Ausgabe 
1.4.1935
 
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sich auch klar, daß es beinahe unüberwindlichen Schwierigkeiten begegnen müsse, dieses Element der Gewißheit zu liefern. Viele zuverlässige Beobachter begrüßten zwar das Helle Licht, das die Besuche in Berlin und Moskau auf den gefährlichen Stand der Dinge in Europa geworfen hätten. Sie hätten indessen die Empfindung, daß der fortschreitenden Lerschlimmerung der Lage noch Einhalt getan werden müsse.

Optimismus in Paris.

Paris, 1. April. (DNB.-Funkspruch.) Die Pa­riser Morgenprcssc schwelgt anläßlich der Beendi­gung der englisch-russischen Besprechungen im Op­timismus. Man zeigt sich hocherfreut darüber, daß die bisherigen englisch-sowjetrussischen Gegensätze, wenn auch noch nicht ganz verschwunden, so doch in den heikel st en Punkten überbrückt worden seien. Daraus zieht man die Schlußfolge­rung, daß England nunmehr keinerlei Veranlas­sung mehr habe, den Abschluß eines Ostlocar­no s zu Hintertreiben oder durch eine ausgespro­chene Angriffshaltung zu erschweren. Die Agentur Havas meldete aus Moskau, es fei die Auffassung russischer Kreise, daß das Ergebnis der Moskauer

Reise Edens den vielen Erwartungen, die man daran geknüpft habe, in jeder W'öife gerecht geworden fei. Die amtliche Schlußvereinbarung überschreite sogar die kühn st en Hoff­nungen.Oeuvre" dagegen erinnerte daran, daß Eden nur informationshalber nach Mos­kau gegangen sei. Wenn man auch nicht bezweifeln wolle, daß zwischen England und Sowjetrußland eine merkliche Entspannung einge­treten sei, so müsse man andererseits aber auch daran erinnern, daß nur die englische Re­gierung berufen sei, Schlußfolgerun­gen anzunehmen oder abzulehnen. DasI o u r - n a l", das sich nie für eine zu enge französisch-sow­jetrussische Zusammenarbeit begeistern konnte, findet in der Verlautbarung über die Moskauer Bespre­chungen nicht viel Anhaltspunkte für einen berech­tigten Optimismus. Selbst wenn man voraussetze, daß die Frage des Fernen Ostens ein­gehend geprüft worden fei, so müsse' man doch zu­geben, daß die sogenannte Verständigung noch nicht sehr weit gehe. In der Frage der kom­munistischen Propaganda bestehe immer hinsichtlich Indiens eine Frage von großer Be- noch Unklarheit, obgleich gerade sie für England deutung sei.

Frankreichs politische Freundschaften

Herriot über die Organisierung des Friedens.

Paris, 1. April (DNB.) Staatsminister Her­riot hielt als Vorsitzender der Radikalsozialistischen Partei auf dem Landesparteitag in Lyon eine Rede, die in eine Vertrauenskundgebung für Minister- * Präsident Flandin ausklang. Herriot erklärte, die Wirtschaftskrise verringere immer noch die Steuer­einnahmen und stelle das Gleichgewicht der Haus­haltspläne in Frage. Das sei eine Tatsache, die die Vereinigten Staaten und England, die als ge­festigte Länder galten, erfahren hätten. Der B e - schloß Belgiens zur Abwertung seiner Wäh­rung zwinge Frankreich zu einer besonderen Acht­samkeit, wenn es Abenteuer vermeiden wolle, die gewisse Leute wünschten, deren Folgen aber niemand absehen könne. (Diese Bemerkung richtet sich gegen die Befürworter einer Frankenabwertung.)

Die außenpolitische Lage sei besorgnis­erregender als die innere Lage. Frankreich habe auf gewisse Hoffnungen verzichten müssen, die es Deutschland gegenüber gehegt habe. Das republikanische Frankreich sei Gegenstand eines zunehmendenHetzfelbzuges", der den Versuch unternommen hätte, die Alliierten des großen Krieges, die dieFreunde des Friedens" ge­blieben seien, zu trennen. Trotz unserer Ent­täuschung werden wir keine aggressiven Warte gegen Deutschland richten, gegen ein großes arbeitsames Volk, das entschieden das Recht auf Würde und Sicherheit hat, gegen eine Ration, der wir im Iahre 1932 ein völlig befriedigendes" Regime angeboten haben, gegen ein Land, mit dem wir gern freund­schaftlich im Rahmen des Völkerbundes Zu­sammenarbeiten würden. Aber entgegen der Ansicht mancher Leute haben wir kein Mittel, diesem Volke den Beitritt zu einer internatio­nalen Organisation aufzuzwingen. Es ist Herr seines Geschickes. Wenn es, wie es scheint, nicht bereit ist, in eine Zusammenarbeit einzukreten, kann es uns nicht daran hindern, daß wir uns von uns aus daran beteiligem Seine Entschließungen und seine Kommentare haben den Vorteil, die Lage zu klären und Ent­scheidungen herbeizuführen.

Auf unserem letzten Landesparteitag wünschte ich eine Annäherung an Italien, dessen Lei­stungen im letzten Kriege man unterschätzt, und das man vielleicht mit einer gewissen Ungerechtigkeit be­handelt hat. Die Ergebnisse sind jetzt eingetreten. Ich wünschte auch die Aufrechterhaltung un­serer Freundschaft mit den Vereinig­ten Staaten. Vor einigen Jahren sahen wir die Vereinigten Staaten neben uns in der Ver­teidigung der großen Grundsätze der Freiheit und der Demokratie. Seit der Ablehnung der Vereinig­ten Staaten, sich am Haager Schiedsgerichtshof zu beteiligen, haben sie sich i mjn er weiter ent­fernt. Die europäischen Völker haben wieder einen großen Fehler gemacht, der schon einmal die Monroe-Doktrin heroorgerufen hat. Glücklicher­weise können wir eine neue Freundschaft, die de r Sowjetunion, verzeichnen. Die Sow­jetunion ist in den Völkerbund eingetreten, um in der Verteidigung des Friedens Westeuropa beruhi­gen.

Wenn Deutschland es unternimmt, sich an der internationalen Zusammenarbeit zu be­teiligen, so ist das die beste Lösung. Wenn D? üschland es ablehnt, wird uns nichts das R cht nehmen, Pakte der gegenseitigen Unter ff ti^urig zu unterzeichnen, nicht etwa reine Wortspiele, die keinen Wert hätten, son­dern Pakte, die gegenseitige Garantien sicher­sielten, nicht etwa Militärbündnisse nach Art der Vorkriegsbündnisse, sondern re­gionale Abkommen, die allen offen- bteiben, die sich an ihnen beteiligen wollen, um ihren guten Willen zu beweisen, rein defensive Abkommen wie der Valkan- pakt, in dessen Rahmen Frankreich seine lieben Freunde von der Kleinen Entente und der Tür­kei gefunden hat. Warum sollte das Regime von Locarno, das im Westen gut ist, nicht ebenso gut im Offen fein? Natürlich will ich- daß diese Pakte nicht nur Deutschland offen- siehen, sondern auch jenem Polen, für das Frankreich sein Blut hergegeben hat. heute sei Festigkeit der Regierung notwendiger denn je. Flandins Ansirengungen zur Verteidigung des Regimes müßten voll und ganz gutge­heißen werden.

Frankreichs Kriegsminifter fordert moralische Erstarkung.

Paris, 31 März. (DRB.) In der Sorbonne fand die Feier des Gründungstages der Ratio­nalen Vereinigung der Reserveoffi­ziere statt. Anwesend waren u. a.: der Präsi­dent der Republik, Marschall Petain, Ge- n-eral Weygand, ferner die Generäle Corneliu und Colson.

Kriegsminifter General Maurin feierte die ausgleichende Wirkung der Uniform und Die Man­

neszucht, die er aber von kriegerischer Gesin­nung unterschieden wissen wollte. Die militärische Manneszucht lasse sich allerdings nicht restlos auf das bürgerliche Leben übertragen, aber ihre Tugen­den bildeten doch die sichersten Grundlagen auch für das bürgerliche Leben. Der Minister bedauerte, daß Frankreich seit Kriegsende nicht ausreichend für feine materielle Kriegsoorbereitung gesorgt habe. Man müsse den Mut haben, geldliche Anstrengun­gen von allen zu verlangen. Ein Dolksheer sei un­denkbar ohne eine weitgehende militärische Aus­bildung und ohne modernes Material zur Abwehr eines Einfalls.

Auf die Manöver der auf kriegsstarken Fuß ge­brachten 41. Reserve-Division anspielend, sagte der Kriegsminister, daß kurze Ausbildungs­zeiten nicht vollwertig seien. Im Ernst­fall würde die Opferwilligkeit hinzukommen, die Frankreich im Weltkrieg gerettet, und die die Heere und Völker wahrhaft stark machten, da sie allein die wirkliche Volkseinigung zustandebringen könne. Diese Einigung sei jenseits der Grenze bei einem Vo)ke vollzogen, das sich einem widrigen Geschick nicht beugen wollte. Heute schmiede dieses Volk wieder Waffen, aber vorher und das dürfe man in Frankreich nicht vergessen? habe es seine Seele wieder stark gemacht. Frankreich fei eingeschlafen und habe sich zu lange auf die Verträge verlassen, denen allein die Macht hätte Achtung verschaffen können. Nichts könne die Franzosen von ihrer leidenschaft­lichen Friedensliebe abbringen, aber diese Liebe habe nichts mit dem gefühlsduseligen Pazifismus gemein. Man habe Frieden, wenn man ihn f i ch verdiene. Es fei noch viel zu tun, vor allem auf moralischem Gebiet. Da Frankreich ein Volk zum Nachbarn habe, das ganz und gar unter Waffen stehe, müsse es vor allem sein Verteidigungs­system verbessern. Er werde daher die er­forderlichen Streitkräfte an der Grenze wenn nötig verstärken, damit sie dort arbeiteten und Wache hielten.

GMaten des Friedens."

Dr. Goebbels

appelliert an die Vernunft der Welt.

Karlsruhe, 31. März. (DRB.) Der Gau Ba­den der NSDAP, feierte fein zehnjähriges Bestehen. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete eine ge­waltige Kundgebung auf der Höchschulkampfbayn, bei der Reichsminister Dr. Goebbels sprach. Eine kluge Führung, erklärte er u. a., müsse dafür sorgen, daß die innerpolitischen Maßnahmen in Uebereinftimmuna gebracht würden mit den Er­fordernissen ber Außenpolitik. Es sei unfair, wenn heute gewisse Kritikaster auf den einen ober ande­ren Amtswalter hinwiesen, um zu zeigen, daß der Nationalsozialismus Fehler mache.Wir, die wir in den vergangenen zwei Jahren so viel getan haben, haben damit -das souveräne Recht erworben, auch einmal Fehler zu machen. (Stürmischer Bei­fall.) Die Pharisäer, die gar nichts tun, können aller­dings auch feine Fehler machen. (Heiterkeit.) Frei­lich haben wir Glück gehabt, aber das Volk will lieber von Leuten geführt werden, die Glück haben. Im übrigen hätte man ja annehmen können, daß unsere Vorgänger mehr Glück hätten, da sie ja im­mer so taten, als sei der liebe Gotte ihr Fraktions­kollege. (Stürmische Heiterkeit.) Die Partei ist aber nicht selbstzufrieden geworden, sondern sie ist uner­müdlich in der Stellung neuer Aufgaben. Jeder aus den Reihen der Bewegung, auch der kleinste Pimpf im Jungvolk, trägt heute d e n Marschallstab im Tormist er, denn wir haben den Satz Freie Bahn dem Tüchtigen" zur Wahr­heit gemacht. Der Führer und seine Mitarbeiter haben ganz allein die Verantwortung übernommen. Während die Kritikaster genörgelt haben, hat Die Regierung eine neue Wehrmacht aufge - baut. (Stürmischer Beifall.) Eine Nation, die eine Führung besitzt, ist immer anderen Nationen, die parlamentarisch regiert werden, überlegen."

Dr. Goebbels kam dann auf die Außenpolitik zu sprechen und sagte u. a.:Es ist nicht wahr, das Deutschland den Korridor, Teile der Tschecho­slowakei, Oesterreich und Elsaß-Lothringen ober sonstige Gebietsteile gefordert hat. Wenn aber aus­ländische Zeitungen solche Lügen verbreiteten, so sind sie es, die Europa beunruhigen. Wir drohen niemandem, aber wir lassen uns auch nicht bedrohen. (Stürmischer Beifall.) Wir sind der Ueberzeugung, daß etwas weniger Gerede, aber etwas mehr Vernunft der Welt sehr dienlich wäre. Der Führer hat der Welt oft ge- nug b i e Versöhnungshanb hinge st reckt. Diese Versöhnungshand bleibt weiter offen. In dieser Stunde möchte ich einen Appest an die 2ßelt und an die Staatsmänner der Welt richten, baß sie ber Welt ben Frieben geben, ber auf ber Achtung aller gegen alle beruht. Deutschlanb wirb bann auch bie besten Solbaten bieses Friebens, ber jebem feine Ehre läßt, stellen.. Diesem Frieden hat sich das deutsche Volk mit seinem Führer verschworen."

Durch Sozialismus zur Nation."

Oer Reichsjugendführer auf der großen Lungarbeiterkundgebung in Essen.

Essen, 31. März. (DNB.) Die große Jung­arbeiterkundgebung vom März vorigen Jahres er­lebte am heutigen Sonntag an der gleichen Stelle wie vor einem Jahre und wie künftig alljährlich, <a u f de m Kokereiplatz der ZecheFried­rich Erne st ine" in Essen-Stoppenberg ihre Wiederholung. Wieder hatten sich trotz Wind und Regen am frühen Sonntagmorgen auf dem weiten Werkgelänbe wohl an ein halbes Hundert­tausend Jungen und Mädel der HI., des Jungvolk und des BdM. aus ben Gebieten Ruhr-Niederrhein und Westfalen zusammengefunden. Und im Reich waren zu gleicher Stunde auf ben Werkplätzen und Fabrikhöfen HI., BdM. und Jungvolk angetreten, um diese Kundgebung mitzuerleben.

Die Stadt trug reichen Naggenschmuck. Standort­führer Strieme, stellvertretender Gauleiter Unger, Kreisleiter Freytag und andere Führer der HI., der Partei und ihrer Gliederungen, sowie Behör­denvertreter empfingen den Reichsjugend­führer. Die Sirenen gaben das Zeichen zum Be­ginn ber Kundgebung. Fanfarengeschmetter ertönte, als der Reichsjugendführer nach Abschreiten der Ehrenbereitschaft des Feldjäaerkorps die Reihen ber Jugend durchschritt, die Schulter an Schulter auf dem riesigen Kokereiplatz zwischen den hochaufragen- ben Werksanlagen Ausstellung genommen hatte.

Oer Neichsjugendführer

führte bann u. a. aus: Als wir bas letztemal hier auf ber ZecheFriebrich-Ernestine" zusammenge­kommen waren, da haben mir wohl alle geglaubt, daß eine Steigerung dieses Erlebnisses nicht mög­lich sein würde, und doch müssen wir heute fest­stellen, angesichts der Tatsache, daß Hunderttausende deutscher Jungarbeiter an ihren Arbeitsstätten diese Kundgebung gemeinsam mit uns erleben, daß die­jenigen Recht haben, die diese unsere heutige Zu­sammenkunft bie größte Jungarbeiter- funbgebung der Welt genannt Haden. Ein stolzes Wort, meine Kameraden und Kameradinnen, aber ein Wort, das uns nicht aus unserer Richtung bringen darf. Wir gerade, bie Jugenb, wir wollen uns nicht burd) bie Magie ber Zahlen verhetzen lassen. Wir wollen auch in unserem gewaltigen Aufmarsch daran denken, daß es immer der schöpferische Wille ist, die schöpferische Leistung und die schöpferige Tat allein, die entscheidend ist, auch in den Bewegungen ber Millionen.

Wenn wir heute hier Herumschauen, Kameraben unb Soldaten der deutschen sozialistischen Idee, bann wissen mir voll Freude und voll Stolz, daß

unsere Sehnsucht in Erfüllung ge­gangen ist: Die junge deutsche Arbeiter­schaft steht bei uns und mir sind diese Arbeiterschaft unb unser Staat ist nicht gegründet auf die Weisheit der Professoren und auf bie Jntelligenzschichten und die Jntelligenzklüngel des Bürgertums, sondern unser Staat steht auf den Schultern dieser jungen Arbeiter. Wir können heute mit Stolz von uns sagen, mir haben in unserer Gemeinschaft bie Sünben ber Väter roieber gutgemacht, mir haben bas verlogene Ideal ber bürgerlichen Gesellschaft ber Vergangen­heit übermunben, mir haben an bie Stelle von Parteien, Gruppen und Verbänden eine Ein­heit gesetzt und dort, mo früher einmal bie großen Massen riefen:Hie Proletariat hie Bürgertum", dort steht jetzt die im nationalsozialisti- schen Glauben geeinte junge Mann­schaft der deutschen Nation. Aber anders mie die großen sozialistischen Bemegungen der Vergangen­heit sind mir hier nicht angetreten, um Rechte zu proklamieren, sondern um unsere Pflicht zu erfüllen, unsere Pflicht, die wir in einem jahre­langen Ringen erkannt haben als bie Pflicht zur Einigung der gesamten deutschen Jugend im Zeichen und unter ber Fahne der HI.

In diesem unserem gemeinsamen festen, unbeirr­baren Entschluß, die deutsche Jugend zusammenzu­führen und zu einen, werden mir uns durch nichts, durch keine Macht und tein£ Konfession beirren lassen. Wir, meine Kameraden, mir kennen unsere Gegner, mir kennen sie, auch wenn sie sich tarnen. Wir werden die Fahne ber deutschen Einigkeit, bie Fahne ber revolutionären sozialistischen Jugend Adolf Hitlers dennoch trotz ber Absichten bieser finsteren Kreise zum Siege führen. Es sinb immer bieselben, die- nun wieder meinen, sie konnten in diesem Deutschland, in dem es nur einen politischen Willen gibt, auf Umwegen wieder auch zu poli­tischer Macht gelangen. Aber bas, meine Kameraden, werden wir verhindern, das werden wir verhindern kraft des Auftrages, den uns unser Führer Adolf Hitler gegeben hat, als er uns sagte: Ihr seid b i e weltanschauliche Erziehungsgemein­schaft b e 5 jungen Deutschland und Ihr seid der große Bund ber Jugend, ber bie Richtung und Entwickelung der jungen Generation bestim­men soll.

Mit dem KampfliedBrüder in Zechen und Gruben" unb mit dem LiebVorwärts, vorwärts, unsere Fahne flattert uns voran" fand bie gewaltige Kundgebung ihren Abschluß.

Abschluß der Reichstagung der Deutschen Arbeitsfront.

Dr. Ley spricht über die Vereinbarung mit Schacht und Geldte.

Leipzig, 30. März (DNB.) Die glanzvoll ver­laufene Reichstagung ber Deutschen Arbeitsfront sand am Samstagnachmittag mit einer großen Kundgebung ihren feierlichen Abschluß. Vor der Kundgebung waren die sechs DAF.-Walter- Hauptgruppen und bie Ehrenaborbnungen ber NSDAP., ber SA., SS., HI. usw. auf ber Straße des 18. Oktober mit bem Völkerschlachtdenkmal als Hintergrund angetreten, um durch ben Reichsorga­nisationsleiter Dr. Ley besichtigt zu werden. Dann formierten sich bie Feldzeichen unb Fahnen zum Einmarsch in bie Tagungshalle. Reichsorganisations­leiter Dr. Ley, ber in Begleitung ber Reichsstatt­halter Mutschmann und Sprenger unter nicht endenwollenden Heilrufen die Halle betrat, führte u. a. aus: Wir haben vor einigen Tagen hier eine Kundgebung erlebt, in ber bie Welt unb unser Volk hörten, daß es in Deutschland einen U n - terschied zwischen Wirtschaft und So­zialpolitik nicht mehr gibt. Wir haben dokumentiert, daß die beste Sozialpolitik auch die beste Wirtschaftspolitik ist. Im Erheben des Men­schen zum Herrn über alle Dinge sehen mir die soziale Erfüllung unseres Wollens. Wir wollen auch nicht in ber Maschine, im Kapital unb in ben materiellen Dingen eine Gegnerschaft zum Menschen sehen, fonbern wir wollen Die Herrschaft bes Men­schen über bie Dinge.

Ich habe mit bem Präsibenten Dr. Schacht bas Abkommen nach langer Prüfung getroffen. Fast ein halbes Jahr ist barüber vergangen. Wir haben nicht, um einen Augenblickserfolg zu erhaschen, bieses Abkommen gemacht. Wir haben es, bas mochte ich besonders sagen, in allen Phasen mit der größten Offenheit behandelt, unb wir sind beibe davon überzeugt, daß der eingeschlagene Weg richtig ist und zum organischen Aufbau führt, unb daß wir dadurch, daß wir bie Menschen zur Gemeinschaft erziehen, auch zur höchsten Entwicklung Deutschlands bei­tragen werben. Es hanbelt sich nicht barutn, Funktionäre ber Arbeitsfront unb Funktionäre ber gewerblichen Wirtschaft zusammenzuführen, fonbern darum, die verantwortlichen Men­schen, bie an ber Drehbank stehen, die in ber Praxis tätig sind, zufammenzubringen. Dafür sind wir alle die ehrlichen Makler. Wir wollen auch ruhig einmal z u r ü ck st e h e n und nicht immer nach außen in Erscheinung treten. Wir müssen die Menschen zusammenbringen. Der Arbeiter hat genau denselben Menschenverstand wie der Unternehmer. Denn er ist von demselben Blut, und was ihm an Wissen mangelt, das müssen mir ihm geben. Das Material statistischer unb praktischer 2Irt müssen wir beiben als Unterlagen ihrer Ver- Handlungen geben, um ihnen zu helfen, bamit sie ihr Schicksal meistern können.

Vor uns steht bie große Ausgabe: Wie bauen mir bie Selbstverwaltung unb mie orbnen mir bas Verhältnis ber Arbeitsfront unb ber ge- werblichen Wirtschaft zu einet Selbstverwaltung. Wenn mir Unternehmer unb Arbeitnehmer zu die- sem Zrneck zusammenbringen, so bars baraus nicht ein bemokratisches Institut, ein neues Parlament werden. Der Vertrauensrat, die Arbeitsausschüsse, die Gau - Arbeits- unb Wirtschaftskammern, die Reichsarbeits- unb Wirtschaftskammern sind bie Körperschaften ber Selbstvermaltung, bie bie Ar­beitsfront führt, lieber biefem Apparat steht ber Staat. Die Körperschaften ber Selbstverwaltung beraten unb empfehlen unb vor allem einigen sie, bas ist ihre große Aufgabe. Arbeitnehmer unb Unternehmer müssen sich einigen aus Erkenntnis aus Vernunftgrünben. Der Staat als oberster Rich­ter über allem schreitet nur bann ein, wenn wirklich einmal eine Einigung in einer Frage nicht möglich

ist, ober wenn eine Einigung ajif Kosten ber All­gemeinheit kommt.

Ich weiß, baß Dr. Schacht biese Dinge auch be­wegen. Der Führer hat mir bei meiner Meldung vorgestern erklärt:Ley! Ich freue mich darüber, daß dieses Abkommen getroffen wurde. E s ist richtig, und es wird groß fein, wenn Sie beide es verstehen, das daraus zu machen, was ich mir darunter vorstelle." Das ist es. Es wird das aus dem Abkommen, was wir daraus machen. Ich kann sagen, daß beide Teile verantwortlich, ehr­lich, ohne Hinterhalt unb ohne Rücksicht auf ihre persönliche Stellung nur im Interesse Deutschlands, der deutschen Wirtschaft und der deutschen Sozial- ordnung das Werk geschaffen haben. Gehen Sie in ihre Heimat, grüßen Sie bie Arbeiter unb Arbei­terinnen Deutschlands, auch bie Unternehmer, über­haupt alle schaffenden Menschen. Die Welt muß am 15. April durch die Vertrauens- ratswahlen erkennen, daß alle Hoffnungen auf die Zerreißung Deutschlands in Klassen und Stände absurd und ein Wahn- und Aberwitz sinb. Sie' muß erkennen, baß Deutschlanb ein Volk, einen Willen unb einer, Führer hat. Adolf Hitler, unser Führer, er ist Deutschland, unb Deutschlanb ist Abolf Hitler. Brausenb klang bas breifache Sieg- Heil auf ben Führer burd) die riesige Halle. Das Horst-Wessel- unb bas Deutschlanblieb bekräftigten bas Gelöbnis. Der Fahnenausmarsch beschloß bie Reichstagung ber DAF.

Der Versammiungsseldzug für die VertrauenSratswahten.

Berlin, 30. März. (DNB.) Der Versammlungs- felbzug ber Deutschen Arbeitsfront für bie Ver­trauensratswahlen würbe am 1. April um 10.30 Uhr eröffnet vom Leiter ber Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, in den Siemenswerken in Berlin. Am Dienstag, 2. A p r i l, um 11 spricht ber Stellvertreter bes Führers, Rudolf Heß, im Reichsbahnausbesserungswerk Mün­chen. Die Rede geht über alle deutschen Sender, ebenso die Rede des Leiters der Deutschen Arbeits­front am F r e i t a g, 5. April um 12 Uhr mittags aus ben Kruppwerken in Essen. Für beide Reden ist Gemeinschaftsempfang in allen Betrieben angeordnet, in denen Vertrauensratswah­len durchgeführt werden. Lohnabzüge Dürfen für die ausfallende Arbeitszeit nicht gemacht werden, die ausfallende Arbeitszeit kann durch Nacharbeit auf- geholt werben.

Anerkennung für die Frontkämpfer unter den Neichsbahnarbeitern.

Berlin, 30. März. (DNB.) Nachdem ben be­währten Kämpfern für die nationale Erhebung, ben Schwerkriegsbeschädigten, ben Inhabern bes Golde­nen Militärverdienstkreuzes, den Trägern des Sil­bernen und Goldenen Verwundetenabzeichens bie Anerkennung ihrer Verdienste in ihrer Lauf­bahn zuteil geworden ist, hat bie Reichsbahnver­waltung nunmehr auch für die Front­kämpfer unter ben Reichsbahnarbei­tern das bisher in ber Ueberschreitung des 4 0. Le - bensjahres üegenbe Hindernis für die Anstel­lung als Beamter beseitigt. Die bisherige Be­stimmung, daß der Rsichsbahnarbeiter, der das 40. Lebensjahr überschritten hat, auf Anstellung als Beamter nidjt mehr rechnen konnte, trug, eine Härte für die Reichsbahnbediensteten in sich, die wäh­rend des Krieges an ber Front ge« fämpft hatten unb nach ihrer Rückkehr in die Heimat ihre Aufrückstellen b u r cf) Nichtkriegs- teilnehmer besetzt fanden. Durch diese Maß­nahme wird nunmehr die bisherige Benachteiligung der Frontkämpfer wieder gutgemacht.