Ausgabe 
1.4.1935
 
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Oberhessische Viehversicherungs-Anstalt.

Die Hauptversammlung.

Die Oberhessische Viehoersicberungs - Anstalt in Gießen, die Oberhessen, die Geviete Hanau, Fulda, Marburg, den Taunus und den Odenwald umfaßt, hielt am Scmntagnachmittag imHotel Hopjeld" zu Gießen eine ordentliche Mitgliederversammlung ab.

Der Direktor Dr. van Bentheim (Gießen) erstattete nach seinen Begrüßungsworten den

Jahresbericht für 1934.

Dieser weist nach dem 31. Dezember 1934 einen Mitgliederbestand von 3168, gegenüber 3029 am 1. Januar 1934 auf. Die Stückzahl der Pferde be­trug 4339 (4073 im Vorjahr), die der Rinder 1003 (944 im Vorjahr); das Versicherungskapital der Pferde 2 890 775 Mark gegenüber 2 639 340 Mark, das der Rinder 322 570 Mark gegenüber 301530 Mark des Vorjahres. An Prämieneingängen sind verzeichnet 145 411,80 Mark (1933: 167 781,46 Mk.). Die Schadenentschädigung betrug 1934 (in Klam­mern jeweils 1933) für 239 (286) Pferde 92 701 Mark (121 762,50 Mark); für 51 (71) Rinder 12 185 Mark (16 873,75 Mark) und für 10 (10) Leibes- fruchtversicherunaen 910 Mark (1082,50 Mark). Insgesamt wurden 1934 für 300 Fälle 105 796 Mark, 4933 für 367 Fälle 139 718,75 Mark aus­gezahlt. Die Durchschnittsentschädigung für Pferde betrug 375 Mark, für Rinder 238 Mark. Die Durch­schnittszahl beweist auch im abgelaufenen Jahre wieder die Leistungsfähigkeit der Anstalt. Es ist gelungen, die rückständigen Beiträge auf ein Min­destmaß herunterzudrücken. Bücherrevisor Jäger (Gießen) erstattete den

Rechenschaftsbericht.

Die Bilanz schließt in Aktiven und Passiven mit 68 556,58 Mark ab. Der Reservefonds ist nach einem Zugang von 6866,50 Mark auf 32133,45 Mark angewachsen. Die Gewinn- und Verlustrech­nung für 1934 schließt in Einnahmen und Aus­gaben mit 189 380,19 Mark ab. Insgesamt wurden für regulierte Schäden aus 1933 und 1934 und aus dem laufenden Jahr 119 291 Mark bezahlt. Gleichzeitig ist ein Gewinn in Höhe von 20 753,09 Mark zu verzeichnen.

Die Versammlung sprach sich einmütig dafür aus, daß das Geld der Bauern wieder in dieselben Kanäle fließen soll, aus denen es kommt, und es 'rum in erster Linie bei der bäuerlichen Volks- d'ank aufbewahrt werden soll. Beide Berichte wur­den genehmigt und dem Vorstand Entlastung er­teilt. Zur

lleberführung der Anstalt in denDeutschen Vauerndlenst"

sprach zunächst Direktor Dr. van Bentheim, der auf die in vielen Teilen des Reiches ungesunde Lage der Tierversicherungsgesellschaften hinwies. Zur Bereinigung dieser Verhältnisse hat der Reichs­nährstand die Gründung desDeutschen Bauern- )ienstes" veranlaßt, der unter des Reichsnährstandes Aufsicht steht. Gleichzeitig ist der Reichsnährstand der Garant für die Durchführung der Aufgaben und Entschädigungen durch denDeutschen Bauern­dienst". Nachdem die Verhältnisse im Viehversiche- ^.-ungswesen in Hessen günstiger waren als in olderen Teilen des Reiches, soll nun im Sinne des Bauernstandes und des Reichsnährstandes die Orga- üsation desDeutschen Bauerndienstes" auch hier

eingeführt werden. DieOberhessische Viehversiche- rungs-Änstalt" als die größte und auf solider Grund­lage stehende Viehversicherung soll sich mit dem Deutschen Bauerndienst" verschmelzen und die Auf­fangorganisation in ganz Hessen in der Viehversiche­rung sein. Die Anstalt bleibt in ihrer Einrichtung und Schadenauszahlung bestehen und wird selb­ständige Landesstelle für ganz Hessen. Die Schaden­regulierung erfolgt weiterhin durch sie, wie sie auch auf Grund ihrer Rentabilität die Prämiensätze fest­setzt. Die Verbindung mit dem Land bleibt bestehen durch 8 Männer, die den Beirat bilden. Zu diesen kommt ein 9. Mann als Vertreter, der Landesbauern­schaft. Die Landesstelle hat ihren Sitz in Gießen, das auch Gerichtsstand ist. Leiter der Landesstelle wird Direktor Dr. van Bentheim. Die in Hessen schon vorhandenen Mitglieder desDeutschen Bau­erndienstes" werden insoweit übernommen, als sie den Bestand der bisherigen Anstalt nicht gefährden. Es ist alles getan, um die Mitglieder der Anstalt jetzt und in Zukunft zu sichern. DerDeutsche Bauerndienst" selbst ist eine gesunde Gesellschaft.

Notar Schneider gab den zwischen dem Vor­stand und Aufsichtsrat der Anstalt mit demDeut­schen Bauerndienst" abgefaßten Fusionsvertrag be­kannt. Der Aufsichtsratsvorsitzende L. Hofmann (Lollar) teilte die Beschlüsse des Aufsichtsrates mit, die die Paraphierung enthielten. Herr S te ll w a g (Trais-Horloff) stellte für die Mitglieder des Hun­gener Bezirkes den Antrag, die Beschlußfasiung auf eine noch einzuberufende außerordentliche General­versammlung zu vertagen.

Direktor Dr. van Bentheim ergänzte seine Ausführungen dahin, daß die Landesstelle Vorläufer einer antzestrebten Neuordnung im Viebversicherungs- wesen für Hessen ist. Wenn auch oas Geld der Anstalt nach Berlin überführt werde, so stehe es den Mitgliedern doch stets zur Verfügung.

Der Vertreter desDeutschen Bauerndienstes", S e b o l d (Berlin) gab Aufschluß über diese durch den Reichsnährstand ins Leben gerufene Viehver­sicherung. Er verfügt heute schon über 30 000 Mit­glieder und ist ein schuldenfreies Unternehmen. Der Zusammenschluß der Viehversicherun-gsgesellschaften sei unerläßlich, da die Verhältnisse nicht überall so gesund seien wie in Hessen, und um das Geaen- einanderarbeiten der Versicherungen zu unterbinden.

Nachdem nach weiterer lebhafter Aussprache der Antrag auf Fusion der Oberhessischen Diehversiche- rungs-Anstalt mit demDeutschen Bauerndienst" a b g e l e y n t worden war, wurde auf Antrag aus der Versammlung beschlossen, in einer in Kürze ein­zuberufenden außerordentlichen Mitgliederversamm­lung eingehende Aufklärung zu schaffen und den Antrag aus Fusion nochmals zur Abstimmung zu bringen.

Von Herrn Schwalb (Lollar) und voy einigen anderen Mitgliedern wurde wiederholt zum Aus­druck gebracht, daß dem Vorstand und Aufsichtsrat für die tadellose Geschäftsführung uneingeschränkte Anerkennung gezollt wird, daß aber, um den ab­wesenden Mitgliedern gerecht zu werden, eine noch­malige Versammlung einberusen werden soll.

Direktor Dr. van Bentheim schloß die Ver­sammlung mit dem Treugelöbnis zum Führer und Reichskanzler.

18 Ballons bei den

Freiballonmeisterfchasten in Darmstadt

Am Sonntag, 7. April, erfolgt in Darmstadt die Austragung der Deutschen Freiballonmeisterschaften 1935, die gleichzeitig als Ausscheidungsrennen für den Gordon-Bennett-Flug gilt. Der Start der 18 ge­meldeten Ballone ist auf Sonntag, 18 Uhr, fest- aesetzt und erfolgt wieder auf dem Alten Kavallerie- Exerzierplatz.

Hilfsfonds für den deutschen Sport.

Versammlung der Derbewarte der Stadt und des Kreises Gießen.

Um alle laufenden Fragen im Sport zu be­sprechen und insbesondere um die Bedeutung des Hilfsfonds für den deutschen Sport klarzustellen, fand am gestrigen Sonntagvormittag im Cafe Ebel eine Versammlung der Werbewarte und Vereins­führer der Leibesübung treibenden Vereine der Stadt und des Kreises Gießen statt. Die Versamm­lung war sehr gut besucht und wurde mit kurzen Begrüßungsworten von dem Kreisvertrauensmann W. Mohr (Gießen) eröffnet, der auf den Zweck der Zusammenkunft hinwies und dabei zum Aus­druck brachte, daß alle Sportvereine verpflichtet feien, zu diesen monatlichen Zusammenkünften einen Vertreter zu entsenden.

Herr Schlemm von der , Gaugeschäftsstelle Kassel für denHilfsfonds des deutschen Sports" machte dann ausführliche Darlegungen über die Be­deutung dieser Einrichtung. Der Hilfsfonds sei im Oktober 1933 gegründet worden als Grundstock für die Finanzierung des deutschen Turn- und Sport­wesens. Gleichzeitig sei aber auch der Hilfsfonds die Organisation, in der alle Vereine für Leibesübungen erfaßt werden sollten. Der Sportgroschen, der dieser Organisation zugute kommt, müsse als zusätzliches Geld zum Eintrittsgeld erhoben werden. Dte Mit­arbeiter für den Hilfsfonds feien als die Verbin­dungsmänner zu den Vereinen anzusehen, deren be­sondere Aufgaben der Redner behandelte.

In der anschließenden lebhaften Aussprache wurde insbesondere über die Arbeit des Werbewarts ge­sprochen, der es als seine Aufgabe betrachten muh, in den Vereinen aufklärend zu wirken für den Ge­danken des Hilfsfonds und die Vorarbeiten zur Olympiade. Dabei muß er aber auch bei Vereins- Versammlungen und -Veranstaltungen die Gelegen­heit wahrnehmen, neue Kreise für den Sport zu interessieren. Die Werbewarte seien die aktivsten Vertreter der Sportorganisationen.

Kreisvertrauensmann Mohr machte dann noch Ausführungen über das Verhältnis der Sportver­eine zur HI. und SA. Des weiteren begrüßte er es, daß durch die Arbeit der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" der Turn- und Sportbe­wegung neue Mitglieder geworben werden. Mit den von diesem Amt durchgeführten Kursen und Darbietungen würde bezweckt, diejenigen Menschen, die bisher noch keinem Sportverein angehört hätten, für den Sportgedanken zu begeistern und zu ver­anlassen, einem Verein beizutreten. Nach Klärung verschiedener schwebender Fragen wurde die Ver­sammlung von dem Kreisvertrauensmann Mohr

mit einem Sieg-Heil auf den Führer und Reichs­kanzler Adolf Hitler geschloffen.

Im Anschluß hieran fand eine Mitarbeiterbespre­chung für den deutschen Hilfsfonds statt, die eben­falls sehr anregend verlief und in der der Ver­treter der Gaugeschästsstelle, Herr Schlemm, aus­führliche Darlegungen machte und weitere Richt­linien bekanntgab.

Krühjahrsgeländelauf in Heuchelheim.

Am gestrigen Sonntag war Heuchelheim der Schauplatz des diesjährigen Frühjahrsgeländelaufes des Kreils Gießen. Die Ausrichtung hatte der Turnverein Heuchelheim übernommen. Der Lauf war gut vorbereitet und führte die Läufer über eine interessante und gut abgesteckte Strecke. Trotz des überaus ungünstigen Wetters hatten sich sehr viele Läufer eingefunden, etwa 130 an der Zahl, so daß die Leitung des Wettbewerbes viel Arbeit zu leisten hatte. Die Äbwicklung der Läufe vollzog sich aber reibungslos. Gestartet wurde in neun verschiedenen Klassen. Die Strecken waren, entsprechend den Klas­sen, verschieden lang. Die Jugend lief 1, 1,5 bzw. 2 Kilometer, die Atters klasse ebenfalls 2 Kilometer, Jungmannen und aktive Klasse B hatten drei Kilo­meter vor sich und die aktive Klasse A wurde über 5 Kilometer geführt. Die erzielten Leistungen waren sehr gut. Die Läufe der Aktiven brachten die er­warteten Favoriten-Siege. Bei den Jungmannen errangen die Brüder Reidel die beiden ersten Plätze. Im Ziel gab es dabei noch manchen harten Kamps. Auch um die Plätze wurde oft noch in schönem sportlichen Eifer gekämpft.

Die Ergebnisse.

Aktive Klasse A (5 Kilometer): 1. Faulseit, Gießen 1900, 17:18 Min.; 2. England, Sp.-V. 05 Wetzlar, 17:25 Min.; 3. Berahöfer, VfB.-R. Gießen, 17:42,8 Min.; 4. Dehnert, Tv. Bernsfeld, 18:18,3 Min.

Aktive Klasse B (3 Kilometer): 1. Grenadier Maxeiner (5. Komp. JR. Gießen), Gießen 1900, 10:18,8 Min.; 2. Pfaff, VfB.-R. Gießen, 10:38 Min.; 3. Geißler, Tv. Ruttershausen, 11:07,5 Min.; 4. Peters, Gießen 1900; 5. Mootz, Gießen 1900. Mannschaftssieger: Spielvgg. 1900 Gießen.

Jungmannen (Jahrgänge 15/16, 3 Kilo­meter): 1. Hans Reidel, Tv. Heuchelheim, 10:18 Min.; 2. Franz Reidel, Tv. Heuchelheim, 10:19 Min.; 3. Weber, VfB.-R. Gießen, 11:01,8 Min.; 4. Heibertshausen, Tv. Lollar. Mannschafts­sieger: VfB.-Reichsbahn Gießen.

Sprinter kl ässe (2 Kilometer): 1. Lepper, Tv. Alten-Buseck, 6:55,3 Min.; 2. Kreiling, Tv. Heuchelheim, 7:02 Min.; 3. E. K. Müller, Gießen 1900, 7:07,2 Min.; 4. Sung, Gießen 1900. Mann­schaften : 1. Spielvgg. 1900 Gießen, 2. Tv. Alten-Buseck.

Altersklasse: (2 Kilometer): Schenk, Tv. Eichelsdorf.

Jugend.

Klasse A (Jahrgang 17/18), 2 Kilometer: 1. E. Reidel, Tv. Heuchelheim, 6:57 Min.; 2. K. Bender, Tv. Heuchelheim, 7:02,7 Min.; 3. Fleischmann, Tv. 1846 Gießen, 7:10,2 Min.; 4. W. Koch, Gießen 1900; 5. H. Fey, Tv. Lollar. Mannschaften: 1. Tv. Heuchelheim; 2. Tv. 1846 Gießen.

Klasse B (Jahrgang 19/20), 1,5 Kilometer: 1. Walter Rinn, Tv. Heuchelheim, 5:17 Min.; 2. Jä­ger, Gießen 1900, 5:17,4 Min.; 3. Kirchner, Gießen 1900, 5:17,9; 4. Krämer, VfB.-Reichsbahn Gießen; 5. Edelmann, Tv. Eichelsdorf, 6. Hellen, VfB.- Reichsbahn Gießen; 7. E. Rinn, Tv. Kinzenbach. Mannschaften: 1. Spielvereinigung 1900 Sie­zen; 2. VfB-Reichsbahn Gießen.

Klasse C (Jahrgang 21/22), 1 Kilometer: 1. Mootz I, VfB.-Reichsbahn Gießen, 4:17,2 Minuten; 2. W. Adolph, Gießen 1900, 4:18,3 Min.; 3. H. Huppert, VsB.-Reichsbahn Gießen, 4:20 Minuten; 4. Budenbender, VsB.-Reichsbahn Gießen; 5. Stehr, VfB.-Reichst;. Gießen. Mannschaftssieger: VfB.-Reicysbahn Gießen.

Klasse D (Jahrgang 23 und jüngere) 1 Kilo­meter: 1. Schmück, Gießen 1900, 4:29,3 Minuten; 2. A. Dinges, Gießen 1900, 4:32 Min.; 3. Mootz II, VfB.-Reichsbahn, 4:50 Minuten. Mannschaf­ten: 1. Spielvereinigung 1900 Gießen; 2. VfB.- Reichsbahn Gießen.

Um den Aufstieg in die nordhessische Fußball-Gautiga.

Im Gau Nordhessen wurden die acht Bewerber um die beiden freien Plätze in der Gauliga in zwei Gruppen eingeteilt; der Meister jeder Gruppe steigt auf. In der Nordgruppe siegte Kurhessen Mar­burg auf eigenem Platze mit 5:1 (1:1), während der FC. Groh-Almerode seinem Gast, dem BV. 06 Kassel, mit 2:3 (2:1) unterlag. In der Gruppe Süd gewann der SV. Klein-Steinheim verdient mit 5:1 (3:0) über Alemannia Nieder-Brechen, wäh­rend der SV. 05 Wetzlar zu Hause gegen den SV. 06 Bad-Nauheim mit 0:3 (0:2) unterlag.

VfB.-Reichsbahn Gießen.

VfB.-R. schlägt Raunheim mit 2:1 Toren.

Trotz des schlechten Wetters, es regnete während der ganzen Spieldauer, hatte sich eine ansehnliche Zuschauermenge eingefunden, die Zeuge eines un- gemein spannenden Kampfes wurde. Die Gäste haben in diesem Spiel erneut bewiesen, daß sie eine Mannschaft darstellen, deren Leistungen über dem Durchschnitt stehen. Bei etwc^ mehr Glück hätten sie bis zur Halbzeit auf Grund ihrer Überlegenheit mit zwei bis drei Toren führen können. Ihr über­ragender Mann ist der Linksaußen Keusch, der aus allen Lagen zu schießen versteht. Dem Unparteiischen stellten» sich die Hiesigen mit: Becker; Schwarz,

Lehrmund; Hauptfeld, Knauß, Feuster; Ranft Heß, Wlodareck, Schmidt, Fehling.

Die zwei Punkte verdanken die Gießener in erster Linie dem ganz überragenden Spiel von Becker . im Tor. Die Verteidigung sollte in dieser Besetzung tehenbleiben. Von den Drei Läufern war Knauß )er beste. Hauptfeld hatte gegenüber Keusch einen ehr schweren Stand. Der Sturm konnte erst nach einer Umstellung befriedigen.

Der Anstoß der Gälte hätte beinahe schon in der ersten Spielminute iyre Führung gebracht. Aber dann stießen die Gießener vor. Der Torschuß von Knauß konnte aber gehalten werden. Die Raunheimer erzielten dann die erste Ecke, die gut abgewehrt wurde. Ein schnelles Durchspielen der Hiesigen brachte Fehling in Schuhstellung, der Ball ging aber über das Tor ins Aus. Die Naunheimer wurden jetzt stark überlegen. Nach einer Ecke knallten die Gäste zweimal an die Latte. Zwei weitere Ecken brachten ihnen aber auch nichts ein.

Nach der Pause verstärkten die Gastgeber ihren Jnnensturm, der mit Fehling, Heß und Ranft produktiver spielt. Ein Angriff der Hiesigen von links her endet an der Latte und der Nachschuß im Aus. Auf der Gegenseite versucht es Keusch mit Fernschüssen, die von Becker gemeistert wurden. Bei einem Alleingang wurde Heß zwei Meter vor dem Strafraum gestoppt. Den Strafstoß verwandelte Knauß mit großer Wucht zum Führungstor. Die Gießener lagen weiter im Angriff. Der Rechtsaußen umspielte die Verteidigung und gab zu Heß, der zur 2^-Führung einschoß. Ein Foul eines Naun- 5ebnere ahnt der Schiedsrichter mit Platzverweis. Diese zahlenmäßige Schwächung konnte aber nicht den Widerstand der Gäste brechen. Nachdem Becker nur burd) kühnes Dazwischenwerfen einen Erfolg vereitelt hatte, mußte er sich durch einen Schuß des Linksaußen geschlagen bekennen. Die letzten Spiel­minuten standen im Zeichen der Gäste.

VfB.-Reichsbahn II Albshausen I 5:2 (1:1).

Die Gäste waren in diesem Spiel stärker, als man angenommen hatte. Sie wurden erst in den letzten zwanzig Minuten, als sie eine Schwächeperiode zu überstehen hatten, geschlagen.

VfB.-Reichsbahn III Flensungen I 2:0 (2:0).

Zu diesem Spiel erschienen die Gäste nicht voll­zählig und ergänzten sich durch Spieler von Albs­hausen. Trotz' des Sieges konnten die Leistungen der Gießener nicht befriedigen.

Die 2. Jugend wurde von der 1. Jugend des TV. Alten-Buseck mit 4:2 Toren geschlagen.

Das 1. Gaufest des JtfL im

Werden.

Die Feststadt Gießen hat mit den Vorbereitungen begonnen.

Der örtliche H a u p t f e st a u s s ch u ß für das in den Tagen vom 2. bis 4. August dieses Jahres in unserer Stadt stattfindende 1. Gaufest des Deut­schen Reichsbundes für Leibesübungen fetzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Andreas Rei- n i n g, Stellvertreter: Karl Müller und Leopold Nieder st rasser, technischer Leiter: Rudolf Paul, Vertreter der Gießener Ortsgruppe des Reichsbundes: Dr. Möckelmann, Festrechner: Peter Ritsert, Schriftführer: Heinrich Dechert, Heinrich Zimmermann, Friedrich Bellos; ferner gehören dem Ausschuß an: Turnkreisführer Karl Daupert und Wilhelm Erle.

Der Ausschuß hielt dieser Tage eine Sitzung ab, in der für den Aufbau des Gaufestes die grund­legenden Richtlinien herausgestellt wurden. Andreas Reinig gab ein Bild von dem Stand der Vor­arbeiten.' Gauoberturnwart Paul erlangte die Ausführungen, und es zeigte sich habet, daß im Stillen schon manche wertvolle Vorarbeit geleistet ist. Bis ins einzelne festgelegt wurde dann in gemein­samer Beratung die Festfolge für den feier­lichen Auftakt des Gaufestes, der am 7. April in der Gießener Volkshalle verbunden wird mit dem Kunstturn-Mannschaftskampf der vier Kreis­

gruppenbesten des Gaues Nordhessen. (Auf diesen Kunstturnmannschaftskampf kommen wir noch zu­rück!)

Gauoberturmvart Paul, der ferner über die Gestaltung der Wettkämpfe des Gaufeftes sprach, betonte klar und eindeutig, daß das Gießener Fest eine Veranstaltung des Reichsoundes ist, also keine reine Angelegenheit der Turnerschaft, der vom Reichssportführer nur die Durchführung übertragen ist. Die einzelnen Fachämter des Reichsbundes wer­den, ihren Wünschen entsprechend, am Gesamt­ablauf des Festes (Wettkämpfe und Festgestaltung) beteiligt sein. Der Gedanke des Reichsbundes und seines Gaufestes ift auch von den Vereinen des RfL. in feiner ganzen Tiefe erfaßt worden. Die Sitzung hat in ihrem ganzen Verlauf erwiesen, daß Festleitung und technische Leitung bestrebt sind, nut allen Kräften auf ein wirkliches Gaufest >des RfL hinzuarbeiten, bet dem nahezu alle Üeibesübung treibenden Vereine die Möglichkeit zur Betätigung finden werden.

Heber Kampf und Spiel hinaus soll das Gießener Gaufest aber auch ein Festder Volksgemein­schaft im Sinne Fr. L. Jahns werden.

Winter-Gerätelumen

des Wertteiles Gießen in Heuchelheim.

Zum ersten Male fett der Neueinteilung der Deutschen Turnerschaft wurden dieses Jahr Winter­geräteturnen in den -einzelnen Untertreifen abge­halten. Der Gerätewettkampf für den Unterkreis Gießen fand gestern in Heuchelheim statt. Die Be­teiligung war sehr gut. Es traten 142 Schüler, 94 Jugendturner und 18 aktive Turner zum Wettkampf an.' Dem Turnen ging eine Kampftichterfitzung voraus. Dann traten die einzelnen Riegen in der Turnhalle zu einer kleinen Morgenfeier an. In Verhinderung des Dietwartes sprach Dr. Reidt vom Turnverein Heuchelheim zu den angetretenen Turnern, wobei er an einen Ausspruch Jahns an­knüpfte und den neuen Zug im Turnen in Ver­bindung mit nationalsozialistischem Denken brachte. Turnen bedeute nicht bloß körperliche, sondern auch geistige Erziehung. Turnerische Arbeit gelte dem Volk und geschehe im Glauben an Deutschland und im Vertrauen zu feinem Führer Adolf Hitler. Nach der völkischen Ansprache zogen die einzelnen Riegen mit dem Gesang des Turnerliedes an ihre Geräte zum Beginn des Wettkampfes. Es hatte sich am Vormittag schon eine große Anzahl Zu­schauer eingefunden, die das Turnen mit regem Interesse verfolgte.

Um 14 Uhr fand dann der von dem Turnverein Heuchelheim übernommene Frühjahrsge­ländelauf statt. Nach Beendigung dieser sport­lichen Veranstaltung begann in der inzwischen bis auf den letzten Platz gefüllten Turnhalle die Nach­mittagsveranstaltung, die im Zeichen des Winterhilfswerkes stand. Nach einem Vvr- spruch des Turners Karl Weber begrüßte der Vereinsführer des Turnvereins Heuchelheim, Otto Rinn, alle anwesenden Turner und Gäste. Er führte besonders aus, daß die Tatsache, daß sich die Turnerschaft in den Dienst des Winterhilfswer­kes stelle, beweise, daß die Turner Verständnis für die Not anderer Volksgenossen haben. Es folg­ten die gut ausgeführten Freiübungen der Turner und Gemeinschaftsübungen der Jugendturner an zwei Pferden. Hierauf trat die Kreisriege an und turnte ebenfalls am Pferd formvollendete Hebun­gen. Kreisführer Karl D a u b e r t - Wiefeck nahm dann das Wort zu einer Ansprache, wobei er be­sonders das gute Einvernehmen zwischen Turner und Sportler hervorhob. Das heutige Wintergeräte­turnen in Verbindung mit dem Geländelauf in Heuchelheim habe gezeigt, daß der Aufbau des Reichsbundes für Leibesübungen in vollem Gange fei. Im weiteren Verlaufe zeigten Schülerinnen flotte Tanzübungen und Turnerinnen führten ge­fällige Ballübungen vor. Kreisgebietsturnwart Karl Reuter verlas die fünf ersten Sieger jeder Stufe

und brachte einGut Heil" auf alle Sieger aus. Kreisführer D a u p e r t - Wiefeck gedachte des Füh­rers'und Reichskanzlers, und nach einem dreifachen Sieg-Heil" fangen alle Anwesenden das Deutsch­landlied und das Horst-Weffel-Lied. Dann trat die Kreisriege wieder auf den Plan und zeigte an Barren und Reck sehr gute Spitzenleistungen, die mit großem Beifall ausgenommen wurden. Die Turnerinnen und Schülerinnen gaben der Veran­staltung einen schönen Abschluß mit einer tänzeri­schen Massenausführung. Die einzelnen Vorführun­gen wurden von Musikvorträgen umrahmt. Der Turnverein Heuchelheim konnte als Ergebnis der turnerischen Veranstaltung den ansehnlichen Be­trag von 109 Mark an das Winterhilfswerk ab­führen.

Oie Ergebnisse.

Turner

an getreten 18 und 18 Sieger.

1. Karl Schöndorf, 1846 Gießen, 160 Punkte. 2. Max Hardt, 1846 Gießen, 155,5. 3. Hermann Gut­bub, 1846 Gießen, 148,5. 4. Hans Vogt, 1846 Gie­ßen, 147. 5. Waldemar Grote, 1883 Lollar, 146; 6. Richard Schaum, Leihgestern 1893, 142,5. 7. Hans Mank, Wiefeck, 142. 8. Willi Engelhardt, Heuchel­heim, 141,5; 9. Willi Ellermeier, 1846 Gießen, 138,5; 10. Ernst Hettche, Lollar 1883, 137,5 Punkte.

Jugend-Oberstufe

34 angetreten und 34 Sieger.

1. Otto Weiß, Großen-Linden, 170,5 Punkte. 2. Hermann Schorge, Großen-Linden, 165. 3. Georg Bingel, 1846 Gießen, 157. 4. Helmut Fleischmann, 1846 Gießen, 155. 5. Kurt Lepper, Wiefeck, 153. 6. Heinrich Schmadel, Grünberg, 152. 7. Ewald Jmmel, Wiefeck, 150. 8. Wilhelm Göbel, Treis, 147. 9. Karl Rinn, Heuchelheim, 146; Konrad We­ber, Treis, 146. 10. Albert Kreiling, Heuchelheim, 144. 11. Albert Zörb, Großen-Linden, 139. 12. Ar­thur Weber, Heuchelheim, 134. 13. Willi Eisenhut, Wiefeck, 132 Punkte.

Jugend-Unlerstufe angetreten 60 und 57 Sieger.

1. Erich Velten, Großen-Linden, 125 Punkte. 2. Herbert Fischer, Großen-Linden, 122. 3. Karl Sche­rer Wiefeck; Alfred Göbel, Wiefeck, 119. 4. Walter Schäfer, Leihgestern, 117. 5. Rudolf Velten, Wiefeck, 115. 6. Walter Schaum, Leihgestern, 114. 7. Walter Zörb, Großen-Linden, 113. 8. Heinrich Ferber, Lol- (ar, 111. 9. Heinz Köhlinger, 1846 Gießen; Willi Fo'rbach, Lollar, 110. 10. Erwin Römer, Wiefeck, 109. 11. Heing Amend, Grünberg. Ernst Kling, Wiefeck, 108. 12. Werner Ritzel, Grünberg; Herbert