Ausgabe 
2.4.1935
 
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Parteimann, der Mißtrauen säen will, der die Völker gegeneinander aufzuwiegeln und jeden aufzustacheln sucht, möglichst raschzum Schutz" zu den Waffen zu greifen. Denn nur in einem neuen Krieg liegen die Zukunftshoffnungen der Bolsche­wisten, deren erster Mann hinter der Friedens­palme, mit der er wedelt, doch nicht die wahren Absichten des Bolschewisten zu verbergen vermag.

Gin neuer Krieg wäre ein surchtbaresVerbrechen"

Der Papst spricht von neuen Gewitter­wolken, die den Horizont verdunkeln.

Rom, 1. April. (DNB.) Nach zweijähriger Unter­brechung hat Pa p st Pius XI. am Montagvormit­tag wieder ein Geheimes Konlsiftorium abgehalten. Das Kardinal-Kollegium hat der Hei­ligsprechung der beiden englischen Märtyrer Fisher und Moore und der Berufung von Kardinalstaatssekretär P a c e l l i zum Kardinal­kämmerer der Heiligen-mischen Kirche zu­gestimmt. Nach Ernennung verschiedener Bischöfe, darunter des Erzbischofs Hinsley für West­minster wurde vom Papst das öffentliche Konsisto­rium aus kommenden Donnerstag einbevufen.

In einer Ansprache im Geheimen Konsistorium wandte sich Papst Pius XI. derfurchtbaren wirtschaftlichen, politischen und be­sonders moralischen Krise" zu, von der die Menschheit heimgesucht sei, und gab seiner tie­fen Trauer über dien och verhängnisvol­leren Folgen, die für die Zukunft befürchtet werden", Ausdruck. Während die Schäden des letz­ten europäischen Krieges noch nicht überwunden feien, so führte der Papst weiter aus, verdun­keln Lereits neue Gewitterwolken den Horizont. Unwillkürlich tauchten vor dem Gedächtnis die Worte Christi über Krieaslärm und Heimsuchungen, über Pestilenz und Teuerungen auf. Bezugnehmend auf denüberall verbreiteten Kriegslärm", der alle errege und bedrücke, bezeich­nete der Papst einen neu e ji Krieg als ein furchtbares Verbrechen. Er könne nicht glauben, daß jene, denen das Glück und der Wohl­stand der Völker am Herzen liegen müsse, nicht nur ihre eigene Nation, sondern einen großen Teil der Menschheit zum Blutbad trei­ben und der Vernichtung und dem Ruin preisgeben. Wenn aber jemand wagen sollte, dieses ruchlose Verbrechen zu begehen, so könne er nur mit dem Psalmwort zu Gott beten: Vertilge die Völker, die den Krieg wollen. So­viel wolle er zur moralischen Unmöglich­keit jedes neuen Krieges sagen. Darüber hinaus sei er aber mit vielen anderen auch der Meinung, daß in den gegenwärtigen außerordentlichen schwe­ren Zeiten auch materiell und psychisch ein Krieg ihm ebenso unmöglich erscheine. Im Hin­blick auf die Bedrängnis der Gegenwart, die eine noch traurigere Zukunft befürchten lasse, wolle er aber die Hoffnung nicht aufgeben, daß durch die Vermittlung der Mutter Gottes endlich auch der gequälten Welt der Regenbogen des ersehnten Friedens aufleuchten möge.

MaMeichs Luftflotte.

Paris, 1. April. Nach kurzer Aussprache hat die Kammer das Statut der Luftflotte angenommen. Abgeordneter Franklin Bouillon bemängelte die Tatsache, daß die Re­gierung den Antrag auf die erforderlichen Kre­dite von 1,8 Milliarden Francs noch nicht einge­bracht habe. Man habe nicht den Mut, dem Lande die Wahrheit zu sagen, und doch wäre die genaue Kenntnis derGefahr" die Voraussetzung für eine Erneuerung. Das dann ohne Widerspruch verab­schiedete Gesetz über den Aufbau des Luftheeres sieht 1690 Offiziere (von denen höchstens 100 für den Dienst auf Flugplätzen usw. vorbehalten wer­den dürfen) und rund 36 000 Mann vor. Das Ge­setz räumt dem fliegenden Personal die Vergün­stigungen und Beförderungsmöglichkeiten ein, die seinem gefahrvollen Beruf entsprechen, denn im Ernstfälle würde ja nur das fliegende Personal gegen den Feind zu kämpfen haben. Es wird daher ein Flieger-Offizier-Korps geschaffen, wobei der Ton darauf liegt, daß diese Offiziere fliegen, d. h. der Besatzung der Militär- flugzeuge angehören. In demselben Sinne soll ein Fliegerunteroffizierkorps ge­schaffen werden, so daß also die Teile des Luft­heeres, die besonders der Gefahr ausgefetzt find, eine dementsprechende besondere Stellung einnehmen. Dieben diesem fliegenden Korps besteht das Luftheer aus einem Fliegeringenieur- korps und einem Flugzeugmonteurkorps. Italiens Lust- uno Seeriiftungen.

Rom, 1. April. (DNB.) Der Senat hat die Voranschläge des Marine- und Luftfahrtministe- riums genehmigt. Staatssekretär Admiral C a - v a g n a r i betonte die Verstärkung der Flotte durch den Bau der beiden Großkampfschiffe Dittorio" undVittorio Veneto", die nach ihrer Fertigstellung die st ä r k st e n vertraglich zulässigen Schlachtkreuzer darstellen, und durch die Wieder- rndienststellung der modernisierten G r o ß k a m p f s ch i f f eCavour" undGiulio Cesare", die durch ihren Umbau einen sehr viel stärkeren Kampfwert erhalten hätten.

Staatssekretär General Valle unterstrich die vollkommene Erneuerung der gesamten Luftflotte, die in drei Jahren statt in den ursprünglich geplanten sechs Jahren bis Mitte 1937 vollzogen werden soll. Ein weiteres Zu- den heutigen Verhältnissen höchst gefährlich gewesen. Für die modernen Flugzeuge seien weder die Alpen noch das Meer Hindernisse, weshalb die Luftflotte durch sehr viel raschere Jagd - und Bomben­flugzeuge verstärkt worden sei.

Wahlsieg der Regierungs­partei in Ungarn.

. B ud an - st 1. April. <DNB.» Das Ergebnis des Wahlsonntags wird als ein durchschlagender Sieg der Regierung beurteilt. Die Regierungs­partei hat bereits 153 Mandate erhalten. Die Wah­len für die noch ausstehenden Mandate finden am 6. und 7. April statt. Jetzt schon steht fest, daß die Regierung Gömbös im neuen Parlament über eine so große Mehrheit verfügen wird, daß für die nächste fünfjährige Wahlperiode die Regierung mit parlamentarischen Schwierigkeiten nicht mehr zu rechnen braucht. Die l e g i t i m i st i s ch e Oppo- sitio ns gruppe ist fast völlig verschwun­den. Eine große Anzahl der erbeingesessenen Mit­glieder der Regierungspartei, die zu den unbeding­ten Anhängern des Grafen Bethlen gehörten und die legitimistifche Richtung vertraten, kehren in das Parlament nicht mehr zurück. Der bekannte Legi-

Dr. Ley eröffnet den Versammlungsseldzug für die VertrauensratSVahlen.

Berlin, 1. April. (DNB.) Der Dersammlungs- feldzug der Deutschen Arbeitsfront für die Ver­trauensratswahlen wurde am Montag vorn Reichs- organifationsleiter und Leiter der DAF., Dr. Ley, mit einer Betriebskundgebung in den Berliner Siemenswerken eröffnet. Dr. Ley sprach zu 10 000 Betriebsangehörigen von der Halle des Schaltwerkes aus. Der Betriebsführer, Karl Friedrich von Siemens, wies eingangs darauf hin, daß Einigkeit für jede Gemeinschaft von Menschen eine unbedingte Notwendigkeit sei, wenn ein gemein­sames großes Ziel erreicht werden solle. Im Ver­trauensrat dürften nicht Diplomatie und Taktik zur Anwendung kommen, sondern offen und ehr - lief) müsse d i e Aussprache zwischen Lei­tung und Gefolgschaft fein. Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit sei auf dem Geist des gegenseitigen Vertrauens und Sichkennenlernens aufgebaut.

Dann führte Dr. Ley u. a. aus: Die Welt kann es nicht fassen, wie es möglich ist, daß in einem Lande, in dem Jahrzehnte lang die erbittertsten Wirtschaftskämpfe geführt worden sind, mit einem Male Ruhe und Wirtschafts frieden herrschen. Man hat gesagt, das sei nur mit Gewalt und Terror erreicht worden; es werde keinen inneren Halt haben, es werde wieder die Zeit kommen, wo der Arbeiter sich aufbäume und der Zusammenhalt der Deutschen aufhöre. Wir wollen ein glückliches Volk, ein Volk, das die Arbeit nicht als Last, sondern als Segen empfindet und feinen gerechten Lohn erhält. Wir wollen unser Volk stark machen für feinen Schicksalskampf. Wir wollen, daß nicht Haß, Neid und Mißgunst die Menschen beherrschen, son­dern daß Lebensbejahung, Lebensfreude, Licht und Sonne die Menschen froh macht. W i r wollen das Leben. Das hat auch der portu­giesische Propagandaminister erkannt, als er zu unseren Madeirafahrern sagte, ein solches Volk, das das Leben wolle, könne den Krieg nicht wünschen, lieber allem steht uns als oberstes Gesetz: Das Leben des einzelnen hat nur Sinn in der Einord-

Braunschweig, 31. März. (DNB.) Aus An­laß der Arbeitstagung der Gemeinschaft studentischer Verbände Deutschlands in Braunschweig, über die schon kurz berichtet wurde, fand ein Festkom - mers statt, zu dem als Ehrengäste u. a. Vertreter der braunschweigischen Staatsregierung, der Wehr­macht, der SS., der SA., des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes und Persönlichkeiten des Lehrkörpers der Technischen Hochschule erschie­nen waren. Staatssekretär Lammers als Füh­rer der Gemeinschaft studentischer Verbände ergriff noch einmal das Wort und äußerte sich ausführlich über die Aufgaben dieser Organisation. Dabei führte er nach einem Bericht der K. Z. u. a. folgendes aus:

Der deutsche Korporationsstudent sei ein Kind seiner Zeit gewesen, und wir konnten es ihm daher nicht schwer anrechnen, daß ihm die Volks­verbundenheit fehlte, zu der er nicht erzogen war. National aber sei er bis auf b i e Knochen gewesen. Der Geist von Langemarck sei in den Häu­sern der Studentenkorporationen gewachsen. Dieser Geist habe in der Zeit nach 1918 weitergelebt bis in die heutige Zeit. Das Dasein der Korporationen sei gesichert. Voraussetzung aber dafür sei, daß der nationale Geist sich in Zukunft immer mehr mit dem ©ei ft echter Volksverbundenheit zu einer Einheit zusammenschlösse.

Die Erwartung, daß die Korporationsverbände nach der Machtergreifung Zusammenarbeiten würden, habe leider getrogen. Die unerfreuliche Ent­wicklung innerhalb der Korporationen habe ihre Ursache darin, daß bei einigen Verbänden das Be­streben hervorgetreten -fei, sich jeweils a l s einzi­ger und wahrer Diener der nationalsoziali­stischen Bewegung zu betrachten und die andern als weniger oder gar nicht nationalsozialistisch an- zuprangern. Dabei habe es sich um einen zahlen­mäßig geringen Kreis in den einzelnen Verbänden gehandelt, der sich auf ein mißverstandenes Führerprinzip gestützt habe.

Der unglückliche Ersaß des Reichsführers der Studentenschaft vom 20. September 1934, durch den er die Kameradschaftserziehung auf eine sehr originelle Art einzuführen versucht habe, hätte eine glatte Aufhebung d e s Selbst- bestim-mungsrechts der Korporatio­nen und eine Enteignung ihrer Häuser bedeutet. Er sei von a l l e r h ö ch st e r Stelle s o f o* r t r e st l o s mißbilligt worden. Trotzdem habe es eine Reihe von Verbänden für nötig gehalten, den Reichsführer der Studentenschaft in feiner Politik zu unterstützen. Es fei ihm heute noch unerfindlich, daß man nicht erkannte, daß man damit gegen den Führer und Reichskanzler handelte.

Auf feinen Vorschlag hin habe die Partei die Gemeinschaft als ein für die Zukunft brauchbares Instrument erkannt. Gleichzeitig habe sie auch den Wunsch geäußert, sämtliche Korporations­verbände möchten sich in der Gemein- schaft zu gemeinsamer Arbeit zusam- m e n f i n b e n. Die Mehrzahl habe den Wunsch verstanden, und so bestehe Die Gemeinschaft bereits aus 16 Verbänden mit 170 000 Mitgliedern. Die Gründung habe an den Hochschulen einen wohl­tätigen Einfluß der Beruhigung ausgeübt. Die Korporationen muhten im Laufe von Jahren

timistenführer Markgraf P a l l a v i c i n i ist nicht wiedergewählt. Ohne jedes Abgeordnetenmandat ist bisher die Sozialdemokratische Partei geblieben. Auch die liberale Oppositions­irup pe konnte kein einziges Mandat erringen. Die von T i b o r Eckhardt geführte Partei der Unabhängigen Kleinlandwirte hat bis­her etwa 20 Mandate errungen und wird in Zu­kunft die einzige Partei fein, die neben der Regie­rungspartei im Parlament noch eine Rolle spielen kann.

Die vier Wahlkandidaten der ungarlündi - ch e n Schwaben, Dr. Kußbach, der General­sekretär des Unaarländischen Deutschen Dolksbil- dungsvereins (UBV.) Dr. Basch, der Redakteur Torok und der Kandidat Teppert sind bei den ZMen unterlegen. Die Wahlbehörden er­klären, daß die deutschen Kandidaten nicht die not­wendige Stimmenmehrheit erhalten haben. In

nung in die Gemeinschaft. Wer fordert, muß zuerst aufgeben und opfern. Wir sprechen nicht nur von der Gemeinschaft, sondern wir üben f i e tag­täglich. Mancher Unternehmer würde sich gar zu gern loskaufen von den Versammlungen und Kund­gebungen, von den Zellen- und Betriebsabenden, wenn er nur seinem alten Klassenhaß nachgehen könnte. Man soll nicht glauben, es werde deshalb jemand Soldat, weil man mit ihm täglich exerziert. So üben wir auch tagtäglich im neuen Kampf die Gemeinschaft, sehen nicht nach Berufen und Schich­ten, sondern nach dem Herzen und dem Empfinden. Wir formieren die Front der anständigen Deutschen gegenüber der Front der Gemeinheit, der Hinterhältigkeit und der Schwäche.

Wir wollen die Interessen gerecht vertreten, wollen beiden Seiten ein ehrlicher Makler sein. Aber die Forderungen der einen wie der anderen Seite haben da aufzuhören, wo die Inter­essen der Gemeinschaft beginnen. Wenn der Arbeiter einsichtig genug ist, ein Opfer zu bringen, so gilt das gleiche auch für den Unternehmer. Wenn alle erst wieder Arbeit haben werden, werden wir auch in der Lage sein, das Lebensniveau und den Lebens­standard des Volkes insgesamt zu heben.

So wollen wir nun in einer gigantischen, freien Wahl der Welt beweisen, daß sich die Deutsche Arbeitsfront tatsächlich in die Herzen der schaffenden Menschen eingefres- fen hat. Es mögen Fehler und Mängel bestehen eines kann man uns nicht nachsagen, daß wir nichts getan hätten, daß wir auf falschem Wege seien. Man wird uns im Gegenteil zubilligen müssen, daß wir uns um diese Menschen sorgen und be­kümmern, und daß sich niemand mehr verlassen zu fühlen braucht. Ihr wählt nicht uns, Ihr wählt Menschen, die Euer Vertrauen haben, Ihr wählt Euch selber, Ihr wählt Deutschland, Euer Schicksal! Helft mit! Seid dankbar dem Führer, daß er uns aus der Nacht der Dunkelheit, des Haffes und des Verfalls herausgeführt hat zu neuem Leben. Seid dankbar und treu!

nationalsozialistisch werden. Hierfür sei ihnen in mehrfacher Hinsicht der Weg geebnet. Es dürften nur noch junge Menschen mit e ch t nationalsozialistischer Gesinnung in die Korporationen hineinkommen. Von dem Teil der Altherrenschaft, der dem heutigen Staat skeptisch ober feindlich gegenüberstehe, müsse er­wartet werden, daß er auf Führer st eilen in seinem Verband verzichte, weil sonst die Lage der Jugend unnötig erschwert werde. Er wolle auch keinen Zweifel daran lassen, daß die Korpo­rationen niemals Gliederungen der Partei werden könnten.

Dr. Lammers kam auf den Anschluß der noch abseits stehenden Verbünde in die Gemeinschaft zu sprechen. Verhandlungen mit dem Völkischen Wasfenring über seinen Eintritt schwebten, und er verspreche sich von ihnen Erfolg. Soweit die waffentragenden Korporationen in Frage kämen, könne die Aufnahme in die Gemein­schaft nur erfolgen, wenn sie vorher in den Waffenring eingetreten seien. Es bleibe jedem Verband unbenommen, hinsichtlich der Arier- frage mehr zu tun, als die Mindestbestimmungen verlangten. Es müsse aber entschieden dem entgegen­getreten werden, daß die Verbände, die schärfere Grundsätze durchgeführt hätten, jene Verbünde, die sich nach den Mindestbestimmungen gerichtet Hütten, in irgendeiner Weise diffamierten. Die konfessio­nellen Verbünde müßten ihr konfessionelles Prinzip a u f g e b e n. CV. und KV. Hütten ihm be­reits bei ihrem Anschluß an die Gemeinschaft ver­sichert, daß sie dieses Prinzip bereits früher aufge­geben Hütten, und daß diese Aufgabe nicht nur auf dem Papier stehe. Die einzelnen Verbünde würden weiterhin volle Freiheit und Selbstündigkeit in inneren Ange­legenheiten haben. Ein Ausrichten der Ver­bände auf eine einheitliche Norm wäre sinnlose Gleichmacherei. Jeder Verband könne auch in Zu­kunft feine besonderen Eigenheiten pflegen, insbesondere, soweit es sich um völ­kische Belange handle. Für den Völkischen Waffen­ring fei das also kein Grund, der Gemeinschaft fernzubleiben.

Beitritt der KB. zur Gemeinschaft studentischer Verbände.

Auf Grund einer längeren Unterredung zwischen dem Führer der Gemeinschaft studentischer Ver­bände, Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers, und den Vertretern des Kartell- verbandes Deutscher Burschenschaftlicher Verbin­dungen, dem Verbandsführer Dr. Konstantin Hank und dem Leiter des Politischen Schulungs- und Außenamtes Universitätsprofesior Dr. Martin Spahn, MdR., ist der KD. der Gemein­schaft studentischer Verbände beige­treten. Universitätsprofessor Dr. H u $ e l m a n n, der wegen' nationalsozialistischer Betätigung im Herbst aus dem österreichischen Dienst entlassen und von Wien an die juristische Fakultät der Universität Münster berufen wurde, ist zum Altherrn- fdjaftsleiter des Kartellverbandes Deutscher Burschenschaftlicher Verbindungen ernannt worden.

Kreisen des ungarländischen Deutschtums hat dieser völlig unerwartete Ausgang der Wahlen B e - stürzung und Erregung hervorgerufen. Es konnte damit gerechnet werden, daß zum mindesten die beiden Spitzenkandidaten gewählt werden wür­den. Infolge dieses Ausganges wird nun das volks­bewußte schwäbische Deutschtum keine Vertretung im Parlament haben.

Kostenloses polnisches Visum nach Danzig.

D a n 3 i g, 29. Mürz. (DNB.) Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, hat die polnische Regierung entgegenkommender Weise ihre Konsulate angewie­sen, bei Visa-Anträgen zur Wahlreise nach Danzig die Transitvisa kostenlos zu er­teilen. Im übrigen ist daraus hinzuweisen, daß Dan­zig über Marienbura auch tn i t visum- freien Zügen zu erreichen ist.

IM vom Hause Litauen!

Auf Grund der Kownoer Mordurteile hat der litauische Generalkonsul in München fei- n en Rücktritt gegeben. Ebenso hat der litau­ische Konsul in Leipzig sein A m t nieberge* legt. Der General Schroeder hat dem litauischen Staatspräsidenten Smetona seine beiden litauischen Orden zurückgeschickt. Das kurze Begleit­schreiben des Generals war um so eindrucksvoller, als es lediglich mit wenigen Worten eine Begrün­dung gab, ohne ausführlicher auf die große Dan­kesschuld einzugehen, die der heutige litauische Staat den Deutschen schuldet. Der knappe Hinweis darauf, daß es deutsche Truppen gewesen sind, denen Litauen die Errettung vor der dringenden Gefahr der Bolschewisierung zu verdanken hat, sprach frei­lich Bände. Es ist begreiflich, daß man sich an diese Ehrenschuld heute in Litauen nicht gern erinnert, und daß man solche Anmahnung, wenn sie von an­derer Seite kommt, aus naheliegenden Gründen mit Stillschweigen übergeht.

Man hat früher in führenden litauischen Kreisen über die weitgehende Verpflichtung gegenüber Deutschland wesentlich anders gedacht. Es war bei­spielsweise der bekannte Pfarrer Dr. Gaigalat, ehemals preußischer Landtagsabgeordneter, von rechts betonten Intentionen, der im Jahre 1919 u. a. schrieb:Die preußischen Litauer haben nicht die mindeste Lust, einem anderen Staate einer anderen Verwaltung als gerade der preußisch- deutschen anzugehören. Sie leben in gutem Wohlstand, sind dankbar für die nutzbringende Für­sorge des deutschen Staates und würden ihre gegen­wärtige hochentwickelte wirtschaftliche Lage niemals gegen eine zweifelhafte Zukunft eintauschen wollen." Fast wörtlich dasselbe betonte er noch einmal in seiner Denkschrift, die er zwei Jahre später über diebaltisch-litauischen Beziehungen" verfaßte. Als dieser würdige Gottesmann freilich im Juni 1919 in Wirballen die Grenze überschritt, wurden ihm Dokumente abgenommen, in denen er der fran­zösischen Regierung bzw. ihrem Vertreter in Libau Richtlinien für Die Ausliefe­rung des M e m elgebietes an Litauen gab. Es ist nötig, diese Schwenkung hier anzu­führen, weil Hochwürden sich im Oktober 1920 in Der Chikagoer litauischen ZeitungDer Missionar" in folgender Weise selbst Defouorierte:Ich habe mich für Die Abtrennung Litauens von Deutschland betätigt man mußte sich DeutschlanDs Schicksal zunutze machen." Das war Der­selbe Pfarrer Gaigalat, Dem es preußische Sti - P e n D i e n ermöglicht hatten, auf preußischen Uni­versitäten sein ThevlvgiestuDium zu absolvieren! Zu Der Zeit, als ihm im Frühjahr 1921 empörte memel- ländische Frauen in einer Versammlung zuriefen: Du hast uns verraten, Judas!" bezog dieser Priester immer noch ein amtliches Ruhegehalt von dem damaligen Deutschland!

Wir haben auch noch nicht vergessen, was Der litauische StaatspräsiDent Smetona am 13. No­vember 1917 sagte, als er noch Präsident des litau­ischen Landesrates war:Wir Litauer sagen uns vom historischen Litauen .los und fordern hierfür nur das Gebiet, welches vom litauischen Stamm bewohnt wird". Damit hat Smetona 'Die litauischen Verpflichtungen gegenüber Deutsch­lanD inDirekt anerkannt. Er tat gut daran, die An­sprüche auf das russische Litauen, nämlich das Gebiet Vytautas des Großen, zu beschränken. Als dieser nämlich 1422 mit dem ohnmächtig geworde­nen Ritterorden den Diktatfrieden am Melnvsee schloß, hätte ihn buchstäblich niemand hindern kön­nen, sich auch das Memelgebiet einzuverlei­ben, wenn er auch nur den Schatten einer B e - rechtigung dafür gehabt hätte, daß es sich um irgendwie litauifiertes Land gehandelt hätte. Ob­wohl der deutsche Orden außer preußischen und südddeutschen auch litauische Ansiedler herangezogen hatte, war für Vytautas das Memelgebiet felbftver- ständlich deutsches Land. Die von ihm ge­zogene Grenze bestand von 1422 bis 1923!

Noch ein kurzer Blick auf Litauens Verpflichtun­gen hinsichtlich des Gebietes der Sprachen- r a g e. Es ist einer der bekanntesten litauischen Publizisten, nämlich Vydunas, beiläufig aus Tilsit, bei Dem wir fchwarz auf weiß im Jahre 1916 lesen: Es blieb ja den Litauern auch Das Recht, ich der Pflege ihrer Sprache unD Art u n g e h i n - Dert zu widmen. Sie Ratten ihre Bücher, ihre Zeitungen, Vereine ufw.". In der Tat, Preußen hatte es sich feit Jahunderten in strenger Achtung vor Dem Volkstum der anderen angelegen fein las­en, -daß in Dem Teil seines nordöstlichsten Gebietes, in dem Litauer eingesprengt waren, die litauische Sprache in der Kirche und in der Schule entspre­chend berücksichtigt wurde. Aber auch damit noch nicht genug, Preußen sorgte selbst dafür, daß a n Der Universität Königsberg die zu­künftigen litauischen Geistlichen ihre Ausbildung i n ihrer Muttersprache erhielten diese Ein­richtungen sind trotz des vertragswidrigen litaui­schen Kampfes gegen die deutsche Sprache im Me­melgebiet bis heute bestehen geblieben.

Immer noch nicht genug, an Den Lehrer­seminaren in Memel, Ragnit und Karalene wurden die litauischen Lehrer in litauischer Sprache geschult. Die Universität Königsberg und die höheren Schulen in Tilsit unterhielten Stipendien für litauische Schüler. Zu Den Nutznießern dieser Stipendien gehörte nicht nur der bereits genannte Pfarrer Dr. Gaigalat, sondern beispielsweise auch der frühere litauische Außen­minister Jaunius, ferner Die litauischen Landes­räte Gebr. Gailius, von .Denen Der eine eben- alls Pfarrer ist, und viele andere mehr. Man konnte die Liste hier noch beliebig lange fortsetzen. Soweit die Litauer überhaupt über Kultur und Zivilisation verfügen, stammen sie von Deutschland. Wer einmal durch das Memel- lanb gefahren ist, und über Die Grenze ins Litauische hineinkommt, roirD Den auffallenden Unterschied zwischen den beiden Gebieten nicht vergessen. Es mar gut, daß General Schroeder in seinem kurzen Schreiben im rechten Augenblick die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf diese Dinge lenkte.

Die Intervention der Signatar- Mächte des Memelstatuts.

Litauen aufgefordert, den unrecht­mäßigen Zustand sofort zu beenden.

London, 1. April. (DNB.) 3m Unterhaus wurde der Außenminister Montag nachmittag ge­ragt, welcher Natur Die Intervention ge­wesen fei, Die England gemeinsam mit Den anderen U n t e r z e i ch n e r m ä ch t e n des Memel st aluts unternommen Hobe. Außenminister Sir John Simon erwiderte: Wie bereits in Der Antwort am 18. März zum AusDruck gebracht wovDen ist, sind kürzlich Durch Die

Oie Braunschweiger Tagung -er Gemeinschaft studentischer Verbände.