner dem Deutschen Museum in München einen Besuch ab. Unter der Führung des Vorstandes des Deutschen Museums, des Verlegers Hugo Bruckmann, besichtigte der Führer zunächst den noch im Ausbau befindlichen Bibliotheksbau des Deutschen Museums und hierauf in dessen Lehrbau einige Abteilungen, und zwar jene für Schiffsbau, Luftschiffahrt und Motorenbau.
Dreißig h illerjungen in England.
30 Angehörige der Hitlerjugend sind in Southampton an Bord der „Deutschland" eingetroffen. Sie werden für die nächsten drei Wochen gemeinsam mit 30 englischen Jungen in der Grafschaft Dorset ein Lager beziehen. Die englische Gruppe wird aus fünf jungen Bergleuten aus Südwales, sechs jungen Leuten aus einer Fabrik in Nottingham sowie aus Schülern bestehen. In Dorset wird ihnen ein Schulgebäude zur Verfügung gestellt. Als Gegenarbeit werden die Jungens eine kleine Erdarbeit leisten, um Raum für eine Fahrradunterstellungsmöglichkeit zu schaffen. Das Lager wird von dem Mitglied der Reichsjugendführung Benemann organisiert, der zur Zeit mit dem deutsch-englischen Austauschbüro in London zusammenarbeitet.
Kreuzer „Karlsruhe" in Mexiko.
Der deutsche Kreuzer „Karlsruhe" lief am Montag um 10 Uhr in der mexikanischen Küstenstadt Acapulco ein. Zur Begrüßung hatten sich zahlreiche Mitglieder der deutschen Kolonie in der Hauptstadt Mexikos mit dem deutschen Gesandten an der Spitze eingefunden. Als der Kommandant an Land ging, um die üblichen Besuche bei den Behördenvertretern au machen, wurde er von der mexikanischen Bevölkerung mit lebhaften Hochrufen begrüßt. 250 Besatzungsmitglieder, Offiziere und Mannschaften, werden auf Einladung der deutschen Kolonie der Hauptstadt einen Besuch abstatten. Die Abfahrt nach Mexiko-Stadt erfolgte am Dienstag- früh. Die deutschen Seeleute werden bis zum Samstag in der mexikanischen Hauptstadt bleiben. Es sind zahlreiche Festlichkeiten vorgesehen. Der Kriegsminister hat die Offiziere zu einem Frühstück eingeladen. Die Besatzungsmitglieder werden in der Hauptstadt bei deutschen Volksgenossen in Privat
quartier wohnen. Der Besuch des Kreuzers hat bei allen Deutschen in Mexiko große Freude ausgelöst.
Slaalsehrenpreis für den Präsidenten des Reichsverbandes der deutschen Kleintierzüchter.
Der Reichs- und preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft hat dem Präsidenten des Reichsverbandes der Deutschen Kleintierzüchter, Karl Detter, MdR., in Anerkennung seiner erfolgreichen Arbeit auf dem Gebiet der Kleintierzucht einen Staatsehrenpreis verliehen. Der Reichs- und preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft brachte dabei zum Ausdruck, daß unter Leitung von Karl Vetter alle Kleintierzüchter den straffen organischen Zusammenschluß und damit eine grundlegende und erfolgreiche Förderung erhalten haben. Sie stehen heute einsatzbereit als wichtige Kampftruppe bei der Sicherung uni) Festigung der deutschen Nahrungsfreiheit. Die erste Reichs-Kleintierschau in Frankfurt a. M. gab den bisher erzielten Erfolgen auch nach außen hin sichtbaren Ausdruck.
Der Sieger im Friseur Vettbewerb.
Am letzten Tage der großen Reichsveranstaltung der deutschen Friseure im Berliner Zoo erfolgte nach weiteren Sondertagungen und Vorführungen die Verkündung der Sieger aus den vorangegangenen einzelnen Fachwettbewerben im Frisieren. Der Große Preis von Deutschland wurde von Stich (Nürnberg) mit 366 Punkten gewonnen. Der Sieger erhielt den Ehrenpreis des Reichshandwerksmeisters und den Großen Wanderpreis des Bundespräsidenten. Zweiter wurde Vogel (Berlin) mit 365 Punkten, der die Goldene Medaille der Handwerkskammer Berlin bekam, und Dritter mit 362 Punkten M. Lindemann (B e r l i n), der die Goldene Medaille des Bundes Deutscher Friseure erhielt.
32 Todesopfer des Sturmes an der Adria.
Die Zahl der Todesopfer des orkanartigen Sturmes an der Adria ist nach den letzten Nachrichten auf 32 gestiegen. Am Montagoormittag wurden immer noch 20 Fischerboote mit 68 Mann Besatzung vermißt, darunter die gesamte 13 Mann zählende Belegschaft der kurz vor dem Sturm aus dem Hafen S. Giorgio ausgefahrenen fünf Fischerbarken. Einige Torpedoboote und Dampfer suchen systematisch das Meer nach den Verunglückten ab. Einige Barken konnten aufgetrieben und die Schiffbrüchigen gerettet werden. Es besteht aber nur noch wenig Hoffnung, daß alle Vermißten lebend geborgen werden können. Der Wellengang hat nur wenig nachgelassen und der Sturm war noch am Sonn- tagfrüh so stark, daß eines der zur Rettung aus- gewandten Torpedoboote sich in den Hafen von Pola zurückziehen mußte. Auch von der süditalienischen Küste kommen sowohl aus dem Jonischen als aus dem Tyrrhenischen Meer Meldungen über schwere Sturmschäden. In dem Golf von
Salerno ging der Segler „Nunziata" tm Sturm unter. Die Besatzung in Stärke von acht Mann wurde von einem italienischen Dampfer geborgen und in Neapel an Land gefetzt.
Gebeine napoleonischer Soldaten aufgefunden.
In der Nähe von Verona in Oberitalien wurden beim Ausgraben eines Kellers einen halben Meter unter der Erdoberfläche 40 wohlerhaltene menfch» fidje Skelette aufgefunden. Die Nachforschungen ergaben, daß es sich um die lleberrefte von napo« leonifchen Soldaten handeln muß, die im Jahre 1797 in der Schlacht von Ponte d'Arcole gefallen find.
Sieben Todesopfer bei einer Sprengstoff-Explosion in Turin.
In einer Turiner Sprengstoff-Fabrik ereignete sich, vermutlich durch Selbstentzündung von Sprengstoffen, eine schwere Explosion, durch die sieben Arbeiter getötet und mehrere verletzt wurden.
Segelbarkasse bei Korsika gekentert. — Drei Tote.
Eine Segelbarkasse, die von Ajaccio (Korsika) ausgelaufen war, ist im Sturm gekentert und an den Strand geworfen worden. An Bord befanden sich der Besitzer sowie ein Beamter des Polizeipräsidenten von Ajaccio und dessen fünfjähriger Sohn. Von den drei Insassen fehlt jede Spur. Man vermutet, daß sie den Tod in den Wellen gefunden haben.
Gemeingefährlicher Verbrecher hingerichtel.
Am 1. April ist in Stuttgart der durch Urteil des Schwurgerichts in Stuttgart vom 20. September 1934 wegen Mordes rechtskräftig zum Tode verurteilte Jakob Füchsl hingerichtet worden. Füchsl hat in der Nacht zum 25. April 1933, als er von einer Diebesfahrt zurückkehrte, den Oberlandjäger M a i erschossen. Der Führer und Reichskanzler hat von dem Begnadigungsrecht feinen Gebrauch gemacht, weil Füchsl ein gemeingefährlicher Verbrecher ist, dem bei der Ausführung feiner Verbrechen die Gefährdung von Menschenleben gleichgültig ist und der daher eine dauernde Gefahr für feine Mitmenschen bedeutet.
Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lang^ für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck^' verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodors Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlags Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckereß R. Lange, K.«G., sämtlich in Gießen.
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