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30.12.1933 Drittes Blatt
 
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samstag, 50. Dezember 1955

Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger sm (vberhessen)

«r. 505 Drittes Blatt

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Darmstadt

dem nicht wohl wollen. Ihre Haßpropaganda findet aber ; ein | keinen Boden mehr. Das neue Deutschland hat in

Gefühl, daß Ihr Kanzler, Herr Adolf Hitler,

Tagewerke auf der

Baustelle:

Die große La Plata-Republik Argentinien ist seit vielen Jahrzehnten das Ziel deutscher Aus­wanderung gewesen. Zahlreich sind die deutschen Kolonien, von Patagonien bis zum halbtropischen Chaco, die einen blühenden Aufschwung genom­men und die Sehnsucht der Einwanderer nach auskömmlichem Dasein nicht enttäuscht haben. Frei­lich die Weltwirtschaftskrise hat in den letzten Jahren auch über das argentinische Deutschtum viel Elend gebracht. Die heutige Lage ist so, daß die großen deutschen Import- und Exporchäuser in Buenos Aires sich nicht mehr in der Lage sehen, Neueinwanderer zu beschäftigen, ja sogar oft ge­zwungen sind, ihr altes Personal zu entlassen, so daß in den Elendsvierteln der Hauptstadt Hun­derte von Deutschen darben und beim Konsulat um Rückbeförderung in die Heimat bitten müssen. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten haben Argentinien auch veranlaßt, die Einwanderung bis auf weiteres von so schweren Bedingungen abhängig zu machen, daß nur wenige sie erfüllen können.

einen Werbefilm der Winterhilfe und ein Lustspiel mit dem verstorbenen Berliner Komiker Max A d al­be r t in der Hauptrolle.

teilt mit:

Obgleich die Mehrzahl des Postpersonals schon frühzeitig die für den Weihnachtsgabentisch bestimm- ten Lose der 2. Arbeitsbeschassungslotterie bei Par­tei- und Fachschaftsbeauftragten, Lotterieeinnehmern usw. eingekauft hatte, hat eine nachträglich von der Oberpostdirektion eingeleitete Sammelbestellung doch noch einen Vertrieb von 1542 erbracht. Das Post­personal beweist damit wieder, daß es national­sozialistisch denkt und handelt.

Hitler schafft Arbeit!

weitere bewilligte Maßnahmen im Arbeits-

Maßnahme:

Hutweidemeliorationen in der Gemeinde Meiches

Regulierung des hörlenbaches Gemeinde Oberhörlen

Ausbau der Dorflutgraben und Verbesse­rung der wiesen in der Gemeinde Roth

Vachregulierung und Wiesendränung in der Gemeinde weidelbach

Wiesenmelioration und Vachregulierung in der Gemeinde k l e i n - G l a d e n- buch

hutweidenmeliorationGemeindeL i chel - Hain

Hutweidenmelioration Gemeinde Dir­lammen

Dränagearbeiten in nassem Ackergelände Dränagewassergenossenschaft Decken- b a ch

Dränung von Ackergelände Gemeinde Höingen

Graben-, Dränagen- Vachregulierungs­arbeiten Gemeinde Grebenhain

Entwässerung von Grundstücken durch Dränage Gemeinde Vadenrod

Teilortsenwässerung Gemeinde Drei- e i ch e n h a i n

Sozialismus der Tat.

Die Pressestelle der Oberpostdirektion

zitiere:Das Ergebnis meiner Erkundigungen 'st, daß ich jetzt ein viel strammerer Natio­nal s o z i a l i st bin als zu der Zeit, wo ich Deutsch­lands Boden betrat. Ich bin völlig sicher in

Zeitschriften.

Vom Werden und Weg der deutschen Reichs- marine, von ihren mannigfaltigen Aufgaben und Zielen, von ihren Führern, ihrer Mannschaft, ihren Häfen berichten berufene Männer in der Sonder- nummerDie Reichsmarine" der I l l u st r i e r t e n Zeitung (I I. Weber, Leipzig). Während in zahlreichen Bildern noch einmal die stolze Ver­gangenheit unserer Flotte auflebt, als sie im Welt­krieg ruhmreich ihre Feuerprobe bestand, zeigen andere Aufnahmen die wertvolle Arbeit, die unsere Marine heute leistet, unter hervorragenden Fuh- rem, denen es gelang, eine neue Marine, und mochte sie noch so klein sein, zu bauen. Möge der Wunsch, dem Reichswehrminister v. Blomberg in einem Geleitwort Ausdruck gibt, sich erfüllen: daß die Nummer dazu beitrage, das Verständnis des deutschen Volkes für seine Marine auch weiterhin zu fördern und zu festigen.

sicht ober gutem Willen mangelt, tut das Wissen um die Notwendigkeit guter Handelsbeziehungen zu Deutschland ein übriges; denn Deutschland ist neben Großbritannien Südafrikas bester K u n d e. In diesem dünn bevölkerten Lande mit seinen l'/r Millionen europäischen Bewohnern ist auch nicht unbemerkt geblieben, daß Deutschland in kür­zester Zeit zwei Millionen Arbeitslose wieder in den Arbeitsprozeß bringen konnte, daß die Aktien zahlreicher deutscher Jndustriewerke steigende Ten­denz haben und daß sich damit auch für den siw­afrikanischen Handel wieder neue Aussichten eröff­nen. Das ist ein Argument, dem sich auch der hart- | gesottene Geschäftsmann nicht wird entziehen wollen.

Rauhnächte zeigten damals ihre dämonische Macht wie nie zuvor. Sie zeigten sie aber, wie diese kleine Zusammenstellung beweist, so auffällig oft, daß man sehr wohl versteht, warum unser Volk gerade in den Weihnachtswochen seit Urzeiten an eine Entfesselung der Naturgewalten glaubt und den Sturmgöttern im tiefsten Gefühl von Naturverbundenheit das Fest der Wintersonnenwende weihte.

Kälte, die um keine andere Zeit des Jahres häufiger sind als in den Rauhnächten. Da steht allen diesen Wettererlebnissen voran der härteste Winter des ge­samten Jahrtausends, nämlich jener des Jahres 1739 40. Er begann bereits am 24 Oktober, und die Schneefälle dauerten bis in den Juni. Seine wü­tendste Zeit aber war gerade die Weihnachtswoche, in der ein 30gräbiger Frost einsetzte, der mehr als zwanzig Tage hindurch währte. Sonst ist gewöhnlich nicht der Weihnachtstag, sondern der Silvestertag das Signal der großen Kälte Es ist die Regel, daß die tiefsten Temperaturen des Jahres von der Sil­vesternacht bis zum 20 Januar dauern, der nach altem Herkommen das Schlimmste beendet In diese Spanne fällt dann auch die größte Kälte, die man in Mitteleuropa beobachtet hat. nämlich 37,5 Grad zu Bafel, während auf deutschem Boden die 36 bis 40 Grad Frost von Marggrabowa am 16 Januar 1893 auch im Schreckenswinter 1928'29 nicht Über­boten wurden Der kälteste aller deutschen Weih' nachtstage war der Heiligabend des Jahres 1876, an dem im sonst milden Hamburg das Thermometer auf 20 Grad fiel, in Danzig auf 24 Grad, noch in Berlin auf 17 Grad, in Petersburg freilich auf 38 Grab' Dazu ging ein eisiger Sturm, unb ge­rade vor bem Jahresende schlug alles um, der Frost verwandelte sich dermißen in Tauwetter, daß man am 20 Januar in Hamburg schon wieder 7.5 Grad Wärme hatte, in Hannover gar 11 Grad

Berüchtigt und gefürchtet sind denn auch die Weih- nachts und Neujahrsstürme an der Waterkant Das Mittelalter sprach jahrhundertelang von der verhee­renden Sturmflut am zweiten Weihnachtsfeiertag des Jahres 1277 und genau 440 Jahre später wie­derholte sie sich am gleichen Tag, dann wieder am 31 Dezember 1877 und am Tage vor Weihnachten 1894 Dieser Sturm war überhaupt der bedeutendste des ganzen Jahrhunderts und der Bevölkerung der Küste ebenso unvergeßlich, wie die des Silvestertages 1904 an der Ostsee Oder der Weihnachts-Schnee­sturm 1886 für ganz Deutschland, der wohl über­haupt der gewaltigste Schneefall war, den unsere Heimat jemals erlebt hat Er begann mit der Sonnenwende unb erreichte seinen Höhepunkt mit dem Heiligabend Ganz Mitteleuropa von Wien bis Frankreich, von der Nordsee bis in die Südalpen, zu fammen 400 000 Ouadratkilometer war unter Schnee begraben Am tiefsten verschneit waren Niederöster- reich, Böhmen und Sachsen Man hat berechnet, daß auf Deutschland damals in vier Tagen 240 000 Mil­lionen Zentner Schnee nieberfielen Alle Eisenbahn züge blieben stecken, Tausende von Menschen, die das Fest bei ihren Lieben verbringen wollten, muh­ten am Weihnachtsabend frierend auf freiem Felde in den ftcrfenaebliebenen Zügen kampieren Die

SlidMa: Stärtung des toomalbeutfdjlw 23on unserem £ «Berichterstatter.

Seltsames Reujahrswetter.

von Dr. Francs

Es steckt ein tiefer Sinn darin, daß das Weih- nachts- und Neujahrsfest gerade mit der wichtigsten klimatischen. Wende zusammenfällt Im altgermani- schen Glauben legte man den heiligen Rauhnächten, welche genau mit der Zeit der Wintersonnenwende jinb der Neujahrszeit Übereinstimmen, eine noch größere Bedeutung bei, als heute diese geheiligte Zeitspanne für unser Empfinden hat, und man war wohl beraten dabei Denn in der Wetterchronik des gesamten Jahres gibt es keine Frist, in der sich mehr Ereignisse zusammendrängen als zwischen bem 21 Dezember unb 2 Januar Die Klimakunde läßt den eigentlichen Winter mit dem Anfangstag dieser Periode beginnen, aber das hat nur astronomische Bedeutung Der wirkliche Winter beginnt, wie da- oucy die Praxis des Lebens längst angenommen har. mit dem 1 Dezember Dementsprechend fällt auch der erste Schnee nicht gerade zu Weihnachten, sonde-n schon um die Dezemberwende wenn das Jahr normal ist In Berlin wurde in hundert Jahren nur viermal Weihnachten als das Datum des ersten Schnees datiert Die ersten Schneeflocken wirbeln gewöhnlich ichon wochenlang früher, oft genug be­reits im November, sogar ichon Ende Oktober, ohne daß man das für Außergewöhnliches halten mußte

Außerordentlich und dennoch nicht allzu selten ist aber schönes Herbstwetter noch in den Tagen der Wintersonnenwende Gerade vor hundert Jahren war eine solche w'nderbare Weihnachtszeit voll Sonnenschein unb Laben Lüften In Heilbronn :n Württemberg pflückte man damals frische Garten­blumen am Heiligabend unb am Weihnachlsfeiertage erging man sich auf der Schneekoppe im Riesen- gebirge bei 10 Grab Wärme im Schatten wie in einem Sommertag Noch wunderbarer aber war die Weihnachtszeit im Jahre 1868 Da melden die Auf­zeichnungen, daß in Oesterreich zu Weihnachten Schmetterlinge gefangen wurden, die Primeln blüh­ten, Birkenkätzchen in lauer Luft spielten und daß in Steiermark am Neujahrstag 1869 die Rosen blüh­ten Wenn uns also alte Kirchenchroniken von solchen Dingen erzählen, wie etwa, daß man anno domini 1289 am Christtag in den Flüssen badete und daß da die Obstbäume blühten, ober daß man 1538 zu Neujahr mit Kornblumenkränzen auf dem Haupt zur Kirche ging, so mag das nicht eitel Fabelei sein, Ion- dem eben wirklich eine Wetterbesonderheit, wie sie hin unb wieder der Zeit der ..rauhen Nächte" eignet

Ebenso gut eignet wie ihr Gegensatz, der schreck­liche Sturm, der ärgste Schnee und die klingendste

Washington: DieWchrheil bricht sich Zahn

Don unserem H.W v.O -Berichterstatter.

Nachdruch, auch mit Quellenangabe, verboten! Neuyork, im Dezember 1933.

Die Machtentfaltung des Nationalsozialismus traf die USA insofern unerwartet, als ihre völlig inter­national eingestellte Presse alles Erdenkliche getan hatte, um dem amerikanischen Volke die Möglichkeit, daß Adolf Hitler jemals zur Macht gelangen könnte, als denkbar unwahrscheinlich hingestellt i;atte. Bei jeder deutschen Wahl in den letzten drei Jahren versicherten die Leitartikel einer frankophilenHe- rald Tribüne" oder derNewyork Times", trotz des überwältigenden Stimmenzuwachses der NSDAP, immer und immer wieder, daß die jeweilige Wahl nun aber ganz bestimmt den Höhepunkt derreak­tionären" Welle bedeute.

Als dann der 30. Januar mit seinem Über­wältigenden Siege des nationalen Gedankens kam, war zunächst guter R a t teuer, unb es dauerte tatsächlich 3 Wochen, bis diese Kreise ihren Operationsplan gegen den Nationalsozialismus ent­worfen hatten. Die Organisation des Weltboykotts deutscher Waren und die systematische Vergiftung der Weltmeinung gegen alles Deutsche haben ihren Ursprung und ihre Leitung in Neuyork. Aber wenn auch die Hetze heute noch mit unverminderter Kraft weitergeht, so Geginnt sich doch die Wahrheit über die deutsche nationalsozialistische Revolution und die führenden deutschen Männer Bahn zu brechen.

Der ausgesprochene Tatsachensinn des Amerika­ners erkannte, daß ein Boykott deutscher Waren für ihn ein sehr zweischneidiges Schwert

ist, weil Deutschland von den USA. doppelt soviel kauft rote umgekehrt. (Eine Tatsache, die auffallen* berweife vom Reiche bis heute noch nicht politisch ausgenutzt worden ist!) Er sieht, daß die Hetzmel- bungen seiner Presse in krassem Gegensatz stehen zu den Taten und dem Handeln des Führers. Und schleßlich ist es gerade die Wühlarbeit der inter­nationalen Kräfte, die vor keinem Schmutz und vor keiner Lüge zurückschreckt, welche ihm, der bisher völlig unter ihrer Bevormundung stand, die Augen über ihren Einfluß an den finanziellen und polt* tischen Zentren öffnet und vor ihm Probleme er­stehen laßt, deren Existenz er bisher nicht einmal ahnte. So ist es fein Wunder, wenn ehemalige Kriegsteilnehmer, nationalgefinnte Amerikaner, unb eine hellhörig geworbene Jugenb sich besonbers in ben gesunbbenkenben, lanbwirtschastlichen Bezirken zu Verbänben zusammenschließen, die die fortschrei­tende Internationalisierung der USA. mit erhöhter Sorge betrachten und Vorbereitungen treffen, um einer politischen Radikalisierung mit nationalen Waffen zu begegnen.

Die Zeit arbeitet langsam, aber jeber Amerika­ner, der sich einige Zeit in Deutschland aufgehalten hat, bringt überzeugende und meistens begeisterte Berichte über die wahre Lage in Deutschland nach Amerika heim, an denen sein Bekanntenkreis nicht gedankenlos vorbeigeht. Die offuieüen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA haben glück­licherweise durch den Hetzfeldzug keine Trübung er­litten, es ist ein offenes Geheimnis, daß Präsident Roosevelt dem Reichskanzler Hitler für feine Verdienste um die Neugestaltung Deutschlands volle Achtung zollt. Wenn er sich durch den Wust der Ent­stellungen und Schmähungen zu dieser Ueberzen- gung durchgerungen hat, dann ist die Hoffnung nicht verloren, daß ihm über kurz ober lang auch bas amerikanische Volk auf biefem Wege zur Wahr­heit folgt.

in ber sübwestasrikanischen gesetzgebenben Versamm­lung sich gegen die Vergewaltigungsmethoden unter dem Mandatssystem auflehnten, da wurde in den Kreisen, die die gewaltsame Einverleibung des Man­dats Südwest in die Südafrikanische Union betreiben, behauptet, nationalsozialistischeSendlinge" hätten die deutsche Bevölkerung ausgeputscht. Dabei übersah man geflissentlich, daß eine große Idee, eine welt­weite Mission, über Grenzpfähle unb Meere hin­weggehen kann, ohne eines physischen Trägers zu bebürfen Wäre es nicht so, wie wollte man bann die Tatsache erklären, daß selbst in nichtdeutschen Kreisen Südafrikas die Wiedergeburt Deutschlands in wechselndem Maße als ein nachahmens­wertes Beispiel angesehen-wird, damit auch hier den Freunden von Unkultur, Zersetzung und Korruption bas Hanbwerk gelegt werben kann!

Kürzlich kehrte ber Chef einer südafrikanischen Regierungsbehörde von einer längeren Reise nach Europa, die ihn auch nach Deutschland brachte, zu­rück. Er wollte auf eigene Faust die zahlreichen Geschichten nachprüfen, die in südafrikanischen Zei­tungen noch vor wenigen Monaten über die Ver­hältnisse in Deutschland veröffentlicht worden sind. Ich glaube feine Indiskretion zu begehen, wenn ich aus einem Privatbrief dieses Mannes einige Sätze

Die Deutschen aber, die hier festen Fuß gefaßt haben, nehmen eine angesehene Stellung ein. Sie spielen im politischen und sozialen Leben der Re­publik eine bedeutende Rolle. Eine strenge Schei­dung zwischen Reichsdeutschen, Oesterreichern, Bal- ten, Schweizern usw. wird hier freilich nicht durch­geführt. Als Deutsche gelten alle, die dem deutschen Kulturkreis entstammen, die deutsche Muttersprache reden und der Erinnerung an die Heimat die Treue gewahrt haben Selbstverständlich hat die nationale Wiedergeburt des Reiches unter den Deutschen Ar­gentiniens lebhafte Begeisterung und den Willen zu treuer Gefolgschaft wachge­rufen. Ueberall sind nationalsozialistische Zellen ent­standen, in fast allen deutschen Schulen weht neben ben schwarzweißroten Farben bas Hakenkreuzban­ner. DieDeutsche Volkskraft" ist als Hilfsorgani­sation von dem wohlhabenden Deutschtum für bie notleibenben Volksgenossen ins Leben gerufen roor- ben. Enblick pflegt ein beutsch-argentimsches Pfab- finberforps unter Achtung vor bem Gastlande den Geist des Dritten Reiches.

Die argentinische Regierung steht allen diesen Erscheinungen wohlwollend und freund­lich gegenüber. Unter ben Argentiniern spanischer Sprache haben seit ber nationalen Erhebung Deutsch- lanbs Iaschistische Strömungen immer mehr an Boben gewonnen, beren Haltung ganz positiv beutschfreundlich ist. Als bald nach bem Um­schwung in Deutschlanb auch in Buenos Aires die ©reuclpropaganba der politischen (Emigranten ein- setzte und mehrere Kinos deutschfeindliche Filme aufzuführen begannen, verlangten die argentinischen Faschisten zuerst deren Zurückziehung. Als ihrer Forderung nicht stattgegeben wurde, drangen sie mit Gewalt in die Kinotheater und zerstörten die Filmstreifen Seitdem werden keine antideutschen Hetzfilme mehr aufgeführt. Natürlich gibt es noch Kreise in Argentinien, die dem neuen Deutschland

Buenos-Aires: Freundschaft und Wohlwollen

Von unserem St -Berichterstatter.

Oer Zarewitsch/'

Aus der bekannten Operette von Lehar hat die Ufa einen grofjangelegten Spielfilm gemacht. Das Schwergewicht ist im Drehbuch von Georg Zoch von. Musikalischen auf die eigentliche Handlung über- gegangen. Das romantische Motiv ber hoffnungslosen Kronprinzenliebe zum kleinen Mäbchenaus bem Volke", berühmt geworben inAlt-Heibelberg", ist von ber beutschen Resibenz an ben russischen Zaren* hof verlegt, spielt alsbalb hinüber nach Nizza unb erhält in der bestrickend photographierten Mittel- meerlandschaft einen überaus malerischen und stim> mungsvollen Hintergrund. Dem Regisseur Viktor Janson haben erhebliche Mittel zur Repräsentation und Ausstattung des höfischen Spiels zur Verfügung gestanden, er hat auch die im Grunde sehr rührende unb ganz traurig ausklingenbe Liebesgeschichte durch eine Anzahl spielerischer Einfälle und heiterer Epi­soden erfreulich entlastet Hans S o h n k e r stellt sich in ber Rolle bes Zarewitsch zum erstenmal 'M Tonfilm vor: elegant, sympathisch, menschlich unb unkompliziert, ohne bie fatalen Allüren bes typischen Tenors, babei musikalisch recht irisch unb natürlich, ein wohlgelungenes Debüt Martha Eggerth, schlank, blond, hoher Sopran, gibt die Käthi-Rolle ber kleinen Journalistin Mary Collin mit angenehm sparsam verteilten Gefühlstönen, nur ganz zuletzt, in ber Abschiebsszene, wirb das weibliche Publikum nicht umhin können, sich bes Taschentüchelchens bis- tret zu bedienen Den Großfürsten gibt Paul D 11 o ehr nobel, gepflegt unb unaufbringlid) Georg Alexander hat in der Rolle des Fürsten Symoff nicht viel zu spielen Wall bürg, dick und ge- schäftig, macht einen komisch aufgeregten Hofmar­schall . (Bülftorff gibt einen unangenehmen und heute hoffentlich schon ausgeftorbenen Typus von Journalisten, der auch im Film recht bald verschwin- den sollte Ansonsten: die Damen Ida Wüst und Ery B o s , die Herren Pointner und Heide- mann, dazu der kleine Hans Joachim Schau- f u ß bem das Filmen offenbar großen Spaß macht Der Zarewitsch" steht im Mittelpunkt des Silvester-Programms im Lichtspielhaus, da- zu sieht man eine funkelnagelneue Wochenschau,

Argentinien einen guten Freund. Auch während des Weltkrieges hat diese große südamerikanische Republik, damals unter seinem Präsidenten Jri* goyen, dem Drängen der Entente nicht nachgegeben und Neutralität bewahrt. Kein Deutscher, ber hier ansässig war, hat Vermögenskonfiskationen ober anbere Nachteile zu erleiben gehabt. Die trabitio- nell beutfchfreunbliche Haltung Argentiniens tragt jetzt auch für bas Dritte Reich ihre Fruchte.

Mann ist, ben der Himmel gesandt hat, um fein Volk zu retten. Die Solidarität, die ich überall feftftellen konnte, muß notwendigerweise von größ­tem Gewicht fein."

Diese Stimme steht nicht vereinzelt da. Man kann sie in Windhuk so gut hören wie in Pretoria oder Johannesburg. Unb da, wo es an persönlicher (Ein*

Oodifcbulnotb richten

Professor Dr. Carl Otto von Eicken, Direk­tor der Berliner Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke, begeht am 31 Dezember seinen 6 0. Geburtstag. Eicken begann seine akademische Laufbahn als Assistent von Cerny in Heidelberg, spezialisierte sich bann in Freiburg und Basel, und wurde 1910 aus den Gießener laryn- gologischen Lehrstuhl berufen, den er bis zum Jahre 1922 innehatte. Seit 1922 wirkt Pros, von Eicken als Nachfolger von Prof. K i 11 i a n in Ber­lin; die dortige Medizinische Gesellschaft ernannte ihn, wie kürzlich gemeldet, zu ihrem Vorsitzenden.

Der bedeutende Internist der Universität Berlin, früher langjähriger Leiter der ersten Medizinischen Klinik der Charitö, Geh. Medizinalrat Dr. Wilhelm His beging dieser Tage seinen 7 0. (Schutts» t a g. His wurde m Basel geboren, studierte in Genf, Bern und Straßburg, wurde 1895 in Leipzig außerordentlicher Professor, 1902 Direktor der Me­dizinischen Klinik in Basel 1906 kam er nach (Böt­tingen als Direktor der dortigen Medizinischen Kli­nik, und seit 1907 leitete er die erste Medizinische Klinik der Berliner Charits als Nachfolger von Leydens His' medizinische Forschungen lagen vor allem auf dem Gebiet der Herzkrankheiten, der Ge» lenkerkrankungen, der Tuberkulosebekämpfung, der Radiumbestrahlung und der Kropfbehimdlung.

Das subtropische Kapland feiert Weihnachten un­ter dem importierten Mistelzweig. Es ist keine deut­sche Weihnacht, und alles, was hier deutsch denkt und fühlt, ist um diese Zeit bes Jahres in Gebau­ten in ber alten Heimat, stärker noch als sonst. Der Christbaum im Lichterglanz, Felber unb Berge in eine bichte Schneebecke gehüllt, bas ist bas Bilb, das den in der Fremde lebenden Ausländsdeutschen auch innerlich fest mit der Urscholle verbindet. Wäh­rend aber in früheren Jahren uns draußen an solchen Tagen des Gedenkens und der Besinnung stets Sorge unb Bekümmernis ob unserer gequälten Heimat beschlich, ist Weihnachten biesmal für alle Kreise bes hier vertretenen Deutschtums ein Fest der Freude Der Alpdruck eines schon bedrohlich ausgeprägten Minderwertigkeitskomplexes weicht, das Selbstbewutztsein ist wieder erwacht, und d e r Glaube an bie eigene Krast ist zurück- gekehrt. Wir Afrika-Deutsche, die wir gern und vor­nehmlich in englischen Klubs verkehrten, ohne uns unserer Zusammengehörigkeit bewußt gewesen zu sein, haben endlich das Gefühl verloren, im inter­nationalen Kreise als einequantite negligeable betrachtet zu werden Nicht nur die Briefe und Zei­tungen aus der Heimat, nicht nur der bedeutend respektvollere Ton der englisch und holländisch ge­schriebenen Blätter, sondern auch das Auftreten der übrigen Europäer und Afrikaner beweißt es: das Deutsche Reich ist wieder ein Faktor ge­worden, mit dem d i e Welt rechnen muß.

Als vor einigen Monaten die deutschen Vertreter

Die Wett uni) das neue Deutschland.

Eine außenpolitische Jahresbilanz in Berichten unserer Korrespondenten