Die Zahlungsmittel für den Reiseverkehr.
Das Haus der NG.-Frauenfchaß.
Oie Einweihungsfeier.
Obecheffen
Tier
Fähe wieder einfangen. Das männliche noch immer verschwunden.
lendermonat gestattet.
4. Die Grenzzollstellen sind entsprechend zu be- nachrichtigen.
die ist
dieses schöne Heim übergeben zu können. Er schilderte dann die Jahre der treuen Gefolgschaft durch die NS.-Frauenschaft, die aus dem Deutschen Frauenorden der Kampfjahre und dem Roten Hakenkreuz hier in Frankfurt hervorgegangen sei. Ohne die treue Gefolgschaft der Frau, namentlich in den Jahren der Wiederaufrichtung der Partei, wäre es wohl unmöglich gewesen, das große Ziel zu erreichen. Heute sei es in erster Linie die Aufgabe der NS.-Frauenschast, den Geist des Nationalsozialismus in die deutsche Familie hineinzutragen, damit dieser von dort aus seine natürliche und unzerstörbare Ausbreitung zum Wohle von Volk und Vaterland erfahre. Auf diese Art und Weise werde die NS.-Frauenschaft ein großes Werk vollbringen, das zum Segen des Volkes gereichen müsse. Und die NS.-Frauenschast könne die Ueberzeugung haben, daß von seiner Seite aus alles geschehe, um die Arbeit der NS.-Frauenschast nicht nur ideell, sondern auch praktisch zu unterstützen.
Die Feier war von Musikvorträgen, Chorgesängen und dem Vortrag von Gedichten wirkungsvoll umrahmt und schloß mit dem von Frau Brink- h o s s ausgebrachten dreifachen Siegheil auf den Führer, in das die in dem geschmackvoll ausgeschmückten und den Farben der Partei versehenen Treppenhaus versammelten Teilnehmer begeistert einstimmten. Das Deutschland- und das Horst- Wessel-Lied beendeten die Veranstaltung.
dieser Paßeintragung nicht schon die Zusage für eine künftige Zuteilung von Reisezahlungsmitteln für die späteren Monate. In Fällen solcher vorweggenommenen Paßeintragungen sind die Reisenden hierauf aufmerksam zu machen. Ich weise in diesem Zusammenhang ausdrücklich daraus hin, daß Zusicherungen an die Reisenden, eine Ausstellung oder Nachsendung der angeforderten Reisezahlungsmittel werde zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, unzulässig sind, es sei denn, daß die Reichsbank oder die
daß die „Vormerkung" keinerlei Gewähr für eine Aushändigung der Reisezahlungsmittel entbehren endgültige Zuteilung' bietet, auch nicht zur Mit-. kann. Nach der neuen Regelung muß mithin der führung von weiteren 50 Mk. in deutschen Scheide- Reisende den Reisepaß schon bei der Erteilung des münzen, oder in ausländischen Gekdsorten über die Auftrages oorlegen. Er erhält ihn entweder erst Freigrenze hinaus, oder zur Nachsendung von Zah-! zusammen mit den Zahlungsmitteln und der end- lungsmitteln ins Ausland berechtigt. Auch soweit gültigen Paßeintragung zurück, oder zwar gleich, es nach einzelnen Reiseverkehrsabkommen zulässig1 aber mit der neuen Vormerkseintragung.
den dürfen. Jedoch ist in solchen Fällen die Mitnahme der zusätzlichen 50 Mark nur einmal im Ka-
Zu dieser Neuregelung bemerkt die Wirtschaftsgruppe Privates Bankgewerbe, daß die Eintragung
ausgegeben:
1. Um die in Abschnitt 6 des R. A. 119/35 d. St. vom 19. Juni 1935 angestrebte gleichmäßige Behandlung aller Ausgabestellen bei der Ausgabe der R e i s e z a h l u n g s m i t t e l schon jetzt zu gewährleisten, ordne ich für den Reiseverkehr nach allen Ländern, mit denen ein Reiseverkehrsabkommen besteht, mit Ausnahme der Schweiz, folgendes an: Die Ausgabestellen dürfen die in den einzelnen <
Runderlassen besonders bezeichneten Zahlungsmittel. Deutsche Verrechnungskasse m einzelnen Fallen die nur abqeben, wenn die Reichsbank, Berlin, oder > Zuteilung der entsprechenden Beträge verbindlich die Deutsche Derrechnungskasse die entsprechenden i in Aussicht gestellt hat. Die Bestimmungen dieses Beträge zur Verfügung gestellt hat. Anforderungen Abschnitt 2 finden auf den Reiseverkehr nach der an die Reichsbank'oder die Deutsche Verrechnungs-Schweiz keine Anwendung.
3. Eine Unterteilung des nach den einzelnen Reiseverkehrsabkommen monatlich zur Verfügung stehenden Höchstbetrages von 500 Mark (bzw. bet Danzig 180 Mark) ist in der Weise zulässig, daß unter Wahrung der in den einzelnen Abkommen vorgeschriebenen Bestimmungen im gleichen Kalendermonat mehrere Abkommens-Länder bis zum
stand ist bedenklich.
£ Trohe, 31. Juli. Am Freitag, 2. August, feiern Altbürgermeister und Mühlenbesitzer Heinrich Schmidt und Ehefrau das Fest der Goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar ist körperlich und geistig noch auf voller Höhe. Die Familie Schmidt, die weit über die engere Heimat hinaus bekannt ist, erfreut sich in allen Kreisen der Bevölkerung größter Beliebtheit. In der langen Zeit, in der Herr Schmidt die Gemeindegeschäfte führte (besonders in der Kriegs- und Nachkriegszeit) war ihm feine Frau eine treue Beraterin. Das Jubelpaar ist seit über 50 Jahren Leser seiner Heimatzeitung, des Gießener Anzeigers.
* Langsdorf, 31. Juli. Der hiesige Maschinenschlosser Ämard Reif, der in Wölfersheim beschäftigt ist, erlitt bei seiner Arbeit schwere Prellungen an Brust und Rücken. Der Verunglückte mußte zur Behandlung nach Gießen gebracht werden.
Kreis Büdingen.
J) Geiß-Nidda, 31. Juli. Heute vormittag starb unerwartet nach kurzer Krankheit unser Pfarrer Roos, der erst im April v. I. als Nachfolger von Pfarrer A n t h e s fein Amt in unserer Gemeinde angetreten hatte. Er wurde am 28. Januar 1876 in Echzell geboren, studierte in G i e- ß e n und Halle und betreute danach die Gemeinden Schernsheim, Lampertheim und Viernheim. Unsere Gemeinde verliert in ihm einen treuen Seelsorger, der es verstand, die Herzen aller zu gewinnen und der lebhaften Anteil an Freud und Leid der Familien nahm.
* Geiß-Nidda, 31. Juli. Die hiesige Hausangestellte Emma Schmidt mußte mit einem Bruch des linken Unterschenkels zur ärztlichen Behandlung mach Gießen gebracht werden.
oo Mittleres Niddatal, 31. Juli. Bei dem seitherigen trockenen Wetter wurde die Getreideernte außerordentlich rasch gefördert, wozu die von einem großen Teil der Landwirte verwendeten Maschinen wesentlich beitragen konnten, da wenig Lagerfrucht vorhanden war. Angesichts des drohenden Witterungsumschwungs wurden in den letzten Tagen Rogaen, Gerste und Wei- z«n zum größten Teil in der Scheuer geborgen, ein
geringer noch auf Haufen stehender Teil wird von den kleinen Landwirten direkt zur Dreschmaschine auf freiem Platz im Orte gebracht. Der Hafer wird gegenwärtig geschnitten. Der Strohertrag ist groß; die Schätzungen über den Körnerertrag sind verschieden. Im allgemeinen ist das Ergebnis von Aeckern in höheren Lagen geringer als in den Niederungen, wo man mit einer guten Mittelernte an Körnern rechnet, abgesehen vom Hafer. #
Kreis Schotten
* Ulrichstein , 31. Juli. Hier brach dieser Tage trotz umfangreicher Sicherungen ein Silbersuch s p a a r aus einer Farm aus und suchte das Weite. Der Tierzüchter nahm zwar sofort mit einem großen Aufgebot an Jagdhunden und Helfern die Verfolgung der Tiere auf, konnte bisher aber nur
Auch kleine Wunden beachten!
Darmstadt, 31.Jull. (LPD. Eie Einwohnerin A. Leisler in Dornheim hatte sich vor einigen Wochen an der Hand eine kleine Verletzung zugezogen, die von ihr aber nicht weiter beachtet wurde. Da sich die Wunde in den letzten Tagen verschlimmerte, mußte die Verletzte das Darmstädter Krankenhaus aufsuchen. Dort ist die Bedauernswerte jetzt im Alter von 39 Jahren an Wund- starrkrampf geftorben.
Ilü.-kartoffelerzeucerple fe unverön ert.
Fwd. Die in der Anordnung Nr. 19 der Hauptoereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft vom 27. Juli 1935 festgesetzten Frühkartoffelerzeugerpreise, die ab 29. Juli zu zahlen sind, behalten bis auf weiteres Gültigkeit. Damit bleiben auch die gebietlich und sortenmäßig bedingten Preisunterschiede in Kraft, die in Anordnung Nr. 19 besonders erwähnt sind.
Verlängerung der Gültigkeit der Frühkartoffel- absahregelung.
LPD. Von der Hauptvereinigung der Deutschen Kartoffelwirtschaft wird eine Anordnung heraus- gegeben, in der es u. a. heißt:
„Die Gültigkeit der Anordnung Nr. 5 der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft vom 12. Juni 1935 betreffend Regelung des Absatzes von Frühkartoffeln im Wirtschaftsjahr 1935 wird bis zum 15. August 1935 verlängert.
Mitglieder der Kartoffelwirtschaftsverbände, die gegen die Bestimmungen dieser Anordnung verstoßen, können gemäß § 7 der Satzung der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft für jeden einzelnen Fall der Zuwiderhandlung in eine Ordnungsstrafe genommen werden.
Diese Anordnung tritt am 1. Aug. 1935 in Kraft."
0er Erntekindergarten.
Die Erntezeit fordert von der Bauersfrau angespannteste Arbeit in Haus und Feld. Es ist unmöglich, noch ausreichend für die Betreuung der Kinder zu sorgen. Unfälle bei den Kleinen sind dann nicht selten. Immer wieder hört man von Verbrennungen, Verbrühungen, von Unfällen in reißenden Bächen und tiefen Jauchegruben. Daher sollte in jedem Dorfe ein Kindergarten geschaffen werden. Für regnerische Tage genügt ein Gartenhäuschen, ein Zimmer, ober letzten Endes auch ein geräumiger Hausflur. Aus ein paar Lasten find mit wenig Mühe einige Tische und Bänke gezimmert, womöglich noch eine Schaukel oder ein Sandbecken. Ist "die Berufung einer Kindergärtnerin nicht möglich, so wird sich, wenn das ganze Dorf zusammensteuert, eine geeignete junge Kraft finden, die für ein kleines Taschengeld die Betreuung übernimmt. Vielleicht könnte auch hier der Frauenarbeitsdienst ein- gcützt werden.
In diesen Erntekindergärten werden die Kinder beaufsichtigt und mit kindertümlichen Basteleien beschäftigt. Sie sollen lernen, mit den einfachsten Dingen umzugehen und dabei ihre Phantasie walten zu lassen. Mit wenig Mitteln lassen sich die köstlichsten Dinge schaffen, aus primitiven Hölzern kann man Paläste bauen. Unerschöpflich sind die Möglichkeiten zur unterhaltenden Beschäftigung der Kleinen. Liebe und Verständnis für die Gartenpflege könnte den Kindern beigebracht werden. Auch der nie versiegende Quell deutschen Gemütes: Volkslied und Volkstanz könnte gepflegt werden.
Kommen wieder stille Tage, kann auch die Bäuerin wieder ganz Mutter fein. Nur in den Zeiten der Arbeitsüberlastung verbringen die Kleinen wohlbehütet den Tag im Erntekindergarten, während die Mutter ihre ganze Kraft der Erntearbeit widmet.
Landkreis Gießen
(DO Klein-Linden, 31. Juli. Aus Anlaß des 40jährigen Bestehens der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr wurde der Herbstverbands- t a g der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Gießen in unser Dorf verlegt. An dem Fest, das am 10., 11. und 12: August gefeiert wird, werden über 3Ö Feuerwehren des Kreises teilnehmen. Als Festplatz wurde der Garten der Wirtschaft „Zur Burg" ausersehen. Die hiesige Wehr ist eifrig an den Vorbereitungen tätig.
* Watzenborn-Steinberg, 31. Juli. In unserem Orte ereignete sich ein schwerer Un- gl ü ck s s a l l7 Der 25jährige Metzgermeister Robert
Drittes Todesopfer des Höchster
LPD. Frankfurt a. M.,31. Juli. Das schwere Brandunglück in dem Höchster Werk der IG.-Farbenindustrie forderte leider noch ein drittes T o - d e s o p f e r. In der Nacht zum Mittwoch erlag der Arbeiter Emil 23 o 1 f im Krankenhaus seinen Brandverletzungen.
$ür 7000 Mark An s'quitäien unterschlagen.
LPD. Frankfurt a. M., 31. Juli. Wie die Polizei meldet, ist die Kunsthändlerin M. Schittny, die am Roßmarkt unter der Bezeichnung „Neue und Alte Kunst" einen Laden betrieb, nach Unterschlagung von Kommissionsware in Höhe von 7000 Mark flüchtig gegangen. Es handelt sich um antike Gegenstände, Familienschmuck, Broschen, Korallenketten, Etuis und andere Gegenstände.
LPD. Frankfurt a. M., 31. Juli. Nun hat auch die NS. - Frauenschaft des Gaues ihr eigenes Heim, das in den herrlichen Räumen des ehemaligen Corneliusschen Grundstückes, Her- mann-Görina-Ufer 25, untergebracht ist. Mit vieler Mühe und Liebe wurde hier ein Heim geschaffen, das, wie die
Irauenschaflsführerin Brinkhoff
in ihrer Begrüßungsansprache an den Gauleiter und die zahlreichen Gäste ausführte, nunmehr die NS.-Frauenschaft in den Stand setzen werde, noch mehr wie bisher ihrer Aufgabe gerecht zu werden. „Wir sind stolz", so führte sie weiter aus, „heute aus den Händen des Gauleiters dieses Heim in Empfang nehmen zu dürfen. Wir haben so große und so viele Aufgaben zu erfüllen, daß wir ein eigenes Heim mit geeigneten Arbeitsräumen wohl gebrauchen können. Während wir früher mehr sanitäre Aufgaben zu erfüllen hatten, ist uns nach der Machtübernahme vom Führer ein anderes Arbeitsgebiet überwiesen worden, nämlich das der Erziehungsarbei t." Frau Brinkhoff gelobte dem Gauleiter für sich und die NS.-Frauenschast weiter treue Gefolgschaft.
Gau e ter Sprenger
betonte in seiner Weiherede, daß auch er mit Freude und Stolz erfüllt sei, der NS.-Frauenschast heute
Fwd. Der Leiter der Reichsstelle für Devisen- s ist, die Paheintragung vor der Abreise schon für den bewirtschaftung hat nachstehenden Runderlaß zweiten^und dritten Monat vorzunehmen,fliegtin Nr. 150 vom 25. Juli 1935 betr. Reiseverkehr her- “ ' " * ' "
an die Reichsbank oder die Deutsche Verrechnungskasse dürfen nur insoweit und nur in her Höhe | gestellt werden, als es den vorliegenden Aufträgen der Reisenden entspricht. Auf Grund von mit der | schweizerischen Regierung getroffenen Sonderverein-! barungen können Die Anforderungen für Den Reise- verkehr nach Der Schweiz auf eine Gesamtsumme lauten, die dem laufenden Bedarf entspricht. ww ____ „
2. Um zu verhindern, daß Reisende gleichzeitig bei Höchstbetrag von insgesamt 500 Mark besucht wer- mehreren Ausgabestellen Zahlungsmittel auf Grund ~ ‘ ' r " *■’ m*:x
der Reiseverkehrsabkommen für denselben Monat nach demselben Lande anfordern, ist bei der Ellt- gegennahme eines Auftrages in dem.Reisepaß des Reisenden ein entsprechender Vermerk anzubringen. Befindet sich im Reisepaß eines Reisenden eine solche „Vormerkung" einer Ausgabestelle, so darf eine andere Ausgabestelle einen Auftrag des Reisenden für denselben Monat und dasselbe Land nicht ... .
mehr annehmen. Don der Entgegennahme eines Der Vormerkung Dann nicht erforderlich ist, wenn Auftrages und der Eintragung einer entsprechenden Die Devisenbank Den Paß bis zur Aushändigung Vormerkung kann abgesehen werden, wenn mit einer der Reisezahlungsmittel zurückbehält. Namentlich
Rinn wurde durch den Huf sch lag eines Zuteilung 'des von 'dem Reisenden angeforderten müssen nicht etwa die im Postwege eingehenden Pferdes am Kopf getroffen und mußte mit Betrages in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist. Pässe mit der Vormerkseintragung sogleich zuruck- emer schweren Gehirnerschütterung und ^er Reisende ist ausdrücklich Darauf hinzuweisen, geschickt werden, wenn der Kunde den Paß bis zur äußeren Verletzungen am Kopfe in '• « *• *• ----- ——;“Ar
die Klinik nach Gießen gebracht werden. Sein Zu-
Sie „Große Güte"!
23 on Frederik Lund.
Sein richtiger Name lautete natürlich anders, aber keiner seiner Kameraden konnte sich dessen ohne Nachdenken entsinnen.
Dabei war die „Große Güte" gar nicht so liebevoll, wie es nach dem Namen der Fall zu sein scheint, sondern er konnte unter Umständen sogar grob werden, manchmal sogar sehr grob, und doch — im Grunde war er ein famoser Kerl, offen, ehrlich, kameradschaftlich und ein vorzüglicher Gesellschafter. Er hatte nur einen wirklichen Fehler und dieser sollte ihm dann eines Tages den schon erwähnten Namen eintragen. Die „Große Güte" besaß nämlich jene Eigenschaft, die man beim Militär und bei der Marine unter Kameraden als Schwerfälligkeit im Denken bezeichnete, während man bei Untergebenen kürzere, aber nichtsdestoweniger ebenso treffende Ausdrücke anzuwenden pflegte. Andererseits wiederum besaß er — ein Wechselspiel der Natur — einen hohen Grad von Geistesgegenwart und Mutterwitz, Der ihm in bewußten Augenblicken zuweilen über das Peinliche der Situation hinweghalf. Wenn zum Beispiel irgendeiner seiner Kameraden einen Witz erzählte, so war die „Große Güte" sicherlich der erste, der in ein schallendes Gelächter ausbrach. Aber verstanden hatte er den Witz deswegen noch lange nicht! Trotzdem ließ ihm dieser aber dann keine Ruhe — dazu war er wieder zu gründlich — und plötzlich ging, oft erst nach stundenlangem Nachdenken, ein verklärender Zug über sein Antlitz, — die „Große Güte" hatte^ die Pointe des Witzes verstanden!
Doch ich wollte ja erzählen, wie er zu feinem Namen gekommen war, der ihn zudem noch mit einem Schlage in der ganzen Marine bekannt machte. Und das will immerhin viel sagen, denn wenige Jahre vor dem Kriege hatte das Offizierskorps der K. M. schon einen recht bedeutenden Umfang, und die Zeiten, wo die Offiziere ungefähr in verwandtschaftlichem Verhältnis zueinander standen, waren längst vorüber.
Die „Große Güte" war zu der Zeit, als dies Ereignis spielte, frischgebackener Leutnant z. S. und Wachoffizier an Bord S. M. S. „Hansa", eines unserer «eekadetten- und Schiffsjungenschulschiffe, die alljährlich zu Uebungszwecken auf eine längere Reise ins Ausland entsandt wurden.
Nach einer wundervollen Fahrt durch die ausnahmsweise ruhige Biskaya lief die „Hansa" an einem Sonnabend des Jahres 191.. in den Hafen von Vigo ein, und nach den üblichen Formalitäten raffelten die Anker in die Tiefe. Nur wenige Stunden später folgte ihr die „Vineta", ein (pchwester- schiff, welches von einer längeren Reise ins Mittelmeer zurückkehrte.
Nun besaß die „Hansa" als besonderen Anziehungspunkt einen, für Kunstverständige hervorragenden Männerchor, der sich im Laufe der Zeit aus Matrosen und Heizern ergänzt hatte und bei passenden Gelegenheiten in Aktion trat. Die „Vineta" dagegen wartete mit einer anderen Attraktion auf, sie führte nämlich einen der wenigen Marinepfarrer an Bord, der um das seelische Heil feiner ihm anvertrauten Untergebenen eifrigst bemüht war.
Unser Pfarrer hatte nun plötzlich eine geniale Idee. Es war nämlich zwischen ihm und den beiden Kommandanten vereinbart worden, am kommenden Sonntag die verfügbaren Kadetten und Mannschaften zu einem gemeinsamen Gottesdienst an Bord der „Vineta" zu vereinigen, und hierbei wollte sich der gute Seelenbirte jetzt noch der Mitwirkung des erwähnten Männerchors versichern, um Der Feier einen würdigen Rahmen zu geben.
Alles war zwischen ihm und dem Adjutanten S. M. S. „Hansa" vereinbart, nur war man sich über den Text des Eingangsliedes noch nicht schlüssig geworden. Und dieses mußte doch letzten Endes wenigstens einigermaßen zu der nachfolgenden Predigt passen/Abends um 11 Uhr kehrt das letzte Routineboot zur „Hansa" zurück und bringt dem vielgeplagten Adjutanten die Nachricht, daß der Pfarrer die Predigt noch einmal durchzuarbeiten wünsche und während der Morgenwache den Anfangschoral durch Winkspruch bekanntgeben würde. Nun ist der Adjutant gewiß eine der meistbeschäf- tigten Persönlichkeiten an Bord, Daran mochte es tuobl liegen, daß er vergaß, die Absicht des Pfarrers rechtzeitig bekanntzugeben. Kurz, unser Freund wußte nichts, als er am folgenden Morgen die Wache übernahm.
Strahlend ergießt die Sonne ihr Licht über die nabe etabt und das weite Becken des Hafens. Dumpf klingen die Glocken vom Ufer herüber und Dietzen auch den jungen Offizier in träumerische Stimmung. Plötzlich steht ein Signalgast hinter ihm: „Herr Leutnant, Winkspruch von der Vineta , soll geantwortet werden?"
Der Wachhabende nimmt den Meldeblock, lieft — reibt sich die Augen, liest nochmal und ein drittes Mal, aber der Text bleibt unverändert. Schwarz auf weiß steht da zu lesen: „W. an W. (Wachoffizier an Wachoffizier) W i e groß ist des Allmächtigen Güte?"
Einen Augenblick steht er und sinnt, dann geht ein Ruck durch seine Gestalt und die Bleiseder gleitet über den Block.
„Geben Sie diesen Winkspruch zurück."
Und wie lautet dieser?
„253. an 253. Kann — hier — zur — Zeit — nicht — festgestellt — werden — Geschwaderpfarrer — wird — sicher — Auskunft — geben — können!"
Ein Walzer für 0 tf>.
3m Lichtspielhaus, Bahnhofstraße.
Ein rechtes Operettenmilieu, der Hof eines Phan- tasiefürstentumes unter den Palmen der Riviera, eine charmante Frau regiert, aber die Minister verlangen nach einer starken Hand, und der männliche Thronerbe, der inzwischen als berühmter Kammersänger seinen Weg gemacht hat, läßt sich finden und zur Rückkehr auf den Thron bewegen. Das geht nicht ohne Schwierigkeiten ab, denn Die regierenDe Herzogin verzichtet nicht gern. Nur mit sanfter Gewalt gelingt es Dem Minister, sie beiseite zu schieben, bis ein Zufall, Der sehr unfreiwillige Besuch eines Freundes des neuen Herzogs aus seiner Theaterzeit her, Die verbannte Herzogin befreit unD überraschens auf Dem Ball im Schloß erschei- | nen läßt. Großer Eklat, man gerät hart aneinan- Der, unD erst ein neuer Zufall, roieDer unter freundlicher Assistenz des herzoglichen Adjutanten alias Opernkapellmeisters, führt die Nächstbeteiligten zu einem längeren Zwangsaufenthalt im Weinkeller des Schlosses zusammen, wo dann unter dem besänftigenden Einfluß des herrlichen herzoglichen Tenors die Friedenspräliminarien geschloffen werden. Es wäre indes keine rechte Operette, wenn nicht noch ein dritter Anlauf nötig wäre, um Herzog und Herzogin ein glückliches Paar werden zu lassen. Auch der hilfreiche Adjutant findet seine Partnerin fürs Leben, und Tante Ludovica muß wieder die Zügel der Regierung übernehmen. Denn Den Tenor zieht es unwiderstehlich zur Bühne zurück. In dem von Will Melfel sehr hübsch instrumentierten Tonfilm singt.Louis Graveur mit vollem, wohlklingendem Tenor den Kammersän
ger und Herzog, sympathisch-bescheiden in seiner Doppelrolle auf der Bühne und im Glanz des Hofes. Die Serenade „Tausend rote Rosen blühn" und der einschmeichelnde Walzer „Ein Walzer für Dich" finden in ihm den denkbar besten Interpreten. Seine Partnerin: Camilla Horn, elegant und kapriziös, eine Frau von Welt. Das heitere Gegenstück: Heinz Rühmann, mit seiner urfidelen Schnoddrigkeit durch nichts aus der Fassung zu bringen, und Maria <5 03 ar i na, ein quecksilbriges Frauenzimmer, beide geben im Weinkeller zwischen Flaschen und Fässern ein höchst amüsantes Intermezzo. In kleineren Rollen Theo Lingen als ulkiger Impresario und Fritz Ode mar als Minister. — Im Beiprogramm sieht man einen interessanten Film über die Zucht von Angorakaninchen, deren Wolle sehr gesucht ift. einen sehr anschaulichen Film von der englischen Seefeste Malta mit ihrer eigenartigen Mischkullur, schließlich in der Wochenschau u. a. den Besuch der britischen Frontkämpfer in Berlin. Die große Truppenrevue am französischen Nationalfeiertag. Bilder vom Reichswettkamps der ISA. mit einer Ansprache des Stabschefs und vom ! internationalen Fünfkamnf in Budapest, bei dem deutsche Offziere so vorzüglich abgeschnitten haben.
Aus d r ^fmprobttffkn der E ropa.
Die Europa bringt in der neuen Saison mit Ad. Wohlbrück „Der Kurier des Zare n". Ein Erich-Waschneck-Film „L i e b e 5 1 e u t e" verwendet Motive aus Goethes „Hermann und Dorothea". Mit Dorothea W i e-rf spielt Adolf Wohl- brück zusammen in dem Film „Der Student von Prag". Gerhart Hauptmanns Bühnenwerk „Rose Bernd" wird Karl Fröhlich mit Paula Wessely in der Titelrolle verfilmen. Ein Pariser Film „Die klugen Frauen" wird von Europa übernommen. Mit dem „Raub der Sabine- r i n n e n" wird einer der wirksamsten Schwänke für den Film gewonnen. Ebenso ist die Bauernkomödie „W ennderHahn kräht" von August Hinrichs sicher ein Gewinn. Auch die Europa kündigt einen musikalischen Franz-Liszt-Film an: „Der- fluchte Musik mit Karin Hardt und Paul Hörbiger in der Hauptrolle. Der berühmte Kammersänger Helge Roßwaenge tritt in dem großen Ausstattungsfilm „Letzte Rose" auf. Stemmte inszeniert die bekannte Bauernkomödie „Die P f i n g ft o r g e l".


