schaftung den Wirtschaftsverkehr in zureichendem Maße zu finanzieren.
Die polnische Regierung hat allerdings Maßnahmen getroffen, die eine Erschwerung des Personen- und Warenverkehrs zwischen Danzig und Polen bedeuten. Die Danziger Regierung steht auf dem Standpunkt, daß Danzig die getroffene Regelung des Devisenverkehrs unter allen Umständen' durchhalten muß. Dabei wird betont, daß die Devisenbewirtschaftung nur als vorübergehende Maßnahme gedacht war, die wieder aufgehoben werden soll, sobald die Verhältnisse es zulassen.
25000 Golddollar vonOevisenschiebern im Keller vergraben.
Danzig, 29. Juni (DRV.) Die Danziger Kriminalpolizei ist durch einen Zufall dem Treiben jüdischer Devisenschieber auf die Spur gekommen, die durch Devisenhamsterei zu den Danziger Währungsschwierigkeiten beigetragen haben. Anläßlich einer Buchprüfung bei der Eisenfirma Emil A. Baus wurde festgestellt, daß die jüdischen Inhaber dieser Firma, Cascel, Jacoby und Nagel, Steuerhinterziehungen in beträchtlichem Umfange vorgenommen hatten. Nagel versuchte bei seiner Verhaftung sich zu entlasten, in
dem er der Polizei empfahl, bA Keller der Familie Cascel zu durchsuchen. Die Untersuchung der mit Kisten und Kasten verbarrikadlerten Kellerräume führte zu einem aufsehenerregenden Ergebnis. Als die Polizei an einer verdächtigen Stelle mit einem Spaten die Erde aushob, kam ein mit Asbest umwickeltes Tongefäh zum Vorschein, in dem -sich ein namhafter Betrag in Golddevisen befand. Die weiteren Grabungen förderten weitere Töpfe mit Geldstücken sowie Pakete mit Auslandswertanleihen und Geschäftspapieren zutage. Aus den Geschäftspapieren ging hervor, daß Cascel auch noch nach der Guldenabwertung erhebliche Transfermaßnahmen und Schiebungen ins Ausland vorgenommen hatte. Die vorgefundenen Devisen haben einen Gesamtwert von etwa 2505 Golddollar. Aus der Durchsuchung des beschlagnahmten Safes ergab sich der Nachweis, daß die Firma in zahlreichen Städten des Auslandes Konten unterhielt, in die namhafte Summen abgeschoben worden sind, um die Danziger Steuerverwaltung über die wirklichen Einnahmen der Firma zu täuschen. Die Steuerverwaltung hat Devisen in Höhe von 500 000 Danziger Gulden sicheraestellt. Cascel hatte sich durch einen Sprung aus dem Fenster seines Wohnhauses seinen Richtern entzogen.
Zwischenfall bei einem Aufmarsch des Heimatschutzes in Wien.
Wien. 30. Juni. (DNB.) Das Kraftfahrkorps des österreichischen Heimatschutzes veranstaltete einen Aufmarsch in Wien, an dem etwa 2000 Fahrzeuge aus ganz Oesterreich teilnahmen. Gegen Mittag defilierten die Kraftfahrzeuge über die Wiener Ringstraße. Heimatschützler gerieten darüber, daß auf dem Wiener Rathaus nicht die grünweiße Fahne des Heimatschutzes gehißt wurde, in große Auf- 3ng und demonstrierten vor dem Rathausge- e. Minister Fey, der Landesführer des Wiener Heimatschutzes, erklärte, daß es sich wieder zeige, wie notwendig die innere Geschlossenheit des Heimatschutzes sei. Die Schilderungen über die weiteren Vorfälle gehen nun auseinander. Es heißt, daß ein Trupp Heimatschützler die geschlossenen Tore des Rathauses unter den Rufen: „Nieder mit den Klerikalen, nieder mit Bürgermeister Schmitz!" aussprengte, in das Innere des Gebäudes eindrang und auf dem Balkon eine grünweiße Fahne hißte. Andere Darstellungen behaupten, daß die Heimatschützler durch eine Abordnung die Hissung der grünweißen Fahne durchsetzten.
Berliner Gautagung der NSDAP.
Gauleiter ©r. Goebbels
spricht auf Riesenkundgebungen im (Sportpalast und auf dem Tempelhofer Feld.
Berlin, 30. Juni. (DNB.) Sämtliche Gliederungen der nationalsozialistischen Bewegung im Gau Groß-Berlin begannen am Samstagnachmittag den Gautag mit einer großen Kundgebung im Sportpalast, die vom stellvertretenden Gauleiter Gör- l i tz e r eröffnet wurde.
Reichsorganifationsleiter Dr. Ley überbrachte die Glückwünsche der Reichsleitung. Die Partei wird notwendig sein, solange Deutschland lebt, denn die Partei ist Deutschland! Die Aufgaben, die die Partei zu lösen hat, kann uns niemand abnehmen. Sie können einfach von anderen Stellen niemals gelöst werden, denn die Partei ist der Seelsorger des deutschen Volkes. Die Partei ist heute geschlossener denn je. Wer sich gegen einen aus der Partei wendet, der wendet sich gegen uns alle! Selbst dann, wenn der letzte Volksgenosse von unserer Idee und unserem Wollen überzeugt ist, müssen wir weiter Zusammenhalten.
Hauptamtsleiter der RSV., pg. hilgenfeld, sprach über die großzügige Arbeit der NSV. Aus Dem sozialistischen Geist des Berliner Gauleiters sei der Gedanke des Winterhilfswerkes geboren, ebenso der Gedanke des Eintopfgerichtes als Ausdruck wahrer sozialer Gesinnung und wahren sozialen Denkens und Fühlens. An die Stelle des Ich in der kapitalistischen Vergangenheit sei das große Du getreten. Insgesamt sind im Jahre 1934 vom deutschen Volke 550 Millionen RM. in den verschiedenen sozialen Hilfsmaßnahmen gespendet und geopfert worden. Im Hilfswerk „Mutter und Kind" sind bisher 134533 Kinder mit 3 767 484 Verpflegungstagen verschickt worden. Von der Hitler-Freiplatzspende wurden verschickt 53 295 Mitglieder der SA., SS., des NSKK., der PO. und anderer Organisationen mit insgesamt 1 491552 Pflegetagen. Zur Müttererholung wurden 25 574 Mütter mit insgesamt 613 776 Tagen geschickt. In den letzten Tagen wurden in die Notstandsgebiete von Thüringen, Baden, Schlesien, Glatz, Sachsen, Wuppertal, Württemberg, Hessen usw. Aufträge für das kommende W i n t e r h i l f s w e r k im Werte von rund 3 000 000 Mark vergeben.
SA. Obergruppenführer von Iagow gab ein Bild von der ungeheuren Schwere des Kampfes, den die SA. viele Jahre lang geführt hat, bis die Macht in die Hände des Führers kam. Wir waren einmal die Schule der Partei, in der sich die jungen Parteigenossen das Rüstzeug holten, um den Kampf für Adolf Hitler führen zu können, und diese Schule der Partei wollen wir einmal wieder werden. Im nächsten Winter wird wieder in jeder Gemeinschaft ein SA. - Monn stehen, der politisch geschult ist und nicht duldet, daß man den Führer und seinen Stab noch unwidersprochen kritisiert. Wer nicht für Adolf Hitler eintritt, hat nicht zu kritisieren. Den Geist der alten Partei, der alten SA. zu erhalten, ist notwendiger denn je.
Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels von langanhaltendem Jubel begrüßt, sprach von dem Gefühl tiefer Ergriffenheit, das jeden Nationalsozialisten überkommen müsse, wenn er der vergangenen Jahre des Kampfes gedenke und heute Berlin in diesem großen Schmuck der Hakenkreuzfahnen sehe. So sei wirklich die Sehnsucht eines Hör st Wessel Wahrheit geworden: Hitlers Fahnen über allen Str a- ß e n ! Der Staat sei von den Nationalsozialisten erobert worden und niemand anders gebühre der Dank dafür, als den alten Gardisten der Bewegung. Es fei verständlich, daß diejenigen, die am Kampfe dieser Bewegung keinen Anteil hatten, sich möglichst unsichtbar machten. Wenn diese Leute aber heute erklären, „wir sind doch alle Nationalsozialisten", so könne man nur antworten: „Ww hoffen es wohl, aber wir glauben es nicht" .'Es ist mir in dieser Stunde ein Bedürfnis, gerade den Gardisten der Partei zu danken. Sich heute zum Staat zu bekennen, ist ja nicht schwer, und wenn man nach der Tonstärke des Bekenntnisses gehen wollte, könnte man manchmal die Alten für Die Jungen und die Jungen für die Alten halten. Das war aber nicht immer so, und wir erinnern uns der Zeiten, wo man uns als Staats- feinde und Hochverräter, als Hetzer und Ketzer bezeichnet hat. Damals sind nur wenige auf unsere Seite getreten. Diese Leute tarnen erst, als die Gefahr vorbei war. Weil sie wissen, daß ihr Verhalten alles andere als rühmlich war, möchten sie daß die nationalsozialistische Geschichte mit ihrem Eintritt in die Partei erst ihren Anfang nehme. Es liegen aber ein paar Jahre davor, und gerade die Jahre, auf die es ankommt. Aus der Erinnerung an diese stolze Vergangenheit ziehen wir die Kraft zu einer ebenso stolzen Zukunft. Keine andere Kraft als die unsere kann die großen politischen und wirtschaftlichen Ausgaben meistern. Wir haben die Kraft des ganzen Volkes mit der Kühnheit unserer Bewegung vereint und aus beiden eine einheitliche Formation des Aufbaues und der Neugestaltung der deutschen Nation gemacht.
In der Durchführung unseres Programms sind
wir gang naturgemäß gezwungen gewesen, uns mit den Gegebenheiten auseinander- z u s e tz e n . Wir sind schließlich nicht allein auf dieser Welt. Im übrigen ist es zu nichts nutze, wenn eine Führung 100 Probleme anfaßt und keines wirklich löst. Wir haben drei Kardinalprobleme als die vordringlichsten empfunden, die innere Einheit, die Beseitigung der Arbeitslosigkeit und die Wieder- herstellung unserer nationalen Souveränität. Niemand wird behaupten wollen, daß uns das nicht gelungen wäre. Dabei mußten wir natürlich Probleme, die uns in der Erledigung dieser allerwichtigsten Aufgaben hinderlich waren, zunächst zurückstellen, ohne deswegen ihre Wichtigkeit in geringstem zu verkennen. Es gibt heute noch Leute, die mit lautem Geschrei verkünden, daß es in Deutschland viel zu langsam ginge. Es kommt aber alles so, wie es kommen muß und wie wir es zu vollziehen in der Lage sind. Unsere Ideen sind dabei unerschütterlich. Was wir tun, vollzieht sich in einem mit unheimlicher Sicherheit sich abspielenden Verlauf, und es braucht niemand zu alauben, daß wir nach dieser oder jener Richtung hin etwas vergäßen.
Daß wir mit Devisen- und Rohstoffknappheit zu kämpfen haben, wissen wir selbst, aber wir wissen auch, daß die Härte des ganzen Kampfes uns nicht auf die Knie zwingen wird. Es ist noch
ein weiter Weg bis zur restlosen Beseitigung unserer außenpolitischen Beengung, aber das wird man doch nicht bezweifeln, daß wir auf diesem Wege nicht rückwärts, sondern vorwärts gekommen sind. Schritt für Schritt kommen wir dem Ziele, das wir niemals aus den Augen verloren haben, näher. Immer haben wir ihm gedient und die Parole, die vor zehn Jahren wie ein Weckruf durch Deutschland klang, wird heute schon von der ganzen Welt ausgenommen: F r e i - heit und Brot! Das ist es, was die Völker wollen, einen Weltfrieden, in dem jedes Land zu seinem Recht kommt. Während andere Völker von Krise zu Krise taumeln, ist allein die Vorstellung von einem Regierungswechsel in Deutschland mehr als absurd." „Deutschland", so schloß der Gauleiter Dr. Goebbels, „steht im Aufbau! Sein Volk ist nicht ohne Sorgen, aber es hat wieder Lebensmut. Wir haben ihm diesen Optimismus zurückgegeben. Heber dem Reich hält der Führer die Wacht und hinter ihm steht die neue Nation!" Die Rede des Gauleiters wurde immer wieder von Begeisterungsstürmen unterbrochen, die sich auch nach Schluß fortsetzten. Einer musikalischen Phantasie über das Horst-Wessel-Lied folgte der gemeinsame Gesang dieses Liedes des Berliner Sturmführers. Die Formationen fetzten sich dann in Marsch zur Kundgebung auf dem Tempelhofer Feld.
Aufmarsch aller parleigliederuugen aus dem Tempelhoser Feld.
Bei herrlichem Wetter zogen schon Stunden vor Beginn der großen Kundgebung in unabsehbaren Kolonnen mit klingendem Spiel, mit Trommeln und Pfeifen und flatternden Fahnen die Gliederungen der Partei, die braunen Kolonnen der SA., die schwarzen der SS., die PO., die Deutsche Arbeitsfront, das NSKK. und die HI. in das durch hohe, schlanke Fahnenmasten abgesperrte Geviert des Tem- p e l h o f e r Feldes. Die 72 Meter lange Ehrentribüne trug weithin leuchtend auf einem 20 Meter hohen und 12 Meter breiten schwarzen Tuch das silberne Hoheitszeichen der Bewegung, von frischem Birkengrün eingefaßt. Unter den ersten Ehrengästen auf der Ehrentribüne bemerkte man die Staatssekretäre Körner und Milch, den Präsidenten des Deutschen Luftsportverbandes, Lörzer, den Gauarbeitsführer Bormann, den Brigadeführer des NSKK. Oppermann, Hauptamtsleiter Hilgenfeldt, Frau Dr. Goebbels, den Rektor der Technischen Hochschule, von Arnim. Kurz vor 18 Uhr marschierten mit klingendem Spiel und von stürmischem Jubel begrüßt dieEhrenabordnungenderWehr- macht, der Luftwaffe und des Feldjäger- k o r p s in der Landespolizei vor der Haupttribüne auf. In dichten Reihen umsäumte die Berliner Bevölkerung das Feld.
Die Berliner Standarten, voran die erste Standarte Berlins und die Horst-Wessel-Stan- barte sowie die 104 Fahnen werden von den Massen begrüßt.
Heilrufe künden sodann die Ankunft des Gauleiters Dr. Goebbels an. Der Gauleiter schreitet die Front der Fahnenabteilungen und der Ehrenabordnungen ab. Als er sich schließlich der Tribüne zuwendet und für alle sichtbar wird, donnert ihm ein wahrer Jubelsturm entgegen.
Mit den ersten Sätzen hat der Eroberer Berlins das Ohr der Hunderttausende. Und als er den unerhörten Kampf um die Stadt Berlin schilderte und dabei ein Bekenntnis zu der Hauptstadt des Reiches ablegt, antwortet ihm ein dankbares Echo, das von allen Seiten des riesigen Geviertes in Wellen zum Redner zurückschallt: „Wenn wir heute dieses Berlin sehen, in dem überall die Fahnen unserer Bewegung wehen, dann können wir erst den gewaltigen Sieg ermessen, den wir erkämpft haben. Manche sagen, wir hätten eben Glück gehabt. Glück aber hat nach Moltkes Wort auf die Dauer nur der Tüchtige. Nein, die Treue und Entschlossenheit der alten Kameraden war es, die den Sieg erkämpfte. Hut ab vor diesen Männern. Uns gehört der Staat. Er ist von dieser Bewegung erobert worden und nicht von den Unberufenen, die sich heute zu seinen Wortführern machen möchten (Beifall). Und so wie der Staat uns gehört, so gehört uns auch diese Stadt. Wir haben diesem Steinungeheuer einen neuen Atem eingeblasen und es wieder zum Geben erweckt. Manche glauben, wir sähen es nicht, wie heute auf allen Straßen das Judentum versucht, sich wieder breit zu machen und wie bürgerliche Intellektuelle sich wiederum anschicken, ihnen Hilfsbrüderschaft zu leisten. Der Minister wandte sich weiter sehr energisch gegen das Auftreten der I u - den und erklärte: Der Jude hat sich gefälligst den Gesetzen der Gastfreundschaft anzubeguemen und ü a tun, als wäre er unseresgleichen. (Lebhafter Beifall.) ö 7
Dr. Go ebbels streifte bann die Streitigkeiten tn gewissen kirchlichen Kreisen und erklärte
dazu unter lebhaftem Beifall: „Für die Haarspal- tereien auf dem Boden der Kirche hat das Volk fein Verständnis mehr. Wir haben unser Christentum nicht nur mit Worten, sondern auch mit der Tat bewiesen. Wir haben die Hungernden gespeist, die Durstigen getränkt und den Obdachlosen ein Zuhause gegeben." (Lebhafter Beifall.) „Wir sind stolz und glücklich, daß uns durch die Entschlossenheit des Führers eine stolze Armee wiedergegeben ist. Die Partei ist dazu da, im Innern den Bürgerkrieg zu verhindern und die Armee hat die Aufgabe, nach außen Deutschland vor Konflikten und Zusammenstößen zu bewahren. Wir wollen den Frieden, wir wollen niemand bedrohen, aber wir lassen uns auch von niemand bedrohen. Die Armee und die Partei, das sind die Säulen, auf denen der deutsche Staats ruht. Die Partei ist unsere Heimat, und deshalb fühlen wir uns als d i e Soldaten unseres Führers. Es ist ein Wunder um das Leben dieses Mannes! Einst hörten Wenige auf ihn, dann das ganze Volk und jetzt die Welt. Er hat nicht nur immer Recht gehabter hat auch immer Recht bekommen — das ist das Wunder! (Stürmischer Beifall.) Darum ist es jetzt die rechte Stunde, ihm die Huldigung der Reichs- Hauptstadt zu Füßen zu legen. Er hat fein Versprechen wahrgemacht, er hat dem Volk das Brot und -dem Reich die Ehre wieder- gegeben. Auf feinen Schultern allein ruht die ganze Last der Verantwortung für das Reich. Wir wollen ihm dabei helfen. Er steht amAnfangund Ende unseres Denkens, Fühlens und Handelns, und auch in dieser Stunde bringen wir das hundertausendfach zum Ausdruck, indem wir mit erhobenen Händen rufen: Das Reich, das Volk, die Bewegung und unser Führer Sieg-Heil!" Der Vorbeimarsch.
Auf dem Wege zur Flughafenstraße, wo der Gauleiter Dr. Goebbels etwa in der Höhe der Paradepappel den Vorbeimarsch der 12 0 0 0 0 abnimmt, bereiten ihm die Berliner ununterbrochene begeisterte Kundgebungen. Den Fahnenabordnungen schließt sich in 12er-Reihen die SA. an. In unübersehbaren Reihen marschieren die Kolonnen an dem Gauleiter strammen Schrittes vorüber, unter ihnen viele alte Kämpfer mit goldenen Parteiabzeichen. Der SA. folgen die 8000 Männer des N S K K. mit ihren 82 Standern, der Arbeitsdienst mit geschultertem blitzenden Spaten, 10 000 Männer der politischen Organisation, die HI., das Jungvolk mit Wimpeln und Fahnen und endlich in endloser Reihe die Deutsche Arbeitsfront, während den Beschluß die schwarzen Scharen der SS. bilden.
Kleine politische Nachrichten.
Der Vertrieb der schweizerischen Zeitung „Basler Nachrichten" im deutschen Reichsgebiet ist auf Veranlassung des Reichsministers für Dolks- aufklärung und Propaganda auf unbestimmte Zeit verboten worden.
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Der Präsident der tschechoslowakischen Republik empfing den Gesandten des Deutschen Reiches, Dr. Walter Koch, der ihm fein Abberufungsschreiben überreichte. Der Präsident verab
schiedete sich vom Gesandten Dr. Koch vor dessen Abreise aus Prag in herzlicher Weise. Nach der Audienz wurde ein Tee gegeben, an dem auch die Gemahlin des Gesandten sowie andere amtliche Persönlichkeiten teilnahmen.
Der rumänifche Außenminister Titulescu ist nach einem Besuch in Paris nun in Lond on eingetroffen. Er beabsichtigt, dem Staatssekretär des Aeußeren, Hoare, dem Völkerbundsminister Eden und dem Ministerpräsidenten Baldwin Besuche abzustatten. Später gedenkt er zu einem kurzen Ferienaufenthalt nach Bournemouth zu gehen.
Im Hasen von Spezia (Italien) ist ein neues Hochsee-Unterseeboot „Giuseppe F i n z i" vom Stapel gelassen worden. Das Kriegsschiff hat 1465 Tonnen und' eine Länge von 94 Meter. Seine Unterwasfergeschwindigkeit beträgt 8 Meilen, seine Oberwassergeschwindigkeit 17 Meilen. Es kann über 100 Meter tief tauchen und hat eine Bestückung von zwei 12-Zentimeter-Geschützen, ein Maschinengewehr und acht Torpedorohre.
©er ©ank der SA.
DieBerwendungderHunderttausend-Mark- Spende Reichsleiter Amanns.
Berlin, 29. Juni. (DNB.) Der Stabs- ch e f sandte an Reichsleiter Amann nachstehendes Telegramm: Lieber Pg. Amann! Für die großzügige Spende von 100 000 RM., die Sie für den Reichswettkampf der SA. gestiftet haben, sage ich Ihnen zugleich im Namen der gesamten SA. Deutschlands meinen Dank. Sie können versichert sein, daß die Summe nur den Einheiten selbst zugute kommt.
Heil Hitler! (Gez.) Lutze.
Der Stabschef hat für die Verwendung des Betrages folgendes bestimmt:
1. Die Siegerstürme erhalten für jeden Mann ihrer Einheit Ausrü st ungs gegen stände wie Stiefel, Mäntel, Zeltbahnen, Tornister, Kochgeschirre usw.
2. Der Siegersturm jeder Gruppe erhält eine ausgewählte Bücherei aus Werken des Eher-Verlages.
3. Die Standarten, deren Stürme gesiegt haben, erhalten für jeden Sturm ihrer Einheit den kostenlosen Bezug der Zeitung „Der S A. - M a n n" auf die Dauer eines Jahres.
4. Die Führer der Siegerstandarten erhalten in Anerkennung ihrer Leistungen je eine Sonderausgabe „M ein Kampf" als Ehrenpreis.
5. Für ein Ausschreiben eines Werde- und Ankündigungsplakates sind drei Preise von 500, 300 und 200 RM. ausgesetzt.
©ie Arbeitsdienstpflicht.
Reichsarbeitsftihrer Hierl auf dem Gautag in Hannover.
Hannover, 30.Juni (DNB.) Auf der Sonntagkundgebung des Gautags Südhannover-Braunschweig auf dem Welsenplatz erklärte Reichsarbeitsführer Hier! u. a.: Dem Willen unseres Führers entsprechend hat die Reichsregierung am 26. Juni 1935 die Einführung der allgemeinen Arbeitsdienstpflicht gesetzlich feftgelegt. Damit wird der bisherige Freiwillige Nationalsozialistische Arbeitsdienst umgewandelt in eine rein staatliche Einrichtung. Diese Umwandlung bedeutet aber keineswegs eine Loslösung ober Entfernung des Reichsarbeitsdienstes von der nationalsozialistischen Bewegung und Partei. Mit der Verstaatlichung des Freiwilligen Nationalsozialistischen Arbeitsdienstes hat die nationalsozialistische Bewegung wiederum ein Stück Staat erobert. Meine Parteigenossen! Ich gebe Ihnen die Versicherung, wir werden die hart erkämpfte Stellung halten gegen alle reaktionären Gegenangriffe, wir werden sie ausbauen und von ihr aus die Fahne unserer nationalsozialistischen Weltanschauung vor» roärtstragen im Angriff gegen alle ihre Feinde. Unsere gemeinsame Liebe und Treue zu unserem Führer, unserem Volke und unserem nationalsozialistischen Glauben ist ein fester Kitt, der keine Spalten offenläßt für Wühlmäuse. So wie heute unsere Arbeitsmänner bei einem Gautreffen inmitten der Gliederungen der Partei stehen, lo wollen wir immer zusammenstehen, äußerlich und innerlich. Der Reichsarbeitsdienst ist und bleibt nationalsozialistisch bis auf die Knochen.
Aus aller Welt.
Besichtigungsfahrt des „Fliegenden Kölners-.
Am heutigen Montag nimmt der Schnelltriebwagen der Deutschen Reichsbahn, der „Fliegende Kölner", den regelmäßigen Verkehr zwischen Köln und Berlin auf. Zum ersten Male lief der „Fliegende Kölner" am Sonntagmittag dis Reichshauptstadt an, und zwar bei einer Besichtigungsfahrt, an der Vertreter der Reichsbahn und der Presse teilnahmen. Die Abfahrt vom Kölner Hauptbahnhof wurde eine kleine Sensation. Man bewunderte die schlanke Stromlinienform des FD t so ist seine bahntechnische Bezeichnung. Der „Fliegende Kölner zeigt noch nicht, was er leisten kann, solange die Fahrt durch das Ruhrgebiet geht. Zu gewunden ist die Strecke. Dann aber gibt es kein Hindernis mehr, die Geschwindigkeit wächst und wächst: 160 Kilometer. Keine Erschütterung ist in dem Wagen zu spüren, sähe man nicht, wie alles nahe vorüberhuscht, man würde nicht glauben, in dem schnellsten Eisenbahnverkehrsmittel der Welt zu sitzen. Pünktlich hält der „Fliegende Kölner" in Hannover, auf den Glockenschlag 12.20 Uhr trifft er in Berlin auf dem Bahnhof Friedrichstraße ein. 320 Minuten hat er nur gebraucht — vom Kölner Dom zur Gedächtniskirche. Ein Sonntagsausflug, wie man ihn nie für möglich gehalten hätte, hat damit sein Ende erreicht.
Schwere Gewitter über Ostpreußen. — Sechs Menschen vom Vlih erschlagen.
Heber Ostpreußen sind schwere Gewitter niedergegangen, bei denen in sechs Fällen Menschen getötet wurden. Im Kreise Ortelsdurg wurden ein Landhelfer und zwei junge Mädchen vom Blitz getötet. In Nikolaiken wurde ein Knecht mit zwei Pferden vom Blitz erschlagen. Im Kreise Insterburg wurde ein Arbeiter auf der Nah. hausefahrt vom Blitz getroffen und im Kreise Tilsit wurde ein junger Bauer ebenfalls auf dem Wege vom Felde getötet. Eine ganze Anzahl weiterer Personen wurde durch den Blitz g c • lähmt. Besonders zahlreich sind die vom Blitz erschlagenen Pferde und Kühe. Auch die Zahl ter Brände, die durch Blitzschläge verursacht wur»


