Ausgabe 
1.8.1935
 
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Graf LucknersMovelia" vom Heuer vernichte«.

Der ViermasterMopelia" des Grafen Suttner wurde in Bremerhaven das Opfer eines Brandes. Dis Vernichtung des Schiffes bedeutet für den Grafen Luckner einen schweren Schicksalsschlag. Unser Bild z-igt dieMopelia" vor dem Brande. (Scherl-M.)

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m der Hauptsache von jüdischen Elementen nach Berlin stattgefunden hat Der Magistrat Berlin erläßt eine Warnung vor dem Zuzug von Nichtariern nach der Reichshauptstadt. Da dieser Zuzug in jeder Hinsicht unerwünscht ist wird künftig für neu zugezogene hilfsbedürftige Juden jede Unterstützung in o ff en er Furforge versagt Sie werden grundsätzlich dem städtischen Obdach zugewiesen, um alsdann schnellstens wieder abgeschoben zu werden.

Nie prüfungsauSschüffe für die Zulassung von Nichtanern zum aktiven Wehrdienst.

Berlin, 31. Juli. (DNB) Der Reichsmt- n i ft e r des Innern hat im Einvernehmen mit dem Reichskriegsmini st er aus Grund des § 15 2lbs. 2 des Wehrgesetzes vom 21. Mai 1935 eine Verordnung erlassen, welche die Zusammen« setzung der Prüfungsausschüsse regelt, die über die Zulassung von Nichtarieren zum akti- oen Wehrdienst zu entscheiden haben, und die Richt­linien festsetzt, nach welchen diese Prüfungsaus­schüsse entscheiden Die nach der Verordnung in Frage kommenden wehrfähigen Dien st- pflichtigen nichtarifcher Abstammung, die in diesem Sommer bereits gemustert worden sind und zum aktiven Wehrdienst herangezogen zu werden wünschen, haben, soweit nicht schon geschehen, einen entsprechenden A n - trag bis spätestens zum 16. August 1 935 dem für sie zuständigenPrüfungsausschuß für die Zulassung zum aktiven Wehrdienst" einzu­reichen. Die Prüfungsausschüsse find bei den im ß 29 Abs 2 der Verordnung über die Musterung und Aushebung 1935 (RGBl I Seite 697) aufqeführten höheren Verwaltungsbehörden gebildet. Die Prü­fungsausschüsse sind nicht nur für wehrpflichtige Nichtarier zuständig, die den zur Musterung be­stimmten Jahrgängen angehören, sondern auch für b i e j e n i g e n Nichtarier, die sich frei­willig zur Ab leistung aktiven Dien st es melden, wozu auch k u r z f r i st i g e Dienstleistun­gen und Hebungen gehören.

Zuchtbaus für katholischen Gtistprobst wegen Oevisen^chiebunaen.

Berlin, 31. Juli. (DNB.) Der 48jährige Stift­propst Karl Heisig aus Lauban (Schlesien) hatte sich vor dem Berliner Schöffengericht wegen De­visenschiebungen in Höhe von 21 800 Mark zu ver­antworten. Der Angeklagte hatte als General­bevollmächtigter des KlosterstiftesZur heiligen Maria Magdalena von der Buszen" in Lauban am 3. Oktober 1929 eine Obligationsan­leihe in Höhe von 150 000 Gulden in Amsterdam ausgenommen. Auf Veranlassung des berüchtigten Dr. H o f i u s wurde auch in diesem Falle ein Teil der Auslandsobligationen unter Ausnutzung des niedrigen Kursstandes zurückgekauft. Beamte der Hofius-Bank und Klosterinsassen schafften Teil­beträge in einer Höhe von 11 035 Mark über d i e Grenze nach Holland. Zur Verdeckung der Schiebungen wurden diese Beträge als angeb­liche Barabhebungen vom sogenanntenMitgift- Konto" des Klosterstiftes verbucht. Der Restbetrag von 10 765 Mark gelangte mit Hilfe einer er­schlichenen Devisengenehmigung nach Amsterdam. Nach zehnstündiger Verhandlung wurde der Ange­klagte wegen Devisenvergehens zu 3 Jahren 6 'Monaten Zuchthaus und 40 000 Mark Geldstrafe verurteilt. Die beschlagnahmten 25 500 Guldenobligationen wurden zugunsten der Reichs­kasse eingezogen und die Mithaftung des Kloster­stiftes ausgesprochen.

Giahlhelmverbot im Regierungsbezirk Wiesbaden.

Frankfurt a. M.. 31. Juli. (LPD.> Au Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsiden­ten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Fe­bruar 1933 wird mit sofortiger Wirkung f ü r b e n Bereich ber S t a a t s p o l i z e i st e l l e W i e s- haben gleichbebeutenb mit bem Regierungsbezirk Wiesbaben ber NSDFB. (Stahlhelm) mit seiner Gauführung unb sämtlichen Untergliederungen. Kreis- und Ortsgruppenleitungen a u f g e l o ft. Mit diesem Verbot ist gleichzeitig jegliches Auftreten in der Öffentlichkeit sowie das Tragen von Uniformen und Ab­zeichen des NSDFB. (Stahlhelm) für den ge­tarnten Bereich des Regierungsbezirks Wiesbaden untersagt. Zuwiderhandlungen werden auf Grund des 5 4 ber Verorbnung bes Reichspräfibenten zum Schutze von Volk unb Staat vom 28. Februar 1933 strafrechtlich geahnbet. Das Verbot ist erfolgt weil sich herausgestellt hat, baß ber NSDFB. (Stahl­helm) noch bis in bie letzte Zeit gegen ben Staat unb bie gesetzlichen Bestimmungen gearbeitet hat.

Das Jteid) fördert den Bau von Bolkswobnungen

Berlin, 31. Juli. (DNB.) Das Streben bie unter besonbers ungünstigen Wohnungsoerhalt­nissen leibenben Bevölkerungskreise aus M i e t s- fafernen unb Notwohnungen zu be­frei e n unb sie, soweit möglich, mit dem Bo­den wieber zu oerbinben, hat dazu ge­führt, bie Kleinsiedlung in ben Mittelpunkt ber Wohnungspolitik zu stellen. Demgemäß hat der Reichsarbeitsminister für die Fortführung der Kleinsiedlung im Bauprogramm 1935 bereits /u Millionen Reichsmark verteilt. So segensreich sich diese Maßnahme ausgewirkt hat, so ist damit allein den dringendsten Wohnungsnotstanden nicht abzuhelfen. Der Reichsarbeitsminister will daher auch die Errichtung von Volkswoh- nungen fördern und hat zunächst 35 Millionen Reichsmark dafür bereitgestellt. -

Volkswohnungen sind billigste Mietwoh­nungen in ein - ober mehrgeschossiger Bauweise, bie hinsichtlich Wohnraum unb Aus­stattung äußerste Beschränkung aufweisen, so baß deren Lasten von den breiten Schichten der werk­tätigen Bevölkerung getragen werden können. Die Miete soll keinesfalls ein Fünftel des Bruttoein­kommens übersteigen. Einfach st e Einfami­lienhäuser a l s Doppel- oder Reihen­häuser mit Garten- oder Landzulage sollen vor­zugsweise gefördert werden; jedoch ist zur Ver­ringerung der Baukosten der Einbau einer zweiten (Einlieger-) Wohnung im Dachgeschoß unbedenklich. Einraumwohnungen, Barackenwohn- nunqen oder ähnliche nicht als Dauerbauten aus­geführte Wohnungen sind von der Förderung aus­geschlossen. Damit tragbare Mieten erzielt werden sollen bie auf eine Volkswohnung ent­fallenen Gesamtherstellungskosten ohne bie Kosten für Gelänbe unb Gelänbeerschlie- ßung 3000 Mark nicht übersteigen.

Das Reichsbarlehen beträgt bis z u 1000 Mark für eine Wohnung. Soweit bie Wohnungen ber Unterbringung finberreidjer Familien bienen, finb befonbere Vergünstigungen vorgesehen. Das Reichsbarlehen ist mit 4 v. H. jährlich zu ver­zinsen unb mit 1 v. H. jährlich zu tilgen.

Bewerbungen um Reichsbarlehen finb a n bie Gemeinben ober Gemeinbeverbänbe zu richten.

Das Jubiläum des lOOiäbriaen Limburger Domes. Die aus Anlaß bes Jubiläums großzügig burch- geführten R e ft a u r a t i o n s a r b e i t e n am Lim­burger Dom finb nun beenbet, bie Gerüste finb ge­fallen, im Chor leuchten bereits bie sieben neuen Fenster, auch einige neue Altäre finb schon aufgestellt, unb bie Orgel, um einige Register bereichert unb überarbeitet, hat einen neuen Platz erhalten. In Hellern Grauweiß steigen Pfeiler hochauf, alles überroölbenb bekrönt von gelben Blunienkapitälen. bie sich wie Blütenranken über bie Pfeilerstengel neigen. Licht strömt burch bie Steinmafsen in ben Raum, hier ist nichts mehr eingeengt, alles ist gelöst unb befreit. Ungeheuer gesteigert wirb ber Einbruck burch bie farbige Be- hanblung aller Gewölberippen, Kapitöle, Gurte unb Säulen, bie jetzt in ihrer alten Bemalung wie­ber hergestellt finb. So ist hier in einer gegluckten Restauration ber bem ursprünglichen Bauplan ge­mäß romanische Kirchenraum neu geschaffen wor­ben, ber lange Zeit hinburch verunstaltet war.

In ber Stabt rüstet man zum großen Fest ber Domweihe am 11. August. Vormittags findet ein Pontifikalamt statt, bas ber apostolische Nuntius halten wirb. In biesem Amt wirb bie von bem Münchener Komponisten I. Haas zum Jubi­läum komvonierteLimburger Domfest- messe" uraufgeführt werben. Karbinal Schulte (Köln) wirb ein großes Pontifikalamt halten, in bem Bischof Dr Bornewasser (Trier) bie Fest- orebigt übernommen hat Nachmittags zieht bann bie große eucharistische Prozession burch bie Straßen ber Stabt. Am Abenb wirb im Dom ber Domchor ein Merk Bruckners aufführen. Mit ein- brechenber Dunkelheit erfolgt bie Anstrahlung bes Doms unb bie festliche Illumination ber Stabt.

Verlogene Ber cbferftoffunq

Berlin, 31. Juli. (DNB.) Ein Teil ber aus- limbischen Presse, ber systematisch unwahre Nach­richten über Deutschlanb verbreitet, in ber Absicht,

von ben Ereignissen im eigenen ßanbe abzulenken, hat sich heute burch eine Lügennachncht bes Wiener Telegraph besonbers böse her­einlegen lassen. Nach bieser Melbung soll am heu­tigen Mittwoch der Reichs st atthalterKauf- mann in Hamburg erschossen worden sein Die Nachricht hat, wie üblich, ohne jede Nach­prüfung ihren Weg in das übrige Ausland genom­men. Dabei hat sich in Hamburg nicht der ge­ringste Vorfall ereignet der als Ausgangs­punkt zu einem derartigen Gerücht hätte dienen können Es liegt hier ein neuer Beweis vor für die verlogene Berichterstattung eines Teiles der Auslandpresse, die aus durchsichtigen Gründen j e - des noch so unsinnige Gerücht aufgreift, von dem man annehmen könnte, daß es Deutsch­land schadet.

Viertausend Arbeitslose.

60 freie Arbeitsplätze

Ungewöhnliche Szenen in und vor dem Lon­doner Rathaus waren die Folge einer Stellen­ausschreibung in Londoner Tageszeitungen. Schon um 5 Uhr früh fanden sich die e r st e n Ar­beitslosen ein, um sich um die Stellen zu be­werben, die eine mit der Stadt London zusammen­arbeitende Baufirma zu vergeben hatte. Als die Stadthalle, in der sich die Büros der Baufirmen befinden, gegen 8 Uhr geöffnet wurde, waren schätzungsweise 4000 Personen ver­sammelt, die stürmisch Einlaß begehrten. Ver­geblich versuchte ein Beamter, die Menge zu be­ruhigen. Als die Arbeitslosen in die Räume ein­drangen, wurden sämtliche Zimmertüren geschlossen. Auch als ein Überfallkom­mando auf dem Schauplatz erschien, rührte sich die Menge nicht vom Fleck. Heber eine Stunde war der Verkehr völlig gesperrt. Erst nach der An­kunft von Polizeiverstärkungen gelang es, die Die­len Arbeitslosen durch freundliche Heberredung zum Abmarsch zu bewegen, nachdem sie immer wieder im Chor den Wunsch nach Arbeit ausge­drückt hatten Von den 4000 Personen, die sich laut

Evening News" um die Stellungen bemüht hatten, wurden etwa 60 angenommen.

Kleine politische Nachrichten

Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst oon Blomberg, schiffte sich in Flensburg-Mürwik auf dem Segel­schulschiff ber KriegsmarineGorch Fock" ein, um sich von dem Ausbildungsstand der an Bord be­

findlichen Seeoffiziersanwärter zu überzeugen. Bei Windstärke 9 ging es in stürmischer Fahrt nach Travemünde, woGorch Fock" vor Anker ging. Generaloberst von Blomberg war von dem Ge­sehenen und Erlebten sehr beeindruckt.

Der Präsident der tschechoslowakischen Republik hat den Außerordentlichen Gesandten und Bevoll­mächtigten Minister des Deutschen Reiches in Prag, Dr. Walter Koch, mit dem tschechoslowakischen Weißen Löwenorden 1. Klasse für zivile Verdienste ausgezeichnet.*

Mussolini begab sich Mittwochvormittag in Begleitung des Staatssekretärs S u v i ch unb bes Gouverneurs von Rom, Bottai, zum Lager ber österreichischen unb ungarischen I u - g e n b in Ostia , wo er bie Front ber Glieberun- gen ber Jung-Vaterlanb-Organisation unb bes un­garischen Camp abschritt unb bas Lager besichtigte.

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Papst Pius XI. hat Mittwoch abenb, begleitet oon hohen Würbenträgern, bie Vatikanstadt ver­lassen, um sich nach seinem Sommersitz C a ft e I Cando 1 fo zu begeben. Die Abfahrt bes Papstes unb seines Gefolges erfolgte in mehreren Kraft­wagen. Man nimmt an, baß er etwa zwei Monate auf feinem Sommersitz bleiben wirb.

Aus aller Welt.

Dr. Herbert Müller in Peiping eingetroffen.

Der Vertreter bes DNB. in Veiping, Dr. Herbert Müller, ist nach seiner Freilassung von ben Ban- biten am Donnerstagfrüh in Peiping eingetroffen. Er hat mitgeteilt, er sei von ben Banditen gegen ehrenwörtliche Erklärung nur auf zehn Tage freigelaffen worden. Anscheinend soll er Verhandlungen über das ßöfegelö führen. Der Kommandeur der Miliz in Paotschang hat die Verbindung mit den Banditen hergestellt, die für die Freilassung des mit Müller ebenfalls gefangengenommenen englischen Journalisten Jones ein Lösegelb von 50 000 Dollar fordern.

Internationaler Tierschutz-Kongreß.

In der Zeit vom 7. bis 11. August 1935 findet i n Brüssel unter der Schutzherrschaft des Königs und der Königin oon Belgien der 18. Inter­nationale Tierschutz- und Antivivi- sektions-Kongreß statt. Die Verhandlungen, die in sechs Abteilungen geführt werden, beziehen sich auf folgende Hauptthemen: Gesetzgebung, Transport und Schlachtung von Tieren, Schutz der Vögel und ber wilb lebenben Tiere, allgemeine Tierschutz-Propaganba, Abrichtung unb Vorführung oon Tieren, wissenschaftliche Versuche an lebenben Tieren, Zugtiere, Haltung, Pflege unb Unterbrin­gung ber Haustiere, Tierheime. Fast alle Kultur­länder der Erde werden Delegierte zu dem Kongreß entsenden. Als Vertreter Deutschlands nehmen Ministerialrat Dr. Giese und Dr. Kork­haus oon der ßeitung des Reichs-Tierschutzbundes, ber Spitzenvertretung des beutfchen Tierschutzes, an ben Verhanblungen teil. Für Deutschlanb hat ber biesjährige Internationale Tierschutz-Kongreß inso­fern befonbere Bebeutung, als seit bem letzten Kongreß, ber in Wien ftattfanb, bie Tierschutz­gesetze bes neuen Deutschlanb in Kraft getreten finb, bie ben Tieren ganz anbere Rechte als bie früheren gesetzlichen Bestimmungen zubilli­gen, unb bie inzwischen in aller Welt Anerkennung unb Beachtung gefunben haben.

Ein Tierquäler am Pranger.

Ein Kölner Hänbler mihhanbelte sein P f e r b in so roher Weise, baß sich bie Nachbar­schaft über ben Mann empörte. Die ßeute würben oon einer berartigen Erregung ergriffen, baß sie bem rohen Burschen ein Schi 1 b mit ber Auf­schrift:I ch bin ein P f e r b e s ch i n d e r" um ben Hals hingen unb ihn zwangen, feinen Wagen selbst burch bie Straßen zu ziehen.

Hinrichtung eines Raubmörders.

Arn 31. Juli 1935 würbe in Bonn ber vorn Schwurgericht in Bonn zweimal zum Tobe verur­teilte Karl Przybilla hingerichtet. Przy­billa hatte am 1. März 1935 ben in Geistingen wohnenben Pfarrer im Ruhestanb Sebastian Fr iebr ich unb bessen Schwester Maria Friebrich in ihrem Hause ermorbet unb sich in ben Besitz ber Gelber unb Wertsachen seiner Opfer gesetzt.

Zwei Arbeiter an glühenden Erzmassen verbrannt.

Auf bem Hüttenwerk Herzog-Julius-Hütte in Goslar verunglückten bie Hüttenmänner ßüttgering unb Jmmenroth Löblich. Beibe waren mit bem Ad- keilen gerösteter Erze vor einem festen Rösthaufen beschäftigt, als sich plötzlich ein größerer Erz- klumpen so unglücklich ablöste, baß bie zwei Männer von ihrem Arbeitsplatz auf ben Röst- Haufen stürzten, ßüttegering unb Jmmenroth fielen auf freigelegte glühenbe Erzmassen unb er­litten schwere Branbwunden. Ein mit ihnen ar­beitender Hüttenmann konnte noch rechtzeittg nach

ber anderen Seite springen, ßüttegering, der Frau unb brei Kinber hinterläßt, würbe als Leiche ge­borgen Jmmenroth, ein junger Arbeiter, ist einige Stunben nach seiner Einlieferung im Vereins- krankenhaus Goslar seinen schweren Brandver­letzungen erlegen.

79 Verschüttete bei einem Grubenunglück in Transvaal.

Wie aus Ermelo (Transvaal) gemeldet wird, wurden im Marsfeld-Bergwerk 4 Europäer und 75 Eingeborene durch Explosion verschüttet. Rettungs­kolonnen sind unterwegs.

13 Todesopfer einer neuen Hitzewelle in USA.

Die Staaten Iowa, Missouri, Wisconsin, Minne­sota, Oklahoma und Nebraska werden von einer neuen Hitzewelle heimgesucht. Die Zahl der gemel­deten Todesopfer beträgt bisher dreizehn. Auch in Kansas herrscht große Hitze. Die Temperaturen stiegen hier auf annähernd 40 Grad Celsius.

Vier Bergleute verschüttet.

Ein schwerer Arbeitsanfall ereignete sich auf ber Hillebranb-Grube in Antonienhütte bei Kattowitz. Im Gerharb-Flöz ging ein hoher Pfeiler z U Bruch, wobei auch eine Strecke von 12 Meter Länge eingeritten würbe. Unter ben einstürzenben Kohlenmassen würben vier vor Ort a r b ei­te n b e Bergleute begraben. Die Rettungs­arbeiten mürben sofort ausgenommen. Trotz auf­opfernder Arbeit ist es noch nicht gelungen, an bie Verunglückten heranzukommen. Die Ret» tungsfolonne befinbet sich noch acht Meter von ber Unfallstelle entfernt. Auf Klopfzeichen ist keinerlei Antwort erfolgt; es muß bamit gerechnet werben, baß bie vier Verunglückten nicht mehr am Leben finb.

15 Tramps bei einer Zugentgleisung in Texas getötet.

In Tempel (Texas) entgleiste ein Nachtzug, auf ben ungefähr 50 Schwarzfahrer unter­wegs aufge stiegen waren. 15 von ihnen würben teils burch bie umftürzenben Wagen er» brückt, teils kamen sie in bem halb barauf aus» brechenben Feuer um. Etwa 20 trugen Ver» letzungen bavon.

hauseinfturz in Warschau.

In Warschau würben nachts bie Bewohner eines Hauses in einem ber älteren Stabtviertel burch ein bonnerartiges Getöse, Krachen unb Bersten aus bem Schlafe geschreckt. Das vierte Stockwerk bes Hauses war in sich zusarnrneng e st ürzt und hatte das dritte Stockwerk so in Mitleidenschaft ge­zogen, daß die beiden oberen Stockwerke einem riesigen Trümmerhaufen von Mauerresten unb Gebälk glichen. Von ben 34 Bewohnern ber beiben Stockwerke würben bie meisten unter ben Trüm­mern begraben. Die Feuerwehr bemühte sich fieber­haft um bie Freilegung ber Verschütteten. 1 6 zum Teil sehr schwer Verletzte konnten gebor­gen werben. Ein Hausbewohner war von einer einstürzenben Mauer erschlagen worben. Wäh- renb ber Rettungsarbeiten bilbeten sich in ben bei­den unteren Stockwerken neue Mauerrisse, unb plötzlich stürzte auch ber untere Teil bes Hauses in sich zusammen. Die Feuerwehrleute konn­ten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Rettungsarbeiten würben sofort wieber aufgenom­men. Die Zahl ber Verwundeten ist auf 21 ge­diegen, darunter befinben sich sechs Feuerwehr­leute, bie bei ben Rettungsarbeiten verletzt wurbey. Zwölf Personen werben noch vermißt. Bei den Bergungsarbeiten würben bisher sechs Tote unb 29 Verletzte geborgen; sieben wei­tere Personen werben vermißt. Die Staatsanwalt­schaft hat bie Verhaftung bes Hausver­walters angeorbnet, ben insoweit bie Schulb an ber Katastrophe trifft, als er von ben Bewohnern bes eingestürzten Hauses schon vor einigen Tagen auf schabhast geworbene Stellen auf­merksam gemacht worben war, ohne ben Schaben zu beseitigen. Die Katastrophe hat ber Bauaufsichtsbehörbe Anlaß gegeben, bie Instanb- setzung einer ganzen Reihe alter Häuser anzuorb- nen unb ihre vorläufige Räumung zu veran­lassen.

Absturz deutscher Bergsteiger im Wontblanc-Gebiet.

Im Mvntblanc-Gebiet ereignete sich ein Alpini­stenunglück, bem Franz Reithel aus München 3um Opfer gefallen ist. Er hatte mit seinem Bruber Hel­mut bie Dames Anglaises zu besteigen versucht unb war in eine Schlucht gestürzt, wo er tot liegen blieb. Die beiben Brüber Reithel, bie mit ben Bezwingern ber Norbwanb ber Granbes Jorasses, Peters unb Mayer, eng befreunbet waren, kletterten ausge­zeichnet unb hatten schon seit brei Jahren in ber Montblanc-Gruppe viele schwierige Hochtouren unternommen. Am vorigen Samstag waren bie beiden zur Camba-Hütte aufgestiegen, um am Sonn­tagmorgen einen neuen Aufstieg auf bie Dames Anglaises in Angriff zu nehmen. In ber Hütte tra­fen sie noch zwei Deutsche, mit benen sie gemeinsam den Gletscher überquerten, bie sich aber bann von ihnen trennten unb ben Aufstieg auf bem aewöhnlichen Wegen machen wollten. Die Brüber Reithel kamen zunächst rüstig vorwärts; plötzlich wurden sie aber von Steinsch 1 ag über­rascht unb von ber Wanb geschleubert. Helmuth gelang es, wieber Halt zu finben, mäbrenb Franz von ben Felsstücken getroffen in bie Tiefe stürzte. Helmuth Reithel versuchte, seinen Bruber noch im letzten Augenblick am Seil zu halten. Durch bie Wucht bes Sturzes zerriß es aber unb Franz blieb mit einer schweren Kopfverletzung unten lie­gen. Einige Stunden später starb er, ohne baß der selbst verwunbete, zu Hilfe fommenbe Bruber noch Rettung bringen konnte. Die beiden anderen deutschen Bergsteiger hatten das Unglücf aus ber Ferne beobachtet unb waren sofort nach Cour- mayeur abooftieaen, um Hilfe herbeizuholen. Zwei italienische Bergführer brachen sofort auf, kamen aber z u spät.

3m Laden ermordet aufgefunden.

In Braunschweig wurde der Kaufmann Wolf Ziprkowski in feinem Laden tot aufqefunben. Nach bem Ergebnis ber gerichtlichen Leichenöffnung ist Ziprkowski bereits am Abenb bes Montag, ver­mutlich kurz nach Labenschluß, von einem noch unbekannten Täter burch einen Kopfschuß getötet worben, als er im Begriff war, Ein­wickelpapier aus einem unteren Regal zu nehmen.

Zwei Frauen

beim Edelweihpflücken tödlich abgeftürzt.

Ein Hirte fand am Dienstag im Ankogel-Gediet in Kärnten, einer ber einsamsten (Begenben ber österreichischen Alpen, bie Leichen von zwei ver­unglückten Bergsteigerinnen, bie seit neun Ta­gen vermißt werben. Die beiben Frauen, Gat­tinnen von Bunbesdahnbebiensteten in Kärnren, finb offenbar beim Ebelweißpflücken Löblich abgestürzt. Die eine ber Frauen hinterläßt fünf Kinber.