Dienstag, 29. August 1933
185. Zahrgang
Nr. 201 Erstes Blatt
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Heute beginnt der Lahusen-Prozeß.
Der Zusammenbruch bes Norbwolle-Konzerns vor Gericht.—Der Anstoß zurHuli-Krisis *1931 in der deutschen Kreditwirtschast.
Bremen. 29. 2lug. (WTD. Funkspruch.) Schon lange vor Beginn des Lahusenprozesses Harri am Portal des Bremer Gerichtsgebäudes, in dessen Schwurgerichtssaal heute der Lahusen- Prozeß beginnt, eine große Menschenmenge auf Einlaß. Bur die Prozeßbeteiligten rind die Presse können mit Ausweis das Hauptportal passieren. Es wird bekannt, daß die Der- nehmung der Angeklagten allein voraussichtlich 15 Tage in Anspruch nehmen wird.
Die Verteidigung beantragte, die Schutz- h a f t d^r Angeklagten in Untersuchungshaft umzuwandeln. Sie lehnte sodann die Treuverkehrssachverständigen ab, da sie in den Gutachten nur Material gegen die Brüder Lahusen zusammengetragen hätten.
Aus dem Munde des Verteidigers Dr. 2 Denin g, Bremen, hörte man, daß die Anklageschrift über 5 0 0 Seiten, die Akten- bände des Gerichtes über 10 000 Seiten umfassen. Dem „Treuverkehr" sei es nach einer eidesstattlichen Versicherung nur darauf an- gckommen, ihre Arbeiten in di- Länge zu ziehen, bis sie schließlich im ganzen über 500 000 Mk. verdient habe. Außerdem sei sie eine stark an eine Großgläubigcrin (Deutsche Bank) gebundene Gesellschaft. Der ältere der beiden Brüder und ehe- malige Generaldirektor G. Karl Lahusen erklärt, er kenne die Herren der Treuverkehr nicht. Er ferme aber die engen Verbindungen zwischen der Deutschen Dank und der Treuhandgesellschaft und sei der Aeverzeugung, daß ein objektives Gutachten selbst bei gutem Willen von den Herren der Treuverkehr völlig unmöglich sei.
Dolle 24 Monate liegen zwischen dem Zusammenbruch -des A o r d w o lle - Konzerns und der nunmehr vor der Strafkammer des Landgerichts Bremen beginnenden Hauptverhandlungen gegen die früheren Leiter dieses Aiesen-Tlnternehmens, eine Zeitspanne, in der die Diskussionen über die Ursachen und Auswirkungen dieses Konzernkrachs in den verschiedenartigsten Formen durch die deutsche und ausländische Oeffentlichkeit gingen. Die Konkurseröffnung über die seit fast 50 Jahren bestehende, mit einer Gcsamtspindelzahl von rund 400 000 und einer Beschäftigtenzifser von rund 30 000 arbeitende, größtenteils im Familienbesitz befindliche Gesellschaft, deren Kreditbedarf für den über zehn Monate gehenden Derarbeitungsprozeh von der Schafwolle zum fertigen Tuch sich bis zu 300 Millionen Mark stellte, wurde als der Anstoß für die offene Auslösung der deutschen Kreditkrise im Sommer 1931 bezeichnet. Am Tage der Zahlungseinstellung umfaßte die BWK. elseigeneProduktrons- stellen, fünf Bebenbetriebe, sieben eng verbundene Gesellschaften. 22 eigene Derkaufs- kontore, zwei eigene Repräsentanten in Tleber- fee und eigene Einkaufsorganisation. 3m 3ahre 1925 betrug der Umsatz 155,91 Millionen Mark und erreichte im Jahre 1928 mit 238 Millionen Mark seinen Höhepunkt. 3m Katastrophenjahr sank die Umsatzziffer auf 145 Millionen Mark. Anfang 3uli des 3ahres 1931 tauchten dann die ersten Gerüchte über einen bevorstehenden Zusammenbruch der Bordwolle auf. Der Weg zur Katastrophe begann mit der Feststellung des Betriebsverlustes von etwa 24 Millionen Mark im 3ahre 1930 durch den damaligen Aufsichtsrat. Die Bicderlegung der Dorstandsämter durch die Brüder Lahusen war eine weitere Etappe auf dem Wege zur Zahlungseinstellung, der die Drohung der englischen Dankgläubiger und das Hin und Her der Stützungsbemühungen im Reichsfinanzministerium und mit der Reichsbank folgten. Bachdem das Reichsfinanzministerium dann erklärt hatte, keine Reichsmittel zur Verfügung stellen zu wollen, kam es zu der Konkurseröffnung über eine Cesellschaft, die etwa die Hälfte des deutschen Gesamtbedarss an Wollproduktion in ihren zahlreichen Werken herstellte und auch etwa die Hälfte der entsprechenden deutschen Gesamtausfuhr bestritt.
Die Hauptverhandlung wird auf Grund umfassender Zeugenaussagen und Sachverständigengutachten eine gewisse Klärung in die internen Zusammenhänge der Julitage 1931 bringen. A n ge k l a g t sind die früheren Kon- zcrnleitcr, die Brüder Carl und Heinz Lahusen, die am 17.Juli 1931 verhaftet wurden. Carl Lahusen hat inzwischen 15 Monate in Untersuchungshaft gesessen, während sein Bruder kurz vor Weihnachten 1931 wegen schwerer Nierenerkrankung gegen Sicherheit haftentlassen wurde. Den Brüdern werden in der Hauptsache drei Delikte zur Last gelegt: Kreüitbetrug, Bilanzverschleierung und handelsrechtliche Untreue. Der Kreditbetrug wird darin erbl'ckt, daß die unter den Kreditgebern der Nordwolle führende Danatbank vom Stand des Nord- wolle-Konzerns ein falsches Bild erhalten habe und zur Gewährung übermäßiger Kredite verleitet morden sei. Der Vorwurf der Bilanzverschleierung geht auf die Führung von Geheimkonten, die Vornahme falscher Buchungen, die Einstellung fingierter Forderungen u. (L zurück.
Die überaus schwierige Prozeßmaterie, die in ihrem Umfang die bekannten Favag- und Schul- theis-Patzenhofer-Proz fe noch übertreffen dürfte, hat die Heranziehung eines großen Aufgebots von Duchsachverständigen notwendig gemacht. Die Klarstellung des ganzen Sachverhalts ruht in erster Linie bei den etwa 10 bis 12 Sachverständigen, die sich vor allen Dingen zu den vielumstrittenen Dewertungsgrundsätzen dcr früheren Bordwolle-Derwaltung zu äußern haben werden. Charakteristisch für die verschiedenartige Auffassung unter den Sachverständigen ist z. D. die Tatsache, daß für den 31. Dezember 1930 insgesamt sieben Bordwolle-Dilanzen existieren mit Verlusten in einem Spielraum von 24 bis über 200 Millionen Mark. Dem Prozeß sieht die Oeffentlichkeit mit um so größerem Interesse entgegen, als die Brüder Lahusen in einer während der Voruntersuchung herausgegebenen Verteidigungsschrift vor allen Dingen bestreiten. K a p i t a l v e r sch ie b u n ge n vorgenommen zu h oben, durch Die die Gläubiger der Bordwolle geschädigt worden seien. Umbuchungen sollen lediglich aus steuerlichen Gründen erfolgt sein. Inwieweit tatsächlich strafbare Hand-
London, 28. Aug. (TU.) Der Marinemitarbeiter des „Daily Telegraph" berichtet, daß die Admiralität weitgehende Pläne zur inneren Neuordnung der englischen Marine vorbereitet habe, die gleichzeitig mit den Ncubauprogrammplänen durchgeführt würden.
Die Marine habe die Pläne für die materielle und personelle Verstärkung der englischen Flotte in allen Einzelheiten fertig. Die Pläne sollen elngebracht werden. falls die anderen Mächte ihre jetzige sehr starke Schisfsbautäligkeit nicht vermindern sollten.
Die Ncuordnungspläne bezögen sich auf die Ausbildung des Offiziernachwuchses und auf die Vermehrung des Personalbestandes, was von einer Verkürzung der Dienstzeit begleitet sein soll.
An einem Geschwader im Mittelmeer werde man trotz aller Bedenken isesthalten, weil vom Mit- telmer aus schneller eine Verstärkung nach dem Stillen Ozean geworfen werden könne.
Die Admiralität werde wieder zu dem V o r - kriegsgrundsatz zurückkehren, daß jedes englische Schiff der gleichen Klasse der ausländischen Schiffe ebenbürtig, und wenn möglich, überlegen sein müsse. Dieser Grundsatz werde auf alle Schichtklassen mit Ausnahme des U-Bootes Anwendung finden.
Die Pläne für die 22 000-Ionnen- und 25 000- Tonnen-Linienschiffe feien fertig, nötigenfalls aber werde die englische Marine diese Pläne abändern, falls die andern Mächte am 35 000- Tonnen-Linienschiff festhielten. Der Bau von kleineren und schwächeren Kreuzern, wozu die englische Marine infolge der Beschränkung der Gesamtkreuzertonnage gezwungen worden sei, werde eingestellt werden, und die 10 000-Ton- nen-Kreuzer würden wesentlich stärkere Panzer und bessere Geschühausrüstung und Ausstellung von Panzertürmen erhalten.
Die Pläne für neue Geschütze und Verbesserungen der Torpedos und sonstigen Munition würden jetzt fertiggestellt. Es seien einige, auch neue Schiffstypen entworfen worden für ein Geleitzugbegleitfahrzeug, von denen schon eines in Bau gegeben werden soll.
Wien, 28. Aug. (TU.) Anläßlich einer Fahnenweihe kündigte heeresminister v a u g o i n ein neues Wehrsystem an. Roch in dieser Woche werde eine neue Wehrordnung veröffentlicht werden. Beben dem Bundesheer werde ein 5 t am m Soldaten m i t der kurzen Dien st zeit von einem halben Jahr geschaffen werden. Schon in nächster Zeit wurden die Einziehungen statlfinden. 3 n jedem Halbjahr wurden 8000 bis 10000 solcher kurz dienenden Sol- baten cinberufen werden. Beben dem Bundesheer werde bald ein zweiter Wehrkörper entstehen, geführt und ausgebildet von Offizieren und Unteroffizieren des Bundeshee- res. Es sei ihm, so betonte der Minister, gelungen, dieses Zugeständnis für Oesterreich durchzusehen. Damit sei der er sie Schritt zur allgemeinen Wehrpflicht getan.
Der Minister kam dann auf bas Verhältnis zu Deutschland zu sprechen und sagte: „Mäh-
hingen und die Botrvendigkeit der Konkurseröffnung im Sommer 1931 Vorlagen, zu einem Zeitpunkt, als die Bordwolle noch mit Aufträgen für sechs Monate in Doppelschicht versehen war, wird die auf drei Monate Dauer geschätzte Verhandlung klären müssen.
Die Brüder Lahusen sollten verteidigt werden von Justizrat Lütgebrun e-Berlin, der indesien heute dem Gericht sein Fernbleiben mitgeteilt hat, ohne daß bekannt geworden wäre, ob dieses Fernbleiben einer Niederlegung der Verteidigung gleichzusetzen ist. Die Verteidigung wird also zunächst in der Hand von Nechtsanwalt Dr. Schmidt- Berlin, einem Mitarbeiter des Rechtsanwalts Alsberg, sowie von Rechtsanwalt Dr. L ö - n in g-Bremen, liegen. Die Möglichkeit einer Abtrennung des Verfahrens gegen Heinz Lahusen, die schon gelegentlich der Terminansetzungen im Frühjahr 1933 erörtert war, wird eventuell wieder akut werden, da Heinz Lahusen im Januar eine schwere Niercnopera- tion durchmachte und bis auf den heutigen Tag noch leidend ist.
Pressemeldungen zufolge werden in der nächsten Zeit von der englischen Admiralität Bauaufträge für vier Kreuzer, eine Torpedobootsflottille (Führerschiff, 8 Torpedobootszcrstörer, 3 U-Boote), ein G e- leitsahrzeug für einen Geleitzug und eine Aizzahl von kleineren Schiffen, insgesamt 18 Fahrzeuge, vergeben werden.
Oie „Stadt des Krieges" vor der deutschen Westgrenze. Frankreichs unterirdifchcsBefestigungsnetz.
Paris, 29. Aug. (WTB.-Funkfpruch.) Anläßlich der Jnfpeftionsreife, die der französische Ministerprä- fibent Dalabicr in ben letzten lagen nach Ost- frankreich unternommen hat, veröffentlicht „Petit Parisien" einen begeisterten Artikel, ber in überschwenglichen Worten ber Berounberung über bie befestigte Grenzzone, bie als bie „ft r i e g s ff a b t“ bezeichnet wirb, Ausbruck verleiht. Ls heißt in biefem Artikel, man müsse sich eine Front von mehr als 100 ftilometer oor ft eilen, bie 12 Kilometer von ber Grenze entfernt laufe. Sie sei eine ununterbrochene Reihe von einzelnen Befcftigungsroerten, nur burch verschiedenartige Zügelung bes Geländes zu bemerken. Man könne von eine phantastischen unterirbischen Stabt sprechen, von einer F e st u n g unter ber Lrbe. bie gegen bie fürchterlichsten Tankmittel wiberstanb leisten könne. Lin ungeheuerer Stahlpanzer sei tief in bie Lrbe versenk unb lasse nur hie unb ba Schießscharten hervortreten, bie mit Geschützen aller Kaliber versehen seien. 3ebe bieser Panzerturmkuppeln wiege minbestens 30 000 Kilogramm. Die unterirbische Stabt, bie moberne „Stabt bes Krieges" liege 100 Meter unter ber Oberfläche. Sie verfüge über eine Eisenbahn mit verhältnismäßig bequemen wagen, bie bie unterirbische Stabt mit D-Zug-Geschwinbigkeit burchliefen. Unter ber Erbe sei alles vorgesehen, bamit ganzeheere lange Monate bort leben könnten. 3m (Betäube gäbe es künstliche Abgründe, damit angreifenbe Tankwagen sich bort verfingen. Ls sei Vorsorge getroffen, bas Gelänbe in wenigen Stauben überschwemmen zu können.
renb Oesterreich in ber ganzen Welt immer mehr an Achtung unb Ansehen gewinnt, müssen mir mit Bebauern seststellen, baß von Leuten aus dem Bruder- reich immer wieder bie unglaublichsten Ränke geschmiedet werden. Bis jetzt sind wir kultiviert vor- gegangen unb hoffen, es auch bleiben zu können. Denn wir bilben uns ein, baß wir ein kultiviertes Volk regieren unb baß wir Verblenbete roieber zurückführen können. Wenn es aber mit Zureden nicht geht, bann werben wir scharf zugreifen. Das sollen sich bie gesagt sein lassen, bie es angeht."
Die Wiener Blätter berichten, daß die Einziehungen bereits am 1. Oktober beginnen. Hierfür kämen Männer mit dein erreichten 21. Lebensjahr in Betracht. Die Dienstzeit sei im allgemeinen für sechs Monate vorgesehen bei der Infanterie, Radfahr- und Jägertruppe, sowie bei der Bedienungsmannschaft der Artillerie. Die Ausbildungszeit für bie Spezialwassen könne auf 12 Monate ausgedehnt
werden. Dies gelte für die Kavallerie, die Fuhrmannschaft der Artillerie, für die Spezialausbildung der Infanterie, wie für die schweren Maschinengewehre, Jnsanterlegefchutze, Minenwerfer und Mcßabteilungen.
Das Berliner Echo.
Grundsätzlich bedeutsame Durchbrechung dcsEntwasfnungssystems von St. Germain.
Berlin, 29. Aug. (CBB. Funkfpruch.) 3n der Berliner Presse wird die Bede des österreichischen Hccresministers Vaugoin stark beachtet. Vaugoin nimmt für sich selbst das Verdienst m Anspruch, das Zugeständnis der Errichtung einer Miliz bei den Unterzeichnern des Vertrages von St. Germain für Oesterreich durchgeseht zu haben. 3n der Tat handelt cs sich um eine sehr wesentliche, grundsätzlich bedeutsame Abänderung dieses Vertrages, der die allgemeine Wehrpflicht in Oesterreich abgeschasft und die Höchststärke der österreichischen Streitkräfte einschließlich der Offiziere auf 30 000 Mann festgesetzt hatte. Bun ist diese Zahl von Oesterreich augenblicklich nur in Höhevon 2 2 0 0 0 Mann ausgenuht worden, so daß rein zahlenmäßig die vorgesehenen 8000 Mann den vertraglichen Rahmen nicht überschreiten würden. Auch nach den von der Mehrheit dcr Abrüstungskonferenz gegebenen Grundlinien für die Berechnung der Hceresstärke, die von der durchschnittlichen Tagesstärle ausgehcn und die ausgebildeten Reserven nicht berücksichtigen, würde keine Ueberschreitung der Höchstzahl vorliegen. Die Verbindung zwischen Berufsheer und Miliz, die die Berufssoldaten zu Instruktoren des Volks- Heeres macht, ist bisher von Frankreich immer als eine besonders bedenkliche Kombination der Vorzüge beider Wehrverfassungen für die besiegten Länder abgelehnt worden. So bilden die Ankündigungen des österreichischen Heeres- ministers auch über den Einzclsall des Donaulandes hinaus einen interessanten Beitrag zur Entwickelung des Abrüstungsproblems.
©er Handgranatenanschlag von Krems vor Gericht.
Wien, 28. Aug. (TU.) Vor dem Wiener Schwurgericht begann am Montag der Prozeß gegen die beiden Nationalsozialisten Herbert und Heinrich Mosel, die des Handgranatenanschlags bezichtigt werden, der am 19. Juni in der Nähe von Krems auf eine Abteilung Hilfs- polizei verübt wurde. Die Anklage lautet auf Verbrechen gegen das Sprengstoffgesetz. Heinrich Mosel, der dem Bundcsheere angehört, wird außerdem noch der Entwendung der Granaten aus dem militärischen Depot beschuldigt. Die Verteidigung führt Dr. Walter Riehl. Bei dem Anschlag, an dem nach der Anklageschrift noch ein Freund des SA.- Mannes Herbert Mosel beteiligt gewesen sein soll, der jedoch flüchtig ist, wurden 3» Personen verletzt, darunter 7 schwer. Bekanntlich war dieser Anschlag von der Regierung Dollfuß zum Anlaß für das Verbot der N S D A P. genommen worden. Herbert Mosel erklärt, die Handgranate von seinem Bruder zum Schutz des SA. - Heimes vor einem m a r x i st i s ch e n II e 6 c r f n 11 au sich genommen zu haben. Erst später habe er beschlossen, gegen die Regierung eine Demonstration durchzuführen. Menschenleben habe er nicht gefährden wollen. Sein Bruder, der an dem Wersen der Handgranaten überhaupt nicht beteiligt war, erklärt, von dieser Absicht seines Bruders nichts gewußt zu haben. Nach der Vernehmung der Angeklagten wurde eine Reihe von Zeugen zur Feststellung des Tatbestandes vernommen.
Arbeitsbeschaffung für SA und SS.
Ein Aufruf an die Wirtschaft.
Berlin, 28. Aug. (TU.) Ter Reichsstand des Deutschen Handels erläßt folgenden Aufruf:
„Mit der Uebernahme des Reichswirtschafts- ministeriums durch einen vom Führer bestellten Minister ist der nationalsozialistische Kampf um den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft in ein neues Stadium getreten.
Die in Zusammenhang damit vom Volkskanzler Adolf Hitler verkündete nationalsozialistische Evolution ist höchste und erste Stufe der deutschen Volksrevolution. Ohne diese wäre Deutschland einem Wirtschaftschaos nicht entgangen.
Mutige Männer haben die deutsche Wirtschaft und das Vaterland vor dem Schrecken eines bolschewistischen Trümmerfeldes gerettet. Tausende von Kämpfern der braunen Armee haben für Volk und Reich Gut und Blut geopfert. Sie und ihre Kameraden sind dadurch der neue Adel der Nation. Der Reichsstand des Deutschen Handels hat bei seiner Gründung mit der Ehrung der SA. und SS. seiner ersten Pflicht genügt. Es gilt nun dieser ersten Pflicht die zweite hinzuzufügen. Neben den rein wirtschaftspolitischen Arbeiten des Reichsstandes ist die Er- süllung einer selbstverständlichen Dankespflicht dessen größte und schönste Ausgabe. Sie heißt:
Das Wettrüsten kann beginnen.
Weitreichende englische Zlottenbaupläne.
Oefierreidj kündigt die Linsührung der MH an.
Das Bundesheer bleibt bestehen. - Oie Aushebungen sollen beginnen.


