herausstelle, fo fei daran zu erinnern, daß dieser von Abessinien angenommen worden fei. England fordere aber, daß Abessinien z u diesen Verhandlungen zugelassen werde. In Genf sei man der Ansicht, daß der Krieg nur auf Grund von Verhandlungen über den Vertrag von 1906 vermieden werden könnte. Aber diese Verhandlungen würden außerordentlich schwierig sein. Schließlich werde der eigentliche Zweck der Verhandlungen doch darin bestehen, die italienische Einflußzone in Abessinien zu vergrößern. Man müsse dann zunächst Mussolini zufrieden st e l l e n , der Verpflichtungen gegenüber dem italienischen Volk übernommen habe. Andererseits könnten die Zugeständnisse des Netz u s nicht umfangreich sein, denn auch er habe gegenüber seinem Volk und gegenüber den Stam- mesfürsten Verpflichtungen übernommen. Er glaube außerdem in der Lage zu sein Mussolini mit den Waffen besiegen zu können: auch im Völkerbund feien viele davon überzeugt. Abessinien wolle vor allem sich im Völkerbund Freunde sichern und sich nach den Erfahrungen des Mandschukuo- Konfliktes in erster Linie mit den Großmächten gut stellen. Man habe in Genf den Eindruck, daß der Völkerbund begriffen habe, daß er unter keinem Vorwand in feinen Reihen ein Mitglied dulden dürfte, das sich ohne triftigen Grund auf ein anderes Völkerbundsmitglied stürze und versuche, sich in dessen Land einzyrichten.
„Echo de Paris" schreibt, selbst wenn das Schiedsgerichtsverfahren zu greifbaren Ergebnissen kommen sollte, sei von dem Verfahren nicht viel zu erwarten, weil es sich nur auf einen untergeordneten Grund des Streitfalles beziehe, auf den Zwischenfall von Ualual. Trotzdem sei Laval der Ansicht, daß man den Dersöhnungsfäden wieoer anknüpfen müsse: denn wenn das nicht gelänge, müsse das Problem in feiner Gesamtheit aufgerollt werden, und bann lasse sich der Bruch mit Rom nicht mehr vermeiden. England habe besonders Wert darauf gelegt, daß in dem Entwurf eine Verfügung enthalten sei, nicht zu den Waffen zu greifen. Wenn sich diese Verpflichtung nur a u f einen Monat beziehe, könnte Mussolini sie bedenkenlos a n n e h m e n, denn inzwischen könne er weiter Mannschaften und Kriegsmaterial ungehindert nach Ostafrika schaffen. Eine Vertagung der ernsthaften Angelegenheit sei nur ein Kunstgriff, um eine gefährliche Klippe zu vermeiden, aber von der Lösung der Streitfrage fei man weiter entfernt denn je.
England beantragt Änderungen
London, 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) 9n einer heute morgen eingegangenen Reutermeldung aus Genf heißt es: Bei den Besprechungen, die bis kurz vor Mitternacht dauerten, beantragte der englische Dölkerbundsminister Eden, der mit London fernmündlich beraten hatte, mehrere wichtige Aenderungen des französischen Entschlietzungsentwurfes. Es verlautet, daß diese Abänderungen des Wortlautes das Min - destmaß dessen darstellten, was von der britischen Regierung bezeichnet werden würde. Wenn es nicht gelinge, die italienische und abessinische Z u ft i m m u n g zu der aufgestellten Formel zu erhalten, werde Großbritannien voraussichtlich eine Erörterung der Gesamtfrage während der gegenwärtigen Völkerbundsratstagung verlangen.
Mefsinien lehnt jedes Protektorat ab.
London, 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) Heber die Haltung des Kaisers von Abessinien berichtet „Times" aus Addis Abeba: Der Kaiser lehnt jedes Mandat ober Protekorat ab, gleichviel ob es einer bestimmten Nation zuerteilt wirb, ober internationaler Art ist, selbst wenn hinter solchen Anregungen keine Habsucht stecken würbe. Der Kaiser eines Lanbes mit solcher Unabhängigkeit könnte einen solchen Vorschlag unmöglich annehmen. Die P a l a st i n t r i g e n , bie erst in neuester Zeit aufgehört haben, würben sofort wieber beginnen, bie Bebeutung bes Kaisers als einsichtsvoller Befürworter moberner Methoben würbe zerstört werben. Das Auftreten auslänbifcher Ratgeber mürbe zu einer Verschärfung * ber fremdenfeindlichen Stimmung führen. Aus biefen einfachen persönlichen Grünben, aber auch aus vielen Gründen höherer Art ist feber Vorschlag einer aus- länbischen Kontrolle unannehmbar. Wenn bas Schlimmste geschieht unb bann keine Sanktionen gegen Italien angeroanbt werben, setzt die abessinische Regierung keine übertriebenen Hoffnungen auf britische Hilfe. Beim abessinischen Volk aber bürste es einen Umschwung in ber neuerbings herrschenben freunblichen unb bantbaren Haltung gegen Englänber geben unb infolgebessen vielleicht auch Wiberstanb gegen bie evtl. Maßnahmen zur Sicherung britischer Staatsangehöriger.
Serflärfung ber britischen Gesandt- schastswache in Addis Abeba.
L o n b o n, 31 Juli (DNB.) Wie verlautet, be- absichtigen bie britischen Behörben, bie Wache für die britische Gesandtschaft in Addis Abeba erheblich zu verstärken. Zur Zeit stehen ein weißer Offizier unb 15 bis 20 Sikhs zum Schutze ber Gesandtschaft zur Verfügung. Der Bericht, daß sich der Kaiser von Abessinien weigere, in ber Frage ber Verstärkung von sich aus etwas zu unternehmen, weil England bie Ausfuhr von Waffen nach Abessinien gefr*rrt habe, wirb in London einstweilen nicht bestätigt. Angeblich wirb Englanb 100 Mann unb Munition unb Verpflegung für sechs Monate nach Addis Abeba senden.
Italienisches Staatsmonopol aufKoble,KokS,Kuvfer,Zinn und Nickel
Rom, 31. Juli. (DRV.) Dem amtlichen italienischen Gesetzblatt „Gazzetta Ufficlale" zufolge ist mit dem 1. August ber Einkauf im Ausland von kohle, koks, Kupfer, Zinn unb Nickel unter S taatsmonopol gestellt. Mit ber Durchführung bes Monopols ist die italienische Staatseisenbahnverwaltung beauftragt worden. Es sind Uebergangsbestimmun- gen erlassen worden, um keine Störungen der Versorgung und des Handels eintreten zu lassen.
SowjetmssischeS U-Boot mit 55 Mann untergegangen
Das sowjetrussische U-Boot B 3 ist, wie erst jetzt amtlich gemeldet wird, am 2 5. 3 u H bei einer Hebung im Finnischen Meerbusen mit
Die Italiener in Eritrea
Italienische Tanks vor dem Gouvernementsgedäube ber Hafenstabt Massaua in Eritrea, ber italienischen Kolonie am Roten Meer, bie bas Aufmarschgebiet für ben Felbzug gegen Abessinien sein wird. — (Scherl-M.)
Die Wahrheit marschiert.
Ein amerikanischer profeffor erkennt Deutschlands Friedenswillen an.
Nürnberg, 31. Juli. (DNB.) Prof. Dr. R. W. D y k e m a von der Columbia-Universität in Neuyork, der mit einer Reisegesellschaft von amerikanischen Musikstudenten und -dozenten i n Nürnberg weilte, erklärte, es sei einer seiner bemerkenswertesten Eindrücke, daß in Deutschland auf wissenschaftlichem wie auch auf technischem Gebiet mit einer beispiellosen Gründlichkeit gearbeitet werde. Deutschland habe in den letzten Monaten in Amerika sehr viel an Achtung und Ansehen gewonnen, und die jüdische Boykotthetze sei fast völlig verstummt. Diese Propaganda gegen Deutschland sei niemals Sache des amerikanischen Volkes gewesen, sondern immer nur von einem kleinen Kreis interessierter Gruppen getragen und vom Großteil der amerikanischen Bevölkerung, vor allem auch im Osten niemals ernst genommen worden. Er nehme, so sagte Prof. Dr. Dykema, die Ueberzeugung mit nach Amerika, daß das
deutsche Volk in einer beispiellosen Treue unb Hingabe an ber Idee Abolf Hitlers unb bes Nationalsozialismus hänge unb an ihrer Verwirklichung und damit am restlosen Um- und Wiederaufbau Deutschlands arbeite. Je mehr Amerikaner Deutschland besuchten, desto mehr werde in Amerika die Gewißheit zunehmen, daß das deutsche Volk nur für den Frieden der Welt arbeite und feine nationale Größe nur zum Wohl der Gesamtheit und zur Förderung von Kultur- und Zivilisation anstrebe. Wer Deutschland jetzt besucht habe, der wisse, daß hier nicht wilder Terror regiere, sondern ein Volk an ber Verbesserung seiner Lebensmöglichkeiten arbeitet. Besonders lobend sprach sich der amerikanische Gast über bie Hitlerjugend und ihre Einsatzbereitschaft für den Staat und das Volk aus. Man müsse bei der deutschen Jugend von einer wirklichen Begeisterung für die nationalsozialistischen Ideen sprechen.
Imnländischer Kriegsschiffbesuch im Reichskriegshafen Kiel.
Das Bild des Führers auf einem finnländifchen Kriegsschiff.
Kiel, 31. Juli. (DNB.) Von Helsingfors kommend trafen am Mittwochvormittag finnländische Kriegsschiffe, das Küftenpanzerschiff „Väinämoinen", bas Kanonenboot „Hümeenmaa" und bie Unterseeboote „Vetehinen" unb „Jku-Turso", zu einem offiziellen Besuch im Kieler Hafen ein. Vor Friedrichs- ort würben 21 Schuß vom finnlänbischen Küstenpanzerschiff für bie Lanbesflagge gefeuert, bie von ber Salutbatterie erwidert wurden. Auf der Höhe von Bellevue folgten 15 Schuß für den Kommandierenden Admiral ber Marinestation ber Ostsee, bie gleichfalls von ber Salutbatterie erroibert würben.
An ber Blücherbrücke im Kieler Hafen hatte sich beim Signalturm eine große Menschenmenge angesammelt. Gleich nach dem Festmachen der Schiffe begab sich der finnländische Konsul Arp an Bord des Küstenpanzerschiffes, deutsche Pressevertreter hatten Gelegenheit, unter Führung eines Offiziers das Schiff zu besichtigen. In der Kammer dieses Offiziers bemerkte man auch das Bild des Führers und eine Hakenkreuzflagge
Vormittags fanden bie offiziellen Besuche beim fommanbierenben Abmiral ber Marinestation ber Ostsee, Vizeabmiral A l br e ch t, im Kommanboge- bäube statt. Weitere Besuche beim Befehlshaber im Luftkreis VI, Generalleutnant Z a n b e r, beim Oberpräfibenten ber Provinz Schleswig-Holstein Staatsrat Lohse unb beim Bürgermeister Mentzel schlossen sich an, benen bie üblichen Gegenbesuche folgen. Am Donnerstag wirb eine feierliche Kranznieberlegung am Marineehrenmal in Laboe burch bie finnlänbische Marine unb ein Empfang im Rathaus burch bie Stadt- Kiel stattfinden. Nach dem Einlaufen ber beutschen Flotte von ihren Hebungen in ben Kieler Hafen wird am Freitag ein Frühstück beim stellvertretenden Flottenchef, dem Befehlshaber der Linienschiffe mit den finnländischen Gästen stattfinden. Ein Ausflug in die Holsteinische Schweiz wird den Gästen die Schönheiten deutscher Landschaft offenbaren. Der nächste Zielhafen ber finnlänbischen Kriegsschiffe ist L i b a u.
55 Mann Besatzung untergegangen. Das U-Boot, bas zur Baltischen Flotte gehörte, manövrierte gerade unter W a s s e r, als es von einem anderen Kriegsschiff gerammt wurde. Es sank sofort. An Bord befanden sich außer 8 Offizieren 47 Mann Besatzung, hauptsächlich Marineschüler. Das U-Boot, das 1917 in Dienst gestellt worden war, soll gehoben werden.
Gegen hie internationale Propaganda.
Eine römische Stimme zumFlaggenzwischenfall auf der „Bremen".
Rom, 31.Juli (DNB.) Unter ber Heberschrift „Unsere Sympathien gehören ben beutschen Seeleuten, bie ihre Flagge gegen bie Beleibigungen einer umstürzlerischen Meute m Neuyork verteidigten", bringt die römische Zeitung „ 011 o b r e " eine Stellungnahme zu den deutschfeindlichen Vorfällen im Hafen von Neuyork. Das Blatt schreibt u. a.: Die deutschfeindlichen Zwischen- falle in Neuyork offenbarten deutlich, daß die Kräfte, die im Dienste und unter dem Ansporn der Freimaurer und des Judentums stehen, ihre Kräfte verdoppeln und sich dabei mit allen störenden Ele- menten unb dem schlimmsten internationalen Ab- 'chaum verbinden. All dies isteineHaßprvpa- g a n d a ge g en bie Bewegungen nativ- " olen Charakters. Diese Prvpaganba wirb genährt burch heuchlerische unb pazifistische Vorstellungen bie biesseits unb jenseits des Ozeans ihr unheilvolles Werk durchzusetzen suchen. Die Flagge eines Landes ist etwas Heiliges und Achtunggebietendes. Man kann bestimmt nicht die „gerechten Prinzipien" dadurch heiligen, daß man die Symbole einer Nation beleidigt.
Amerikas Geerüstung im Pazifik
Washington, 31. Juli. (DNB.) Marineminister S w a n s o n erklärte der Presse, das Marineamt erwäge die Befestigung weiterer Besitzungen im Pazifik nach dem 31. Dezember 1936, sowie den Bau weiterer Schlachtschiffe und Kreuzer, um ben Flottenverstärkungen anderer Mächte zu begegnen. Aus eine Frage bezüglich der P h i l i p p i n e n, wo die amerikanische Asienflotte ihren Winterstützpunkt hat, erklärte Swanson: „Falls wir die Philippinen verlieren, dürften wir vielleicht wo anders hi n- g e t) en wolle n." Der Marineminister führte weiter aus, daß bie Vereinigten Staaten trotz ber Meldungen, wonach England beabsichtige, in den nächsten sieben Jahren 750 Millionen Dollar für die Modernisierung ber Flotte auszugeben, an bem durch das Vison-Gefetz bewilligten Flottenbauprogramm festhalten würden außer in bezug auf Schlachtschiffe unb Kreuzer. Bezüglich ber Schlachtschiffe würben sich bie Vereinigten Staaten nach dem richten, was andere Nationen tun würden.
, Vermehrte Auftragsvergebung für die entmilitarisierte Zone.
Der Reichs- und preußische Innenminister Dr. Frick führt in einem an alle Polizeibehörden gerichteten Erlaß folgendes aus: Nach dem Willen der nationalsozialistischen Regierung sind die hinsichtlich der entmilitarisierten Zone bestehenden außenpolitischen Bindungen zu beachten.. Eine bedauerliche Folge dieser notwendigen Maßnahme ist es, daß bie mit ber Einführung der allgemeinen Wehrpflicht des deutschen Volkes verbundene Wirtschaftsbelebung in den Teilen Deutschlands, die innerhalb der entmilitarisierten Zone liegen, s i ch nicht voll auswirken kann. Auch in einigen anderen Grenzbezirken find Truppenstandorte nicht vorgesehen.
Ich ersuche, auf die Notlage in diesen Gebieten bei Vergebung von Aufträgen mehr als bisher Rücksicht zu nehmen. Bei ben Angeboten sinb bei gleichen Preisen unb gleicher^ Güte bie aus diesen Gebieten eingegangenen bevorzugt zu berücksichtigen.
Oer Führer.
Eine Rede Schachts bei Aufstellung einer Hitlerbüste in der Reichsbank.
Berlin, 31. Juli. (DNB.) Am Nachmittag bes 31. Juli versammelten sich in ber geschmückten Eingangshalle bes Reichsbankgebäudes die Leitung her Reichsbank und Abordnungen der Gefolgschaft, um der feierlichen Aufstellung einer B ü st e des F ü h- r e r s und Reichskanzlers Adolf Hitler beizuwohnen. Reichsbankpräsibent Dr. Schacht führte babei u. a. aus:
Die Künstlerhanb Professor T h o r a f s hat uns das Kunstwerk geschaffen, bas diesem Platz hier seine Weihe geben soll. — In großer Auffassung ist hier ber Führer gesehen als der Staatsmann in dem es gärt und arbeitet und schafft und sprüht, als wollte das innere Schauen und Müssen das Haus zersprengen: ber Staatsmann, auf besten Schultern bie Riesenaufgabe bes Aufbaues des Dritten Reiches gelegt ist: der Staatsmann, ber nicht aus ben Reihen festgelegter Trabition kam, wie bie beiben Männer Wilhelm I unb Hindenburg, deren Standbilder im Lichthof stehen, sondern der aus innerer Berufung unb innerer Verantwortung s i ch selb st allein fein en Weg bat bahnen müssen, ber aus bem Volke aufgeftanben ist, ein Mann bes Golfes unb zugleich wahrhafter Volkstanz» l e r unb wahrhafte Führernatur.
Wie ber Führer zum Schirmherrn bes gesamten Reichsgefüges geworden ist, so ist er auch der Schirmherr des engeren Arbeitsgebietes ber Reichsbank. Das zu betonen, ist der weitere Sinn dieser Büste hier. Deutschland steht und fällt mit bem Gelingen ber Politik Aböls Hitlers. Diese Politik ist in ihrem kühnen großen Wurf ber Wieberwehrhaftmachung Deutschlanbs z u- n ä ch st ein außenpolitisches Probl em ; sie wäre aber gar nicht zu wagen und burchzufüh» ren gewesen ohne eine entsprechende kühne Wirt» schafts - und Finanzpolitik. Die Leistung, die hier von einem Volk vollbracht werben muß, bas durch Krieg, Friedensvertrag und Nachkriegs» wirtschaft bis aufs äußerste erschöpft wurde, diese, von uns allen geforderte ßeiftung geht weit über das hinaus, was jemals vorher in der Geschichte ben Bürgern einer Nation zugemutet worden ist. Wenn man sich hierüber klar ist, bann weiß man, baß wir alle in äußerster Kräfteanspannung unb rücksichtsloser Staatsdisziplin uns hinter diese vordringlichste Ausgabe des heutigen Deutschlands unb ihren Träger stellen müssen. Jebes Abirren von dieser einen großen geschichtlichen Aufgabe bebeutet Gefahr. Wir denken nicht baran, vor ber ungeheueren Schwere ber Ausgabe ben Kops in ben Sanb zu stecken, im Gegenteil. Wir können aber auch nicht julaffen, baß bas Gewicht bieser Aufgabe burch oermeibbare Störungen untragbar gemacht wirb. — Die Feier schloß mit ber Führerehrung.
Adolph Damaschke gestorben.
Berlin, 31. Juli. (DNB.) Der Begründer ber beutschen Bobenreformbewegung Dr. jur et th. h. c. Adolf Damaschke ist in ber Nacht zum Dienstag um 2 Hhr morgens nach monatelanger Krankheit an einem Krebsleiben gestorben. Abolf Damaschke, ber im 70. Lebensjahre ftanb, hatte sich im vorigen Jahre einer schweren Darmoperation unterziehen müssen, bie ihm aber bei ber Bösartigkeit ber Krankheit nicht bie erhoffte Heilung brachte. Obwohl er bauernb an bas Kran-
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Fenlager gefesselt war, blieb er bis zum Freitag vergangener Woche bei völliger geistiger Frische unermüblich tätig. Die Beisetzung Adolph Da- maschkes wirb am fommenben Samstag um 14 Hhr nach einem Wunsche des Verstorbenen in Werder an der Havel erfolgen.
Adolph Damaschke wurde am 24. November 1865 als Sohn eines Tischlermeisters in Berlin geboren. Hrsprünglich war er Volksschullehrer. Schon frühzeitig beschäftigte er sich mit den Problemen der Bodenreform. Er setzte sich die Vertretung dieser Ideen zur Lebensaufgabe unb warb in langer mühevoller Arbeit eine Gemeinbe im „58 unb ber deutschen B o d e n r e f o r- mer". Seine Hauptlehre, daß der Boden Allgemeingut sein müsse und nicht dem Einzelnen als Spekulationsobjekt dienen dürfe, konnte unter den früheren politischen Systemen nicht verwirklicht werden. Erst der Nationalsozialismus brachte sie zur Durchführung. Nach dem Kriege wurde Damaschke mit ber Bildung des Ständigen Beirates für Heimstättenwesen beim Reichsarbeitsministerium betraut. Der von dieser Körperschaft ausgearbeitete Entwurf eines Reichsheimstättengesetzes wurde dann in w"nig veränderter Form Gesetz. Im April 1919 wurde Damaschke von der Juristischen Fakultät der Hni- versität Münster zum Ehrendoktor ernannt. Zu seinem 60. Geburtstag verlieh ihm die Theologische Fakultät ber Unioerfität Gießen ebenfalls ben Ehrenboktortitel.
Warnung vor dem Zuzug von bedürftigen Nichtariern nach Berlin.
DNB. Berlin, 31. Juli. In neuerer Zeit ist beobachtet worben, baß trotz ber erschwerenben Umftänbe ein außerordentlich starker Zuzug von ortsfremden Personen, und zwar


