Ausgabe 
28.10.1933 Zweites Blatt
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

Km

tag unö Freitag 20 bis 21 Uhr,

Gauleiter Sprenger den Hauptgüterbahnhof Frankfurt ersten Kartoffelzug d

Dr. Harth, firetolriter, Gießen."

Volksabstimmung am 12 November 1933.

heutigen Samstag, 20.15 Uhr, findet Im

Winterhilfswerk

des Deutschen Volkes 1933/34.

Gaufnhrung Hessen-Nassau.

Jranffurt a. 21L Taunusstrahe 111, Telephon 32288.

Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 28100.

Bankkonto: Nassauische Landesbank, Frankfurt a. HL

Girokonto 6200.

Das Beispiel.

.Worte sind Hmcrge, Taten find Riesen." Eine tiefe Wahrheit liegt in diesem «atz, der das Bei­spiel als das wichkigsle Erziehungsmittel fordert. Und wahrlich: Gibt es ein besseres Zeugnis für einen Ehrenmann als dieses: Er gab den Seinen stets ein gutes Beispiel? Und ist nicht jenes andere Wort: Richtet euch nach meinen Worten, aber nicht nach meinen Taten! das beschämendste Urteil, das ein Heuchler sich ausstellen kann? Wenn aber das gute Beispiel, also das Vorbild, schon von jedem Menschen, der den Namen Mensch wirklich mit Recht tragen will, gefordert werden muß, wieviel mehr muß es das Lebensziel eines Christen fein.

Das gute Beispiel in der Erziehung ist das beste Erziehungsmittel. Kindesaugen beobachten scharf. Und Goethe hat schon recht mit seinem ernsten

die jetzt in großer Anzahl ftattfinben, Aufschluß. Kein Volksgenosse soll über den großen Ereignissen unserer Tage die Verinnerlichung und Veniefting seiner Hinneigung zum großen sittlichen Prinzip der nationalsozialistischen Idee vernachlässigen.

Die Ns.-Dolkswohlfahrt kümmert sich nicht nur um die gegenwärtige Not, sondern um die Erhal­tung des deutschen Menschen und seines Stammes mit dem Blick über die Jahrhunderte. Jeder gute deutsche Mensch muß sich daher zu dieser vom Fuh- rer eingesetzten Organisation hinfinden.

Treugelöbnis Stevens für den Führer

3m Anschluß an die große Kundgebung In der Volkshalle hat Sreisleiter Dr. Harth zwei Tele­gramme an Reichskanzler Adolf Hitler unö Reichs- statthalter unö (Bauleiter Sprenger gerichtet, die folgenden Wortlaut haben:

Reichskanzler Adolf Hitler, Berlin.

Aus überfüllter Kundgebung mit Relchsstatthalter Wagner gelobt Ober Hessen» Hauptstadt unverbrüch­liche Gefolgschaft im Ringen um Frieden und Gleich­berechtigung.

Dr. Harth, Kreisleiter in Gießen."

Reichsst a t thalter

und Gauleiter Sprenger, Frankfurt.

3n überfüllter Kundgebung mit Reichsstatthalter Wagner In Oberheffens haupstadt ist der Kreis Gie- ßen eins mit seinem (Bauleiter im Ringen de» Füh. rer» um Frieden und Gleichberechtigung.

AiiiorMeTendenzeniMMwegischenWahilamps

Don unserem t-Serichterfiafter.

cl|lc -..... o - 0 des Winterhilfs

Werks in Empfang nehmen. Vertreter der Land­bevölkerung, an ihrer Spitze der WHW.-Führer de» Kreises Friedberg, werden den festlich geschmückten Zug in den Bahnhof geleiten. Relchsstatthalter Sprenger übergibt die Spende der Gaufuhrung des WHW. Hessen-Nassau.

Die Frankfurter Hede des Führers im Südwestfunk.

lerrebe.

Ortsgruppe Gießen »Ost : heute sams- tag, 20.30 Uhr im Eaf6 Leib.

Ortsgrupp Gießen - Nord: Dienstag, 31.Ok­tober, 20.30 Uhr, öffentliche Kundgebung im EafL Leib. Kreisleiter Thiele (Biedenkopf) spricht über Gleichberechtigung, Arbeit und Frieden".

NS.-Beamten-Abteilung, Kreis Gie­ßen: Der Schulungsabend vom 1. November ist auf Montag, 13. November, 19 Uhr, verlegt worden.

Ortsgruppe Gießen Ost: Die Sprechstunden der Ortsgruppenleitung finden Montag und Freitag von 18 bis 19 Uhr, Mittwoch von 21

Saale des Last Leib e'ne weitere öffentliche Kund­gebung zur Volksabstimmung am 12. Jloomber statt. Die Rede de» Abnds wird von Prof. Frey- t a g (München) über da» ThemaDer 12. November ein Schicksalstag der deutschen 3ugenb" gehalten. Bei der Kundgebung wird auch die Gießener Hit­lerjugend mitwirken. Eintrittspreis 20 PU für Er- werbslose 10 Pf.

NSDAP.

Die Nationalsozialistische Kriegs, opferversorgung, Ortsgruppe Gießen, ver­anstaltet am morgigen Sonntag, 16 Uhr, im Cafä Leib ihre General-Mitaliederversammlunm Ausgabe von Mitgliedskarten. Uebertragung der Relchskanz-

Samstag von 14.30 bis 16 Uhr statt.

Von der Hitlerjugend.

Die Pressestelle des Oberbanne» der Hitlerjugend teilt mit:

Am Donnerstagabend fand in den Räumen der Oberbannführung der Hitlerjugend in Friedberg die feierliche Einführung des neuen Oberbannsührers, bisher Oberjungbannführers, Rupprecht Hainer, statt. Der Gebietsführer Kramer war persönlich anwesend. Dieser dankte dem scheidenden Oberbann- führer Seifert für seine bisherige Arbeit, die Oberhessen um ein gutes Stück vorwärts gebracht hat. Oberbannführer Seifert wurde als Führer des Oberbannes Frankfurt berufen und ist zugleich stellvertretender Gebietssuhrer. Auch der bisherige Schulungsleiter des Oberbannes Oberhesfen, Willi Ruder, wurde al» Schulungslciter in da» Gebiet Hessen-Nassau berufen. Für Rupprecht Hainer wurde als Oberjungbannführer Herrn. Philippi bestimmt. Der Gebietssührer gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch unter der neuen Führung Ober- Hessen an der Spitze der Oberbanne de» Gebiete» Hessen-Nassau marschieren möge.

Stahlhelm BdF.

Antreten der Reserve Sonntag um 8 Uhr am Stahlhelmheim.

Boelcke-Gedentfeier im Gießener Flughafen.

An der Oswald-Boelcke-Gedenkfeier im Flughafen Gießen am Sonntag, 29. Oktober, 11 Uhr, beteili­gen ich außer der Flieger-Ortsgruppe Gießen im Deutschen Luftsportoerband die Segelsliegergrupp« des 115, Abordnungen der SA., SAR., So. und der Polizei. Die Feier beginnt pünktlich um 11 Uhr. Als Einleitung spielt der Musikzug der SA.-Reserve unter Leitung von Kapellmeister Hermann» Ase» Tod" aus Per Gynt von Grieg. hierauf folgt die Ansprache des Führers der Flieger-Orts» gruppe Gießen Graf zu Solms-Laubach. Der Ansprache folgt ein Vers des Deutschland- un> ein Vers des Horft-Wessel-Liedes. Der Badenweiler» Marsch beschließt die Feier. Anschließend wird der Musikzug der SA.-Reserve einige alle Marsche bringen; die Flugzeugführer werden im Geschwa» derverband starten und alsdann noch Runftfluge vorfuhren. Alle Freunde und Förderer der Deut­schen Luftfahrt sind zu der Gedenkfeier eingelahen. Auwbusoerbindung 1030 Uhr ab Ludwigsplatz.

Morgen find sämtliche in Gießen stationierte Flugzeuge am Platze. Es ist Gelegenheit zu Ruiüt- (lügen geboten. Die Flugpreise betragen für Er­wachsene 5 Mark, für SA., SS-, Stahlhelm 4 Mark.

Mlitärkonzert für die Winterhilfe.

Zugunsten de» Winterhilfswerke» findet am Donnerstag, 2. November, 20.15 Uhr, im Casö Leib ein große» Mllitärkonqert stcttt, da» von dem Munkkorp» des hiesigen Reichswehrbataillon» ausgefuhrt wird. Dem Konzert liegt ein sehr sorg­fältig ausgewähltes Programm zugrunde. Den Zu­hörern wird beste Musik geboten und damit ein hoher musikalischer Genuß bereitet werden. Der Gedanke, mit dem Besuch de» Konzertes aleichzeittg ein gutes Werk zu tun, sollte viele Einwohner unserer Stadt veranlassen, der Veranstaltung beb zuwohnen.

Am morgigen Sonntag überträgt der Südwestfunk die Rede des Führers in der Frankfurter Festhalle von 18 bis etwa 19.30 Uhr.

-Oie NS'VolkSwohlfahrt mahnt.

Dom (Bauprefieamt wird mitgeteiU:

Wieder einmal steht da» deutsche Volk vor einem geschichtlich bedeutungsvollen Augenblicks dessen ge­waltige Größe wir heute noch gar nicht ganz er- fassen können. Wir bereiten un» auf den 12. No- oember vor, der uns ein derart eindeutiges und klares Bekenntnis de» gesamten deutschen Volkes zum Führer und seiner Politik bringen wird daß alle Welt aushorchen wird.Es ist herrlich, in einer so großen Zeit zu leben! ruft uns der Führer selbst zu, und in seinem Volk findet dieser Ruf tausendfältigen Widerhall

Auf dem festen Boden des deutschen Menschen- tums steht die nationalsozialistische Dolkswohlfahrt und mahnt und warnt: Deutscher hast du volle Ver­bindung mit den ewigen Kräften des heroischen deutschen Blutes? Bist du voll und ganz verwurzelt in der Volksgemeinschaft und innerlich frei von übe- ralistisch-bürgerlicher Bequemlichkeit und Beschaulich- feit, und ist heroische» Denken und Handeln dein eigen geworben?

Ueber die Wege und Ziel« der NS.-volkswohl- fahrt geben die Redner in den Volksversammlungen,

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Oslo, 18. Oktober 1933.

Norwegen hat am letzten Montag den neuen Storthing gewählt und die Wahlen haben, wie nicht anders zu erwarten war, zu einer 23 e r ftarfung der Linken, vor allem der Arbei­terpartei, geführt. Welche praktischen Folgerungen sich unmittelbar daraus ergeben, ist im Augenblick noch nicht zu übersehen. Man muh damit rechnen, daß ein neues parlamentarisches Kabinett auf der Basis eines Linksblocks zustande kommt. Die alten bürgerlichen Parteien haben jedenfalls ganz zweifel- frei eine Niederlage erlitten, und es ist fraglich, ob das Kabinett Mowi nckel, das zwar auch im parlamentarischen Sinne ein Minderheitskabinett war, sich weiter am Ruder halten kann.

So konnke man sagen, daß das parlamentarische Pendel sich ganz normal ausgeschwungen hat, und daß also die Storthing-Wahlen kein wesentlich neues Moment erbracht haben. Das wäre aber eine falsche Betrachtungsweise, wenigstens insofern, als in Nor­wegen zum ersten Male abgesehen von gewissen eriremen kommunistischen Bestrebungen in der Wahlpropaganga ein neues Element auf- tauchte, bas unter stärkster Betonung nationa­ler und völkischer Gesichtspunkte das parla­mentarische Getriebe schroff ablehnte und seine Wahlpropaganda mit ausgesprochen antiparla­mentarischen Argumenten führte. Der frühere Kriegsminister Major Quisling rief bereits im Mai dieses Jahres eine Partei dernatio­nalen Sammlung" ins Leben, zu deren we­sentlichsten Programmpunkten die autoritäre Staats sührung ohne und gegen den Stör- thing gehört.

Der (Erfolg, den Quisling am 16. Oktober erzielt hat, erscheint auf den ersten Blick nicht besonders überzeugend, namentlich nicht gegenüber dem star­ken Stimmenzuwachs der Arbeiterpartei. Immer­hin muß man bedenken, daß es ein erster Anlauf war, den Quisling unternahm, um auch für Nor- wegen die Erfahrungen anderer Länder nutzbrin­gend au verwenden. Das wesentlichste aber dabei ist. daß Quisling hierbei völlig auf sich allein gestellt war. Seine Bemühungen um die Bildung einer Einheitsliste mit den bürgerlichen Gruppen des rechten Flügels scheiterten an der Ueberängstlichkeit und Sorge vor allem der Son- servativcn, die ganz ossensichtlich nicht nur Angst vor einer Radikalisierung des Wahlkampfes, sondern auch vor einem allzu großen Erfolg Quislings selbst hatten. So war also die eben erst entstandene Par­tei dernationalen Sammlung" völlig auf sich allein gestellt, und wenn auch Parallelen mit der Entwicklung ausgesprochen antikommunistischer Gruppen in anderen Ländern, etwa in Italien oder Deutschland, niemals völlig stimmen, so hat dennoch die sogenannte Arbeiterpartei nicht den geringsten Grund, Herrn Quisling heute zu verhöhnen. Klug­heit, Energie und Zielbewußtsein haben schon man­ches möglich gemacht, was unmöglich schien, und wir glauben deshalb mit gutem Grund annehmen zu können, daß die politische Rolle Quisling» abso­lut noch nicht ausgespielt ist, obwohl er sich dies­mal im Storthlng nicht sichtbar zur Geltung brin­gen konnte.

Wer ist der Mann, der In Norwegen vielfach trä­niert) als der norwegische Hitler bezeichnet worden ist? Außer der Tatsache, daß er einmal Verteidigungsminister im ersten Bauernkabinett war und oaß vor etwa» mehr al» einem Jahr Im Kriegsministerium ein geheimnisvoller UeberfaU au ihn verübt wurde, weiß man in Europa nur wenig von Didkun Quisling. Mit um jo stärkerem Hatz aber verfolgen ihn die norwegischen Sozialisten und Kommunisten. Sie wissen bereits, daß der Gründer der nationalen Sammlungspartei ein Tat-

Wort:Wir könnten erzogene Kinder gebären, wenn wir nur selber erzogener wären." Wenn ein Kind beobachten muß, daß die zu Hause viel ge­predigte Einfachheit nur aus Hwang oder aus Geiz im Hause herrscht, wird es nie für den Geist der Einfachheit gewonnen werden. Aber wenn das Kind den Eltern das tiefe Gefühl für Genügsam­keit, die geboren ist aus der Zufriedenheit der Seele, anmerkt, bann wird dieses Vorbild der El­tern die beste Bekämpfung der Begehrlichkeit beim Kinde sein. Es wird lernen, daß nicht der Genuß des Leben» Krone ist, sondern die Arbeit.

Und zwar Arbeit für andere. Wo wirklich der Geist opferbereiter Liebe im Hause herrscht, wo der Mann sich bemüht, der Frau mit Taten seine Dank­barkeit für alle ihre treu erfüllten Pflichten au er­zeigen, und wo die Frau nach des Tages Last dem Manne das Haus zur Stätte der Gemütlichkeit macht, da lernen die Kinder aus dem Leben ihrer Eltern, was wirkliche Liebe ist. Wo aber der Geist der Selbstsucht im Hause waltet und damit die Zwietracht, ja der Haß unter den Hausbewohnern herrscht, da nützen alle schönen Worte, die das Kind vielleicht in der Schule über Verträglichkeit und Frieden hört, nicht das geringste. Möchten doch darum alle Eltern für den heiligen Kampf um die Seele ihre» Kindes sich rüsten mit dem Geist selbst­loser Liebe untereinander, der die Taten selbslloser Liebe schafft, durch welche die Kinder glauben ler­nen an den Geist der Liebe!

Nicht nur die Kinder. Ein Mensch, dessen Leben wirklich durchdrungen ist vom Geist der Liebe des Heilands, wirkt als Vorbild für feine ganze Um­gebung. Das gilt auch von dem Glaubensleben eines Menschen. Ich kannte einen Christen, der nicht viele Worte über die Religion machte. Aber Sonn­tag für Sonntag ging er treu zur Kirche, und jeden Werktag hielt er den Seinen eine kurze Haus- andacht. Und was das Wirkungsvollste war: Er führte fein Leben nach Gottes Gebot. Er blieb auch in schweren Prüfungszeiten voll Gottvertrauem Das gewann nicht nur seine Hausgenossen für die Wahr­heit des Christentums; auch seine Nachbarn wur­den durch diesen lebendigen Christen zum ©tau­ben geführt. . _ ..

3a, auf das Beispiel kommt es an! Wenn die ersten Christen ihren Glauben bekannten auf dem Scheiterhaufen, oder vor den wilden Tieren, so mußten sich ihre Schergen zum Christentum bekeh­ren, und sie taten es mit den Worten: ,Zhr Glaube hat uns überwunden!" Wir Christen de» 20- Jahr­hunderts, die wir nicht mehr für unseren Glauben in die Arena oder auf den Scheiterhaufen müssen, können und sollen dennoch Bekenner sein und im­mer mehr werden. Und wir werden Bekenner un­seres Glaubens in dem Maße, in dem wir Chri­sten der Tat und damit Christen des guten Bei- fpiels werden, die durch ihr lebendiges Christen- tum anderen hinhelfen zum lebendigen Christus

B.-A.

1?eichsstatthatter Sprenger eröffnet die Kartoffelkampagne des WHW.

Vom Gaupresseamt wird mitgeteilt:

Montag, 30. Oktober, 9 Uhr, wird Reichsstatthalter ~ er den au» Friedberg am t a. M. eintreffenden

tums in die Heimat zurückkehrt« und sich hier der Politik verschrieb.

Er hatte erkannt, daß der Kern aller nationalen und völkischen Kraft ein f e lb ft änb t ges Bauerntum ist, für da» er nun in Norwegen mit glühendem Herzen gegen die zerstörenden (Ein- lüffe der Arbeiter-Partei, die zum großen Teil in kommunistischen Gedankenaängen lebt, kämpfte. Wohlgemerkt: Nicht den Arbeiter sieht er als Gegner an, sondern nur die Partei, die oorgibt, ein Monopol auf die Vertretung der Ar- beiterintereffen zu besitzen und diese Interessen auch zu vertreten. Dabei ist kein Zweifel darüber mög­lich, daß die wahren Interessen des Arbeitertums auch in Norwegen längst nicht mehr darin bestehen, einen möglichst hohen absoluten Lohn aufrecht zu erhalten, wie es heute noch der Fall ist. (In Nor­wegen werden heute vielleicht abgesehen von Australien noch immer die höchsten Nominal­löhne der ganzen Well gezahlt.) Vielmehr besteht auch für Nowegen genau wie für alle übrigen Län­der der kultvierten Erde die dringende Notwendig­keit, die Lohnverhältnisse an das allgemein gefun- kene Volkseinkommen anzupassen und dafür Sorge zu tragen, daß d e r Nährst and Norwegens, eben der Bauer, existenzfähig bleibt, weil er der wahre nationale Kraftguell ist. Das Lohnniveau der Weltkonjunktur läßt sich auch in Norwegen nicht mehr aufrechterhalten, und es wird sich vermutlich sehr bald zeigen, daß das Schwergewicht der wirt- schaftliken Tatsachen stärker ist als der Wille einer Linksparteien, die von einer radikalen Arbeiter­partei beherrscht wird.

Deshalb sehen wir auch den Ausgang der Storthing-Wahlen nur als Zwischenbilanz an, die für die tatsächliche wirtschaftliche und soziale, vor allem auch für die weitere politische Entwick- (ung noch nichts besagt. Wir halten es für sehr wohl denkbar, daß Quisling mit fernem ftaatsautoritärem Programm und dem weiteren Gang der Dinge der kommende Mann Norwegens fein wird, dem es mit Klugheit und Energie sehr wohl gelingen kann, die schweren Gefahren zu überwinden, die sonst aus einer weiteren Verschärfung der wirtschaftlichen und sozialen Spannungen unausweichlich resultieren müssen.

Befreiung über die neue Zeit aber unser Bericht über Selbstgehortes und selbstgefehe- nes ist nicht gerade frisch von gestern sind rotr doch schon fünf Monate auf afrikanischem Boden unterwegs! Der Schluß unserer Rede ist stets: Habt Vertrauen zu dem Mann, der das neue Schicksal führt, wartet, bis er Deutschland bündnisfähig gemacht hat, dann werden wir es auch wieder erleben, daß wir als Bundes- genossen begehrt werden!

Dann kommt der Gang durch die Pflanzung, Rede und Gegenrede, wie der Kaffee stehen sollte und könnte, was er schon bringt und was er im nächsten und übernächsten Jahr bringen wird. n f Jahre, vom Auspflanzen an, dauert es, eine Pflanzung zu entwickeln. Wenn alles soweit vor­bereitet ist, bann kostet der Daum, einschließlich Wohnhaus, Bewässerungsanlage, Maschinen usw. eine Mark, und bringt fortan im Jahr 20 bis 25 Pfennige Reinertrag, bei jetzigen Preisen. 30 000 Bäume sollte ein Pflanzer mindestens haben, 40 000 sind besser. Die eine Mark Anlagekosten gilt aber mit dem Vorbehalt, daß nicht zu viele Fehler auf das Konto mangelhafter afrikanischer Eignung und Erfahrung kommen. Wir haben auch solche Fälle kennengelernt, und umgekehrt, manchen andern, wo praktische Erfahrung und natürlicher Afrikaoerstand das Bar-Konto bei der Pflanzungsanlage stark her- abzusetzen erlaubten.

So sind wir mit wachen Augen und warmem Herzen durchs Land gefahren, haben mit den deut­schen Pflanzern geredet, haben ihr Brot gegessen, ihren Kaffee getrunken, unter ihrem Dach geschlafen, mit ihren Kindern gescherzt, ihre Sorgen und ^Öff­nungen vernommen und uns überzeugt, daß das Deutschtum in Angola vielfach hart zu rin­gen hat, aber daß es im Kern gesund und zu kunftsent schlossen ist. Tausend Meilen sind es bis heute geworden, ein halbes Tausend wird es wohl noch werden, bis es endlich, endlich heim- wärt» geht.

Gegen die Malaria gibt es drei Mittel: vor- beugenden Gebrauch von Chinin, Drahtgaze vor jedem Fenster und Betten mit Moskitonetzen. Man versucht, die Anophelesmücken. die zu schwärmen anfangen, wenn cs dunkel wird, vom Innern der Häuser und den Schlafstellen abzuhalten, und man bemüht sich, das Blut dauernd im Zu- stand einer verdünnten Ehininlösung zu erhallen. Diele Frauen vertragen aber kein Chinin, und dann müssen die Schutzmittel gegen die Mücken besonders sorgfältig angewandt werden. Es ist ein starker Wille in den Deutschen hier, auch in den Frauen, und wir haben mehr als einmal in diesen Taaen gestaunt über die klare und heitere Energie, mit Der jüngere" undreifere" Ehepaare, die es zu Hause sehr anders gewohnt waren, jahrelang im Busch- Haus wohnen, die Kosten für ein etwas komforta­bleres Heim sparen, um jede verfügbare Mark, jedenAngolar" (jetzt 12 Pfennig), in die Kaf­feepflanzung zu stecken.

Kaffee regiert Tag und Stunde bei den meisten Pflanzungen in Angola, besonders den deutschen. Das Hochland von Angola, das den größeren und wichtigeren Teil des Inneren- erfüllt, steigt in zwei Stufen auf. Die erste lieat 1000 bis 1200 Meter, die zweite 1400 bis 2000 Meter über dem Meer. Die glänzendsten Kaffeeländereien liegen nahe vor dem Aufstieg zur zweiten Stufe und oben auf ihrem etwas aufgewulsteten Rand. Dort habe ich drei- bis vierjährige Kaffeebäume gesehen, die zugleich voll- reife, rote Kirschen, junge grüne und auch schon-die zartweißen Blüten der Dritten Fruchtfolge trugen. Cs wird also von ihnen praktisch fast ohne Auf- hören geerntet.

Das Auto rollt vor das Psanzerhaus mitten in Kaffee, Die HunDe bellen zuerst, schweifwedeln aber bald freundlich, sobald sie herausgebracht haben, daß es weißer Besuch ist; man wird begrüßt, an den Tisch geführt, man fragt, wie der Kaffee steht, und wird gefragt, wie es mit Deutschland steht. UeberaU ist ein Gefühl der Freude und

Gemeindeabend, bei dem Pfarrer Schultheiß- Grohen-Linden einen Lichtbilderoortrag über die große Jahrestagung des Gesamtvereins in Leipzig hielt. Der Festtag versammelte zunächst die Schul- fügend zu einem Festkindergottesdienst, wiederum gehalten von Pfarrer Schultheiß. Im Fest- gottesdienst am Nachmittag predigte Pfarrer Ull­man n Usenborn über die Arbeit des Gustav- Adolf-Vereins; im Anschluß daran erfolgte auf dem Kirchenplatz vor der Sakristei zum Gedenken an Luthers 450. Geburtstag die Pflanzung einer Luther-Elche, wobei von Dem Ortsgeistlichcn Pfarrer Saal unD von Dem früheren Ortsgeistlichen Dekan Widmann- Schotten Ansprachen gehalten wür­ben. Bei der Nachversammlung in der Turnhalle sprachen Psarrer Saal, Dekan Widmann, Pfarrverwalter Lic. Flechsenhaar- Ulfa als neuer Schriftführer und Rechner des Zweigvereins, sowie Pfarrer Schultheiß, der einen emdrucks- vollen Vortrag hielt über evangelisches Leben in Kärnten. Der Kirchengesangverein unter Leitung von Rektor Riedel wirkte mit.

Evangelischer Bund.

In Schotten sand am Mittwoch ein Schu­lungskursus des Evangelischen Bunde» statt. Lan­deskirchenrat Synodalpräsident Pfarrer B e r ck - Rohdors, der Führer des Hessischen Hauptoerein», sprach über dieAusgaben des Evangelischen Bun­de» in unserer Zeit", Generalsekretär Dr. Brauns- Darmstadt überDrganifationsfragen" und der Schriftführer be» Hessischen Hauptvereins Pfarrer Dr. Berger- Darmstadt über denEvangelischen Bund im Kamps mit seinen Gegnern". Der Kursus fand seinen Abschluß mit einem in der Stadtkirche gehaltenen und von fast 300 Personen besuchten Gemeindeabend, bei dem Pfarrer Dr. Berühr in tiefgründigen Ausführungen das Thema behan­delte ..Luthers (Erbe im Dritten Reich " Gruß- und Schlußwort des Abends, der al» Auftakt für den

I Deutschen Cuthertag 1933 galt, sprach Dekan W i d- mann.

Kirche und Schule.

Aus dem Defanaf Schotten.

Zahressest des Gustav-Adolf-verelns.

Der Zweigverein Schotten der Gustav-Adolf- Stiftung feierte am vergangenen Sonntag fein Jahresfest in Gedern. Es wurde eingeleitet durch einen am Vorabend in der Turnhalle veranstalteten

mensch von ungewöhnlichem Format ist, daneben ein glühender 'Patriot, den die politische Maschi­nerie ciifftmciten noch unverbraucht gelassen hat.

Quisling kam erst verhältnismäßig spät ins po­litische (Betriebe. Als junger Offizier hatte er eine erfolgreiche Laufbahn, die ihn auch auf militärisch- diplomatische Posten in» Ausland brachte. Beson­ders gut lernte er Dabei den europäischen Osten, vor allem Rußland kennen, wohin ihn Frrdjof Nansen für fein Hilfswerk mitnahm. Die außer- ordentlichen Leistungen der Nansen-Hilfe sind zum Teil fein Verdienst, und Hunderttaufende von ruf- pichen Flüchtlingen danken heute noch Quisling ihre Rettung au» der Hölle des Bolschewismus. Quisling hatte Dann noch Gelegenheit, feine Stü­hlen am praktischen Kommunismus als Attache der norwegischen Gesandtschaft in Moskau einige Jahre fortzusetzen, bis er angewidert von Den Me- tboden Des Bolschewismus und erfüllt von dem Grauen über die Vernichtung Des russischen Bauern- |