Wilhelm Greif.
Der neue Batz und Batzbuffo des Gießener Stadttheaters.
Die roten Feuerteufel.
Ein Erlebnis in der sibirischen Taiga.
Ich wurde am 9. August 1901 in München geboren. Die Jugendjahre verlebte ich teils in Deutsch- land, teils in der Schweiz. Bon der Schulbank weg trat ich in das Hessisch-Thürinaisch-Waldecksche Freikorps ein und nahm an den Kämpfen des Maiaufstandes 1919 in München und später an den Gefechten in Oberschlesien teil. Sieben Monate blieb ich in den Reihen der Freikorpskämpfer, dann begann meine kaufmännische Laufbahn, die mich nach Berlin und zuletzt wieder nach München ins elterliche Geschäft führte. Bis 1932. war ich im kaufmännischen Beruf tätig. Aber seit 1925 trieb ich eifrig Gesangsstudien, und ab 1932 konnte ich mich gänzlich in meinen Studien auf Konzert und Bühnenlaufbahn vorbereiten. Seit Februar 1933 bin ich als seriöser Baß und Baßbuffo freischaffender Sänger am Reichssender München; nun holt mich Intendant Schultze-Griesheim von dort nach Gießen, wo ich mich auf ein hoffentlich erfolgreiches Arbeitsgebiet freue.
Gaufest-Postdienst in der Volkshalle.
Aus Anlaß des Gaufestes des Reichsbundes für Leibesübungen wird vom 2. bis 4. August vom Postamt in der Volkshalle eine öffentliche Sprech stelle eingerichtet. Dienststunden:
2. August 17 bis 22 Uhr, 3. August 14 bis 22 Uhr, 4. August 9 bis 12 und 14 bis 22 Uhr.
Bei der öffentlichen Sprechstelle können auch Postwertzeichen gekauft und Telegramme angenommen werden.
Uebermüdung — eine Gefahr für den Straßenverkehr.
LPD. Rur zu oft hört man von Unfällen, deren Ursache auf übermäßigen Alkoholgenuß zurückzuführen ist. Wieviel Unheil ist schon entstanden, wenn am Steuerrad des Autos, auf dem Motorrad, Fahrrad oder Fuhrwerk Leute faßen, die über den Durst getrunken hatten. Gegen diese Verkehrssünder wird mit aller Strenge vorgegangen. Schlimm kann es aber auch werden, wenn Fahrzeuglenker übermüdet sind und gar einschlafen. Es ergeht daher an alle Fahrzeugführer die eindringliche Mahnung, bei Uebermüdung die Führung des Fahrzeuges anderen zu überlassen oder an geeigneter Stelle Halt zu machen und etwas auszuruhen. Man denke an die ungeheuren Gefahren für die Nebenmenschen und sich selbst.
Die deutsche Arbeitsfront ^7 7 h.9.=6emcinfchaft „firaft durch frcuöc"
Fahrt durch Oberhessen.
Diese Wochenendfahrt der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" für Sonntag, 4. August, findet nicht statt, da an diesem Tag das Gaufest in Gießen abgehalten wird.
Der Tag, an dem die Fahrt durch Oberhessen stattfindet, wird noch bekanntgegeben.
Bildung einer Laienspielschar.
Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beabsichtigt, eine Laienspielschar aufzustellen, die im Laufe des Winters bei verschiedenen Kreisveranstaltungen gutes Laienspiel zur Aufführung bringt. Volksgenossen, die Lust, Liebe und Talent mit- bringen, werden gebeten, sich bei der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Gießen, Schanzenstraße 18, zu melden.
Lin großer Abend in der Volkshalle mit Willi Reichert.
Die Preise sind: 40, 60, 80 Pf. und 1,— Mk.
Man wird für dieses Geld einen Abend erleben, der hinter den beiden Abenden des Schumann- Theaters und des Kabaretts der Komiker bestimmt nicht zurückbleiben wird. Ein Abend des gemeinschaftlichen Besuches für ganze Betriebe. Eine gute Lautsprecheranlage und Helle Bühnenbeleuchtung werden dafür sorgen, daß man auch am letzten Platz für das wenige Geld einen wirklich fröhlichen Abend verleben kann.
Willi Reichert, der vom Rundfunk her bekannte große Humorist aus Stuttgart, der Mann, dessen unbeschreibliches Lachen alles mit in Bann zieht und alle zu befreiendem Lachen erlöst — diesen Mann müssen Sie gesehen haben.
welche Arlaubszüge von „Kraft durch Freude" sind noch nicht beseht?
Urlaubszug Bayrischer Wald (Zwiesel) vom 15. bis 23. August (Preis 32,50 Mt.).
Urlaubszug Kieler Bucht vom 24. August bis 1. September (Preis 39,50 Mk.).
Urlaubszug Spreewald vom 31. August bis 6. September (Preis 33 Mk.).
Urlaubszug Schwarzwald (Sigmaringen) vom 2. September bis 15. September (Preis 48 Mk.).
Don Egon von Kapderr.
Der Fischer und Trapper Iwan Netschkin kam mit dem Wassereimer vom Fluß zurück. Am Rande der hohen Heide blieb der Mann stehen und sicherte schnuppernd wie ein aufgeschreckter Bär: „Herr — lange werden wir hier nicht lagern und in Ruhe trinken können, denn ich glaube, die roten Feuerteufel sind bald da ..Tatsächlich — es roch brenzlig, viel ärger als vor wenigen Minuten. Aber wir waren dies ewige Raucheinatmen gewöhnt; sei vier Wochen brannten die Wälder und Hochmoore fast ganz Westsibiriens an vielen Stellen, ganze Gebiete standen in Rauch und Flammen, Landstrecken in der Größe Sachsens und noch größere brannten zu gleicher Zeit, und war endlich ein Riesenfeuer verlöscht — weil es nichts mehr zu brennen gab oder große Wasserläufe den Flammen Einhalt geboten, so ging der Teufelstanz an irgendeiner anderen Stelle noch toller los.
Seit Wochen sah man die Sonne höchstens als blasse Scheibe am braungelben, von Rauchschleiern durchjagten Himmel, ruhte aber der Wind, so fiel das Atmen schwer, und alles war in gelblichgrauen Stinknebel gehüllt. Nachts aber glühte der Horizont rot und rotbraun. Es herrschte ein unheimliches, gelbes Licht — auch der erfahrenste, abgehärtetste Hinterwäldler wurde niedergedrückt und mutlos. Ungeheure Waldstrecken wurden vernichtet — eine schwarze Kohlenwüste, Wild aller Art kam in Massen um, kein Vogel ließ seinen Ruf hören — höchstens, daß mitunter der Angstschrei flüchtender Schoren unser Ohr erreichte ... Mehrere Urwalddörfer und Farmen verbrannten mit Menschen, Vieh und Ernte, hungrige, rasend gewordene Bären trieben sich in den Fluren der Flußauen herum und schlugen Tiere und Menschen.
Das war Ende Juli des Dürrejahres, des Not- und Hungerjahres 1911. — Nie habe ich mich so wehr- und hilflos, so jämmerlich klein gefühlt wie damals, auch später nicht in den schwersten Geschehnissen des Weltkrieges: die furchtbare Wucht einer gewaltigen Naturkatastrophe lastet auf dem Gemüt wie ein grausiger Alp — und selbst der Ungläubigste denkt an Gott ...
Unser Feuerchen flammte — die schwache Rauchfahne wehte scharf nach der Flußseite zu. „Starker Wind", murmelte der Trapper, mißtrauisch nach Osten blinzelnd. Er goß Tee ein, reichte Zucker, Dörrbrot. Der Trank war fade, der Zwieback schmeckte nicht, selbst die geliebte Zigarette hatte kein Aroma. — „Schmeckt, riecht alles nach Brand, nach Holzrauch, Kien", sagte Netschkin und begann unsere paar Sachen zu verpacken und im Kanu zu verstauen. Gewohnheitsmäßig löschte er das Feuerchen — unser kleines Flämmchen — mit dem Rest des Teewassers: „Eigentlich nicht nötig", meinte der Mann, „in einer halben Stunde ist ein Feuerchen hier, über dem du die Tee-Ernte der ganzen Welt und alle Suppen dazu kochen kannst." Er stieß ab — wuchtig stieß er den Kahn mit dem Ruder an — wir glitten den schmalen Urwaldfluß hinab —
Kaum waren wir eine halbe Stunde gerudert, da sahen wir auch schon den Rauch in breiten, braungelben Schleiern durch den Wald jagen. Ein dumpfes Poltern, ein Brummen, Sausen, Knacken und Knistern — In der weiten, lichtbestandenen Heide zuckten die ersten Flammen am Boden ...
Mit aller Kraft ruderten wir. Netschkin arbeitete
achtern und lenkte das Kanu zugleich, ich ruderte mit dem Padel vorn. Der schlanke, aus dem Stamm einer Riesenespe gehöhlte Kahn schoß über die schwarze Flut, als gelte es ein Rennen. Der Schweiß troff und aus allen Poren — nicht nur von Hitze und Arbeit ...
Das Atmen wurde immer schwerer, die Brust schmerzte. Die mächtigen Wipfel der Fichten, Zirbeln und Kiefern bogen sich im Sturm, im Sturm von Ost, im Wirbel der Glut, die immer näher heranbrauste, donnernd in die Dickichte fuhr, schwarzgelben Qualm hochwirbelte, durch das rasselnde Geäst jagte. — „Dort!" schrie Netschkin und deutete nach links. Brüllend fuhren dunkelrote Flammen am Stamm der mit Flechten und Greisenbart behangenen Fichte hoch. Zischend sauste der Wipfelbrand durch die halbverdorrte Taiga. Ein paar Auerhühner schwangen sich vor uns über den Fluß, Singvögel schrien, irgendwo keuchten, trampelten fliehende Elche — dicht neben uns, doch unsichtbar im dichten, erstickenden Rauch.
Funken flogen ins Wasser, ins Boot. Wir hörten ihr Zischen nicht, wir spürten kaum ihren Brand, wenn sie die Kleider versengten. Kein Atmen mehr, die Augen glühten, die Hitze versengte Bart und Haar.
Doch — der Fluß wird breiter. Und hier ist der See, den wir am Tage vorher verließen, Binsen, Schilf, Rohrwände, saftgrün. Die Rettung. Gelbe, halbzerfressene Mummeln und Wasserrosen — jetzt ein breiter Streifen Binsenwald, dann freieres Wasser. Hier kann man zur Not Luft schöpfen, man erholt sich ein wenig, wenn man sich dicht über den Wasserspiegel beugt. Aber man muß sich vorsehen — nur zu leicht schlägt solcher Kahn um, und, kaum entronnen dem Feuer, müßten wir elend ertrinken in Schlamm und Gewirr von grünem Pflanzengeschlinge.
Als wir auf das freiere Wasser kamen, sahen wir die ganzen Ufer der Ostseite lichterloh brennen Auch die Birken: die teerreiche Rinde fängt leicht Feuer. Nur Espen und Weiden brannten nicht — aber sie sind verdorrt und standen, als wir später den See besuchten, als traurige Gerippe zwischen halbverkohltem Fallholz und starrenden, entrindeten. angekohlten Riesenstämmen der Nadelhölzer.
Auf dem See war helle Aufregung. Enten schwirrten und lärmten, Taucher knarrten, und am Ende durchschwammen drei Elche haltig die Flut. Der Sturm bewegte hier auf der Seebreite das Wasser sehr stark — wir liefen Gefahr umzuschlagen. Deshalb ruderten wir einem Binsenwalde zu, versteckten uns dort und blieben in der tiefarünen Wirrnis, bis endlich, endlich der Rest des schwefelgelben, unheimlichen Tages und die schrecklich durchglühte Nacht zu Ende waren. —
Am anderen Abend erreichten wir ein Fischerdorf am großen Strom. Hier, nm breiten Band der Konda, hatte das Feuer endlich balto-macht — das Dörfchen aber war verbrannt Mit Müde und Not batten sich die Leute in Booten während der Schreckensnacht auf den Strom gerettet, auch einen Teil ihrer $abe und Netze aeborgen — einen Teil.
Es war ein trauriger Zug. der am Kirchdorf, jenseits des Stromes, dreißig Kilometer stromaufwärts, endlich anFnm. In der Nacht ging ein Gewitter nieder, rauschender Regen löschte die Brände. 3u spät.
Urlaubszug Kieler Bucht vom 7. September bis 15. September (Preis 39,50 Mk.)
Urlaubszug Büsum vom 7. September bis 15. September (Preis 36.50 Mk.).
Urlaubszug Nordsee (norwegische Küste) vom 11. September bis 19. September (Preis 59 Mk.).
Urlaubszug Weser-Bergland (Carlshafen) vom 16. September bis 22. September (Preis 30,50 Mk.).
Urlaubszug Harz (Wernigerode) vom 16. September bis 22. September (Preis 28 Mk.).
Urlaubszug Allgäu (Pfronten) vom 19. September bis 29. September (Preis 42.50 Mk.).
Urlaubszug Hamburg—Südengland vom 23. September bis 1. Oktober (Preis 59 Mk.).
Urlaubszug München (Oktoberfest) vom 27. September bis 1. Oktober (Preis 32 Mk.).
Urlaubszug Bayrischer Wald (Zwiesel) vom 28. September bis 6. Oktober (Preis 32,50 Mk.).
Urlaubszug Sächsische Schweiz (Bad Schandau) vom 5. Oktober bis 13. Oktober (Preis 38 Mk.).
Urlaubszug Schleswig-Holstein (Malente-Grems- mühle) vom 12. Oktober bis 20. Oktober (Preis 39,50 Mk.).
Urlaubszug Berlin-Potsdam vom 26. Oktober bis 30. Oktober (Preis 27,50 Mk.).
Großes Sommerfest am Sonntag, 11. August, in Kloster Arnsburg.
Wie im Vorjahre, so veranstaltet die NS.-Ge- rneinschaft „Kraft durch Freude" auch in diesem Sommer ein großes Sommerfest in Kloster Arnsburg. Dabei wird das Gießener Stadttheater uns mit einem fröhlichen Freilustspiel erfreuen („Waldfrieden" von Ludwig Thoma). Der Musikzug der Standarte 116 (35 Mann) wirkt mit und wird uns abends in der Ruine ein kleines Streichkonzert geben. Dieses Streichkonzert bei Fackelschein in der ehrwürdigen Kirchenruine hat im Vorjahr so star- ken Beifall gefunden, daß wir auch diesmal auf das Konzert großen Wert legen. Im übrigen werden alle Besucher bei Dolksliedersingen, Musik und Tanz, bei Kinderfest und Preisschießen (und hoffentlich gutem Wetter) einen wirklich schönen Abend verleben.
Der Eintrittspreis zu dem Sommerfest beträgt, wie im Vorjahr, 30 Pf., das Tanzbändchen 50 Pf das Preisschießen drei Schuß 10 Pf. Die Preise für die Speisen und Getränke sind sehr niedrig gehalten. Es wird deshalb jedem Volksgenossen möglich sein, das Sommerfest in Arnsburg zu besuchen.
Gportkurke des Svoriomis Gießen
Allgemeine Körperschule.
Für Frauen und Männer gemeinsam.
Dienstags von 19 bis 21 Uhr: Universitätssport- platz am Kugelberg; Donnerstags von 16 bis 18 Uhr: Universitätssportplatz am Kugelberg; Freitags von 20 bis 21 Uhr: Schillerschule, Schillerstr.
Fröhliche Gymnastik und Spiele.
Nur für Frauen.
Donnerstags von 20 bis 21 Uhr: Schillerschule, Schillerstrabe, für Jüngere; von 21 bis 22 Uhr: Schillerschule, Schillerstraße, für Aeltere; Dienstags von 20.30 bis 21.30 Uhr: Lollar „Zur Linde"
Reichssportabzeichen.
Für Frauen und Männer gemeinsam.
Donnerstags von 18.30 bis 20.30 Uhr: Universitätssportplatz am Kugelberg. Am Donnerstag, 1.8., Schwimmen für das Reichssportabzeichen, Müllersche Badeanstalt. Treffpunkt 18.30 Uhr vor dem Bad.
Tennis.
Für Frauen und Männer gemeinsam.
Montags von 18 bis 19 und 19 bis 20 Uhr: Städtische Plätze am Schützenhaus; Dienstags von 6.15 bis 7.15 Uhr: Städtische Plätze am Schützenhaus.
Reiten.
Für Frauen und Männer gemeinsam.
Montags von 21 bis 22 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz; Dienstags von 21 bis 22 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz; Mittwochs, von 20 bis 21 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz; Freitags von 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz. Für den Mittwochkursus sind noch sechs Plätze frei. Interessenten wollen sich umgehend an das Sportamt, Schanzenstraße 18, Sprechstunden von 8 bis 13 Uhr ober Telephon 2919, wenden. Die Kosten betragen für Mitglieder der DAF. 8 Sportmarken je 1 Mk. - 8 Mk., bzw. für Nichtmitglieder 8 Sportmarken je 1,50 Mk. = 12 Mk.
Die Kröte.
Eines der verachtetsten Tiere ist die Kröte. Um sie werden Märchen gesponnen, die sie als garstig und giftig verpönen; sie soll mit der Zunge stechen und giftigen Saft ausspritzen können und dergleichen mehr. Sie ist das Tier, das am meisten getreten und gepeinigt wird. Fragen wir uns warum, so wissen wir als einzige Antwort: sie ist häßlich. Aber das sagt noch gar nichts über ihren Wert.
Stechen kann keine Kröte. Alle Behauptungen darüber sind unwahr. Daß sie einen giftigen Saft ausspritzt, der dem Menschen schadet, stimmt nur zum Teil. Die Kröte hat tatsächlich im Maul Drüsen, die einen Saft absondern, den sie ihren Feinden entgegenspritzt, wenn sie sich in Lebensgefahr befindet. Sie kann aber diesen Saft nur auf kurze Entfernungen ausstoßen, für den Menschen ist er außerdem unschädlich. Sie besitzt aber noch ein anderes Schutzmittel: das sind Warzen an ihrem Körper; diese sondern einen übelriechenden bitteren Schleim ab, der ihren Feinden den Bissen verleidet.
Die meisten Menschen wissen den Wert dieses Tieres kaum zu würdigen, trotzdem gehört die Kröte zu den nützlichsten Tieren, denn sie vertilgt in großen Mengen lästige Schnecken und Maden. Man wird sie vorwiegend in Gemüsegärten an- treffen, wo sie von den Blättern das Ungeziefer absucht. Wie hoch sie in anderen Ländern geschätzt zeigt die Tatsache, daß sie in England sogar auf den Märkten gehandelt wird, wo sie dann in den Gemüsegärten ausgesetzt wird.
Gärtner und Bauern wissen sie allerdings auch Pei uns zu schätzen, denn es würde nicht viel von ihrem Kohl übrigbleiben, wenn nicht von Zeit zu Zeit die Kröte die Stauden nach den Schädlingen absuchen würde. Nur die Kinder werfen sie mit
Steinen, zertreten und quälen sie: es ist ja nur eine Kröte. Aber der feine Laubfrosch im grünen Frack, der ift überall gern gesehen; der wird in ein Glas gesetzt, wird bewundert und bestaunt. Er ist der Liebling des Menschen, obgleich er viel weniger nützlich ist. Aber so ist es in allen Sachen: Kleider machen teilte, nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren.
jRetmmfemärffe in Heffen-Aaffau.
LPD. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit:
Wie im Vorjahre, so werden auch in diesem Jahre im Gebiete der Landesbauernschaft Hessen- Nassau Remontemärkte bestimmt durchgeführt werden, und zwar voraussichtlich im Monat Gilbhart (Oktober). Die genauen Termine stehen noch nicht fest, werden jedoch zur gegebenen Zeit zur Veröffentlichung gebracht werden. Es kommen wieder zum Ankauf volljährige Pferde im Alter von 7 bis 12 Jahren, die als Truppendienstpferde volltauglich, d. h. also unverbraucht sind. Die Bauern werden darauf aufmerksam gemacht, schon jetzt dafür Sorge zu tragen, daß eventuell geeignete Pferde sich zu den gegebenen Zeitpunkten in gutem Futter- unb Pflegezustanb befinben unb einen guten Hufbeschlag tragen. Befonbers die Beschläge sind etwa 8 bis 14 Tage vorher zu erneuern und sollen nicht zu schwer sein. Die Bauern sollen ihre Pferde möglichst selbst vorführen und dieselben nicht vorher in unberufene Hände (Juden und Makler) kommen lassen.
Vornotlzen.
— Tageskalender für Donnerstag; Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein Walzer für Dich". — VfB.-Reichsbahn: 20.30 Uhr Mitgliederversammlung auf dem Waldsportplatz.
Gießener Dochenmarktpreije.
* Gießen, 1. Aug. Auf dem heutigen Wochenmark kosteten: Molkereibutter, bas Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 10 bis 11, Wirsing (grün), das Pfund 12 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 20 bis 25, (gelb) 20 bis 30, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln (neue) 7 bis 8 Pf., der Zentner 5,80 bis 6 Mark, Frühäpfel, das Pfund 30 bis 45 Pf., Falläpfel 8 bis 10, Pfirsiche 40 bis 60, Himbeeren 60, Brombeeren 45, Birnen 15 bis 50, Sauerkirschen 45, Heidelbeeren 42 bis 45, Stachelbeeren 20 bis 30, Johannisbeeren 25, Pflaumen 30 bis 40, Zwetfchen 45 bis 50, Mirabellen 40 bis 50, Reineclauden 35 bis 40, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 75, Salat 5 bis 12, Salatgurken 10 bis 35, Einmachgurken IV2 bis 5, Ober- kahlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Suppengrün 5 bis 8, Radieschen, das ^Bündel 8 bis 10 Pf.
** Sitzung der Festausschüsse zum G a u f e st. Am heutigen Donnerstag, 20.30 Uhr, findet in der „Liebigshöhe" eine Sitzung aller Festausschüsse statt. Auf die heutige Anzeige sei aufmerksam gemacht.
**30 Jahre Maß-Schneiderei Karl Bender. Am heutigen Donnerstag, 1. August, kann die Firma für feine Maßschneiderei Karl Bender, Bahnhofstraße 29, auf ein 30jähriges Bestehen zurückblicken.
** Das Universitäts-Cafö-Restau- rant, früher „Bürgerhof", ist im Verlaufe der letzten vier Wochen in großzügiger Weise umgebaut und erweitert worden. Nach den Angaben des Bauherrn H. W. Rinn sind an der Straße vier große ■ Frontfenster entstanden, in deren Mitte der Eingang zu der Gaststätte sich befindet. Durch Hinzunahme von Raummöglichkeiten seitwärts der früheren Gastzimmer war es möglich, einen großen und geschmackvoll eingerichteten Hauptraum für die Gäste zu schaffen, daneben im Parterre noch ein geräumiges Nebenzimmer zu errichten, das durch eine Schiebetür von dem Hauptraum abgetrennt werden und Sitzungen oder kleineren Veranstaltungen dienen kann. Im Obergeschoß ist der bisherige Gesangssaal unverändert beibehalten, jedoch völlig neu hergerichtet worden, außerdem hat man dort auch ein weiteres kleineres Zimmer geschaffen, das insbesondere Sitzungszwecken Vorbehalten bleiben soll. Der obere Saal und das danebenliegende kleinere Zimmer sind auch vom Treppenhaus aus direkt zu erreichen, so daß die Besucher nicht gezwungen sind, den Hauptgastraum, wie früher, zu durchschreiten. Die Räumlichkeiten für die Gäste, wie auch die Küche und die übrigen Betriebsstätten hat der Bauherr in moderner Weise ausgestalten lassen, so daß der Besucher überall einen guten Eindruck bekommt. Unsere Gießener Handwerksmeister haben bei diesem Werk der Neugestaltung einer alteingesessenen Gaststätte, auf der übrigens eine der ältesten Gießener Gastwirtschaftskonzessionen ruht, meisterliche Arbeit geleistet. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Gießen hatten durch die Aufwendungen für die Neugestaltung dieses Betriebes einen ansehnlichen Beitrag zu verzeichnen. Die Bewirtschaftung des Unternehmens ist dem früheren Inhaber des Theatercafes „Ernst Ludwig", Karl W ö r n e r, der sich auf gastronomischem Gebiete reiche Erfahrungen erworben hat, übertragen worden.
Rundfunkprogramm.
Freitag, 2. August:
6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Blasmusik. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9: Werbekonzert. 9.15: Unterhaltungskonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskon- zert I. 13. Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. 16.30: Brücken und Tunnel zwischen Ländern und Erdteilen. Von großen Plänen der Technik. 16.45: Kampf um das Reich. Größe und Untergang der Staufer. Weltherrschaftspläne — Zerfall des Reiches. 17: Konzert des Musikzuges der Leibstandarte Adolf Hitlers. 18.30: Jugendfunk. HI. im Reichssegelflug-Wettbewerb 1935! Funkbericht von der Wasserkuppe (Rhön). 18.45: Das Leben spricht! 19: Kapelle Liv- schakoff spielt. 19.40: Noch zwei Wochen bis zur Rundfunkausstellung. Vortrag von D. Kurt Berendt. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten.20.15: Stunde der Nation.Ein Arbeiter fährt aufUrlaub.21:Konzert desMufikzuges der Leibstandarte Adolf Hitlers. 21.30: „Heldenehrung* von Barthel. Zum Gedenken des Todestages Paul von Hindenburgs. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrich. ten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.267 Sportschau der Woche. 23: Autofabrik. 23.30: Die Landschaft spricht: Das hohe Venn. 24 bis 2: Nachtmusik.


