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30.8.1933 Erstes Blatt
 
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Hr. 202 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Mittwoch, 50. August 1955

Eriche,ni tögltd), autz« Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblättei » Heimat im Bild Die Scholl»

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General-Anzeiger für Oberheffen

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Dr. Frredr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein unöfür denAn- zeigenteil t.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen.

Der Nürnberger Parteitag.

Eine Entwicklung.

Don Gras Ernst zu l^eventlow, MdR.

Mit dem Wort und Begriff: Entwicklung, wird viel gedankenloser Mißbrauch getrieben. 3m sogenannten parlamentarischen Leben Deutsch­lands war es für schuldbewußte Parteien gerade­zu ein Brauch geworden, das schlechte politische Gewissen mit der Entschuldigung zu bemänteln: Gewiß, das wäre besser gewesen, aber so ist nun einmal die Entwicklung! Sie alle waren ent­wicklungslos, Entwicklung war ihnen etwas Feindseliges und Unheimliches; kein Wunder! Für den Nürnberger Triumphtag der national­sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei von Ent­wicklung zu sprechen, bedeutet freilich keine Ba­nalität.

Entwickeln kann sich nur etwas, wasgewickelt" vorher vorhanden war. Wenn ein einziger Mann in dreizehnjährigem Kampf die Deutschen, nach Jahrhunderten vergeblicher Bemühungen und Kämpfe, auf geradem Wege in lawinenartigem Wachsen, ohne sich je beirren zu lassen, dem gro­ßen Endziel: ein wirkliches Volk zu wer­den. entgegenführt, so ist das Tlrteil nicht über­trieben, sondern nüchtern und sachlich: Dieser Mann hat entwickelt, was in den Deut­schen lag und was vor ihm noch niemand hat entwickeln können; und er ist sich von Anfang seiner Laufbahn an des Endersolges immer in­tuitiv sicher geblieben. Nicht umsonst hat Adolf Hitler in seinen Reden seit 3ahr und Tag die Tugend der Beharrlichkeit immer wieder mit stärkstem Nachdruck betont. Die Beharrlich­keit. die nicht mit Terminen rechnet das zu tun war der verhängnisvolle Fehler in den Zei­ten des deutschen U-Bootkricges, sondern eben das Ziel verfolgt, ohne sich darum zu küm­mern, in welchem Augenblick es erreicht sein werde. Die Beharrlichkeit aber hatte als Ergän­zung jene einzigartige persönliche *21 n- ziehungs- und Einfluhkraft Adolf Hitlers auf die Menschen der verschiedensten Art und Schichten. Tlnd dieses nicht zum we­nigsten war diejenige Kraft, welche befruchtete ustd entwickelte, antrieb und führte und auch das höchstgefetzte Ziel als unbedingt sicher, und jedes Opfer als selbstverständlich erscheinen lieh. Das alles beweist die Geschichte der Partei auf je­dem Blatt.

Don Adolf Stöcker, der ein großer Redner und ein tapferer Mann war. sagte Bismarck: seine rednerischen Erfolge zerflatterten ihm. weil er nicht die Gabe habe, sie organisatorisch zu be­festigen; ein Wort, das sich voll bestätigt hat. Adolf Hitler zeigte von Anfang an die sehr seltene Bereinigung der rednerischen und organisatorischen Gabe und dazu die Fähigkeit, organisatorische Talente und Wil­len zu sammeln, an die richtigen Plätze zu stellen, ihnen die Generalrichtung zu weisen, im Einzel­nen freie Hand zu lassen, sie verantwortlich zu halten. Organisation in ihrer Vollendung bedeutet aber lebendige Entwicklung, nämlich Organismus. Gewiß hat es auch andere gewaltige und glän- zeirde Organisationen gegeben, aber sie verloren oie Seele wenn anders sie eine hatten, hat­ten noch eine Zeit lang Leerlauf und brachen dann zusammen. Die Seele der nationalsozialistischen Bewegung dagegen ist immerlebensstärker geworden und schickt sich an. zur Seele des gan­zen deutschen Volkes zu werden; ein Vorgang, eine wahrhafte Entwicklung, wie Deutschland sie noch nie sah, weder in der Reformation, noch 1870 71. And die große technisch musterhaft or­ganisierte Bewegung des internationalen Sozialismus ist letzten Endes an der deut­schen Seele gescheitert, die Hitler gesam­melt. geweckt und geführt hat im Zeichen des na­tiv n a l e n Sozialismus. An der Spitze von einer handvoll Menschen verkündete er: Nieder mit den Novemberverbrechern! Heute hat er dieses Wort eingelöst; ohne daß Adolf Hitler und seine Be­wegung sich im mindesten darüber unklar wären, daß dieser zerschmetternde Sieg, um zum ruhigen gesicherten Dauerzustand zu werden, der Gewin­nung der Seele des ganzen deutschen Volkes für den nationalsozialistischen Gedanken bedars. Der vernichtende Schlag aber durch die Machtmittel des neuen Staates hat die Bahn für die lebendige Entwicklung und die in ihr liegende Eignung der deutschen Seele durch den nationalsozialistischen Gedanken freigemacht.

Der größte Triumph des lebendigen Entwick­lungsgedankens und seiner deshalb unwidersteh­lichen Kraft bleibt die Legalität des na­tionalsozialistischen Weges zur Macht, die seit 1925 unverbrüchlich und klar überlegt innegehalten worden ist. Die Geschichte zeigt als eine beinah immer wiederkehrende Er­scheinung, daß vor Revolutionen die bisherigen Inhaber der Macht eine merkwürdige Blindheit für die ihnen drohende Gefahr bewähren: wenn Adolf Hitler immer wieder erklärte und in Leip­zig beeidete, daß er nur mit legalen Mit­te l n kämpfe und weiter zu kämpfen entschlossen 'sei, so glaubten ihm die politischen Gegner ge­rade dieses nicht und schnüffelten um so eifriger nach illegalen Akten und Vorbereitungen Sie be­griffen nicht die Größe, ja Unwiderstehlichkeit der legalen Gefahr durch den Nationalsozialismus rur sie und mußten mit einemmal wahrnehmen, als es zu spät war, daß die eigene Verfassung ihnen zur Fallgrube geworden war. Nicht lange vorher noch hatten die Führer der SPD. Deutschlands und Oesterreichs auf dem Wiener Parteitage fin­ster drohend geschworen, sie würdenihren Staat auch mit Mitteln der Gewalt gegen jeden

Die russisch-polnische Freundschast.

Radek begründet den Moskauer Gesinnungswandel.

Warschau, 29.Slug. (WTB.) Die Mos­kauer Jswestija sowie die Warschauer of- iziöse Gazeta Polska veröffentlichen einen übereinstimmenden Leitartikel Karl N a- d e k s über die Außenpolitik der Näteunion. In diesem Artikel stellt Radek fest, daß die Räteunion die Wiederher st ellung Po­lens begrüßt habe. Marx und Engels hätten bis zum letzten Augenblick ihres Le­bens für die polnische Unabhängigkeit ge­kämpft, was letzten Endes auch Legten ange- trebt habe. Slber erst der Zusammenbruch des Zarentums und die Katastrophe der Hohenzol- lern und Habsburger, ferner der Sieg des rus- ischen Proletariats über das nationalistische russische Bürgertum hätten die Vorbe­dingung für die Wiederherstellung Polens geschaffen. Nur die Blinden sähen nicht, daß ich ein Kampf um die Neunerlei- ung der Welt vorbereitet. Die Räteunion ei weit davon entfernt, die Grenzen als Göt­zensymbol zu betrachten, die der imperialisti- che Krieg gezeichnet habe. Sie wisse, wieviel Völker unter dieser Grenzziehung litten, aber gleichzeitig sei sie der Ueberzeugung, daß ein neuer Weltkrieg die Lösung dieser Frage nicht herbeizuführen vermöge.

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Die Warschauer halbamtliche Agentur Iskra bemerkt zu der Aeußerung Radeks, es könne jetzt mit aufrichtiger Genugtuung festgestellt werden, daß die Räteunion gegenüber Polen feine Eroberungsabsichten habe. Entgegen den Strömungen des Zarentums könnte das Rätesystem sogar der mächtig­ste Bundesgenosse Polens gegen ein nationalistisches Ru ßland wer­den, das naturgemäß ein Gegner Polens sein müßte. Einen Vorgeschmack dafür gäben die russischen Nationalisten, die unter dem Banner des Hitterisrnus ständen.

Die offiziöse Gazeta Polska wiederum meint, daß sich dieser Stimmungswandel in Räte­rußland erst habe vollziehen können, nachdem firf) (Stalin g e g en ü b e r Trotzki durch- gesetzt und nachdem in Deutschland der Na­tionalsozialismus die Negierung übernommen und die Sowjets die Selbständigkeit der pol­nischen Slußenpolitik durch den Abschluß des Nichtangriffspaktes gefestigt hätten.

Mißtrauen in Paris.

Die revolutionäre Grundtendenz der russischen Politik.

Paris, 29.August. lWTB.) DerTernps" warnt heute davor, aus der Neuorientie­rung der russischen Außenpolitik das Blatt weist hin aus die französisch-russi­schen Annäherungsbestrebungen, wie sie in der Reise Herriots und in dem bevorstehenden Propagandaflug des Luftfahrt­ministers E o t zum Ausdruck kommen übereilte Schlußfolgerungen zu ziehen. Die Sowjetunion bleibe eine revolutio­näre Macht mit dem allgemeinen Umsturz a l s Endziel. Nur habe sie gegenwärtig mit großen Schwierigkeiten im Innern zu kämpfen. Sie sehe ihre Situation im Fernen Osten durch die japanische Expan­sionspolitik bedroht und fühle auch die Dro­hung, die das nationalsozialistische Deutschland für sie bedeute. Aus allen diesen Gründen wünsche sie, einige Jahre Atempause zu gewinnen. Daher das Bestreben Rußlands, seine Grenzen im Nahmen des Möglichen durch eine Reihe von Nichtangriffspakten zu schützen und daher auch sein Wunsch nach poli­tischer und möglichst finanzieller Unterstützung in Europa. Es wäre jedoch verwegen, vor­läufig in dieser Entwicklung der Sowjetpolitik etwas anderes erblicken zu wollen, obwohl sie von der allgemeinen internationalen Lage aus betrachtet jetzt das Interesse nicht entbehre.

OieGründefürdieDerstarknng der japanischen Flotte.

Tic Rüstungen der Andern sind schuld.

Tokio, 29. Slug. (IU.) Ein Vertreter des ja­panischen Marineministeriums äußerte sich einge­hend über die Gründe, die die japanische Regierung bestimmt haben, bi e Flotte z u verstärken. Zunächst wies er die ausländischen Meldungen über ein Wettrüsten zwischen Amerika und Japan zurück, insbesondere die Gerüchte über eine angebliche Kriegsgefahr. Japan habe vielmehr keineswegs

die Absicht, besondere Maßnahmen gegen andere Seemächte zu treffen, es sei denn, daß es dazu gezwungen werde, falls seine Rechte geschmälert oder seine natio­nale Existenz bedroht sei. Japan, das mit einigen Vorbehalten den Londoner Flottenvertrag angenommen habe, fei aber nicht in der Lage, d i c Seerü ft ungen anderer Völker zu über­sehen, die bisher von keiner Seite bedroht worden seien. Wenn Japan auch neue Schiffe baue, so ist es dazu gezwungen durch die Flottenbauprogramme der anderen Mächte. Japan bereite keinen Krieg vor, sondern wolle sich nur gegen Ueberra- schungen schützen.

Roosevelt hält an der Inflation fest.

Riesenwerbungen für den nationalen Wiederaufbau.

Hydepark (Neuyork), 28.August. (WTB.) Der Gouverneur der Bank von England Montagu Norman und der Gouverneur der Bundesreserve-Bank von Neuyork Harri- s o n trafen auf dem Wohnsitz des Präsiden­ten Roosevelt ein. Außer ihnen waren noch andere Gäste zum Tee geladen. Später zog sich der Präsident mit den beidenn Batt­kiers zu einer Besprechung zurück.Times" meldet, man nehme an, daß Montagu Norman die Absicht gehabt habe, Präsident Roosevelt auf die Gefahren eines Entwertungswett­laufes der Währungen hinzuweisen und ihn davon zu überzeugen, daß eine gewisser­maßen zeitweilige Stabilisie­rung des Dollars die wirtschaftliche Er­holung in den Vereinigten Staaten eher for­dern als behindern werde. Man glaube jedoch nicht, daß der Präsident sich auf eine Aende- rung seiner Währungspolitik cinlassen werde, bevor er einen besseren Ucbcrblick üher die Ergebnisse des Feldzuges für die wirtschaft­liche Erholung habe. Er habe stets die Ermäch­tigung, die Inflation vorzunehmen, als seine stärkste Trumpf karte betrach­tet, auf die er schwerlich verzichten werde, be­vor er überzeugt sei, daß das Spiel auch ohne sie gewonnen werden könne.

Auf Veranlassung der Regierung hat eine

Riesenwerbewoche für den nationalen Wieder­aufbau (National Recovery-Administration) begonnen. 1,5 Millionen freiwillige Helfer gehen von Haus zu Haus, um die Haus­frauen, wie überhaupt alle Verbraucher zu verpflichten, nur in solchen Geschäften zu kaufen, die das blaue Adlerzeichen aushängen und den Regierungs-Code hinsicht­lich der Mindestlöhne und der begrenzten Ar­beitszeit angenommen haben. Für alle Städte sind Riesenkundgebungen angesetzt, auf denen hervorragende Negierungsmitglie- der Reden halten werden. Tie Werbung für die Maßnahmen der Regierung wird mit allen erdenklichen Mitteln in die Wege geleitet.

Der Administrator für den nationalen Wie­deraufbau, Johnson, gibt bekannt, daß die Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich in dem bis­her noch strittigen Punkt des Brannkoh- lencodc, nämlich der Anerkennung der organisierten Bergleute, geeinigt haben. Hiermit sind die Eodeschwierigkeiten auch der letzten Großindustrie beseitigt.

General Johnson ist mit der Prüfung der Pläne eines großzügigen Feldzuges, der unter dem MottoSt auf jetzt!" durchgeführt werden soll, beschäftigt. Die Verbrauchcrschaft soll sich verpflichten, Waren für zwei Mil­liarden Dollar zu kaufen.

8000 Wann Hilssvolizei für Oesterreich.

London, 30. Aug. (7VTB. Funkspruch.)IRor- ning Post" berichtet über den bevorstehenden Ab­schluß einer Vereinbarung zwischen Großbritannien, Frankreich und Italien, die Oesterreich zur Aus­stellung einer Hilfspolizeigruppe von 8000 Vlann für die Dauer eines Jahres ermächtigt. Die kleine Entente habe ihr Einver­ständnis dazu erklärt. Die Blätter heben besonders den zeitweiligen Eharakter dieses Zugeständ­nisses hervor.Daily Telegraph", der die tatsächlichen Verhältnisse in Oesterreich anscheinend nicht kennt, sagt, der einzige Zweck der Maßnahme sei, Oester­reich in die Lage zu versehen, sich gegen denFelo- zug von Gewalttätigkeiten österreichischer National- sozialisken" zu verteidigen. Nach Ablauf von zwölf Monaten werde kein Grund für die Verlängerung der Vereinbarung bestehen. Eine solche Aenderung der österreichischen Wehrverfassung werde möglicherweise von der Abrüstungskonferenz herbei­geführt werden, aber diese Frage habe mit dem gegenwärtigen Zugeständnis nichts zu schaffen.

Verstärkung der Tirol.r Garnisonen.

Innsbruck, 29.August. (WTB.) Mehrere Tiroler Grenzorte sollen in der nächsten Zeit zur Verstärkung des Grenzschutzes militäri­

sche Garnisonen erhalten. Nach St. Johann wird ein Bataillon Infanterie aus Wien ge­legt. Die bereits in Kufstein befindliche Kompanie Feldjäger aus dem Burgenland wird auf ein Bataillon verstärkt. In N e u 11 e und Schar n i tz wird Militär stationiert wer­den.

Eine Warnung vor Kredtt- hergabe an Dollfuß.

Paris, 29. Ang. (CNB.)Liberte" hält die innen- und außenpolitische Lage Oesterreichs für so verzweifelt, daß jede weitere fi­nanzielle Hilfe zwecklos sei. Das Blatt rechnet unter Berufung auf gewissen­hafte Beobachter mit einem Zusammen­bruch der 91 egierung Dollfuß in kurzer F r i st. Die Absichten Mussoli­nis, von dem man eine Gegenwirkung er­warte, seien nach wie vor geheimnisvoll und unerforschlich. In Oesterreich herrschten Ent­mutigung und Elend. Allgemeine Nie­dergeschlagenheit schwäche den Widerstand­willen der Bevölkerung von Tag zu Tag mehr. Unter diesen Umständen würde die Her­gabe von Geld und eine Senkung der fran­zösischen Zolltarife zu nichts dienen. Die

faschistischen Angriff" verteidigen. Es kam kein Angriff, aber unwiderstehlich nahm diege­prägte Form, die lebend sich entwickelt", den Platz ein, der ihr zukam, jeder neue Schritt, den die Partei, geführt von Adolf Hitler tat, erfolgte im Rahmen der Weimarer Verfassung.

Es war das allgemeine gleiche und geheime Wahlrecht, der Stolz und die Freude jedes Weimar-Republikaners, das Adolf Hitler und feiner Bewegung mit dem März 1933 die un­eingeschränkte Macht für die Vollziehung der deutschen Revolution in die Hände legte. Gerade diese Tatsache war für die Marxisten so beson­ders schmerzvoll. _

Man konnte da nicht den alten Spruch an­wenden, daß Bajonette gute Tinge seien, nie­mand aber auf ihnen sitzen könne, und dahinter die hoffnungsvolle Andeutung, daß nach den Gesetzen des Völkerlebens in kurzer Zett die Gewaltherrschaft des Bajonetts derstimme der Mehrheit" weichen werde; aber dieie und andere beliebte Sprüche paßten nicht und gin­gen an der Wirklichkeit weit vorbei. Hitler und seine Leute saßen nicht auf Bajonetten, sie brauchten keine Bajonette, sie hatten das Volk nicht zu fürchten, denn das Volk war bet ihnen, hatte sie durch den Stimmzettel auf den Schild erhoben und bekundete, nicht zum

wenigsten durch die Märzwahlen, daß es mit dem alten System und seinen Vertretern nichts mehr zu tun haben wollte. Ein größerer Triumph des nationalsozialistischen Gedankens ist nicht vorstellbar, denn dieser Wahlsieg be­deutete neben der Begeisterung für Hitler und feine Hauptmitarbeiter den Beweis einer Summe von Hoffnung und Ver­trauen auf eine deutsche Zukunft unter Adolf Hitlers Führung, im Zeichen des nationalsozialistischen Gedankens, wie ihn n o ch niemals ein großes Volk hatte.

Und diese Tatsache ist es auch gewesen, die im Auslande so ungeheuren Eindruck machte: daß das deutsche Volk tatsächlich hinter Adolf Hitler stand, von seinem Gedanken und seinem Wollen durchdrungen war und alle, tat­sächlich alle seine Hoffnung auf ihn vereinigten; feine vage in die Luft gebaute Hoffnung, son­dern gegründet auf das Vertrauen zu dem be­harrlichen und gradlinigen Kampfe und der Reinheit der Ziele Hitlers und feiner Partei, der Partei, welche vom Anfang bis zum heuti­gen Tage sein eigenstes Werk, die Verkörpe­rung seiner Intuition und seines Willens ist.

Jahrzehnte und aber Jahrzehnte hindurch hörte man von Parteiführern und Zeitungen

im Tone des listigen Entdeckers einer neuen Wahrheit: wir müssen die Jugend haben! Wer die Jugend hat, der hat die Zukunft! Keine der alten Parteien hat die Jugend be­kommen, sie blieben alle alt, und soweit sie Jugend hatten, ließen sie diese erst zum Ein­fluß zu, wenn sie aufgehört hatte, die Jugend zu fein. Wiederum erkannte und verwirklichte Adolf Hitler das natürliche Lebensgesetz und schuf die Nationalfozialistische Deutsche Arbei­terpartei als eine Partei der Jugend schlechthin: siehatte" nicht die Jugend, son­dern sie war die Jugend und damit trägt sie d i e Zukunft in sich. Was bei jeder früheren Partei lächerliche Dtenommage ge­wesen wäre: von ihrer Zukunft auf Genera­tionen hinaus zu sprechen, das bedeutet für die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter­partei eine einfache und anschauliche Tatsache: diese Jugend, die wir in Nürnberg sehen wer­den, aus allen Schichten zu einem lebendigen, begeistert und zäh wollendem Ganzen gewor­den, bedeutet deutsche Zukunft aus Generationen hinaus und diese Mil­lionen wissen und wollen, daß deutscher Sozialismusund Deutschland eins werden.