Mittwoch, 51. Mai (955
Nr. 125 Zweites Blatt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)
Aus dem Reiche der Krau.
Deutsche Pfingsten.
Von Diana Kahle GOS.
„Plötzlich erhob sich vom Himmel ein Brausen, wie wenn ein Sturmwind dahinführe... Alle wurden vom Heiligen Geiste erfüllt.
Unb das Doll lies zusammen und war betroffen, als jeder die Jünger in seiner Sprache reden hörte und sprach voll Staunen' ,Wie kommt es, bah jeber von uns seine Muttersprache heraushört?'."
Geist bet Pfingsten weht über bem deutschen Lande Sturmwind brauste durch die Seelen, Flammen bet Hetzen loberten, lange zurück- gebrängte Sehnsucht, brach aus, — ein Dolk. bas zerrissen war, so zerrissen, auseinandergespalten, bah eine Gruppe bie Sprache der anderen nicht mehr verstand, erlebt das große Wunder des Geistes, der alle zusammenbindet: „Wie kommt es, daß Ledet von uns seine Muttersprache her- aushört?"
Muttersprache! Das ist das geheimnisvoll Urtümliche, Verbindende, von Seele und Art Geprägte- Muttersprache, das sind Laute, die unser Herz, unser Wesen anrühten und bewegen, Empfindungen wecken, unser ganzes Sein zu erschüttern vermögen, weil der Geist in ihnen lebendig ist, der Geist aus ewigen Kräften, die Gott einem Volke verliehen hat.
So ist das Pfingstwundet über unser Volk gekommen, bah das Wehen eines neuen Geistes Stimme wurde über dem deutschen Lande, und in seiner Sprache nun das Wiederfinden beginnt von Mensch zu Mensch, das Verstehen, und das große Staunen: dieser Fremdgewordene spricht ja meine Sprache, bie Sprache meiner Sehnsucht, meiner Hot, meiner Hoffnung!
Aber ist es nicht blasphemisch unb sünbhaft, bie hohen Worte des Pfingstevangeliums, das Gottes Dotschast unter die Völker fremder Zungen brausend trug, Gleichnis werden zu lassen für das Geschehen, das unter uns Deutschen jetzt sich vollzog?
3a, es wäre blasphemisch, es wäre sündhaft, wenn wir hinter den äuheren Ereignissen nicht das Brausen von Gottes Sturm verspürten, wenn wir nicht wüßten, dast bie Sehnsucht unseres Volkes, die jetzt am grauen kahlen Winterstamme Deutschland in Blüten ausbricht, aus dem tiefen Erdreich der Cwigkeitssehnsucht aufgestiegen ist. Was in der Dorfrühlingszeit bis zur pfingstlichen Erfüllung unter uns kund wurde, das ist doch das Aufbäumen gegen die Gotteslerne einer leeren Dieslcits-Weltanschauung, das ist die Erhebung eines Volkes gegen falsche Propheten, bie es von seinem Glauben, seiner Reinheit, seinen Vätertugenben hinweglockten, unb ber neue Geist, dessen Wehen wir in unserem Leben spüren, strömt aus dem Brunnen, von dem einst unsere Vorväter, von dem die Mütter starker gläubiger Gesch'echter Kraft tranken. Unsere nationale Sehnsucht war im tiefsten religiöse Sehnsucht. Sie will dem Ewigen dienen, sie will vor bem Göttlichen toieber in Ehrfurcht knien.
Wir wissen, bah das Werk, dem wir seit langen Jahren allen Kampf und auch alles Leid unserer Herzen geweiht haben, geschichtliche Rotwcndig- keit war, aber mehr als das! Dies Mehr verkünden uns Worte von Angelus Silesius:
„Die Rose, welche hier dein äuß'res Auge sieht, bie hat von Ewigkeit in Gott also geblüht." Der Keim lag in unseren Herzen, von Gott hineingesenkt, unb wir muhten die Rot des Wachstums tragen und die Winterstarre und den feindlichen Frost, bis bet Keim bas Samenkorn zersprengte.
Pfingsten wird uns ein Fest der Freude! Von Ersüllung der Sehnsucht quellen über Weihdorn und Ginster : das seidige Grün des Buchenwaldes bauscht sich im ersten 3ubel des Reu- werdens: durch alles Leuchten des Laubes und der Blüten schauert noch die eben überwundene Oede der Wintertrauer, des Dunkelns und der Beraubtheit kahlen Gezweiges. Wie innig bewegt uns der weihe Taubenzug über grünem Roggenacker! Wie dankerfüllt und freudenvoll neigen wir uns zu jeder Blume, die aus harter Erde auf trieb! Roch erzittern unsere Herzen vor dem Sturm Gottes, der Reuwerden bringt, vor dem Aufglühen nach Kargheit!
Pfingsten ist hohe Zeit des Schöpfergeistes. Der Geist ist es, der lebendig macht und lebendig erhält. Und das Schicksal unseres Volkes wird dadurch bestimmt werden, ob wir es vermögen, den brausenden flammenden Geist der Pfingsten zu bewahren, seine heilige Glut immer neu in den Seelen zu entzünden-
Vor dem ewigen Geist gibt es keine Vollendung, kein Fertigsein, er ist die heilige Unruhe der Strebenden, der faustischen deutschen Seele, wie sie in unfern gotischen Domen, und am erschütterndsten in den unvollendeten, den grofjen Gesang der Sehnsucht verkündet. Immer noch sind wir ein Volk der Werdenden, immer noch müssen wir ringen um Gottes Geist.
„Mensch, so du etwas bist, so bleib’ doch ja nicht steh'n,. man muh aus einem Licht fort in das and're geh n"
Kolleginnen!
Von Ooteffe firanf.
Wo viele Menschen in einem Betrieb Zusammenarbeiten, muh der Umgang zwischen den Angestellten so reibungslos wie möglich fein. Und gerade für die arbeitende Frau bedeutet es eine wesentliche Erleichterung, wenn sie in gutem Einvernehmen mit ihren Kolleginnen steht. Die Frau ist offener in ihrem Wesen, sie verhehlt ihre Zuneigung ober Abneigung weniger leicht als der Mann, und in diesem Wesenszug liegen viele Unstimmigkeiten zwischen den Kolleginnen begründet. Und doch ist es unbedingt notwendig, daß die Frau sich hier ein wenig zurückhält, wenn die Zusammenarbeit ersprießlich sein soll.
Verwandt mit diesem Thema ist der Klatsch, der sich leider gerade unter Kolleginnen breitzumachen pflegt. Es ist immer ungeheuer interessant, daß Fräulein X. gestern abend mit dem Kollegen ausgegangen ist, und daß Frau Z. schon roieber ein
neues Kleib hat, obwohl sie boch erst neulich im Gehalt abgebaut worben ist. Ja, verliert man benn bas Anrecht auf ein Privatleben, wenn man in einem Betrieb angeftellt ist? Unb wie oft wirb beim Weitererzählen übertrieben! Darum heißt es, vorsichtig sein, wenn man einen Menschen nach den Angaben seiner Kolleginnen beurteilen will, unb am besten werben Klatschereien gar nicht erst weitergetragen. Jebe Angestellte sollte im übrigen nicht zu viel von sich selber ausplaubern. Das fuhrt zu falschen Deutungen unb schabet mehr als
es nützt.
Ein ache Kleibung unb ein unauffälliges Benehmen ichern ber Angestellten^ ein ungestörtes Arbeiten. Die Kolleginnen müssen sich einanber an- paffen, es muß Harmonie zwischen ihnen herrschen. Keine bars sich über bie anberen stellen Unb bie Frau kann noch mehr tun, als nur sich einfügen in bie Arbeitsgemeinschaft. Sie kann ben Kollegin-
nen ben Aufenthalt im Betrieb so schön wie mög- lich machen. Die eine hat einen kleinen Garten unb bringt Blumen ober Erbdeeren ins Büro. Die an- bere kann vielleicht burch Beziehungen billige Theaterkarten besorgen unb macht einer Kollegin eine große Freube bamit
Mitarbeiterin heißt nun noch nicht Äamerabin ober Freunbin, unb es entwickelt sich mir manchmal eine richtige Freunbschast zwischen fiolleginnnen. Meistens sieht man sich nur im Geschäft, unb man ißt vielleicht miteinanber zu Mittag. Aber wenn bie eine aus ber Gemeinschaft ausscheibet, bann tritt eine anbere für sie ein, unb man denkt nicht mehr allzu oft an bie frühere Kollegin. Trifft man fie aber später einmal roicbcr, bann kann bie einstige Verbundenheit rasch wiederhergestellt werden, und man läßt sich gerne erzählen, wie es inzwischen gegangen ist.
Wie muß der weibliche Arbeitsdienst gestaltet werden?
Von Klara Echloßmann.Lönnies.
Es ist mir eine Freude, wenn ich vorn roeib- I lichen Arbeitsdienst sprechen darf, denn das ist mir eine Sache, die keinen Tag aus meinem Herzen und aus meinem Kopf kommt, und es ist jeden Tag eine Sache der Erfahrung. Arbeitsdienste sind heute überall. Jede Zeitung bringt neue Berichte. Der männliche freiwillige Arbeitsdienst ist einen Schritt weiter. Er steht schon vor bem zweiten Stabium ber Arbeitsbienstpslicht. Wo aber stehen wir mit bem weiblichen freiwilligen Arbeitsbienst?
Jeber Deutsche unb jebe Deutsche soll mit ben eigenen Gaben am großen Arbeitswerk bes Volkes mitbauen. Jeber mit feinen Gaben, unb jeber mit feiner Art. Männerarbeit als Männerwerk unb Frauenarbeit als Frauenwerk. Jebes nach feiner Bestimmung. Der weibliche Arbeitsbienst — ber boch auch nichts weiter ist als bie Vorstufe zum Frauenbien ft jahr bes neuen Deutsch- 1 a n b — kann nur feine ridjtigie Form finben, wenn im Gefüge bes Ganzen, ber Volkswirtschaft, ber Volkskultur, bes Volkslebens — bie Souveränität ber weiblichen Arbeit unb bie Eigenartigkeit unb Eigenwertigkeit ber Frauenarbeit Anerkennung fin- bet. Wir alle wissen: keineswegs um irgenb eines Ruhmes willen. Rein, ganz einfach, weil es so ist, weil unser Volk bas braucht. Ganz einfach barum, weil man nur bann ben guten, klaren Weg einer notmenbigen Entwickelung freibekommt, unb eine richtige Auswertung ber Erfahrung für eine neue Frauenvolksbilbung unb eine richtige Frauenvolksarbeit.
Wie aber finben wir bie Form bes weiblichen Arbeitsdienstes? Für bie Form bes Dienstes ist vor allem eins wichtig: ber weibliche Arbeitsbienst wird nicht als notroenbiges liebel — als Rotmaßnahme gegen bie Erwerbslosigkeit angesehen, fonbern a l s eine ber wertvoll st en Erziehungs- Möglichkeiten ber 9 u g e n b. Als weiteres Grunbprinzip ber Form bes weiblichen Arbeitsbien- stes tritt beutlid) hervor: Wir wollen aus bem weiblichen Dienst auch wirklich einen ber Frau, bem Mäbchen eigenartigen Dienst am Volk machen. So sagte Herr Staatssekretär H i e r l, ber Führer I ber Arbeitsbienstbewegung: „Der staatlich oegani- I
fierte Frauenbienst — unb baju ist ja ber heutige weibliche Arbeitsbienst bie Vorstufe — soll also eine Erziehungsschule unserer reiferen weiblichen Jugenb für ihre Ausgaben als beutsche Mutter unb Hausfrau fein."
Als Ziel bes Arbeitsbienftes wirb eine zweijährige Arbeitsbienftpflicht für bie Frau geforbert. E i n Jahr im Frauenbien ft heim, ein Jahr i n ber sozialen Arbeit, ben sozialen Arbeitsstätten bes Volkes. Der Arbeitsbienst soll ein Frauenbienst am Volke sein. Dienst am Volk ist für bie Frau bie Erhaltung bes Volkes unb bie Gestaltung ber Familie. Bei bem heutigen Zustanb ber Familien in ber Stabt unb auf dem Lanb ist ber freiwillige unb pflichtmäßige Dienst bringend erforderlich. Die Mütter unzähliger Familien (eben in einer Gefahrenzone ber ständigen Angst des Versagens, bie kaum beschreibbar ist. Tausenbe unb roteber lau- senbe von jungen Frauen, jungen Mäbchenkräften könnten im freiwilligen Dienst zunächst ba Rettungs- bienfte tun. Die Voraussetzung für bie richtige For- menfinbung biefer weiblichen Dienstarbeit ist aber, baß man hauswirtschaftliche Arbeit, pflegerische Arbeit, päbagogische Arbeit nicht als volkswirtschaftlich wertlos unb unrentabel betrachtet! Vor allen Dingen muß für eine planmäßige Mütterent- l a ft u n g burch Formen bes weiblichen Arbeits- bienftes gesorgt werben. Man muß Frauen unb Mäbchen in Form von Landhilfe ober „fliegenben Arbeitsgruppen" zu ben Sieblungen im Osten schicken!
An ben Formen bes weiblichen Arbeitsbienftes wirb es nie fehlen. Wenn ein Volk so viele Katastrophen über sich hat ergehen lassen müssen, wie wir, wenn ein Volk, aus all bieten Katastrophen nichts weiter übrig behalten hat als bas nackte Leben, bann stellt schon bie Lage ber beutschen Mutter ben Frauen unb Mäbchen unerhörte Pflichterfüllungen, Pflichterfüllungen, bie nur mit einer planmäßigen Dienstpflicht erlebigt werben können. Es ist eine ganz große Aufgabe zu bewältigen: Die Frauenarbeit im neuen Staat, ber Frauenbienst für bie Zukunft unserer Nation!
Die Deutsche Frauensront marschiert!
Oie Neuorganisation aller deutschen Zrauenverbände. - Oie Einordnung der Frau in den ständischen Ausbau des Staates.
Von Lydia Gottschewsty, Führerin der „Deutschen grauen front".
(Nachbruck, auch auszugsweise, verboten.)
Die Frauenfront umfaßt grundsätzlich sämtliche weiblichen Organisationen, bie in irgendeiner Weise zum nationalen Aufbau mit herangezogen werden können. Es gliedern sich uns also nicht nur bie Verbänbe mit rein kulturellen ober sozialen Zielen an, fonbern auch bie weiblichen Berufsverbänbe, bie aUerbings baneben wohl eine Vertretung ihrer rein beruflichen Interessen im stänbischen Ausbau ber Wirtschaftsorganisationen behalten werben. Soweit das noch nicht geschehen ist, kommen jetzt die Vertreterinnen aller deutschen Frauenorganisationen zu uns unb unterschreiben folgenben Revers:
„Als verantwortliche Leiterin bes Bunbes ... erkläre ich für mich unb ben mir unterstellten Bunb, daß ich mich bem Bührer ber Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, Abolf Hitler, bebingungslos unterstelle."
Damit ist ber Eintritt in bie Frauenfront vollzogen. Das ist bisher überall reibungslos vonstatten gegangen. Sollten sich — was wir nicht erwarten — : och Widerstänbe zeigen, müßte natürlich burch- georisfen werben.
Dann veranlassen wir bie uns angeschlossenen Verbänbe, bie „Gleichschaltung" ber V o r ° st ä n b e burchzusühren. Die jübischen unb marxistischen Dorstanbsmitglieber werden entfernt, bie Dorstanbsposten müssen burch Nationalsozialistinnen oder anbere Frauen mit einroanbfreier nationaler Gesinnung besetzt werben. Das Einspruchsrecht behalten wir uns vor.
Die beutsche Frauenfront hat ihre Führung i m arohen unb im kleinen Frauenkapitel. Das kleine, das den engsten „Vorstand" bildet unb bie Geschäftsführung zu erlebigen hat, ist burch Frau Marie Diehrs, meine anderen engsten Mitarbeiterinnen unb mich schon im Ausbau. In das große Frauenkapitel werben bie wichtigsten Vertreterinnen ber angeglieberten Frauenverbänbe berufen. Sie sollen in regelmäßigen Abständen die Richtlinien der kommenden Arbeit festlegen. Es wirb jeboch nicht abgestimmt. Ich bin von Abolf Hitler eingesetzt worden, um die endgültigen Entscheidungen zu treffen. Wir hoffen, daß in etwa drei bis vier Wochen bie erste feierliche Sitzung des großen Frauenkapitels ftattfinben wirb.
Die Frauenfront betrachtet als ihre Aufgaben alle die, für beren Erfüllung bem Staat gegenüber bie
Frau berufen ist; biefe werben wir systematisch auf alle Frauenorganisationen verteilen. Sorgsam wer- ben wir bie befonbere Befähigung auszuwählen trachten, unb bann bem einen Bunbe beispielsweise die allgemeine Luftschutzbildung ber Frau anoer- trauen, einem anberen bie Ausbildung ber jungen Mäbchen zu Ehe unb Mutterschaft, einem britten bie Obhut über Kinberheime. So werben bie Frauen ben Weg voranschreiten, ber im Volke Zu ganz neuen Begriffen von Charitas unb Wohl- fahrt führen soll. Die Fürsorge von gestern war Fürsorge für bas Kranke, bas Erhalten bes Schwachen, das Stützen dessen, der nicht mehr auf eigenen Füßen stehen kann. Bei aller Hochachtung vor solcher Mildherzigkeit sind wir jeboch ber Ansicht, baß noch wichtiger als Kranken zu helfen, es ist, bas ©efunbe baoor zu bewahren, baß es erkranke. Wir hallen es für unverantwortlich, daß für bie Unbrauchbaren Summen aufgeroanbt werben, währenb kein Gelb ba ist, um beispielsweise bie noch gesunben Kinber ber siebenköpfigen Familie eines Arbeitslosen burch Ernährungszuschüsse unb Lanbaufenthalt lebenskräftig zu erhalten. Die Hauptaufgabe biefer neuen, von uns organisierten Wohlfahrtspflege wirb also fein, bafür zu sorgen, baß ber gesunde Kern bes deutschen Volkes erhalten bleibt!
Das berührt in keiner Weise bie bisherige staatliche Wohlfahrt! Was wir anstreben, ist ja viel weniger eine Umänberung ber Wohlfahrts-Organisation, als eine grunblegenbe UmfteUung bes Denkens, der seelischen Haltung! Das geht nicht von heute auf morgen, das wird ein langwieriger Prozeß sein. Aber gerade durch den Zusammenschluß der Frauenfront haben wir die absolute Gewähr dafür, daß diese Umschaltung am -Ende bis zur kleinsten Frauenorganisation herunter durchgeiuhrt werden wird. Da wird keine Kontrolle nötig fein: bie beutschen Frauen sinb so ergriffen von dem umwälzenden Geschehen dieser Tage, sie sind so begierig nach den neuen Gedanken, so aufnahmebereit, daß es voll ausreichen wird, wenn wir die allgemeinen Richtlinien geben. Die neue Idee der Wohl- fahrtspflege wirb bann von selbst in ben beutschen Frauenherzen (ebenbige Gestalt gewinnen.
Grunbsätzlich sinb wir uns gerabe mit ben leiten» ben Männern des neuen Deutschland vollständig einig darin, baß bie Frau zur Bearbeitung aller wichtigen kulturellen Ausgaben ganz beson- bers für bie Erziehungs- unbJugenb- fragen, mit herangezogen werden muß!
Die Frauen, bie heute aus solchen Stellen entfernt worben sinb, mußten nicht gehen, weil sie Frauen sinb, fonbern weil sie eine ialsche Weltanschauung hatten. Es erscheint uns selbstverständlich, daß, so- wie die absolut nationale Frau mit ben notigen Sachkenntnissen sich zeigt, fie biefe Stelle erhält Unb bas nicht nur etwa in den Ministerien' Wir tragen bafür Sorge, baß bie,cs Prinzip bis in bie kleine Kommune herunter verwirklicht werbe, lieber- all da muß in Staat und Gemeinde die Frau zu selbständiger unb sührenber Arbeit mit herangezogen werben, wo sie burch ihre weibliche unb mütterliche Veranlagung ber Nation zu bienen berufen ist.
Die alte Frauenbewegung — geboren in ber liberalistischen Epoche — fab bie Hauptziele ih den Rechten unb Freiheiten ber Persönlichkeit. Solche Streitereien lehnen wir als veraltet ab. Einer ber Vertreterinnen der alten Frauenbewegung habe ich neulich gesagt: Deutfchlanb ist heute ein Haus, bas uns allen zu eng geworben ist. Es hat gar feinen Sinn, wenn bie in biefern Hause Wohnenben darüber streiten, wie sie ben Platz verteilen wollen. Sondern wir müssen uns erst einmal alle zusammentun unb bafür sorgen, daß das Haus größer werde. Danach können wir uns auch über die Verteilung der einzelnen Zimmer unterhalten. Das ist bas Merkmal ber „Frauenbewegung 1933", bas ist ber Sinn ber beutschen Frauensront: Wir beutschen Frauen haben uns mit cingc- gliebert in ben Kamp f b er Nation um Sein ober Nichtsein. Wir stellen bas Volk in ben Dorbergrund unb suchen ben Dienst, nicht bie Rechte!
Schnellgerichte für den pfingsttisch
Bon Liselotte Hennoch.
Zu Pfingsten haben die Mahlzeiten eine andere Zusammensetzung. Sie sind vom Frühling und seiner Ernährungsweise beeinflußt. Dennoch — obwohl nämlich die Hausfrau nicht zu sehr beansprucht werden soll — will der Familientisch besser bestellt sein, und da wird sich die Hausfrau also mit einigen zeitgemäßen Schnellgerichten helfen.
Pasteten mit Gurkensalat.
Das hört sich großartig an, ist aber sehr einfach und schnell zu bereiten. Don Weißbrötchen wird oben eine Scheibe abgeschnitten, die Kruste auf einem Reibeisen abgerieben. Run bereitet man die Füllung. Zwei Teile Schweinefleisch und ein Teil Rindleber werden sein gewiegt. Dazu kommt ein Eigelb, das Weiche aus der Semmel, das man in Wasser geweicht hat, gehackte Zwiebel, Salz, Pfeffer. Alles wird gut durcheinander gemischt und in die Semmel hineingesüttt. Die ab- geschnittene Scheibe kommt als Deckel darauf. In einem Topf Butter zerlassen, einen Schuß Milch dazu gießen, beides recht heiß. Run die Pastet- chen hineingeben, ordentlich begießen und etwa zehn bis zwanzig Minuten dünsten. Da Brötchen Flüssigkeit in hohem Maße aufnehmen, wird man noch einen Stich Butter dazu fügen. Die Pastet- chen kommen auf eine flache Schüssel, inerten mit einem Kranz Petersilie geschmückt. Dazu neue Kartoffeln und Gurkensalat.
Hljabarberpubbing mit Sahne.
Je nach Anzahl ter Familienmitgl eder werden iy2 bis 2 Pfund Rhabarber vorbereitet und mit Wasser auf das Feuer gesetzt. Rhabarber in Verbindung mit etwas Zitronensaft, Danillezucker, Wasser und Zucker ergibt dann ungefähr einen Liter wohlschmeckende Flüssigkeit. Jetzt nimmt man sie vom Feuer, und unter fortwährendem Rühren läuft eine Tasse Maizena hinein. Ist das geschehen, so kommt sie auf eine kleine Flamme, kocht einige Male auf und wird in eine hübsche, fall ausgespülte Schüssel gegeben Dann stellt man sie am besten an einen küh en Ort Kurz vor dem Aufträgen erhält sie einen Kranz von roten Früchten, tooxu sich eingelegte Kirschen besonders gut eignen. In einer gesonderten Schüssel einen Berg Schlagsahne, und ein ungewöhnlich wohlschmeckendes, schnell bereitetes Psingstgericht ist da.
Ium Mbenbeffen Tomaten mit Parmesanreis.
Reis wird gekocht, mit einem Stich Butter gut durchgerührt, mit Parmesankäse überstreut. Salz und Pfeffer nach Belieben. Große feste Tomaten aushöhlen, das Marl zum Reis dazuge- ben, durchrühren und beides in die Tomaten füllen. In einer Kasserolle Butter sehr heiß werden lassen, die Tomaten, auf die man den Deckel mit einer Feile gepickt hat, hineinstellen und unter Beigießen von etwas Wasser schnell, in zehn Minuten dünsten. Sie werden heiß gereicht und ergeben in Verbindung mit einer Butterschnitte ein ausgiebiges, nahrhaftes, gesundes Abendessen.
Eierkuchen mit Gurkensalatfüllung.
Der Gurkensalat wird mit einer Kleinigkeit saurer Sahne angemacht und mit möglichst wenig Flüssigkeit zubereitet. Eierkuchen werden gebacken, mit dem Gurkensalat belegt, aufgcroIU und als Gericht gereicht. Dabei kann je nach Geschmack der Salat, ebenso wie ter Eierkuchen mit ober ohne Zucker angerichtet werten.
fialte Schüssel.
Suppenfleisch, das die Hausirau schon am Tage vorher gekocht hat, ergibt die Fleischbrühe, die zu Pfingsten das Dorgericht bildet. Man kann sie klar in Tassen reichen, sie mit Ruteleinlage auch in Tellern zu Tisch bringen. Das Suppenfleisch falt, in Scheiben geschnitten, mit Rohkostsalaten garniert bildet den zweiten Gang. Grüner, Tomaten-, Spargel- und Gurkensalat werten mit Oet, Zitrone, je nach Geschmack einer Prise Zucker und Salz angemacht und mit krauser Petersilie verziert. Wird der Scllat mit dem Fleisch zusammen auf ter Platte angerichtet, so bietet die Speise einen sehr hübschen und frühlingshaften Anblick. Da alle Dorbereitungen schon am Tage vorher getroffen werte» können, verursacht die Mittags- mahlzeit ter Hausfrau kaum noch Mühe, und auch sie wird an den Pfingsttagen Erholung finden, g den ihrigen aber dennoch den Tisch festlich bestellen.
Französische Sauce zum Spargel.
Aus Butter, Spargelwasfer, wenig feinem Mehl eine Soße rühren und rundlich gekocht Zitronensaft geriebene Zwiebel, Salz, Pfesser, geriebene Rüste und verschiedene gehackte Kräuter (Petersilie, Schnittlauch usw.) angeten. Die Soße wird über den weich gekochten Spargel gefüllt


