Ausgabe 
2.2.1935
 
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Jugend und Hochschule.

d Verleger al- Gaste b-, von da ihr- Art, ihren Sinn, ihre Bestimmung genaue K-nntm- d» Buch- 5. Der Gang der Geschichte ist nicht ein -fort. .tn,s ,-mer geschäftlichen Be- schreiten der Menschheit oder des Volkes zu einem

Wir haben damit noch nicht alle genannt, die wert sind, im Kameradschaftshaus immer aufs neue durchgearbeitet zu werden. Besonders müssen wir noch auf die ReiheDeutsche Volkheit" des Eugen-Diederichs-Verlag Hinweisen,

Es ist für die Kameradschaftshäuser zu beachten, daß sie nicht nur das Buch allein betrachten und würdigen. Das Kameradschaftshaus sollte oft Buchhändler und Verleger als Gäste bei r:J r f)en. Wie eine ( «... - -

3. Wissenschaft ruht nicht auf einem Mechanismus und Apparat reiner und automatisch arbeitender Vernunftformen (den Kantischen Formen der An­schauung, Kategorien und regulativen Ideen), son­dern ihre rationalen Grundformen und kategorialen Begriffe werden jeweils gemäß Lage und Aufgabe, gemäß Ziel und Weg aus den unerschöpflichen Gründen des Menschentums und der Rasse neu heraufgeführt, neu herausgeformt. Es gibt nicht die reine Vernunft" und dieabsolute Wissenschaft", sondern es gibt die für unsere Rasse, unser Volk, unsere geschichtliche Lage und Aufgabe gültige Ver­nunft, Wissenschaft und Wahrerkenntnis. Darum auch die entsprechende Wissenschaftslehre.

4 Vernunft, Wissenschaft, Wahrheit, Methode, Kategorie Gegenstand der Erkenntnis, Individuum 'lnd '»aufgehobene Momente" (Hegel) an unserem völkisch - politischen Lebensganzen und empfangen

hier gilt dasselbe wie an der Eiswand: war der eine ein Feigling, so mußten auch die anderen dafür büßen. Und konnte sich dieses Erlebnis auch nicht mit dem des Grabens und Trichterfeldes messen, so ist es für uns dennoch ein Prüfstein gewesen' den wir in der heutigen Zeit, die diesen Kampf nicht mehr kennt, vermissen. Denn all denen, die nach dem errungenen Siege zu uns stießen, können wir deshalb nicht mit dieser inneren Kameradschaft entgegentreten, die bei uns durch die Gefahren des Todes gegangen ist. Daher müssen wir uns nach etwas anderem umsehen, was dem lebendigen Er­lebnis nahe zu kommen vermag. Und das ist, um auf das Wort vom geistigen Aufgebot zurückzukom­men, die geistig-sittliche Auslese. Richt daß es hier­bei auf Hirnsubstanz ankäme, nein, der Geist vom Geiste derer, die vor Langemarck starben, ist das Entscheidende! Wer ihn in sich trägt, der soll Vor­kämpfer der Jugend sein; wer sich zu ihm bekennt, soll mithelfen dürfen am Bau unseres Voltes; wer für ihn zu sterben bereit ist, soll teilhaben an der urgewaltigen Macht des Mythos vom Reich.

3u$enb von Langemarck! Dich ruft eine neue Ge­neration. Sei uns der Helfer und Mahner, wir wollen dir folgen; denn Deutschland soll leben, auch wenn wir sterben müssen!

Stimme der Jugend.

Don Frih von (Knqetbrechien.

Unter dem TitelStimme der Jugend" veröffentlicht Fritz von Engelbrechten im neuesten Heft desInneren Reichs" einen Aufsatz über Willen und Weg der jungen Generation, dem wir mit Erlaubnis des Ver­lags Albert Langen/Georg Müller, München, den folgenden Abschnitt entnehmen.

Jugend ist das Aufgebot geistig-sittlicher Wehr­haftigkeit. Das ist das Wort, das uns gilt, denen es nicht vergönnt war, die Liebe zu unserem Volke unter den Beweis des Todes zu stellen. Geistiges Aufgebot! Das ist die Pflicht, nach deren Erfüllung wir dann das Vorrecht besitzen, die Jugend unseres Volkes zu heißen; das ist der Maßstab, nach dem uns dereinst spätere Generationen beurteilen werden.

Oie Bücherei im Kameradschastshaus

Bausteine zur geistigen Schulung der jungen Mannschaft.

Von Heinz Siecke.

und Verstand für das weite Gebiet der Vorgeschichte, sich seh,... ............ ............

__Werk,Die große Fahrt", das I Marktes auch die Kenntnis seiner geschäftlichen

seiner Musik auf der Nürnberger Festwiese), und das Volk singt sich Kunstmelodien zurecht, wie Mozarts RokokoliedKomm lieber Mai" oder SchubertsAm Brunnen vor dem Tore" Volks- und Kunstmusik durchdringen sich also gegen-' fettig und sind nicht dem Wesen, sondern nur dem Grade nach verschieden; ihre Begriffe bezeichnen nicht entgegengesetzte Werte, sondern verschiedene Höhenlagen derselben Erscheinung: Volksmusik ist nicht minderwertige Kunstmusik, und Kunstmusik ist nicht übersteigerte Volksmusik; sie sind vielmehr vergleichbar dem Hügelland und Hochgebirge die ja auch nicht minderwertiges und entartetes Mittel­gebirge sind. Da aber Kunst- und Volksmusik bei verschiedener Höhenlage im Grunde wesensgleich sind, unterliegen sie in dem, was ihnen gemeinsam ist, denselben Gesetzen und Ansprüchen: auch Volks- musik erfordert Sttl, Ausdruckskraft, Form ihre Wiedergabe Genauigkeit, Reinheit, Abtönung'. Das alles aber wachst nicht amt seinen bedingenden Vor- aussetzungen von selbst, sondern bedarf ständiger erziehenscher Pflege: V o l k s m u s i k e r z i e h u n g .st die grundlegende erste Stufe im Aufbau de? planmäßigen Musikerziehung. Immer wächst diese da Kunst- und Volksmusik nur verschiedene Höhen­lagen derselben Kulturerscheinung sind, bis zu e.nem gewissen Grade in das Eigengebiet der Kunst- Musikerziehung hinein. Don dieser werden wir aber nur da spreche^ wo das Ziel ist, auch die großen Werke unserer Meister zu verstehen und wiede?geben oder gar in eigenen Schöpfungen fortieken iu bellen« Hierbei wird die Trz7ehu"ng t/Äft^n Berufs Musikers immer im ganzen um assen- müllen^s«'Ä^n eingehender s?in können und müssen als die auch des ernstesten Musiklieb- habers. Damit ist aber nicht gesagt daß diese daher leichter zu nehmen fei. 3 m SrÄL®«** "n'-r-r musikalischen Kultur ist f° "le der ausübende

und schöpfensche Musiker.

Dingungen, Sorgen und Nöte, wertvolle kultur­politische Erkenntnisse vermittelt, so vermitteln auch das Leben und Treiben, die Meinungen und Be­trachtungen der jungen studentischen Mannschaft dem Verleger und auch dem Buchhändler ähnliche Er­kenntnisse. Für einige Gebiete des Schaffens ist eine solche enge Verbindung unbedingt zu fordern. So z. B. für das Gebiet der Volks spiele, Laienspiele, Gruppenspiele, chorische Spiele u. a. Mit. dem Werden auf diesem Gebiet sollte die Ka­meradschaft eines Houses, die nach den neuesten Bestimmungen der Deutschen Studentenschaft für die Volkskulturarbeit in den Landschaften Spiele braucht, immer die Verbindung zu den Verlagen halten, die auf diesem Gebiet besonders arbeiten.

Ein weiteres Gebiet für die Bücherei des Ka- meradfchaftshauses find die Dichtungen aus der Mannschaft selbst. Zunächst sind die Gedichte Baldur d. Schirachs zu nennen und die von Anacker. Es sind solche aus der nationalsozialistischen Kampf- generation, und zwar aus dem studentischen Ab­schnitt des Kampfes um die Erneuerung, wenn wir Baldur von Schirach nennen. Dazu kommen heute die lyrischen Arbeiten Gerhard Schumanns und Herbert Böhmes, von denen schon Gedicht­bände vorliegen,Ein Weg führt ins Ganze" vom ersteren undMorgenrot, Deutschland" undGe- dichte" vom anderen. Daneben gibt es sehr viele Schaffensversuche auf neuen Wegen von anderen jüngeren Dichtern. Es sei auf E. W. Möller und auf Walther Eckart verwiesen. Auch mit diesem Schaffen sollte sich die Mannschaft des Kamerad­schaftshauses besonders auseinandersetzen.

Wissenschaft und Weltanschauung

Von Or. Ernst Krieck, o.ö. Professor der Philosophie an der Universität Heidelberg.

Mit der nationalsozialistischen Revolution ist das Prinzip der völkisch-politischen Lebensganzheit zum siegreichen Durchbruch gekommen; es faßt Söelt- anschauuntz und Lebenswirklichkeit zu einer neuen Sinneinheit zusammen und gilt maßgebend auch für Religion, Wissenschaft und Kunst. Alles einzelne Menschentum, alle gemeinschaftliche Lebensfunktion, alle Sozialordnung ist Teilganzes, Glied an einem höheren Lebensganzen, an einer übergeordneten, in sich autonomen und autarken Lebenseinheit: dem Volksganzen. Alles Gliedhafte auch die Persön­lichkeit behält darin seine Eigengesetzlichkeit; das unterscheidet organisches Leben vom Kollektiv, ist aber überhöht vom Gesetz des Ganzen, aus dem es herstammt, dem es dient und in dem es feine eigene Erfüllung findet.

I Als Jugend leiten wir auch dieses aus dem ge­meinsamen Naturerlebnis her und greifen auch hier auf das Beispiel des Hochgebirges zurück, weil es uns das eindeutigste Gleichnis dafür gibt: Drei Menschen gehen am Seil, sind durch das Seil auf dem Eise des Gletschers für Leben und Tod mit­einander verbunden. Fällt der eine, so stürzen auch die beiden anderen; ist der eine Feigling, müssen auch die andern dafür büßen. So ist diese Kamerad- schäft im kleinen das beste Sinnbild für die Schick­salsgemeinschaft im großen. Denn auch dann, wenn das Band nicht mehr die Körper aneinander bindet, sind die Herzen trotzdem einander verhaftet und werden sich, wenn sie nur einmal dem Tode ge- meinsam ins Angesicht schauten, niemals wieder lösen können.

Haben wir, die wir den großen Krieg nicht aktiv miterleben durften, auch nie die höchste Stufe der Kameradschaft die soldatische kennengelernt, so haben wir doch, oder wenigstens die meisten von uns, den Nachkrieg erlebt. In diesen Jahren sind wir m unfern Wehroerbänden in eine Kamerad­schaft gestellt worden, die nicht selten durch Blut und Tod besiegelt wurde. Wenn wir in den roten Bezirken unserer Großstädte wirkten, mußte sich jeder auf den andern verlassen können; denn gerade

hinaus und hat eine notwendige, aber durchaus nur dienende Stellung in der Musikerziehung. Denn Erziehung ist mehr als Unterricht; sie ist Wesens­formung und Hineinbildung des Nachwuchses in unser Volkstum. Musikerziehung hat also das nach­wachsende Geschlecht so zu bilden, daß es neben anderen Gütern auch Musik als wesentlichen Lebensinhalt in sich aufnimmt und demnach unsere überkommene musikalische Kultur aufrecht­zuerhalten und fortzusetzen imstande ist.

Musikalische Kultur offenbart sich in Entstehung und Pflege nicht nur großer Meisterwerke, sondern auch einfacher Sing- und Spielmusik, die jeder ver­steht und auszuüben befähigt werden kann. Mit Recht betont man heute wenn auch nicht immer mit richtigem Bezug, daß musikalische Volkskultur der Mutterboden aller künstleri­schen Musikkultur eines Volkes ist. Hätte nicht der Bäcker Veit B a ch in Wechmar in Thüringen um 1600 seine damals volkstümliche kleine Laute ge­spielt, nicht der Wagenbauer Haydn in Rohrau im Buraenlande um 1730 mit seiner Eheliebsten Zur Harfe gesungen, hätte es nicht in vergangenen Jahrhunderten eine weit ausgebreitete tüchtige Volksmusikpflege gegeben, so hätten wir sicherlich keinen Sebastian Bach, keinen Joseph Haydn, über­haupt keine Hochblüte der deutschen Kunstmusik be­kommen.

Volks- und Kunstmusik unterscheiden sich hauptsächlich dadurch, daß Ausübung und Der- ständnis der einen nur geringe Hebung, die der anderen Unterricht und sehr ausdauernde Uebung verlangt. Die Grenzen aber sind flüssig und über- schneiden einander. Beständig gehen Volksmusik- beftanbteile in die Kunstmusik und ebenso Kunst- musikerzeugnisse in die Volksmusik über- der Ton- setzerbearbeitet" Volkslieder in Chorsätzen, Varia­tionen usw. oder schafft instrumentalem Dolks- musizieren nach (wie Weber im Bauernmarsch und Walzer seinesFreischütz" oder Wagner in

Hier spricht ein junger Nationalsozialist aus langjähriger Erfahrung im NS. - Stu- bentenbunb und anderen Organisationen über den weiteren Ausbau der Kameradschafts- Hauser und ihrer Bibliotheken.

Wie in den Kameradschaftshäusern heute an einer Kultur der Erziehung gearbeitet roirb, so muß auch bas Buch als ein Element ber Erziehung erlebt unb gebraucht werden, -üsir sind noch im Anfang eines Werdens; daher muffen wir gerade bei der Zusammenstellung einer -0110)6^1 für das Kameradschaftshaus darauf be­dacht Jein daß beide Teile, die Bücher und die Mannschaft selbst, sich ergänzen und der eine die Entwicklung und das Werden in eine solche Kultur Der Erziehung hinein mit Hilfe des anderen fördert.

Bleiben wir zunächst bei der Dichtung. Wir wol- len wenige Bücher des an und für sich schon reichen Marktes guter und neuer Dichtung nennen, die jedoch wirkliche Führer sind und Denen wir uns hingeben können wegen der Schönheit der Dichtung, ohne dabei auf Abwege zu geraten, unb welche geifng weit unb tief genug finb, immer roieber Durchgearbeitet zu werben. Wir wollen an erster Stelle (Ernft Jünger nennen unb zunächst auf feine Knegswerke verweisen, auf ,Hn Stahlgewit- tern", Das Wälbchen 125",Feuer unb Blut" unb Der Kampf als inneres Erlebnis". Es ist klar, daß wir nun auf Franz Schauwecker, auf Weh - ne r, Werner Beumelburg, Bernharb von der M a r w i tz, M e ch o w, auf Z ö b e r l e i n, D w i n- ger, Aloerdes verweisen müssen; sie gehören zusammen. Auch auf das WerkDer Baum von Clery von Joachim von ber Goltz muß verwiesen werben, nicht zuletzt beshalb, um zu beweisen, daß

<SWen ouf diesem Gebiet noch nicht beenbet sst. Wie fruchtbar die Kriegsdichtung im Kamerad- jchaftshaus sich auswirkt, beweist die Tatsache, daß m einem, im Kameradschaftshaus der Hamburger Studentenschaft. Szenen aus dem Drama von Graff aufgeführt wurden.

Denn wir sind die Nachkommen, die Vermächtnis­nehmer jener Frontgeneration, von der am Anfang die Rede war. Wir sind gleichsam die Testaments­vollstrecker der Ideen und Ziele, die uns bei Lange­marck vorgelebt wurden. Wir sind die, die das Werk der Toten vollenden müssen, damit sie nicht mehr ruhelos über die Fluren von Npern zu wandern brauchen, wir sind die, die aus ihrem Geiste heraus das Reich zu errichten haben. Werden wir dieser Aufgabe gewachsen sein, werden wir den Willen der Toten recht zu deuten wissen, ober wirb bas Schicksal in uns ein kleines Geschecht finben? Wer kann biese Frage beantworten! Nur eines steht fest: Wir werben es nur bann vollbringen, wenn wir ben Gebanken jener nachgehen, bie uns nicht mehr ratenb zur Seite stehen können. Wir werben nur dann zur Lösung gelangen, wenn wir ihren Geist ganz in uns aufnehmen. Nicht anbers! Denn wür­den wir jetzt unseren eigenen kleinen Wünschen unb Hoffnungen Raum gewähren, bann würbe zum zweiten Male ihr Totenkranz welken unb ihr Opfer- gang umsonst gewesen sein.

Mit Reaktion hat bas nichts zu tun. Denn die Jugend von Langemarck lebte ihrer Zeit voraus und trug in ihrem Herzen bewußt ober unbewußt den revolutionär-konservativen Gebanken, ber die Weltanschauung vom Sozialismus der Front um­schließt und den Moeller van den Bruck deshalb den ewigen nennt. Dieser Gedanke war es, ber biefer Jugenb bie Kraft zum Opfer unb zur Entsagung gab, unb er ist es, ber uns in ber Ibee unseres Führers entgegenleuchtet unb uns ben Weg Zu einem höheren Dasein weist. Denn er wirb Jicts bort anzutreffen fein, wo es sich um sittliche Werte hanbelt, wo es um eine wehrhafte Grund- halfung geht unb wo es gilt, geistige Erscheinungs­formen mit ber Glut ber Begeisterung in bie Tat umzusetzen. Das ist bie Ibee des ewigen Solbaten- tums, bas nicht nur mit äußeren Waffen kämpft, sondern vor allem banach ringt, ben Persönlichkeits- wert in sich selbst bis zum Höchsten zu steigern unb ibn in ben Dienst einer frei gewählten Binbung Zu stellen. Solbatentum ist im heiligsten unb letzten Sinne das Kämpfen, das zum sittlichen Menschen hinführt, und Soldat sein heißt, alles daranzusetzen um in diesem Kampfe den Sieg zu erringen.

Jeder Krieg wird aber erst nach dem Kriege ent- schieden. Und so erkennen wir heute, daß der Kampf der deutschen Frontgeneration trotz aller schmachvollen Diktate der Pariser Vororte, trotz der Entrechtung und Knebelung unseres Volkes zum Siege geführt hat. Wir sehen, baß bie äußerliche Nieberlage im innersten Kerne ihres Wesens eine sieghafte Auferstehung ber beutschen Seele verbirgt; benn wir würben ohne sie niemals ben Weg zu uns selber gefunben haben, würben niemals dort stehen, wo jetzt unser Volk mit ben stärksten Wur- jein verankert liegt. Deshalb gilt unsere stumme Dankbarkeit all benen, bie uns aus ben Gräbern rings um Deutschlanb biefen inneren Sieg schenkten, gilt unser Gedenken neben ben Toten auch ben Ueberlebenben bes großen Krieges, benn man kann nicht gleichzeitig bie Gefallenen ehren unb bie, bie zufällig nicht in ben langen Gräberreihen liegen, mit bem Stempel ber Bebeutungslosigkeit versehen!

Diese grauen Kämpfer, bie mit verbissenem Zorn in bie Heimat zurückkehrten, bie für sie keine Heimat mehr war, haben uns Jugenb die Idee der Wehrhaft tigkeit und des ewigen Soldatentums übermittelt, haben aus uns bas geformt, was wir heute finb: die getreue unb bienenbe Gefolgschaft unseres Führers. Als solche aber können wir ihnen keinen schöneren unb deutlicheren Beweis unseres bankbaren Her­zens bringen als ben, baß wir im Geiste ihrer ge­fallenen Helden unter unseren Reihen als höchstes Ziel ein Soldatentum errichten, dessen Forderung die sittliche Bereitschaft des Dienens und dessen äußeres Merkmal die feste und unzerreißbare Ka­meradschaft ist.

Musikerziehung.

Von Dr Richard Münnich.

Richard Strauß hat dem im Atlantis- Verlag, Berlin, erschienenenAtlantisbuch der Musik", das Fred Hamel und Martin Hürlimann herausgegeben haben, die Worte vorangesetzt:Wir können ja nur dann mit einer neuen Blüte unseres musika­lischen Lebens rechnen, wenn es uns gelingt, bas gesamte Volk wiederum für unsere Musik ZU gewinnen, es mit unserer Musik zu durch­bringen und im Herzen jedes einzelnen Volks- genossen wie einen Keim die Liebe zu seiner deutschen Musik einzupflanzen, der nachher aufblühend ein immer größer werdendes Musikbedürfnis zeitigt, das mit bester Musik ZU befriedigen unsere vornehmste Ausgabe sein wird." Um bie hier gestellte Ausgabe zu verbeutlichen, entnehmen wir bem unter Mit­arbeit zahlreicher Fachgelehrter unb Künstler verfaßten Werk einen Teil des Beitrages von Dr. Richard Münnich über Musik­erziehung.

Erziehung findet nicht nur unter den Händen der Erzieher statt, sondern überall, wo, unmittel­bar ober mittelbar, Menschen unb Erlebnisse auf Menschen formend wirken. Unb so beginnt unb endigt auch Musikerziehung nicht in ben Augenblicken, in benen man einen Musiklehrer er­hält unb verläßt, sonbern sie behnt sich m dem Maße, in dem Musik zu unserem Leben gehört, über dieses ganze Leben bis an die Grenze bes Alters aus unb greift wett hinaus über alle vorsätzr liche Erziehung und Unterweisung. Die junge Mutter, die ihr Kind singend in den Schlaf roieat, ist seine erste Musikerzieherin. Alle, die um das Kind herum singen und auf Instrumenten spielen, setzen diese Erziehung, auch absichtslos, fort, und sogar die

weitere Umwelt ist an ihr beteiligt, nicht nur Rund- funf und Schallplatte im Hause, sondern auch Marschmusik auf der Straße, Drehorgel auf dem Hofe und dergleichen mehr. Immer ist bas gesunbe Kind begierig, in ihm keimende Kräfte zu betätigen unb zu entwickeln, solange bies mühelos geschehen kann. In biefer Richtuna führt ber Nachah­mungstrieb bas musikalischen Einbrücken aus- gesetzte Kind zum Nachsingen gehörter Melodieteile und Melodien, auch wohl zum Nachklatschen, -klopfen und -stampfen wahrgenommener Rhythmen, und legt damit den ersten Grund zu seiner Ein­fühlung in die gebräuchliche Rhythmik, das herr­schende Tonsystem und die einfachsten Formen. Im Zusammenspiele mit anderen Kindern, das ihm ernstestes Leben ist, macht sich das Kind dann Spiel-

r-- eiaen und hat demnach beim Eintritt ins schulfähige Alter schon vor allem Unterrichte den wichtigsten und unentbehrlichsten Teil ber Musik­erziehung hinter sich: erste Einfühlung in bie Gr unb lagen unserer Musik unb Erwer- bung eines anfänglichen Liederschatzes. Genau aber tme bas kleine Kinb sich allmählich in bie Grunb- formen unb -mittel unserer Musik nicht burch Unter- r.lcht, sonbern horchenb unb nachsingenb einfühlt, fühlt sich auck ber Heranwachsende unb später ber -?,ochfene, hörend und selbstmusizierend, in all- mahlitf) sich erweiternden Umkreisen in bie Form- unb Ausdrucksmittel der Musik tiefer ein: Volks- l»eb, Tanzmusik, Marschmusik und Kunstwerke klei- ner und großer Meister sind unsere wichtigsten Musikerzieher. Planmäßige Musikerziehung muß aber durch Unterricht und uebung diese Entwicklung sichern: Hören und Selb st musizieren wollen von einer gewissen Stufe an gelernt und geübt fein, und erst in bem Maße, in bem bies er­folgreich geschehen ist, kann bie erzieherische Kraft bes lebendigen Kunstwerks sich auswirken. Aller Unterricht in ber Musik läuft also auf Ausbildung bes musikalischen Hörens unb Selbstmusizierens

Dann müssen wir Hans Gr i m m nennen, besten Dichtunaen, befonbersVolk ohne Raum", nicht nur o.'lden, sondern erziehen, zur Haltung erziehen, wie die Gestalten dieser Dichtung nicht nur dichterische mb, sondern wahr und wirklich, solche mit Sinn für eine Ordnung, für welche wir uns als Glieder des Volkes im Werden rüsten müssen. Aehnlich wie d^e Kriegsbichter, z. B. Jünger, ging Grimm erst m die Welt, erlebte und erfuhr und gestaltete bann. Auch Erwin Guido Kolbenheyers Werke ge­hören in jedes Kamerabschaftshaus. Er eröffnete eine weite Welt geiftigen Erlebens, durch die jeder stinge Student hindurch muß. Als echter Dichter der Werte des Blutes und des Bodens muß Friedrich Griefe genannt werden. Das Erlebnis und die Erfahrung seiner Werke durch joden einzelnen soll­en ein Prüfstein werden für die große Masse der Bucher, die sich heute unter Berufung auf diese Werte anpreisen. Hierbei sei auch auf Margarete Schiestl-Bentlage verwiesen. Hans Friedrich Blunck öffnet mit seinerUrvätersaga" Gefühl

große nationalpolitische Bedeutung hat, sei besonders verwiesen. Hans Schwarz ist schon in vielen Häusern Gast geworden. Wilhelm Schäfers Dreizehn Bücher" sollte jede Kameradschaft, einzeln oder in Gruppen, durcharbeiten. Es sei auch auf feineChristophorusrede" verwiesen, die dringende Fragen ber Zeit aufgreift unb geeignet ist, daß eine Kameradschaft sich mit ihr über biese Fragen aus- einanbersetzt. Nebenbei: Zeitschriften! Jebe Kame- rabschaft sollte einen Mann für je eine Zeitschrift bestimmen, über die er monatlich berichtet, damit <IKjL.^ra9en in ber Zeit lebenbig gesehen werben.

Mit der Betrachtung einzelner Dichter finb wir fchon über bie Grenzen bes rein Dichterischen hin- ausgeschritten. Wir wollen noch einige geistespoli- tstche Werke zweier Dichter nennen. Kolben­heyersBauhütte" Darf nicht fehlen, auch nicht seineStimme" und seinNeuland", das eben herauskommt. Dazu gehören bann Ernst Jüngers WerkeDer Arbeiter" undBlätter und Steine", um die keiner herumgehen darf. Eins ist noch zu bemerken. Die Mannschaft der Kameradschaftshäu- ser darf die Auseinandersetzung nicht scheuen. Es sei hier zwischengeschaltet, baß die nationalsozia- listische studentische Kampfgeneration stark geworden ist, da sie den Feind suchte. Gewiß, die Situation hat sich geändert, aber eine Forderung bleibt immer bestehen, die, daß die junge Mannschaft sich in Be­wegung halten muß. Sie muß heute an sich und an ihrer geistigen Haltung feilen. Richtwerte für olle Auseinandersetzungen müssenMein Kamps" des Führers, derMythos" Alfred Rosenbergs, die Schriften Darrss und die der Bewegung überhaupt bleiben.

Welche Werke kulturpolitischen Jnhalls führen weiter auf diesem Weg? Gustav Steinbömer: Polittsche Kulturlehre", die Werke Möller van d e n B r u ck s, Walter Frank,Franz Ritter von Epp", das erheblich mehr als eine bloße Bio­graphie ist, Sch rade:Das deutsche National­denkmal", Gerhard Günther,Deutsches Krie- gertum", H. F. K. Günthers Rassenwerke, auch besonders die von L. F. Clauß. August Win­ni g,Vom Proletariat zum Arbeitertum", Graf E. zu Reventlow,Deutscher Sozialismus", Bahr,Volk jenseits der Grenzen", Böhmer, Das Erbe der Enterbten," Schmidthauser, Der Kampf um das geistige Reich", Ziese und Ziese-Beringer,Generäle, Händler, Solda­ten", die drei Schriften von Prof. Fr. Grimm, Frankreich am Rhein",Vom Ruhrkrieg zur Rheinlandräumung" undFrankreich an der Saar". Ferner sei noch auf die Schriften Prof. K r i e ck s verwiesen.

Dem entspricht die Art und Aufgabe künftiger Wissenschaft. Ihrer Natur nach ist und bleibt Wissen­schaft der Ratio zugeordnet:irrationale Wissen­schaft" wäre der Unsinn eines hölzernen Eisens. Gemäß der organischen Wiedereinordnung der Ver­nunft in den Dienst am völkischen Lebensganzen und seiner geschichtsbildenden Gesamtaufgabe r' r- fiert auch bie Wissenschaft ihren Autonomie- b Souveränitätsanspruch in allen seinen Fvlgerun n:

1. Wissenschaft bringt nicht hervor und lebt nicht aus einer oon Zeit und Volk unabhängigen, jeder­zeit und überall gültigen Wahrerkenntnis, sondern sie bringt gemäß Der Weltanschauung eine völkisch und zeitlich gebundene, durch Rasse, Charakter unb Schicksal aufgegebene Wahrheit in rationale Form.

2. Wissenschaft steht nicht außerhalb bes Gesche- hens auf einer einigen und unerschütterlichen Insel reiner und absoluter Vernunft, sondern sie ist mit ihren Ansatzpunkten, ihren Weisen und Wegen, ihren Werten, Zielen und Ausgaben in das leben­dige Geschehen, in das völkisch-geschichtliche Werden einbezogen und nimmt erleidend und tätig an lie­fern Geschehen und Werden Anteil.