Ausgabe 
2.2.1935
 
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vermitteln, um ihre Abrüstungsthese weiter ver­folgen zu können, schlagen die Engländer uns nichts Greifbares vor", schreibt derMatin". Entgegen allen von der englischen Presse verbreiteten Meldun- aen ist kein endgültiges Abkommen und keine sen­sationelle Erklärung beim Abschluß der Verhand­lungen zu erwarten. Eine Verlautbarung wird selbstverständlich das herzliche Einver­nehmen feststellen, das aber ist auch alles.

Aus den Berichten über die gestrige Verhand­lung scheint hervorzugehen, daß Flandin und Lavalmit unbeugsamer Festigkeit" die Forderung vertreten haben, daß Deutsch­land dem 0 ff - und Mitteleuropa­pakt beitreken und auch in den Völ­kerbund zurückkehren müsse, bevor Frankreich sich auf eine Verhandlung über die Abschaffung von Teil V des Versailler Ver­trages einlassen könne, während die englischen Minister die Richtigkeitserklärung von Teil V als Voraussetzung für eine

Berlin, 2. Febr. (DNB. Funkspruch.) Vor 20 000 politischen Leitern, die den Sportpalast über­füllten, hielt der Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels eine Rede, die kaum ein einziges Ge­biet der aktuellen Fragen des Staats- und Partei­lebens unberücksichtigt ließ. Der Gauleiter schilderte eingangs die Lage der Partei im Dezember 1932. Die Lage in Deutschland war so bedrohlich gewor­den, daß man ihrer mit den gewöhnlichen parla­mentarischen Mitteln nicht mehr Herr werden konnte. Anders wäre es auch gar nicht zu erklären, daß die Uebernahme der Regierungsgewalt durch den Führer nicht den geringsten Widerstand fand. Man war im gegnerischen Lager verrannt genug zu glauben, daß auch wir die Macht schon bald wieder abgeben würden. Niemand glaubt mehr daran, daß der Nationalsozialismus je noch einmal das Feld räumen könnte. Mögen Fehler gemacht worden sein, mögen Mängel da und dort unter­laufen sie reichen insgesamt nicht dazu aus, uns die Erfolge streitig zu machen und den Natio­nalsozialismus in seiner Kraft und in seiner Macht zu brechen. Sein Ende ist überhaupt unvorstellbar.

Vier Jahre Zeit hatten wir bei der Machtüber­nahme verlangt, und schon jetzt sind Zweidrittel un­seres Auftrages erfüllt. Gewiß, unsere Regierung hat dabei auch Glück gehabt, während den verflosse­nen Parteien Gott seine Hilfe versagte, obschon sie manchmal so taten, als ob er ihr Fraktionskollege wäre. (Stürmische Heiterkeit.) Das Regime steht. Mit Initiative, Mut und Ideen geht es an die Zeitpro­bleme heran. Es wird manchmal geklagt über die Höhe der Steuern. Aber man soll sich doch vergegenwärtigen, daß wir in der Zeit, da wir regieren, auch keine Schulden gemacht haben.

Wan darf auch nicht außer acht lassen, daß wir die auf allen Gebieten angebahnten Reformen ohne starke innere Erschütterung durchgeführt haben. Das war möglich, weil wir sie nach und nach und immer zur ge­gebenen Zeil in Angriff nahmen, Schritt für Schritt. Dr. Goebbels verwies auf die jetzt angebahnte Senkung des Zinsfußes, die er als den Anfang eines organischen Um­baues des gesamten deutschen Kreditwesens be­zeichnete. Zu geeigneter Zeit begonnen, habe

versöhnNchere Haltung Deutschlands bezeichnet hätten.

Laval soll sich dabei auf das Sowjetruß­land und der Kleinen Entente gege­bene Versprechen berufen haben, nicht über die deutsche Aufrüstung zu verhandeln, solange Deutschland nicht dem Ostpakt beigetreten sei. Laval soll ferner den Engländern bedeutet haben, daß der Plan erst eingehende Besprechungen notwendig mache, da auf keinen Fall über den Kopf der kleinen Mächte hinweg ein Beschluß gefaßt werden dürfte, so daß alle weiteren Ver­handlungen über die englischen Anregungen nach Genf zu verlegen wären. In den Kreisen der fran­zösischen Abordnung scheint man aber weder mit der Bereitschaft Deutschlands, nach Genf zurückzu­kehren, noch mit seiner Bereitschaft, dem Ostpakt beizutreten, zu rechnen.

Excelsior" führt eine Reihe von Punkten an, in denen die englische Politik für Frankreich beruhigend sein kann. England wünsche zum Beispiel nicht die Abschaffung der Vertragsbestimmungen über die Entmilitarisierung. Es wünsche nicht eine Fest­legung der französischen Streitkräfte auf ihren

sie sich ohne jede Erschüllerung voll­zogen, und keine Fabrik, keine Bank sei dabei zugrunde gegangen. In der Frage der Devi­sen- und Rohsloffbeschaffung habe es gegolten, entweder das Arbeitsbeschaffungs- Programm aufzugeben, oder aber zeitweilig Schwierigkeiten in kauf zu nehmen. Selbstver­ständlich habe man sich dafür entschlossen, die Arbeitslosen in den Wirtschaftsprozeß einzu­gliedern. Infolgedessen habe man natürlich auf dem Gebiet der Devisenbeschaffung zu kämp­fen gehabt. Einen nicht zu unterschätzenden vorteil habe diese Zwangslage mit sich gebracht. Die Beschaffung von eigenen Roh - stoffen auf synthetischem Wege sei in Deutschland schon soweit vorgeschritten, daß auf einigen Gebieten bereits eine gewisse Un­abhängigkeit vom Auslandsmarkt festzustellen fei. So verdanke die nationalsozia­listische Regierung ihre Erfolge nicht allein dem Glück, sondern auch der Rot und der Bedräng­nis, die sie gelehrt hätten, die gegebenen Fol­gerungen aus der Lage zu ziehen.

Aber wir hatten schon mitten im Aufbau unserer Wirtschaft dem sozialistischen Teil unse­res Programmes Genüge widerfahren lassen. Es gibt wohl in der Welt heute keinen Staat, der sozial so verankert wäre, wie der unsere. So steht die deutsche Arbeiterschaft schon angesichts der erreichten Erfolge mit grenzenlosem Vertrauen zum Dritten Reich und mit Zuversicht schaut das ganze Volk in unsere nationale Zukunft. Mehr und mehr bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß unser Sozialismus nicht eine Phrase oder eine Sache der Theorie ist, sondern eine Sache des Lebens. Bei uns regiert nicht die Wirtschaft die Politik, sondern die Politik die Wirtschaft, und die Minister sind nicht den Wirtschaftskapitänen, sondern die Wirt­schaftskapitäne dem Staat untergeordnet. Als Mi­nister, die aus dem Volke hervorgegangen sind und für sich außer einer entsprechenden Lebenshaltung keine materiellen Vorteile verlangen, können wir die ehrlichen Makler sein in der Abwägung der jeweiligen Interessen. Aller wird entschie­den nach derFrage des Gemeinwohles.

jetzigen Stand. Die englische Regierung fei bereit, d i e Locarnobürgschaften für die West­grenzen genauer zu umschreiben und wirksamer zu gestalten, so daß kein Zwei­fel mehr über das englische Eingreifen an der Seite des angegriffenen Staates gegen den etwaigen An­greifer bestehen könnte. Wenn England sich weigere, irgend welchen regionalen Pakten beizutreten, so bedeute dies keineswegs, daß England damit irgendeiner Macht freie Hand für eine militärische oder politische Aktion in Richtung Oesterreich oder Baltikum oder Sowjetunion lassen. Auch werde die englische Regierung sich wahrscheinlich nicht an dem Ausgang von etwaigen Streitfällen desinter­essieren, die entgegen den Verpflichtungen des Briand-Kellogg-Paktes die jetzigen Grenzen Euro­pas gewaltsam ändern und durch Gebiets­aneignungen die wirtschaftliche und militärische Macht gewisser Staaten vermehren könnten. Die amtliche Mitteilung über das Ergebnis der Be­sprechungen werde sich über diese Punkte zwar nicht näher auslassen, aber eine solche mora­lische Versicherung sei immerhin tröstlich.

liegt, daß infolge der Monatszuschläge für Getreide manchen Mühlen Besserungen zugestan- d e n werden müssen.

Um für solche Gebiete die notwendige Hilfe ge­währen zu können, hat die Hauptvereinigung der Getreidewirtschaft die Mahllöhne neu fest- gesetzt und die Errichtung einer Bäckeraus­gleichskasse beschlossen, aus der ab 1. Februar 1935 Beihilfen gewährt werden sollen. Die Mittel für diese Ausgleichskasse werden durch eine erträg­liche Belastung des Weizens bei der Vermahlung aufgebracht. Es werden die notwendigen Anord­nungen getroffen werden, um eine Doppelbelastung für Weizen, der mit der bisherigen Ausgleichs­abgabe von 3,30 Mark bzw. 2,50 Mark je Tonne belastet ist, zu vermeiden. Außerdem fällt ab 1. Fe­bruar 1935 die Gebühr von 1,50 Mark bc^ro. 50 Pf. je Tonne, die bisher für die Ausgleichskasse der Reichsstelle für Getreide erhoben wurde, fort. Vom 1. Februar ab sind für die Bemessung des Mehl-

Moskau, 31. Jan. (DNB.) Im Kongreß der Sowjets erklärte der stellvertretende Volkskommissar für Verteidigung, Tuchatschewski, u. a.:Die Rote Armee besteht zu 45,5 v.H. aus Arbeitern und Rotarmisten, die Bauernschaft stellt 90 v. H. der Armee aus ihren Kollektivwirtschaften. Es ist daher begreiflich, daß die Masse der Roten Armee Feinfühligkeit und große Aufmerk­samkeit allen Beschlüssen der Partei gegenüber an den Tag legt. Die Rotarmisten sind die wichtigsten Vollstrecker dieser Beschlüsse. Der politische und moralische Zustand bei der Roten Armee ist stark wie nie zuvor. Die Rote Armee besteht zu 49,3 v. H. aus Parteigenossen, die aus den kommunistischen Jugendverbänden kamen. Von den Regimentskommandeuren sind fast 72 v. H., von den Divisionskommandeuren bis 90 v. H., von den Korpskommandeuren gar 100 v. H. Parteimit­glieder.

Die Gefahr eines künftigen Krieges ka­pitalistischer Staaten gegen Sowjetrußland steht für uns fest. Dafür müssen wir gerüstet sein. Bei der Entwicklung unserer Kriegstechnik lag es Stalin daran, das Flugwesen, die Tank­geschwader und die modernste Artille - r i e zu verstärken. Das Flugwesen ist seit dem 6. Sowjetkongreß um 3 30 v. H. gewach­sen. Die Geschwindigkeit unserer Jagdflugzeuge und Bombenflugzeuge wurde um dasanderthalb- sache vermehrt und ihr Aktionsradius ver­doppelt. Die Ladefähigkeit der Bomber ist ver­dreifacht worden. Die Tankwaffe hat seit dem 6. Sowjetkongreß folgende Vergrößerung er­fahren: Kleintanks um 2475 v. H., leichte Tanks um 760 v. H. und mittlere Tanks um 792 v. H. Die Maschinengewehrbestände für Schützen- und Kavallerieverbände haben sich verdoppelt.

Preises an Stelle der Notierungen an den Groß« Märkten die Festsetzungen der Getreidewirtschasts« verbände maßgebend. In allen Teilen des Reicher bleibt demnach auch in Zukunft der bisherige Brotpreis unverändert. Binnen kurzem wird eine Brotmarktordnung erlassen wer­den, um die sonstigen Verhältnisse auf dem Brot« markt zu bereinigen.

Arbeit am Soden und Menschen.

Zehn Jahre Landeskulturgenossenschaften.

Berlin, 1. Jan. (DNB.) Der Verband deutscher Landeskulturgenossenschaften veranstaltete anläßlich seines zehnjährigen Bestehens eine festliche Kund- aebung, der u. a. Reichsminister und Reichsbauern» sichrer D a r r 6 und der Reichsarbeitsführer Staats» sekretär H i e r l beiwohnten. Verbandsführer Staats- minifter 9t i e cf e (Detmold) sprach über die Ar­beit am Boden. Er hob dabei die Schlüssel­stellung hervor, die innerhalb dieser Arbeit eine geregelte Wasserwirtschaft einnimmt. Dazu gehöre die Aufstellung von Generalplänen für das Einzugsgebiet ganzer Wasserlaufsysteme von der Quelle bis zur Mündung. Die Reichsregierung habe die Förderung der Wasserwirtschaft und der Landeskultur nicht nur als Kernstück der Arbeits­beschaffung, sondern auch als Angelpunkt der Erzeugungsschlacht erkannt, indem sie die für die Durchführung von Wasserwirtschafts» und Landeskulturaufgaben im Jahre 1934 ver­brauchten Mittel zusammen mit den Länderregie» rungen und Kreditanstalten auf 382 Millionen Mark steigerte gegenüber nur 46 Millionen Mark im Jahre 1932.

lieber die Arbeit am Menschen sprach der Gauarbeitsführer Dr. Deckert. Die nationalsozia» listische Revolution habe ihre letzten Impulse aus der Sprache des Blutes und ihrer Verbunden­heit mit dem deutschen Boden empfangen. Daher sei die Arbeit am Boden nur denkbar in Ver­bindung mit der Arbeit am Menschen. Wer im Arbeitsdienst ein Jahr seines Lebens frei­willig für fein Volk gebe, der wisse, daß er hier nicht nur Erde bewege, sondern daß er Brot und Freiheit seines Volkes sichere. In der freiwilligen Gemeinschaft des Arbeitsdienstes bringe die Jugend freiwillig das Opfer der freudigen Un­terordnung. Unter dröhnendem Beifall schloß der Gauarbeitsführer:Wir schaffen, weil wir wissen, daß jederSpatenstichnureinGebet für Deutschland i st!"

Die Maschinengewehre für Flugzeuge und Tanks ha- ben sich v e r s i e b e n f a ch t. Die Zahl der Tank» und Tankabwehrgefchütze wuchs um 4,5 v. H., die schweren Geschütze verdoppelten sich, die Qualität unserer Artillerie entwickelt sich rasch. Statt der vor- aosehenen 1665 Millionen Rubel erreichten die Ausgaben des Volkskommissariats für Verteidi­gung fünf Milliarden, für 1935 sind 6,5 Milliarden Rubel für das Volkskommissariat zur Verteidigung vorgesehen. Unsere Kriegsausgaben machen nur 10 v. H. des Gesamtstaatshaushalts aus, während Ja­pan 46,5 v. H. und Polen 40 v. H. für Landesver­teidigungszwecke ausgeben. Die Ausrüstung der Ar- mee mit F u n k st a t i o n e n schreitet fort. Seit dem 6. Kongreß nahm die Zahl der Rundfunkstationen um 1750 v. H., der Flugfunkstationen um 1900 v. H. zu.

Die S e e f l o t t e ist seit dem 6. Kongreß gleich- falls beträchtlich vermehrt worden. Seit dem 6. Kon- greß haben bei der Flotte die U-Boote um 5,3 v. H., die Wachschiffe um 11 v. H. und die Torpedoboote um 4,7 v. H. zugenommen. Die West- und Ostgrenzen wurden weiter befestigt, die Festungen liegen so nahe an der Grenze, damit der Feind nicht ungestraft sowjetrussischen Boden be­treten kann. Die Verh ältnisse im Fernen Osten haben uns gezwungen, ein ganzes System selbständiger Teile sämtlicher militärischen Verteidi­gungsgattungen zu schaffen. Wir konnten 1934 eine ganze Reihe neuer Truppeneinheiten auf die Beine stellen. Die zahlenmäßige Stärke der Roten Armee wurde auf 940 000 Mann festgelegt. Die Rote Ar- mee, so schloß Tuchatschewski seine von stürmischem Beifall und Ovationen für Stalin, Woroschilow und die Armee unterbrochene Rede, wird jeden z e r schmettern, der es wagt, uns anzugreifen.

Als gleichberechtigte Partner wollen wir an der Befriedung Europas mitarbeilen.

Partei und Staat sind in der Zenttalidee unserer Weltanschauung so verzahnt und verklam­mert worden, daß man sie gar nicht mehr ausein­anderreißen kann. Die Idee überdacht alles. Partei, Staat und Wehrmacht sind die Organisatto- nen der Idee in chrer Ausführung, und auf den Säulen dieser Organisationen steht fest, legal und unerschütterlich das nationalsozialistische Regime. Dadurch sind wir in die Lage versetzt worden, eine aktive Außenpolitik zu be­treiben, bei der wir ja vor zwei Jahren ganz be­sonders trostlose Verhältnisse vorfanden. Man hat im Ausland lernen müssen, daß man ein deutsches Rein als ein Nein und ein deutsches Ja als ein Ja hinnehmen muh.

Wenn man von uns fordert, daß auch wir uns für eine Befriedung Europas einfehen, dann muß man uns auch als gleichberechtigte Partner in Kauf nehmen! Es muß das eine tatsächliche Gleichberechtigung sein, die nicht mit moralischen Phrasen ent­wertet wird. Das heißt nicht etwa, daß wir den Krieg wollen. Wir wollen nicht eine Armee, um Krieg zu führen, sondern um den Frie­den zu erhalten. Denn ein ohnmächtiges Land ist geradezu eine Einladung an die Welt, es zu überfallen. Unsere Entschlossenheit zur Erkämpfung der deutschen Gleichberechtigung ist unerschütterlich! Sie kann überhaupt nicht abgehandelt werden. Ob wir kommenden Ver­einbarungen beitreten, das hängt in erster Linie baoon ab, ob wir das tun können, a t s souveräner und gleichberechtigter Staat. Von einer Rückkehr in den Völker­bund kann solange keine Rede sein, als wir mit den anderen Rationen keine gleichen Rechte haben, wir sind jederzeit bereit, am internatio­nalen Frieden milzuarbeiten und unseren Zoll zu entrichten für die Konsolidierung Europas. Unser Abkommen mit Polen hat auch bewiesen, daß wir entschlossen sind, für den allgemeinen Frieden Opfer zu bringen. Es ist unser ernst- Hafter Wille, dem gequälten Erdteil Europas Frieden zu geben. Aber da ein solcher Friede von Dauer sein soll, kann er nicht auf der wankenden Basis ungleicher Rechte errichtet werden.

Der Gauleiter klärte bann bas Verhältnis Zwischen Parteigenossen und Nicht­parteigenossen dahin: Wir wollen dem Nicht­parteigenossen keineswegs seine Betätigung im

kulturellen Leben beschränken. Aber die Politik wird von der Partei gemacht und ba soll uns niemand ins Handwerk pfuschen. Daß im übri­gen eine Partei mit mehreren hunderttausend poli­tischen Leitern auch hier und ba einen unzu­länglichen Amtswalter auszuweiisen hat, ist nur natürlich. Haben wir ihn erkannt, so wird er ausgeschaltet. Aber keineswegs geben wir unsere Hand dazu, einen Parteigenossen, der der Partei ehrlich gedient hat, deshalb gleich abzusetzen, weil er einmal einen Fehler gemacht hat. Da er­klären wir uns solidarisch mit ihm, denn er ist immer noch weit besser als der Spießer, der gar nichts getan und nur gemeckert hat. (Stürmischer

Auch öffentliches Auftreten ist für uns nur ein Mittel zum Zweck. Wir müssen es ebenso beherrschen wie alle anderen Gebiete. Nur muß der Nationalsozialist dabei immer bleiben, was er ist. Jedes Gebiet, das wir freiwillig aufgeben, über­lassen wir damit unseren offenen oder getarnten Gegnern. Deswegen sollen und dürfen Amtswalter wie Minister sich dadurch nicht ändern. Unsere Parteigenossen, die in langer Kampfzeit bewiesen haben, daß sie Opfer bringen und Entsagung üben können, haben es nicht nötig, ihre Ehrlichkeit und Lauterkeit täglich aufs neue zu verteidigen.

Dr. Goebbels schloß mit dem Bekenntnis zur Kraft des deutschen Volkes, das heute als ein stahlharter und geschlossener Willensblock dasteht, der nicht mehr auseinander gebrochen werden kann. Die Welt muß ein Einsehen haben. Mit dieser festen Ueber- zeugung gehen wir voll Mut und Vertrauen in das dritte Jahr unseres Ausbaues, mit uns als Mahnspruch die leuchtende Parole: Ueber uns die Fahne, und vor uns der Führer!

Stabile Brotpreife.

Berlin, 1. Febr. (DNB.) Die Festpreise für Getreide sind seinerzeit so bemessen wor­den, daß die B r o t p r e i f e während des ganzen Wirtschaftsjahres im allgemein unverändert bleiben können. Wenn daher auch ttotz der weiter­hin vorgesehenen Monatszuschläge beim (Betreibepreis (Report) im großen und ganzen dem Backgewerbe die Aufrechterhal- tung des jetzigen Brotpreises zugemutet werden kann, so sind aus bestimmten örtlichen Gründen in einigen Gebieten doch besondere Hilfsmaßnahmen notwendig geworden, um öie Mehlpreise für das Backgewerbe während der restlichen Monate des Getreidewirtschaftsjahres auf angemessener Höhe zu halten. Aehnlich gibt es auch Gebiete, in denen der Mahllohn so niedrig

polens außenpolitische Linie.

Oberst Beck betont die Selbständigkeit der polnischen Außenpolitik.

Warschau, 1. Febr. (DNB.) Der polnische Außenminister Oberst Beck gab im Sejmausschuß ür auswärtige Angelegenheiten einen Ueberblick über die polnische Politik des letzten Jahres. Er wies darauf hin, daß vor wenigen Tagen die Presse dem Jahrestag des deutsch-polnischen Abkommens viel Aufmerksamkeit geschenkt habe.

Wir können ohne weiteres sagen, bah dieses bedeutsame Abkommen, belebt von offe­nem Friedenswillen, in dieser Periode seine Lebensprüfungin vollem Aus­maß bestanden hat und in viele Gebiete unseres Alltagslebens auf beiden Seiten der Grenze eingegriffen hat. Der in ihm ausge­drückte Wille einer guten Gestaltung der gegen­seitigen Beziehungen hat den Weg berei­tet, um viele praktische Fragen zu lösen, klarsten Ausdruck hat das in den Verhandlungen gefunden, die zur Auf­hebung des sogenannten Zollkrie­ges zwischen unseren beiden Staaten führten."

Landwirtschaft, Handel und Industrie fänden all- mählich den Weg des natürlichen Austausches wie- der. Diese Erscheinungen hätten neben ihrem mate­riellen Ausdruck im Wirtschaftsleben beider Staa- ten zweifellos auch weitgehende psychologische Be­deutung. Die auf dem Gebiet der Wissenschaft, der K u n st, der Presse, des Fremdenver­kehrs und des Sportes angeknüpften Bezie­hungen hätten ähnliche Bedeutung. In Besuchen hervorragender politischer Persönlichkeiten habe die Fühlungnahme der beiden Völker ihren Ausdruck gefunden, so im Besuch des Ministers Dr. G o e b - b e l s und Im Besuche des Ministerpräsidenten Göring. Bei allen Äerhandlungen zwischen Po­len und der Reichsregierung habe man viel guten

Willen feststellen können; bas sei ein reales Ergeb­nis des Abkommens.

Minister Beck kam bann auf den Ostpakt zu sprechen. Das ältere Thema diplomatischer Verhand­lungen auf diesem Gebiete sei bas sogenannte O st Locarno. Der NameOst-Locarno" sei für Polen nicht sehr reizvoll, es habe an die Locarno-Verträge schlechte Erinnerungen, da sie sich mit einem gewissen Stil der Politik der w e st » europäischen Großmächte verbänden, der mit den L e b e n s i n t e r e s s e n Polens in keiner Weise gerechnet habe.

Ueber den Ostpakt werde weiterhin ver­handelt. Polen müsse vor allem dafür sorgen, daß feine eigenen Errungenschaften keinerlei Schaden leiden, die durch die Zusammenarbeit mit den Rach­barn gegeben seien und die auf eine wirk­liche Stabilisierung der Verhältnisse in Rord- osteuropa hinzielen. Von diesen Grundsätzen habe sich Polen bisher leiten lassen und werde es weiterhin tun. Sowohl nach der politischen wie nach der formalen Seite dieses Paktes gebe es fo viele Fragezeichen, daß man das endgültige Ergebnis der Verhandlun­gen noch nicht voraussehen könne.

Abschließend betonte Minister Beck:Die polnische Politik ist selbstverständlich eine Politik Polens, unsere eigene Politik. Sie kann dem einen gefallen und dem anderen nicht gefallen. Das ist ihr gutes Recht." Auf die Stimmen der Unzu­friedenheit, die sich in verschiedenen Ländern zur Politik Polens hören ließen, wolle er nicht eingehen. Eines kurzen Wortes bedürfe nur der Vorwurf, daß Polen sich zu wenig für kollektive Friedensarbeit interessiere. Wenn man nicht Worte und theoretische Erklärungen ins Auge

Das Gemeinwohl die Richtlinie nationalsozialistischer polilik.

Reichsminister Ör. Goebbels spricht im Berliner Sportpalast.

Energischer Ausbau -er Roten Armee.

Das pazifistische Sowjetrußland beteiligt sich am Wettrüsten.