Ausgabe 
29.9.1933 Erstes Blatt
 
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Wirtschaft

^ronflun o. JJI.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

Berlin

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>urt börse ,urd

27-9. 28.9.

27.9.

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Banknoten.

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Schlug'. Mittag- bgrfe

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4.9

Sinkende Arbeitslosigkeit

Steigende Beschäftigung.

hälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 50 bis 53, II 46 bis 50, Bullenfleisch 46 bis 50 Kuhfleisch II 36 bis 40, III 25 bis 30. Kalbfleisch II 65 bis 75. Hammel­fleisch 60 bis 65. Schweinefleisch I 63 bis 68. Ge­schäftsgang: ruhig.

Mannheimer Getreidebörse

Mannheim, 28. Sept. Weizen (inländ., 76/77 kg) 19,75 bis 19,90 Mark, Roggen (südd.) 16 bis 16,25, Hafer (inländischer) 14,25 bis 14,50, Sommer­gerste 18 bis 20, Futtergerste 16,50, Mais (gelber auf Bezugfch. mit Sack) 18,25, Sojaschrot (Mann­heimer Fabr. prompt 14,75, Biertreber (mit Sack) 15, Trockenschnitzel (ab Fabrik) 8,75, Erd­nußkuchen (prompt) 16, Wiesenheu (loses) 4,80, Rotkleeheu 5, Luzernkleeheu 6 bis 6,20, Stroh

mung war indessen freundlich, und die Berliner Schlußkurse blieben sowohl am Aktien-, als auch am Rentenmarkt gut behauptet. Deutsche Anleihen lagen eher eine Kleinigkeit freundlicher. Im Ver­laufe hielt die Geschäftsstille zwar unvermindert an, die Grundstimmung war aber durchaus freund­lich. JG.-Farben notierten etwas höher (116,38 bis 116,65). Sonst kamen u. a. zur Notiz: Neubesitz 11,15, Altbesitz 79,90, Reichsbank 141, Gelsenkirchen 46, Phönix 31,50, Bekula 113, 'Zement Heidelberg 73, Holzmann 59, Lahmeyer 110.

Schweinemarit in Butzbach.

pb. Butzbach, 28. Sept. Der Auftrieb zum heu­tigen Markt betrug 290 Stück. Es wurden gezahlt für Ferkel bis zu 6 Wochen 9 bis 11 Mark, von 6 bis 8 Wochen 11 bis 13 Mark, von 8 bis 13 Wochen 13 bis 18 Mark. Der Handel war schlep­pend, es verblieb Ueberstand.

frankfurter «chlachwrehmarkt.

Frankfurt a. M., 28. Sept. Auftrieb: Rinder 106 (gegen 87 am letzten Donnerstag), Kälber 990 (577), Schafe 460 (152) und Schweine 491 (940). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mk.: Kälber a) 37 bis 41, b) 32 bis 36, c) 27 bis 31, d) 23 bis 26. Schafe a) 24 bis 26, b) 21 bis 23, c) 16 bis 20. Schweine b) 48 bis 52, c) 47 bis 51, d) 46 bis 50. Im Preisoergleich zum letzten Donners­tag gaben Kälber 2 bis 3, Schafe 2 Mark nach, während Schweine 4 Mark anzogen. Marktoerlauf: In allen Gattungen ruhig, geräumt. Fleisch- großmarkt. Beschickung: 853 Viertel Rindfleisch, 158 ganze Kälber, 17 ganze Schafe, 283 Schweine-

Brlef ~ 2,75 58.52 8,37 13,09

IU 2 9 29 42-05 6S 78

tigung für etwa 1 Million Arbeiter ermöglicht. Nach einer Schätzung von Anfang September haben die bisherigen Maßnahmen eine zusätzliche Umsatz­summe des Bauhandwerks im Jahre 1932 von etwa 1,4 Milliarden Mark.

Die neue Aktion erlaubt nun die Vergebung von Aufträgen, die fast das 2,5 fache der durch die bisherigen Reichshilfen ermöglichten Auf­träge darstellt.

In einem halben Jahr soll dem Bauhandwerk das 1,5 fache der Gesamtumsätze des Jahres 1932 an Aufträgen zugeführt werden.

496GemeindenimLandesarbeitsamts- bezirk Hessen frei von Arbeitslosen.

Die Pressestelle des Landesarbeitsamtes Hessen teilt mit:

Von den insgesamt 3303 Gemeinden im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen sind nach dem Stande vom 15. September d. I. 496 oder 15 v.H. der Gesamtzahl der Gemeinden frei von Arbeitslosen. Besonders hoch ist die Zahl der von Arbeitslosen freien Gemeinden in den landwirtschaftlichen und sodann in den ge­mischtwirtschaftlichen Bezirken. So sind in den Är- beitsamtsbezirken Treysa 111, Fulda 80, Corbach und Gießen 54 bzw. 50 Gemeinden ohne Ar­beitslose. Es folgen die Bezirke Marburg (33), Kas­sel (30), Hersfelo und Mainz (je 27), Hanau (20), Niederlahnstein (19), Darmstadt (15), Frankfurt (10), Dillenburg (8), Limburg und Wiesbaden (je 3). Bei einer weiteren größeren Anzahl von Ge­meinden sind nur noch wenige Arbeitslose vorhan­den.

OerMordan demGA.-Mann Handwerk.

Der dritte Berhandlimgstag.

Frankfurt a. M., 27. Sept. (WSN.) In der Verhandlung am Mittwoch gingen die Erörterun­gen über den Fall Handwerk weiter. Es wurden die Personen vernommen, vor denen R e i t i n g e r nach seiner Festnahme Aussagen gemacht hatte.

Zunächst wurde der stellvertretende Polizeipräsi­dent Regierungsrat Dr. Heerdt vernommen, dem seinerzeit als Staatsanwalt R e i t i n g e r vorge- sührt worden ist, nachdem der Angeklagte im West­endheim die Tat eingestanden hatte. Dieses Geständ­nis ist von ihm am 13. Juni widerrufen worden. Nach Aussagen des Zeugen bemühte sich der Be­schuldigte, eine schriftliche Fixierung seiner Aussage zu verhindern, um nicht festgelegt zu sein. Reitin- ger führte an, daß sein früheres Geständnis einen gewissen Vogt schonen sollte, der auch im Verdacht der Tat stand.

Der nächste Zeuge, Untersuchungsrichter Land­

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H

(Preßstroh Roggen-Weizen) 2, Stroh (Hafer-Gerste) 1,80 bis 2, Stroh (geb. Stroh, Roggen-Weizen) 1,40 bis 1,70, Stroh (geb. Stroh, Haier-Gerste) 1,20 bis 1,40, Weizenmehl (Spez. 0 m. Austauschwz., südd. Großmühlenpreis ab Mühle) September-Oktober 29, dito per November 29,25, dito mit Jnlandswz. alte Ernte September-Oktober 27,50, dito per No­vember 27,75, Roggenmehl (7060proz. Ausmah­lung je nach Fabrikat, nordd.) 22 bis 23,50, do. pfälz. und südd. 22,75 bis 23,75, Weizenkleie (feine) 9,75, Rapskuchen 12, Palmkuchen 14, Leinkuchen 16,75, Sesamkuchen 16 Mark. Die Kurse verstehen sich per 100 kg netto waggonfrei Mannheim ohne Sack. Tendenz: stetig. Stimmung für Brotgetreide fest, Käufer verhalten sich zurückhaltend. Am Fut­termittelmarkt besteht Interesse. Mühlennachprodukte zu festen Preisen. Südd. Weizen-Auszugsmehl 4 Mark höher, Weizen-Brotmehl 8 Mark niedriger als Spezial 0. Biertreber, Mehle und Kleie mit Sack.

Im Wochenbericht des I n ft i t u t s für Kon­junkturforschung wird geschrieben: Der Rück­gang der Arbeitslosigkeit hält an. Auch in der ersten Septemberhälfte ist die Zahl der bei den Arbeits­ämtern gemeldeten Arbeitslosen gesunken, und zwar um 57 000 auf 4 067 000.

Die Arbeitslosigkeit ist damit nicht nur um rund 1,2 Millionen niedriger als vor einem Jahr, sie hat auch den Stand von 1931 um mehr als 0,25 Millionen unterschritten.

Daß im August die Beschäftigung in der Gesamt­wirtschaft ganz erheblich gestiegen ist, bestätigen die Ergebnisse der B e s ch ä f t i g t e n st a t i st i k. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter und Angestellten hat um rund 288 000 zugenommen, so daß Ende August wieder etwa 13,7 Millionen Arbeitneh­mer in Brot und Arbeit waren. Kon­junkturell gesehen ist die Beschäftigung seit ihrem Tiefpunkt vor einem Jahr wieder um etwa 1 Mil­lion gestiegen. Innerhalb der Industrie hat sich im August vor allem die Beschäftigung in den Pro­duktionsgüterindustrien belebt. In den Verbrauchs­güterindustrien war die Zunahme der Beschäftigung etwas geringer. Bemerkenswert ist dabei, daß im August nicht nur, wie im Juli, die Zahl der beschäf­tigten Arbeiter, sondern mehr noch die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden zugenommen hat.

Die gesamte Industrie beschäftigt gegenwärtig wohl etwa 17 v. h. mehr Arbeiter, als vor einem Jahr.

Das Arbeitsquantum der Jnduftrieardeiterschaft ist wegen der längeren Arbeitszeit sogar um beinahe ein Viertel (23 v. H.) höher. In den näch­sten Wochen wäre nun nach dem üblichen Saison­rhythmus eine zunächst langsame, dann aber immer stärker werdende Zunahme der Arbeitslosigkeit zu erwarten, die zum wesentlichen Teil von der Ver­ringerung der Beschäftigungsmöglichkeiten in der Bauwirtschaft herrührt. Mit dem zweiten Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit sind nun wichtige Grundlagen dafür geschaffen, der saisonüblichen Zu­nahme der Arbeitslosigkeit in der Bauwirtschaft ent­gegenzutreten. Das neue Gesetz schafft erweiterte Möglichkeiten für Bauarbeiten, die vom Wetter bis zu einem gewissen Grade unabhängig sind.

Die Reichsregierung stellt 500 Millionen Mark als weitere Zuschüsse für Hausreparaturen, Umbauten und Ergänzungsbaulen zur Verfü­gung. Dabei find die Zuschüsse (20 bis 50 v. h. der kosten) nicht, wie bisher, auf den Woh­nungsbau beschränkt.

Für den Arbeitsmarkt wichtig ist dabei die Bestim­mung, daß die Zuschüsse sich nur auf Arbeiten er­strecken, die vor Dem 31. März 1934 in Angriff ge­nommen sind. Wenn die Gesamtsumme der Zu­schüsse ausgegeben ist, dürfte sich daraus ein Ge­samtumsatz für das Baugewerbe von 2 Milliarden Mark ergeben, der für das Winterhalbjahr Befchäf-

* Die Devisenbewirtschaftung. Der Reichsanzeiger" veröffentlicht eine 6. Verordnung zur Durchführung der Verordnung über die De­visenbewirtschaftung vom Mai v. I. Durch die neue Verordnung wird der entgeltliche Erwerb von Gut­haben bei der Konversionskasse für deutsche Aus­landsschulden und von Schuldscheinen, die diese Kasse ausgibt, und die Verfügung über solche Gut­haben und Schuldscheine von einer Genehmigung der zuständigen Stelle abhängig gemaä)t.

* A. Riebeck'sche Montanwerke AG., Halle a. S. Die Generalversammlung der A. Rie­beck'sche Montanwerke AG., Halle a. S., erledigte die Regularien zum 31. März 1933 (4,2 v. H. Divi­dende auf Grund des JG.-Vertrages mit JG.-Far- ben). Zur Geschäftslage führte der Vorsitzende des Vorstandes Dr. Scharf aus, daß der Umsatz in den letzten Jahren von Jahr zu Jahr zurückgegangen sei. Gegenüber 1928/29, dem letzten Jahre vor dem Kon- junkturumschwung, habe der Umsatz in 1931/32 nur 74 v. H. und in 1932/33 nur 62 v. H. betragen. Im laufenden Jahre sei dieser Schwund zum ersten Male zum Stillstand gekommen und es sei bereits gegen das Vorjahr eine Steigerung um etwa 10 v. H. eingetreten, an der alle Erzeugnisse mehr oder we­niger stark beteiligt seien. Die Brikettfabrik sei in der Zeit von April bis August mit 61,4 v. H. der Verkaufsbeterligung beschäftigt gewesen gegenüber 60,2 v. H. im Vorjahre. Durch das Arbeitsbeschaf­fungsprogramm der Gesellschaft werden zusätzliche Arbeitsmöglichkeiten sowohl bei Riebeck selbst, als auch bei den Lieferfirmen geschaffen. Man rechnet mit der zusätzlichen Beschäftigung von 5000 Arbeitern auf zwei Jahre. Dr. Scharf gab dem Vertrauen darauf Ausdruck, daß die von der Reichsregierung bereits erzielte Wirtschaftsbelebung sich fortsetzt.

Frankfurter Börse.

Mittagsbörse still, knapp behauptet.

Frankfurt a. M., 28. Sept. Auch die heutige Mittagsbörse blieb von dem kommenden Ausfall der Berliner Samstagsbörst zwecks Neuregelung der Maklerzulassung etwas belastet, weil man evtl. Abgaben aus diesen Kreisen befürchtet. Daneben war das Publikum, offenbar im Zusammenhang mit dem Quartalsultimo nur schwach vertreten, während die Kulisse weitgehendste Zurückhaltung bekundete, wobei auch die Genfer Verhandlungen, die indessen nicht unsteundlich beurteilt werden, dazu beigetra­gen haben mögen. Erste Kurse kamen nur zögernd zustande. Bei der herrschenden Geschäftsstille zeigten sie zwar ein nicht ganz einheitliches, aber doch meist etwas schwächeres Aussehen. Die Veränderungen hielten sich jedoch dabei innerhalb eines Prozentes. Lediglich Gelsenkirchen mit minus 1,25 v. H. und Ilse Bergbau Genuß mit minus 1,40 o. H. waren über das Durchschnittsmaß von 0,25 bis 0,75 v. H. hinaus gedrückt. Auch die übrigen Montanpapiere neigten zur Schwäche, während der Elektromarkt sehr widerstandsfähig lag außer Lahmeyer, die auf den bekannten ermäßigten Dividendenvorschlag von 8 v. H. nach 10 v. H. i. V. angeboten waren und 2,75 v. H. einbüßten. Chemiepapiere gaben von 0,25 bis 0,50 v. H. nach, auch Kunstseideaktien eröffneten von 0,25 bis 075 niedriger. Bon sonstigen Werten bröckelten Reichsbank um 0,75 v. H. ab, wogegen Holzmann 0,75 v. H. gewannen und Aschaffenburger Zellstoff mit 20 v. H. unverändert einsetzten.

Bei anhaltender Geschäftsstille bröckelten auch im Verlaufe die Kurse weiter leicht ab. IG. Farben gaben 1,5 v. H. auf 116 v. H. nach, Bekula nach etwas festerem Beginn um 1,25 v. H. auf 113 o.H., bei den übrigen Papieren betrugen die Abschwächun­gen von 0,25 bis 0,75 v. H. IG. Farben waren gegen Schluß mäßig erholt (116,5 v. H.). Am Kassa­markt ergaben sich keine nennenswerte Verände­rungen. Einzelne Werte, die längere Zeit nicht no­tiert waren, kamen meist höher zum Kurs.

Auch der R e n t e n m a r k t lag außerordentlich still. Deutsche Anleihen eröffneten bis 0,13 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,40 v. H., Reichs- bahn-VA. 0,13 o. H. und Stahlverein-Obligationen auf die Prozeßvertagung 1 v. H. niedriger. Im Ver­laufe konnten sich späte Schuldbücher etwa um 0,25 v. H. und Neubesitz um 17,5 Pfg. erholen, während Altbesitz nochmals 0,40 v. H. verloren. Am Pfand­briefmarkt hielten sich die Veränderungen bei eben­falls nur kleinem Geschäft im Ausmaße von 0,25 bis 0,50 v. H. Stadtanleihen lagen teils behauptet, teils schwächer, insbesondere Mainzer von 1926 und 1928 mit je minus 1,5 v. H. (67). Staats- und Länderanleihen lagen ruhig, ebenso fremde Werte. Tagesgeld 4 v. H. (3,75 v. H.).

Abendbörse: geschäflslos, freundlich.

Die Abendbörse blieb auf allen Marktgebieten fast vollkommen geschäftslos. Das Publikum fehlte weiterhin, während die Kulisse in ihrer Zurück­haltung verharrte. Daran änderte auch die Rede von Reichsminister-Dr. Goebbels in Genf nichts, obwohl sie, soweit sie bekanntgeworden war, einen sehr günstigen Eindruck hinterließ. Die Grundstim­

gerichtsrat Dr. S ch a a d bekundet, daß Reitinger von ihm bereits im November vernommen wurde. Bei dieser Vernehmung habe der Angeklagte ge­logen, man mußte ihn aber aus der Haft entlasse^ Als der Angeklagte dann im Mai vorgeführt wurde und aus dem Westendheim kam, da war er gestän­dig und beschrieb, von wo aus er geschossen hatte, und daß es in feiner Absicht gelegen habe, dem Mitbeschuldiaten Kniedel zu Hilfe zu kommen, der von dem SA.-Mann Zorn an die Wand gedrückt worden sei. Der Widerruf des Geständnisses kam ganz überraschend. Um die Wahrheit zu erfahren, ließ man zu einer der Vernehmungen die Mutter kommen. Als Peitinger zum Fall Weißen» b o r n Breitegasse gehört wurde, behauptete er, Götte habe geschossen, er habe aber den Schützen nicht gesehen, sondern nach der Schießerei Horn getroffen, bei dem Götte gewesen war, und gesagt hatte, er, Götte, habe geschossen. Bei weiterer Ver­nehmung sagte Reitinger dann, es sei auch möglich, daß Horn geschossen habe. Als Reitinger vorgehal­ten wurde, wie er dazu komme, anzunehmen, daß Horn geschossen habe, erklärte R., das werde er erst in der Hauptverhandlung sagen. Reitinger gab dann die Darstellung, daß er im Fall Handwerk am Allerheiligentor den Horn getroffen habe, dem er seine Pistole gab. Als am Städelshof Kniedel an- gepackt wurde, habe Horn geschossen, der ihm die Waffe nachher zurückgab. Als Reitinger das Ge­ständnis widerrufen hatte, hat der Zeuge den An­geklagten körperlich untersuchen lassen, es wurde aber nichts bei dem Angeklagten gefunden. Der Zeuge hat die feste Ueberzeugung, daß zwischen Götte und Reitinger im Gefängnis irgend­wie eine Verständigung stattgefunden habe. Der Zeuge hat die Glaubwürdigkeit d^s Geständnisses nachgeprüft. Es wurde Zeugen das Bild Horns ge­zeigt, der aber von niemand erkannt wurde. Vogt bekundete, daß am Tage der Tat Horn mchf er­regt gewesen sei, daß aber Reitinger sehr unruhig war. Reitinger habe den Kniedel verraten. Davon wußte aber Kniedel nichts, und als Kniedel dem Reitinger gegenübergestellt wurde, sagte Kniedel, das sei der Mann, der geschossen habe. Kniedel be­kam auch das Bild Horns gezeigt, aber er sagte, daß er den Mann nicht kenne. Der Untersuchungs­richter bekundet noch, daß Reitinger zugegeben hatte, im Fall Handwerk geschossen zu haben und zwar ziel- und wahllos, daß er traf, habe er aber nicht zugegeben. Die Vernehmung Reitingers habe sich sehr schwierig gestaltet, war man so weit, daß er etwas zugegeben hatte, so sagte er nach zehn Minu­ten wieder anders.

Reitinger bemüht sich in der Verhandlung wiederholt, seinen Angaben Glauben zu verschaffen und einmal ruft er aufbrausend:Es geht um meinen Kopf!" Es wird dann für die Dauer der weiteren Vernehmung des Untersuchungsrichters und einer Reihe anderer Zeugen die Öffentlichkeit wegen Gefährdung der Staatssicherheit ausgeschlos­sen. Das der Presse auferlegte Schweigeverbot wird schließlich aufgehoben. Unter den oernommenen Zeugen befand sich auch die Mutter Reitingers. Sie hat den Eindruck, daß Reitinger unschuldig feu Die Verhandlung wird am Freitag fortgesetzt.

Deutsch italienische Kundgebung

am Samstag, 7. Oktober, im Saalbau zu Frankfurt tu Bl.

Arn 6. August dieses Jahres weilten 411 Junq- faschisten mit ihren Führern in Frankfutt am Main. Die Aufnahme dieser jungen Kameraden Mussolinis hat in italienischen Kreisen tiefen Ein­druck hinterlassen. Der Königliche Italienische G"v - ralkonsul G. Pascale Comm., Frankfurt a. M., hat der Gauleitung der NSDAP, die Mitteilung gemacht, daß der große Bariton der Mailänder Scala, Umberto Urbano, bereit ist, in Frankfurt a. M. in einem Konzert z u Gunsten der Hitler-Jugend zu fingen. Umberto Urbano hat für diesen Abend auf fein Honorar verzichtet.

Die Gauleitung der NSDAP, wird zusammen mit dem Kampfbund für Deutsche Kultur, dem italienischen Herrn Generalkonsul, dem Treuhänder der Arbeit Dr. Luer und dem Leiter der Landes­stelle des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda am 7. O k t o b e r, 20 Uhr, im Saalbau in Frankfurt a. M. eine Deutsch- Italienische Kulturkundgebung durch­führen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wirkt bas aus 20 ausgesuchten Künstlern bestehende Kam­merorchester des Kampfbundes für Deutsche Kultur mit. Zu dieser Kundgebung sind alle führenden Persönlichkeiten des kulturellen, wirtschaftlichen und sportlichen Lebens der staatlichen und kommunalen Behörden, sowie der NSDAP, eingeladen. Karten von 1, bis 3, Mk. sind ab Samstag, 30. Sep­tember, in allen bekannten Voroerkaufsstellen er­hältlich. Der Reinertrag ist für die Hitler-Jugend bestimmt.

Diese Veranstaltung wird, xfanz abgesehen von dem damit verbundenen Zweck der Unterstützung der Jugend, ein gesellschaftliches Ereignis großen Stils.

Datum

6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% ehem.7% Ti.ReichsanI.v. 1929 616% Doung.Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.- Rechten .............

Desgl. ohne AuSlos.-Rechie......

6% ehem.8% He». Solleftaal 1929 (cückzahlb. 102%) ............

6% Hefj. Landesbank Darmstadt Gold R. 12..................

6Yi% Helf. Landcs-Hqpotheken- bank Darmstadt Liqut.........

Oberhessen Provtnz-Anlethe mit Aublos.-Rechlen .............

Deutsche Komm. Sammelabl. An­leihe Serie 1 mit Ausloj.-Rechlen 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6/i% ehem. 4/i% Franks. Hqp.- B anl-L iq u.«P sandbriese.......

6/i% ehem. 4/i% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpsc.....

6% ehem. 8% Pr. Landespsand- briejanstalt, Psandbriese R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landcspsand- briejanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs..

4% Oesterretchische Goldrente. .

4,20% Oesterreichische Silberrenle 4",'n Ungarische Goldrente .......

4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4/i% deSgl. von 1913..........

*% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

Serie I.....................

Frankluri a.M.

Berlin

Schluß« furd

Schluß«. Abend- börse

Schluß» kurS

Schlußk. Mittag- börse.

Datum

27.9.

28.9.

27-9-

28-9.

4% desgl. Serie 11 .............

5.05

2,8

4,5

2,5 25,13

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66 97.5 47,5

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96 52,5 52,5

4,9

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2,65 25,1

10,25 22,25

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72,25 90,25

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88,5 146,75

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64.5 95,25 45,75

81

53

126 95,5

51,13 51

5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4/,%Rumün.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 214% Anatolier ...............

Hamburg-Amerika-Paket ..... 0

Lamburg-Südam. Dampsfchiss. 0

Hansa-Dampfschiss..........o

Norddeutscher Lloyd .........o

21-®. für Verkehrswesen Akt. .. 0

Berliner Handelsgesellschaft ... 4

Commerz- und Privai-Banl... 0

Deutsche Bank und Disconto-

Gesellschaft.............. q

Dresdner Bank.............. o

Reichsbank ................ zz

A.E.®...................... o

Bekula.................... c

Elektr. LieferungSgeseNscha'ft... e Licht und Kraft ............. g

Felten L Guilleaume.........o

Geselllch.f.Elektr.Unternehmung. 6

Rheinische Elektrizität....... 6

Schlickert« Co...............6

EiemensL Halske............7

Lahmeyer L Co............. io

Buderus ................... o

Deutsche Erdöl .............. 4

Gelsenkirchener.............. 0

Harpener................... 0

Hocjch EisenKöln-Neuefsen .. 0 Ilse Bergbau ...............

Ilse Bergbau Genüsse........

Klücknerwcrke ...............0

ManneSmann-Rvbrru........c

Franksun a. M.

Berlin

Schluß« kurs

Schlußk. Abend- börse

Schluß« kurs

Schlußk. Minag»

Mrle_

Datum

27.9.

28.9.

27.9.

28.9.

Mansselder Bergbau.......

.. 0

23,65

22

23,75

22,25

Kokswerke................

.. 0

68,5

67,13

Phönix Bergbau...........

Rheinische Braunkohlen ....

.. 0 10

32,5 177

31,5

180,5

32

178

31,5 179.75

Rheinslahl ................

.. 0

74

72.5

74,25

32,13

73

ß

32,251

31

31

Olavi Minen .............

.. 0

11

11

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Jtoliroerfe 91fcf)eräle6en .«

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114,5

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Kaliwerke Westeregeln......

.. 5

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Kaliwerke Salzdetfurth.....

1/t

160

160

158

158

I. G. Farben-Jndustrie.....

.. 7

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116.65

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169,5

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41

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70,75

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Cementwerk Karlstadt.......

.. 0

Schultheis Payenhoser .....

.. 0

93,75

91,5

Aku (Allgemeine Kunstseide)

.. 0

29

28,75

29

29

.. 0

40

39,25

39

38

Zeststoss Waldhof..........

.. 0

33

33

32,5

32,5

Zellstoff Aschaffenburg .....

.. 0

20

20

19.25

20

.. 7

102

100,75

miet Rotoren

.. 0

24,5

24,25

24,75

39,5

Deutsche Linoleum.........

.. 0

39,25

38.5

Crpnftpin & doppel

.. c

27,65

12

Leonhard Tieh ............

.. 0

11,5

12,75

1 2,25

T bode... .............

Alt

155

162

154

Äccumulatoren»Fabrik......

.. 0

161.25

Lonti-Gummt.............

.. 0

132,75

133

132,75

133

Grihner..................

.. 0

I 16,65

53

| _

Malnkrastwerke Höchst a.M..

.. 4

1 54,75

-

-

Süddeutscher Zucker.......

.. 8

1 156

1 156

1 156,25

-

27- September

28. September

Amtliche Geld

Notierung | Ariel

Amtliche Geld

Dotierung Arie,

AelsingsorS..

5,749

48,05

5,761

5,754

5,766

Prag.....

12,41

Budapest ...

Sofia ....

3,047

Holland ....

169,23

169,57

169,03

169,37

Oslo.....

65.4t

Kopenhagen.

58,19

58*31

8 39

58'51

Stockholm...

67,13

67,27

67 38

67.52

London .....

13,02

13,06

13,07

13.11

Buenos Aires

0,963

0 967

0,9b

0,967

Neuyork ....

2,752

2,758

2,777

2,783

Brüsjei.....

58,44

58,56

58.44

58,56

Italien...

22,07

22,11

22,09

22,13

Paris......

16,40

16 44

16,40

16,44

Schweiz ....

81,17

81,33

81,17

81,33

Spanien..

35,06

35,14

35,(6

35,14

Danzig...

81 62

81,78

81,62

81,78

Stanau....

Rio de Jan

0^230

0'232

0'2c0

0,232

Jngostawien

5,295

5,305

5,29b

5,305

Lissabon..

12,68

12,70

12,68

12,70

Berlin, 28-September

Geld

Amerikanische Noten..............

2,73

Belgische Noten..................

58.28

Dänische Noten .................

8,13

Englische Noten .................

13 03

Französische Noten ..........

6

Holländische Noten ........

.68 61

Italienische Noten............

1 7

Norwegische Noten ..............

Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten...............

65,52

Schwedische Noten...............

Schweizer Noten.................

67,22 80,99

Spanische Noten.................

34,93

Ungarische Noten ................