Ausgabe 
28.12.1933 Zweites Blatt
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

deut

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Tagewerke auf der BaufieUe: 2711

Anschrift des Vereins Zweck des Vereins.

gez. d u | <, Ortsgruppenleiter.

Jäger! Achtung!

Maßnahme.-

Meliorationen in Eltville

Instandsetzung der Lumda und Verbesse­rung eine» Entwässerungsgrabens und dessen Mosserläufen In Oben* Hausen

Entwässerung und vachregulterung Ge­meinde hasselbach

Grabendränagen- und Lachregulierung»- arbeiten Gemeinde Vaitshain

Entwässerung von Grundstücken durch Dränage. Gemeinde Angenrod

Regulierung der Ridder In Gemeinde Glauberg

Entwässerung von Grundstücken durch Dränage in der Gemeinde Alten- bürg

Hitler schafft Arbeit!

Deitere bewilligte Maßnahmen im Arbell»- beschasfungsprogramm:

Achtung! Gas!"

Erinnerung an ein ttriegserlebnis.-Hinein in den -reichslustschuhbund!

Don Eanitätsrat Or. Lahn, Dad-Nauheim.

ich einer ganz vorzüglich angelegten und vorbildlich organisierten Schauubung, die unter der Leitung des Herrn Dr. Hammann stand, beiwohnte und als ich vor einigen Tagen einen sehr klaren und äußerst instruktiven Vortrag des Herrn Dr Bischofs über das Gasproblem und über Luftschutz hörte. Bei der Schauübung hatte ich manchmal den Eindruck, als ob der Ernst der aanzen Situation von manchem Zuschauer nicht voll erfaßt worden fei und den ein­drucksvollen Worten des Herrn Dr. Bischoff hätte ich ein viel größeres Auditorium gewünscht. Ich habe die Empfindung, als ob der größte Teil un­serer Bevölkerung bei weitem noch nicht von dem Ernste d e r Sachlage erfaßt ist.

Jeder, der die Gefahren und Schrecken eines Gasangriffes aus eigener Anschauung kennen ge­lernt hat, muß meines Erachtens heute mithelfen an der Aufklärung der Bevölkerung. Mein obiges Kriegserlebnis sollte zeigen, was es ausmacht, wenn stramme Gasdisziplin herrscht und wenn dies nicht der Fall ist; wenn jeberim Falle eines Gasangriffs weiß, was er zu tun h a t und wenn dies nicht der Fall ist.

2. Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront Hes­sen und Hessen-Nassau, Bürgerstraße 69 bis 77, 5- Stock, Zimmer 11 ff. (Telephon 34 219).

Nach Rücksprache mit dem Führeramt der DAF. in Berlin wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Angehörige des Handels, Handwerks und Gewerbes Unternehmer, w i e auchAngestellte undArbeiter ihre Mitgliedschaft zur Deutschen Arbeits- front selbstverständlich auch durch d i e NSBO.-D ienst stellen bewirken können.

Die wird die Mitgliedschaft vollzogen?

Der Antrag auf Aufnahme in die Deutsche Arbeits­front wird vollzogen durch Ausfüllen und eigen­händiges Unterschreiben des ooraedruckten Auf- nahmeformulars und Zahlung der Aufnahmegebühr von 50 Pfennig. Die Beitragssätze sind so - eben auch bekannt geworden, s i e sind sozial gestaffelt und betragen z. B. in KlasseImonatlich20Pfennig,inKl. VI bei einem Einkommen von 150 RM. monatlich 2 R M. u s w. Schriftliche Anmeldun­gen zur Deutschen Arbeitsfront dürfen nur gestellt werden, wenn tatsächlich keine NSBO.-Geschafts- stelle erreichbar ist. Sie sind zu richten an die zu- ständige Kreisbetriebszellenabteilung und nur, wenn diese nicht bekannt, an eine der vorher unter 1 und 2 bezeichneten Dienststellen. Die Aufnahmegebühr von 50 Pfennig muß in Briefmarken beigefügt und die genauen Personalien mit deutlicher Schrift an­gegeben sein.

Achtung 71550 ?

Die Kreisbetriebszellenleiter der NSDAP, im Gau Hessen-Nassau wollen dafür Sorge tragen, daß ihre und der OG.-Büros am Freitag und Samstag zwi- schen 10 und 12 Uhr für den Publikumsverkehr ge­öffnet find, um Aufnahmen für die Deutsche Arbeits­front entgegenzunehmen.

Wo Formulare für Beitrittserklärungen ausge- gangen find, können sie im Büro der Gau-NSBO., Frankfurt a. M., Adolf-Hitler-Haus, .Gutleutstrahe 8 bis 12, abgeholt werden.

Ts werden hiermit alle Vereine der Stadt Gießen, die öffentliche Vorträge (literarische oder musikali- sch«), Vorlesungen, Theateraufführungen, Laienspiele, Kurse, gesellige Abende veranstalten und die Oeffent- lid)feit zur Teilnahme an diesen einladen (Ausgabe von Eintrittskarten) aufgefordert, unverzüglich dem Ortsgruppenleiter des Kampfbunde» für Deutsche Kultur, Gießen, Kirchenplatz 23 bi» spätesten» 15. Januar bekanntzugeben:

Name de» Verein»

zweite Teil der Veranstaltung zeigt drei Bilder aus der Zeit vor, während und nach der Spinnstube. Die Mitglieder des Reichsbundes, sowie die Dan- beroereine seien bereits jetzt auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht, die in Darmstadt am 15. Jan. abend» im .^kleinen Haus" stattfinden wird.

den zertrümmert, dem deutschen Bauer geholfen, Gesetze für die Reinhaltung der Rasse wurden er­lassen, Millionen von Arbeitern wieder an ihre Arbeitsstätte geführt. Wahrhaftig, wir konnten in diesem Jahre dank der nationalsozialistischen Regie- rung Höhepunkte in der Geschichte erleben, wir konnten wieder den Glauben an unseres Volkes Zukunft finden. Und der schönste Tag wird für alle Deutschen der sein, an dem verkündet wird, daß alle Volksgenossen wieder ihr täglich Brot verdienen können. __t.

Das Los d'ines Date lanbes!

Hast du schon einmal darüber nachaedacht, daß ein kleines Los, das vielleicht der Zufall dir in die Hände spielt, dein Los, also dein Schicksal, grund­legend ändern kann? Ist es dir je bewußt gewor­ben, bah für ein kleines Las ber Lotterie berselbe Ausbruck gebraucht wirb wie für bas schicksalsharte eines ganzen Menschenlebens, jo einer Nation? Un­sere herrliche Muttersprache hat biefe Wortbilbung gefühlsmäßig sich entwickeln lassen unb gab damit gedanklich den schelmischen Hinweis, daß eigentlich jeber auch burd) ein Los sein Los oerbef- fern könne. So im kleinen Maßstab.

3m großen, genialen Sinne erfaßte es die NSDAP. Mit der Schaffung einer Arbeitsbe­schaffungslotterie hatte.sie das Los unseres Vaterlandes im Auge Um unseres Führers gewal­tiger, volksdeglückender Absicht, allen Deutschen Ar­beit und Brot zu geben, tatkräftig zur Seite zu stehen, entstand diese vaterländische, soziale Geldlot- terie, die mit 1-Mark-Losen es jedem möglich macht, sich an diesem Werk zu beteiligen und sein Los unb das Los feiner noch arbeitslosen Brüber, somit da» Los seines Vaterlanbes, das schließlich das Schicksal aller birgt, glückbringend zu wenden A m 2 9. und 30. Dezember i st schon Ziehung! Die Lotterie gehört dem deutschen Volke, jeder Deutsche soll sich daher ein Lo» erwerben. Vielleicht 'st c» einer der last ca. 300 000 Gewinne, vielleicht der Doppellos-Gewinn von 200 000 Mk.

He cbsbunO Volkstum und Heimat.

Das Staatspresseamt teilt mit: 3m Laufe des 3anuars wird der Reichsbund in verschiedenen

CJen ^adten einen heimatkundlichen

zlbenb Hessisches Volksleben in Wort und Bild" veranstalten. Die Veranstaltung wird von dem be- rannten Volksdichter G g. Heß (Leihgestern)

Unter Mitwirkung von Schwälmern, Schlit- jern, TOarburgem. Katzenbergern (Kreis Alsfeld) unö Huttenbergern, insgesamt etwa 60 bobenftän- Digen Trachtentragem, kommen mundartliche Dich- runqen unb alte Spinnstubenlieder zum Vortrag, »uherdem gelangen tue für die einzelnen Gebiete bezeichnenden Volkstänze zur Aufführung. Der

Oie Deutsche Arbeitsfront rüst

Samstag letzter Termin zum Eintritt!

Bor Verdun war es, ungefähr drei Wochen nach Dem Sturme auf bas Fort Haudiomont, bei dem bas Landwehr-Infanterie-Regiment 81 rund 1000 uRann verloren hatte Das Schloß Hannoncelles war Au besetzen; ich marschierte am Ende ber Marsch- rolonne. Es war stockfinstere Nacht, tiefste Stille. Rechts und links von uns schlugen die Granaten ein; die Marschkolonne blieb wie durch ein Wunder oon den vielen Geschossen verschont. Es war streng­ster Befehl, nicht zu sprechen. Aber plötzlich hone Id) direkt vor mir einen der alten Landwehrleute mehr vor sich hinmurrneln als sprechen:Däi ae- wirrersche jraruufe hunn näit iher Rouh, als bis e Uglick balliert !»." So leise dies Wort auch gemur­melt war, so hatten es doch wie ich auch die Neben- unb Vorbermänner gehört, es ging weiter burd) bie Kolonne unb wirkte wie eine Erlösung. Alle lach- tcn vor sich hin, fühlten sich oon einem Drucke be­freit unb marschierten noch einmal so leicht bem Schlosse Hannoncelles zu.

Das prophetische Wort meines hessischen Lanbs- mannes sollte sich halb bewahrheiten.

Die Reichsführung hat auf Antrag bes Land- lchaftsführers, Herrn Ministerialrat Ringshau - f e n, beschlossen, den Namen unserer Landschaft inRheinfranken-Nassau-Hessen" zu ändern.

A beitsbeschaffung Neueinstellungen.

Das Staatspresseamt teilt mit: Die Reichszuschüsse für Instandsetzungsarbeiten bezwecken die Entlastung bes Arbeitsmarktes. Nach einer Mitteilung des VDZ.-Büros wurde jedoch festgestellt, daß in den Mittel- unb Kleinstäbten, aber auch auf bem Canbe, eine Neueinstellungoon Arbeitskräf- t e n oft nicht ober kaum erkennbar war. Es liegt bie Vermutung nahe, bah bie Handwerker durch erhöhte persönliche Arbeit und vermehrte Arbeits­leistung von Familienmitgliedern Neueinstellungen von Arbeitskräften zu vermeiden suchten. Dieses Verhalten kann nicht gebilligt werden. Es ist Pflicht eines jeden Handwerkers, alles zu unterlassen, was den Zweck der Arbeitsbeschaffungsmaßnahme auch nur irgendwie beeinträchtigen könnte.

Sintere WeihnacHtSpreiSaufaabe.

6s hat sich her ausgestellt, baß die technische Wie­dergabe der Silber unserer Weihnachts-Preisauf- gabe die Lösung mehr erschwerte, al» e» von uns beabsichtigt war. Au» diesem Grunde wurde die Preisaufgabe nun in einem anderen Druckverfahren hcrgeskellt und gelangt morgen noch einmal zur Veröffentlichung. Alle Kinder seien besonder» dar­auf aufmerksam gemacht.

Keine Sprechstunden der Kreisleitung der AGVAP

Wie die Kreisleitung der NSDAP, uns mitteilt, fallen die Sprechstunden der Kreisleitung b I s zurnl. 3anuar!934 (einschließlich) au».

Dmterhilfswerk

des Deutschen Volkes 1933/34.

Kreisführung Gießen,

vetr.: Geschäftsplaketten.

Die Anforderung der Vlaketten für den Monat Januar muß mit der Bescheinigung, daß die Vor­aussetzungen zum Erwerb ber Plakette erfüllt sind, bis spätestens 3 1. Dezember 1 933 (christlich bei ber Kreisführung Gießen erfolgt sein.

Heil Hitler!

Gez.: K 1 öß, Kreisführer bes WHW.

F. d. R. gez.: Mohaupt, Kreisgeschästsführer be» WHW.

Vereine, Ächtung?

Höhepunkte.

Wir haben in biefem Fahre ber Zeitenwende Diele Höhepunkte erlebt. Wir denken an den 30. 3a- nuar, an den Tag oon Potsdam, an den 12. No­vember. Die einzelnen Stände haben ihre (Ehren­tage gefeiert: der deutsche Arbeiter, der deutsche Bauer, der deutsche Handwerker Wir haben diese Feste mit Begeisterung, mit ganzem Herzen mit- erlebt. Wir sahen an der gewaltigen Beteiligung aller, daß hier em neuer Geist einzog in unlerm Vaterland. Wir wurden durch diese Feiern zusam- mengeschweißt, wir hatten wieder ein großes Ziel: ba» Baterlanb! Wir konnten mit vollem Be- rougtlem empfinben, baß wir Mitverantwortung tragen, bah wir alle mitzuarbeiten haben, jeber an ferner Stelle Das gab gesammelte Kraft unb Freude für die Zukunft.

Das Bewußtsein der Verbundenheit durch qe- memfame ®e,d)id)te und durch gemeinsames Schick» lal lenkt den Blick nicht nur auf die Vergangenheit, , i^nerst recht auf die Gegenwart unb bie Zu- funft. Wie die Ahnen oorbilblich wirkten, so sollen we""fchaffen, damit bereinft kommenbe Ole- chlechter unsere Werke roeiterbilbcn unb weiter- fuhren können. 3mmer müssen wir uns bewußt fein, «2, ®5 nr x'n m,ie? in ber ,anflen Kette von Generationen bes Volkes finb.

Diesen Sinn erschließen uns bie oaterlanbischen £Vcben unsrer Seele, bie Befreiung. Die feiern schaffen neue Kräfte für alle unb zeigen uns aber^ft9' L " ^berufen finb. Die Hauptsache Tn übien: Hier auf diesem Platz ftehft du. hier haft du heidi ch unb gläubig deine Aufgabe zu erfüllen H

Die Pressestelle ber Deutschen Arbeitsfront, Bezirk Hessen unb Hessen-Nassau, gibt folgendes bekannt:

Da der Andrang zur Anmeldung bei ber Deutschen Arbeitsfront auch heute noch in keiner Weise nach- gelassen hat, sondern im Gegenteil immer noch stür­mischere Formen annimmt, wirb ausdrücklich darauf hinaewiefen, daß dieser Samstag, 3 0. Dezember 1933, ber letzte Tag ist, an dem noch die Mit- aliebschaft erworben werden kann. Wie groß das yntereffe ist und wie weit sich alle Schaffenden der Stirne und Faust der Wichtigkeit der Mitgliedschaft für sich selbst unb für ihre Familie bewußt sind, be­weist, daß mit dem heutigen Tage mehr als 500 000 Personen allein in Hessen-Nassau sich der Deutschen Arbeitsfront angegliedert haben.

wer kann Mitglied werden?

Jeder schaffende deutsche Mensch kann Mitglied bzw. Einzelmitalied der Deutschen Arbeitsfront wer­den, also auch Unternehmer, ebenfo wie Erwerbslose unb Pensionäre, mit Ausnahme von Beamten. 3n Deutschland arbeitende Ausländer können als zah- lende Mitglieder ausgenommen werden. Zur Auf­nahme ist die Erfüllung des Arierparagraphen Vor- aussetzung. Mitglieder der Reichskulturkammer (z. B. Schriftleiter durch den Reichsoerband der deutschen Presse) brauchen die Ein.zelmitgliedschaft nicht mehr ZU erwerben, da die Reichskulturkammer bereits kor- poratio ber Arbeitsfront angehört. Die erst in ber Bildung begriffene Reichskammer ber Technik ge­hört dagegen der Deutschen Arbeitsfront nicht an, so empfehlen auch z. B. ber VD3- und der Kampfbund deutscher Architekten u. a. ihren Mitgliedern, die Einzelmitgliedschaft bei der Deutschen Arbeitsfront zu erwerben.

wo wird bie Mitgliedschaft erworben?

Die Aufnahme erfolgt durch bie örtlichen Dienst­stellen der NSBO. Falls diese aus irgendeinem Grunde nicht erreichbar finb, kann bie Ausnahme auch nach durch folgende Dienststellen bewirkt wer- den: (Personen-Abfertigung nur von 10 bis 12 Uhr).

1. Gaubetriebszellenabteilung der NSDAP. Hess sen-Nassau, Adolf Hitler Haus, Gutleutstraße 8 bis 12 Uhr (Telephon 30 381);

Dir wissen, daß es keinen wirklichen Schutz gegen die Lufkgesahr gibt, daß aber bie Nichtbeach­tung ber Schutzmaßregeln bie fürch­terlichsten Folgen haben kann.

Den Luttfchug zu organisieren und bie Volksge­nossen in ben Stand zu setzen, sich zu schützen, hat sich ber Reichsiustfchutzbund zum Ziele gesetzt. Groß unb verantwortungsvoll finb seine Aus- Saben; erleichtern wir ihm wenigstens seine schwere Tbeit badurch, baß wir olle mikhelsen unb re ft- los beitreten. Die» ist die Pflicht eine» jeden Volksgenossen sowohl im eigensten Interesse unseres geliebten und jetzt wieder geeinten deutschen Vaterlandes. Kein Mensch in Deutschland und am wenigsten diejenigen Volksgenossen, bie an ber Front waren, werben einen Krieg jemals wie- ber wollen. Auch ber französische Bauer unb Bür­ger will keinen Krieg. Nur jene Kriegshetzer in Baris, jene Lumpen, bie sicherlich selbst nie im Kriege gesehen finb, fte geben keine Ruhe. An biefes prophetische Wort meines Borbermannes auf bem Anmärsche nach Schloß Hannoncelles sol­len wir benken unb beswegen bei Zeiten vor- beugen!

Also hinein in ben R e l ch s 1 u f t s ch u tz b u n b ! Der Beitrag oon jährlich einer Mark ist so niebrig, daß jebermann ihn aufbringen kann. Tut er es nicht, so kann es ihm unb seinen Volksgenossen er- gehen, wie jenen Unglücklichen im Kriegslazarett zu Labry.

Man sah es bem alten Schlosse an, bah es schon tüchtig beschossen worden war, aber es gab trotz­dem noch einige Zimmer in leiblich gutem Zu- ftanbe, alle Fenster waren Zersplittert, hoch bie gro­ßen Keller mit ihren bicken Mauern unb Gewölben konnten als ziemlich bombensichere Unterftänbe gel­ten. 3n einem Kellerteil befand sich auch der Sani- tätsunterstanb. Die Franzosen hielten Ruhe, unb ber 6anltät»unterflanb blieb leer. 3d) ging beruhigt wieber zurück.

Kurze Zeit später.

Es war ein herrlicher Märztag. Schon frühe war ich aufgebrochen mit meiner Orbonnan; unb einem jungen Assistenzarzt, ber sich von seiner Sanitäts- Kompanie nach vorne gemelbet halt? unb zu unserem Regiment versetzt war 3d) wollte bie,en mit unse­ren Stellungen bekannt machen unb babei auch mal wieber bie Sanitätseinrichtungen auf Schloß Han- noncelles besichtigen. Auf Schleichwegen pirschten wir uns heran, unb es war auch biefes Mal keine bicke Luft"; alles war ruhig.

Plötzlich am Adenb: ein Donnerschlag unb grelle Hilferufe. 3d) sprang aus in bem Gedanken, daß etwas Schreckliches passiert sein müsse. 3d) wollte zur Haustüre, um hinauszueilen; da erfolgte in näch­ster Nähe ein zweiter, noch viel heftigerer Schlag. 3m Nu hatte ich die Situation erfaßt: bie Felb- küchcn waren gerabe im Schloßhof au gefahren, bie Leute strömten herbei, um sich ihr Es en zu holen, ba schlug bie erste Granate ein; mehrere Solbaten würben oerrounbet, oon benen bie Hilferufe kamen. Die zweite Granate, ein sehr schweres Kaliber, bie eben niebergeaangen war, erkannte ich als Gas- granatc. Mit bem ganzen verfügbaren Atem schrie uh in bie Menge, so laut ich konnte:Achtung! Gas!"

3n ber Eile, um rasch zu helfen, hatte ich aber meine Gasmaske vergessen umzuhängen, unb es kam mir mit Blitzesschnelle zum Bewußtsein, baß meine letzte Stunbe gekommen sei: schöpfte ich Atem, so war bies mein sicherer Tob; ich hielt krampfhaft ben Atem an, tastete mich in der Dunkelheit die Ireppe hinauf, die direkt am Eingang war; schon glaubte ich umsinken zu müssen, ba fühlte meine Hand eine Türklinke, ich drückte die Türe aus unb ianf auf ben Beben, bie Türe hinter mir zuziehenb.

luf bem Bette lag mein Zimmerkamerad, ein Leut­nant und Kompanieführer, feines Berufes Volks- fchullehrer, unb las seelenruhig in einem Buche! Glücklicherweise hatten bie Franzosen mit einem Gas geschossen, bas ziemlich schwer ist unb nur langsam in bie Lust aufsteigt, deswegen war es noch nicht durch die zerschossenen Fenster in den ersten Stock Hinausgebrungen. Es folgte noch eine Zweite Detonation, unb dann war Ruhe. 3d) hatte mich nun so weit erholt, daß ich mich zu bem Sani- tätsunterftanbe begeben konnte, um nach ben Ber- rounbeten zu sehen; aber jetzt mit Gasmaske! Hier hatte es unterdessen für den wachthabenden Sani­tätsoffizier unb bie Sanitätsunteroffiziere reichlich Arbeit gegeben und ich hörte, daß mein RufAch- tung! Gas!" den Erfolg gehabt hatte, daß alle Leute sofort ihre Gasmasken aufgefeht hatten und daß deswegen trotz des schweren Kalibers der Gas­granate es nur einige Gaskranke gegeben hatte. Aus demselben Grunde waren bie Vergiftungen auch nur leichter Art

(Fs hatte sich bann später herausgeftellt, daß die Franzosen hier zum ersten Male bas schwerste Ka­liber von Gasgranaten benutzt hatten unb es bes- halb wohl auch mit biefer einen Gasgranate hatten bewenden lassen. Sie waren wohl ber Ueberzeugunq daß biefe eine Granate ausreichen mürbe, um den ganzen Bezirk zu vergasen unb alles dort zu ver­nichten. Die strenge.Gasdisziplin, die un­seren Leuten clne^erziert war, hatte die» glücklicher­weise verhindert. Nur ich hätte eigentlich drei Tage -Loch" verdient, weil ich den Befehl, stet» die Gas­maske umgehängt zu haben, In der Eile, Hilfe zu bringen, selbst außer acht gelassen hatte.

Die Verletzten und Gaskranken konnten alle noch In der Nacht zurückgebracht melden

Es ließ mir keine Buhe, einmal nach den Ver­letzten und Gaskranken des Feuer- und Gasüber- falls auf Schloß Hannoncelles zu sehen, und so ritt ich. al» ich wieder beim Ruhebataillon mar, nach Tonllan». wo ich erfuhr, daß unsere Leute in den Kriegslazaretten von 3arnt) und Qabrn Aufnahme gefunden hatten. Was i ch dort z u sehen be- kam, war das Schrecklichste, was Id» während des ganzen Kriege» gesehen habe.

Den Verwundeten und Gaskranken von Schloß Hannoncelle» ging es zu meiner großen Freude durchweg gut; von den Verletzten waren einige mit gutem Erfolge operiert worden; sie waren alle, ebenso wie die Gaskranken, außer Gefahr Aber es hatte sich folgendes herausgeftellt: Nachdem die Franzosen zuerst Schloß Hannoncelles mit dem schweren Kaliber belegt hatten, streuten sie einen großen Abschnitt noch weiterhin mit Gasgranaten ab; bei verschiedenen Truppenteilen mag wohl die Gasbiszlplln nicht so zu Hause gewesen lein wie bei uns, und es war eine große Anzahl schwerster Gasvergiftungen eingellefert worden Da lagen nun die Annen. Bett an Bett, alle röchelnd mit Schaum vor dem Munde, der unaufhörlich aus dem Munde quoll: es war ein entsetzlicher Anblick' Cie waren alle Kinder des Todes, man sehnte ihre Erlösung herbei. Sie mußten buchstäblich in ihrem eigenen 6d)j»lme ersticken!

Dieses Bild sah ich wieder vor mir au ffteigen, als

* Die gewitterlschen Franzosen haben nicht eher Ruhe, als bis ein Unglück passiert ist

, ®8 lallen feine leeren, oberflächlichen Feste fein fonbern Wegweiser auf bem Wege des Lichtes Und n Cld)t ifl immerwährender Kampf ®er diesen Weg gehen will, der muß auch Mut iun,,.r Strecken zu wandern Die Feiern aber sind auf unlerm Lebenswege wie ein Au'blick kU . nächtlichen Sternenhimmel über unlerm ftaupte. Wir können die Schwere des Erdenleids «nK*tn* i °Um hinter uns, unb tiefe Hnbadjf $leht m unser Herz ein Es wirb wieder NMe -ft b,r ?ro6e Zauberspruch, der

unh h?, h,p^*n! e menschlichen Leben begleitet

4- in uns-rm Herzen bleibt, wenn mir bürfs nn,fc,nfn' 8lI,n Neigungen de» Augen Dilffs, °uen Stimmungen zum Trotz siegt immer Ütte V'lmrrlichkelt Nicht im richtungs- h,rH*aUe f?,n 2eber 9t,9un6- sondern in der Be- brr Fassung und lieber- mtnbunq °aer ©ibfrfianbe offenbart sich bie Stärke Aber auch im starken Glauben!

.yrd) ^ae Reichsstatthcsstergefetz den eitsitaaf erhalten, die Parteien mur-

3nnerhalb der letzten zehn läge sind in einem Revier bei Gießen zwei frisch gerissene Rehe gefun- den worden, die wieder die typischen Merkmale der Risse ausweisen, die im Frühjahr und Sommer bei Gladenbach-Biedenkopf ober Laubach festgesseUt mürben. E» fehlten bei beiben Stücken der Kopf, der Hals unb ein Teil ber Blätter Die Weichteile waren nicht angeschnitten. Der letzte Riß erfolgte am 27. Dezember kurz vor Hellwerden. 3hm ging ein Kamps und ein Klagen des gerissenen Kitzes vor­aus Es erscheint unbedingt nötig, daß in allen Revieren ein erhöhter 3agdsd,utzdienst einsetz» und daß sämtliche Pächter und Reoierverwalter Hand- in-Hand arbeiten. Jede Möglichkeit zum Spüren ist auszunutzen Alle irgendwie gemachten Beobachtun­gen, Mitteilungen über Rlßfunde usw werden dringend an .Hubertus. Verein weidgerechter Jä­ger, Sitz Gießen" Hitler-Wall 29, Fernlpr 4391, er­beten. Jeder Jäger muh mitarbeiten, damit endlich einmal Klarheit darüber wird, wer der Schädling ist, und feinem Tun ein Riegel vorgeschoben wird. Es wird dringend um entsprechende Anweisungen an alle Zagdschutzbeamten unb 3agbauffeher gebeten. Besonder» gefährdet erscheint im Augenblick bas Waldgebiet auf ber rechten LaiMselte.

Holzel.

Gilvester im (Sfabfffceofer?

Aus bem Stabttheaterbureau wird uns geschrie­ben: Unter bem Motto .Prosit 1934!" bereitet bie Intendanz für ben Silvesterabend einen bunten, luftigen unb unterhaltsamen Abend vor Unter ber Leitung von Paul Nieren. Kapellmeister Fritz (T u i e unb Ballettmeister Ewald ulte wirb bie Intendanz unb bas gesamte Personal bes 5tabt- cheater» alles baransetzen, die besten unb künstle-