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29.7.1933 Erstes Blatt
 
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Wirtschaft

Blick auf das Schwimmstadion während eines Wasserballkampfes.

Der deutsche Sport und seine Aeuordnung

a u s e n , 28. Juli. In der jung-

ullrichBrause -BuHrich-Sali^

Heimische Turnfestsiege.

Eigener Drahtbericht desGieß. Anz."

Bei den großen Mehrkämpfen der 10 000 Turner und Turnerinnen, die in der Gluthitze des Donners­tags in Stuttgart durchgeführt wurden, waren auch heimische Turner und Turnerinnen erfolgreich. Die endgültigen Siegerlisten liegen noch nicht vor. Des-

Preußen.

Kreis Wetzlar.

< Wißmar, 28. Juli. Der Kommunist August L o h von hier, der im März d. I. mit mehreren tausend kommunistischen Flugblättern, die er angeblich von einem unbekannten Wiesecker erhalten haben will, in einem öffentlichen Lokal an- getrosfen wurde, wurde heute, da er über die wirk­liche Herkunft jegliche Auskunft hartnäckig verwei­gerte, von dem S ch ö f f e n g e r i ch t i n W e tz l a r zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er mußte die Strafe sofort antreten.

Kurt K r ö tz s ch (Neu-Rössen), der Zwölfkampfsieger, halb können wir uns in unseren Angaben nur auf einige Namen beschränken.

Im Zwölfkampf der Männer errang Karl Reuter vom To. 1846 Gießen, der Deutsche Turnfestsieger in Köln, unter 1500 Wettbewerbern den 24. Sieg mit 197 Punkten. Kaum genesen von einer schweren Grippe, wollte Karl Reuter in aner­kennenswerter Weise auf keinen Fall unter den diesjährigen Zwölfkampfkämpfern fehlen. Es ver­dient Hervorhebung, daß R e u t e r am Gerät feine Kölner Punktzahl wieder erreicht hat. Im Laufen holte er sich 20 Punkte. Nach dem Lauf

kein Jdealzustand, daß einzelne, auf sogenannte Zentren konzentrierte Vereine ihren Spielbetrieb unter., den Lenkbar billigsten Bedingungen durch­führen konnten, während Vereine an der Periphe­rie oft kaum die Kosten aufzubringen wußten.

Hier scheint jetzt allgemein eine gleichmäßigere Lastenoerteilung einzutreten. Auch die für einzelne Vereine nun weiteren Fahrten sind durchaus trag­bar, denn der neue Spielbetrieb wird ungleich zug- kräftiger werden als der frühere. Gewisse größere Schwierigkeiten scheinen sich dagegen beim ersten Blick für die neue zweite Klasse zu ergeben. Aber das sind Fragen, die für das große Ganze von untergeordneter Natur sind und die sicher von Fall zu Fall gelöst werden können.

Wie steht es nun mit der Unterstützung des Sports durch den Staat? Man wird bei dieser Frage gut tun, wenn man Realpolitiker bleibt und mit gegebenen Tatsachen rechnet. Der neue Staat hat vorerst weit dringlichere Probleme zu meistern, als daß er etwa dem Sport mit Geldmitteln unter die Arme greifen könnte: denkbar wäre das nur bei Großveranstaltungen, in welchem dem Staats­gedanken sichtbarer Ausdruck gegeben werden soll oder da, wo es wirklich im Interesse des Aufbaues notwendig erscheint. Im allgemeinen aber werden die Vereine und Verbände auf sich selbst an- 6Ewiesen bleiben, wobei es aber durchaus möglich ist, daß die Großen zu Hilfeleistungen für die Kleinen herangezogen werden. Denkbar ist es dagegen, daß der Staat zur gegebenen Zeit seinen großen Apparat des freiwilligen Arbeitsdienstes dem Sport nutzbar macht, um z. B. für jeden Ort einwandfreie Spiel- und Sportplätze, als Grund­lage jeden sportlichen Aufschwungs, zu schaffen.

Ganz sicher dagegen rofrb der Staat mit seiner ganzen Autorität hinter dem deutschen Sport stehen.

Er wird dafür sorgen, daß die Bewegung in sau­beren Bahnen bleibt und er wird rücksichtslos etwa aufkommende Auswüchse im Keime ersticken. Der Boden, auf dem der deutsche Sport wachsen soll, wird vorbereitet und damit die Lebensmöglichkeit für alle Vereine besser sein. Das allein ist Unter­stützung genug, ist jedenfalls mehr wert, als der frühere Zustand erzwungener staatlicher Duldung. An Vereinen und Verbänden liegt es nun, sich durch ihre Arbeit diese mögliche Unterstützung des Staates weitestgehend zu sichern und nutzbar zu machen.

men und Prinzipien geben: viele der früher im un­fruchtbaren Streit verzettellen Kräfte werden für den Gesamtaufbau wieder frei werden. Ob Ama­teur oder Profi diese Frage wird nicht wieder Gegensätze aufrütteln; denn wenn die Zeit eine reinliche Scheidung verlangt, dann wird klarer Fuhrerspruch und nicht häßlicher Schacher um Vor­teile sie bringen.

Heber dem Sport steht als höchste Instanz der

Staatsgedanke, dem sich auch der Sport unter- zuordnen hat.

Die jetzige Neuordnung der sportlichen Dinge muß nach zwei Gesichtspunkten, dem der Verwal­tung und dem des Spielbetriebes betrachtet werden. Am wichtigsten erscheint hier der verwaltungs­technische. Diese zentrale Neugliederung mit ihrer gleichzeitigen einheitlichen losen Gliederung in Gaue und Bezirke muß als Volltreffer bezeichnet werden: lede nur erdenkliche Sportart stützt sich auf die gleichen Verwaltungsbezirke. Es wird nun nicht mehr möglich sein, daß dieser oder jener Unterbezirk gesonderte Meisterschaften austrägt, daß z. B. die Fußballspieler zwischen Mainz und Worms süd­deutsch und die Schwimmer wieder südwestdeutsch organisiert sind. Nicht mehr möglich ist es auch, daß drei oder gar mehr Verbände Meisterschaften in einer Sportart durchführen, das hat aufgehört Gemeinsam führt nun der Weg über die einzelnen Etappen (Gaue usw.) zum letzten großen Ziel: der deutschen Meisterschaft.

Ob sich hier noch einmal Unteretappen in Form von landsmannschaftlichen Arbeitsgemeinschaften einzelner Gaue ergeben werden, ist mehr eine Frage der Zweckmäßigkeit, die auch gelöst werden wird, wenn es sich in^Zukunft als nützlich für die

Die Neugestaltung des deutschen Sports hat ihren markantesten Abschnitt erreicht; die Umrisse für das Gesamtgebäude liegen in der neuen Gaueinteilung klar fest und es kann nun mit dem Ausbau des Hauses begonnen werden. Was jetzt folgt, ist nur noch Kleinarbeit, die aber nicht weniger wichtig ist. Denn gerade hier gilt es nun mit geschickter Hand all das auszubessern, was bei dem in nur groben Umrissen skizzierten Gesamtplan möglicherweise über­sehen bzw. provisorisch hingeworfen wurde.

Der deutsche Sport ist in einen neuen Abschnitt eingetreten, den seiner Zentralisierung. Getreu dem Vorbild im politischen Leben, aus dem Staaten- Deutschland ein einiges großes Deutschland zu schaf­fen, mußte auch der Sport diesen Weg gehen.

Die vielen Einzelstaaten im Sport, verkörpert durch Landesverbände und verbändchen, welche wie auch in der Politik dem großen plan der Einigung hindernd im Wege standen, muhten verschwinden,

um aus süd- und westdeutschem, nord- und mittel­deutschem Sport den d e u t s ch e n Sport erstehen zu lassen. Das ist der große Grundgedanke der Neuord­nung.

Man mag den nunmehr verflossenen Verbänden, soweit sie wirklich schöpferisch tätig waren, hier und da eine stille Träne nachweinen. Doch das darf nicht dazu führen, zu vergessen, daß ja all das Schöne der alten Tage auch mit in die neue Zeit hinüber- gebracht werden kann. Schließlich sind es ja doch die alten Kameraden und meisten alten Führer die auch jetzt wieder mit den gleichen Weg gehen,'und immer ist es die gleiche Idee, der alle dienen. Aber der Weg wird ein wenig beschwer- licher sein. Es wird kein Feilschen mehr um Dvg-

* Geschäftsbelebung b e i Dunlop. Bei der Deutschen Dunlop Gummi Comp. AG., Hanau, werden weiterhin Arbeitskräfte in beachtlichem Aus­maße eingestellt. Der fortgesetzt gute Beschäftigungs­grad der Kraftfahrzeug-Industrie ließ den Reifen­umsatz mit diesen Werken weiterhin steigen. Dazu kommt, daß auch der Absatz durch den Handel bei der jetzigen Witterung erhebliche Fortschritte macht. Durch die immer mehr erfolgende Umstellung der Lastfahrzeuge von elastischen Vollgummireifen auf Riesenluftreifen hat auch dieser Fabrikationsteil des

< D o r n h o l z h c '

^ten Sitzung der Gemeindevertretung wur- die Waldwirtschaftspläne für das Wirtschafts, ei r beraten. Der Hauungsplan, nach welchem 422 Festmeter Derbholz und 1640 Raummeter Rei- l 3um Einschlag kommen sollen, wurde gut­geheißen. Auch gegen Den Kulturplan fand sich nichts zu erinnern. Verschiedene Arbeiten, wie Anlage von Abzugsgräben, Unterhaltung der Holzabfuhrwege

^o"ischneiden der jüngeren Kulturen, sollen Durch Wohlfahrtserwerbslose ausgeführt werden.

Viehhandels- und Verkaufsgesellschast in Sronffurf a. M.

* Frankfurt a. M., 27. Juli. Unter dem Namen: Viehhandels, und Verkaufsgesellschaft m. b. H. in Frankfurt a. M. gründeten, wie man uns be­richtet, 28 christliche Viehagenten eine Ges, m. b. H. In Vertretung des Oberbürgermeisters war Herr Magistratsrat Burggraf erschienen. Seitens der Schlachthofoerwaltuna war Herr Direktor Dr. L a n g anwesend. Nach Eröffnung der Gründungsoersamm­lung gab der Vorsitzende des Gründungs-Ausschusses in großen Zügen Zweck und Ziele der Gesellschaft bekannt, dabei ungefähr folgendes ausführend:

Auf dem Frankfurter Viehmarkt befindet sich lediglich der Schweinehandel ausschließlich in christ­lichen Händen. Bei Großvieh und Kälbern jedoch ist fast keine einzige rein christliche Firma, die die Interessen des Handels wahrnimmt, vertreten. Der selbständige, mittelständlerische Viehagent war an dem Verkauf von Großvieh und Käloern-bisher nicht beteiligt. Dieser Zustand mußte geändert werden. Da aber durch das gleichzeitige Stattfinden der Märkte in den verschiedenen Tiergattungen es den Viehagenten mit Schweinen nicht möglich war, auch auf den beiden anderen Märkten gleichzeitig tätig Zu sein, ist es notwendig gewesen, an einen Zusam­menschluß der christlichen Viehaa^nten zu denken, um damit die Möglichkeit zu schaffen, einzelne Her­ren mit dem Verkauf von Großvieh und Kälbern zu beauftragen. Es muß aber für die Zukunft an« gestrebt werden, daß die Marktstunden für die ein­zelnen Tiergattungen zu verschiedenen Zeiten an­fangen und enden, damit der Gesellschaft eine größere Bewegungsfreiheit geschaffen wird. Der Verkauf durch die Gesellschaft muß als die beste Ver­wertung anerkannt und als zugkräftigste Reklame ins Feld geführt werden können. Wir haben die unbedingte Pflicht, wenn wir uns in den Handel mit Großvieh und Kälbern einfchalten, die Inter­essen der Landwirtschaft und die Interessen unserer Einsender in einer Weise zu vertreten, die in aller und jeder Beziehung als einwandfrei anerkannt werden muß. Um dies zu erreichen, ist die bedin­gungslose Unterordnung in dem Gefüge des Gan­zen notwendig. Dem Einsender gegenüber reell bis aufs äußerste und dessen Interessen bis aufs letzte wahrend. Unsere Gesellschaft soll mit das beste Pro­pagandamittel für den Wahlspruch des Handels fein: Gebt euer Vieh dem Handel, so ist euch die beste Verwertung gewährleistet".

Die Versammlung erklärte sich einstimmig hier­mit einverstanden. Magistratsrat Burggraf begrüßte dann namens des Magistrats die Gründung, die im Sinne der nationalen Bewegung und dazu geeignet fei, auch christliche Agenten im Großvieh- und Käl­bergeschäft Fuß fassen zu lassen, wie es dem einzel­nen wohl nicht möglich gewesen wäre. Ein derarti­ger Zusammenschluß sei wert, von jeder Seite ge­fördert zu werden. Direktor Dr. Lang versicherte der Gesellschaft, daß er jederzeit bereit sei, sie zu unterstützen, und wünschte der Neugründung vollen Erfolg. Die Gründung sei sicher im Interesse des deutschen Bauern, des Handels und des Marktes und verdiene jede Förderung sowohl seitens der Be­hörden wie der interessierten Kreise. Aus die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.

Gesamtheit erweist, zumal Organisationsschwierlg- keiten hier nicht bestehen.

Wichtig für die verwaltungstechnische Arbeit ist vor allem aber die neugeschaffene Funktion der Beauftragten des Reichsfportführers.

Neben der Ueberwachung der Einhaltung der grund­sätzlichen Richtlinien, die den Sportvereinen durch ihre Eingliederung in den Staat gegeben sind, dürfte diesen Beauftragten weit mehr noch die Rolle des überparteilichen Schlichters zufallen, der alle Streitfragen zu klären hat. Das ist besonders wichtig. Wie oft erlebten wir es früher, daß eine noch so schön gedachte und gut aufgezogene Ver­anstaltung eines wohl kleinen aber nicht minder wertvollen Sportzweiges von einer gleichzeitigen Veranstaltung eines Großverbandes erdrückt wurde. Das alles wird jetzt aufhören. Denn in den Be­auftragten des Reichssportführers sind die Stellen zu suchen, die für eine planmäßige Festlegung der Termine für Verbands-Großveranstaltungen sorgen werden.

Die s p i e l t e ch n i s ch e Frage der Neugestal­tung interessiert erst in zweiter Linie, weil ja nur Sportarten, die den Mannschaftskampf in den Vor­dergrund gestellt haben, direkt davon betroffen sind. Und auch da sind es wieder nur jene Verbünde, welche Meisterschaften austragen. In der Haupt­sache handelt es sich dabei wohl nur um Fußball und Handball, die beide allerdings als Massensport im Vordergrund stehen.

Zweifellos bringt die Neuordnung auch für den deutschen Fußball ein grundlegendes Gutes: eine Aussiebung innerhalb der ersten Leiflungs- f kiffe.

Das, was früher alles als1. Klasse" im Fußball- Deutschland herumkickte, wird verschwinden: die Aussiebung geht in den meisten Fällen über 50 v. H. des derzeitigen Bestandes hinaus; da, wo man ge­rade bei 50 v. H. (Berlin und Süddeutschland) stehen blieb, kann man es verantworten. Auf alle Fälle ist jetzt in Deutschland der Untergrund zur Schaf­fung einer Spielstärke gelegt worden, Üie sich sicher in nächster Zeit wieder Weltgeltung verschasten wird, unbeschadet der Tatsache, daß einzelne Ge­bietsteile doch noch etwas im Rückstand bleiben werden. Aber der Stamm wird gut sein!

Die ßebensbebingungen einzelner Vereine dieser neuen 1. Klasse erscheinen auf den ersten Blick durch die neuen Grenzziehungen verschlechtert; aber das ist nur scheinbar. Es war bisher jedenfalls auch

Gegen Durste

mußte er sofort zur Freiübung antreten. Bel der unerträglichen Hitze des Kampftages war er in Nachwirkung der kaum überstandenen Krankheit hier nicht in gewohnter Form. Nur 13 Punkte konnten ihm gutgeschrieben werden. Immerhin ist das Gesamtergebnis eine anerkennenswerte Leistung K. Reuters, der sich damit als der beste Hessenturner erwies. Nur Hrch. Dechant von der Tgm. Fried­berg, der mit 194 Punkten 27. Sieger wurde, findet sich noch in der Spitzengruppe. Mit größerem Ab­stand folgt erst W. S i n n w e l l vom Tv. 1860 Bad Nauheim, dem an seinem Spezialgerät, dem Reck, die Kürübung versagte, und der dadurch merk­lich zurückgeworfen wurde. Gut geschlagen haben sich Kurt Schick und Ludwig Herbert vom To. 1846 Gießen. Ersterer wurde mit 180 Punkten 41. Sieger, letzterer mit 174 Punkten 47. Sieger.

3m Zehnkampf der Männer erreichte Richard Seth vom Tv. Großen-Linden als 19. Sieger 169 Punkte, während es von seinen alten Kampfgenossen in der Hessenriege Adolf Ahrens von der Tgm. Marburg als 21. Sieger auf 167 und Alfred Eckhard vom Tv. Ridda als 27. Sieger auf 161 Punkte brachte. Stettin vom Tv. Wieseck holte sich 156 Punkte und steht damit noch in der Reihe der besten Zehn­kämpfer.

3m Zwölfkampf der Altersklasse II ist Heinrich Keller, Tv. Burgsolms, als 20. Sie­ger mit 189 Punkten zu nennen.

Bei den Turnerinnen sicherten sich Ria P h i l - lipp (117 P.) und Mathilde Koch, beide vom Tv. 1846 Gießen, im Siebenkampf gute Plätze.

Weitere Ergebnisse aus dem Hessengau folgen.

Leichtathletik der Gp.-Dg. 1900.

Oranienkampffpiete in Diez.

Am morgigen Sonntag führt der VfB. Diez (Lahn) seine 6. NatlonalenOranienkampfspiele Durch. Wie alljährlich, so sind die 1900er aus dies­mal wieder mit einem starken Aufgebot vertreten. Bel der ausgezeichneten Besetzung, welche die Diezer Veranstaltung stets zu verzeichnen hatte, wird schon gutes Können vorhanden sein müssen, um sich durch- ^uietzen. In den Wettbewerben der 1. Klasse stützen sich die 1900er auf Eldracher, Bepperlina, Peters, Reitz, Schaaf, Gerhardt, Jung, Steines, Gugel und Kilo. Einige jüngere Kräfte werden in Klaffe 2 und 3 an den Start gehen. Besonderes Interesse wird wieder den Staffeln zufallen. Es ist von feiten der Spielvereinigung 1900 vorgesehen, die 4X100-, 3X1000- und Olympische Staffel zu laufen. Ein am Montagabend zum Austrag kommender 25-Kilo° meter-Lauf wird natürlich von Gerhardt bestritten.

Bei den gleichzeitig stattfindenden Frauenwett­kämpfen sind die 1900er-Damen im 100-Meter-Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen und der 4X100-Meter- Staffel am Start.

Dunlop-Werkes volle Beschäftigung. Obgleich die Be­stellungen der Fahrradindustrie jetzt im Hochsommer etwas nachlassen, werden täglich noch 12 000 Fahr­radreifen fabriziert. Der Geldeingang ist als gut zu bezeichnen. Das Bestreben der Regierung, Frauen­arbeit möglichst durch Männerarbeit zu ersetzen, findet durch die Neueinstellungen weiteste Unter­stützung.

Frankfurt freundlich.

Fran kurt, 29. Juli. (WTB. Drahtmeldung.) Wie schon am Schluß der vergangenen Woche, so zeigte auch die heutige Frankfurter Samstagsbörse nicht mehr die lebhaften Umsätze wie kurz nach (Einführung der Börsenruhe am Samstag in Ber­lin. Wohl lagen zu Beginn kleine Aufträge vor, die indessen nicht genügten, um der Kursentwicklung eine völlig einheitliche Richtung nach oben zu geben. Immerhin war die Stimmung freundlich zu nennen, und es scheint sich immer mehr zu zeigen, daß die seit mehreren Tagen vorliegenden günstigen Wirtschaftsmeldungen sich nur infolge der sommer­lichen Stille nicht kursmäßig in vollem Umfange auswirken können. Die Anfangskurse wiesen dem­zufolge meist nur unwesentliche Abweichungen gegen gestern auf. Am Montanmarkt waren Klöck­ner und Mannesmann bis 0,75 v. H. gebelfert, Stahlvereinaktien 0,25 v. H. abgeschwächt. Auch Farben notierten 0,25 v. H. niedriger. Von Elektro­werten zeigten Gesfürel mit minus 1 v. H. den größten Anfangsoerlust, Bekula gaben 0,50 v. H. nach, dagegen konnten sich Lahmeyer um 0,75 o. H. verbessern. Auch verkehrswerte lagen uneinheitlich. AG. für Verkehrswesen und Hapag lagen 0,25 v. H. höher, Norddeutscher Lloyd 0,40 v. H. gedrückt.

Der Renten markt eröffnete gleichfalls gut behauptet, Altbesitz lagen 0,25 v. H. über gestern, Reichsschuldbuchforderungen auf dem Vorabend- nioeau. Im Verlaufe blieb das Geschäft still und die Situation im allgemeinen unverändert. Nach wie vor herrschten kleine Kursbesserungen vor, vereinzelt ergaben sich wieder Abschwächungen in ebenso ge- I ringem Ausmaß. Am Rentenmarkt wurden Neube­sitz 5 Pf. besser genannt, Altbesitz und späte Reichs­schuldbuchforderungen konnten ihren Stand behaup­ten. Von Auslandswerten lagen Anatolier 0,13 v. H. schwächer, dagegen Schweizerische Bundesbahnanleihen 1 bis 2 v. H. höher. Der Pfandbrief markt wies nur geringe Umsätze auf, war jedoch freundlich gestimmt und im allge­meinen gut behauptet. Tagesgeld har in An­betracht der Nähe des Ultimos verhältnismäßig leicht und um 0,25 auf 3,75 v. H. erhöht.

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