Ausgabe 
2.1.1935
 
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massen umsäumten Linden zur Wilhelmstraße.

In Fünfzehnerreihen, gut ausgerichtet und im strammen Schritt marschierten dann die Ehrenforma- tionen am Führer vorbei. Eine ungeheure Begeisterung entstand, als die zerfetzten Sturm­fahnen, von denen jede auf schwarzem Band den Namen eines Gefallenen trägt, und dann die Standarten mit den sieggewohnten Adlern am Führer vorbeigetragen werden. Der Führer stand in einem Auto; bei ihm Obergruppenführer Brück­ner, der Chef des Stabes Lutze mit seinem Ad­jutanten Oberführer Reimann, Reichsminister Dr. Frick und Brigadeführer Fritsch, ferner der Reichssportführer SA.-Gruppenführer von Tschammer und Osten.

Als der letzte Marschtritt verhallt, begibt sich der Führer durch das große Tor zurück in die

Reichskanzlei. Da reißt die Absperrung, und Jun­gen und Mädel stürmen auf den Führer zu, um ihm Blumen und Glückwünsche zu bringen und ihm die Hand zu drücken. Noch mehr­mals zeigte sich der Führer im ersten Stockwerk der Reichskanzlei am Fenster, da mit den gewohnten Sprechchören die Menschen­menge immer wieder nach ihm verlangte und in immer neuen Versen ihrem Verlangen und ihrer Begeisterung Ausdruck gab. Noch bis in die späten Abendstunden war die Wilhelmstraße von dichten Menschenmengen besetzt, die immer noch daran hofften, den Führer noch einmal sehen zu können. Groß war der Jubel, als der Führer zu einer kur­zen Ausfahrt noch einmal die Reichskanzlei ver­ließ.

Rückblick und Ausblick.

Eine Gilvesteronsprache des Reichspropagandaministers Or. Goebbels.

Berlin, 1. Jan. (DNB.) Der Führer hat zum Jahreswechsel folgenden Aufruf an die NSDAP, erlassen:

Nationalsozialisten, Nationalsozialistinnen, Parteigenossen!

Ein für Deutschland ereignisreiches Jahr ist zu Ende gegangen. Zum zweitenmal feiern wir i n unserem Staat den 1. Januar. Mit Stolz kann die Bewegung auf ihre Leistungen in den letzten zwölf Monaten zurückblicken, denn die staat­liche und moralische Regeneration sowohl wie die wirtschaftliche Wiederaufrichtung unseres Volkes sind ihr Werk. Wohin wäre Deutschland gekom­men ohne sie? Die Nachwelt wird dereinst die Größe dieser allgemeinen Umwälzung geschichtlich feststellen, die im zweiten Jahr des nationalsoziali­stischen Regimes fortgeführt und befestigt wurde. Noch vor zwölf Monaten prophezeiten unsere Geg­ner für das Jahr 1934 den unausbleiblichen Zusam- bruch des neuen Reiches. Deutschland und das deutsche Volk aber sind auf allen Gebieten Ihrer nationalen Existenz und Selbstbehauptung st ä r - ker geworden.

Trotzdem uns in diesem Jahre die Vorsehung in dem Generalfeldmarschall den großherzigen Ver­mittler genommen hatte, ist die g e i st i g e Ueber- einstimmung zwischen der Idee der national­sozialistischen Bewegung, ihrem Wollen und dem deutschen Volk eine immer innigere ge­worden. Nach der im letzten Sommer vorge­nommenen Säuberung der Partei von un­würdigen Elementen ist sie heute mehr denn je d e r tatsächliche pol^i tische Willensträger der Nation. Sie ist dies nicht etwa aus un­berechtigter und damit überheblicher Anmaßung, sondern zu recht, bestätigt durch die erneut festge­stellte Willensmeinung der überwältigenden Mehr­heit unseres Volkes.

Ich weiß, meine Parteigenossen, daß dies im kommenden Jahr nicht nur so bleibt, sondern s i ch noch verstärkt, denn: die große reformatorische Arbeit an Volk und Reich wird weitergeführt. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und soziale Not wird fortgesetzt. Den Feinden und Phantasten aber, die soeben wieder glauben, durch eine Flut von geschriebenen Lügen und Verdächti­gungen das nationalsozialistische deutsche Volk und

1935dasZahrderErtüchtigimg fmdieHitlerjugend

Oie NeujahrSbotschast des Reichsjugendführers Baldur von Gchirach.

Saarfrage ist durch loyales Entgegenkommen zwischen Berlin und Paris aus der Atmosphäre gefährlicher Ueberhitztheiten herausgenommen und wieder in eine normale und leidenschaftslose Be­trachtungsweise zurückversetzt worden. Die deutsche Forderung auf nationale Gleichberech­tigung wird mehr und mehr in der Welt begrif­fen und gebilligt. Dem weisen und behutsamen Vorgehen des Führers in allen kritischen Situatio­nen des vergangenen Jahres ist es zu verdanken, daß dem schwergeprüften europäischen Erdteil der Frieden erhalten blieb und die dunklen Ge­witterwolken, die an Konflikten interessierte Ele­mente über Europa zusammengebraut hatten, sich mehr und mehr verziehen.

Welche Ziele hak das deutsche Volk sich nun für das Jahr 1935 zu stellen? Unsere Anstren­gungen müssen wirtschaftlich dahin gehen, die Arbeitslosigkeit im konzentrischen Angriff des kommenden Frühjahrs und Sommers aufs neue zu attackieren, um sie wiederum, und diesmal entscheidend, zurückzuwerfen. Es muß uns dabei gelingen, in der Devisen - und Rohstoff-Frage zu greifbaren Ergebnis­sen und fühlbaren Erleichterungen zu kommen. Hand in Hand damit geht ein zielbewußter und auf weite Sicht eingestellter Kampf um die allmähliche Hebung des Le­bensstandards des Gesamtvolkes, verbunden mit der endgültigen Durchsetzung einer gedanklichen und praktischen Solidarität der deutschen Ration, die für alle Zukunft un- zerbrechbar fein muß. Innerpolitifch wollen wir mit Ernst und Sachlichkeit den Versuch machen, den Kirchen st reit zu beendigen und damit auch auf diesem letzten Gebiet inne­rer Spannungen die noch verbliebenen Reste von Krisenstoffen aus dem Wege -zu räumen. Es wird und muß gelingen, den Frieden des Volkes auch in kirchlicher Beziehung zu sichern und die Summe von Kraft, die bisher noch hier gebunden war, einheitlich und zielbewußt auf große nationalverbindliche Aufgaben zu lenken.

Des Führers BoWast an die Partei.

sten SA.-Führer, an dem Führer des gesamten deutschen Volkes, vorbei. Dieses Führers wollen wir gedenken. Der Führer Sieg-Heil! Sieg-Heil! Sieg-Heil!"

Dann erklingt das Horst-Wessel-Lied. Inzwischen haben aus der Schloßrampe 23 Hitlerjungen v o n d e r S a a r, die mit ihren Motorrädern nach Berlin gekommen sind, Aufstellung genommen. Der Obergruppenführer begrüßt jeden einzelnen der Jungen durch Handschlag. Dann formieren sich die angetretenen Verbände zur Marschkolonne. Der Obergruppenführer setzt sich an die Spitze, neben ihm Gruppenführer von Tschammer und Osten, dahinter Gruppenführer Uhland und der Staats­kommissar der Reichshauptstadt Standartenführer Lippert. Die Kolonnen setzen sich in Bewegung und der Marsch geht durch die von dichten Menschen-

Freiburg i. B., 31. Dez. (DNB.) Am Silve­sterabend sprach Reichsminister Dr. Goebbels von Freiburg i. B. über alle Sender zum deutschen Volk. Er führte u. a. folgendes aus:

Meine deutschen Volkgenossen und Volkgenossin­nen! Zum letzten Male im ablaufenden Jahre 1934 habe ich Gelegenheit, zu Euch allen zu sprechen. Ich benutze sie vorerst, um Euch die herzlich- sten Grüße und Glückwünsche des Füh­rers, der Partei und der Regierung zumJahreswechselzu übermitteln. Sie dan­ken Euch durch meinen Mund für das Uebermaß an Vertrauen, das Ihr ihnen im Jahre 1934 in schweren und sorgenvollen zwölf Monaten unbeirrt entgegengebracht, für die Ausdauer und mutige Zähigkeit, mit der Ihr die harten Kämpfe um das Leben und die Zukunft der deutschen Nation bestan­den, und für den Opfersinn, den Ihr dabei in den vielen Prüfungen bei der Verwirklichung einer neuen deutschen Volksgemeinschaft immer wieder bewiesen habt. Sie bitten Euch, auch im kom­menden Jahr von derselben Festigkeit beseelt zu bleiben und der Welt das edle Beispiel eines ein­mütigen Volks zu geben, das, wenn auch vom Schicksal nicht verhätschelt, dennoch tapfer seinen Mann steht in der Behauptung seines nationalen Daseins. Die Regierung und die Partei aber ver­sprechen Euch, so wie in den hinter uns liegen­den Jahren, auch im kommenden hart zu sein in der Verfechtung unserer unabdingbaren Lebensinteressen und nicht zu ruhen und zu rasten, bis Deutschland sich wieder den Platz unter den anderen Völkern zurückerkämpft hat, der ihm auf Grund seines Cha­rakters, seiner Tüchtigkeit und seiner Leistungen gebührt.

Das Jahr, das nunmehr hinter uns liegt, war reich an Kämpfen, und es wurde uns dabei nichts erspart an großen Prüfungen und schwe­ren Belastungen. Es war ein turbulentes Iahr, in dem das Schicksal uns gegenüber nicht kargte mit Erfolgen, aber auch nicht mit Ent­täuschungen mannigfacher Art. Jedoch berun- sterbliche Lebenswille unseres Volkes hat alle Widerstände siegreich nieder- dergebrochen und das System des nationalsozia­listischen Staates steht heute fester und unerschütterlicher denn je. Wit Stolz und innerer Genugtuung können wir auf die vergangenen zwölf Wonate zurückschauen. Wir sind uns selber treu geblieben und haben uns damit den Segen des Himmels verdient, der uns in so überreichem Wahe bei unserer Arbeit und in unserem Kampfe zuteil wurde. Wirtschaftlich gesehen ist es uns in dieser relativ so kurzen Zeitspanne gelungen, die Ar­beitslosigkeit wiederum um bedeutende Mil­lionenziffern zurückzudrängen. 4,5 Millionen Menschen, die yeute wieder an den Maschinen stehen oder in den Kontorstuben sitzen, sind lebendige Zeu­gen des organischen und auf weite Sicht eingelei­teten Wiederaufbauprozesses unserer nationalen Produktion.

Gewiß wird niemand die großen Schwierigkeiten verkennen, denen wir bei der Ankurbelung unseres Wirtschaftsprozesses begegnen mußten. Der Mangel an Devisen und Rohstoffen macht sich vielfach un­angenehm bemerkbar. Aber auch hier wird es deut­scher Tüchtigkeit und deutschem Erfindergeist ohne Zweifel gelingen, in absehbarer Zeit Mittel und Wege zu finden, um uns entweder den Zugang zu ausländischen Märkten wieder zu eröffnen, oder aber im Inland durch eigene Produktion unsere Wirtschaftsbasis auf das für unser Volk notwendige Maß zu erweitern.

Auch das s o z i a l e L e b e n bat im abgelaufenen Jahre durch gesetzgeberische Maßnahmen sowohl wie auch bei der Befestigung des Volksgemeinschafts­gedankens mannigfache Befruchtungen erfahren. Die Idee der Kameradschaft eines ganzen Volkes »beginnt sich zusehends zu verwirklichen, die Arbeit als Begriff ist von einem neuen Ethos erfüllt. Das Winterhilfswerk hat auch in diesem Jahre weit über alle Erwartungen hinweg seine soziale Mission an den Aermsten unseres Volkes erfüllt.

Niemand weiß besser als wir, daß noch in wei­ten Kreisen der deutschen Arbeiterschaft die L o h n- und Gehaltsfrage sehr im Argen liegt. Es wird Aufgabe kommender Anstrengungen sein, den Lebensstandard des ganzen Volkes auf eine Höhe zu heben, die als menfchen- und kulturwür­dig in jedem Sinne angesprochen werden kann. Aber gerade der Arbeiter wird am ehesten Ver­ständnis dafür aufbringen, daß es zuerst notwen­dig ist, jeden wieder zu Beschäftigung und Brot zu bringen, ehe daran gedacht werden kann, das Lebensniveau des Volkes 'im Ganzen zu heben.

Leider haben die inneren Spannungen auf dem Gebiet der kirchlichen Auseinanderset­zung mancherorts unerfreuliche Formen angenom­men. Dar muß um so bedauerlicher erscheinen, als sich hier und dort bereits die Nörgelsucht und bos­hafte Rechthaberei einer kleinen Schicht von ewigen Kritikastern ihrer bemächtigt hat, um im Schütze des sogenannten Kirchenkonflikts Sabotagearbeit am Staate selbst zu betreiben. Es bedarf keiner Betonung, daß Partei und Regierung mit wach­samen Augen diese Entwicklung beobachten, ohne einen Zweifel darüber zu lassen, daß sie keines­wegs gewillt sind, dem Staate oder dem Volke Schaden antun zu lassen.

Die Stabilität unserer innerpolitischen Verhält­nisse gab dem Führer und seiner Regierung die Möglichkeit, die deutsche Außenpolitik wieder in einem Maße zu aktivieren, das uns für die nächste Zeit reiche Hoffnungen verspricht. Die

DNB. Berlin, 1. Jan. Die Hitlerjugend leitete das neue Jahr mit einer ernsten Gedenkfeier für die Toten des Weltkrieges und für ihre gefallenen Kameraden ein. Die Veranstaltung gab dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach Gelegenheit, eine Neu- j a h r s b o t f ch a f t an die deutsche Jugend zu richten, die über die Sender auch zu den im Reich zu Gedenkstunden versammelten Formationen der HI. übertragen wurde. Am Ehrenmal der Toten des Weltkrieges Unter den Linden legte Baldur von Schirach einen Lorbeerkranz nieder, dessen rot- weiß-rote Schleife die Aufschrift trug:Ihr lebt!"

Außenpolitisch ist die ganze Nation von dem sehnlichsten Wunsch erfüllt, am 13. Januar das deutsche Saaroolk geschlossen wieder zurück zum Reich zu holen und es gibt kein Gefühl, das uns stärker und zwingender bewegte, als das der Liebe und der brüderlichen Verbunden­heit, mit der wir unsere uns bisher entrissenen deutschen Brüder und Schwestern an der Saar wieder in unsere Arme schließen wollen. Wir kön­nen und werden dabei die Hoffnung nicht aufgeben, daß es uns, wenn am 13. Januar d i e letzte territoriale Frage, die uns von Frankreich scheidet, gelöst ist, dann auch gelingen wird, mit dem großen französischen Volk zu einem wirklichen und dauerhaften Frieden zu kommen, bei dem beide Partner als gleichberechtigte Nachbarnationen erkennen werden und müssen, daß in ihrem fried­lichen Ausgleich der Keim der wirtschaftlichen Ge­sundung und einer neuen politischen Ordnung für ganz Europa liegt.

Im festen Blick auf die Aufgaben, die das neue Jahr uns stellt, erfüllen sich unsere Herzen m i t tiefer Dankbarkeit und verehrungs­voller Liebe für den Führer, der der deutschen Nation den Weg aus Wirrnis, inner- politischer Zerrissenheit und außenpolitischer Ohn­macht gewiesen hat. Die ganze Nation vereinigt sich in heißem und inbrünstigem Gebet zum all­mächtigen Lenker aller Menschen- und Völkerschick­sale, dem Führer Gesundheit, Kraft undeine gesegneteHandbeiall feinen Tun und Lassen zu verleihen. Er selbst aber hat an das deutsche Volk, dem er mit Leib und Seele ver­schworen und mit ganzem Herzen verbunden ist, nur die eine Bitte, i h m weiter sein Ver­trauen, seine Liebe und seine tätige Hilfe zur Verfügung zu stellen. Wo in allen Erdteilen und auf allen Weltmeeren die deutsche Zunge klingt, da steigt um die Stunde der Jahres­wende sein Name aus Millionen und Millionen dankerfüllten Herzen leuchtend empor und Mil- lionen und Millionen Lippen sprechen ihn in zit­terndem Erbeben aus. Er ist das Schicksal, nach dessen Gesetz wir angetreten sind, die Hoffnung, aus die wir bauen, der Glaube, mit dem wir uns fest und vertrauensvoll dem harten Leben stellen. Gott segne den Führer und sein Werk!

Deutsche Reich zu entzweien, und das ihnen ver­haßte Regiment stürzen zu können, wird die harte Wirklichkeit nach zwölf Monaten die gleiche Wider­legung zuteil werden lassen wie in dem Jahre, das hinter uns ließt. An der D i s z i p l i n u n d T r e u e der nationalsozialistischen Partei und ihrer An­hänger sowie am unerschütterlichen Glauben so­wie der B e h a r r l i ch k e i t d e r F ü h r u n g wird jeder Versuch, Deutschland zu schädigen, am Ende ergebnislos jein.

Nach dem Abschluß dieses Jahres danke ich all meinen Mitarbeitern und Führern der politischen Organisation der nationalsozialistischen Partei, den Führern der SA., SS., des Arbeitsdienstes, der Hitlerjugend und des NSKK., den Führern unse­rer Bauern- und Arbeiterorganisationen sowie den Führerinnen der Frauenschasten und des BDM. für die unentwegte Treue und den b linden Gehorsam, die sie mir entgegenbrach­ten und in denen sie mir folgten.

Ich danke damit aber auch den Millionen der Parteigenossen und Anhänger, den zahllosen braven SA.- und SS.-Männern für die treue Anhänglich­keit an meine Person als ihren Führer, für die Hingabe an die Bewegung, für ihre Opfer und für ihre Arbeit im Dienste unseres Volkes und damit für ihren Glauben an Deutschland. Ich danke auch den Millionen Unbekannter und Namenloser, die die Erfüllung unseres Wollens durch ihre fleißige, sachliche Mitarbeit ermöglichen halfen.

Das Jahr 1935 soll uns alle erfüllt sehen von einem verstärkten Eifer des Kampfes und der Arbeit für unser Volk. Diesem aber wollen wir nichts besseres wünschen als ein Leben in Ehre und Frieden. Denn dann wird es unserer Arbeit mit Gottes Hilfe gelingen, der Nation auch das tägliche Brot zu sichern. Am heißesten aber wünschen wir für das Jahr 1935 die Rückkehr jenes deutschen Gebietes, das durch seine Stimme des Blutes am 13. Januar die u n - lösbare Gemeinschaft mit dem Deut­schen Reiche vor aller Welt bekunden wird.

Es lebe die nationalsozialistische Bewegung! Es lebe unser einiges deutsches Volk und Deutsches Reich!

München, den 1. Januar 1935.

Gez. Adolf Hitler.

Auf dem I o h a n n e s f r i e d h o f in Plötzen- f e e am Grabe des Hitlerjungen Herbert N o r k u s, der am 24. Januar 1932 fein Leben hingeben mußte, hatten Formationen der HI., der Marinejugend, des BdM. und des Jungvolks Aufstellung genom­men. Kränze und Blumensträuße schmückten das Grab. Schwarze Rauchwolken fliegen aus Opfer- schalen beiderseits des Hügels hoch.

Baldur von Schirach begrüßte die Eltern und Verwandten des Hitlerjungen und verkündete bann, nachdem er einen Kranz niedergelegt hatte, die N e u j a h r s b o t s ch a f t. In ihr heißt es u. a.:

Das Jahr 1934 wurde zum Jahr der Schu­

lung erklärt, das Ziel dieser Parole war die Ein» führung aller neugewonnenen Jugend in Geist und Gesetz der nationalsozialistischen Bewegung. Rück­blickend kann ich heute, am Morgen des 1. Januar 1935, mit Stolz feststellen, daß die Hitlerjugend in ihrer Gesamtheit die Aufgabe des vergangenen Iah- res in vorbildlicher Weife bewältigt hat. Im Laufe des vergangenen Jahres verfügte ich eine totale Mitgliedersperre, um eine Ueberlaftung der HJ.-Führer zu verhindern, die durch den ständigen Zustrom zu unseren Jugend­organisationen hätte entstehen können. Diese Mit­gliedersperre wird hiermit mit sofortiger Wirkung für beschränkte Zeit aufgehoben. Allerdings wird das Verbot der Doppelmitglied­schaft in vollem Umfang aufrechterhalten. Als Neujahrsgeschenk für die Hitlerjugend an die gesamte deutsche Jugend hat sich die Reichsjugendführung entschlossen, eine gewisse Milderung des Ver­botes der Doppelmitg^edschaft insofern eintreten zu lassen, als sie jeder Einheit der nationalsozialistischen Jugendoerbände, also jeder Einheit des Jungvolks, des BdM. und der HI. gestattet, Gäste aufzu- nehmen, und zwar auch solche Gäste, die ande­ren Jugendverbänden, auch katholischen, angehören.

Die Arbeit der Hitler-Jugend im neuen Jahr be­ginnt mit den Führertagungen aller Ge­biete. Das ganze 1935 wird zum Jahr der Er­tüchtigung erklärt. Es gilt den Gesund­heitszustand der gesamten deutschen Jugend zu heben und die Fehler und Nachlässigkeiten der vergangenen Erziehungsepoche zu überwinden. Mit meiner Forderung nach körperlicher und beruflicher Höchstleistung muß ich als Führer der mir anoer­trauten Jugend ganz besonders harte Be­st immungen gegen solche Unterführer und Unterführerinnen erlassen, die es zu einer Ueberanftrengung der von ihnen geführten Jugendlichen kommen lassen. Solche Jugendführer und Jugendführerinnen, dis entgegen den ihnen erteilten Weisungen, die ihnen folgende Jugend in ihrem Gesundheitszustand ge­fährden, werden mit Wirkung vom 1. Januar 1935 mit Ausschluß aus der Hitler-Jugend b e ft r a f t.

Unser besonderer Gruß gilt heute d e r deut­schen Elternschaft. So wie unsere stolze Jugendbewegung nie ohne die verständnisvolle Hilfe der deutschen Eltern in der Vergangenheit hätte bestehen können, so bauen wir auch in unserer zukünftigen Arbeit auf dem Vertrauen der Mütter und Väter unserer Jugend auf. Dankerfüllt muß sich am 1. Januar 1935 jeder Junge und jedes Mädel dessen erinnern, daß die schönste und kostbarste Errungenschaft der Hitler- Jugend das Vertrauen der deutschen Eltern ist. Dieses Vertrauen zu bewahren und zu stärken ist die vornehm st e Pflicht jedes Führers und jeder Führerin im neuen Jahr. Nur bann wird die Arbeit der Jugend von Bestand fein können, wenn der Segen des Elternhau- e s auf ihr ruht. Mit stolzer Ehrfurcht im Herzen ;ehen wir ans große Werk. Ueber uns die Fahne Adolf Hitlers, die Fahne des Friedens und der Ehre.

Ein Aeujahrsausrus des VDA.

Der Volksbund für das Deutschtum im Aus­lande veröffentlicht folgenden Neujahrsaufruf:

Das vergangene Jahr hat im Reiche das Be- wußtsein der Verbundenheit mit den Volksgenossen draußen gestärkt und vertieft. Der Volks turns- a e d a n k e wird als Verantwortungsge- ühl gegenüber den Werten des Blu­tes, der Gemeinschaft und der Opfer- pflicht auch dem Außenvolkstum gegenüber sich im Reiche steigend durchsetzen. Das gilt besonders ür die junge, im neuen Geist aufwachsende Gene­ration. Dank daher allen jungen und altbewährten Mitarbeitern im VDA. für die bewiesene Einsatz- treue. Wir wissen: Jede volksdeutsche Gruppe steht in Verantwortung an ihrem Platze in schwerem Kampf um ihre Erhaltung. Nur jene Einmütigkeit, die uns in ihrem Schlußkampf die Deutsche Front zeigt, jene allen deutschen Volksgruppen bitter not­wendige letzte Geschlossenheit aller Deutschen in den Grundfragen des Daseins läßt uns vor dem Schicksal bestehen.

Euer Schicksal, ihr Volksgenossen draußen, ist aller Deutschen Schicksal. Kampf ruft aber auch die tiefsten Kräfte wach. Formen und Institutionen mögen da und dort sinken, deutscher G e i st aber wird den Kampf bestehen. Wir im Reiche werden unentwegte und selbstlose Treuhänder sein ür euren Glauben an das deutsche Volk im Reiche und für die wachsende Gemeinschaft aller Deut­schen. Ihr werdet eure 21 r t und Würde wahren, wie wir auch anderes Volkstum achten und anerkennen. Im Zeichen des siegreichen Schluß­kampfes an der Saar, der auch ein volksdeutscher Sieg sein wird, grüßen wir euch mit:Volkheil!"

Dr. Hans Steinacher, Leiter des VDA.

Oer Lustschutz ttn Vormarsch.

Der Präsident des Reichsluftschutzbundes, General­leutnant a. D. Grimme, nimmt in einem zum Jahreswechsel veröffentlichten Rückblick auf das Jahr 1934 Gelegenheit, die Leistungen und Erfolge im Aufbau des zivilen Luftschutzes aufzuzeigen. Danach umfaßt der Reichsluftschutzbund fast 5 Milli­onen Mitglieder, die in 18 000 Untergliede­rungen zusammengefaßt sind. In 2100 Luftschutz- schulen unterweisen 9000 Luftschutzlehrer die Bevöl­kerung und die Amtsträger des RLB. in den Maß­nahmen des Selbstschutzes. Unter 1,5 Millionen im Luftschutz ausgebildeten Volksgenossen befinden sich 280000 Amtsträger und 800000 Luftschutzhauswarte. Die wichtigste Selbstschutzmaßnahme, die Ent­rümpelung der Hausböden, ist im Reichs­durchschnitt zu über 50 v. H. durchgeführt. 7000 Schutzräume wurden nach den vorgeschriebenen Richtlinien errichtet und ausgestattet.

An die Technische Nothilfe.

Der Reichsführer der Technischen Nothilfe, SA.- Gruppenführer W e i n r i ch, veröffentlicht folgenden Neujahrsbefehl:Die Technische Nothilfe hat mit Ablauf des Jahres 1934 eine schicksalsreiche Zeit seit ihrer Entstehung hinter sich. Im Jahre 1919, als die Zersetzung der deutschen Lebenskräfte sich vollzogen hatte, wurde zur tatkräftigen Bekämpfung der deut­schen Not die Technische Nothilfe gegründet. Seit dieser Zeit stand die Technische Nothilfe im här­testen Kampf gegen einen immer fort­schreitenden Terror, der den Lebenswillen des deutschen Volkes zu zerstören suchtch. Unzählige Fälle des blutigsten Terrors zeugen dafür, mit wel­chem Haß man den Nothelfer bekämpfte. Ich weiß, wie schwer gerade die treuesten Anhänger unter der Not der Zeit und den wirtschaftlichen Sorgen zu leiden hatten. Dennoch hieltet Ihr trotz schwerer Opfer fest zusammen, wenn Ihr angegriffen und geschmäht wurdet wegen Eurer selbstlosen Liebe zu Volk und Vaterland. Der Füh-