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2.2.1935
 
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Die französischen Minister in London

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185. Jahrgang

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Der Besuch in London.

Der Sicherheitskomplex beherrscht die französische Außenpolitik, seitdem die Hoffnung auf ein Bund- nis mtt den beiden angelsächsischen Weltmächten als Bürgschaft für die Haltbarkeit des Versailler Diktats getrogen hatte. Großbritannien und die Vereinigten Staaten hatten sich in Versailles verpflichtet, im Falle einer unprovozierten Angriffshandlung Deutsch­lands gegen Frankreich letzterem zu Hilfe zu kom­men. Aber der amerikanische Senat hatte am 19. No­vember 1919 die Ratifizierung dieses Vertrages ab»

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Herzliche Atmosphäre in London, aber keine Aussicht auf ein greifbares Ergebnis

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Ministerpräsident Flandin (1) und Außenminister Laval (2) wurden aus dem rvaynyos in Konui von Ministerpräsident Macdonald (3) und Außenminister Sir I o h n S i m o n (4) empfangen.

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London, 1. Febr. (DRV.) Die Besprechungen zwischen den britischen Ministern und ihren fran­zösischen Kollegen in Downingstreet haben, nur unterbrochen durch das Frühstück, das Baldwin den französischen Gästen gab, den ganzen Tag cmgedauert. Nach der Begrüßungsrede, mit der Macdonald die Erörterungen eröffnete, und

gern. Abkommen für Begrenzung derRüstungen zu er­setzen. Frankreich hat diese Anregung begierig auf» gegriffen und als Entgegenkommen an Deutsch­land aufgeputzt, wofür man deutsche Gegenleistun­gen im voraus erwartet, wie z. B. Beitritt zum Ostpakt und Donauabkommen und Rückkehr in den Völkerbund. Dabei wird in Paris wie in London anscheinend völlig verkannt, daß dieser Vorschlag der förmlichen Außerkraftsetzung der Enttoaffnungs- bestimmungen vielleicht zur Zeit des Locarnover­trages noch als Friedensgeste Bedeutung gehabt hätte, nun aber, nachdem die Zeit über die mei- sten dieser Bestimmungen hinweg gegangen ist, nur die nachträgliche und sehr verspätete Anerkennung dessen wäre, was längst politische Tatsache gewor­den ist. Selbstverständlich kann die deutsche Forde­rung nach praktischer Gleichberechtigung, die in der berühmten Fünfmächteerklärung vom 11. Dezember 1932 als begründet anerkannt worden ist, niemals damit abgegolten werden, daß man Bestimmungen der Vergangenheit, die von der Gegenwart längst praktisch'und moralisch überholt sind, nun auch noch formell aufhebt. Die britischen Politiker, die in den letzten Tagen Gelegenheit hatten, in Berlin mit dem Führer zu sprechen, Lord Allen, em Freund MacDonalds, und Lord L o t h i a n, als Philipp Kerr der ehemalige Privatsekretär Lloyd Georges, haben erfahren, daß Deutschland nur bereit sein wird, auf gleichem Fuß mit andern Mächten über ein Abkommen zu verhandeln, das ihm keinerlei fog. Vorleistungen zumutet oder irgendwelche Ausnahme- Heilung zuweist. Wahre Gleichberechtigung, wie Deutschland sie für sich in Anspruch nimmt, duldet keine unterschiedliche Behandlung der Vertragskon­trahenten, duldet keine Vorbehalte und Klauseln, eine Gleichberechtigung zweiten Ranges gibt es nicht, das schließt ja schon der Wortsinn aus, rote» viel mehr das Erfordernis der politischen Praxis. Deutschland fordert seine volle Anerkennung als , souveräner Staat. Nur wenn dieser Grundsatz Deut- scher Außenpolitik bei den Besprechungen in Lon- don volle Beachtung findet, können sie mit einem

Erfolg rechnen. _ . ., .

: Aber vorerst bestehen zwischen Frankreich und , England selbst noch sehr beträchtliche Meinungsver- - schiedenheiten. Die englische Politik denkt anschei» , nend zur Befriedigung der französischen Sicherheits-

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nister seien jetzt in der Lage, den Ausführungen ihrer britischen Kollegen entgegenzusehen, da am Freitag in der Hauptsache die Gäste das Wort gehabt hätten. Großbritannien wünscht, daß die Schlußfolgerungen, zu denen man gelangen möge, in keiner Weise als gegen Deutschland gerichtet erscheinen. Großbritannien wünsche der Lage Deutschlands voll Rechnung zu tragen und wolle sein ganzes Gewicht in die Waagschale wer- fen, um eine Einigung zu erzielen, die auch Deutschland unterzeichnen könnte, ohne dadurch in seinem nationalen Ansehen Einbuße zu erleiden. , , . _ .

Daily Herold" schreibt, man sehe in London ein, daß es keinen Zweck hätte, irgendeinen end­gültigen englisch-französischen Plan auszuarbeiten, den man Deutschland mit der Ausforderuna über­reichen könnte, ihn entweder anzunehmen oder ab­zulehnen. Ferner sei englischerseits das Bestreben vorhanden, die regionalen Sicherheitspakte oder Paktpläne in einen gesamteuropäischen Pakt e i n z u a r b e i t e n , der für alle Staaten annehmbar wäre. An die Stelle eines Angebots an Deutschland würde dann ein Vorschlag an alle

wünsche an einen Ausbau vonLocarno, ein­mal im Sinne einer Ausdehnung auf die Luftwaffe, dann durch Erweiterung zu einem allgemeinen Ga­rantiepakt, in den alle regionalen Sicherhettsab- kommen eingebaut werden könnten. Frankreichs Wünsche werden vermutlich weitergehen. Wenn es schon die alte Hoffnung auf Wiederherstellung der entente cordiale und ihre Verbindung mit der französisch-russischen Allianz nicht verwirklichen kann, so wird es doch von England handgreifliche Bürg­schaften für die Einhaltung des Rüstungsabkom­mens zu erreichen trachten. Weiter geht sein Stre­ben nach festen Zusicherungen Englands im Falls einer Verletzung des Locarnoabkommens durch Deutschland. Man möchte England nicht die Freiheit der Entschließung belassen, wann es einen Angriff für gegeben erachtet und sein Eingreifen für not- wendig hält. Aber es ist kaum anzunehmen, daß die britische Regierung über die bestehenden Bindungen hinaus sich auf irgend etwas festlegen wird, das vor dem Lande zu vertreten, ihr bei der bekannten Angst der britischen Oeffentlichkeit vor Verstrickung in kontinentale Händel äußerst schwer fallen mußte. Nicht anders ist Englands Einstellung zu dem Pakt- fystem, das die französische Politik mit großer Emsigkeit aufgebaut hat und dessen Krönung durch den Beitritt Deutschlands und Polens und den Segen Großbritanniens sie nun erhofft. Wir wis­sen nicht, ob England es auf nehmen wird, sich m Berlin in dieser Richtung zu verwenden auf bit Gefahr hin, sich einen Korb zu holen, denn Deutsch­lands Abneigung gegen die Uebernahme unüberseh­barer Verpflichtungen ist so bekannt wie seine Be­reitwilligkeit zum Abschluß von klaren zwetseitigea Nichtangriffsverträgen mit allen seinen Nachbarn, in erster Linie mit Frankreich. Ob Englands Ver­mittlung, auf die man in Paris so entscheidenden Wert legt, dabei tatsächlich so unentbehrlich ist, mutz nach Erfahrungen früherer Jahre bezweifelt wer- den. Die englische Politik neigt leicht dazu, aus Nühlichkeitsgründen die Erfordernisse der Billigkeit beiseite zu schieben und auf Kosten Deutschlands dem französischen Freund Geschenke zu machen, um ihn bei guter Laune zu erhalten. Geben rotr uns keinen voreiligen Hoffnungen hin, dann wird uns das Ergebnis der Londoner Besprechung auch nicht enttäuschen können.

Für England liegt die Schwierigkeit des Problems darin, die deutsche Forderung nach praktischer Gleichberechtigung mit der französischen Forderung nach erhöhter Sicherheit in Einklang zu bringen. England scheint davon ausgehen zu wollen, daß es an der Zeit sei, die einseitigen EntwaffnungsbestiM» StaatssäckeldneÄte Belastung' (ein, und zuml mungen die

dritten stehen (pät-sten- im Jahre 1936 di- Paria- > land und (-men Verbündeten auserleg.e, °urq em au

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Nr 28 Erster Blatt 185. Jahrgang Samstag, 2. Sebruar 1935

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:stklässige Sicherheits- befaßte sich die Konferenz sofort mit den Kernfragen, Garantie, die ihr damals durch die Weigerung der wobei die Sachverständigen auf beiden Vereinigten Staaten entgangen war. Wenn Frank- Seiten naturgemäß eine wichtige Rolle spielten, reich sich in den folgenden Jahren mit wilder Hart- Hohe Beamte des britischen Foreign Office wurden näckigkeit an die Nockschöße Englands zu klammern ständig zu den Besprechungen hinzugezogen Man uchte, um abwechselnd unter Beschwörungen unb nimmt an, baß eine eingehenbe Erörterung über bie Drohungen bem ehemaligen Bundesgenossen förm- Bebingungen ftattfanb, unter benen em Rustungs- liche Verpflichtungen zum Schutz der Sicherheit b e s ch r ä n k u n g s a b k o m m e n in Europa er- Frankreichs abzupressen, so geschah dies aus bem zielt werben könnte, bas Deutschlanb Gleich- durchaus richtigen Gefühl heraus, daß die Wieder- berechtigung bieten würde, das Reich in den Herstellung der britisch-französischen Dorkriegsentente Völkerbund zurückbrächte unb zugleich alle Bündnisse, die Frankreich in Sorge um die bas Sicherheitsverlangen Frankreichs Sicherung des Versailler Zustandes mit den jungen und aller anderen Länder gewährleistete. Die letzte Staaten des Ostens und Südostens geknüpft hatte, Frage umfaßt unvermeidlicherweise das Problem überflüssig machen werde. Aber während der auf einer britischen Garantie, das naturgemäß Versailles folgenden Jahre war die französische Po- beträchtliche Schwierigkeiten bietet.

litik von diesem Ziel weiter entfernt denn je. Der Gegen 19 Uhr verließen die französischen Minister Kampf um die deutschen Reparationen kühlte das Downingstreet. Nach Beendigung der Verhandlun- französisch-britische Verhältnis beträchtlich ab, es gen veröffentlichte das Foreign Office folgende erreichte feinen tiefsten Grad zur Zeit ber amtliche Mitteilung:Ministerpräsident R u h r b e f e tz u n g , die von einem heftigen diplo- Macdonald, Baldwin, Sir John Simon unb Eben matischen Notenkrieg zwischen PoincarS und Lord hatten heute in der Downingstreet Nr. 10 eine Curzon, dem damaligen Leiter des Foreign Office, Sitzung mit dem französischen Ministerpräsidenten begleitet wurde. Curzons größter diplomatischer Er- Flandin und dem Außenminister Laval. Die beiden folg gegen Poincarss Rheinlandpolitik war die Vor- Sitzungen am Vor- unb Nachmittag galten einer bereitung bes Zusammenbruchs ber, Separatisten- allgemeinen Prüfung ber Hauptfragen ber euro- herrfchaft in der Pfalz durch den berühmten Bericht päischen Politik. Die Minister werden die Prüfung des britischen Generalkonsuls Clive. dieser verschiedenen Probleme in der nächsten Sit-

Wenige Tage später, Januar 1924, kam die erste zung, die für S a m s t a g n a ch m i 11 a g angesetzt Arbeiterregierung ans Ruder. Auch in Frankreich ist, fortsetzen, so daß am Vormittag private löste der biegsamere Rabikalsozialist Herriot bas Be f pr e chu n ae nftattfmben können Sie waren durch bas Ruhrabenteuer schwer diskreditierte Sy- uber den Geist freundschaftlichen Ver- stem Poincar^ ab Eine neue Phase des Ringens trauens erfreut, m dem ber Gebankenaustausch um die Herstellung des alten Vertrauensverhält- stattfand und weiter stattfinden wird niffes zu England begann. Mit dem Genfer Wie Reuter erfährt, ist von französischer Seite ein Protokoll vom Oktober 1924 gedachte Herriot Abrüstungsabkommen für Luftwaf- das Ergebnis feiner Bemühungen um eine Beteili-Ifen zur Erörterung gestellt worden Ferner fei aunq Englands an neuen Bürgischaften für den auch die Frage der Zahl der m Deutschland tmli» Trieben (lies- für ben Versailler Vertrag) in bie tärisch Ausgebilbeten aufgeworfen worben. In un» Steuern zu bringen. Aber wenige Monate später terrichteten Kreisen unterstreicht man, daß man für rouxbe Macbonald gestürzt. Im März 1925 lehnte die englisch - französischen Bespre- England die Ratifizierung des Genfer Protokolls ch u n g e n feine greif baren Erg ebn t ff e ab Die Initiative für die Schaffung eines neuen zu erwarten habe. Die Zusammenkunft habe l e - Sicherheitssystems ging auf andere Männer über: bi glich einen Austausch ber Ansichten Chamberlain Briand und Stresemann. Aus einem bezweckt und sei nicht zusammenberufen worden, um zweiseitigen Verhältnis gegen Deutschland, wie es irgendwelche konkreten Vorschläge zu prüfen. Flcm- ^rankreich bis dahin erstrebt hatte, wurde ein vier- bin unb Laval beabsichtigten, in persönlichen Kon- kitiaes m i t Deutschland. England und Italien takt mit Macdonald und anderen englischen Staats- libernahmen im L o c a r n o p a k t die Garantie der männern deren Ansichten über zahlreiche europäische deutsch französischen Grenze. Regierung unb öffent- Fragen kennenzulernen. Die Unterhaltungen seien liche Meinung in Großbritannien sahen namentlich in freimütigster Weife geführt worben. Man erkläre, unter konservativem Regime dieses Engagement daß eine beachtliche U e b e r e t n ft t m m u n g Englands auf dem Kontinent als ein für britische in ber grunbsätzlichen Beurteilung ber be&onbetten Tradition unerhört großes Opfer, das dem franzo- Fragen zu verzeichnen fei. Die französischen Mi- sjschen Sichecheitsbebürfnis gebracht werde, aber E1 unbedingt genügen müsse, um von dieser Basis aus

Frankreich die Möglichkeit zu geben, in direkter mentswahlen vor der Tur. Mit einem großen sicht- Aussprache mit Deutschland das gegenseitige Ver- baren außenpolitischen Erfolg wie dem Adschlutz dältnis zu klären. Diese so hoffnungsvoll begonnenen eines Rüstungsabkommens, an dem andere Jahre Bemühungen sind indessen unter dem Störungsfeuer hindurch erfolglos herumgedoktort haben, würde ine Voincaräs schon versackt, als noch Briand unb nationale Regierung Macbonalb - Balbwrn - Simon Stresemann am Ruder waren. Lavals unb Brianbs vermutlich schon früher vor bas Lanb treten, um »efucb in Berlin, September 1931, unb bie Konfe- bie Verlängerung ihres Manbates zu erbitten. Die niu von Lausanne, Juli 1932, blieben Episoden, französisch-italienische Einigung in Rom und die die an sich schon von zweifelhaftem Wert, auf die deutsch-französische Zusammenarbeit bet der Ruck- maäüenbe Tendenz Frankreichs, sich direkten Unter- gliederung des Saargebiets scheinen ben britischen baltunaen mit Deutschland zu entziehen, keinen Staatsmännern Aussichten auf eine günstigere hemmenden Einfluß ausüben konnten. Unter Atmosphäre zu bieten. Man lud also Flandin D a r t h o u kam in den ersten Monaten des Jahres und Laval nach London ein. Aber zwischen Ein- 1934 diele Tendenz zum vollen Durchbruch unb labung unb Ankunft ist schon viel Wasser m ben parallel damit natürlich die verstärkte Bemühung, Wein geraten. In Frankreich ist das alte Mißtrauen einem rings um Deutschland sorgfältig ausgebauten in ben ehrlichen Friedenswillen Deutschlands von Bündnissystem die alte Entente mit England als ber chauvinistischen Presse der Rüstungsindustrie wertvollstes Stück einzufügen. Die seit der Macht- und des Generalstabs eifrig geschürt worden unb ergretfung bes Nationalsozialismus in Deutschland bie innerpolitische Stellung des Kabinetts ist nicht mit neuem Elan einsetzenden Bestrebungen, tn direk- j0 stark, daß es die von dieser Seite geltend ge- ter Aussprache analog dem für die Gestaltung des machten Forderungen auf Verstärkung der fram Verhältnisses zu Polen mit so sichtlichem Erfolg an» Mischen Rüstungen und englischen Bürgschaften für gewandten Verfahren auch zu einer Verständigung bie Durchführung des Rustungsabkommens einfach mit Frankreich zu kommen, fand in amtlichen Krei- überhören könnte. Auch von den Verbündeten im kn Frankreichs^keine Gegenliebe. Die offenen An- Südosten, ber Kleinen Entente, burch die römischen geböte des Führers unb Reichskanzlers wurden bis- Besprechungen über einen Donaupakt argwöhnisch lang nur in französischen Frontkämpferkreisen be- geworden, machen sich Einflüsse tn gleicher Rlch- achtet, während die Regierung zur Zeit Barthous tung geltend.

und wenn auch in verbindlicheren Formen auch So sind die französischen Staatsmänner nicht m unter Laval der deutschen Einladung zu einer DOner Handlungsfreiheit noch London gefahren. Es direkten Aussprache über einen deutsch-französischen fann sich ja auch nicht darum handeln, nun in Nichtangriffspakt mit sichtlichem Mißtrauen be- London zu festen Abmachungen zu kommen, bie aegnete man gleichsam ultimativ Deutschland zur Annahme

Man lebte in Daris erneut alle Hoffnung auf ober Ablehnung vorlegen roürbe.JEnglanb mürbe

innerpolitifd)en Gründen auf eine vertrag .che B^van J», «äJfiSßrit ÄraMeme

grenzung ber Rüstungen hin, einmal weil es mu einem befriebeten Europa im Rücken sich in voller Konzentration feinen großen überseeischen Inter­essen roibmen möchte, zum anberen mürbe in hemmlungsloses Wettrüsten selbst für ben in den letzten Jahren wieder angereicherten englischen

gelehnt, damit entfiel nach den Bestimmungen des Vertrages auch für England die Notwendigkeit, sich an ihn gebunden zu halten. Seit dieser Enttäuschung ijjiacoonaiu uie u-iuiieiLuiHen uuu

ist die französische Politik bis zum heutigen Tage ber Antwortrebe Flanbins, bie eine allgemeine

rastlos auf ber Suche gewesen nach einem voll- Darlegung bes französischen Stanbpunktes war,

wertigen Ersatz für eine erstklassige Sicherheits- befaßte sich bie Konferenz sofort mit ben Kernfragen,

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europäischen Staaten treten, ber die o o 11 4 Anerkennung der deutschen Gleichbe­rechtigung, den Plan für die allgemeine Rüstungsbeschränkungund einen allge­meinen europäischen S i ch e r h e i t sp ak t umfassen würde. Das ganze würde i n b a s N a y menroert bes Dölkerbunbes eingearbeitet merben.

Das pariser Scho.

Flandin und Laval vertretenmit unbeug­samer Festigkeit" ihre Forderungen.

Paris, 2. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Aus bcnt ersten ßonboner Verhanblungstag haben bie Sonber- berichterstatter der französischen Presse den Eindruck gewonnen, daß trotz ber herzlichen Atmosphäre e i rt greifbares Ergebnis nicht erzielt worben ist, unb baß man noch nicht sagen könne, ob bie Verhanblungen überhaupt zu einem praktischen Er­gebnis führen werben, ba bie englische unb bie französische Auffassung von ganz verschieb, benen Grunbsätzen ausgehen.In ihrem Wunsche, zwischen Frankreich unb Deutschland zu