zu
Buntes Allerlei
= Deckenbach, 31. Dez. In der hiesigen Wirtschaft Müller vereinigten sich der Förster und die Holzhauer der For st wartet Gontershausen zu einem Kameradschaftsabend, der in bester Stimmung und vorbildlicher Verbundenheit durch die gemeinsame Arbeit einen würdigen Verlauf nahm.
88. G r e b e n a u, 31. Dez. Unsere Schule veranstaltete in der geräumigen Turnhalle einen in allen Teilen sorgfältig vorbereiteten Theaterabend, der außerordentlich stark besucht war. Nachdem eine Schülerin ein Gedicht aufgesagt und Lehrer Schön über den Sinn und Zweck der Veranstaltung gesprochen hatte, wurde das Märchen „Schneewittchen" aufgeführt, dem als zweites Stück eine Aufführung „Die Arbeit" folgte. Beide Darbietungen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Die Unterklasse zeigte dann einige pantomimische Bilder, die Oberklasse erfreute durch den Vortrag von mehrstimmigen Chören. Um die in allen Teilen wohlqelungene Veranstaltung haben sich die Lehrer Schön, Grein und Roth, Frau Schön und die Kapelle Stein, die durch schöne Musikstücke erfreute, in hohem Maße verdient gemacht. Die Aufführung soll in 14 Tagen noch einmal zum Besten des Winterhilfswerks wiederholt werden.
Eine besondere Personenbeförderung mit dazu eingerichteten Fahrzeugen aber gab es während des 16. Jahrhunderts im östlichen Mittelmeer; es bestand nämlich für Pilger ein durch eine kleine Zahl von Galeeren vermittelter Verkehr zwischen Venedig und Palästina. Die Einrichtung erinnert einigermaßen an die heutigen regelmäßigen Touri- stensahrten, die unsere großen Dampfergesellschaften dort veranstalten, nur das damals von Vergnügen, guter Verpflegung und Bequemlichkeit keine Rede war, im Gegenteil. Die Pilger schifften sich z. Z. in Venedig ein auf Grund eines Vertrages mit dem Kapitän, wonach dieser sich verpflichtete, sie nach Jaffa, dem Hafen für Jerusalem, zu bringen, dort auf ihre Rückkehr von den heiligen Stätten zu warten und sie wieder nach Venedig zu befördern. Der Kapitän hatte ferner für täglich zwei warme Mahlzeiten und guten Wein zu sorgen und einen Arzt und einen Wundarzt zu halten. Die Häfen, die unterwegs zur Ergänzung der Eßvorräte und des Trinkwassers aufgesucht werden sollten, waren in dem Vertrage genau angegeben; Häfen, die für ungesund galten, z. B. das berüchtigte Famagusta auf Cypern, durften nicht angelaufen werden. Jeder Pilger hatte eine Matratze, zwei Kopfkissen, eine Decke und zwei Bettücher mitzubringen; diese Dinge konnten in Venedig auf dem Markusplatz für drei Dukaten gekauft und nach der Heimkehr für den halben Betrag wieder veräußert werden. Für sehr reiche Leute gab es ein paar Kabinen auf der Galeere; für die übrigen aber bedeutete die Ueberfahrt eine ununterbrochene Kette von Quälereien. Nachts erstickten die Fahrgäste nahezu vor Hitze in ihren Lagerstätten, die in einem viel zu engen Raume übereinander angebracht waren, und
Hochstapler in Neuyork und Amsterdam.
In einem der erstklassigen Neuyorker Hotels stieg vor einigen Monaten ein eleganter Herr mit vielen Koffern ab und mietete eine prächtige Flucht von Zimmern. Durch gute Trinkgelder und nicht zum wenigsten durch die großen Summen, die er in der Bar ausgab, hatte das Hotel vom Direktor bis zum Liftboy nach kurzer Zeit die feste Ueberzeugung gewonnen, einen Gast zu haben, wie er nicht alle Tage zu finden ist. Dieser Herr erschien nun einige Wochen später bei einem Juwelier, wählte einen kostbaren Ring aus und erklärte dann, nur mit einem Scheck zahlen zu können. Der Juwelier zögerte ein wenig und bat um eine Referenz, bei der er sich über den ihm unbekannten Käufer erkundigen könnte. Ihm wurde dann das angesehene Hotel genannt. Die sofort telephonisch eingeholte Auskunft ließ es als sicher erscheinen, daß der Scheck über den hohen Betrag gedeckt sei. Mit vielen Komplimenten geleitete der Juwelier den
über das Thema „Die deutsche Erzeugungsschlacht", wobei er in überzeugenden Ausführungen den Sinn und Zweck dieser großen Aktion darlegte. Die Versammlung wurde sodann mit dreimaligem Sieg- Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler geschlossen.
cxd (£ b e r ft a b t, 2. Jan. Am vergangenen Sonntag hielt der hiesige Turnverein im Saale des Gasthauses „Zur Post" sein Wintervergnügen ab, das sehr gut besucht war. Nach einem Eröffnungsmarsch hielt der Dietwart des Vereins, Heinrich Reitschmidt, eine kurze Ansprache, in der er auf die Bedeutung des Turnens für den Wiederaufbau unseres Volkes und Vaterlandes hinwies. Der Jugend empfahl er, sich freudig in den Dienst der deutschen Turnsache zu stellen. Insbesondere gedachte der Redner der deutschen Brüder von der Saar, die nun bald mit uns vereinigt sein würden. Nach einem Vorspruch, unter dem lichterglänzenden Weihnachtsbaum vorgetragen, führten die Schüler ein humorvolles Stück auf, dem ein ernstes Theaterstück folgte, in dem die Verbundenheit der Ausländsdeutschen mit dem Mutterlands starken Ausdruck fand. Im Mittelpunkt des Abends stand die Aufführung eines ebenfalls ernsten Stückes, das von Turnern und jungen Mädchen wiedergegeben wurde. Am Schlüsse sprach Pfarrer K ö d d i n g im Namen der Zuschauer herzlichen Dank allen denen aus, die sich um die Ausgestaltung des Abends verdient gemacht hatten. Eine Verlosung und ein unterhaltsames Beisammensein beschlossen den anregenden Abend. — Am letzten Tage des Jahres 1934 beging der älteste Einwohner unseres Ortes, Maurermeister Ph. G ö r l a ch, im Kreise seiner Angehörigen seinen 8 6. Geburtstag. Der hochbetagte Mann ist der letzte Vertreter von 1870/71 in unserem Dorfe.
* Ettingshausen, 2. Jan. Die Holz- Ha u e r e i im hiesigen Gemeindewald wurde dieser Tage beendet. 40 bis 45 Erwerbslose konnten für einige Wochen Beschäftigung finden. Das geschlagene Holz wurde im Submissionsweg verkauft, zum größten Teil an eine Firma im Westerwald. Es ist vorgesehen, im Februar neun Morgen Waldgelände roden zu lassen, fernen sollen Straßenbauten als Notstandsarbeit in Angriff genommen werden.
Kreis Alsfeld.
Kreis Wetzlar.
M Odenhausen, 31. Dez. Aus unserm Kirchspiel Odenhausen-Salzböden ist vom vergangenen Jahr das folgende zu berichten: In O d e n h a u f e n : die heilige Taufe empfingen 16 Kinder, konfirmiert wurden 13 Kinder, getraut 12 Paare, es verstauben 2 Perfo/len, am heiligen Abendmahl nahmen 518 Personen teil; in Salzböden: getauft 4 Kinder, konfirmiert 5 Kinder, getraut 2 Paare, es verstarb en 6 Personen, am heiligen Abendmahl nahmen 520 Personen teil. — Die Einwohnerzahl betrug am 10. Oktober 1934 in Odenhausen 537, Salzböden 497 Personen.
<£ Niederkleen, 31. Dez. Im Rathaussaale fand eine öffentliche Gerne in deverfarnm- l u n g statt, in der u. a. beschlossen wurde, zur Fertigstellung des vor zwei Jah^n in Angriff genommenen Baues der Turnhalle die noch ausstehenden gezeichneten Beträge zu kassieren und damit die restlichen Schulden zu decken. Nach Erfüllung dieser Aufgabe soll von der Zivilgemeinde die Fertigstellung der Turnhalle durchgeführt werden/ dazu will man im Gemeindewald Wellenholz hauen und den Erlös aus dem Verkauf für die Fertigstellung der Turnhalle bereitstellen. Diese Regelung wird von der Gemeinde allgemein begrüßt. Die vom Staate genehmigten Notstandsarbeiten beim Ausbau des Lang-Gönser Weges und des Müllerweges wurden an den hiesigen Unternehmer Otto Rüspe l e r vergeben. Hierdurch wird für hiesige Arbeitslose wiederum Arbeit für einige Wochen geschaffen. Weiter wurde bekanntgegeben, daß vom 1. Januar ab für die Landwirte Zuschüsse zu Rodungsarbeiten und zum Einebnen von Wiesen und Aeckern auf dem Wege der Notstandsarbeiten gewährt werden.
Beisetzung
von Ministerialrat Or. Echrod.
LPD. D a r m st a d t, 1. Jan. Am Silvesternachmittag wurde Ministerialrat Dr. Franz S ch r o d auf dem Waldfriedhof zu Darmstadt zur letzten Ruhe geleitet. Nach der kirchlichen Einsegnung und dem Gebet des Geistlichen legte Staatsminister Jung mit einem ehrenden Nachruf für den Toten einen Kranz nieder. Weitere Kranzniederlegungen erfolgten von Direktor F a u l st i ch für die Hessische Landesbank, von dem stellvertretenden Vorstandsmitglied der Landeshypothekenbank, Dr. Bausch, von Direktor Ley, von einem Vertreter der Nassauischen Lebensversicherungsanstalt und von Vertretern der Activitas und der Alten Herren der Chattia in Gießen, die mit Fahne und in Wichs eine Ehrenwache am Grabe stellte.
Preußen.
Großer Diebstahl
in einem Antiquitätengeschäst.
LPD. Frankfurt a. M., 31. Dez. In der Nacht zum 31. Dezember wurde ein schwerer Diebstahl in einem Antiquitätengeschäft in der Bethmannstraße ausgesührt. Dem oder den Tätern fielen folgende Sachen in die Hände: eine kleine Apostelfigur in Silber aus dem 17. Jahrhundert; eine goldene Halskette, Filigran, mit sechs dün- nen Ketten; ein grünes Eidechs-Blldchen, in Gold
die Ratten liefen über sie hin. So war denn an Schlaf während der Nacht kaum zu denken, und bei Tage ebenso wenig; denn die Passagiere wurden durch Kommandos bald auf die eine oder die andere Seite des Schiffes getrieben. Auch die Güte der vereinbarten Verpflegung ließ sehr zu wünschen übrig. Das der Sonne ausgesetzte Fleisch begann zu verderben, das Brot wurde hart wie Stein und bekam Würmer, der Wein wurde heiß. So war es denn erklärlich, daß die Passagiere allmählich ausblieben und die Fahrten mit dem Ende des 16. Jahrhunderts aufhörten.
Eine vierhnndertZahre alteGchildkröte
Es ist bekannt, daß Schildkröten ein ungewöhnlich hohes Alter erreichen, aber zuverlässige Mitteilungen darüber sind äußerst selten. Nun ist in Woosung, das am Hafeneingang von Schanghai liegt, eine Schild- ttöte durch das Kielwasser eines ausfahrenden Dampfers ans Ufer geworfen worden, die ihren Taufschein auf dem Rücken trägt. Ein Fischer, der das ungewöhnlich große Tier fing, entdeckte nämlich auf der Rückenschale der Schildkröte eine Inschrift, die er sogleich von Schriftkundigen entziffern ließ. Sie besagt, daß ein chinesischer Buddhist namens Tako die Schildkröte vor mehr als vierhundert Jahren fing, ihr feinen Namen sowie das Datum und den Namen der Dynastie einritzte, um sie bann nach altem Brauch wieder unversehrt dem Meere zurückzugeben. Während die Gelehrten über das hohe Alter der Schildkröte den Kopf schütteln und emsig nach anderen Mitteilungen über ein so hohes Alter der geheiligten Tiere suchen, hat der Fischer die einträgliche Seite seines seltenen Fanges erkannt und ausgenützt. Er zieht mit der uralten Schildkröte von Dorf zu Dorf und läßt sie gegen ein angemessenes Eintrittsgeld vor den von weither herbei- ftrömenöen Neugierigen sehen. Die Schildkröte erfreut sich bester Gesundheit, gemächlich trabt sie in ihrem Behälter herum und beäugt gelassen und ein wenig mißbilligend die zudringlichen Gaffer. Sie scheint noch lange nicht des Lebens müde zu fein, und man erinnert sich an König Theobalds Riesenschildkröte, der Morgenstern ein so würdevolles Lied gewidmet hat: „Ich bin schon tausend Jahre alt und werde täglich älter".
Seereisen in alter Zeit.
Schiffe, die ausschließlich oder vorwiegend der Personenbeförderung dienen, find im allgemeinen eine Erfindung der Neuzeit. In früheren Jahrhunderten waren sie fast unbekannt, obwohl nicht nur auf einzelnen Flüssen, sondern auch in der Ostsee und auf dem Mittelmeer, ein recht lebhafter Schiffsverkehr stattfand. Wer den Landweg nicht wählen konnte oder wollte, dem blieb in der Regel nur übrig, eine „Gelegenheit" mit einem Handelsund Güterfahrzeug abzuwarten, und die bot sich manchmal gerade dann am seltensten, wenn man fie brauchte. Ausnahmen gab es allerdings. So fehlte es z. B. niemals an großen und kleinen Schiffen zur Fahrt über den Aermelkanal. Im übrigen aber bot im 16. Jahrhundert sogar London, zu jener Zeit doch schon ein ansehnlicher Hafenort, dessen Verkehr indessen vorzugsweise aus den nordischen Ländern bestritten wurde, nicht immer gerade die gesuchte Schiffsgelegenheit. Da wollte von dort ein englischer Kaufmann nach Neapel fahren, aber er fand einen ganzen Monat über kein Schiff nach einem italienischen Hafen. Vergebens suchte er auch zwei Wochen lang in Dünkirchen, Calais und Gravelingen. Natürlich waren die Schiffe auch keineswegs zur Mitnahme von Passagieren eingerichtet, und diese mußten während der Reise zusehen, wo sie an Bord zwischen den umherliegenden Gütern einen Unterschlupf fanden. An Schlafen in einem richtigen Bett oder an Kleiderwechsel war Zumeist nicht zu denken.
Käufer hinaus. Einige Stunden später erschien nun derselbe Herr bei einem anderen Juwelier und bot den eben erst erworbenen Ring zum Verkauf an. Als Wert gab er selbst den Kaufpreis an und bekannte auch ganz offen, daß er den Ring soeben erst in dem anderen Geschäft gekauft habe. Inzwischen aber, sagte er, habe sich in seinen Verhältnissen «vieles geändert, so daß er gezwungen sei, das Wertstück gleich wieder zu veräußern. Der Juwelier, der dem Kunden nicht recht traute, telephonierte vom Nebenzimmer aus mit der anderen Firma und erfuhr, daß die Angaben den Tatsachen entsprachen. Natürlich wurde nun der erste Juwelier von den schlimmsten Ahnungen befallen. Er teilte der anfragenden Firma mit, daß der Ring mit einem Scheck bezahlt worden sei und veranlaßte ihn, sofort die Polizei zu benachrichtigen. Der Verdacht, daß der Käufer mit dem Geld für den unbezahlten Ring verschwinden wollte, lag auf der Hand und so zögerte die Polizei nicht lange mit der Verhaftung. Bald aber stellte es sich schon heraus, daß der Scheck reichlich gedeckt war. Man mußte den Mann aus der Haft entlassen, der natürlich alles, was sich bis jetzt ereignet hatte, sorgfältig ausgeklügelt hatte und jetzt mit der Ausführung feines eigentlichen Planes begann. Er verklagte nämlich die beiden Juweliere wegen Schädigung feines Ansehens und seines Kredites, und das Gericht mußte ihm einen Schadenersatz von vielen tausend Dollar zusprechen.
Die andere Gaunergeschichte ereignete sich in Amsterdam, wo eines Tages ein Herr einem Juwelier den Auftrag gab, für ihn eine Perle von ganz großer Seltenheit und Kostbarkeit zu kaufen, deren Größe und Farbe er genauestens beschrieb. Es war für den Händler nicht leicht, den Auftrag auszuführen, und er brauchte einige Wochen, bis ihm der Ankauf einer Perle gelang, die das gewünschte Aussehen hatte. Erfreut brachte er sie dem Kunden, der ohne Zögern den Preis von zehntausend englischen Pfund auf den Tisch legte. Ein'Jahr darauf erschien der Kunde wieder bei dem Händler und erklärte, er habe sich inzwischen entschlossen, seiner Frau ein Paar Ohrringe arbeiten zu lassen und brauche darum noch eine ebensolche Perle. Der Juwelier erklärte es als außerordentlich schwierig, ein auch nur annähernd ähnliches Stück aufzutreiben. — Monate vergingen. Der Kunde fragte hin und wieder vor und bekam nur zu hören, daß der Ankauf noch nicht gelungen fei. Dann aber eines Tages wurde ihm doch die erfreuliche Mitteilung gemacht, daß eine Perle aufgetrieben worden fei, die wirklich „fast" das Aussehen der ersten hätte, aber den dreifachen Preis koste. Auf die Anrage des Juweliers, ob er die Perle für den Kunden kaufen solle, gab dieser ihm ben Auftrag, das Wertstück für den Preis von 30 000 Pfund für ihn ZU erwerben. Der Kunde hat die Perle niemals abgeholt, der von ihm gedungene Mittelsmann aber hatte für die erste Perle, denn um diese handelte es sich, eine stattliche Summe erzielen können. Der „Kunde" und der Verkäufer der „zweiten" Perle aber suchten mit ihrer gemeinsamen Beute das Weite, während der betrogene Juwelenhändler mit der viel zu teuer gekauften Perle das Nachsehen hatte.
Tanz um den Totenschädel.
3n diesen Tagen ist in einem Prozeß gegen fünf Eingeborene in Britisch - Ostafrika das Geheimnis um den Tod eines englischen Farmers gelöst worden, der im Herbst 1931 von Eingeborenen ermordet worden war. Fünf Krieger des Samburu-Stammes hatten sich unter dem Verdacht, die Mörder des Theodore Cowper Powy zu fein, vor dem Gericht in Rumuruti im Kenia-Gebiet von Britifch-Ostafrika zu rechtfertigen. Vor drei Jahren fand man den furchtbar zugerichteten Leichnam, dem der Kopf fehlte, in der Nähe der Farmen, die der Engländer Powy zu verwalten hatte. Die Vermutung lag nahe, daß er von einem Löwen, die dort keineswegs selten sind, überfallen worden war, bis nach Monaten ein Schwarzer eines den Samburu nicht günstig gesonnenen Stammes einem Engländer mitteilte, er habe den Schädel des Powy in der Hütte eines Kriegers der Samburu gesehen. Diese Aussage, der man zunächst wenig Glauben schenkte, wurde von anderen Eingeborenen bald bestätigt, die bemerkt hatten, wie fünf Krieger mit blutigen Speeren um den Kopf eines Weißen einen Tanz aufführten. Die englische Polizei verhaftete die verdächtigen Neger, von denen zwei sich offen mit ihrer Heldentat brüsteten, einen Weißen ermordet zu haben. Es wurde ferner bei dem Verhör der fünf Angeklagten fest gestellt, daß in der Nacht nach dem Morde sich die fünf Mörder in der Hütte eines Medizinmannes versammelt hatten, den sie gebeten hatten, sie durch seinen Zauber vor Verfolgungen der Engländer zu schützen. In der Beschwörung der Geister durch den Zauberer spielte der Schädel des Ermordeten, der sich in der Mitte unter den Schwarzen befand, eine große Rolle. Vor und nach der Zeremonie wurde getanzt und gesungen, woran die Weiber der Sam- buru-Krieger sich leidenschaftlich beteiligten. Die Mörder nahmen das über sie ausgesprochene Todesurteil mit demselben Gleichmut auf wie ihre Angehörigen.
Ein SOOO-Mark-Gewinner der sich nicht meldete.
LPD. Marburg, 1.Jan. Wie erst jetzt bekannt wird, entfiel bei der Prämienziehung zur vorjährigen Winterhilfslotterie ein 5000-Mark- Gewinn auf die in Marburg verkauften Lose. Da niemand diesen Gewinn abholte, kam er der Winterhilfe zugute. Jedenfalls hat der betreffende Käufer des Winterhilfsloses, als er vielleicht eine Niete zog, der anhängenden Prämien- n ummer auch keine Beachtung geschenkt und diese samt der Niete fortgeworfen.
montiert und mit goldener Verzierung auf der oberen Seite; eine silberne Zigarettendose; eine goldene Filigran-Brasche mit drei kleinen Goldtropfen, ein Paar goldene Ohrringe mit Perlen und Korallen (Biedermeiers; ein Paar goldene Ohrringe mit starken blauen Steinen; ein Paar Ohrringe, Silber, vergoldet, mit geschliffenen Gläsern, 18. Jahrhundert; ein Paar goldene Ohrringe mit Korallen in Traubenform; ein goldener Ring mit roten Steinen, in denen die Buchstaben H. K. eingeschnitten sind, ein Eisenring mit Goldplatte; auf der die Königin Luise im Profil dargestellt ist; eine silberne Zigarettendose in Filigran, ein kleines silbernes Kreuz; eine goldene Herrenkette; eine kleine Brosche in Silber mit Emaille und Filigran; ein silberner Anhänger, Heilige Familie, 15. Jahrhundert, ein kleiner silberner Anhänger, Je-susknabe, 16. Jahrhundert; eine kleine silberne Laterne, Filigran. Für die Wiederherbeischaffung der gestohlenen Sachen bzw. die Ermittlung der Täter ist mit der Aussetzung einer dem Wert der Sachen entsprechenden Belohnung rechnen.
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betreffend den Besuch der Berufsschule zu Gießen durch auswärtige Schüler.
Es besteht Veranlassung darauf hinzuweisen, daß alle in Gießen beschäftigten Berufsschulpflichtigen, einerlei ob sie aus benachbarten hessischen oder preußischen Orten kommen, die Berufsschule zu Gießen zu besuchen haben. (Arf. 17 Abs. III des Volksschulgesetzes).
Die Arbeitgeber werden gemäß Artikel 24 und 25 des Volksschulgesetzes aufgefordert, die in Frage kommenden Schüler(innen) zum Besuche der Fortbildungsschule Gießen abzuhalten. Arbeitgeber, die dieser Aufforderung nicht nachkommen, unterliegen der Bestrafung gemäß Artikel 25 Abs. III des Volksschulgesetzes. 7576D
Gießen, den 20. Dezember 1934.
Stadtschulamt. I. V.: N e b e li n g.
Bekanntmachung.
Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Heuchelheim für das Rechnungsjahr 1935 liegt vorn Donnerstag, dem 3. Januar 1935, ab eine Woche auf der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen können daselbst während dieser Frist schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. IO
Heuchelheim, den 29. Dezember 1934.
Hessische Bürgermeisterei: Rinn.
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