Ausgabe 
30.6.1933 Erstes Blatt
 
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mschen Botschafter in Berlin Sir Ho race Rum bald. Auf der Fahrt nach Reudeck hat das Botschafterpaar unter sachkundiger Führung Marienburg besichtigt.

Der Zentrumsabgeordnete Dr. rer. pol. h. c. F l o- r i a n Klöckner hat sein Reichstagsman- dat niedergelegt.

In einer Mitteilung des Arbeitsamtes der Deut­schen Arbeitsfront heißt es, baj infolge Eingliede- rung des Stahlhelms in die NSDAP. Aktionen gegen die Stahlhelmfelb ft Hilfe, die sich nach glaubwürdigen Zusagen selbst auflösen will, seitens aller Dienststellen der Partei und der NSDAP, zu unterlassen seien. Alle Besetzun­gen und Beschlagnahmungen seien sofort auf. z u h e b e n bzw. nicht mehr durchzuführen.

Aus der provmzialhaupMadt.

Waldsegen.

Abseits von der Heerstraße, weitab von dem pul­sierenden Leben der Stadt, weltverloren und weit- oergesien, vielfach noch.unberührt vom Strom der Wanderer der heutigen Zeit, drin in den waldum- rauschten Tälern, auch da wohnen Menschen, zu­friedene Menschen, brave, fleißige, ehrliche Men­schen, zufrieden mit ihrem Schicksal, glücklicher als viele hastende Stadtmenschen. Fleißig rühren sie die Hände vom frühen Moraen bis in die späte Nacht im Schweiße ihres Angesichts, dem kümmerlich tra- genden Boden die wenigen Erträgnisse aüringend, oder ihrem ost recht schweren Tageserwerb als Holzfäller, Steinbruchsarbeiter und dergleichen nach- gehend.

Trotzdem sind diese einfachen Menschen zufrieden, wenn nur der Hof voller Holz, der Keller mit Kar- toffeln gefüllt ist, und wenn gar im Stall ein Schwein, ein paar Ziegen oder eine Kuh stehen, dann sind sie glücklich und tauschen mit keinem ihr tannenumrauschtes Heim. Hier findet man selten, falls es der Betrieb nicht direkt bedingt, ein Stück Kohle; die nötige Feuerung liefert der Wald in ausgiebigstem Maße, ohne daß man sich des Wald­frevels schuldig zu machen braucht, denn das Ab­hacken der dürren Bäume bis zu einer bestimmten Stärke ist an gewissen Tagen in der Woche gestat­tet. Da würden sich die Stadtarmen schön wundern, welche Lasten die Frauen der Waldbewohner zu tragen vermögen. Freilich, schwer atmet die Brust, und heller Schweiß steht aus der Stirn, aber ums Herz Ist's ihnen leicht; denn mit jedem Korbe, mit jeder Welle mehrt sich zuhause der Segen des Wal- des, der wohl nicht, wie in Rübezahls Märchen zu Gold wird, das Ausgeben desselben aber erspart. Und wer möchte nicht sparen, wer nicht durch irgend­welchen Nebenverdienst seine Lage verbessern?

Auch den Waldbewohnern ist hierzu vielfach Ge- legenheit geboten, das Geld liegt im Walde fast mit jedem Schrit tritt man daraus, und man scheut die Mühe nicht, sich darnach zu bücken. 9m Frühling kommen ganze Körbchen voll Waldmeister, Mai- blumen, Schlüsselblumen, Veilchen zum Verkauf auf den Markt der Stadt, und durch das Einsammeln von Arzneikräutern, wie Fingerhut, Tollkirsche, Herbstzeitlose usw. wird manche schöne Einnahme erzielt.

Es gehört freilich ungezähltes Bücken dazu, ehe man einen halben Zentner zusammenbringt. Wei­ter die unzähligen Wurzel- und Blättertees, wenn das Einsammeln geschäftsmäßig betrieben wird. Die Erdbeeren, die Hagebutten, die Schlehen, die Preißel-, Heidel- und Wacholderbeeren, die roten Beeren der Eberesche, die Himbeeren, und dann die Pilze, ein reicher Segen des Waldes, kann den fleißigen Kindern einen schönen Verdienst einbrin­gen. Und dazu der Aufenthalt in der freien, frischen, gesunden Waldluft, er ist die Ursache, daß die Wald­bewohner sich meist ununterbrochen einer guten Ge­sundheit erfreuen und ein hohes Alter erreichen.

So bietet uns der Wald fast zu jeder Jahreszeit nutz- und segenbringend seine Gaben dar, wovon bei jedem Spaziergang etwas eingetragen werden könnte aber bücken und wieder bücken, denn mühelos fällt uns nichts in den Schoß. Gr. Austausch Vereinbarung über deutsche und italienische Arbeitnehmer.

Die Staatspresfestelle teilt mit: 3m Kalenderjahr 1933 können sowohl in 3talien. wie in Deutschland je 10D Arbeitnehmer des Hotel» und Gastwirtsgewerbes, je0 Techniker und Ar­beiter in der Industrie und je 40 kaufmännische und Bankangestellte zum Zweck der beruflichrn und sprachlichen Fortbildung zugelafsen werden. Zulassungsstellen auf deutscher Seite sind für das Hotel- und Gastwirtsgcwerbe dieFach- abtcilung für das Hotel- und Gastwirtsgewerbe beim Landesarbeitsamt Südwestdeutschland in Baden-Baden (Arbeitsamt)", für alle übrigen Berufsgruppcn das Arbeitsamt Köln a. Rh-, Bodstraße 8 bis 10. Anfragen und Anträge von 3ntercssenten sind an die jeweils zuständige Zu- lafsungsstelle zu richten.

Oer hessische Artilleristentag in Darmstadt.

9n der Zeit vom 1. bis zum 3. 9uli findet in Darmstadt der hessische Artilleriftentag statt, zu dem - außer den hessischen Artilleristen auch zahlreiche Ar­tilleristen aus dem ganzen deutschen Daterlande ihre Teilnahme zugesaqt haben. Die Vorbereituckhen für die große Veranstaltung sind getroffen. Für die

Samstag, 1. Juli: Segelflugtag!

Die eigentlichen Flugveranstaltungen, die wäh­rend der Deutschen Luftfahrt-Werbewoche auf dem Flughafen Gießen stattsinden, be- ?[innen am morgigen Samstag mit einem Segel­lugtag. Die Ortsgruppe Gießen wird bei dieser Sportveranstaltung ihre sämtlichen Maschinen cinsetzen und die verschiedenen Arten von Starts aus der Ebene zur Borführung bringen. Die Flüge werden auf folgenden Flugzeugtypen aus­geführt: »Zögling". .Prüfling", »Grunau 6, »Falke" und »Kassel 25". Sämtliche Flugzeuge mit Ausnahme der Hochleistungsmaschine »Kas­sel 25 sind von den Mitgliedern der Orts­gruppe Gießen, der Segelfliegergruppe deS ». (Hess.) Bataillons Ins.-Regts. 15 und des Fliegersturms Gießen gebaut. Die »Kassel 25 stammt aus dem Flugzeugwerk des bekannten Kunstflugmeisters Fieseler in Kassel.

Während man in früheren Jahren nur das Segeln am hang kannte, ist man in der letzten Zeit auch zu Starts auf flachem Gelände über­gegangen.

3m ersten Falle wird von einem Berg oder einem Hang aus unter Benutzung der Aufwinde gestartet. Infolge des Hangwindes steigt das Segelflugzeug solange, wie die Aufwindgeschwin- digkeit die Fallgeschwindigkeit des Flugzeuges übersteigt. Bei dieser Art des Segelfluge- ist der Flieger von einem Gelände mit besonderer Beschaffenheit abhängig, er ist gezwungen, das Sportgerät nach einem geeigneten Gelände auf der Achse, also entweder mit der Dahn oder in einem Anhänger an einem Kraftwagen, zu brin­gen. 65 entstehen also bereits Kosten, ehe die Möglichkeit zur Ausübung des Segelflugsports besteht. Die Aufwendung dieser Unkosten ist dann umsonst, wenn beim Eintreffen auf dem Flug- geiände die Wind- und Wetterverhältnisse un­günstig sind. Hm sich von dem Gelände unab­hängig zu machen und um die Ausgabe unnötiger Kosten au vermeiden, ist man dazu übergegangen, verschiedene Arten des

Starts aus der Ebene

auszuproben, die säst alle guten Erfolg gehabt haben.

In Gießen kommt die Wernigeroder Autoschleppmethode zur Anwendung. Bei dieser Art deS Starts wird durch einen fahren­

den Kraftwagen, der mit einer festen, seitlich und nach oben schwenkbarer Rolle mit selbsttätiger AuSkcinH)orrichtung versehen ist, unter Bcrwrn- dung eines als Puffer dienenden Gummiseils und eine- langen Drahtseils daS Flugzeug in diL Höhe geschleppt-

Es folgen bann Starts, bei denen zunächst daS Segelslugzeug V-Geheimrat König und dann das Hochleistungssegelflugzeug O-Gießen mit der 95- pserlügen Argus-Klemm 0-2249 in Höhen von 500 bis 703 Meter geschleppt werden In dieser Höhe werden die Segelflugzeuge ausgeklinkt und landest nach einer möglichst langen Zlugdauer an einem auf dem Flugplatz kenntlich gemachten Ziel.

Reben dieser Startart, die hohe Anforderungen an den Segelflieger stellt, und neben den Starts mit Kraftwagen, wird auch die

Anfängerschulung mit hanbflarls

gezeigt werden. Hierbei wird das Flugzeug, das am hinteren Ende von 2 bis 3 Mann gehalten wird, mit einem Gummiseil von 8 bis lv Mann gestartet. Aus das KommandoAusziehen" setzt sich die Etartmannschast im Schritt in Bewegung, aus das KommandoLausen" geht sie in Lauf- schritt über, auf das KommandoLos" gibt die Haltemannschaft das hintere Ende des Flug- zeuges frei, die Ausziehmannschaften laufen nach rechts und links zur Seite, das Flugzeug hebt sich je nach der Fortgeschrittenheit deS Schülers und der Stärke des Zugs in eine gewisse Höhe, um nach kurzer Zeit wieder zur Erde zu gleiten.

Aber auch die jüngste Jugend soll an diesem Tage zu ihrem Recht kommen. Bei dem

BaUonroettberoerb

werden Kinderballons, an die eine Postkarte angehängt ist, auf ein Zeichen mit einer Leucht­kugel gleichzeitig losgclassen. Die Eigentümer der Ballons, die am weitesten fliegen, erhalten als Preis einen Freiflug über Gießen oder ein Buch. Bei dem Ballonwettbewerb ist darauf zu achten, daß die vordere Seite der Postkarte die genaue, deutlich geschriebene Anschrift deS Ab­senders trägt. Beim Sackhüpfen und beim Eier lauf erhalten die Preisträger ebenfalls einen Freiflug. Ein Wurst schnappen wird sicherlich ebenfalls zur Freude der Jugend bei­tragen.

Teilnehmer bringt bas Fest verschiebens Vergünsti­gungen mit sich, bie ben Aufenthalt in ber Feststabt Vielen ermöglichen bürste. 9m Mittelpunkt ber zahl­reichen Veranstaltungen steht ber große Festzug am Sonntag, zu bem sich bie Teilnehmer um 14 Uhr an den oerschiebenen Stellen aufstellen werden. Der Festzug wirb von einer stattlichen Anzahl von Musikkapellen begleitet fein. Besonbere Vorsorge ist für bie Teilnahme ber Kriegsinvaliben getroffen worben. Das NSKK. hat sich zur Verfügung gestellt und wirb in etwa 200 Wagen bie teilnehmenden Kriegsoerletzten fahren. Der Festakt finbet vor­mittags 10 Uhr im Kasernenhof des Feldartillerie- Negiments 25 in ber Heidelberger Straße statt. Den Abschluß des Hauptfesttages, des Sonntags, wirb nach einem Feuerwerk ber g roße Zap­fe n st r e ich bilben, ber von 150 Militärmusikern gespielt werden wirb. 9n Verbinbung mit bem Ar­tilleriftentag finden verschiedene M i l i t ä r k o n - z e r t e statt. Bereits am Samstag wirb im Dran» aeriegarten ein großes Doppelkonzert veran­staltet. Der Tag wirb durch ein großes Höhen- unb Frontftzuerwerk abgeschlossen. Für ben Montag­nachmittag ist ein Kinderfest vorgesehen. Der Preis für das Festabzeichen beträgt 1 Mark. Den Fest­teilnehmern ist Gelegenheit gegeben, einen Zeitsahr­schein zu einem Preis von 50 Pf. zu lösen, der in den Tagen vom 1. bis 3. Juli zur beliebigen Be­nützung ber Straßenbahn in Darmstabt berechtigt.

Reform der Butternotierung.

Im Zuge der Reform des landwirtschaftlichen Marktwesens fand gestern im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine grund­legende Aussprache über die Reform der Dutter- notierung statt. Als Ziel des Rotierungswesens wurde einmütig eine möglichst große Preis­wahrheit bezeichnet. Mit Rachdruck wurde die Auffassung vertreten, daß die Reform des Butter­notierungswesens einen vollen Erfolg erst dann erzielen könne, wenn gleichzeitig eine zweckmäßige Organisation des B u t t e r m a r k t e s durchgeführt werde. Auf diesem Wege müsse vor allem die Stellung des Dauern am Markte ge­stärkt und ihm die Erzielung eines gerechten Preises für die Erzeugnisse seiner Arbeit ge­sichert werden.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag: Deutsche Luftfahrt-Werbewoche 1933. 19.30 Uhr, Werbemarsch des Fliegersturms. 20.30 Uhr, Slug-, Hafen: Werbeabcnd mit Dortrag. Sparer­bund Gießen, 20.30 Uhr im »Hindenburg": Oeffentliche Dersommlung mit DortragSparer- tum und nationale Revolution". Realgymna­sium, Hudwigstrahe 11 (Gesangsaal), 20 Ähr: Oeffentlicher Lichtbildervortrag überLand und Leute in Indien und Indiens Freiheitskampf gegen die englische Herrschaft". DH.E, Mo­

natsversammlung bei Hopfeld. Lichtspielhaus, Dahnhofstraße:SA.-Mann Drand".

DerSparerbund, Ortsgruppe Gie­ßen, veranstaltet am heutigen Freitag, 20.30 Uhr, im GasthausHindenburg" eine Versammlung, in der 9ustizrat Brink (Berlin) einen Vortrag über Sparertum unb nationale Revolution" halten wird. Auf bie gestrige Anzeige sei hingewiesen.

** Denkmalsweihe unb Wieber­seh e n s f e i e r bes 9nf. -Leibrgt. Nr. 117 in Mainz. Das 117er Ehrenmal ist fertiggestellt. Die feierliche Einweihung findet, wie geplant, am 2. 9uli statt unb ist mit einer großen Wiedersehens- feier verbunden. Bei ber Reichsbahn können Sonn­tags-Fahrkarten, bie 33jprozentige Fahrpreiser­mäßigung haben unb beren Gültigkeit sich für bie Dauer ber Veranstaltung erstreckt, gelost werden.

** Sonntags - Rückfahrkarten zum Gauturnfest in Alsfeld. Don allen Dahnhöfen der Strecken GießenFulda, Gie­ßenFriedberg, GießenMarburg, Kirchhain Durg- und Rieder-Gemünden, HungenMücke, AlsfeldRiederaula, Dad SalzschlirfRieder­jossa und GedernLauterbach (Hessen) Rord werden SonntagLkarten nach Alsfeld ausgegeben. Geltungsdauer: Hinfahrt: vom l.Iuli, 0 Uhr, bis 3. Juli, 12 Uhr; Rückfahrt: vom l.Iuli, 12 Uhr, bis 3. Juli. 24 Uhr.

* Die Bekämpfung bes Frühlings- Kreuzkrautes betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil. Grundbesitzer seien besonders darauf aufmerksam gemacht.

Oderheffen.

Schadenfeuer in Sieinhein.

Steinheim, 30. Juni. Heute morgen brach in unserem Dorfe Feuer aus, das sehr rasch die beiden Scheunen der Landwirte Adolf Dietz und Friedrich Ä ei III. in Asche legte. Das Feuer sand reichlich Rahrung an den Heu- und Strohvorräten, so daß sich die Feuerwehren, die auch aus der näheren Umgebung erschienen waren, auf den Schutz der umliegenden Gebäude beschränken muhten. Auch die Motorspritze der Gießener Feuerwehr beteiligte sich an der Be­kämpfung des Brandes.

Landkreis Gießen.

X Wieseck, 29. 9uni. Der Radfahreroerein 1900 Wieseck hielt eine außerordentliche Generalver­sammlung ab, in ber als Hauptpunkt bie Gleich­schaltung des Vereins auf ber Tagesord­nung stand. Als 1 Vorsitzender wurde Mitglied Adolf Schäfer bestimmt unb sofort von bem tm- wesenben Drtsgruppenleiter ber NSDAP., Beige- orbneten K. Euler bestätigt. Er wies auf bie Be-

beutung ber Gleichschaltung hin unb machte ben Vorsitzenden mit seinen Rechten unb Wichten be­gannt, unter benen ber Verein im großen Rahmen bes BDR. den Deutschen Radsport weiter pflegen müsie. Der Vorsitzende dankte sodann den seitherigen Vorstandsmitgliedern für bie bem Verein geleistete Arbeit unb dankte besonders dem Führer der natio- nalsozialiftifcken Ortsgruppe für lein Erscheinen. Er ernannte fobann folgenbe weitere Mitarbeiter: 2 Vorsitzender: Robert Römer, Schriftführer: Heinrich Kolb; Zahlmeister: Fritz Weih. Ober- fahrwart: Otto Schnabel, otrafeenfahrroart: Rudolf Wacker; Zeugwart: Karl Schneider; Beisitzer: Gustav Schneider, Ludwig B ö ch e r unb Ernst Haas. Nach Erlebigung verschiedener Vorlagen schloß der Vorsitzende die Versammlung.

O Klein-Linden, 29. Juni. Währen­der jüngsten Gemeinderat-sihung wurde Pg. Heinrich Fischer al- kommissarischer Bürger­meister eingeführt. Dem Antrag des Richard Ufer auf Errichtung eines ReubaueS wurde stattgegeben. Ebenfalls wurde der Antrag der Schulleitung angenommen, die Schulstraße f ü r den Autoverkehr z u sperren. Die Be­züge der Gemeindcbeamten wurden festgesetzt. Der kommissarische Bürgermeister hat sich bereit­erklärt, fein Amt ehrenamtlich zu versehen.

<> Klein-Linden, 29. Juni. Dieser läge fand in der GastwirtschaftZum Deutschen Hof" eine außerordentliche Generalversammlung des G e - fangoereinsEintracht" statt, in der bie Gleichschaltung bes Vereins vorgenommen wurde Zum Vorsitzenden wurde Wilhelm Rinn (Stahlhelm) gewählt, der dann die Sangesbrüber Philipp 9 u n g XX zum 2. Vorsitzenden, Wilhelm Gilbert (DHV.) zum Schristwart, Wilh. Jung zum Kassenwart und Heinr. Bechtold (NSDAP.), Karl G l a u m (NSBD.) und Rich. L u h (NSB0) 3ii weiteren Vorstandsmitgliedern ernannte. Zum Ehrenvorsitzenden wurde der bisherige Vorsitzende August Böcking gewählt. Es wurde sodann be> schlossen, dem Hessischen Sängerbund bei- xu tret en. Der offizielle Teil der Versammlung sand seinen Abschluß mit einemSieg-Heil'" auf den Reichspräsidenten von Hindenburg unb ben Volkskanzler Aböls Hitler unb durch ben ge­meinsamen Gesang des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes.

Aktion gegen

die ehemaligen Separaten in Mainz

WSN. Mainz, 29. 9uni. Die Staatspolizei unternimmt zur Zeit eine Aktion .gegen die ehe­maligen Separatisten. Die Aktion ist noch nicht ab­geschlossen. Die Polizei warnt vor jeder Einzelaktion, da sie die 9nschutzhaftnahme der in Frage kommen- den Personen auf ordentlichem Wege vornimmt.

Briefkasten der iHcöoffwn.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit ber Schristleltung.)

C. p., Tvolkengasse. Wenden Sie sich an die Wech­selabteilung eines Bankinstitutes, das 9hnen über Die Zinsen unb bie Spesenhöhe Auskunft geben wirb. Zunächst haften Sie nach Wechselrecht burch 9hre Unterschrift. Die Frage, ob Sie betrogen ober bewuchert worben sind, kann hier nicht beantwortet werben.

TB. 2H. 9hr Sohn ist nur verpflichtet, bie Prämie für bie niebere Gefahrenklasse zu entrichten, in beren Hohe auch ber geschuldete Betrag rechtzeilia an die Gesellschaft zu bezahlen gewesen wäre. .-Zahlen Sie diesen niedrigeren Satz unverzüglich ein. Ob Sie es bei einer geringen Differenz zu einem Prozesse kom­men lassen wollen? Sachlich stehen Sie durchaus im Recht.

DeBc. 1. Die Miete hat nur Sachen, bie Pacht auch Rechte zum Gegenstanb, ber Mieter erhält die Sache nur zum Gebrauch, z. B. eine Wohnung, der Pächter auch zum Fruchtgenuß, z. B. ein Landgut. Miete und Pacht können nebeneinander bestehen. 2. Wenn Sie eine Pension übernehmen wollen, so wenden Sie sich am besten an den Verkehrsverein bes betreffenben Ortes oder an den Bund Deutscher Verkehrcoereine Der hiesige Verkehrsverein wird 9bnen gewiß seine Unterstützung gewähren. Alles weitere erfahren Sie bann am Sitze 9hrer künftig in Aussicht genommenen Wirkungsstätte. Wir raten 9hnen ab, ohne genaueste persönliche Erkundigung zumal in heutiger Zeit ein mit hohem Risiko ver­bundenes Unternehmen zu beginnen.

Wcttcrvoraussaqe.

Der Luftdruck steigt über dem Festlande allmählich an, so daß die Störungstätigkeit weiter zurückgeht. Somit breitet sich hoher Druck östlich aus und wirb beruhigenb auf die Wetterlage einwirken. Die kalte Luftzufuhr, wodurch vorerst noch Bewölkung auf- kommt, wird mit der Zeit durch das lief über Zs­land abgeschnitten, so baß bie Temperaturen höhere Werte annehmen können. Daher läßt auch die Nie- derschlagstätigkeit nach und zeitweise tritt Ausheite- rung ein.

Aussichten für Samstag: Teils wech­selnd wolkig, teils aufheiternd, allmählich etwas wärmer, meist trocken.

Aussichten für Sonntag: Weitere Be­ruhigung der Wetterlage wahrscheinlich.

Lufttemperaturen am 29.9uni: mittags 13,8 Grad Celsius, abends 12,2 Grad; am 30.9uni: morgens 12,4 Grad. Maximum 15,8 Grad, Minimum 11,0 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. 9uni: abends 15,2 Grad, am 30.9uni: morgens 13,1 Grad Celsius. Niederschläge 8,5 mm.

Jupra. Bal|on

Meisterwerke der

dumop Motorrad _

Ballon