Ausgabe 
1.10.1935
 
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Das Programm für den Erntedanktag 1935

Ab

8.I

spannen auszuräumen, aber wenn irgenb möglich, ordnuna den Verbraucherpreis fe st zuhalten. der and«

und ausdauernde Krieger, die Strapazen er-

zähe

den letzten beiden Jahren ständig gestiegene Kaufkraft der Landwirtschaft. Die er-

Eine britische Anfrage in Paris.

England wünscht Zusammenarbeit mit Frankreich im Mittelmeer.

aufgebaut, zwar zugunsten des Bauern alle spekula­tiven und überhöhten Handels- und Verteilungs-

Daß die Maßnahmen der nationalsozialistiscken Agrarpolitik zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit der bäuerlichen Betriebe richtig waren, beweist die in

berg, Ohrdruf, 3 Aufklärungsslaffeln, 1 Staffel des Vefehlskampfgeschwaders, 3 Staffeln der Luflwaffenreferve, 1 Flugzeug G 38 der Deutschen Luft­hansa, Flak.-Abt. IBolfenbütteL Schluß- Zeichen für die Gefechtsübung: eine Knallbombe.

Gegen 13.00 Uhr: Der Führer begibt sich zur un­teren Tribüne. Rede des Reichsbauern- führers Darrs.

3tc6e de« Führer«.

Rationalhymne. Abschuß von 300 Fall- schirmbomben. Danach Beginn des Abmarsches der Teilnehmer zu den Bahnhöfen.

Ab 19.00 Uhr: Abfahrt der Sonber- Züge.

sches von den Quartieren und den Bahnhöfen.

.00 Uhr: Auf dem Bückeberg Darbietun­gen durch Volkstanzgruppen, Sing- und Spielgruppen, Blaffen- chöre und Musik. 3 0 0 0 bäuer­liche Trachtenträger bilden Spalier längs des Führerweges. Die Feldzeichen und Fahnen neh­men auf der Rednertribüne, Ehren­abteilungen der politischen Leiter, der SA. und SS. vor der oberen Tribüne Aufstellung.

Eintreffen de« Führer«

Empfang der Bauernabordnungen in Go«lar.

20.00 Uhr: Eintreffen des Führers in Goslar. Rach Abfchreiten einer Ehrenkompagnie des 3. Jäger - 32L (Böttingen begibt sich der Führer in die Kaiserpfalz. Überreichung der Ehrenbürger - Urkunde der Stadt Goslar durch den Oberbürgermeister der Stadt an den Führer. Empfang der B a u- ernaborbnungen burch ben Füh­rer.

21.00 Uhr: Der Führer nimmt auf bem Bal­kon bet Kaiserpfalz ben großen Zap­fe n st r e i ch, ausgeführt burch 3.- ger-3R. (Böttingen, ab. Großes Feuer­werk.

Zielsetzung und Erfolg nationalsozialistischer Agrarpolitik

Von Dr. Hermann heischte, Siabsamtsführer des Reichsnährstandes.

England führt inIndien Krieg.

London, 30. Sept. (DNB) Bei der seit etwa 14 Tagen andauernden britischen S t r a f e x p e - dition gegen aufständische Stämme an der Nordwestgrenze Indiens haben die briti­schen Truppen am Montagmorgen eine e r n st e Schlappe davongetragen. Eine englische Abtei­lung geriet m der Nähe des Nahakki-Passes im Mohmand-Gebiet in einen Hinterhalt. Sie hatte dabei an Toten und Verwundeten 13 0 Ausfälle. U. a. wurden zwei britische Offi­ziere getötet und zwei weitere verwundet. Ins­gesamt sind 15 000 englische Soldaten an den Ope­rationen beteiligt, die mit Flugzeugen, Kavallerie, Tanks, Infanterie und Artillerie durchgeführt wer­den.

Während die Augen aller auf das italienische Vorhaben in Abessinien gerichtet sind und die inter­nationale Presse kaum noch für andere Ereignisse Aufmerksamkeit zu erzielen vermag, spielt sich in der Nordwestecke Indiens ein regelrechter Krieg zwischen britischen Truppen und Ein­geborenen st ämmen ab. Nur hin und wieder ist über diesen Waffengang, der schon seit mehreren Wochen im Gange ist, etwas in die breitere Oeffent- lichkeit gedrungen. Zwar hat die britische Presse von Zeit zu Zeit Kriegsberichte veröffentlicht, aber doch mit merklicher Zurückhaltung. Man wollte eben nicht unnötig den Eingeborenen-Auf- stand und die von den Engländern eingesetzten Machtmittel zum Gegenstand internationaler Be­trachtungen machen. Italien hat zwar versucht, die Aufmerksamkeit der Völker auf die britische Expe­dition zu lenken, um sich selbst zu entlasten, aber Glück hat es mit diesem Beginnen nicht gehabt. Dennoch verdient dieser indische Feldzug Beachtung, weil sich die Engländer genötigt gesehen haben, eine recht stattliche Streitmacht, ausgerüstet mit den modernsten Waffen, auf die Beine zu bringen. Sie sind der Eingeborenen, im Wesentlichen der Mohmands, bis heute nicht Herr gewor­den, obwohl man auf der gegnerischen Seite kaum moderne Waffen in genügender Zahl haben dürfte. Aber die nordwestindischen Stämme haben von je­her bewiesen, daß sie ihren Mann stehen. Sie haben den Engländern in der Bergangenheit sehr viel zu

Berlin, 30. Sept. (ORB.) Für ben (Srntebanf- tag Ist folgenbes Programm vorgesehen:

Samstag, ben 5. Oktober.

16.00 Uhr: Begrüßung ber Delegierten bes Reichsnährstands burch Reichsmini­ster Dr. Goebbels im(Beorgen- (Barten in Hannover in Anwesen­heit bes Reichsbauernführers und Reichsministers Darre.

20.00 Uhr: Die Delegierten bes Reichsnähr- ftanbes besuchen bie Vorstellung bes Schauspiels(Erbe von Rubolf Ahlers im Schauspielhaus zu Han­nover.

Ab 22.00 Uhr: (Eintreffen ber Son« berzüge auf ben Bahnhöfen Hameln, Afferbe, Tünbern, Grohnde, Emmer­thal, Groß- unb klein - Berkel. Die Sonberzugteilnehmer werben, soweit sie bis Samstag früh vor 6 Uhr eintref- fenn, in Privat- unb Blaffenquartieren untergebracht, bie sich unmittelbar bei ben Zielbahnhöfen befinden.

Sonntag, ben 6. Oktober.

7.00 Uhr: Beginn bes Aufmar-

(Begen 12.00 Uhr: Auf bem Äunbgebungsgelänbe. (Eine Batterie feuert beim (Eintreffen bes Führers Salut Rach Abschreiten ber Ehrenkompanie bes A./3R. Braun­schweig unb ber Ehrenabteilung bes Arbeitsblenstes vom Baukommando Bückeberg begibt sich ber Führer zur oberen Tribüne. Drei Knall­bomben geben bas Zeichen zur (Eröff­nung ber Kunbgebung. Während ber Sängerkreis Hameln ben EhorSeg­nung singt: Überreichung einer Erntekrone an ben Füh­rer unb eines Erntekranzes an ben Reichsbauernführer. (Eröffnung^ - An­sprache bes Reichsministers Dr. Goeb - bels. Begrüßungsflug von sieben Staffeln ber Luftwaffe. Wäh- renb bes Vorbeiflugs spielen bie Blusik- torps ben Fliegermarsch bis eine Knallbombe ben

Beginn der großen Gefechtsübung der Wehrmacht

oerfünbet. Teilnehmenbe Truppen: A./3R. Braunschweig, A./3R. (Böttin­gen, 13./3R. Braunschweig, 14./3R. Braunschweig, III./AR. Hannover, 1. Batterie 3./AR. Hannover, 1 Rebelzug ber Arll.-Abl. Königsbrück, 1./2. RR. Paberborn, Pi.-Batt. 2Hlnben (zum Bau von Brücken über bie Weser), Pi.- Batt. Holzminden (zur Herrichtung des Gefechtsfeldes), 1 Krad. Schütz, ftp./ ftf. Abt. Münster, Panzer-Abt. Rürn-

tragen können. Sie trieben zu Beginn ihres Auf­standes die Engländer soweit zurück, daß dies« schleunigst rund 15000 Mann aufbieten mußten, die aber noch nicht ausreichten, um den Aufstand resllos niederschlagen zu können. Wenn diese gewiegten britischen Kolonialkämpfer mit den nordwestindischen Stämmen nicht so rasch fertig werden, dann kann man sich ungefähr einen Be­griff von dem machen, was den 250 000 Italienern, die ein 12-Millionen-Volk gegen sich haben, das dazu noch über Nachschubmöglichkeiten für Kriegs­material verfügt, bevorsteht.

sehen möchte. Vielmehr ist anMtreben, daß die deutsche Ernährungswirtschaft auf allen Erzeugungs­gebieten zu einem gewissen, aber in kritischen Zeit­läufen nicht lebensgefährlich hohen Bedarf an Erzeugnissen fremder Landwirtschaf- t e n kommt. Die sinnvolle Zuteilung des Bedarfs art die Bauernstaaten um Deutschland, insbesondere des europäischen Ostens und Südostens, wird Deutschland politische Freundschaften ge­winnen und der deutschen Industrie Ausfuhr- wege öffnen, wie das tatsächlich in den vor­wiegend auf die Initiative des Reichsnährstandes hin abgeschlossenen Handelsverträgen und handels­politischen Abmachungen der vergangenen Zeit be­reits praktisch als möglich erwiesen ist. Die Markt- des Reichsnährstandes gewährleistet auf

>eren Seite, daß diese Zufuhren so ge­regelt aufden inländischenMarkt kom­men, daß eine Gefährdung der ordnungsmäßigen Zuteilung und des Preises für die deutschen Er­zeugnisse niemals eintreten kann.

schaffen gemacht und sind eigentlich niemals für längere Zeit ruhig geblieben. In diesem 'Augenblick eines in greifbare Nähe gerückten italienisch-abessi­nischen Waffenganges drängen sich gewisse Ver­gleiche auf. Auch die Engländer hatten offenbar angenommen, daß sie mit Tanks und vor allem mit Bombenflugzeugen sehr rasch die ge­wünschte Ordnung würden wieder Herstellen können. Sie hatten sich jedoch getäuscht. Denn in dem ge­birgigen Gelände wußten die Aufständischen sehr gut in Deckung zu gehen, so daß die Bomben er­folglos explodierten. Außerdem sind die Mohmands

Das gleichlautende Bekenntnis der Völkerbunds- treue enthalt ja in beiden Fällen durchaus ver­schiedenen Inhalt. Ist für Frankreich der Gen­fer Bund nur ein Mittel mehr zur Erhaltung des status quo, so gilt in britischen Augen, wie dieser Tage noch dieTimes" auseinander­fetzte, der Völkerbundstets als ein Werkzeug friedlicher Berichtigung von Ungleich, h e i t und nicht für die starre Verewigung des augenblicklichen Standes der Dinge". Kein Zweifel, daß die englische Politik in der Praxis mehr als einmal gegen diese Auffassung verstieß, und die Statuierung eines so offenkundigen Unrechtes durch Genf, wie es dieVerurteilung" Deutschlands im Frühjahr darstellte, ließ deutlich erkennen, bis zu welchem Grade sich England der französischen Döl- kerbundspolitik anschließen kann. Dennoch der Wunsch Englands, von dem Genfer Bund nicht nur negativen Gebrauch zu machen, ist ein Faktum, das in der Einsicht von der Unvollkom­menheit und Ungerechtigkeit der durch die Friedens­diktate geschaffenenOrdnung und Sicherheit" Eu­ropas wurzelt.

Aber gerade dieses Faktum versucht Herr L a - Dal jetzt zu Fall zu bringen. Keine Frage, daß er geschickt operiert hat. In dem Augenblick, in dem der erhoffte Gewinn aus der neuen französisch­italienischen Bindung sich verflüchtigte und Eng­lands Interesse an dem Funktionieren des Genfer Apparates wuchs, erkannte auch Laval seine neue unverhoffte Chance. Vielleicht konnte er, dem das Mißlingen des römischen Schachzuges schon innerpolitisch gefährlich zu werden drohte, mit einem größeren Erfolg, der festen Bindung Englands, nach Hause zu kommen und so das erreichen, worum sich seit 1919 seine Vorgänger ohne Erfolg gemüht hatten. Aus dieser Situation entsprang das französisch - englische Frage - und Antwortspiel um die Zukunft Europas, und damit wurde ein Thema berührt, das durch die ganze europäische Nachkriegspolitik, von den Entwürfen französisch-englischer Garantiever- träge der Jahre 1919 und 1922 über das Genfer Protokoll und die Generalakte bis zu den Paktkom­binationen Barthous das Herzstück der französischen Politik gebildet hat: Frankreichs Sicher­heit. Die Skrupellosigkeit und Unmoral, für eine sonst als selbstverständlich und geradezu heilig er­härte Sache, die Dölkerbundstreue Frankreichs, von England noch einen Preis zu verlangen, be­darf keines Kommentars. Jedenfalls hat England, um Frankreich in der abessinischen Frage bei der Stange zu halten, sich auf die Diskussion seiner Kontinentalpolitik eingelassen und Frankreich Rede und Antwort über sein Verhaltenim Falle einer Angriffshandlung in Europa" gestanden.

Man muß hier zwischen der formalen, mehr juri­stischen, Problemstellung und iyren politischen Hin­tergründen unterscheiden, um die Tragweite der französischen Aktion zu erkennen. So oft Frankreich von Sicherheit und Frieden spricht, meint es ben Status quo, die durch die Friedensdiktate ge­schaffene ungerechte Macht- und Besitzlage in Europa, meint es die Stabilisierung und Sicherung dieser Welt von 1919 durch neue völkerrechtliche Garantien. So wurde die Sicherheit Frankreichs identisch mit der Sicherheit Europas. Diese völkerrechtlichen Siche- rungen und Garantien von England zu erhalten, hat sich Paris ebenso oft wie erfolglos bemüht.

antworten. Keine andere Antwort würde England befriedigen, wenn es aufgefordert werden würde, als eine Hauptseemacht die Rolle des ersten P o l i z i st e n in dem drohenden italienisch-abessini­schen Streit zu spielen. Hoffentlich werde wirtschaft­licher Druck gegenüber Italien ausreichen, doch sei dies nicht sicher. Auch sei nicht bekannt, welchen Schritt der Duce aus Verzweiflung tun würde, wenn der wirtschaftliche Druck seine Angriffspläne zu ge­fährden beginne.

Daily Telegraph" berichtet, in amtlichen fran­zösischen Kreisen sei zwar die Anfrage streng ge­heim gehalten worden, von zuverlässiger Seite ver­laute aber, daß sie eine günjtige Antwort der französischen Regierung erhalten werde. Allerdings werde Paris wahrscheinlich ver­suchen, festzustellen, ob das Dorkriegssystem englisch-französischer Zusammenar­beit innerhalb des Rahmens des Völkerbundes wieder hergestellt werden könne.Morning Post^ schreibt, das Gesuch um Unterstützung der britisches Mittelmeerflotte durch französische Seestreitkrästs beziehe sich auf den Fall, baß ein Versuch, wirt* schastliche Sühnemaßnahmen gegen Jta* lien anzuwenden, zu Feindseligkeiten füh­ren würde, daß z. B. ein italienisches Kriegsschiff nach Auferlegung wirtschaftlicher Sühnemaßnahmen durch den Völkerbund einetf

Ihre« Amte« enthoben.

Berlin, 30. Sept. (DNB.) Der Reichs- und preußische Minister für Ernährung und Landwirt­schaft hat heute die beiden Direktoren Holzmann und Has selb ach der Reichs- stelle für Tiere und tierische Erzeug­nisse (Fleischversorgung) mit sofortiger Wirkung ihrer Aemter enthoben.

heblichen Aufträge, die die Landwirtschaft an Hand­werk, Gewerbe und Industrie gegeben hat und bie sich aus einer vielfach sehr erheblichen Absatzsteige­rung der einschlägigen Betriebe ergibt, beweisen, daß die Landwirtschaft in wirtschaftlicher Hinsicht endlich wieder festen Boden unter den Füßen hat. Auch der starke und immer noch nicht befriedigte Bedarf der Landwirtschaft an Arbeitskräften spiegelt diese Besserung der Kaufkraft deutlich wieder. Man muß bedenken, daß dieser Bedarf an Arbeitskräften beinahe völlig zusätzlicher Natur ist. Infolge dieses stark erhöhten Bedarfs an Arbeitskräften konnte die Landwirt­schaft im vergangenen Jahr rund 200 000 bisher arbeitslose Volksgenossen aus der Stadt aufnehmen.

Wie entscheidend wichtig aber gerade die Maß­nahmen der nationalsozialistischen Agrarpolitik für die Daseinsbedingungen der Volksgenossen aller Schichten, Stände und Berufe ist, das beweist uns schlagend die Entwicklung der letzten Monate. Im Interesse der sicheren Durchführung der Arbeits­schlacht war es notwendig, eine möglichst große Menge Devisen einzig und allein zur Be­schaffung industrieller Rohstoffe zur Verfügung zu stellen. Infolge der Maßnahmen der Erzeugungsschlacht war die deutsche Landwirtschaft in der Lage, die Lebensmitteleinfuhr aus dem Aus­land bis auf ein verhältnismäßig geringes Maß zurückzufchrauben und dadurch die noch vorhandenen Devisenbestände für den Ankauf solcher Rohstoffe bereitzustellen, die zur Weiterführung der Arbeits­beschaffungsmaßnahmen und zur Sicherung der wehrhoheitlichen Aufgaben unumgänglich notwendig waren.

Es soll aber ausdrücklich betont werden, daß die deutsche Landwirtschaft diese Entwicklung nie­mals bis zu einerAutark! e" geführt

Wenn man jetzt wieder nach der Haltung Englands im Falle einer Angriffshandlung in Europa fragte, so steckt dahinter nicht eine besondere Friedensliebe, sondern ein neuer Versuch, England auf die fran­zösische Sicherheitspolitik festzulegen. Da Frankreich mit dem Status quo denFrieden" identifiziert, also in diesem Sinne nie der Angreifer sein wird, hat es entscheidendes Interesse, gegen jeden Angriff auf dieeuropäische Ordnung" im Voraus einen möglichst automa­tisch funktionierenden Sanktionsapparat zustandezubringen. Deshalb die Zuspitzung der Frage auf die Angriffshandlung. Jede Gefährlich­keit, aber auch ihre absolute Negativität wird klar, wenn man andererseits berücksichtigt, daß Frank­reich im Völkerbund eine Handhabe sieht, um jeden politischen Jnteressenkonflikt auf der Grundlage des Völkerrechts, d. h. also auf Grund der bestehenden Friedensdiktate zu entscheiden, die Genfer Satzung also indirekt zu einer Garantie des Status quo zu machen. Diese Problemstellung ist denkbar geschickt. Jeder Staat, der sich im Falle eines Jnteressenkonfliktes derfriedlichen Schlich­tung", also der Anerkennung des Status quo nicht fügt, er mag in einem höheren Sinne noch so sehr im Recht fern, ist der Angreifer, und der Sanktionsapparat gegen denStörenfried" be­ginnt zu spielen.

Daß die englische Politik sich ohne weiteres und in vollem Umfange vor den französischen Karren spannen lassen würde, war nicht zu erwarten. Es bedeutet eine sehr vorsichtige Einschränkung, wenn dieTimes" meint, die englische Antwort müsse jeden vernünftigen Franzosen" befriedigen, und Kritik könne nur aus den Reihen derer kommen, die immer noch unbeweglich unter dem Banner mit der sterilen AufschriftStatus quo in Ewigkeit" stehen. Ganz offensichtlich glaubt also London, trotz der beruhigenden Zusage an die Pariser Adresse, freie Hand für das behalten zu haben, was Chamberlain kürzlich als dieMission des ge­rechten Friedensmachers" für England in Anspruch nahm; in der Erkenntnis, daß der Frieden noch nicht vorhanden, vielmehr kommende Aufgabe nicht zuletzt der englischen Politik ist. In Paris indessen, und darin liegt die Gefahr, wird man die englische Antwort in einem anderen, negativen, Sinn deuten, womit man am Kern des Problems steht: England glaubt die Hände frei zu halten für die Zukunft, Frankreich glaubt es, in feinem Sinne, ebenfalls; das ist die Konse­quenz aus einem Geschäft, das um der abessinischen Frage willen aus Kosten Europas abgeschlo- sen wird. Nicht die Texte der Noten, die man schließlich ja auchinterpretieren" kann, sind es, die zuletzt über die neue französisch-englische Bin­dung entscheiden werden. Entscheidend ist, daß Eng­land sich auf eine Bahn begeben hat, die gefährlicher ist, als man sich in London unter dem Eindruck eines Augenblicksgewinnes vielleicht eingestehen mag. Erst später wird sich Herausstellen, mit welcher Hypothek man die europäische Zukunft belastet hat.

D. A. Um die vom Führer gestellten ernährungs­politischen Aufgaben zu lösen, war es zunächst not­wendig, das Bauerntum, die Ernährungswirtschaft aus der spekulativen und kapitalisti- schen Marktwirtschaft auszugliedern. Heute kann man feststellen, daß diese Ausgliederung in einem jo revolutionären Tempo und in einer solchen Vollständigkeit gelungen ist, daß die Wirt­schaftsgeschichte diese Entwicklung wahrscheinlich ein­mal als kaum faßbar hinstellen wird. Erst nach die­ser Ausgliederung konnte mit der Neuordnung des landwirtschaftlichen Marktes be­gonnen und dadurch die wirtschaftliche Rettung des Bauerntums sichergestellt werden. Damit aber war wiederum erst die Grundlage für die Lösung ber wei­teren Aufgabe aeschaffen, nunmehr bie Erzeugung ber deutschen Landwirtschaft in ben einzelnen Zwei­gen n a ch b e m B e b a r f bes beutschen Volkes aus­zurichten. In ben Zeiten bes früheren Konjunktur­wahnsinns unb des eigennützigen Profitwillens war die deutsche Agrarerzeugung völlig verzerrt worden und als Folge davon eine weitgehende Abhängig­keit vom Ausland in ernährungspolitischer Hinsicht eingetreten.

Die Nahrungsfreibeit Deutschlands zu er­ringen, war darum eine ber entscheidendsten Auf­gaben der Ernährungswirtschast, durch die erst die vollkommene politische und wirtschaftliche Handlungsfreiheit ber nationalsozialistischen Staatsführung gewährleistet wurde. Die vollkom­men ausreichende Brotgetreideerzeugung, die rest­lose Befriedigung des Kartoffelbedarfes, das Stei­gen der Eigenerzeugung bei Butter unb ber Anbau- Kiffern für heimische Oelsaaten, ber Rückgang in ber Verwendung von Futtermitteln ausländischer Roh­stoffgrundlage, bei gleichzeitiger Steigerung der Vieh-, Milch-, Fleisch-, Eier- und Fetterzeugung, auch bie Wiederbelebung der Schafzucht unb schließ­lich bie Überraschen!) hohe Steigerung des Anbaues von Gespinstpflanzen beweisen, daß die Landwirt­schaft ihre Erzeugungspolitik den wirtschaftlichen Bedürfnissen des ganzen Volkes a n p a ß t. Aller­dings würde die Landwirtschaft niemals zu einer solchen Aktion fähig gewesen sein, wenn nicht durch die Marktordnung und durch die F e ft - Preisgesetze eine gesunde Wirtschaftlichkeit der bäuerlichen Betriebe gewährleistet worden wäre. Doch wurden all diese Maßnahmen von dem sozia­listischen Grundsatz des Gemeinnutzes be­herrscht und die Marktordnung nach den Richtlinien

London, l.Okt. (DNB. Funkspr.). Der Pariser Korrespondent derTimes" meldet, daß die britische Regierung die Anfrage an die franzö- ische Regierung gestellt hat, ob sie auf ranzösische Unter st Ützung rechnen kann ür ben Fall, baß eine Spannung im Mittel­meer zu einem Angriff auf bie britische Flotte führen würde, b. h. ob bie französische Regierung bereit ist, § 3 bes Artikels 16 ber Völker- bundssatzung sofort wirksam zu machen. (§ 3 bezieht sich auf gegenseitige Unterstützung ber Völker­bundsmitglieder bei Maßnahmen gegen einen Staat, ber bie Völkerbundssatzung verletzt hat.) Der Times"-Kvrrespondent fährt fort: Es ist wichtig, sich barüber klar zu fein, baß biefe Frage keines­wegs ein inbivibuelles britisches Vor­gehen im Mittelmeer ober sonst wo annimmt. Sir Samuel Hoare hat es schon reichlich klar ge­macht, baß Großbritannien künftig nicht mehr und nicht weniger tun wird, als ihm als treues Mitglied des Völkerbundes obliegt. Der einzige Zweck ber Anfrage ist eine Zusicherung, baß ein plötzlicher unb nicht herausgeforderter A n - griff Großbritannien n i cht in einem iso­lierten Zustanb treffen mürbe.

News Chronicle" schreibt, es handele sich um eine faire Anfrage unb es sei erfreulich, baß die französische Regierung bereit sei, sie mit Ja zu be-