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Schießsport—Volkssport!
Oie Fechtkunst
Schreiben, auch im Schießen und im Umgang mit der Waffe unterrichtet. Unsere Reichsregierung hat es nicht nötig, diesen Modus nachzumachen, weil sie weiß, daß die Ausbildung der Jugend und die Weiterbildung der älteren Semester im Schießen bei den dem Reichsbund für Leibesübungen angeschlossenen Schützenoereinen in guten Händen liegt.
Sport fördern ist eine wahrhaft nationale und soziale Sache. Sport treiben entfacht aber auch im Menschen das Bewußtsein der Stärke. Und deshalb hat der deutsche Volkssport auch das Schießen auf den ihm gebührenden Ehrenplatz ausgenommen. Im einzelnen müssen wir uns vergegenwärtigen, daß der Schießsport mit Gewehr und Pistole nach Ringscheibe Selbstzucht, Pflichtgefühl, Mannesmut, Tapferkeit, Vaterlandsliebe, Zusammengehörigkeitsgeist und
I und so fort, und jetzt herrscht wieder, wie schon einmal im 17. Jahrhundert, im modernen Fechten auf Stoß (Florett, Degen) und im Fechten auf Hieb und
I Stich (leichter Säbel) die italienische Schule in bedeutend vervollkommendster Art.
Zum Schlüsse möchte ich noch eine Frage einschalten: Was ist der Zweck des Fechtens in der modernen Gesellschaft? Vielleicht nur eine Vorbereitung zum Zweikampf? Und sollte man nicht wünschen, daß diese letztere Errungenschaft des Mittelalters mehr und mehr verschwinde? Und würde die Fechtkunst, wenn es gelänge, den Zweikampf aus der Welt zu schaffen, ihre ganze Bedeutung, ihre Daseinsberechtigung verlieren? Die Antwort hierauf ist nicht schwer. Ging geschichtlich mit der Entwicklung der Fechtkunst die Häufigkeit der Zweikämpfe Hand in Hand, so liegt heute die Sache ganz anders. Heute ist der hauptsächlichste Zweck des Fechtens ein edler. Fechtkunst ist ein hervorragendes Mittel zur körperlichen Erziehung, zur Erreichung harmonischer Bewegung, zur Stärkung des Charakters in Fällen der Gefahr. Die Fechtkunft hat den Vorzug vor der Gymnastik, den Mann dem Manne gegenüberzustellen und Angriff und Verteidigung in Einklang zu bringen. Erwähnen möchte ich hier, was Leopardi sagte: Richt in einer schwachen Brust schließt sich die Seele ein.
So erreicht man durch die Fechtkunst, was die Griechen in ihrer Gymnastik erstrebten: das ethischphysiologische Ziel der Gesundheit und des menschlichen Glücks. Die gymnastischen Hebungen und die Wettkämpfe, sagt Lucian tn seiner Apologie der Gymnastik, sollen die Jugend vor einem falschen Stolz, vor Unverschämtheit, Frechheit und Leichtsinn bewahren, sie fähig machen, des Vaterlandes Freiheit zu verteidigen, eigenes körperliches Wohlwollen zu erwerben, Ruhm zu erlangen und den geistigen und körperlichen Mut zu gewinnen.
Wer in Gießen fechten oder fechten lernen will, dem ist Gelegenheit im Turnverein von 1846 Gießen, Steinstraße 3, gegeben. Uebungsstunden für Frauen und Männer Montags und Donnerstags, von 20.30 bis 22 Uhr. Anmeldungen werden in den Uebungsstunden sowie bei dem Abteilungsleiter der Fechtabteilung des Tv. 1846, Bismarckstraße 6a II, entgegengenommen. I
Kanu-Kampfpsort.
Unter Kanu verstand man ursprünglich lediglich das offene, aus den Jndianergeschichten bekannte Holzboot mit den hochgezogenen Enden. Im Laufe der Entwicklung des in Deutschland seit 1914 organisierten Sportzweiges hat sich jedoch das Wort „Kanu" zu einem Sammelbegriff für die oer- schiedenen Bootsarten, di.e im DKV. ihren Betreuer fanden, entwickelt.
Die Bewegung begann mit dem bekannten Holz, kajak, einem Boote, das heute in größerem Maßstab nur noch in Sportgebieten zu finden ist, die über ausgedehnte Wasserflächen verfügen, die also größere Fahrten zulassen, ohne daß das Boot auf dem Landwege zurückgebracht werden muß. Die Heimat des Kajak ist Grönland, das ihn sich heute noch in feiner rassigsten Form erhalten hat.
Mit dem Kajak ist das Faltboot eng verwandt. Seine Geburtsstätte ist das Gebiet der bayrischen Wildflüsse. Die Pioniere des Faltbootsportes kamen mit dem festen Kajak dort nicht zurecht. Im Wasser war er zu schwer, unbeholfen und zu Bruch — empfindlich. Auf dem Lande war der Transport zu schwierig, denn ein Abfahren und Landen an derselben Stelle ist dort durch die ungeheure Stromgeschwindigkeit nicht möglich. Das Faltboot entspricht in seiner Bauart im wesentlichen den Prinzipien des Kajaks.
Daneben entwickelte sich das ursprüngliche Kanu — jetzt genauer Canadier genannt — technisch immer weiter. Seine Krönung fand diese Bootsart durch die Konstruktion des 10er-Canadiers, eines idealen Jugendsport-Wander- und -Jndianerbootes.
In den letzten Jahren entstand außerdem das Segelkanu, das jedoch nur auf großen Seen und Flüssen Lebensmöglichkeit besitzt und in unserem Sportgebiet leider nicht gefahren werden kann.
Aus dem Wanderkajak entstand der Rennkajak, eine Bootsart, die wahrscheinlich im nächsten Jahre ihren Einzug auch in Gieren halten wird und die rennsportlich auf der kurzen Strecke Verwendung findet. Das Faltboot entwickelte ebenfalls eine Renn- klasse, die besonders auf der langen Strecke und im Wildwasser benötigt wird. Der Canadier, der die ausgefeilteste Fahrtechnik verlangt, besitzt ebenfalls international festgelegte Rennmaße.
Eine Grundeigenschaft hat der Kanu-Kampfsport nicht verloren. Er ist und bleibt ein Wettkampf der Wanderfahrer. Denn nur aus der instinktiven Sehnsucht zum Wandern aus den uralten, herrlichen Wasserstraßen kommen die Kanufahrer zu ihrem Sport. Gewiß werden sie vielleicht Jahre hindurch dem Wandersport zu Gunsten des Rennsportes entsagen. Aber sie waren Wanderfahrer und werden es immer wieder werden. Diese Eigenschaft drückt ihren Wettfahrten einen nicht zu verkennenden Stempel auf. Der konservative Regatta-Charakter fehlt. Ihn ihren Wettfahrten aufzuzwingen, wäre widernatürlich und müßte Schaden bringen. Fahrer, Rennleitung und Obmänner erfüllen ihre Pflichten oft in derselben Sportbegleitung, und nicht selten ist die Rennleitung aktiv beim Kampf beteiligt.
In diesen Bahnen hat sich der Kanu-Kampfsport selbst seinen Weg gesucht. Er wuchs und wurde mächtig, nicht nur bei uns, sondern auch im Aus- land. Diese Entwicklung hat das Olympische Komitee anerkannt, indem es für 1936 acht Kanu-Wettfahrten ausgeschrieben hat. Es hat ausdrücklich anerkannt, daß der Kanu-Kampfsport urwüchsig ist, d. h., daß
Wehrgefühl entzündet und stärkt. Aus diesen Gründen kann sich die mahnende Stimme der Aufforderung zum Schießsport nicht ernsthaft und laut genug erheben.
Das Wort unseres Reichssportführers von Tschammer-Often: „Keine deutsche Ortschaft ohne Schießstand und jeder deutsche Mann ein Schütze" muß zur Wahrheit werden! Darum helft alle mit an der Wehrhaftmachung unseres Volkes zum Wohle unseres geliebten Vaterlandes!
Die beiden Gießener Schützenvereine, die dem Reichsbund für Leibesübungen angeschlossen sind, bieten volle Gewähr für eine sachgemäße Aus- und Weiterbildung aller Schießsportfreunde.
Anmeldungen nehmen entgegen der Schützenverein Gießen, Vereinsführer Gustav Frey, Kaiserallee 31, und die Schützengesellschaft 1926 Gießen e. V., Vereinsführer Eduard G o n d n e r, Steinstraße 84, die auch zu jeder gewünschen Auskunft gerne bereit sind. E. G.
er aus sich heraus entstanden ist und durch eigene I Arbeit das olympische Reife erlangt hat. H. M.
Der Schießsport ist wohl als der älteste Sport aller Sportarten anzusprechen. Zogen doch unsere Vorfahren schon lange bevor das Schießpulver erfunden wurde mit Pfeil und Bogen zur Jagd, um sich ihr Wild zum Lebensunterhalt zu schießen. Daß dieses Schießen auf das laufende Wild in freier Wildbahn als eine große Kunst anzusehen und ohne ständige Hebung überhaupt nicht zu bewerkstelligen war, liegt wohl klar auf der Hand.
Erst viel später nach der Erfindung des Schießpulvers und dann der immer moderner werdenden Gewehre und Büchsen entwickelte sich aus der früheren Brauchkunst ein freiwilliger Schießsport. Besonders trat dies nach Beendigung von Kriegen zutage, wo sich dann allerorts Schießlustige zusammenfanden, um auch weiterhin dem schönen Schießsporte zu huldigen.
Allgemein konnte man den Schießsport als ein ziemlich kümmerliches Pflänzchen bezeichnen, weil er mit den anderen Sportarten nicht gleichen Schritt aehalten hat und auch als ein zu teurer Sport bezeichnet wurde.
Auch dies hat sich durch die Einführung der modernen Kleinkaliberbüchse längst überholt, denn hierbei kostet ein Schuß nur etwa 2 Pfennig, während sich ein Schuß mit der Großkaliberbüchse bei Selbstanfertigung der Munition — ein moderner Sportschütze macht sich seine Munition selbst — auch nicht viel teurer stellt.
Führen wir uns einmal verschiedene andere Sportarten vor Augen, so sehen wir, daß hier fast ausschließlich die Stählung der Muskelkraft in Frage kommt, während der Schießsport mehr eine Hebung der Nerven herbeiführt, denn wenn ein Schütze auf dem Schießstande steht, so sind seine anderen Gedanken vollständig ausgeschaltet. Er muß scharf über Kimme und Korn ins Ziel sehen, muß durch ruhiges Halten der Büchse seine ganze Nervenkraft auf einen Punkt konzentrieren, und hierdurch lernt er auch seine Nerven in jeder Lebenslage zu beherrschen.
Es liegt uns fern, nur dem Schießsport hier das Wort zu reden, nein, wir sind der Auffassung, daß sich alle Sportarten gegenseitig ergänzen sollen und müssen und daß eine einseitige Ausbildung nicht von großem Nutzen für den einzelnen Menschen sein kann.
Wie oft liest man in den Zeitungen, daß junge Leute aus Hnkenntnis im Umgang mit der Waffe das größte Unheil angerichtet und tiefes Leid über manche Familie aebrafyt haben. Wenn solche Schieße lustigen gerne schießen wollen, warum schließen sie sich nicht irgendeinem Schützenverein an?
Die früheren Regierungen hatten für den Schießsport nicht viel übrig, sie hatten nur ein Interesse daran, ihre eigene Stoßtruppe — ausgesuchte Leute — mit dem Dolch, der Pistole und der Handgranate für ihre eigenen Zwecke auszubilden. Diese Zeiten sind durch die Machtergreifung unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler endgültig vorbei.
Seitdem in Deutschland die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt wurde, wollen und müssen wir Schützen unser ganz besonderes Augenmerk auf die Wehrhaftmachung unseres Volkes richten, damit wir anderen Völkern gegenüber nicht zurückftehen.
Werfen wir einen Blick ins Ausland, wo das Schießen schon der Jugend allgemein zur Pflicht gemacht ist. In einem Staate wird sogar schon die Schuljugend in der Schule, wie im Lesen und
Das Fechten darf wohl als eine der ältesten Leibesübungen bezeichnet werden. Ich erinnere nur an alle in alten Sagen und Heldensängen verherrlichten Zweikämpfe. Später, zur Zeit der alten Römer, wurde schon in den Gladiatoren- und Soldatenschulen auf Staatskosten nach bestimmten Regeln und Gesetzen Hnterricht erteilt. Den Urfprung einer wirklichen Schule der Fechtkunst hat man aber nicht in den Zeiten der Hnkultur, noch in der Zeit des frühen Mittelalters au suchen. Erst als mit dem Gebrauch der Feuerwaffen die brutale Gewalt des Stärkeren ihre Bedeutung verlor, nach der Beseitigung des Panzers und des Schildes wurden mit dem Wiederaufblühen anderer schönen Künste in jener Zeit der Renaissance auch der Fechtkunst neue Bahnen gewiesen. So treffen wir im 15. Jahrhundert die Fechtschulen schon begründet, und es erscheinen auch schon kurz nach Erfindung der Buchdruckerkunst die Lehrbücher, und da beginnt eigentlich erst, streng genommen, die Geschichte der Fechtkunst. Durch die Lehrbücher konnte die Fechtkunst erst wahrhaft verbreitet und ausgebaut werden. Viele solcher Bücher sind uns aus dem 14. bis 17. Jahrhundert bekannt. Natürlich wurde auch auf hohen Schulen die Fecht- kunst fleißig betrieben. Ja, später wurde ihr in Deutschland fast nur noch auf den Unioerfitäten gehuldigt, und zwar knüpft sich diese neuere Geschichte der Fechtkunst vorzüglich an die Namen Kreuß - l e r und Jena. Die dauernden Hnruhen zur Zeit der Kriege Friedrichs des Großen, dann das Revolutionszeitalter und die späteren Napoleonischen Kriege brachten es mit sich, daß die Stoßduelle unter den Studenten überhand nahmen und in Raufereien ausarteten. Die Regierungen erließen Verbote, und die Studierenden mußten zu einer anderen Fechtweise übergehen. Unter Ausschaltung des Stiches kam das Haurapier in Aufnahme. Neben diesen sog. Kommentwaffen kam natürlich die alte Fechtkunst in Verfall, wohingegen gerade in Italien an ihrer Vervollkommnung eifrig weitergearbeitet wurde. Ja, die dauernden Erfolge der neueren italienischen Fechtschule (z. B. gegen die französische) erregten vor nunmehr 50 bis 60 Jahrew, als das Sportleben überall reger wurde, auch in Deutschland großes Aufsehen. Italienische Fechtmeister kamen nach Berlin, dann an den Mittelrhein
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