tor- und Karrenspritze beginnen. Nach herzlichen Dankesworten an den Redner des Abends wurde der letzte Vortragsabend des Vereins im laufenden Winterhalbjahr in üblicher Weife geschloffen.
* Alten - Buseck, 2. März. Am kommenden Montag, 4. März, kann Altbürgermeister Wilhelm Körber II. in bester geistiger und körperlicher Frische seinen 9 0. Geburtstag begehen. Der alte Herr war 23 Jahre lang Bürgermeister von Alten-Buseck und ist seit vielen Jahren treuer Leser des Gießener Anzejgers
△ Staufenberg, 1. März. Um der Arbeitslosigkeit zu steuern, beschloß der Gemeinderat, die Mittelgasse kanalisieren und den Abwässergraben nach Kirchberg mit Halbzementröhren ausschalen zu lassen. — Durch die Sturmschäden in der Nacht zum 17. Februar im hiesigen Gemeindewald können ungefähr 35 Mann beim Holzmachen beschäftigt werden.
* Treis a. d. Lda., 1. März. Der Turnverein „Gut Heil" Treis (Lda.) hielt eine außerordentliche Verlsammlung ab. Nach der Eröffnung mit einem Turnerlied sprach der neue Ver- ernssührer über die Arbeit der DT. im Geiste des Führers, die Zusammenarbeit mit den anderen nationalsozialistischen Organisationen und die Einheitssatzungen der DT., die angenommen wurden. Er erledigte die sich aus den Satzungen ergebenden Verpflichtungen des Dietwarts, Aeltestenrates usw., und gab die Anweisungen zur Ausgestaltung des Werbeabends für das WHW. am 31. März. Nachdem der Oberturnwart über das Turnprogramm des neuen Jahres gesprochen hatte, schloß der Vereinsleiter die arbeitsreiche Versammlung mit dem Gedenken des Führers, der Turnbrüder an der Saar und ihrer Heimkehr am 1. März ins Reich in der üblichen Weise.
— Queckborn, 1. März. In einer Bauern- versammlung im Rahmen der Erzeugungsschlacht sprach hier Direktor Dr. D i e n st von der Bäuerlichen Werkschule in Grünberg über das Thema „Leistungs- und Fütterungsfragen bei der Rindviehhaltung". Der Redner forderte zur Leistungszucht auf und wies auf die Notwendigkeit hin, nicht mehr Rindvieh zu holten, als der Futter.- basis entspricht. Er beschäftigte sich sodann mit den Vorteilen der Silowirtschaft und mit dem Anbau des Flachses. An den Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler schloß der Ortsbauernführer den lehrreichen Abend. — Bei einer hier abgehaltenen Grund st ücksverpachtung wurden hohe Preise erzielt. Ackerland kostete pro Morgen 50 Mark, Wiesen 40 Mark.
Kreis Schotten.
□ Laubach, 1. März. Die Generalversammlung des hiesigen Turnvereins wurde von Vereinsführer Karl V o n - E i f f mit einem Gedenken an die verstorbenen Turnbrüder Karl Koch, Friedrich Rühl, Johannes Lotz eröffnet. Sodann verlas Rechner Friedrich Hofmann den Jahresbericht und erstattete die Rechnungsablage. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Vereinsführer V o n - E i f f nahm im weiteren Verlauf des Abends die Ehrung der Mitglieder vor, die bereits 50 Jahre dem Verein angehören. Johannes Justus, August Krauß, Ernst Weisel, Friedrich Diehl und Joh. Gg. Scharf erhielten je ein Ehrendiplom. Die vom Führerstab der DT. vorgeschlagenen Einheitssatzungen wurden einstimmig angenommen. Dem Antrag des hiesigen Eisvereins auf Eingliederung in die Turngemeinde wurde stattge
geben. Bei der Wahl des Führers wurde der seitherige Vereinsführer Karl V o n - E i f f wiedergewählt. Er bestimmte sodann folgende Turner zur Mitarbeit im Vorstand: Friedrich Hofmann (Vereinsführer-Stellvertreter und Rechner), Wilh. S e m m l e r (Oberturnwart), Heinrich Reitz (1. Turnwart und Dietwart), Peter Eckert (2. Turn- wart), Walter Högy (1. Schwimmwart), Wilhelm Scharf (Eis-, Schwimm- und Gerätewart), Ludwig S ch u d t (Schrift- und Preffewart), Frieda Peter (Führerin der Turnerinnen). Ortsgruppenleiter Henze wies zum Schluß noch auf die Bedeutung der Turnsache im heutigen Staat hin und ermahnte besonders die Jugend, die Leibesübung zur körperlichen Ertüchtigung zu pflegen.
ch G r o ß - E i ch e n, 28. Febr. Gestern abend hielt der Turnverein bei Mitglied Gastwirt Merz eine außerordentliche Generalversammlung ab. Es wurde die neue Satzung der DT. besprochen und angenommen.
Kreis Alsfeld.
<£ Alsfeld, 1. März. Für ihren zweiten dies- winterlichen Vortragsabend hatte die hiesige Dürer- g e s e l l s ch a f t den Kunsthistoriker Dr. Mayer- Barkhausen von der Universität Gießen ein- geladen, der in einem hochinteressanten Vortrag über „Deutsche K a i s e r d o m e" sprach. Durch gute Lichtbilder unterstützt, gab der Redner ein anschauliches Bild über die Eigenarten und Schönheiten der deutschen Kaiserdome. Die herrlichen Bauten in Aachen, Magdeburg, Bamberg, Speyer, Mainz, Worms usw.'zogen als Künder mittelalterlichen Deutschtums und mittelalterlichen Kunstschaffens an den Besuchern vorüber, die zum Schlüsse Herrn Dr. Mayer-Barkhausen für seine wertvollen und lebendigen Ausführungen mit lebhaftem Beifall dankten. Der Dürergesellschaft gebührt immer wieder Dank und Anerkennung für die anregende Kulturarbeit, die sie durch Heranziehung namhafter Gelehrter der Landesuniversität in unserer Stadt leistet.
Kreis Bübingen.
LPD. Nidda, 1. März. Im Zuge der Vereinfachung des Sparkassenwesens und um die glatte Durchführung aller Bankgeschäfte zu gewährleisten, ist durch Verfügung des hessischen Staatsministers die Bezirkssparkasse Ortenberg der Bezirkssparkasse Nidda mit allen Äktiven und Passiven angegliedert worden. Die seitherigen Geschäfte der Bezirkssparkasse Ortenberg werden von der Bezirkssparkasse Nidda im Filialbetrieb weitergeführt.
ck. Nidda, 1. März. Im Rahmen des deutschen Volksbildungswerkes innerhalb des Kreises Büdingen sprach am Donnerstagabend im Saale des hiesigen Parteihauses Studienrat Dr. Pfaff (Büdingen), in einem Lichtbildervortrag über das Thema: „Bedrohte Pflanzen- und Tierwelt". Der Redner führte die Zuhörer im Bilde durch das ganze Reich und wies auf die Gegenden hin, in denen man in größeren geschlossenen Bezirken Versuche zur Einführung und Vermehrung der vor dem Aussterben stehenden größeren und kleineren Tiergattungen macht. Bedauerlicherwelse wären auch in unserer engeren Heimat, u. a. im Vogelsberg prächtige und inzwischen selten gewordene Schmetterlinge durch die Sammelwut, Wiesenpflanzen mit herrlichen Blüten durch leichtsinniges Ausreißen im Laufe der Zeit der Vernichtung preisgegeben, wenn nicht in letzter Stunde von feiten des Staates durch ein .Schutzgesetz Einhalt geboten worden wäre. Lebhafter Dank wurde dem Redner für den vortrefflichen Vortrag gezollt.
Lukas Böttcher und seine Musik zu „Salambo".
3ur bevorstehenden dritten Opernaufführung am Gießener Stadttheater.
Wir hatten dieser Tage Gelegenheit, uns im Gießener Stadtheater mit dem Komponisten Lukas Böttcher zu unterhalten und uns von ihm einiges über sich selbst und über sein musikalisches Schaffen erzählen zu lassen. Böttcher schrieb die Musik zu der Oper „S a l a m b o", Text von Aline Sanden nach F l a u b e r t s bekanntem Roman, welche demnächst unter der musikalischen Leitung des Komponisten in Gießen erstaufgeführt wird.
Lukas Böttcher entstammt einer alten Musikerfamilie aus dem Fränkischen; er ist, wie man bei der zwanglosen Unterhaltung an der vertrauten
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Mundart sogleich hören kann, geborener Frankfurter und hat hier bis zu seinem 40. Lebensjahre gelebt und als Musiklehrer gewirkt. Am Hochschen Konservatorium in seiner Vaterstadt erhielt er die erste Ausbildung und wurde dann ein Schüler des Komponisten Engelbert Humperdinck. Während des Krieges lebte Böttcher eine Zeitlang in der Schweiz, dann zwangen ihn Gesundheitsrücksichten zu einer längeren Pause in seinem musikalischen Schaffen. Später ist er eine Spielzeit lang als Korrepetitor am Stadttheater Halle tätig gewesen, kehrte aber bald wieder zum freien Beruf, zu seiner Lehrtätigkeit und zum eigenen Schaffen Zurück. Jetzt lebt er — seit 17 Jahren — in Bamberg.
Böttcher empfing seine ersten nachhaltigen musikalischen Eindrücke und Anregungen von Liszt und Wagner, hat sich aber, wie er uns erzählt, immer lieber bei Malern als bei Musikern aufgehalten, denn er steht auf dem Standpunkt: die
Kunst fängt erst da an, wo der Fachmann aufhört. (An gemeinsame Stunden mit Boehle und Thoma erinnert er sich noch heute mit Freuden.) Böttcher bekennt sich mit Entschiedenheit als Vertreter der tonalen Musik und steht infolgedessen bewußt in schroffem Gegensatz zu den musikalischen Bestrebungen der jüngstvergangenen Zeit. „Es givt für mich", so sagt er, „keine Musik ohne Melodie. Mein Schaffen ist ungekünstelt und völlig intuitiv; der Intellekt spielt keine Rolle. Was den Stoff betrifft, so ist er an sich gleichgültig, muß aber jedenfalls einen dramatischen Kern auf- weisen."
Aus Böttchers musikalischem Schaffen seien hier genannt das bereits aufgeführte Chorwerk „C h riftop h o r u s" mit eigenem Text, die einaktige Oper „fiagunenfieber", ebenfalls mit eigenem Text, weiterhin eine Bearbeitung der vor kurzem aufgefundenen und in Bamberg uraufgeführten Oper „A u r o r a" von E. T. A. Hoffmann. Als sein eigentliches Lebenswerk nennt Böttcher die Oper „C a n o f f a", Text von Christian G a h r. Böttcher hat übrigens noch mehrere ausgesprochen altdeutsche Stoffe behandelt, so eine Oper „Hildebrand" nach dem althochdeutschen Fragment des Hildebrandliedes und andere wesensähnliche Themen wie zum Beispiel den „Heliand" und das „Muspilli." In Kassel fand erst kürzlich die Uraufführung feine Chorwerkes „Des G e i st e s Schwert" statt, in welchem Böttcher seine Forderung nach einer Neugeburt des deutschen Menschen zum Ausdruck gebracht hat.
Die Oper „Salambo", deren Aufführung (Spielleitung: Paul W r e d e) gegenwärtig am Stadttheater vorbereitet wird, ist im Jahre 1920 in Altenburg uraufgeführt worden, gleichzeitig mit einem anderen Werk Böttchers, dem Gottesminnelied des Walther von der Vogelweide für Soli, Chor und Orchester. Die Bekanntschaft mit dem Textbuch zu „Salambo" verdankt Böttcher einer persönlichen Begegnung mit der auch als Sängerin geschätzten Verfasserin des Buches während eines Aufenthaltes in Brückenau, wo er Aline Sanden in einem Konzert am Flügel begleitete. Die Oper „Salambo" ist übrigens, wie der Komponist bemerkt, der einzige exotische Stoff, den er bisher behandelt hat, während er sonst, wie aus der Aufzählung seiner wichtigsten Arbeiten bereits hervor- ging, ausgesprochen völkische Themen bevorzugt hat. Diese Einstellung war seinem Schaffen in den vergangenen Jahren nicht günstig, und Böttcher hatte als Komponist, wie er selber sagt, bei d-r damals herrschenden Auffassung wenig Erfolg, er hat auch selber kaum je etwas für den äußeren Erfolg seiner Musik getan, denn er ist, was seine Arbeit betrifft, der Ansicht: wenn sie etwas taugt, wird sie schon von selbst ihren Weg machen, andernfalls ist es notwendig, daß sie untergeht.
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