Nr. 279 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Dienstag, 28. November (933
Aus der Provinzialhaupistadl
Gesallenen-Senkmal im oberheUchen Wald
Das Gefallenen-Denkmal von Hirzenhain (Oberhessen).
Än^^Äe betraut. Aber er kehrte von diesem wallend weißem Bart, einen Karpfen von der Spitze
L)ien twea nicht mehr mnirf orf<+iton hör o-; j,,. ,_______. tr , , • o
Neue Geschichtchen vom König Eduard.
Eö ist nicht alles Gold, was glänzt.
Einmal richtete der Haarkünstler, während die
i. Schere klapperte, respektvoll die Frage an Hinden- ■ bürg, ob er schon wisse, daß der alte Oberhegemeister r I Ammon, ein im Dienst ergrauter Forstmann mit
huscht, ich habe" nichts ge- I irren", sagen sie. härt. Wahrend eines andern Pariser Besuches l .
Das überaus lebendige Bild König Eduards von England, das Andre M a r o i s in seinem demnächst auch deutsch erscheinenden Buch „König Eduard und seine Zeit" zeichnet, wird durch eine Fülle lustiger Geschichten untermalt. Bekanntlich hatte Eduard eine große Vorliebe für das Pariser Leben, und diese zeigte sich schon bei dem Knaben. Als seine Eltern 1855 Napoleon III. einen offiziellen Besuch abstatteten, fiel der kleine Eduard durch sein zutrauliches und temperamentvolles Wesen auf. „Sie haben wirklich ein hübsches Land", sagte er zu dem Kaiser. „Ich möchte wohl Ihr Sohn sein." Spater wurde der Prinz von Wales in der Pariser Lebewelt tonangebend und damit in der ganzen guten Gesellschaft. Er schuf neue Moden auf vielen Gebieten vom Hut bis zum Handschlag. So soll die Mode, mit an den Körper gewinkeltem Arm die Hand zu reichen, darauf zurückgehen, daß Eduard 1895, als er Rheumatismus in der Schulter hatte, notgedrungen diese Form der Begrüßung wählte. Als er als König seinen ersten Staatsbesuch in Paris machte, wollte die Comedie Francaise als Festvorstellung den „Misanthropen" von Moliöre auffuhren. „Nicht doch", wehrte der König ab, „ich habe den Misanthropen" schon mindestens ein Dutzend Mal gesehen. Sie müssen mich nicht wie den Schah von Persien behandeln. Zeigen Sie mir ein neues Stück." Die England-Feindschaft war da- mals in Frankreich noch so groß, daß beim Eintritt des Königs in "feine Loge gezischt wurde. Der Chef des Protokolls Crozier war am nächsten Morgen sehr nervös, als er den Herrscher nach seinen Eindrücken fragte. „Mir war es so, wie wenn ich Zischen gehört hätte", sagte Eduard, „aber nein.
Aber wer ist Marie-Louise Martin? Ist es die- selbe, die den Engländer am Wannsee In Berlin betörte und den Finnen in die Bars von Helsinasors begleitete? -pf.
hatte er sich gerade für das Theate? angekleidet, als die Nachricht vom Tode eines Verwandten eintraf. Seine Begleiter wechselten enttäuschte Blicke, denn der Abendausgang schien gefährdet. Einer fragte: „Was sollen wir tun?" Der Prinz dachte einen Moment nach und löste das Problem: „Wir nehmen schwarze Knöpfe und gehen doch." Bei der Krönungsfeier war die Königin Alexandra wie häufig unpünktlich. Eduard wartete einige Minuten, dann ging er und klopfte heftig an ihre Tur: „Alexandra!" rief er drohend, „wenn du nicht sofort kommst, wirst du überhaupt nicht gekrönt!" Eduard hatte ein vorzügliches Gedächtnis für Ge- lichter. Als er einmal überraschend Freunde in Paris besuchte, wurde er von einem Diener an der Tür aufgehalten, der nach seinem Namen fragte. „Kennen Sie mich nicht?" fragte Eduard. „Nein", antwortete der Diener. „Ich kenne Sie aber genau", erwiderte der Prinz. „Im vergangenen Jahr waren Sie dritter Lakai bei der Herzogin von Manchester."
Eine Goldjagd in dem Neuyorker Bronx-Viertel in dessen winkligen und armseligen Gassen man alles andere als Schätze vermuten sollte, ist durch einen tragikomischen Zufall entfesselt worden Als ein gewisser Weise im Hinterhof des Hauses, in Dem er wohnte, einen Petroleumtank anbrinqen ließ fand seine Frau einige glitzernde Stückchen, Die fie den Nachbarn zeigte. Einige Drogisten und Zahnarzte aus der Umgegend, ja sogar der Juwe- lier von der Ecke versicherten übereinstimmend, daß der gestmdene Stoff „unzweifelhaft Gold" sei. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Innerhalb von 24 Stunden war alles in der Bronx in Aufregung, schwelgte in einem Goldrausch und ging auf die Goldsuche. Die einzigen „Felder", die sich basur darboten, waren die Hinterhöfe der Hauser, und diese wurden nun die Schauplätze fieberhafter Tätigkeit bei Tag und bei Nacht. Die Weises rour- Den von Leuten bestürmt, die Anteile an ihrem 9ln.®v0’ erwerben wollten. Aber dann kam die Ernüchterung. Die Steinchen, die mit ihrem hellen (Slanj so großes Aufsehen gemacht hatten, wurden einem Geologen der Neuyorker Universität, Dr. Daniel O'Connell, unterbreitet, der nach genauer Untersuchung erklärte, es handele sich um einen gclbglänzenden Magnesiumglimmer, eine Art Katzengold. Damit zerrann der Spuk. Die Bewohner der Bronx hörten auf, in Blumenbeeten und Abfallhaufen nach gelben Stückchen zu graben, unb nur Weises sind noch nicht ganz überzeugt. „Dieses Dr. O'Connell weiß auch nicht alles und kann sich
Dienstweg nicht mehr zurück. Da erschien der sowjet- russische Gesandte im Generalstabsgebäude und be- kündete, daß Penttikainen die Grenze überschritten habe und auf russischem Gebiet verhaftet sei. Ge- rächte kamen auf, Penttikainen habe wichtige militärische Dokumente mit über die Grenze genommen, er habe einen Schwager, der in der Roten Armee einen hohen Kommandoposten bekleide, ja, Penttikainen selbst sei Kommunist gewesen. Der General- stab suchte zu beschwichtigen, erklärte den Leutnant für geistesgestört, und überhaupt habe er keine wich- iigen Papiere bei sich gehabt. Aber es gibt Zeugen, die den finnischen Offizier in der Gesellschaft einer schönen und eleganten Frau gesehen haben wollen. Auch soll er durch außergewöhnliche Geldausgaben ausgefallen fein. Wie dem auch sei — der Stab ist über ihn gebrochen. Er ist für die Oeffentlichkeit in Finnland heute ein Spion.
Zweimal Mane-Louise.
Ein rätselhafter Spionagefal!.
Im Tower in London sitzt seit einiger Zeit der elegante Leutnant Baillie Stewart vom feudalen schottischen Hochländerregiment in seiner Zelle — und schweigt. Vor wenigen Wochen verschwand der finnische Leutnant Paavo Penttikainen aus dem Großen Generalstab bei einer kleineren und belanglosen Dienstreise spurlos über die russische Grenze. Und in Helsingfors selbst verhaftete man dieser Tage im Zusammenhang mit der „Spionage- ossäre Penttikainen" eine junge und bildschöne Frau, die sich als die Witwe eines amerikanischen Diplomaten ausgab, der ehemals im Baltikum einen Konsulatsposten bekleidet habe. Inzwischen hot sich aber bereits die Witwe des früheren Äon- fofutsbeamten Martin, Frau Marie-Louise Martin, in einer mittelamerikanischen Stadt gemeldet. Die Papiere der Verhafteten sind also zweifellos «. Wer ist sie? Sie bestreitet nachdrücklichst, ttnant Penttikainen überhaupt gekannt zu haben. Wer ist sie — ist sie es? Ist sie auch die große „Unbekannte", die in dem Hochverratsprozeß gegen den britischen Leutnant eine bedeutsame Rolle spielte? Marie-Louise sitzt vor dem verneh- wenden Beamten im Polizeipräsidium in Heising- fors — und auch sie schweigt.
Das ist der Tatbestand, der Sachverhalt, der Wortlaut der P-otokolle, aber hinter diesen Dingen verbergen sich Menschenschicksale. Der junge Leutnant Stewart machte eine Urlaubsreife, und dabei kam er auch nach Berlin. Es war Sommer und sehr heiß. Wenn es Sommer in Berlin ist und sehr heiß, bann fährt man nach Wannsee. Auch Leutnant Stewart fuhr an den Strand nach Wann- fee. Und dort lernte er Marie-Louise kennen — wenn sie es war?! A er Leutnant Stewart, dem man den Hochverratsprozeß machte, den das Kriegsgericht der Spionage für überführt hielt, der feine Ehre und feine Stellung verlor, fein Vaterland, feine Zukunft, den man zu schwerem Kerker verurteilte —
JRunö um den Parkplatz,
Eine Stange mit weißem Schild und einem leuchtendroten „P" Darauf — Das gibt dem Automobilisten die behördliche Erlaubnis, an dieser Stelle seinen Wagen parken zu können. Wie Die Freiheitsstatue im Neuyorker Hafen winkt die Scheib« in Das bewegte Meer Des Verkehrs, und ohne Sorge vor Den Klippen polizeilicher Vorschriften können im Bannkreis des roten Buchstabens Die Vehikel vom Achtzylinder bis zum Chausseefloh vor Anker gehen.
Da stehen sie nun und ruhen ihre müden Kolben aus, wahrend Der Beherrscher all ihrer technischen Komplikationen ins Geschäft oder ins Cafe eilt Einkäufe oder Besuche macht. Vor dem gewichtigen Notizbuch des patroullierenden Schupo weiß der Entschwundene seinen benzinduftenden Liebling sicher. Indes kann er nichts gegen eine andere Instanz ausrichten, die, durchaus privater Natur, allerdings nicht mit Dem Schwert des Strafmandats, Dafür aber mit dem geschliffenen Degen einer gegebenenfalls vernichtenden Kritik gegürtet ist. UnD diese Instanz ist Das Publikum, welches am Parkplatz genug Muße hat, den mannigfachen Fortbewegungsmitteln auf Den verchromten Zahn zu fühlen.
Ohnmächttg und mit angezogenen Bremsen muß jetzt Die im Dahinbrausen so hoheitsvolle Limousine Die Bemerkung „Ooch, hier ist ja unten schon Der Lack abgeplatzt" hinunterschlucken, und Der sonst so flin/e Kleinwagen kann Der zärtlichen Titulie- rung „Kinderwagen mit Fehlzündung" nicht ent- rcUen. Gin ehrwürdiger, langgedienter Veteran der Motorisierung, der seiner ergrauten Karosserie ein Mußestündchen gönnt, versucht den Ausruf „Ach, ein Rennwagen mit Bart!" vergebens zu ignorieren, und das führerscheinfreie Motorrad hat der interessierten Frage zweier Pennäler „Ist das nu ein Fahrrad ober ein Jungmädchenroller?" nicht Den kleinsten RaDcm enlgegenzusetzen.
Jedoch im Negativen erschöpft sich kein Begebnis dieser Welt. Und wer Da stolz aus seinem Achtzylinder neuester Konstruktion steigt und lässigen Ganges entschreitet, weiß sein Kabriolet nicht nur dem Schutz Der runden Scheibe, sondern auch der Bewunderung der Menge anheimgegeben. Da stehen sie denn, die sand- und refebafarbenen, die blauen und roten Stahlprodukte eines technischen Märchentraumes, Zielscheibe sehnsüchtiger Gedanken, und spiegeln die begehrenden Blicke der Passanten hoheitsvoll in ihrem Lack. „In solch einem Wagen werde ich dich noch einmal spazierenfahren!" sagt „Er" mit großer Entschiedenheit und „Sie" bemüht sich, den gläubigen Optimismus der liebenden Frau mit den offenkundigen Finanzverhältnissen des Bräutigams in Einklang zu bringen. Und ein Höhepunkt sich selbst be- zwingender Lebenskunst wird offenbar, als aus einem Kreis junger Burschen, die einen schimmernden Hundertpferdigen stumm betrachten, Der lässig hingeworfene Ausruf ertönt: „Ich loofe lieber!" ...
Die Kleinwagen aber, wenn auch hin unb wieder mit lieblosen Witzen bedacht, bilden doch bas am häufigsten diskutierte Thema ber Passanten. „Also, wenn ich von meinem Gehalt jeden Monat dreißig Mark zurücklege, und Onkel Erwin mir fünfhundert Mark vorstreckt ..." — „Männe, meinst du nicht, daß wir an Schuhsohlen sparen könnten, wenn wir ..." — „Vati, kann ich nicht vielleicht zum Geburtstag, wenn ich ganz brav bin ..." Sv ist Das weiß-rote Schild ein Signal, innig gehegte Wünsche mit der Macht ungeahnter Beredsamkeit zu offenbaren.
Zwischen Ballonreifen und funkelnden Kühlern aber krabbeln kleine Steppkes herum, sind von einer unwahrscheinlichen Sachkenntnis erfüllt und bebat- tieren über Kompressoren unb Karosserietypen mit kühler Gelassenheit. Sie äußern keinerlei Wünsche. Für sie ist es einfach eine Selbstverftänblichkeit, ber»
Ammon schießt einen Karpfen vom Baum.
Von Georg Zivier.
Hindenburg hielt sich während des Krieges, als Chef der Obersten Heeresleitung, viele Monate lang in Pleß, dem durch seine Lage in dichten wildreichen Wäldern berühmten Sitze der Fürsten von Pleß auf. Es gibt dort bis heute noch äußerst seltenes Rotwild und bis zur Nachkriegszeit beherberg, ten die bei Pleß gelegenen Jankowitzer Forsten sogar ein stattliches Rudel Wisente: zottiges schwor- zes Büffelwild mit kleinem Kinnbart und großen dunklen Augen.
Hindenburg, wie man weiß, ein passionierter Jäger, sand als Chef der Obersten Heeresleitung zwar nur in ganz seltenen Fällen Zeit, sein geliebtes Waidwerk auszuüben, er hatte es aber gern, wenn man ihn gelegentlich mit Berichten über waid- männische Vorkommnisse unterhielt.
Das wußte der Friseur D., der allwöchentlich beim Feldmarschall zum Haarschneiden anzutreten hatte, und er versäumte es nie, dem Heerführer die Zeit, die seine Arbeit beanspruchte, durch ein paar interessante Jagdgeschichten zu verkürzen.
einer Fichte heruntergeschossen hätte.
Lachend verbat sich Hindenburg solches „Latein".
Aber der Friseur schwor, daß sich der Vorfall wirklich und wahrhaftig zugetragen habe.
Der alte Dberljegemeifter so berichtete er, habe nämlich einmal bei einem Gang durchs Revier auf einer Fichtenspitze einen Fischadler gesehen. Sofort riß der alte Grünrock die mit Schrot geladene Doppelflinte an die Wange und gab zwei Schuß auf den seltenen Raubvogel ab — mit dem Erfolg, daß unmittelbar darauf ein von vielen Schrotkörnern durchbohrter Karpfen — die Beute des Fischadlers — zu feinen Füßen lag, während der Adler die Schwingen hob und unversehrt entschwebte.
Das ist die Geschichte vom Karpfen, den der Oberhegemeister Ammon vom Baum herunterschoh.
# Hirzenhain, 27. Nov. Nach Jahren mühevoller Arbeit ist es dem Kriegerverein gelungen, seinen im Kampf für ihr Vaterland gefallenen Kameraden eine Gedächtnis st ätte zu errichten, die für manche Dorfgemeinde insofern vorbildlich sein kann, als aus dieser Anlage erficht- lich ist, daß man auch mit geringen Mitteln etwas Würdiges und dem ländlichen Charakter Angepaß- tes schaffen kann. In einem an der Ufenborner Straße gelegenen Fichtenhain, mit Blick auf das im Tal liegende Dorf, erhebt sich ein Basalt- finöling, der auf der Vorderseite die Bronze- schrift „Für Euch", das Eiserne Kreuz und das > Hakenkreuz trägt. Die Aufteilung und die gärtne- I
rische Gestaltung wurde nach einem Plan des Gartenbauarchitekten S ch w a r z - Gießen mit Kameradenhilfe durchgeführt. Auch am gestrigen To- tenfonntag versammelten sich die Mitglieder des Kriegervereins wieder an dieser Stätte, um ihrer toten Kameraden zu gedenken. Vereinsführer Stein ermahnte in seiner Ansprache, getreue Vollstrecker des Willens der Gefallenen zu sein und forderte auf, Mann für Mann am Aufbau des neuen Deutschlands mitzuarbeiten. Zur Feier des Tages wehten am Flaggenmast die schwarzweißrote und die Hakenkreuzfahne auf Halbmast. Bis spät in die Nacht hinein brannte eine Loderschale.
Landesfunkwartetreffen in Sranffurf a. M.
am 1. und 2. Dezember fällt aus.
Der Gaufunkwart des Gaues Hessen-Nassau der NSDAP, bittet uns mitzuteilen, daß der für 1. unb 2. Dezember vorgesehene Besuch des Reichs- fendeleiters Hadamovsky im Sendebezirk des Subwestfunks verschoben worden ist. Daher müssen die für 1. und 2. Dezember in Frankfurt a. M. geplanten Veranstaltungen (öffentliche Rundfunkkund- gebung am 1. Dezember und Landesfunkwartetreffen am 2. Dezember) ebenfalls ausfallen. Neue Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben.
Tanzgastspiel Mathilde Buhr und Joachim v. Seewitz.
Aus dem Stadttheater-Büro wird uns geschrieben:.
Die Intendanz des Stadttheaters hat für Mon- tag, 4. Dezember, das bekannte Tanzpaar Mathilde B u h r und Joachim v o n S e e w i tz zu einem einmaligen Tanzgastspiel verpflichtet. Das Programm Des Abends bringt „Phantastische Tänze". Unter den in letzter Zeit so üppig emporgeschossenen Sternen ber Tanzkunst finb bie beiben Künstler wirklich zu zählen. Mathilde Buhr unb Seewih gehören zu ben wenigen Tänzern, bie sich ber Sonberstellung ihrer Kunst überhaupt bewußt finb, bie wissen, baß mehr als Temperament unb ein bißchen Technik dazu gehören, um aus bem Tanz ein Kunstwerk
zu machen. Ein künstlerischer Genuß in ben Tanz» barbietungen eines Seewitz unb einer Mathilbe Buhr. Grazie, Ausbruck unb Gewänber! Ein ästhetischer Genuß seltener Art für bas kunftgeschulte und bas Auge bes Laien. Das Tanzgastspiel finbet unter Mitwirkung bes Stabttheater-Orchesters statt, musikalische Leitung Kapellmeister Fritz C u j 6. Das Gastspiel ist außer Abonnement unb zu Preisen von 0,30 bis 1,50 Mk. Spielbauer von 20 bis 22 Uhr.
Die Kriegsopfer gedenken der gefallenen Kameraden.
Am Totensonntag versammelten sich bie Mitglieder ber Ortsgruppe Gießen ber Rat.» So z. Kriegsopferversorgung unter Fäh» rung ihres Obmannes, Karnerab Moll, um auf dem Ehrenfriebhof eine schlichte Gebenkfeier für bie gefallenen Karneraben abzuhalten. Nach Nieber« legung eines Kranzes in ben Farben bes neuen Deutschlanb hielt ber Obmann eine bem Sinn des Tages entsprechend Ansprache, wobei er betonte, daß bie Kriegsopfer nun wüßten, baß ihre Opfer nicht umsonst gebracht seien, wie es 14 Jahre lang ben Anschein gehabt hätte, nachbem ihr Front» karnerab Aböls Hitler bas neue Deutschlanb geschaffen habe, unb er nunmehr ben Kriegsopfern, die ihr Bestes bem Vaterlanb gegeben, ben Platz ber ihnen gebühre, eingeräumt werbe. Die über- (ebenben Opfer bes Krieges unb bie Witwen und I Waisen ber gefallenen Helben könnten im neuen Vaterlanbe mit Vertrauen in bie Zukunft blicken. Der Rebner gebuchte auch ber im Kampfe um bio
er sitzt in seiner Zelle unb schweigt. Unb ber Finne? Paavo Penttikainen war ber Sohn eines armen Bauern. Er erlernte ursprünglich ein Hanbwerk, ging bann aber sehr halb zur Armee. Zäher Fleiß unb eine ungewöhnliche Begabung brachten ihn schnell vorwärts. Er wurde Unteroffizier, ber Stolz feiner Vorgesetzten, bie ihn balb mit befonberen Aufgaben bebachten unb ihn zum Militärphotographen ausbilbeten. Vor Jahresfrist würbe er zum Leutnant fceförbert. Die Presse feierte ihn, man erwartete allerseits neue Erfolge unb verdienstvolle Taten. Penttikainen kam in schneller Folge zum Großen Ge- tteraljtab. Er wurde mit einer Sonderausgabe an Der
maleinst ihre schnittigen Sportwagen unter bem roten „P" gelassen zu parken.
H. C. v. M.
Oer Stahlhelm als SA-Reserve I.
Der Oberste SA.-Führer hat gemäß Dem Vorschlag ber Bunbesleitung bes Stahlhelms Befehle über Die vom Stahlhelm aufzustellenbe SA.-Re- feroe I erlassen, bie zur Zeit burchgeführt werben. Danach ist festgesetzt:
1. Die gebietsmäßige Gliederung Der SA.-Reserve L
Der DberlanDesoerbanb entspricht Dem Bereich Der SA.-Obergruppe, der Landesverband dem Bereich der SA.-Gruppe, der Kreisverband (seither Gau) dem Bereich der SA.-Brigade. — Die Bezeichnung der weiteren Umgliederungen ist ebenso wie bei ber SA.: Standarte, Sturmbann, Sturm, Trupp, Schar: sedoch müssen sich die Untergliederungen van der Standarte einschließlich abwärts nicht unbedingt nach den entsprechenden Gebietsgrenzen ber S2L« Einheiten richten.
2. Dienststellenbezeichnung.
Oberstlanbesführer, Oberlanbesführer, Landesführer, Kreisführer, Standartenführer, Obersturmbann, führer, Sturmbannführer, Sturmhauptführer, Ober- sturmführer, Sturmführer.
3. Stellenbesehung.
Mit der Führung des Oberlandesverbandes V beauftragt wurde ber Oberlanbesführer von Neufville, mit ber Führung bes Lanbesverbanbes Thüringen ber Kreisführer Schaper. Zu Landesführern ernannt würben: Keßler für ben Landesverbanb Hessen, Thon für ben ßanbesoerbanb Westmark, Lensch für ben Lanbesverbanb Sübwest.
Hiilcc-Zugend, Bann 116.
Gießen, Jugendherberge, Asterweg. Sprechstunden der Bannführung.
Bannführer: Rudolf Buß. Sprechstunden: nach Vereinbarung mit dem Adjutanten.
Stellvertreter und Stabsführer: Carl Käppele. Sprechstunden: Montags, Mittwochs und Freitags von 16 bis 18 Uhr.
Bannadjutant: Ernst Fischer. Sprechstunden: Montags und Donnerstags von 11 bis 12 Uhr Montag bis Freitag von 16 bis 17 Uhr.
Abteilungleiter K (Kulturarbeit, Schulung, Funk): Walter Krömmelbein. Sprechstunden: Montags von 18.15 bis 19.15 Uhr unb Samstags von 16 bis 17 Uhr.
Abteilungsleiter P (Propaganba, Presse, Film): Erharb Waag. Sprechstunben: Montag bis Frei- taa von 18 bis 18.30 Uhr.
Abteilungsleiter I (Einsatz, Organisation, Ausbildung): Carl Käppele. Sprechstunben: Montags, Mittwochs unb Freitags von 16 bis 18 Uhr.
Abteilungsleiter II (Personalamt): Alwin Rüf- ser. Sprechstunben: Mittwochs von 18.30 bis 19.30 Uhr.
Abteilungsleiter III (Fürsorge, Jugenbrecht, Hy- giene, Arbeitsbienst): Otto Wahl. Sprechstunben: nach Vereinbarung mit bem Abteilungsleiter IV.
Abteilungsleiter IV (Verwaltung, Ausrüstung, Kartei): Hermann 6 d) n e i b c r. Sprechstunben: täglich, außer Samstags, von 14 bis 18 Uhr.
Für bie Richtigkeit:
Abteilungsleiter K: Stabsführer:
Walter Krömmelbein. gez.: Carl Käppele.
AS-Lehrerbund, Gau Ausland.
vetr.: Arbeitsgemeinschaft.
Am fommenben Mittwoch um 17 Uhr spricht in ber Neuen Pestalozzischule (in ben Eichgärten) ber Unterzeichnete über „Erziehungsfragen bes Grenz- unb Auslanbbeutschtums".
Gäste willkommen.
gez.: H e n ß, (Sauobmann.
4
4
&
J’ I f l


