Ausgabe 
30.8.1933 Frühausgabe
 
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Kr.202 KvühauSsave

185. Jahrgang

Mittwoch, 30. August MZ

(Er|d)eint lägltct), autza Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Oüuftnert» Gietzener FamUienblätlei Heimat im Bild Die Schall, monat$»Beiug$pret$:

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfÜrdenAn- zeigenteil i.V. Th.Kümmel sämtlich in Bietzen.

Das endgültige Programm des Aeichsparteilags.

Nürnberg, 28. Aug. (TU.) Die NSK. ver­öffentlicht nunmehr das endgültige Programm über den Reichsparteitag 1933 in Nürnberg. Es sieht u. a. folgendes vor:

Mittwoch, 30. August 1933.

20 bis 20.30 Uhr: Einläuten des Reichspartei­tages durch alle Kirchenglocken Nürnbergs. 20.30 Uhr: Empfang des Führers und der Spitzen der Partei und des Staates durch die Stadtverwaltung im Rathaussaal. 1. Fanfaren. 2. Wach auf, du deutsches Land!" (Kinderchor). 3. Begrüßung durch Oberbürgermeister Liebel. 4. Ant­wort des Führers. 5. Ausklang. 20 bis 22 Uhr: Standkonzerte in Nürnberg und Fürth. Der Rundfunk überträgt 20.20 bis 21 Uhr über alle Sender; 21 bis 22 Uhr über Deutschlandsender Standkonzert.

Donnerstag, 31. August.

Beginn der Sondcrtagungen. 18 Uhr Hitler­jugend (Hotel Deutscher Hof, großer Saal). 19 Uhr Presse (Kulturvereinshaus, Westsaal). Propaganda (Kulturvereinshaus, Zimmer 5). Juristen (Rathaus Burgstraßc 4, großer Saal). Acrzte «Kulturvereinshaus, Zimmer 4 und 5). Landwirte (Kulturvereinshaus, Weinzimmer). Lehrer (Kulturvereinshaus, Zimmer 2). NSBO. (Hotel Deutscher Hof, kleiner Saal). Kriegsopfer (Kulturvereinshaus, Goldener Saal). Kommunalpolitik (Rathaus, Sitzungs­saal). Ständischer Aufbau (Hotel Deutscher Hof, Baumgärtncrzimmer). Architekten und Ingenieure (Kulturvereinshaus, Musikzim- mer). Abteilung für Deutsche im Ausland (Rathaus, Prunksaal). Studenten (Hotel Deut­scher Hof, Zimmer 1 und 2). 20 Uhr: Schulung (Hotel Deutscher Hof, großer Saal). 2022 Uhr: Standkonzcrte der SA.-Kapellen. Der Rundfunk überträgt: 2022 Uhr u. a. über die Sender-Gruppe Deutschlandsender, Frank­furt, Stuttgart: Standkonzerte.

Freitag,!. September.

10 Uhr: Großer Parteikongrcß in der Festhalle. 1. Vorspiel und Niederländisches Dankgebet, auögeführt von dem Neichs-Sym- phonieorchester. 2. Fanfarcnsignal. 3. Eröff­nung durch den Stellvertreter des Führers Rudolf Heß. 4. Begrüßung durch den Nürnberger Gauleiter Pg. Streicher. 5. Verlesung der Proklamation des Füh­rers; Sprecher: Pg. Adolf Wagner. 6. Vorträge. 17 Uhr: Kulturtagung im Kul- turvereinshnuS. Es spricht: der Füh­rer. 19 Uhr: Festaufführung im Opern­haus:Die Meistersinger von Nürnberg". Der Rundfunk überträgt über alle Sen­der: 16 bis 16.30 Uhr: Funkbericht vom Hauptbahnof über die Ankunft der Züge. 17 Uhr: Rede des Führers auf der Kul­turtagung. 19 Uhr: Funkbericht von der Eröffnung des Parteikongresscs mit Uebcr- tragung der Proklamation des Führers. An­schließend Funkbericht vom Besuch des Füh­rers im Waldlagcr der Hitler-Jugend am Valzner Weiher.

Samstag, 2. September.

10 Uhr: Amtswalterappell auf der Zcppelinwiese: 1. Fanfarenmarsch, 2. Fahncn- aufmarsch, 3.Ansprache des Führers, 4.Deutsch­landlied, 5. Dr. Ley spricht, Totenehrung, Appell zum weiteren Kampf, Horst-Wesscl-Lted, 6. der Führer verläßt die Zeppelinwiese, 7. Fahnenabmarsch.

14 Uhr: Kundgeb.ung der H rt le r- Ju­gend im Stadion. .

14 bis 15 Uhr: Einmarsch, 15 Uhr: Erschei­nen des Führers: 1. Badenweiler Marsch, 2. Baldur von Schirach spricht, 3. Rede des Führers, 4. der Führer schreitet und fährt die Front der ausgestellten Hitler-Ju­gend ab, 5. Schwimmspiele, Festreigen und Tänze.

20 Uhr: V o l k s f e st auf dem Festgcläude, Riese nfcuerwerk und Monstre-Konzert.

Ter 9! u n d f u n k überträgt über alle Sender: 14.50 Uhr: Funkbericht vom Ein­marsch der Hitler-Jugend und der Kundgebung im Nürnberger Stadion mit Uebcrtragung der Rede des Führers und des Neichsjugend- führers. 20 Uhr: Funkbericht vom Amtswal- tcrappcll auf der Zcppelinwiese. 20.20 Uhr bis 21.30 Uhr: Volksfest in Nürnberg, Szenen vom Leben und Treiben auf dem Festgeländc.

Sonntag, 3. September

4.30 Uhr: Abmarsch der SA. einschließlich Stahl­helm und SS. aus den Quartieren. Bis 7 Uhr SA-Aufmarsch im LuitpoldH a i n. 7 bis 745 Uhr: Oeffnuna der Tribünen. 8 Uhr: E r- scheinen des Führers. Fahnenausmarsch, Gefallenenehrung am Mahnmal (Gedachtmshalle), Rede des Führers. Standartenubergabe. Ab 11 Uhr: Abmarsch. 12 Uhr: Beginn des Vorbei­marsches vor dem Füh r er am ^dolf-Hitler- Platz. Es spielen die drei besten SA.-Kapellen Deutsch­lands. 18 Uhr: Großer Parteikongreß m der «est- halle. Rede des Führers Der Rundfunk überträgt über alle Sender: 11 b,s 16.35 Uhr. Militärmusik, Arbeiter- und Marschlteder der SA., Funkberichte vom Aufmarsch und Vorbelmarsch der SA. vor dem Führer. 18 Uhr: "der alle ^nder Rede des Führers vor dem Großen Partei kongreß.

Die Ostland-Treuefahrer im deutschen Danzig.

Reichsminister Goebbels überbringt denDanzigern dieGrüßederGendboiendesneuenReichs.

Danzig, 29. Aug. (TU.) Tie Ostlandtreue- ahrt der deutschen Kraftfahrer fand am Diens­tag im festlich geschmückten Danzig ihren Ab­schluß. Auf dem von Tausenden umsäumten Wicbenwall fuhren rund 1000 Kraftfahrzeuge auf. Rcichspropaganüaminister Dr. Goeb­bels wurde auf Danziger Boden von Gau­leiter StaatSrat Forster und Stadtverordneten vorsteher Eggert begrüßt. Tas Eintreffen der Kraftfahrzeuge verzögerte sich durch das Ucber- setzcn mit Fähren über die Weichsel, so daß die Kundgebung erst nach 17 Uhr beginnen konnte. Unter stürmischen Heilrufen erschien Minister Goebbels mit den Vertretern der Danziger Negierung am Wiebenwall.

Senatsvizeprasidenk Greiser hieß die Gäste aus dem Reiche und besonders Dr. Goebbels, dem es zu danken sei, daß die Ostland-Trcuefahrcr auch nach Danzig gekom­men seien, herzlich willkommen. Durch diese Ostlandfahrt habe das Reich bewußt den Bick nach dem Osten gewandt. Danzig wolle eine Politik des Friedens. Es werde aber niemals seine ihm verbrieften Rechte preisgeben. So wie wir die Wesensart eines anderen Volkes achten, so verlan­gen wir auch, daß man uns in glei­chem Maße die Achtung bezeugt. Dan­zig ist deutscher Boden, Danzig hat deutsche Kultur, die ihm niemals entris­sen werden kann. Der Nationalsozialismus ist bereits ein Begriff des deutschen Willens, ein Begriff der Welt geworden. Die Danziger Bevölkerung ist bereit, treu zum Reiche zu halten, bis dereinst die Stunde der Befreiung dieses deutschen Landes schlagen wird.

Reichsmimster Dr. Goebbels dankte für den herzlichen Empfang und führte weiter aus: Wir sind die Sendboten des Reiches und freuen uns über die Sympa­thien der Danziger Bevölkerung, die der deut­schen Nation gelten. Vor aller Welt bekunden wir, daß D a n z i g deutsch i st und ewig deutsch bleiben will. Wir sind zum Ostraum gefahren in dem festen Willen, vor unseren Brüdern und der Welt zu zeigen, daß uns alle eine Idee, ein Glaube, ein Reich und eine Heimat umgibt. Wenn vergangene Negierungen das sagten, so ent­sprach das in Wirklichkeit nicht den Tatsachen. Sic betrachteten Ostpreußen als eine Insel. Die heutige Negierung sieht das Volk als Ge­samtheit an. Heute kann man wieder mit Ach­tung und Bewunderung zum Reich aufblicken, heute dienen alle einer großen Volksidee, einer Einheit. , , t

Die Sendboten der Ostlandtreuesahrt sind das Symbol des einige« Reichs- gedankcus, um Kunde zu geben, daß Deutschland wieder zu neuem Leben er­wacht ist. Wir sind nicht gekommen, um zum Krieg zu Hetzen. Wir wollen den Frieden, aber wir verlangen auch, daß mau Respekt vor der Eigenart des Deutschen Reiches bezeugt.

Noch immer grassieren die Lügen und Greuelpropa- ganda des internationalen Judentums. Dagegen muß sich das Reich mit aller Macht zur Wehr setzen. Wir wollen oon anderen Völkern nicht verlangen, daß sie uns lieben, wir können aber von ihnen verlangen, daß sie Achtung haben vor der nüchternen Sachlichkeit, um der schweren Not der Nachkriegszeit Herr zu werden. .

Zwei Millionen Menschen-sind wieder zu den Ma- schinen und auch auf den Kontorschemel gesetzt, ganze Provinzen befreit oon der Geißel der Arbeitslosigkeit, die Parteien des internatl. Marxismus zerschmet­tert, zu Boden geworfen, und das ganze Volk wieder erfüllt von Glauben und Hin» q a b e an die neue Staatsführung. Das find die Zei­chen unserer sechs Monate Regierungszelt. Stehe ein Volk der Welt auf und stelle dem auch nur etwas Gleiches zur Seite, und wir geben 'hm das Recht, Deutschland und die junge Regierung Deutschlands au kritisieren! Heute können wir uns wieder mit Recht auf das Reich berufen, wir haben das große

Gefühl der Genugtuung, wieder Glieder eines geeinten Volkes zu fein. Sie mögen Reden auf ihren internationalen Konferenzen führen, es sind Gradesgesänge, die politisch nicht mehr ver­nommen werden. Sie repräsentieren eine Welt, die dahin ist und niemals mehr wieder- kommen wird. So kann ich Ihnen in Danzig mit Stolz die Grüße des geeinten deutschen Volkes über­bringen, die Grüße der Heimat, die Euch nie ver­gißt und deshalb auch von Euch fordern kann, daß auch Ihr sie nie vergesset.

Berlin, 29. Ülug. (TU.) DasBerliner Tage­blatt" veröffentlicht eine Unterredung, die Reichs- bankpräfident Dr. S ch a ch t dem Berlineer Vertreter des Amsterdamer Allgemeen handelsblad gewährt hat. Dr. Schacht erklärte u. a.: Internationale Verbindungen werden gegenwärtig von uns n i ch t g e f u ch t. In früheren Jahren haben wir auf diefen Gebieten z u viel unternommen. Deuffchland rechnet in keiner Hinsicht mehr auf in­ternationale Finanzhilfe der früheren Art. Die ehedem geübte Geschästspraxis Deutschlands, für den enormen Zinssatz zu 8 v. h. zu leihen, wäh­rend in allen übrigen Ländern nur ein Zinssatz von 4 v. h. üblich war, beweist, daß diese internationale Finanz-hilfe" nicht auf einer gesunden Basis beruhte, wir denken nicht daran, derartige Methoden mitzumachen, gegen die ich mich bekannt­lich von jeher entschieden gewandt habe. Kapital muß gespart und durch Arbeit ver­dient, aber nicht geliehen werden. Leih­kapital kann nur in verhältnismäßig kleinen Mengen nützlich verwandt werden.

Zur Valutafrage erklärte Dr. Schacht: Es ist all­gemein bekannt, daß ich Anhänger des Gold- standards bin. Deutschland hat nicht nötig, die Goldparität aufzugeben und im übrigen wäre dies auch aus innerpolitischen Erwägungen nicht er-

Leipzig, 29. Aug. (TU.) 25 000 Menschen füllten am Dienstagnachmittag die Messehalle VII, als Pg. Schmidt-Wiesbaden den 1. Generalappell des deutschen Handwerks er­öffnete und neben den zahlreichen Berufsge­nossen aus allen Richtungen die Ehrengäste, darunter den sächsischen Wirtschaftsminister Pg. Lenk und Oberbürgermeister Dr. Goerdeler begrüßte.

Pg. Karl Z e l e n y - Berlin, der Vizepräsi­dent des Reichsstandes des Deutschen Hand­werks, sprach überDes deutschen Handwerks neuer Geist". Ter Redner wies dabei auf die tiefen inneren Zusammenhänge zwi­schen der Tradition des Handwerks und der Idee des deutschen Nationalsozialismus hin. Das nationalsozialistische Parteiprogramm hebe besonders Wert und Bedeutung des deutschen Handwerks hervor. Tie letzten schweren Jahre, die das deutsche Handwerk in seinen Grund­festen erschüttert hätten, zwängen uns, das Handwerk auf neue Grundlage zu stellen unter Anknüpfung an die uralte Form der Gilden, Zünfte und Innungen und ihre bewährten Traditionen. Denn d i e Zeit für eine ständische Um- und 9teuord - nung sei gekommen. Die Innung werde im neuen nationalsozialistischen Reich d i e Form des Handwerks sein.

Der Geschäftsführer des Reichsausschusses für das Ausstcllungs- und Messewesen Pg.

Reichsminister Dr. Goebbels schloß mit einem dreifachen von den jubelnden Massen begeistert an­genommenen Sieg-Heil^mf die deutsche Heimat, auf das deutsche, völkisch untrennbar mit dem ganzen Volk verbundene Danzig und auf den deutschen Füh» rer Adolf Hitler. Dr. Goebbels hat dann im Flug- zeug die Rückreise nach Berlin angetreten. Ein Teil etwa 400 Kraftfahrzeuge trat ebenfalls un­mittelbar darauf die Heimreise an. Etwa 600 Fahr­zeuge bleiben noch in Danzig.

wünscht. Die Valuta-Dumpingpolitlk der Engländer und Amerikaner, durch die auch die Skan­dinavier und die Japaner mitgefchleppt wurden, be­wirkt zwar eine momentane Ausfuhr sl ei- gerung, aber sie kann über kurz oder lang d i e Anspannung der Löhne und Preise nicht verhindern. Für mich besteht kein Zwei- fei darüber, daß die Dumpingländer, vor allem Eng­land und Amerika, die augenblicklichen wirtschaft­lichen Vorteile später durch Lohnkämpfe kompensieren müssen.

Zum Schluß weist Dr. Schacht daraus hin, daß auf der Londoner Meltwirtschaftskonferenz festgestellt wurde, daß auf Abdeckung der deutschen Schulden nur dann gerechnet werden kann, wenn die Welt deutsche Waren ab­nimmt. Falls im Ausland Stimmen laut werden, die die Verwendung der rückständigen Schulden, die wir im Augenblick nicht transferieren können, zu neuen Kapitalinvestitionen im Reich Empfehlen, muß hierzu mit allem Nachdruck erwidert werden, daß hiervon absolut keine Rede sein kann. Die Fehler, die Deutschland von 1924 bis 1930 durch die Aufnahme überflüssigen ausländischen Kapitals ge­macht hat, werden bestimmt nicht wieder­holt werden.

Th c i l i g, betonte den erfreulichen Umstand, daß das Handwerk also gerade der durch das System besonders zerrüttete Teil des Mittel­standes auf der ersten Braunen Messe be­sonders zur Geltung komme und in den Vordergrund der Betrachtungen gestellt werde. Dafür danke er den Veranstaltern, be­sonders der Gewerbckammer Leipzig und dem Messeamt Leipzig. Eine Messe sei ja gerade der Ort, wo sich Qualitätsarbeit, wie sic das Handwerk liefere, am besten durch (Gegenüberstellung hervorheben könne.

Selbsthilfeorganifation des Gesamt« verbandest Deutscher Handwerker.

Berlin, 29. Aug. (CNB.) Die NS.-Hago gibt bekannt, daß nach der erfolgten Umorganifa- tion des Kampfbundes des gewerb­lichen Mittelstandes die Selbsthilfeorgani­sationen des Gesamtverbandes Deutscher Handwer­ker, Kaufleute und Gewerbetreibende (GHG.) ge­schaffen worden ist. Die Selbsthilfeorganisation hat die Aufgabe, Mitgliedern der NS.-Hago und des GHG., die unverschuldet in Not geraten sind, Darlehen zu gewähren, um ihnen d i e Weiter führung ihresBetriebeszu er­möglichen. Der Selbsthilfefonds wird aus Mit- gliedsbeiträgen gebildet. Es werden pro Mitglied monatlich zehn Pf. für diesen Zweck abgesondert.

Deutsche Selbsthilfe.

Re chsbankpräsideni Schacht lehnt das internationale Pumpsystem auf unsolider Grundlage ab.

Erster Gennaiappelk des deutschen Handwerks ans der Leipziger Messe.

WelcheZugaben bleiben zulässig?

Berlin, 29.Aug. (VdZ.) Mit dem 1.Sep­tember d. I. tritt das Zugabeverbot in Kraft. Verboten ist aber nur beim Verkauf einer Ware die Zugabe einer anderen Ware, die gleichfalls Gebrauchs­wert besitzt, also etwa die Zugabe von Por­zellan zu Kaffee. Zulässig bleibt die Zu­gabe von geringwertigen Gegenständen mit deutlich sichtbarem R e kl a m e a u s d r u ck, ferner der Bar- und Mengenrabatt. Beim Mengenrabatt muß aber, wie das Reichswirtschaftsministerium tn einem Gut­achten festgestellt hat, die zugegebene Ware mit der gekauften absolut identisch fein.

Ferner ist in den Uebergangsvorschriften vorgesehen, daß eingeleitcte ^Uabegeichaste noch zwischen dem 31. August 1933 und dem 1. Januar 1984 abgewickclt werden dür­fen. Das bezieht sich, wie der ReichErt- schaftsminister mit dem ReichsiustizmiNister

vereinbart hat, auch auf die Gutschein­packungen. Da der Fabrikant gar nicht in der Lage ist, festzustellen, wo sich die von ihm verausgabten Packungen mit Gutscheinen be­finden, so wird es als zulässig erachtet, day die vor dem 1. September vom Fabrikanten in den Handel gebrachten Packungen mit Gut­scheinen über Waren anderer Art als in der Packung enthalten sind, vom Händler noch bis zum 31. Dezember weiter ver­kauft und die Gutscheine vom Fabrikanten eingelöst werden dürfen. Vom 1. Januar 1934 an dürfen aber Packungen mit Gutscheinen nicht mher weiter verkauft werden. Die E i n= lösung der Gutscheine ist zwar auch nach dem 31. Dezember noch zulässig, sie darf aber nur noch in bar erfolgen.

Selbstverständlich wird die Durchführung des Zugabeverbotes noch mancherlei Schwie­rigkeiten zutage fördern. So wird es im Ein­zelfall nicht immer leicht sein, zu entscheiden, ob ein Zugabegegenstand nur Reklame­

charakter oder nur geringen Wert besitzt. Für den vorläufig noch allgemein zu­lässigen Rabatt in Form von Bargeld oder von Zugabe bestimmter Mengen von Waren gleicher Art und gleichen Wertes wie der ge- kauslcn, ist übrigens noch eine Sondcrreg- lung beabsichtigt, die aber in ihren Einzel­heiten noch nicht feststeht.

Oer erste Musterkeller für Lustschuh in Berlin.

Berlin, 29. Aug. (ERB.) Der erste Mustcrkeller für Luftschutz in Berlin ist heute nachmittag im Hause Potsdamer Straße 104, Ecke Kurfürstenstraße, eröffnet worden. Das Haus ist durch große Pfeile kennt­lich gemacht, die nach dem Eingang des Kellers weisen. Vor dem Schutzraum selbst befindet sich ein Vor raum, die sogenannte Schleuse, in dem alle Personen, die in den Keller flüchten wollen, ihre Kleider wechseln muffen, damit die in dem Schutz-