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Samstag, 2. Zebruar 1935
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
28 viettes Blatt
HolMsteigemng im Gießener Stadtwald.
braucht für irgendeinen handwerklichen
Beim Ausbieten. Viel Holz wartet auf die Käufer. — Die Bersteigerungskommisfion: der Förster, der Leiter der Versteigerung, der Protokollführer.
Treffpunkt: Vor Versteigerungsbeginn.
Der Ausbieter: „Zum Erstens — Zum Zweiten! — zum?!
gen nachzulesen, wo die
Paust I Ein Gläschen.Frucht" gibt wieder inner- Wärme. -- Käufer lgd-s iN erworbenes Hoij auf und i-chren es nnch Haust.
wurde. Heute vollzieht sich alles etwas fachlicher. Man studiert zunächst die Holzversteigerungstermine und begibt sich dann zum angegebenen Treffpunkt. Die meisten kommen zu Fuß, andere mit dem Fahrrad oder gar mit dem kleinen Wagen. Wenn nicht gerade ein so lauer Winter ist, wie der des Jahres 1934/35, dann tut man jeweils gut, ein paar kräftige Stiefel anzuziehen, sich sonst warm einzupacken und die Ohrenschützer nicht zu vergessen. An kalten Tagen hat man immer noch genug, von einem Bein auf das andere zu treten, denn eine Versteigerung dauert oftmals bis in den Nachmittag hinein.
Bei einer Holzversteigerung treffen sich viele Bekannte. Da gibt es dann manche herzliche, oftmals derbe und scherzhafte Begrüßungen. Wieviele treffen sich oft nur bei der Holzversteigerung im Jahre einmal?!
und der Protokollführer. Bevor die Versteigerung beginnt, werden in der üblichen Form die Versteigerungsbedingungen verlesen. Da hören die meisten nur mit halben Ohr, oder gar nicht hin. Sie sind oft seit Jahrzehnten im Bilde. Schließlich beginnt dann das Ausbieten, nachdem man sich rasch noch einmal die Hände und die Füße am Feuer und den Magen an einem Gläschen „Doppelkümmel" oder „Frucht" gewärmt hat.
Es erübrigt sich wohl, das Ausbieten in allen Einzelheiten zu schildern; es vollzieht sich oft sehr rasch. Meist steigert man in Beträgen von je 20 Pf., solange, bis der Ausrufer „zum Ersten" und „zum Zweiten" ruft und der Versteigerungsleiter mit seinem „zum Dritten" abschließt. Rasch nennt der Käufer Namen und Adresse, und schon geht es zum nächsten Holzstoß weiter. Solange, bis es Zeit zu einer handfesten Vesperpause ist. Da steht dann alles um das Feuer und die Flaschen herum, die der Wirt mitgebracht hat. Manche geben sich bei
dieser Desperpause harmlos und trittken heißen Kaffee. Die „Wurschtebrote" werden hervorgeholt, denn die frische Winterluft macht Appetit. Dann geht es weiter in der Versteigerung, solange bis möglichst alles Holz an den Mann gebracht ist. Während die Versteigerung noch im Gange ist, wird an anderer Stelle von einer früheren Versteigerung her das Holz schon aufgeladen und nach Hause gefahren.
Der Wirt mit seinem Wagen, mit leeren Flaschen, mit Tassen und Gläsern, hat bereits das Feld geräumt. Das wohltätige Feuer, an dem man sich Hände und Füße wärmen konnte, ist inzwischen in sich zusammengefallen, der Versteigerungsleiter und der Protokollführer rechnen ihre Zahlenreihen zu- fammen und dann begibt man sich in dem Bewußtsein, daß etwas Rechtes und Notwendiges geschafft ist, auf den Heimweg.
Die Versteigerungsbedingungen werden verlesen.
bestand geringes Gefälle. Der Boden war außerordentlich weich. Schon die Erstellung des Voi t° grabens war durch den zusammenstürzenden Booen recht schwierig. Die größten Schwierigkeiten bereitete der Bau eines etwa 20 Meter langen Stollens durch den Fahrdamm der Provinzialstraße Wetzlar—Butzbach an der Kurve des Schirnberges. Den Arbeiten war aber ein voller Erfolg be« schieden, denn die zweite Quelle, die gutes Wasser fuhrt, zeigte sich noch ergiebiger, als die Quelle am Wiedgraben. Sie liefert täglich 110 Kubikmeter Wasser, so daß die beiden bis jetzt gefaßten Quellen zusammen 147 Kubikmeter Wasser täglich liefern und somit unsere Gemeinde reichlich mit Wasser versorgen. Die dritte Quelle im Glockenbrunnen braucht also nicht in Anspruch genommen zu werden. Die Arbeiten wurden von Unternehmer Zöl- l e r (Dornholzhausen) ausgeführt. Die Kosten, die im Wege der Notstandsarbeiten ausgesührt wurden, betragen rund 6000 Mark. Das Landesarbeitsamt gewährte etwa 1800 Mark als Förderungssatz. Die restlichen Kosten werden durch einen Extrahieb von Fichtenstämmen, mit deren Fällung bereits begonnen ist, ausgebracht.
Interessant ist es, einmal in den Bekanntmachun- ‘' Holzversteigerungen statt-
bann auf Seiten der Versteigerer mit niedrigeren Erlösen zufriedengeben. Die Anzahl der Teilnehmer spielt natürlich eine nicht weniger große Rolle. Schließlich kann auch, scherzhaft gesprochen, ein anhaltender Regen die Freudigkeit zum Bieten und damit das Gesamtergebnis der Versteigerung beeinträchtigen. Es kann aber auch so fein, daß der eine oder der andere nach einem kräftigen Frühstück mit mehr Unternehmungslust bietet.
Die Versteigerungen vollziehen sich in ihren wesentlichen Vorgängen in alt-überlieferten Formen. Von dem äußeren Drum und Dran, das die Holzversteigerungen zu früherer Zeit fast zu ländlichen Festen machte, ist heute leider nur noch wenig erhalten. Früher gab es zur Holzversteigerung Musik und Tanz, da gingen Frauen und Kinder mit, so daß die Holzversteigerung jeweils zu einem Markstein im ländlichen Leben während des Winters
Erfolgreiche Wasserschürfungsarbeiten bei Sroß-Uechtenbach.
O Groß-Rechtenbach, 31.Jan. Die Wasserschürfungsarbeiten unserer Gemeinde, die etwa vor zwei Monaten begonnen wurden, sind nun beendet. Trotz großer Schwierigkeiten sind die Arbeiten in verhältnismäßig kurzer Zeit mit Erfolg zu Ende geführt worden. Insgesamt sollten drei Quellgebiete in den Distrikten Wiedgraben, Schirn und Glockenbrunnen erschlossen werden. Die Quellfassung im Wiedgraben erfolgte zuerst. Hier mußte, der eigenartigen Beschaffenheit des Bodens wegen, tiefer gegangen werden als ursprünglich angenommen war. Die dortige Quelle liefert gutes, einwandfreies Wasser, und zwar 37 Kubikmeter. Das Gefälle bis zum Ort ist günstig. Ohne Pumpwerk treibt das Wasser bis in die höchste Stelle des Dorfes. Nur die Wassermenge dieser Quelle, die man schon einmal provisorisch vor 30 Jahren gefaßt hatte, ist nicht ausreichend für unsere Gemeinde. In den Wintermonaten dürfte es reichen, im Sommer muß die zweite Quelle zugezogen werden. Die WasserschSrfungsarbeiten an der zweiten Quelle gestalteten sich schwierig. Für die Vorflut
finden. Man spricht dabei von Distrikten, von Forst- orten usw. Hier stößt man oft auf hochinteressante Namen, die in den betreffenden Gegenden zum allgemeinen Sprachgebrauch gehören. Während man sich in städtischen Forstbezirken nach numerierten Abteilungen orientiert, findet man in den rein ländlichen Bezirken feine und sinnvolle, oft wirklich romantische und originelle Namen wie: „Konze- bühl", „Hasenkopf", „Beunde", „Herren-Höhler", „Pfaffenhöhler", „Schmerhütte", „Spiegelacker", „Fuchsstrauch", „Mönchwald", „Eisenhand', „Ranzenschneise", „Graudorn" usw. Jeder dieser Namen ist ein Stück Volkstum, dem nachzuforschen eine dankbare Arbeit für Heimatforscher wäre.
An der Holzversteigerung nimmt in den meisten Fällen auch ein Förster teil, der als Sachverständiger zugegen ist. Bei größeren Versteigerungen steht neben dem Versteigerungsleiter der Ausbieter
Eo«k eine rasche Hitze, und der Töpfer z. B. will fmr skinen Bedarf Holz, das eine lange Flamme gibt, Eil das Feuer um feinen Muffelofen herumschlagen muh Wieder ein anderer will ein kurzes Feuer.
<5: verschiedenartig wie der Verwendungszweck bis Holzes ist, so verschiebenartig ist auch ber Kreis bwtoufer unb Interessenten, ber sich zu den Holz- öHfit* igerungen einfindet. Da ist der Arbeiter aus b!-r Stadt vertreten, der sich einige Raummeter Holz f|itileinen Hausbrand erwerben will, wenn er die Zeit dazu hat, das Holz zu zerkleinern. Neben ihm stzcht der Bäcker- und der Metzgermeifter, die Holz für hren Gewerbebetrieb brauchen; da kommt der Bau r, der lieber Holz als Kohlen verfeuert, und fcWßlich ist auch neben anderen Volksgenossen der Baumternehmer da, ober ber Gärtner, ber Bohnen- ftiintem braucht. Jener kauft Scheitholz, ber anbere Mw pel, biefer Astwellen ober Reisig, unb jener bcratfi)t Derbstangen ober Stöcke Ganz abgesehen boion, baß ber eine bas harte Hainbuchenholz will, dLs m unseren Wälbern noch mehr heimisch ist, als in anderen beutschen Gauen, unb der andere Fichten- oo)er Kiefernholz wünscht. Auf dem Versteigerungs- pdan findet man aber neben Buchen- unb Eichen- hplzcrn, bie oft in großen Mengen geschlagen wer- ÖKr, auch das seltenere, harzreiche Holz der Wey- mutlskiefer oder die zähe Esche verzeichnet. Und alle die verschiedenen Hölzer finden ihre Jnier- e^enten. Die Unterscheidung nach Art und Form bo>s Holzes ist aber nicht die letzte. Vielmehr wird auch die Qualität nach Klassen auseinandergehalten Aoin Nutzholz fei hier ganz abgesehen, denn das Mtzholz wird nach einer ganzen Reihe von Gesichtspunkten in seinem Wert beurteilt. Das Brennholz mirt) aber nicht viel weniger sorgfältig gewertet. Da unterscheidet man auch nach erster, zweiter und dritter Klasse. Wer Buchenreiser kaust, sieht sich die Wellm sehr genau an und prüft kritisch, was an Unartigen Stöcken in den Wellen enthalten ist
Die Preise sind unterschiedlich, wie das Holz Die Preisbildung wird von den verschiedensten Umstanden beeinfluß. Die Interessenten sehen sich Zunächst schon einmal die Abfuhrwege genau an. Schlechte Adjuhrwege drücken auf den Preis. Man muß sich
Dir Zeit der Holzfällungsarbeiten ist vorbei. Nur i ta, do eine Gemeinde im Extrahieb Holz fällen laiU ober da, wo außerordentliche Umstände der SÜlW zu einem Kahlschlag sind, klingt noch die Axt jm Kalde. Ueberoll in unseren oberhessischen Forsten rirhea sich nun in mehr oder weniger großen Ab- strnürn die sauber aufgeschichteten Holzstöße anein- anbet. Für den Laien sehen diese Holzstöße alle glück «us. Für den Forstmann, für den Bauern und für den Holzhändler insbesondere aber auch für dm Handwerker, der Holz verarbeitet, hat jeder di«sei Stöße fein besonderes Gesicht. Ein solcher Holzstoß kann ja auch von den verschiedensten Ge- fi iMpuntten aus beurteilt werden. Er wird es auch je nach dem Zweck seiner Verwendung.
8ri Holzstößen, die als Brennholz verwandt wer- d'M.i st'die Sache unproblematischer als bei Nutzholz,! d"!» in sauber geschälten Stämmen im Walde liegt, aliierauch beim Brennholz werden große Unterschiede | g Mcht. Holz ist eben nicht gleich Holz. Für den \ Himrbrand schätzt man die anhaltende und starke - Hitze, die das Buchenholz im Ofen ausstrahlt, ein


