Das Programm für den Erntedanktag 1935
Ab
8.I
spannen auszuräumen, aber wenn irgenb möglich, ordnuna den Verbraucherpreis fe st zuhalten. der and«
und ausdauernde Krieger, die Strapazen er-
zähe
den letzten beiden Jahren ständig gestiegene Kaufkraft der Landwirtschaft. Die er-
Eine britische Anfrage in Paris.
England wünscht Zusammenarbeit mit Frankreich im Mittelmeer.
aufgebaut, zwar zugunsten des Bauern alle spekulativen und überhöhten Handels- und Verteilungs-
Daß die Maßnahmen der nationalsozialistiscken Agrarpolitik zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit der bäuerlichen Betriebe richtig waren, beweist die in
berg, Ohrdruf, 3 Aufklärungsslaffeln, 1 Staffel des Vefehlskampfgeschwaders, 3 Staffeln der Luflwaffenreferve, 1 Flugzeug G 38 der Deutschen Lufthansa, Flak.-Abt. IBolfenbütteL Schluß- Zeichen für die Gefechtsübung: eine Knallbombe.
Gegen 13.00 Uhr: Der Führer begibt sich zur unteren Tribüne. Rede des Reichsbauern- führers Darrs.
3tc6e de« Führer«.
Rationalhymne. Abschuß von 300 Fall- schirmbomben. Danach Beginn des Abmarsches der Teilnehmer zu den Bahnhöfen.
Ab 19.00 Uhr: Abfahrt der Sonber- Züge.
sches von den Quartieren und den Bahnhöfen.
.00 Uhr: Auf dem Bückeberg Darbietungen durch Volkstanzgruppen, Sing- und Spielgruppen, Blaffen- chöre und Musik. 3 0 0 0 bäuerliche Trachtenträger bilden Spalier längs des Führerweges. Die Feldzeichen und Fahnen nehmen auf der Rednertribüne, Ehrenabteilungen der politischen Leiter, der SA. und SS. vor der oberen Tribüne Aufstellung.
Eintreffen de« Führer«
Empfang der Bauernabordnungen in Go«lar.
20.00 Uhr: Eintreffen des Führers in Goslar. Rach Abfchreiten einer Ehrenkompagnie des 3. Jäger - 32L (Böttingen begibt sich der Führer in die Kaiserpfalz. Überreichung der Ehrenbürger - Urkunde der Stadt Goslar durch den Oberbürgermeister der Stadt an den Führer. Empfang der B a u- ernaborbnungen burch ben Führer.
21.00 Uhr: Der Führer nimmt auf bem Balkon bet Kaiserpfalz ben großen Zapfe n st r e i ch, ausgeführt burch 3. 3ä- ger-3R. (Böttingen, ab. Großes Feuerwerk.
Zielsetzung und Erfolg nationalsozialistischer Agrarpolitik
Von Dr. Hermann heischte, Siabsamtsführer des Reichsnährstandes.
England führt inIndien Krieg.
London, 30. Sept. (DNB) Bei der seit etwa 14 Tagen andauernden britischen S t r a f e x p e - dition gegen aufständische Stämme an der Nordwestgrenze Indiens haben die britischen Truppen am Montagmorgen eine e r n st e Schlappe davongetragen. Eine englische Abteilung geriet m der Nähe des Nahakki-Passes im Mohmand-Gebiet in einen Hinterhalt. Sie hatte dabei an Toten und Verwundeten 13 0 Ausfälle. U. a. wurden zwei britische Offiziere getötet und zwei weitere verwundet. Insgesamt sind 15 000 englische Soldaten an den Operationen beteiligt, die mit Flugzeugen, Kavallerie, Tanks, Infanterie und Artillerie durchgeführt werden.
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Während die Augen aller auf das italienische Vorhaben in Abessinien gerichtet sind und die internationale Presse kaum noch für andere Ereignisse Aufmerksamkeit zu erzielen vermag, spielt sich in der Nordwestecke Indiens ein regelrechter Krieg zwischen britischen Truppen und Eingeborenen st ämmen ab. Nur hin und wieder ist über diesen Waffengang, der schon seit mehreren Wochen im Gange ist, etwas in die breitere Oeffent- lichkeit gedrungen. Zwar hat die britische Presse von Zeit zu Zeit Kriegsberichte veröffentlicht, aber doch mit merklicher Zurückhaltung. Man wollte eben nicht unnötig den Eingeborenen-Auf- stand und die von den Engländern eingesetzten Machtmittel zum Gegenstand internationaler Betrachtungen machen. Italien hat zwar versucht, die Aufmerksamkeit der Völker auf die britische Expedition zu lenken, um sich selbst zu entlasten, aber Glück hat es mit diesem Beginnen nicht gehabt. Dennoch verdient dieser indische Feldzug Beachtung, weil sich die Engländer genötigt gesehen haben, eine recht stattliche Streitmacht, ausgerüstet mit den modernsten Waffen, auf die Beine zu bringen. Sie sind der Eingeborenen, im Wesentlichen der Mohmands, bis heute nicht Herr geworden, obwohl man auf der gegnerischen Seite kaum moderne Waffen in genügender Zahl haben dürfte. Aber die nordwestindischen Stämme haben von jeher bewiesen, daß sie ihren Mann stehen. Sie haben den Engländern in der Bergangenheit sehr viel zu
Berlin, 30. Sept. (ORB.) Für ben (Srntebanf- tag Ist folgenbes Programm vorgesehen:
Samstag, ben 5. Oktober.
16.00 Uhr: Begrüßung ber Delegierten bes Reichsnährstands burch Reichsminister Dr. Goebbels im „(Beorgen- (Barten“ in Hannover in Anwesenheit bes Reichsbauernführers und Reichsministers Darre.
20.00 Uhr: Die Delegierten bes Reichsnähr- ftanbes besuchen bie Vorstellung bes Schauspiels „(Erbe“ von Rubolf Ahlers im Schauspielhaus zu Hannover.
Ab 22.00 Uhr: (Eintreffen ber Son« berzüge auf ben Bahnhöfen Hameln, Afferbe, Tünbern, Grohnde, Emmerthal, Groß- unb klein - Berkel. Die Sonberzugteilnehmer werben, soweit sie bis Samstag früh vor 6 Uhr eintref- fenn, in Privat- unb Blaffenquartieren untergebracht, bie sich unmittelbar bei ben Zielbahnhöfen befinden.
Sonntag, ben 6. Oktober.
7.00 Uhr: Beginn bes Aufmar-
(Begen 12.00 Uhr: Auf bem Äunbgebungsgelänbe. (Eine Batterie feuert beim (Eintreffen bes Führers Salut Rach Abschreiten ber Ehrenkompanie bes A./3R. Braunschweig unb ber Ehrenabteilung bes Arbeitsblenstes vom Baukommando Bückeberg begibt sich ber Führer zur oberen Tribüne. Drei Knallbomben geben bas Zeichen zur (Eröffnung ber Kunbgebung. Während ber Sängerkreis Hameln ben Ehor „Segnung“ singt: Überreichung einer Erntekrone an ben Führer unb eines Erntekranzes an ben Reichsbauernführer. (Eröffnung^ - Ansprache bes Reichsministers Dr. Goeb - bels. Begrüßungsflug von sieben Staffeln ber Luftwaffe. Wäh- renb bes Vorbeiflugs spielen bie Blusik- torps ben Fliegermarsch bis eine Knallbombe ben
Beginn der großen Gefechtsübung der Wehrmacht
oerfünbet. Teilnehmenbe Truppen: A./3R. Braunschweig, A./3R. (Böttingen, 13./3R. Braunschweig, 14./3R. Braunschweig, III./AR. Hannover, 1. Batterie 3./AR. Hannover, 1 Rebelzug ber Arll.-Abl. Königsbrück, 1./2. RR. Paberborn, Pi.-Batt. 2Hlnben (zum Bau von Brücken über bie Weser), Pi.- Batt. Holzminden (zur Herrichtung des Gefechtsfeldes), 1 Krad. Schütz, ftp./ ftf. Abt. Münster, Panzer-Abt. Rürn-
tragen können. Sie trieben zu Beginn ihres Aufstandes die Engländer soweit zurück, daß dies« schleunigst rund 15000 Mann aufbieten mußten, die aber noch nicht ausreichten, um den Aufstand resllos niederschlagen zu können. Wenn diese gewiegten britischen Kolonialkämpfer mit den nordwestindischen Stämmen nicht so rasch fertig werden, dann kann man sich ungefähr einen Begriff von dem machen, was den 250 000 Italienern, die ein 12-Millionen-Volk gegen sich haben, das dazu noch über Nachschubmöglichkeiten für Kriegsmaterial verfügt, bevorsteht.
sehen möchte. Vielmehr ist anMtreben, daß die deutsche Ernährungswirtschaft auf allen Erzeugungsgebieten zu einem gewissen, aber in kritischen Zeitläufen nicht lebensgefährlich hohen Bedarf an Erzeugnissen fremder Landwirtschaf- t e n kommt. Die sinnvolle Zuteilung des Bedarfs art die Bauernstaaten um Deutschland, insbesondere des europäischen Ostens und Südostens, wird Deutschland politische Freundschaften gewinnen und der deutschen Industrie Ausfuhr- wege öffnen, wie das tatsächlich in den vorwiegend auf die Initiative des Reichsnährstandes hin abgeschlossenen Handelsverträgen und handelspolitischen Abmachungen der vergangenen Zeit bereits praktisch als möglich erwiesen ist. Die Markt- des Reichsnährstandes gewährleistet auf
>eren Seite, daß diese Zufuhren so geregelt aufden inländischenMarkt kommen, daß eine Gefährdung der ordnungsmäßigen Zuteilung und des Preises für die deutschen Erzeugnisse niemals eintreten kann.
schaffen gemacht und sind eigentlich niemals für längere Zeit ruhig geblieben. In diesem 'Augenblick eines in greifbare Nähe gerückten italienisch-abessinischen Waffenganges drängen sich gewisse Vergleiche auf. Auch die Engländer hatten offenbar angenommen, daß sie mit Tanks und vor allem mit Bombenflugzeugen sehr rasch die gewünschte Ordnung würden wieder Herstellen können. Sie hatten sich jedoch getäuscht. Denn in dem gebirgigen Gelände wußten die Aufständischen sehr gut in Deckung zu gehen, so daß die Bomben erfolglos explodierten. Außerdem sind die Mohmands
Das gleichlautende Bekenntnis der Völkerbunds- treue enthalt ja in beiden Fällen durchaus verschiedenen Inhalt. Ist für Frankreich der Genfer Bund nur ein Mittel mehr zur Erhaltung des status quo, so gilt in britischen Augen, wie dieser Tage noch die „Times" auseinanderfetzte, der Völkerbund „stets als ein Werkzeug friedlicher Berichtigung von Ungleich, h e i t und nicht für die starre Verewigung des augenblicklichen Standes der Dinge". Kein Zweifel, daß die englische Politik in der Praxis mehr als einmal gegen diese Auffassung verstieß, und die Statuierung eines so offenkundigen Unrechtes durch Genf, wie es die „Verurteilung" Deutschlands im Frühjahr darstellte, ließ deutlich erkennen, bis zu welchem Grade sich England der französischen Döl- kerbundspolitik anschließen kann. Dennoch — der Wunsch Englands, von dem Genfer Bund nicht nur negativen Gebrauch zu machen, ist ein Faktum, das in der Einsicht von der Unvollkommenheit und Ungerechtigkeit der durch die Friedensdiktate geschaffenen „Ordnung und Sicherheit" Europas wurzelt.
Aber gerade dieses Faktum versucht Herr L a - Dal jetzt zu Fall zu bringen. Keine Frage, daß er geschickt operiert hat. In dem Augenblick, in dem der erhoffte Gewinn aus der neuen französischitalienischen Bindung sich verflüchtigte und Englands Interesse an dem Funktionieren des Genfer Apparates wuchs, erkannte auch Laval seine neue — unverhoffte — Chance. Vielleicht konnte er, dem das Mißlingen des römischen Schachzuges schon innerpolitisch gefährlich zu werden drohte, mit einem größeren Erfolg, der festen Bindung Englands, nach Hause zu kommen und so das erreichen, worum sich seit 1919 seine Vorgänger ohne Erfolg gemüht hatten. Aus dieser Situation entsprang das französisch - englische Frage - und Antwortspiel um die Zukunft Europas, und damit wurde ein Thema berührt, das durch die ganze europäische Nachkriegspolitik, von den Entwürfen französisch-englischer Garantiever- träge der Jahre 1919 und 1922 über das Genfer Protokoll und die Generalakte bis zu den Paktkombinationen Barthous das Herzstück der französischen Politik gebildet hat: Frankreichs Sicherheit. Die Skrupellosigkeit und Unmoral, für eine sonst als selbstverständlich und geradezu heilig erhärte Sache, die Dölkerbundstreue Frankreichs, von England noch einen Preis zu verlangen, bedarf keines Kommentars. Jedenfalls hat England, um Frankreich in der abessinischen Frage bei der Stange zu halten, sich auf die Diskussion seiner Kontinentalpolitik eingelassen und Frankreich Rede und Antwort über sein Verhalten „im Falle einer Angriffshandlung in Europa" gestanden.
Man muß hier zwischen der formalen, mehr juristischen, Problemstellung und iyren politischen Hintergründen unterscheiden, um die Tragweite der französischen Aktion zu erkennen. So oft Frankreich von Sicherheit und Frieden spricht, meint es ben Status quo, die durch die Friedensdiktate geschaffene ungerechte Macht- und Besitzlage in Europa, meint es die Stabilisierung und Sicherung dieser Welt von 1919 durch neue völkerrechtliche Garantien. So wurde die Sicherheit Frankreichs identisch mit der Sicherheit Europas. Diese völkerrechtlichen Siche- rungen und Garantien von England zu erhalten, hat sich Paris ebenso oft wie erfolglos bemüht.
antworten. Keine andere Antwort würde England befriedigen, wenn es aufgefordert werden würde, als eine Hauptseemacht die Rolle des ersten P o l i z i st e n in dem drohenden italienisch-abessinischen Streit zu spielen. Hoffentlich werde wirtschaftlicher Druck gegenüber Italien ausreichen, doch sei dies nicht sicher. Auch sei nicht bekannt, welchen Schritt der Duce aus Verzweiflung tun würde, wenn der wirtschaftliche Druck seine Angriffspläne zu gefährden beginne.
„Daily Telegraph" berichtet, in amtlichen französischen Kreisen sei zwar die Anfrage streng geheim gehalten worden, von zuverlässiger Seite verlaute aber, daß sie eine günjtige Antwort der französischen Regierung erhalten werde. Allerdings werde Paris wahrscheinlich versuchen, festzustellen, ob das Dorkriegssystem englisch-französischer Zusammenarbeit innerhalb des Rahmens des Völkerbundes wieder hergestellt werden könne. — „Morning Post^ schreibt, das Gesuch um Unterstützung der britisches Mittelmeerflotte durch französische Seestreitkrästs beziehe sich auf den Fall, baß ein Versuch, wirt* schastliche Sühnemaßnahmen gegen Jta* lien anzuwenden, zu Feindseligkeiten führen würde, daß z. B. ein italienisches Kriegsschiff nach Auferlegung wirtschaftlicher Sühnemaßnahmen durch den Völkerbund einetf
Ihre« Amte« enthoben.
Berlin, 30. Sept. (DNB.) Der Reichs- und preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft hat heute die beiden Direktoren Holzmann und Has selb ach der Reichs- stelle für Tiere und tierische Erzeugnisse (Fleischversorgung) mit sofortiger Wirkung ihrer Aemter enthoben.
heblichen Aufträge, die die Landwirtschaft an Handwerk, Gewerbe und Industrie gegeben hat und bie sich aus einer vielfach sehr erheblichen Absatzsteigerung der einschlägigen Betriebe ergibt, beweisen, daß die Landwirtschaft in wirtschaftlicher Hinsicht endlich wieder festen Boden unter den Füßen hat. Auch der starke und immer noch nicht befriedigte Bedarf der Landwirtschaft an Arbeitskräften spiegelt diese Besserung der Kaufkraft deutlich wieder. Man muß bedenken, daß dieser Bedarf an Arbeitskräften beinahe völlig zusätzlicher Natur ist. Infolge dieses stark erhöhten Bedarfs an Arbeitskräften konnte die Landwirtschaft im vergangenen Jahr rund 200 000 bisher arbeitslose Volksgenossen aus der Stadt aufnehmen.
Wie entscheidend wichtig aber gerade die Maßnahmen der nationalsozialistischen Agrarpolitik für die Daseinsbedingungen der Volksgenossen aller Schichten, Stände und Berufe ist, das beweist uns schlagend die Entwicklung der letzten Monate. Im Interesse der sicheren Durchführung der Arbeitsschlacht war es notwendig, eine möglichst große Menge Devisen einzig und allein zur Beschaffung industrieller Rohstoffe zur Verfügung zu stellen. Infolge der Maßnahmen der Erzeugungsschlacht war die deutsche Landwirtschaft in der Lage, die Lebensmitteleinfuhr aus dem Ausland bis auf ein verhältnismäßig geringes Maß zurückzufchrauben und dadurch die noch vorhandenen Devisenbestände für den Ankauf solcher Rohstoffe bereitzustellen, die zur Weiterführung der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und zur Sicherung der wehrhoheitlichen Aufgaben unumgänglich notwendig waren.
Es soll aber ausdrücklich betont werden, daß die deutsche Landwirtschaft diese Entwicklung niemals bis zu einer „Autark! e" geführt
Wenn man jetzt wieder nach der Haltung Englands im Falle einer Angriffshandlung in Europa fragte, so steckt dahinter nicht eine besondere Friedensliebe, sondern ein neuer Versuch, England auf die französische Sicherheitspolitik festzulegen. Da Frankreich mit dem Status quo den „Frieden" identifiziert, also in diesem Sinne nie der Angreifer sein wird, hat es entscheidendes Interesse, gegen jeden Angriff auf die „europäische Ordnung" im Voraus einen möglichst automatisch funktionierenden Sanktionsapparat zustandezubringen. Deshalb die Zuspitzung der Frage auf die Angriffshandlung. Jede Gefährlichkeit, aber auch ihre absolute Negativität wird klar, wenn man andererseits berücksichtigt, daß Frankreich im Völkerbund eine Handhabe sieht, um jeden politischen Jnteressenkonflikt auf der Grundlage des Völkerrechts, d. h. also auf Grund der bestehenden Friedensdiktate zu entscheiden, die Genfer Satzung also indirekt zu einer Garantie des Status quo zu machen. Diese Problemstellung ist denkbar geschickt. Jeder Staat, der sich im Falle eines Jnteressenkonfliktes der „friedlichen Schlichtung", also der Anerkennung des Status quo nicht fügt, er mag in einem höheren Sinne noch so sehr im Recht fern, ist — der Angreifer, und der Sanktionsapparat gegen den „Störenfried" beginnt zu spielen.
Daß die englische Politik sich ohne weiteres und in vollem Umfange vor den französischen Karren spannen lassen würde, war nicht zu erwarten. Es bedeutet eine sehr vorsichtige Einschränkung, wenn die „Times" meint, die englische Antwort müsse „jeden vernünftigen Franzosen" befriedigen, und Kritik könne nur aus den Reihen derer kommen, die immer noch unbeweglich unter dem Banner mit der sterilen Aufschrift „Status quo in Ewigkeit" stehen. Ganz offensichtlich glaubt also London, trotz der beruhigenden Zusage an die Pariser Adresse, freie Hand für das behalten zu haben, was Chamberlain kürzlich als die „Mission des gerechten Friedensmachers" für England in Anspruch nahm; in der Erkenntnis, daß der Frieden noch nicht vorhanden, vielmehr kommende Aufgabe — nicht zuletzt der englischen Politik — ist. In Paris indessen, und darin liegt die Gefahr, wird man die englische Antwort in einem anderen, negativen, Sinn deuten, womit man am Kern des Problems steht: England glaubt die Hände frei zu halten für die Zukunft, Frankreich glaubt es, in feinem Sinne, ebenfalls; — das ist die Konsequenz aus einem Geschäft, das um der abessinischen Frage willen aus Kosten Europas abgeschlo- sen wird. Nicht die Texte der Noten, die man schließlich ja auch „interpretieren" kann, sind es, die zuletzt über die neue französisch-englische Bindung entscheiden werden. Entscheidend ist, daß England sich auf eine Bahn begeben hat, die gefährlicher ist, als man sich in London unter dem Eindruck eines Augenblicksgewinnes vielleicht eingestehen mag. Erst später wird sich Herausstellen, mit welcher Hypothek man die europäische Zukunft belastet hat.
D. A. Um die vom Führer gestellten ernährungspolitischen Aufgaben zu lösen, war es zunächst notwendig, das Bauerntum, die Ernährungswirtschaft aus der spekulativen und kapitalisti- schen Marktwirtschaft auszugliedern. Heute kann man feststellen, daß diese Ausgliederung in einem jo revolutionären Tempo und in einer solchen Vollständigkeit gelungen ist, daß die Wirtschaftsgeschichte diese Entwicklung wahrscheinlich einmal als kaum faßbar hinstellen wird. Erst nach dieser Ausgliederung konnte mit der Neuordnung des landwirtschaftlichen Marktes begonnen und dadurch die wirtschaftliche Rettung des Bauerntums sichergestellt werden. Damit aber war wiederum erst die Grundlage für die Lösung ber weiteren Aufgabe aeschaffen, nunmehr bie Erzeugung ber deutschen Landwirtschaft in ben einzelnen Zweigen n a ch b e m B e b a r f bes beutschen Volkes auszurichten. In ben Zeiten bes früheren Konjunkturwahnsinns unb des eigennützigen Profitwillens war die deutsche Agrarerzeugung völlig verzerrt worden und als Folge davon eine weitgehende Abhängigkeit vom Ausland in ernährungspolitischer Hinsicht eingetreten.
Die Nahrungsfreibeit Deutschlands zu erringen, war darum eine ber entscheidendsten Aufgaben der Ernährungswirtschast, durch die erst die vollkommene politische und wirtschaftliche Handlungsfreiheit ber nationalsozialistischen Staatsführung gewährleistet wurde. Die vollkommen ausreichende Brotgetreideerzeugung, die restlose Befriedigung des Kartoffelbedarfes, das Steigen der Eigenerzeugung bei Butter unb ber Anbau- Kiffern für heimische Oelsaaten, ber Rückgang in ber Verwendung von Futtermitteln ausländischer Rohstoffgrundlage, bei gleichzeitiger Steigerung der Vieh-, Milch-, Fleisch-, Eier- und Fetterzeugung, auch bie Wiederbelebung der Schafzucht unb schließlich bie Überraschen!) hohe Steigerung des Anbaues von Gespinstpflanzen beweisen, daß die Landwirtschaft ihre Erzeugungspolitik den wirtschaftlichen Bedürfnissen des ganzen Volkes a n p a ß t. Allerdings würde die Landwirtschaft niemals zu einer solchen Aktion fähig gewesen sein, wenn nicht durch die Marktordnung und durch die F e ft - Preisgesetze eine gesunde Wirtschaftlichkeit der bäuerlichen Betriebe gewährleistet worden wäre. Doch wurden all diese Maßnahmen von dem sozialistischen Grundsatz des Gemeinnutzes beherrscht und die Marktordnung nach den Richtlinien
London, l.Okt. (DNB. Funkspr.). Der Pariser Korrespondent der „Times" meldet, daß die britische Regierung die Anfrage an die franzö- ische Regierung gestellt hat, ob sie auf ranzösische Unter st Ützung rechnen kann ür ben Fall, baß eine Spannung im Mittelmeer zu einem Angriff auf bie britische Flotte führen würde, b. h. ob bie französische Regierung bereit ist, § 3 bes Artikels 16 ber Völker- bundssatzung sofort wirksam zu machen. (§ 3 bezieht sich auf gegenseitige Unterstützung ber Völkerbundsmitglieder bei Maßnahmen gegen einen Staat, ber bie Völkerbundssatzung verletzt hat.) Der „Times"-Kvrrespondent fährt fort: Es ist wichtig, sich barüber klar zu fein, baß biefe Frage keineswegs ein inbivibuelles britisches Vorgehen im Mittelmeer ober sonst wo annimmt. Sir Samuel Hoare hat es schon reichlich klar gemacht, baß Großbritannien künftig nicht mehr und nicht weniger tun wird, als ihm als treues Mitglied des Völkerbundes obliegt. Der einzige Zweck ber Anfrage ist eine Zusicherung, baß ein plötzlicher unb nicht herausgeforderter A n - griff Großbritannien n i cht in einem isolierten Zustanb treffen mürbe.
„News Chronicle" schreibt, es handele sich um eine faire Anfrage unb es sei erfreulich, baß die französische Regierung bereit sei, sie mit Ja zu be-


