Ausgabe 
2.3.1935
 
Einzelbild herunterladen

Oer Führer und Reichskanzler spricht auf -er großen Befreiungskundgebung in Saarbrücken

Der Höhepunkt des Soarbefreiungstages war jene große Massenkundgebung, die in dem schönen Rah­men des Rathausvorplatzes im Dämmer des Abends stattfand. Als um 18 Uhr der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß auf den Rathausbal­kon heraustrat, um als erster den Saarländern seine Grüße zu bringen, da waren nicht nur der Rat­hausplatz und seine Umgebung, sondern auch die an­grenzenden Straßen weithin so beängstigend gefüllt, daß die Polizei olle Mühe hatte, Luft zu schaffen, um Unfällen vorzubeuaen. Die Begeisterung der Menschen kannte keine Grenzen, und wenn sie auch noch ss dicht gedrängt standen und alle Unbequem­lichkeiten in Kauf nehmen mußten, ihre Augen hingen gebannt am Rathausbalkon, wo sie nun bald den Führer von Angesicht zu Angesicht sehen würden. Auffällig in der Menge, die vielen Berg- und Hüttenarbeiter, kantige Gesichter, wie sie die schwere Erde des Saarlandes hervorbringt. Aber je ärmer, um so treuer. Selbst der strömende Regen konnte dieses Menschenmeer an keiner Stelle auch nur im geringsten lichten.

Der Stellvertreter des Führers,

Reichsminister R u d o l f H e ß führte als erster aus:

Meine deutschen Volksgenossen und -genossinnen der Saar! Das deutsche Volk begeht heute einen der schönsten Feiertage seiner Geschichte. In Einmütig­keit feiert ganz Deutschland dankbar und stolz d i e Rückkehr der Saar zum deutschen Mut­ter lande, die Rückkehr auf Grund des eindrucks­vollen Bekenntnisses vom historischen 13. Januar 1935, da vor der Welt für alle Zukunft unumstöß­lich dokumentiert wurde: D i e S a a r i st deutsch, die Saar bleibt deutsch! (Starker Beifall.) Meine Volksgenossen! Ich bin glücklich, hier im Saarlande den friedlichen deutschen Sieg feiern zu dürfen. Und ich bin stolz darauf, euch Saar­

ländern den Dank Deutschlands erneut sagen zu dürfen für den 15jährigen Kampf um euer Deutschsein, den Dank sagen zu dürfen für die geschichtlich vorbildliche Haltung, in der ihr das Leid der vergangenen anderthalb Jahr­zehnte getragen habt, getragen habt für eure engere Heimat und für unser aller Heimat, für Deutschland.

Welch eine Wandlung, seit ich dieses Land und diese Stadt zum letzten Male sah! Welch eine ver­zweifelte Stimmung damals in den er st en Novembertagen 1918, in diesen schwärzesten Tagen deutscher Geschichte! Wenige Stunden bevor der Franzose hier in Saarbrücke einrückte, verließ ich diese Stadt in meinem Jagdeinsitzer von dem Flugplatz hier, St. Arnual, tieftraurigen Herzens und der Verzweiflung nahe, ob des Unglücks und der Schande meines Landes. Ich ahnte nicht, welch unerhörtes Glück in mir fein würde an dem Tage, da ich zum ersten Male dies deutsche Land hier wiedersehe. Heut' ist dieser Tag.

Ihr Saarländer wurdet von uns gerissen in Zeiten der tiefsten Schmach Deutschlands. Und ihr kehrt zu uns zurück in einer Zeit, da Deutschland seine Ehre wieder erreicht. Ihr kehrt zurück, da das deutsche Volk wieder zu sich selbst gefunden hat. Ihr kehrt zurück, da Deutschland wieder zu einer Macht aufsteigt und geachtet wird von der übrigen Welt. Die Ehre fand es wieder und die Voraussetzungen für ein neues Aufblühen schuf es sich wieder, weil ein Führer kam, der wahrhaft zu führen verstand. Zu diesem Manne, der heute Deutschland ist, habt ihr euch bekannt, indem ihr eure Stimme unserer großen gemeinsamen Heimat gabt.

Deutschlands Sorgenkind wurde Deutschlands Lieblingskind.

Wie der Führer so habt auch Ihr für Deutschland gesiegt.

Vor kurzem noch hieß es, die Saar wolle zu Deutschland zurück, nicht aber zum Deutschland Adolf Hitlers. Und wir sind daher denen dankbar, die bei der Abstimmung auch die Frage aufgeworfen haben, ob das Saarland einen neuen Entscheid über sein Schicksal zu einem späteren Zeitpunkt treffen wolle. Und wie war das Ergebnis? lieber 90 v. H. haben sich zum Deutschland Adolf Hitlers bekannt! (Lebhafter Beifall!) Die Welt hat die geschichtliche Bedeutung dieser Abstimmung begriffen, die geschichtliche Bedeutung nicht nur für Deutschland, sondern gerade auch für den Nationalsozialismus. So war es gut, daß die Gegenseite das großzügige und hochherzige Angebot des Führers, die selbst- verständllche Rückkehr der Saar zu Deutschland ohne Abstimmung durch einen kurzen Vertragsakt zu vollziehen, nicht annahm. Der Welt wäre andern­falls nicht in so klarer und eindrucksvoller Weise der wirkliche Wille des Saarvolkes und die un­bestreitbare Tatsache, daß die Deutschen n a t i o - nalsozialistisch regiert sein wollen, vor Augen geführt worden.

Die Saarabstimmung ist von größerer Bedeu­tung für den Frieden geworden, als es von allen Seiten vorausgesehen werden konnte, weil durch sie die bis dahin immer wieder von außen bestrittene Tatsache der Well vor Augen geführt wurde, daß die Deutschen frei­willig und aus Ueberzeugung TI a - tionalsozialislen sind und das national­sozialistische Regiment unerschütterlich st e h t, komme was da wolle! (Bravorufe.) Seit der Saarabstimmung bleibt der Welt nichts anderes übrig, als diese Tatsache anzu­erkennen, sich mit ihr abzufinden und die prak­

tischen Folgerungen daraus zu ziehen. Die praktischen Folgerungen aber sind: Wege zu finden, um zu diesem großen Volk in Mit­teleuropa das Verhältnis vertrauens­voller Zusammenarbeit herzustellen, welches dieses Volk und sein Führer im Inter­esse des Friedens wünschen. Der Führer hat den anderen großen Rationen Wege zu die­sem Ziele gewiesen, und es scheint, als ob seit der Saarabstimmung die Bereitschaft bei ihnen zugenommen hat, solche Wege zu gehen, um in gemeinsamer Anstrengung die Befriedung Europas herbeizuführen.

Dieser Beitrag zur allgemeinen Beruhigung, diese Förderung des Willens zur Aussöhnung zwi­schen den Völkern, das ist das große Ge­schenk, welches ihr Saarländer durch eure Ab­stimmung Deutschland und der gequälten Mensch­heit gebracht habt! Meine Volksgenossen! 15 Jahre lang ist das Saarland Deutschlands Sor­genkind gewesen. Aber es ist in diesen 15 Jah­ren auch Deutschlands Lieblingskind geworden. Und es ist geschichtlich symbolisch, daß ihr Saarländer die gleichen 15 Jahre für Deutsch­land gekämpft habt, in denen der Führer um Deutschland kämpfte. Und wie der Führer siegte für Deutschland, so habt ihr für Deutsch­land gesiegt. (Beifall.) Und wie das deutsche Volk dem Führer dankt, so dankt es euch. Es dankt euch, daß die deutsche Saar wieder fest in Deutschlands Grenzen ruht. Wir grüßen die deutsche Saar! Stimmt mit mir ein: Deut­sches Saarland und sein Führer, der Führer Deutschlands, Sieg-Heil, Sieg-Heil, Sieg-Heil!

Hr seid Soldaten des Friedens geworden.

Einer stand auf und Ihr habt Euch zu ihm bekannt und damit ein Bekenntnis zum unsterblichen Deutschland abgelegt.

Äeichsmimster Dr. Goebbels wurde mit einem besonderen Applaus begrüßt. Er rüttelte die Hunderttausende auf und bereitete den Boden für die Rede des Führers. Er sagte u. a.: Ein großer festlicher Tag versinkt eben im Nebel des Abends, ein festlicher Tag, an dem nicht nur das Saarvolk, an dem die aan^e deutsche Nation innigsten und herzlichsten Anteil genommen hat. Mit verhaltenem Atem haben die 66 Millionen in den Grenzen des Reiches euren Kampf um ein aufrechtes und stolzes Bekenntnis zur deutschen Nation beobachtet und verfolgt, und niemals ging ein hellerer Jubel und eine tiefere Freude durch das ganze deutsche Land als in jener Stunde, da über alle Sender der Nation mitgeteilt wurde, daß das Saarvolk sich geschlossen und ein­mütig zum Reich und damit zum n a t i o - nalsozialistischen Regime und zu Adolf Hitler bekannt hatte. Dieses Bekenntnis war um so höher zu bewerten, als es in einem Zeitpunkt abgelegt wurde, da die ganze Welt sich Gegen Deutschland und ben National­sozialismus verschworen zu haben schien. Diese Provinz war geradezu zu einer Zufluchts- stätte all der Elemente geworden, die durch die nationalsozialistische Machtergreifung aus dem Reiche vertrieben wurden, die bei Nacht und Nebel ihr Vaterland und die von ihnen verführten Klassengenossen im Stiche ließen, um hier auf dem heißen Boden des Saargebietes erneut ihre Sabo­tagearbeit gegen Deutschland und gegen das deutsche Volk aufzunehmen. Es war vielleicht der ent­scheidendste Fehler jener Emigrantenelemente, die euch der Heimat abtrünnig machen wollten, daß sie den Kampf auf eine materielle Basis abzusckieben versuchten und daß sie damit dem Appell an das Herz und an das Blut, den der Natio­nalsozialismus erhob, nicht mehr gewachsen jein konnten.

Es war die Absicht jenes Versailler sogenannten Friedensvertrages (Pfuirufe), das Saargebiet als ewigen Zankapfel zwischen Deutsch­land und Frankreich zu legen. (Erneute Pfui­rufe.) Ihr Brüder und Schwestern von der Saar habt durch euer einmütiges Bekenntnis zum Reich diese Absicht zuschanden gemacht. Ihr habt dem Führer die Möglich- keit gegeben, dieses Bekenntnis zur Basis einer neuen europäischen Verstän- d i g u n g und einer besseren Ordnung Europas auszugestalten. (Bravorufe.) Damit seid ihr Soldaten des Friedens geworden. Ihr habt dem Reich und dem ganzen Erdteil einen Dienst getan, und jene vielen Willionen, die in dieser denkwürdigen Stunde mit euch Zehn­tausenden hier auf dem Marktplatz in Saar­brücken draußen im Reich über die Wellen des Aethers verbunden sind, jene vielen Willionen danken euch dafür, und die ganze Ration breitet weit ihre Arme aus, um euch wieder zum Reich zurückzunehmen. So aber wie wir stolz sind auf euch, so Wänner und Frauen, könnt ihr stolz sein auf das Reich, zu dem ihr zurückkehrt. (Beifall.) Denn es ist nicht mehr jene gebemütigte Gelb­republik, die aus dem Versailler Vertrag hervor­gegangen ist (Beifall), es ist ein Reich b e r Ehre unb b e r Arbeit geworben. Ihr habt es von ben Tribünen dieses Platzes am heutigen Nachmittag gesehen, wie Tausenbe junger deutscher Männer in ber braunen Uniform bes Arbeitsbienstes mit geschultertem Spaten an euren Augen vorbei­marschierten. Es sind biefelben Männer^ bie, wäre Adolf Hitler nicht gekommen, im Reich dem Elenb unb ber Verzweiflung preisgegeben wären. Beim Anblick dieser Männer muß auch euch die Erkenntnis aufgegangea feint

Es ist eine neue Zeit angebrochen, und wir werden diese neue Zeit mei­nem. Einer stand auf und hat die Ration vom Abgrund zurückgerissen, einer stand auf und hat ihr wieder Wachtbewußtsein eingepflanzt. Er gab ihr die Ehre zurück und gab ihr zurück eine neue Wertung der Arbeit. Zu ihm habt ihr euch bekannt, indem ihr ein Vekentnis zum unsterblichen Deutschland ablegtet, und wenn der Führer zu euch kam, so um euch seinen Dank auszusprechen für dieses Bekenntnis. (Beifall.)» Und wenn er euch dankt, dann dankt euch damit die deutsche Ration, denn er tritt nicht vor euch hin als Vertreter eines parlamentarischen Interefsenhaufens oder einer demokratisch-mar­xistischen Partei. Er steht vor euch als der Re­präsentant eines ganzen Volkes. Wenn er euch die Hand entgegenhält, so ist es die Hand der ganzen Ration, und wenn er euch in den Be­

stand des Reiches zurücknimmt, so drückt damit das ganze deutsche Volk euch an sein Herz.

Mit Stolz nimmt es diese Provinz in seinen Bestand zurück. Ihr sollt Brüder werden eines wirklichen Volkes von Brüdern, ihr sollt eingehen in den Bestand einer deutschen Nation, und ihr sollt Teilhaber werden jenes deutschen Wunders, das durch Adolf Hitler Wirklichkeit geworden ist. Volk kehrt nun heim zum Volk, Land wird neu einverleibt im Reiche. Die fremden Fahnen find von den Masten heruntergegangen (lebhafter Beifall) und hochge­gangen ist das stolze Banner der deutschen Revo­lution, das stolze Banner des neuerwachten deut­schen Volkes. Dieses Volk ist im Führer zu euch gekommen, dieses Volk vereinigt sich mit euch, so wie ihr euch mit ihm vereinigen wollt. Diesem Volk gilt unser Gruß und gilt unser Bekenntnis, indem wir rufen: Es lebe die Nation! Es lebe das ewige Deutschland! Das Volk und das Reich: Sieg- Heil, Sieg-Heil, Sieg-Heil!

Des Saarvolks Mrsch ins nationalsozialUsche Denlschland. Das Saarland soll der Eckpfeiler werden im Westen des Reichs.

Reichskommissar Sürckel

den das Saarvolk als den Befreier des Saarlandes betrachtet, richtete dann ebenfalls an die Saar­länder, die er durch sein Beispiel der Tat zu Natio­nalsozialisten gsrnacht hatte, Worte des Dankes und eine Mahnung zur Treue. Er führte u. a. aus: Der 13. Januar ist außenpolitisch gesehen e i n völkisches (Stempel, das die Saarländer als Teil des deutschen Volkes der Geschichte und der Welt statuierten. Der Urteilsspruch von Versailles, hinter dem der Gedanke stand, man könnte aus Deutschen Nichtdeutsche machen, wurde eindeutig ad absurdum geführt. Der Friede wird erst dann gesichert sein, wenn von der politischen Welt aner­kannt wird, daß die Vergewaltigung natürlicher Gesetze immer ein Verbrechen am Frieden bleibt. Der Nationalsozialismus kam den Gegnern Deutsch­lands gerade recht, um ihn als stärkstes Propa­gandamittel für die Loslösung der Saar einzusetzen, aber die Spekulation war falsch. Das gesteigerte Maß von Haß führte zu einer gesteigerten Besin­nung auf die Stimme des eigenen Blutes. Gegen die aufgestellte Parole:Alles für Deutschland, nie zu Hitler" erstand die Gegenparole:Erst recht für Deutschland, weil es einen Hitler hat". (Bravo­rufe.) Marxisten, Kommunisten und konfessionell festgelegte Separatisten haben das Verdienst gehabt, die Saarfrage zu einer Angelegenheit des Nationalsozialismus gestempelt zu haben. Unb so, wie unsere Weltanschauung wuchs, wuchs mit ihr ein fester Glaube an Deutschland

Um bie Einheit voll burchzusühren, brauche ich Sie, deutsche Männer unb Frauen, als Bundes- genoffen. Sie tun den heutigen Schritt nach Deutsch­land, indem Sie über den Schutthaufen der Par­teien Hinwegmarschieren. Klassendünkel und uner­füllbarer Drang nach Besserstellung, die der Mar­xismus großzüchtete, haben ihre Rechte im neuen Deutschland verwirkt. Das gilt künftig auch hier an der Saar. Alle könyen somit an der Saar Volks­genossen sein, wenn sie sich frei machen von dem Glauben, daß sie auf Grund von Vermögen und Titel ihren eigenen Weg gehen könnten.

Wer sich nicht zu uns bekennen kann, der soll ehrlich sein. Wer uns nicht liebt, soll uns hassen. Das ist das Männliche, weil zwischen Liede und Haß doch nur die politische Lüge liegt. Die Partei an der Saar, die nunmehr gegründet wird, ist nicht anzusehen als die einzige Zusam­menfassung derjenigen, die am deutsche- st e n sich verhielten, sondern sie wird in ihrer zu­nächst beschränkten Zahl eine einzige große Verpflichtung gegenüber all den anderen gleichwertigen Männern an der Saar darstellen. Die Vorbereitung des nationalsozialisti­sche Gedankengutes hier an der Saar werden diese Männer vorwärts zu tragen haben. Helfer zu fein, damit allen geholfen wird, das ist der Sinn der

NSDAP, hier an der Saar. Kein ernster Deutscher wird deshalb an der Saar den Gefolgsmannen Adolf Hitlers das Bannertragen streitig machen.

Eine letzte Frage, die sich aus den letzten Kampf­monaten ergibt, ist die Religions - bzw. Kir­ch e n f r a g e. Ich habe die Zuversicht, daß wir hier in diesem Gau es zuwege bringen, daß Kirchs und Bewegung jede an ihrem Platze zum Segen des Volkes ihre Aufgaben er­füllen. Wenn die Kirche für das Vaterland betet, dann wird sich auch das Vaterland in der Kirche wohlfühlen. Das können Protestanten in ihrem Got­teshaus, das können Katholiken in dem ihrigen. Gewiß ist eines, daß dieses Gebet ein - und der­selbe Herrgott vernehmen wird, den w i r Deutschen alle gemeinsam haben. (Bravo.)

Ich weiß, daß zu dieser Stunde sehr viele mit Schamröte im Gesicht und vorwurfsvoller Bit­terkeit unserer Feier zu Haufe beiwohnen. Diese erheben die Frage: Wie steht es nun um uns? Ich will diese Frage beantworten: Wir können euch nicht so behandeln, als ob ihr schon die unsrigen wärt. Aber Rachege­fühle kennen wir gegenüber dem Unterlegenen nicht. Als Gegner habt ihr allerdings nicht den Kampf mit fotch ritter­lichen Mitteln geführt, als daß wir verpflichtet wären, euch den Degen zu belassen. (Beifall.) Ihr mögt für das erste f e l b st mit euch fertig werden. Eure Auftraggeber haben die 30 Silberlinge eingesteckt und feige das Weite gesucht. Ihr, die ihr hiergeblieben seid, versucht, den Ehrentitel als Volks­genossen in den nächsten Iahren euch wieder zu verdienen.

Trotz so mancher Schlagwetter unb Einstürze haben bie Treuesten ber Nation unermüdlich um den ein­zigen Schatz gerungen, den Deutschland braucht für seine Existenz: Um die Einigkeit. Adolf Hitler ist es gelungen, dieses Geschenk des Himmels nun­mehr endgültig aus dem Schacht einer reichen ge­schichtlichen Vergangenheit zum deutschen Tage zu fördern. Wir haben das Glück, Zeugen und Träger dieses großen Geschehens zu sein. Ihr an der Saar habt dabei das große Verdienst, der Welt am 13. Januar diesen deutschen Willen, dem die deut­sche Zukunft gehört, zu proklamieren. Aus eurem unerschütterlichen Bekenntnis heraus soll hier der Eckpfeiler im Westen des Reiches erstehen, auf dem Fundament der Treue, gefestigt im Glauben an die Unvergänglichkeit unseres Volkes. Das zu vollenden sei unser Gelöbnis: Unser ewiges Gebet aber heißt immer und immerfort: Gott er* halte uns den Führer! (Stürmischer Bei" fall.)

Der Führer spricht zum Saarvolk.

Jetzt kündigte ein Trompetensignal bie Rebe des Führers an. In diesem Augenblick preßten die Massen sich noch einmal fester zusammen. Tau- sende wollten von weitem einige Worte der Führer­rede zu hören. An vielen Stellen wurden die Laut­sprecher in die Fenster gestellt, damit auch die auf der Straße Harrenden den Führer hören konnten. Es ist dunkel geworben. Die Fronten ber Häuser am Rathausplatze, das Rathaus selbst, und die Johanniskirche erstrahlen im Glanz von Zehntau­senden von Glühbirnen. Jeder, der diese Stunde, da ber Führer im nun für alle Zeiten befreiten Saar­gebiet zum ersten Male zum Volke sprach, mit er­leben bürste, wirb sie als einen Gewinn für sein ganzes Leben unb eine seiner schönen Erinnerun­gen für ewige Zeiten bewahren. Denn er hat wahr­haft einen historischen Moment erlebt. Nun tritt ber Führer hinaus auf ben Balkon. Minutenlang ist bas Volk nicht mehr zu halten. Die Liebe unb Begeisterung wirkt wie eine flammenbe heilige Lohe, bie aus dieser dichten Masse emporschläat. Nun tritt Ruhe ein. ,

Der Führer beginnt:

Deutsche! Volksgenossen und Volksgenossinnen!

Vor zwei Jahren, 1933, redete ich zum ersten Male vor vielen zehntausenden Saarländern am Niederwalddenkmal. Damals, noch inmitten des schwersten Kampfes zur Durchsetzung unserer Ge­danken und Grundsätze im neuen Deutschland, er­füllt von banger Sorge um die Zukunft des Saar­landes. Ein Jahr später, da traf ich schon Hun­derttausende in Koblenz. Wieder bewegte mich __

und wohl Sie alle tiefe Sorge um die Zukunft dieses dem Reiche entrissenen Gebietes. Damals gaben wir uns gegenseitig zwei Versprechen:

Ihr habt mir versprochen, daß, wenn die Stunde kommt, ihr eintreten werdet Wann um

Mann und Frau um Frau für Deutschland! (Bravorufe.) Ihr habt euer Gelöbnis gehalten! Ich gab euch das Versprechen, daß Deutschland von euch nicht lassen wird, niemals und nim­mer! Und Deutschland hat sein Versprechen desgleichen eingelüst. Und beide Male konnte ich euch aus ganzem herzen versichern, daß ich glücklich sein werde, am ersten Tage, der es mir möglich macht, euren Besuch zu vergelten. (Bravo sich wiederholende stürmische Heil­rufe.) Damals versprach ich euch, in den ersten Stunden eurer Freiheit zu euch zu kommen, und nun bin ich glücklich, mitten unter euch zu sein. (Stürmische Heilrufe.) Ich glaube, wir alle dürfen dem Himmel danken, daß er es er­möglicht hat, daß unsere dritte Begegnung nicht euch als Gäste im Reich sah, sondern daß nun ich als des Reiches Kanzler und euer Führer zu euch in eure Heimat in unser deut­sches Saarland kommen konnte. (Lebhafter

Beifall.)

Es ist der letzte Termin, den internationale Instan­zen für eine Kundgebung in diesem Gebiet an­setzen konnten. Und ich glaube, daß sich deshalb auch der Himmel verhängte und es regnen ließ. Wir sind durch diesen Regen nicht gestört worden, denn wenn auch der Himmel weint, heute haben wir die Sonne in unserem eigenen Herz gehabt. Wir alle sind so überglücklich, an diesem Glückstag teilnehmen zu können. In dieser Minute hören ja unzählige Millionen Deutsche im ganzen Reiche mit. E i n Glückstag für dis ganze Nation. Don hier bis Hamburg, von Westdeutschland bis nach Königsberg, überall dis gleiche Empfindung: Endlich, endlich seid ihr wieder bei uns.