Nr. 51 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffenj sreitag,(.März 1955
Aus der Provinzialhauptstadt.
Der Lenzmond.
„IM Mertz fängt die gantze Natur an, gleichsam erneuret und lebhaft zu werden, weil die ,pori' — — oder so zu reden — die Schweißlöcher der Erden sich aufthun und die Feuchtigkeiten dem Wachsthume derer Bäume und Kräuter zu gute in die Höhe gezogen werden!"
So spricht der alte Naturforscher anno 1735, und in der geschraubten Darstellung liegt der Kern der Wahrheit, nämlich daß der Säfte- und Kräfteaustausch in der Natur sich im März reguliert. Sehr viel weniger „wissenschaftlich" ist des gleichen Gelehrten sprachliche Erläuterung der Märzmonate: „Mertz oder Mehrds nannten ihn die alten Deutschen, weil die Tagelänge und damit zugleich die Lieblichkeit des Wetters sich zu mehren anfängt!" Ganz gewiß gehört aber auch der März zu den ersehntesten Jahresmonaten, wenn man seiner Siegesherrlichkeit auch nicht allerwärts traut:
„Der März ist der Lämmer Scherz, doch der April treibt sie wieder in die Ställ!"
Der Reim ist nicht einwandfrei, die Erfahrung aber, daß ein milder März nicht „ohne Nackenschläge" bleibt, um so sicherer begründet. Anderwärts sagt man:
„Der März hält den Pflug beim Sterz, danach kommt der April, der hält'n wieder still!" Gewiß stammt auch für den Monat der Tag- und Nachtgleiche: „Im Märzen spart man die Kerzen!"
Natürlich schaut der Baue^ besonders in dieser verheißungsvollen Zeit auf das Wetter. Ein zu lieblicher März ist ihm nicht vertrauenswürdig. Zwar „Märzschnee tut den Saaten weh" mag es in besonders milden und frühbegünstigten Gegenden Deutschlands mit Recht heißen, aber gewiß gibt die Erfahrung der alten Bauernregel recht:
„Trockener März, nasser April, kühler Mai füllen Scheunen, Keller und geben gut Heu!"
Man sagt deshalb überall: „Märzenstaub bringt Gras und Laub" oder „Ein Lot Märzenstaub ist einen Dukaten wert."
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Diesmal tritt der März in deutschen Landen besonders herrlich auf den Plan. Der heutige 1. März bringt dem Reich das Saarland wieder! Jedes Wort wäre zu viel, um noch einmal festzustellen, was dieser Märzbeginn für Deutschland bedeutet.
Schon oft ist der März für Deutschland ein ereignisreicher Monat gewesen. Man denke nur an den ersten Kaiser des neuen, 1870/71 geschaffenen Reiches, an den alten Heldenkaiser Wilhelm den Großen. Am 9. März wurde er geboren, am 22. März schied er von seinem Volke. Die deutschen Freiheitskriege vor mehr als 120 Jahren: im März erhob sich 1813 das Volk; jener Aufruf des Preußenkönigs „An mein Volk!" trägt das Datum eines Märztages, ebenso wie die Stiftung des Eisernen Kreuzes, jenes unvergänglichen Ehrenzeichens, an einem Märztage geschah. Dor zwei Jahren die nationale Erhebung: am 21. März!
Doch nicht nur auf politischem Gebiet hat der März Deutschland viele Erinnerungstage großer und ernster Art beschert, auch auf geistigem Gebiet ist er, wie man so sagt, ein Monat für sich. Wir wollen nicht vergessen, daß uns der März einen Liederdichter vom Range Paul Gerhardts schenkte, daß der deutsche Baumeister Carl Friedrich Schinkel im März geboren wurde, daß ein Hebbel Märzenkind ist. Viele Totentage könnte man ebenso aufzählen: der März ist eben ein Gedenkmonat eigener Art.
So oft der März ins Land zieht, kommt die Tag- und Nachtwende, die Stunde der Frühlingssonnenwende: der Lenz ist da!
Die Beseitigung der „Gerichtsferien".
Der § 201 der Deutschen Zivilprozeßordnung lautete: „Die Gerichtsferien beginnen am 15. Juli und endigen am 15. September". Während der „Ferien" wurden „nur" in „Ferienfachen" Termine 'abgehalten. Feriensachen, also in Wirklichkeit von ben Gerichten zu behandelnde Rechtsfälle, in denen es in Wirklichkeit keine Ferien gab, waren zunächst die gesamten Strafsachen, vom Strafbefehl bis zur Schwurgerichtsverhandlung. Amtsanwälte und Staatsanwälte kannten also Gerichtsferien überhaupt nicht. Neben der Strafjustiz gab es auch auf dem großen wichtigen Gebiet der von den Amtsgerichten bearbeiteten sog. Freiwilligen Gerichtsbarkeit, also im Grundbuchwesen, in der Bearbeitung von' Testaments- und Nachlaßsachen, im Handelsregisterwesen, in Vormundschafts- und Pflegschaftssachen, in der Jugendfürsorge und allen Rechtshilfesachen, die diese Gebiete betrafen, überhaupt ferne Serien* Diese Sachen wurden „am laufenden Bande" weiter bearbeitet. Während der Erholungs- zeit blieben diese Sachen vielfach dem beurlaubten Sachbearbeiter liegen, da sich der Stellvertreter meist nur sehr schwer in die oft umfangreichen Akten einarbeiten kcknnte. So kam es, daß die wahrend der .Ferien" gewonnene Erholung oft schon in kurzer Frist nach „Ferien"ende wieder dahin war.
Aber auch im Kampfe um .Mein und dein" waren die Gerichtsferien vollkommen durchlöchert. Der Laie, der etwas von „Gerichtsferien gehört hatte, war allerdings der Ueberzeugung: „In den Ferien haben die Gerichte, Richter, Staatsanwälte, Beamte und Rechtsanwälte nichts zu tun. An den Gerichten steht alles still, und der Justizwachtmeister hat die Türen abgeschlossen." Er erinnerte sich dabei seiner einstigen Schulferien, während deren ihm beim besten Willen das Schulgebäude und der Schulsaal nicht geöffnet wurden.
Blieb das ganze Gebiet der Strafrechtspflege mit dem Vernehmungs-, Untersuchungs- und Sitzungsdienst von den Gerichtsferien — die mit den Schulferien keinerlei Ähnlichkeit hatten, da sie eben keine „Serien" waren und keinen Stillstand der Rechtspflege bedeuteten — ebenso wie die schon weiter oben erwähnten Rechtsgebiete von dem Ferienbegriff ganz unberührt, so fand es auch auf Mietstreing- teiten, Meß-, Markt- und Arrestsachen, Wechselsachen, Ansprüche aus außerehelichem Beischlaf und Bausachen keine Anwendung.
In dem Verfahren vor den Amtsgerichten hatte das Gericht auf entsprechenden Antrag auch andere Sachen als Feriensachen zu bezeichnen. Wurden in einer Sache, die durch Beschluß des Gerichts als Fevienfache bezeichnet worden war, im mündlichen Verhandlungstermin einander widersprechende Anträge gestellt, so war der Beschluß, der die Sache zur Feriensache erklärte, allerdings vom Richter aufzuheben, sofern die Sache nicht besonderer Beschleunigung bedurfte. Alle Sachen aber, die einer
Beschleunigung bedurften, waren trotzdem weiter als „Ferienfachen" zu behandeln.
Selten hat es deshalb wohl im Rechtsverfahren einen irreführenderen Begriff gegeben, als den, der nunmehr auch dem Namen nach beseitigten Ge- richtsfe-rien. Sie waren in der Tat für die im Dienste stehenden Justizbeamten aller Grade nur eine Zeit der Hetze.
In einem Artikel vom 8. J^li 1927 schrieben wir: „Im Laufe dieser zwei Monate (Gerichtsferien) soll oder muß der Beamte zwar seinen Urlaub nehmen, soweit er ihm zusteht. Die nicht beurlaubten Richter und Beamten aber müssen die laufenden Arbeiten der anderen mit übernehmen, sich also in ihnen bisher fremde Sachen, Tatbestände, ja, womöglich in fremdgewordene Rechtsgebiete wiederum einarbeiten! Was würde wohl ein Zigarrenfabrikant sagen, wenn er plötzlich die kaufmännische Leitung und Verantwortung für eine Maschinenfabrik einen Monat lang übernehmen müßte, weil er ja auch „die Kaufmannschaft gelernt" hat. Nicht viel anders ergeht es dem Straf- oder Prozeßrichter, der plötzlich das Grundbuch übernehmen soll — und umgekehrt."
Das Wort „Gerichtsferien" war nichts anderes als ein irreführendes Schlagwort, unter dessen Schutze allerdings nur allzu oft faule Schuldner eine üble, den Gläubiger schwer schädigende Prozeß-
Grenz- und Auslandarbeit im BDM
All unsere Arbeit, sei es Sport, Sozialarbeit, Musik oder weltanschauliche Schulung, gilt Deutschland — allen Deutschen. Ausgabe, Grundlage und Ziel unserer Mädelarbeit ist das stete Weiterarbeiten an der Vollendung des Nationalsozialismus. Wir Mädel in der Hitlerjugend, der Staatsjugend, sind uns der Verpflichtung gegenüber dem Deutschen Reich klar bewußt. Wir wissen sehr gut, daß manche Leute meinen, es sei unnötig für Mädel, sich mit nationalpolitischen Fragen, wie z. B. der Grenz- und Auslandsarbeit, näher zu beschäftigen. Wir freuen uns aber, daß man weiß, wie eingehend wir uns damit befassen. Denn der Zweck unseres Tuns ist der, daß alle Deutsche innerhalb und außerhalb der Reichsgrenzen von den hohen nationalsozialistischen Gedanken durchdrungen werden.
Die Begeisterung für das Deutschtum, das trotz seiner Einheit so vielgestaltig ist, wollen wir wieder wecken und seine weltweite Verbreitung kennenlernen. Dieser Weitblick ist für uns, die wir zwischen vielen Staaten eingeengt sind, doppelt schwer, aber auch doppelt erforderlich. Wir wollen und müssen mithelfen, daß alle Deutschen, die das Glück haben, innerhalb der Reichsgrenzen zu wohnen, wissen, daß außerhalb Deutschlands auch noch Volksgenossen leben. Diese Auslanddeutschen können
Deutsche Arbeitsfront.
Verufsgruppenaml.
Heute fallen sämtliche Lehrgänge anläßlich der Saarrückgliederungsfeiern aus. Auch am Montag und Dienstag kommender Woche findet kein Unterricht statt.
Berufsgruppe der Werkmeister.
Die für Samstag, 2. März, vorgesehene Zusammenkunft im Kaufmännischen Veremshaus, Werner» wall, fällt aus.
Chorleiter Schulungskurse
Der Gau XII im Deutschen Sängerbund (Hess. Sängerbund) veranstaltet auch in diesem Frühjahr wieder im ganzen Gaugebiet Chorleiter- Schulungskurse, die der gesangsmusikalischen Erziehung unseres Volkes durch Herausstellung eines Liedgutes dienen sollen, das künstlerisch echt, völkisch artgemäß und für das Volk faßlich ist. Für unsere Provinz sind vier zweitägige Kurse vorgesehen. Am 23. und 24. März in Wetzlar unter Walter Rein für die Sängerkreise Solms- Wetzlar, Gießen und Teile von Wette rau und Chattia, zu gleicher Zeit in Nidda unter Kreischormeister Bock für den Sängerkreis „Niddatal" und Teile von Chattia und Vogelsberg-Süd. Am 30. und 31. März in > Vilbel unter Dr. Werner (Frankfurt a. M.) für den Sängerkreis Taunus und Teile von W e 11 e r a u und Vogelsberg-Süd. Der letzte der Kurse findet am 6. und 7. April in Alsf e l d unter Prof. Temesvary (Gießen) für die Sängerkreise Vogelsberg-Nord, Alsfeld und Ohm-Lumdatal statt.
IahreSpflichtchöre des Sängerbundes auf Gchallplatten.
SBK. Vor einigen Monaten sind den Vereinen des DSB. durch ihre Gaue die „Jahrespflichtchöre 1935" als Geschenkgabe zugegangen. Inzwischen sind die Lieder von vielen Vereinen bereits erarbeitet und öffentlich vorgetragen worden. Auf den großen Sängerfesten in diesem Sommer sind vielfach die Pflichtchöre als Massenchöre aufgestellt. Dabei ist es von Wichtigkeit, daß die Einstudierung der Chöre in den einzelnen Vereinen möglichst nach in ihren Grundzügen einheitlichen musikalischen Gesichtspunkten erfolgt. Das ist besonders dann zu erstreben, wenn ausreichende Gesamtproben unmöglich sind. Darüber hinaus aber wird es jeden Dirigenten interessieren, die Pflichtchöre einmal in einer guten, einwandfreien Wiedergabe auf Schallplatten kennenzulernen. Er kann persönlich aus der Schallplatte Anregung schöpfen und an Hand der Partitur seine eigene musikalische Auffassung mit der Platte vergleichen. Die Pflichtchorschallplatten sind nach dem Urteil maßgebender Fachleute gut gelungen und bilden für die Vereine wertvolles Material zur Ergänzung und Vertiefung der gesanglichen Tätigkeit. Auf Bitten der Leitung des DSB. hatten sich im November vorigen Jahres in Berlin aus den größten und besten Gesangvereinen etwa 80 Sänger und Sängerinnen zur Verfügung gestellt, die in drei Proben unter Leitung von Hanns Mießner die Chore erarbeiteten.
Lubiläumsgabe für den Gesangverein „Frohsinn".
Gießener Sänger vor dem Mikrophon.
Anläßlich des 50jährigen Bestehens des Gesangvereins „Frohsinn", Quartett-Verein 1884 e. V. Gießen, wurde dem Verein von der hessischen Staatsregierung ein Bild des Führers mit Widmung durch den Kreiswalter des Sängerbundes, Koch, in feierlicher Weise überreicht. Der Vereinsführer Georg Schäfer dankte in bewegten Worten und versprach, weiter im Sinne unseres Führers an dem kulturellen Aufbau unseres Vaterlandes mitzuhelfen.
Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß der Verein am kommenden Sonntagmorgen unter Leitung seines Dirigenten Fritz Leib in der Stunde des Chorgesanges vor dem Mikrophon des Frankfurter Senders einige Lieder zu Gehör bringen wird.
Vornotizen.
— Tageskalender für Freitag. 20 Uhr Kundgebung auf dem Oswaldsgarten, anschließend Fackelzug, Großer Zapfenstreich und Feuerwerk. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Prinzessin Turan- dot". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der blaue Diamant".
— D i e NS.-Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne, gibt im heutigen Anzeigenteil den Spielplan für den Monat März und die Zeiten der Kartenausgabe bekannt. Auf die Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.
** Ausfallende Sprech st unden. Die Sprechstunden des Herrn Staatsministers sowie die der Ministerialabteilung II für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum, fallen am morgigen Samstag, 2. März, aus.
** Die Geschäfts st unden der Industrie- und Handelskammer Gießen. Um mehrfach geäußerten Wünschen der Wirtschaft Rechnung zu tragen, werden ab 1. März die Geschäftsstunden der Industrie- und Handelskammer Gießen für den Öffentlichen Verkehr wie folgt festgesetzt: vormittags 9 bis 12 Uhr, nachmittags 16 bis 17 Uhr, Samstags 9 bis 12 Uhr.
** Ausbruch der Rotlau f^euche in Gießen. Die Polizeidirektion teilt uns mit: In dem Schweinebestand des Ernst Walldorf in Gießen, Kläranlage 64, ist Schweinerotlauf festgestellt worden. Gehöftsperre ist angeordnet.
** Lieferungsvergebung. Die Landes- Heil- und Pflegeanstalt Gießen schreibt in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil die Vergebung von Fleisch-, Wurst- und Fettwaren, Backwaren usw. für das Halbjahr vom 1. April bis 30. September aus. Auf die Bekanntmachung sei besonders aufmerksam gemacht. — Die Jndustrie- und Handelskammer Gießen teilt uns mit, daß b!» Unterlagen für die Vergebung von Lebensrnitteln, Backwaren, Fleisch-, Wurst- und Fettwaren usw. für zwei Landes-Heil- und Pflegeanstalten bei der Kammer einzusehen find.
** Fahrpreisermäßigung der Reichsbahn zum Mainzer Karneval. Zu dem vom 2. bis 5. März in Mainz stattfindenden Mainzer Karneval gibt die Reichsbahnverwaltung Sonntagsrückfahrkarten aus. Gültigkeit: Hinfahrt vom 2. März, 12 Uhr, bis 5. März. 24 Uhr -, Rückfahrt vom 2. März bis 6. März, 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt ab Gießen 2. Klasse 8,10 RM., 3. Klasse 5,60 RM. Bei Benutzung von Schnell- und Eilzügen ist außerdem der tarifmäßige Zuschlag zu zahlen.
Der 1. Närz Tag der SaarriWiedernng in Gießen
1. Kundgebung auf dem Oswaldsgarten. Beginn 20 ilhr. Es spricht der Kreisleiter pg. Klostermann. - Alle Volksgenossen sind zu dieser Kundgebung eingeladen. Für die Gliederungen und die angeschlossenen Verbände der Partei ist es Pflicht, daran teilzunehmen.
2. Fackelzug durch die Stadt im Anschluß an die Kundgebung. Die Zahl der Teilnehmer am Fackelzug wird beschränkt. Es nehmen teil: 1. Teile des Reichsheeres Gießen; 2. SA. 2500 Mann; 3. PO. mit allen po< liflschen Leitern der 4 Ortsgruppen, den Amtsleitern, Abteilungsleitern der Kreisleitung; 4. Arbeitsdienst mit 120 Mann; 5. HI. mit 300 Mann; 6. IV. mit 120 Mann; 7. BOM. (200); 8. IM. (100); 9. REDFB. und Arbeits-Gemeinschast der Regiments-Vereine zusammen höchstens 600 Mann. - Die Mitglieder der Gliederungen und Verbände, die nicht am Fackelzug teilnehmen, beteiligen sich an der Kundgebung. Die SS. versieht den Ordnungsdienst auf dem Oswaldsgarten. Durch die Absperrung dürfen nur die geschlossenen Marschkolonnen, die am Fackelzug teilnehmen.
Antreten der Marschkolonnen in Sechserreihen nicht aus dem Oswaldsgarten. Ort und Zeit ist den Gliederungen überlassen, doch müssen sämtliche Fackelzugteilnehmer um 19.45 Llhr auf dem Oswaldsgarten sein.
Die PO. tritt 19.30 Llhr (pünktlich) in der Marktlaubenstraße mit Jahnen an. Rechter Flügel Lindenplah. Meldung an pg. Kopp.
Fackeln können von den einzelnen Ortsgruppen, der SA.,Arbeitsdienst, HI., IV., BDM., IM. am Freitag morgen nach der gettoffenen Vereinbarung abgeholt werden.
Die Aufstellung auf dem Oswaldsgarten und der Anmarschweg geht ans den Aufmarschplänen hervor, die den Beteiligten zugehen. Marschstraßen des Jackelzugs: Oswaldsgarten, Steinstraße,Mar- bnrger Straße, Walltorstraße, Lindenplah, Kirchenplah, Echulstraße, Reuen Bäne, Gartenstraße,Lndwigstraße,Bleichstraße, Hindenbnrgwall, Seltersweg, Kaplansgasse, Reustadt, Oswaldsgarten.
3. Im Anschluß an den Fackelzug: Großer Zapfenstreich der Teile des Reichsheeres Gießen auf dem Oswaldsgarten.
Aach dem großen Zapfenstreich ans Oswaldsgarten Feuerwerk.
Schmelz, Kreispropagandaleiter.
Verschleppung zu erreichen gewußt haben, unter der insbesondere auch die Geschäftswelt schwer zu leiden ^Nun gehören die Gerichtsferien, Gott sei Dank, der Vergangenheit an. Sie haben niemanden genützt und vielen geschadet. Die fortschreitende Rechtsentwicklung hat sie — endlich! — auch dem Namen nach beseitigt, wie das schon seit Jahrzehnten aus Industrie- und Handelskreisen, aber auch insbesondere von einsichtigen Jüngern der Rechtspflege selbst gefordert wurde.
Feuerwerk auf Oswaldsgarten.
Im Anschluß an den großen Zapfenstreich am heutigen Abend auf Oswaldsgarten wird dort noch ein Feuerwerk abgebrannt. Im übrigen sei noch auf die heutige Ankündigung der Kreisleitung hingewiesen.
Keine Polizeistunde am 1./2. Marz.
(LPD.) Das Staatspresfeamt teilt mit: Aus Anlaß der Wiedervereinigung des Saargebiets mit dem Reich ist die Polizeistunde in der Nacht vom 1. zum 2. März in allen deutschen Gemeinden auf Anordnung des Reichsministers aufgehoben.
Zugehörigkeit von NSKOV. - Mitgüedern zur Deutschen Arbeitsfront
Die DAF. teilt mit: Mitglieder der NSKOV., die sich im Besitz eines ordnungsgemäßen Ausweises befinden, zahlen bis einschließlich Beitragsstufe 17 den ihrem Einkommen entsprechenden nächstniedrigen Beitrag. Diese Vergünstigung gilt jedoch nur für Mitglieder, die keine Kinder bis zu 18 Jahren haben. Hieraus geht klar hervor, daß bei der Mit- gliederwerbung für die DAF auch die Mitglieder der NSKOV. berücksichtigt und als Mitglieder der DAF. erfaßt werden können.
Daten für den 1. März.
1268: Markgraf Dietrich von Landsberg beurkundet die Leipziger Messe; - 1868: der Admiral und preußische Staatsrat Adolf von Trotha in Koblenz geboren; — 1871; Einzug der Deutschen in Paris; —
1896: Sieg der Abessinier über die Italiener bei Adua; — 1929: der Kunsthistoriker Wilhelm von Bode in Berlin gestorben (geboren 1845).
bei ihrem Kampf um die Erhaltung ihres Deutschtums rege Anteilnahme für ihr Ergehen von uns fordern. Andererseits ist es unsere Pflicht, die Auslanddeutschen von dem wahren Geschehen im Reich laufend in Kenntnis zu setzen, damit sie nicht auf ihrer altererbten Kulturstufe stehen bleiben, sie erhalten, sondern daß sie mit der nationalsozialistischen Weltanschauung Schritt halten können. Sie sollen die Gewißheit des Rückhalts am Mutterland haben und wir die Ueberzeugung, daß sie draußen immer Träger unseres Denkens und Wollens, immer Deutsche sind.
Die anderen Volker sollst du achten — aber dein eigenes lieben. — Die Gleichberechtigung ist die Forderung unserer volksdeutschen Arbeit.
Was tun wir nun für die Grenz-, Auslands- und Kolonialarbeit innerhalb des BDM.? Auf jeder Kurzschulung und Führerinnenbesprechung innerhalb des Untergaus 116 werden unsere Führerinnen von Grenz- und Auslands-Referentinnen für die volksdeutsche Arbeit geschult, daß sie ihr Wissen dann ihren Mädeln bis ins kleinste Dorf wieder weitergeben können. Dann stellen wir auf diesen Besprechungen und bei den Werkabenden der Scharen Betreuungsarbeiten für Grenz- und Kolonialdeutsche her. Da entstehen mit viel Begeisterung Spiele aller Art, Kleidungsstücke, Webe- und Bastelsachen für unser Schutzgebiet in Pommern und Südwest. An Weihnachten ging die erste Sendung fort; jetzt arbeiten wir für die zweite. Wir freuen uns schon alle wieder auf die Briefe, die dann kommen werden!
Nichts soll uns rauben Liebe und Glauben zu diesem Land. Es zu erhalten und zu gestalten sind wir gesandt.
Mögen wir sterben — unseren Erben wächst dann die Pflicht: es zu erhalten und zu gestalten — Deutschland ftirbt nicht. —


